:5 ®NI«. Zweites Blatt. Donnerstag den 18. Oktober Kr. 242. © K ja» er an)- i IW" FreilG tobet: RT MN W Ä x aüT' , J 13 6 V Durcan: Schulstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Politische Ueberficht. Gießen, 17. October. Die Frage der Verlängerung des Socialistengesetzes rückt mit der nächsten Reichstagssession immer näher, doch soll dieselbe nach Versicherungen conservativer Blätter an leitender Stelle in Berlin noch gar nicht in den Kreis der Berathungen gezogen worden sein. Man wird letzterer Behauptung gern Glauben schenken dürfen, ohne darum bezweifeln zu müssen, daß eine Erneuerung des Gesetzes allerdings vorgeschlagen werden wird; langer Berathungen wird es dabei wohl kaum bedürfen. Als in der letzten Reichstagssession der Rechenschaftsbericht über die Verhängung des „kleinen Belagerungs-Zustandes" über Leipzig flüchtig zur Sprache kam, war aus einigen Bemerkungen des Staatssecretärs v. Bötticher mit ziemlicher Bestimmtheit zu entnehmen, daß die Reichsregierung nicht daran denkt, das Socialistengesetz aufzuheben. Von officiöser Seite wird dem Gerücht, daß die in Angriff genommenen Arbeiten bezüglich des Socialistengesetzes wieder eingestellt worden seien, entschieden entgegengetreten. Die Arbeiten sollen durchaus nicht eingestellt worden sein, sondern vielmehr von beteiligter Seite rüstig fortgesetzt werden. In der Nheinprovinz ist die Errichtung von Arbeiter-Colonien nach dem Wilhelmsdorfer Muster jetzt ebenfalls in’ß Auge gefaßt und dürste die Constituirung des betr. Vereins noch im laufenden Monat erfolgen. In nächster Woche tagt in Hannover eine Versammlung von Delegirten aller Comstös für Arbester-Colonien aus ganz Deutschland. Der Besuch, welchen das deutsche kronprinzliche Paar in voriger Woche dem Italien. Königspaare in Monza abgestattet hat, wird allgemein mit lebhafter Befriedigung begrüßt. Fast alljährlich weilen der deutfche Thronfolger und seine erlauchte Gemahlin einmal als Gäste, und wenn auch nur auf Stunden, beim italienischen Herrscherpaare und man kann daher die heurige Wiederholung dieses Besuches nur als ein erfreuliches Symptom der ungetrübten Fortdauer der herzlichen Beziehungen zwischen den Höfen von Berlin und Rom betrachten. Wohl kein fremder Fürst genießt in Italien so lebhafter und allgemeiner Sympathien, als der Kronprinz des deutschen Reiches, der in Italien wie zu Hause ist und seinen freundschaftlichen Gesinnungen für das italienkW" Königshaus wie für die italienische Nation bei jeder Gelegenheit den herzlichsten Ausdruck zu geben liebt. Das Cabinet Ferry scheint sich mindestens im Norden Frankreichs noch großer Sympathien zu erfreuen. Ein Beweis hierfür ist die glänzende Ausnahme, welche in diesen Tagen dem Ministerpräsidenten Ferry, welcher vom Arbeitsminister Raynal begleitet wurde,, in der alten Handelsstadt Rouen zu Theil geworden ist. Am Samstag Abend fand im Stadthause großes Banket statt, auf welchem Ferry eine längere Rede hielt, die sich namentlich durch ihre scharfen Wendungen gegen die Radikalen bemerklich machte. Herr Ferry äußerte u. A., daß die Entwickelung des technischen und gewerblichen Unterrichtes, wie man dies gerade in Rouen beobachten könne, den wahrhaften demokratischen Socialiömus repräsentire. Hierdurch trage das liberale Bürgerthum tagtäglich seine Schuld gegenüber einer unwissenden Menge ab, deren Kräfte und Anstrengungen sie zu dem Lichte der Arbeit und Freiheit hinlenken müsse. Wörtlich sagte dann der Minister: „Diejenigen, welche alle Reformen auf ihre Fahnen schreiben, sind nicht diejenigen, die sie verwirklichen. Die Intransigenten können alle möglichen Fragen aufstellen und sie stellen dieselben zuweilen recht schlecht; gelöst werden diese Fragen aber von den praktischen, klugen, gemäßigten Männern, deren Sympathie mich für die bevorstehenden Kämpfe mit unbegrenztem Vertrauen erfüllt." — Nach einer Meldung des „Soir" ist das bekannte Pariser Hetzblatt „L'Antiprussien" auf das Verlangen des Kriegsministers Campenon suspendirt worden. Nicht nur bei uns in Deutschland, sondern auch bei allen ruhig denkenden Franzosen wird dieses Vorgehen der Regierung volle Billigung finden. Nach mancherlei Schwankungen ist endlich das neue spanische Eabinet zu Stande gekommen, in welchem man aber wider Erwarten den Namen des bisherigen Ministerpräsidenten Sagasta nicht mehr vorfindet. Dasselbe besteht aus folgenden Mitgliedern: Posada Herrara Präsidium, Ruiz Gomez Auswärtiges, Linares Nivas Justiz, Gallostra Finanzen, Morel Inneres unb provisorisch Unterricht, Lopez Dominguez Krieg, Sardoa öffentliche Arbeiten, Suarez Jnclan Kolonien, Valcarcel Marine. Dasselbe hat bereits in einem Rundschreiben an die Präfekten fein Programm entwickelt, dessen Hauptpunkte lauten: Schutz der Preß- und Versammlungs-Freiheit, Wiedereinführung der Civilehe und der Geschworenengerichte, Freiheit des Unterrichts, Einführung des allgemeinen Stimmrechts und Herbeiführung einer Verfassungs-Revision, einer Zolleinigung mit Portugal und Handelsvertrages mit England. Bezüglich feiner auswärtigen Politik sagt das Programm, daß das Ministerium es möglichst vermeiden werde, Einzel-Allianzen einzugehen und daß es sich bemühen werbe, 0ute Beziehungen in Frankreich herzustellen. In dem unruhigen agitatorischen Treiben in Bulgarien ist seit dem Rücktritt der russischen Generäle ein gewisser Stillstand eingetreten, konservative wie Liberale haben vereint gegen die „Befreier" Bulgariens Front gemacht und sich weitere rufsische Aufdringlichkeiten verbeten. Vorläufig scheint Rußland diese unerwartete Opposition der Bulgaren ruhig hinnehmen zu wollen, es ist aber kaum zu bezweifeln, daß der russische Agent in Sofia, Ionin, geheime Weisungen aus Petersburg hat und daß Rußland nur auf die günstige Gelegenheit wartet, um wieder den Herrn in Bulgarien zu spielen. Der Kaiser und die Kaiserin von Rußland sind am Sonntag von Kopenhagen in Kronstadt eingetroffen und haben sich nach kurzem Verweilen nach Peterhof weiter begeben. Das kaiserliche Paar gedenkt den Winter in der Einsamkeit von Peterhof zu verbringen und nur dann und wann nach Petersburg zu kommen, so daß sich die Wintersaison am Petersburger Hose wohl recht einförmig gestalten wird. — Aus Ziwonka in Podolien kommt bie Kunde von einem schrecklichen Massen-Unglück. In der Frauen-Abtheilung der dortigen Synagoge entstand während des Gottesdienstes blinder Feuerlärm, Alles drängte nach der Thüre und wurden hierbei 40 Frauen getödtet unb gegen 30 verwundet. Die Stimmung in China gegen die Europäer wird in Folge des französisch - chinesischen Streitfalles eine immer feindseligere. Aus der Insel Hainan werden Plakate verbreitet, in welchen den Europäern wie den Mandarinen mit dem Tode gedroht wird und sind die fremden Kriegsschiffe von den auf Hainan lebenden Ausländern um Schutz angerufen worden. In Futschan fand ein ernstlicher Krawall statt, bei welchem der französische Consul inter- oenirte. Wie es heißt, beabsichtigt die englische Negierung ihre vor Hongkong liegenden Kriegsschiffe noch um zwei Kanonenboote zu verstärken. - cchWlj WW sii W! mrden ferner pi er- Gelegenheit geboten, die gelichteten Obstbestände zu ergänzen. 6913 E. Bergmann oder Frankfurter-Straße 67 erbeten. 6794 IV/33, A. Schwarzschild v/346, ) dorfer-Weg- 6887 6085 empfiehlt Chr. ‘Wallenfels pr. Stück 10 6636 empfiehlt Fr* Seibel. 6603 rc. rc Lindenplatz. 5669 Emil Fistor geräthe empfiehlt 6653 Die Lönl tontinuirlichem I Ämeter, Ofei feig und gesi »erst zufriedei bedungen, unter ausdrücklicher Betonung ihrer Tragweite für Handel und Verkehr. In Der Thal eröffnet drm kaufmännischen Unternehmungsgetste Die Auffindung einer praktikablen Verdlndungsstratze zwischen dem atlantischen Ocean und dem Innern des dunklen Weltthrils eine unabsehbare Perspective glänzenden Geschäftsgewmnes, sobald nur erst der Anfang zur Herstellung eines gesicherten und regelmäßig fungtrenben Verkehrs gemacht sein wird. 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Unterwegs entschloß sich der Kapitän, der hohen See wegen, nach Humber zurückzukehren. Man hielt dann nach dern-Flnsfi ab und langte am Samstag. Morgen beim Feuerthurm Spur n an. Die Luken wurden abgenommen, um den Vorraum zu untersuchen, in welchem mehrere Hundert Sack phosphcn saures Ammoniak verstaut waren. Kurz vorher hatte man Rauch bemerkt, der, hervorgerufen durch das Naßwerden der Ladung, bald so stark wurde, daß die Leute es nicht mehr im Logis aushalten konnten. Nachdem die ßuf Fr. Seibel. kn V » Schnurrbart erweckt stets das Interesse der Mädchcnwclt. Ohne Schnurrbart keine Liebe. *r OhneSchnurrbart keinKuß Wem Schnurr- oder Vollbart noch fehlt, der kaufe sich gleich eine Dose Paul Bosse'S Mustaches-Balsam. Ganze Dose ,*t. 2,50, halbe 1,50. Favorit-Balsam für üppigen Kopf- Haarwuchs p. Dose ^-.2,50.— Zu haben bei. Paul Bosse, Frankfurt a. M., Schlllerstraße 12- 332 —<5^7^zr> Schreibfedern sowie alle übrigen Soennecken’schenSpeciali- täten d. Schreibfaches vorräthig bei H. 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