1888 Ur. 268. Ui»* (Suni^ttiß bcn 17. 91ovcmbct *»»« Meßmer AnzMU Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Erscheint täglich mit Ausnahme i>es Montags. B«rea«r Schulstraße 7. Preis viertelsährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durchs die Post bezogen^ vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Telegraphische Depesche«. Wolff'S telegr. GorrespondeM'Bnrea«. Berlin, 15. November. Die „Nordd. Allg. Zig." schreibt: Die französischen Blätter suchten nach neuem Material, um dem Deutschenhaß frische Nahrung zu- zuführen. Sie versuchten cs jetzi, Deutschland für den wirthschattlichen Rückgang verantwortlich zu machen, worüber dte französische Industrie seit Jahr und Tag Klage erhebe. Daß dies gläubige Obren finde, s-t nicht zu verwundern, die großen Mafien bürdeten immer gern Andern di« Schuld für di- eigenen v-bler auf, aber mit der sonst mit Recht gerühmten politischen Intelligenz der Frarzosen stehe cs kaum im Eink ang. daß dte Franzosen nicht empfänden, w!e ihr wirthichaftlicheS Leben du.ch die eigene Presse UN» deren fortwährende Krtegsbctzercim ruinirt würde. Die französische Hetz- presse sei er, welche die ganz« Bevölkerung in steter Sorge für einen nahe bevorstehenden Krieg erhalte und dadurch jedes Geschäfts-Unternehmen in Frankreich l^"'l.Han»burg, 15. November. Der russische Reichskanzler v. Giers ist heule Vormittag nach Momreux weite-,ereist. „ . .. c, ... Straßburg, 15. November. Dte „Elsaß-Lothr. Zeitung schreckt: Eine dem Pariser „Gaulois" angeblich unter dem 13. d. Mts. aus Straßburg telegraphirte Mittheilung, wonach der Eommandeur des hiesigen lllanenregiments sich dem Gefolge Sr. K. K. Hoheit des Kronprinzen auf der Reise nach Madrid anschließen werde, beruht nach eingezogenen Erkundigungen auf Erfindung. — Der Kriegsminister Generallieutenant Bronsart von Schellendorf war heute irr Neubreisach, um von den dortigen Verhältnissen Einsicht zu nehmen. Derselbe nimmt Abends an dem vom Statthalter dem Bezirkstage des Unter-Elsaß gegebenen Diner Theil und reist sodann mit dem Nacht-Schnellzuge nach Metz weiter. Paris, 15. November. Tseng war tatsächlich gestern tm auswärtigen Amt, gab aber bei der großen Anzahl bereits anwesender Diplomaten, die vor ihm empfangen werden mußten, nur seine Karte ab. Eine Unterredung mit Ferry hat in Folge besten bis jetzt nicht wieder stattgefunden. Die Bureaus der Kammer wählten die Commission für die Tongking - Creditvorlage. Dir DoLiLische^NeSerfichL. Gieße«, 16. November. Die große Neuigkeit der Madrider Reise des deutschen Kronprinzen hat nunmehr ihren Nundlauf durch die gesammte europäische Presse bewerkstelligt, und es ist gewiß ein schmeichelhafter Beweis des unerschütterlichen Zutrauens in die Gerechtigkeit und Ehrlichkeit der deutschen Politik, daß nirgends, wo inan einer vorurtheilssreien Auffassung von Personen und Verhältnissen fähig ist, auch nur die geringste Neigung verspürt wird, in dem Besuch des deutschen Kaisersohues am spanischen Königshofe etwas anderes zu erblicken, als ein weiteres Symptom der zwischen Berlin und Madrid etablirten freundschaftlichen Gesinnungen. Frankreich steht mit seinem abweichenden Urtheil .gänzlich allein. Durch die Nörgeleien der republikanischen Pariser Blätter läßt sich das spanische Volk in der freudigen Genugthuung über die seinem Stolze so schmeichelhafte Auszeichnung von deutscher Seite nicht irre machen. Privat- Mittheilungen spanischer Provenienz constatiren, daß der Enthusiasmus, den die Ankündigung des bevorstehenden Besuches des Kronprinzen im ganzen Lande hervorgerufen, ein ganz außerordentlicher ist, und von den Zeitungen nur deshalb weniger betont wird, weil ,nan der französischen Empfindlichkeit Rechnung trägt. Doch wird diese Rücksicht nicht weiter getrieben, als nöthig erscheint. Namentlich wird sich das Volk durch Nichts abhalten lasten, nach Kräften dazu beizutragen, daß der dem durchlauchtigen Äaste zu bereitende Empfang sich zu einem wahrhaft großartigen gestalte. Spanien will der ganzen Welt, und besonders Deutschland, zeigen, wie es feine Freunde zu ehren weiß, nebenher wohl auch den Parisern eine Lectwn in Sachen der internationalen Courtoisie ertheilen. Frankreich wird dieselbe wohl oder übel einstecken müssen. Die Republik hat es um Spanien nicht bester verdient. Europa aber heißt um der Wahrung des Vökerfriedens willen jedes Ereigniß willkommen, welches darnach angethau ist, das chauvinistische Temperament der Franzosen abzukühleu und ihnen zum Bewußtsein zu bringen, daß sie mit ihren Revanche-Speculationen lediglich auf sich selber angewiesen sind. Dies, die fortschreitende Jsolirung Frankreichs, ist wenigstens die von den weitaus meisten europäischen Zeitungen aus dem Besuche des deutschen Kronprinzen in Madrid gezogene und beifällig commentirte Schlußfolgerung. r. .... Der sächsische Landtag ist am Dienstag zu feiner neuen Session zusammengetreten. Zum Präsidenten der ersten Kammer ernannte der König abermals Herrn v. Zehmen, auch die zweite Kammer wählte per Acclamation ihr bisheriges Präsidium — Haberkorn (cous.), Streit (Fortschr.) und Pfeisfer lnat.-lib.) — wieder. Am Mittwoch sand die feierliche Eröffnung des zum Theil neugcwählten Landtages im Thronfaal des königlichen Schlosses zu Dresden statt. , , , , , Die österreichisch.ungarischen Delegationen haben nach ver- hältnißmaßig kurzer Thätigkeit ihre Arbeiten am Mittwoch, den 14. November, beendigt, an welchem Tage die Schluß-Sitzungen stattfanden. Am Tage vorher hatten sich die Ausschüsse der österreichischen und der ungarischen Delegation über sämmtliche abweichenden Beschlüsse beider Delegationen geeinigt. Die Re- «zierung des Grafen Taasie darf mit den Erfolgen der Session Durchaus zusrie- den fein; ihre auswärtige Politik und namentlich das freundschaftliche Verhältniß zu Deutschland, fand die volle Zustimmung der Delegationen und das Gleiche kann auch in Bezug auf die zur Berathung gelaugten inneren Angelegenheiten, .abgesehen von einigen unwesentlichen Punkten, gelten. Selbst^der bosnische Oecupations-Credit ist diesmal, im Gegensatz zu der früheren Session der Delegationen, unbeanstandet bewilligt worden. Der französischen Deputirtenkammer ist in dieser Woche abermals Gelegenheit zu einer eingehenden Erörterung der Tongking-Angelegenheit geboten. Die Regierung hat eine Nachtragsforderung für die Tongkmg- -Expedition im Betrage von 9 Mill. Frcs. eingebracht und ist die Kammer am Donnerstag in die Berathung der betr. Vorlage eingetreten. Die verhaltniß- miäßig bedeutende Nachtragsforderung dürfte auf die immer drohendere Hmtung Chinas zurückzusühren sein, welche es der französischen Regierung zur Pflicht macht, bei Zeiten ihre Maßregeln zu treffen. Bekanntlich hat Marquis Tseng erklärt, daß China den bevorstehenden Vormarsch der Franzosen auf bie Stadt Bacninh wahrscheinlich als einen Kriegsfall betrachten würde, dieser Vormarsch ist aber eine beschlossene Sache und stünden wir denn unmittelbar vor dem Ausbruche der französisch-chinesischen Feindseligkeiten, falls der Marquis den Mund nicht etwas zu voll genommen hat, ivas allerdings gerade nicht zui den Unmöglichkeiten gehört. Sollten aber die Feindseligkeiten demnächst m der That beginnen, dann wären Leben und Eigenthum aller in Chma lebenden Ausländer — nicht nur der Franzosen — auf's Höchste gefährdet und die euroMischen Regierungen werden daher gut thun, diesen Umstand schon jetzt in ernste Erwag- 9 ^Die^Ualienifchen Kammern treten am 26. November zu ihrer Wintersession zusammen, womit dann auch im Apeninneustaate das politgaie Leben sich wieder zu voller Regsamkeit entfalten wird. M das Ministerium de Pretis deutet der politische Barometer auf Sturm, denn bereits finden unter den Führern der verschiedenen Oppositions-Parteien eifrige Verhandlungen statt, AM gemeinschaftlich gegen das Ministerium vorzugehen und bezeichnet man als das Haupt dieser in der Bildung begriffenen antiministeriellen Koalition den früheren Ministerpräsidenten Cairoli. Herr de Pretis hatte indessenl von der Zegenwärtigen Deputirtenkammer schon so eelatante Beweise ihres Vertrauens erhalten, daß et dem bevorstehenden parlamentarischen Sturm wohl mit Ruhs entgeMisehen darf. Der russischen Presse ist von Petersburg aus eine bemerkenswert^ offieiöse Verwarnung zu Theil geworden. Die Regierung hat die russischen Blattet angewiesen/sich aller grundloseii allarmirenden Nachrichten zu, enthalten, welche.Peeignet seien, die guten Beziehungen zwischen Rußland und seinen Nach- barstaäten zu stören. Ohne Zweifel ist dieser „kalte Wasserstrahl" an die Adresse der panslavistischen Hetzpresse gerichtet, über welche vor. Kurzem Graf Kalnoky in der österreichischen Delegation ein so herbes Urtheil fällte. Die Erhebung im südlichen Serbien ist doch noch nicht gänzlich unterdrückt. Nach einer Meldung aus Belgrad ist zwar der Kreis Zajcar „pacificirt" und operiren die serbischen Truppen jetzt gegen Kujaschevatz, ober eben aus leherer Meldung geht hervor, daß die Insurgenten noch nicht vollständig zersprengt sein können, denn die Truppen würden sonst schwerlich nöthig haben, weiter zu „operiren." Der russische Oberst Kaulbars weilt gegenwärtig am Hofe von. Sofia und glaubt man, daß er vom Czaren den speciellen Auftrag erhalten habe, die alten Beziehungen zwischen Rußland und Bulgarien wieder herzustellen. Auf Madagaskar haben die Feindseligkeiten zwischen den Franzosen und den Howas wieder begonnen. In der Hauptstadt Antanariva ist eine Revolution ausgebrochen, weshalb die Franzosen ihren Vormarsch auf Antana- riva wieder ausgenommen haben; das Heer der Howas soll ebenfalls auf dem Marsche begriffen fein, um die Franzosen aufzuhalten. Der nächste Angriff der Letzteren wird der Stadt Mayakandianomban gelten. Darmstadt, 15. November. Se. Königs. Hoheit der Großherzog werden vom 17. d. Mts. an wieder Mittwochs und Samstags im Neuen Palais Audienzen ertheilen, fowie Meldungen und Vorträge entgegen nehmen. — Die Staatsprüfung der Aspiranten zum Staatsdienste int Medicinak- fache und diejenige der Aspiranten zum Staatsdienste im Veterinärfache findet vom 10. Deeember l. Js. an vor der von Großh. Ministerium des Innern und der Justiz bestellten Prüfungs-Commifsion statt. Gesuche um Zulassung zu diesen Prüfungen sind mit den erforderlichen Belegen versehen alsbald bei Großh. Ministerium des Innern und der Justiz eiuzureichen. Berlin, 14. November. Die Zurückhaltung, welche sich die französische Preße anfänglich btt Reise deS Kronprinzen gegenüber auferlegt hatte, hat nun dem üblichen rohen Geschimpfe Platz gemacht, an daS die W«lt von PariS her sich gewohnt hat und für das man in vornehmeren politischen Kreisen außerhalb Frankreichs nur noch ein verächtliches Achselzucken bat Auch ein Artikel des „National", in dem die spanischen Republikaner geradezu ausgefordert werden, durch eine Empörung auf den Empfang -u antworten, den der König von Spanien und mit ihm das ganze gutgesinnte Spanien unserem K-onp-inzen bereitet — auch dieser unglaubliche Artikel wirb möglicherweise nur mit stillschweigender Verachtung behandelt werden; aber Entrüstung wirb es erregen, in sehen, daß bie in Spanien lebenden Franzosen von ihren Landsleuten zu Dcmon- stration'ir gegen den dmischen Kronprinzen anfgehcht werden. Auch unterliegt es in wohlunterrichteten Kreisen keinem Zweifel, baß französische Geldsendungen zu dem Zweck nach Barcelona bereits stattgesunben haben. Spanien wirb bie spanische Ehre zri vcrtheibigen wissen; ähnliche Auftritte, wie sie in Parts bet der Ankunft des Königs Alfons siatifinben konnten, sind glücklicherweise in einem anderen Lande als Frankreich heute nicht denkbar. Die französischen Wühlereien beunruhigen keineswegs, aber matt darf wohl versichert fein, daß diefelben hier nach Verdienst gewürdigt werben. Die kurze Verzögerung in der Abreise des Kronprinzen hat durchaus keinen politischen Charakter. M. ichci m allen ; sowie die b Fraskfi empfiehlt per Pfund elSB von «t' Söll 11 Heiserkeit, D Depot bei bat abzugede 7604 4 Tage Reifediäten ä 15 JÄ Reisegeld 5 Tage entgangener Verdienst als Lohnkuischer »34 I. GehKlsen-Geoübr 4 T-ge Diäten a 12 M Reisegeld.......... II. Gehülfen-GrdZbr....... 4 Tage Diäten ä 12 JL Reisegeld ......... 731) Ueber die Hobo der Kosten, vzilche die Einrilekung einer Anzeige in eine oder mehre Zeitungen verursacht, wird man sinh niemals enttäuscht wht'n. wenn man von der Annoncen - Expedition -von B3A.ASE!$S'E’jESJ® AWW *c Frankfurt a. M. (Karlsruhe, Stuttgart oder München) zuvor Auskunft einfordert, die auch hinsiehtn der für den jeweiligen Zweck geeigneten Blätter auf Grund reichar ErfihrKügsn «ad griindlioher Beobaehtnngen zaveriassigon Roth ertheilt Sagan, 12. Nevembrr. Sonntag Abend ist die große Tuchfabrik von Rene mann u. Co, die etwa 2110 Personen bnchästwr, vollständig tiitbe:entrannt. Die Gebäude, Maschinen 2C. waren mit 535,000 Ju versichert; e8 pari cipirsn der „Deutsche Phönix" mit 261,000 J-l-., die „Elberfelder Feuerversicherungs-Gesellschaft" m t 158 000 die „Gothaer" und „Lstprigrr" mit je 58,000 Jü. ’ ' London, 15 November. Heute Abend sand eine .irodfe Versammlung in d°" Memorial, Hall, von Stöcker abgesehen, statt. Von den Bcifammeltcn war kln Viertel Anhänger Stöcker's, ein Viertel Socialisten, der Rest Engländer, deutsche Jud-n und Christen. Hunderts konnten keinen Einlaß striden. Bei dem E sch-inen Stöcker'-! entstand ein Tumult mit Pfeisen und Zischen. Es wurde eine rothr Fahne entfaltet. Der Versuch des Vorsitzenden, Stöcker (3'hör zu verschaff-n, wurde durch jortgesttzttp Lärm und Singen der Marseillaise und des ß-,tb<§: „goth save the queen“, sowie von Opern-Llrien und Hocks auf den Lordmayor unterbrochen, worauf Stöcker die verließ. Der die Versammlung überwachende Posizeibeamte forderte die Ux- wesenden auf, die Halle ruhig zu verlasstn. Der Tumult dauerte noch eine Znt- lang fort. — Der in weiteren Kreisen bekannte Krouenwirtb von Grosisachsen besLätttgte sich dieser Tage auf seinem Felde mit Tabak. Er beachtete die kleine offene Wunde an seiner Hand nickt eher, bls er daran Schmerzen verspürte und dieselbe etwas an- schwoll. Sofort wurde der Arzt in Weinheim herdeigebolt. Dieser et kannte sogleich, datz schon eine Blutvergiftung stattgefunden batte und befahl, so schnell wie möglich nach Heidelberg zu reisen. Allein auch hier hörte die Kunst auf, denn nach wenigen Stunden schwoll der Arm und zuletzt der ganze Körper au. Unter furchtbaren Schrnerzerz gab er seinen Geist auf. 100, 60, 103, 15, 35, 48, 38, 30, 48, 38, Commission, im Prinzips für die Vorlage der Regierung, gab ausführliche Erläuterungen, woraus hervorgeht, daß sie den verlangten Credit unzureichend M(t. — Der lebenslängliche Senator Lasteyrie isi gestorben. — „Paris" erfährt, Courbet habe festgestellt, daß die „Schwarzen Flaggen" durch den Vicekönig von Kanton unterstützt werden und verlange er m Folge dessen die Verstärkung des französischen Geschwaders in den chinesischen Gewässern. Belgrad» 15. November. Ein Ukas des Königs verordnet, daß das auf Grund der Verfassung für 1882/83 genehmigte Budget auch für's nächste Zahr Geltung habe. — Das „Amtsblatt" veröffentlicht heute Steckbriefe gegen mehrere Znsurgenten-Führer. 8m in großer „ H 6435 Monts Nc icerbcn in bet Menen-Bäue Mil Pimp M-Hcitd in 30 Miimngsstüc Gießen, bei Gr «07 — fWas eine HinriÄtung koftrt.j Anläßlich der Hinrichtung des Mörders Knrowski m Metz wurde von ©etter: des Scharfrichters Schwarz aus Oehriugen folgende Rechnung in runden Zahlen liguidirt: Gebühr für den Meister . Kirchliche AmzeigeN der Stadt GieGm. Evangelische G e m e i n d e. SotLeLdren^: Sonntag den 18. November (26. nach Trinitatis). Vormittags 9'/r Uhr: Professor Dr. Gottschick. Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Schlosser. Beichte und Abendmahl. Kinderkirche: Nachmittags 2 Uhr, Pfarrer Schlosser. Am nächsten Montag muß die Bibelstunde in der Kleinkind er schule nochmals ausfallen; am SNontag über acht Tage hoffe ich sie. wieder halten zu tonnen- Pfarrer Dr. Naumann. Am nächsten Sonntag, als dem letzten Sonntag im Kirchenjahr, feiern mr unser Todtenfest. Der Vormittagsgottesdienst an diesem Tage wird hier In Der Stadtkirche, dagegen wird der Nachmittagsgottesdienst um 2 Uhr in der Frtedhofkapelte gehalten werden- . Die Pfarrgeschäfte in der Woche vom 18. bis 24. November besorg Pfarrer Dingeldey. Katholische Gemeinde. 27. Sonntag nach Pfingsten. Von 7 Uhr an: Beichte. 8 Uhr: Frühmesse und Austheilung der h. Commumon, i/a10 Uhr: Hochamt und Predigt. 2 Uhr: Sakramentalischc Andacht. Gottesdienst in der Synagoge. Freitag Abend 4 Uhr, Samstag Morgen 8?» Uhr, SamZtag Mittag 3 M Samstag Abend 5° Uhr. H Ü ß i Gieße», 16. Novhr. [16. Sitzung der Großh. Handelskammer am 3. November.) Anwesend ote Herren L- Georgi, Stellvertreter oetz Vorsitzenden, S. Heichelheim, A- Katz, F- C- B. Koch, R. Scheel und Es. Silbsreisen. Die Handelskammern Mamz und Worms ersachten um Uickersendung einer Abschrift des von der Handelskammer Gießen an Großh. Regierung erstatteten Gui- «chtens über den Actiengesetzentwurf. Die Kammer beschließt, dem Wunsche zu entsprechen. m ~ Der Prospwt deS projcctirten Ossizier-Consumvereins ist der Kammer m mehreren Exemplaren zugegangen. Sie Gründung dieses Vereins ist mehrfach als eine Benach- Iheiligung der Gewerbe- und Handeltreibenden betrachtrt und in Folge davon betämpst worden. " Ueber b*e Frage, welche Stellung die Kammer dazu «inmchmen solle, entspann sich eine längere Debatte und wurde schließlich brschlossen, an die Großh. Regierung eine Eingabe in folgendem Sinne zu richten: e§ müsse anerkannt werden, daß gegen di- Vereinigung einer Anzahl Personen zum gemeinsamen Bezüge von Waaren gesetzlich nichts eingcwandt werden könne, aber gleichzeitig s« darauf hinzuweisen, daß ein großer Unterschied bestehe zwischen Consumv-rcineit von PrivatpersoNiU und einem solchen der Offiziere der preußischen Armee, weiche durch groß- Bevorzugungen, namentlich die Communalsteuersreiheit, eine ganz exceptiomlle Stellung in bet. Gemeinde und im Staat erhalten hätten, abgesehen davon, daß viele Gemeinden für die Erlangung einer Garnison große Opfer gebracht Hütten, bioö im Hinblick auf die Vorthrile, welche ->ie Confumtion einer großen Anzahl Militärpersonen und das Ossiziercorps für alle G«- Werdetreibenden verspreche und aus diesen Gründen das Großh. Ministerium des Innern und der Justiz zu bitten, geeignet scheinende Schotte dagegen zu thun. SeitmS der Handelskammer Darmstadt wird angefragt, ob.bie Handelskammer Gießen sich einem von ersterer gegen die Gründung be6 sogen. Osfizier-Conjuinvereins deadsichtigien Proteste anschließen wolle. Angesichts des gefassten Beschlusses, eine Lefondere Eingabe an die Großh. Regierung zu richten, muß die Frage verneint werden- Laut Rescript de« Großö. Ministeriums d-.s Innern und der Justiz warnt die Polizri im Haag vor einer Anzahl dorr brfinblidjer Schwivdelsirmeu, namentlich: 1. Lambrecht & Co. (Inhaber W- I- Heysack), 2. H- Brrnard & Co- (Inhaber W-ll-m Llatsert van Seiber und Hendrick Bernaro Thysrn), 3. DöSd«rg & Co. (Inhaber rote unter Nr. 2), 4. H. Z. F. Schoemacker tm Haag, 5. Van der Burg & Co. im Haag. Im Dec-mber I. I. hat die Ergänzungswahl für die Handelskammer stattzu- firiden. Als dienstältestes Mitglied scheidet aus Herr F. C-B. Koch. Das LooS entscheidet unter den nächstdienstäitesten für die Herren A- Katz und A- Zinßer. An Stelle der genannten 3 Herren sind 3 neue Mitglieder zu wählen- Zum Wahlcommißär wird Herr R- Scheel bestimmt. Gieße«, 16. November Ein Zauberkünstler ersten Ranges wird sich nach drm Inserate in heutiger Nummer fm Laale deS Cafö Leid, freilich nur in zron llifor- steUungen, prodvcircn. Es ist dies der Prof. Böning aus Dresden, üoer dessen Leistungen wir kürzlich im „Bielefelder Tageöl." das Folgende lasen: „Schon drr „Salon Bönivg" mit seinen geschmackvollen Ausstattungen macht auf den Zuschauer einen angenehmen Eindruck, und was die Ausführung der einzelnen Nummern betrifft, so müssen wir gestehen, daß Böning zu den. Eisten in seinem Fache zählt. Die stauneriS- Wrrthm Künste, welche derselbe entwickelt, der anmuthig« und grac ösr Vortrag seitens deS Künstlers, reißen daS Publikum zu drm lebhaftesten BpvlauS hm. Die ergötzliche Bauchrednerei mit drei scheinbar in einem Hut sitzenden Personen wirkt tn unwiderstehlicher Weise auf die Lachmuskeln. Wir können Jedem den Besuch der Vorstellungen empfehlen und sind überzeugt, daß kein Besucher sich in seinen Erwartungen getäuscht sehen wird." Murrst . Vorm stllm im Uni verschiedene tine 2lnzatsi Halzmodell ft t6b und G! Ksenblech, ei ifessel unter Mn, eine Zchjebladen dann bekamt dinzungen Hierbei!. Gießen, t Großherzogli Ö15. (So viel unS bekannt, sind für die vor Kurzem in Gießen statigefundene Hinrichtung nur 315 M. Hqaibirt worden. D. Sieb.) — fWunbrrbare G-schicht: von drei künstlichen Zähnen.) Frau H. war zwar keine junge, aber doch Immer noch eine hübsche Wcktwo und das Lächeln ihres Mundes wäre reiz-nd gewesen, wenn — dao-st nicht drei häßliche Zahnlücken sich gezeigt hätten, die schließlich aus den dringenden Raid on trauter Freundinnen durch e n kunstvoll cosstnürtek Gebiß ausgesüllt wurden. Die Vereinigung der drei Zähne zu einem Gebiß war mit besonderen Schwierigkeiten für den Zahnki'utstler verbunden gewesen. Derselbe war einige Jahre später nicht wenig überrascht, »iS thm die Sarghändlerin Frau K. die kunstvollen drei Zähne zum Ankauf offemte. Herr W , der Zghnkünsiler, ging scheinbar auf den Handel ein, verständigte jedoch inzwischen btt C..minalpolizei, und dies; stellt« fest, daß Frau H. eines sausten Too-2 verblichen s-t und daß die kunstvollen drei Zähne mit ihr in den Sarg gelegt worden waren, von wo ans sie die Sarghändlerin, die mit dem Transport der Leiche nach der L-llchenhalle beauftragt worden war, weggknommen Haden muhte. In feierlicher Gerichtssitzung, bei weicher die mrhrerwühnteii drei Zähne als corpus delicti auf dem GeriÄisirsch paradirien, wurde die diebische Sarghänilerin wegen Leichenberaubung zu empsindstcher Freiheite- ftraft verurtheilt. Seit jener Zeit sind wieder mehrere Jahre verflossen. Während aber die Diebin im Grsängmß d>eF?revelihot büßte, lagerte daS dreizähnige G ß in d-W schauerltchen Asservaiorium der corpus delicti unter Mordinstrumenten, unter Dtetrickeit und E tu brech st an gen. Da plötzitch vor drei Wochen erfolgte eine R-Vision des Criim- nülass-rvatorinmk. Natürlich erregte da? harmlose Gebiß in der SchreckrnSkammer der Verbreckensinstrrrmenie das l-hhaste Interesse des rev'direnden Beamten. Neugierig, m-e jeder Revisor sein muß, läßt er sich die Akten kommen und findet, deß vesagi-S Gebiß eigentlich längst seinem rechtmäßigen Besitz-r hätte auLzehLndtgt werden sollen. Ab.« wer ist dieS? Aus den Acten g'bt hervor, daß die W itwe H. mit Hint-r- !,sfung zweier minorennen Kinder gestorben ist; man fordert beten Vormund auf, die drei Zähne in Empfang zu nehmen, dieser D*rtncigrrt die Aanithme, da die Kinder inzwischen majorenn geworben sind, er also nicht mehr Vormund derselben ist. Nunmehr ergeht eine Aufforderung — das AlleS hat ja feixen peinlich geregelten bureau- kratischen G-vg — an die beiden Kinder der Verstorbenm, sie sollen Nachweisen, daß sie dis alleinigen Erben ihrer Mutter geworden sind und gemeinsckasilich über dm richtigen Empfang der drei künststchm „Mutt-rzähne" qmttiren. Die Kinder haben diese Aufforderung unbeachtet gelassen, da sie an verschiedenen Orten und entfernt von Berlin wohnen und die Sacke für sie zu umständlich ist. So liegen die harm.ostv drei Zähne, die einst bas Lächeln der Frau H. verschönten, in betn schauerlichen Crimi- nalasservaiokinm des „JustizpalasteS" zu Moabit, wohleingewickelt in Canzleipopier und ordnungsmäßig mit einer Nummer versehen, aber herrenlos und wenig Spachtet, b«§ sie auf dem nickt mehr ungewöhnlichen Wege der Zluction zunächst in die Hande eines andern Zehnkünstlertz und von da — in den Mund einer andern Schonen übergehen. Brrrr! cllsmetisch Mrgcvur jtir angenehir MN Mund- u. Zahnschmerzen Alle (Caries) Weiße zit ver ans der Bayer prämiirtc Aroma, aus der Kgl. zu Nurn de bei Heinr. ! Ta «k> eo. Morgen am zn rerkaufett. Bestellung Berlin«, B 7605 25 e r tit t f d) t e « Romrod, 15. November. Bet den heute beendigten zehntägigen Hofjagden wurden geschossen: 108 Rehböck-, 182 Rehgeise», 143 Hasen, 48 Füchse, 10 Schmpfen und 1 wilde Katze, zusammen 482 Creaturen. r Offenbach, 13. November. Am 14. October entfernte sich der 16jährigeSopn eines hiesigen Bürgers ebne bekannten Grund aus dem elterlichen Hause und »st es trotz aller Mühen der trostlosen Eltern bis heute noch nicht gelungen, nur irgend eine Spur von ihrem Kinde zu entdecken. Die „Offenb. M -Zig." gibt nschfolgendes Signalement des jungcn Menschen. Statur: schmal, Gesicht: länglich, Haare: tuu- Die Ger .Deutsche 158,006, ’.g in b?w war e|n be Jubn- Stöck.x'8 entfaltet ltgesetzt«; oroie von die Halle die An- :iue Zni- ifdinfifflie e Wunde IwaS an- : svflklch. Mötzlich wenige« -chmerzrn Mörders )ehrtng« nridjiung vor zrvar Mundes zt hätten, kunstvoll. inen: Gr- pewesen. bnndlerln nfünft'.er, talpollzei, । bat; bte ,i§ sie die >eauf tragt ei welcher arabtrten, Fresheit?- rend aber tz in biin öieicicheu s Crimi- i6fammer n. Neu- udet, düsi it werden It Hinter- t> auf, die itnbrr inst. Nun- i bureau- cifcn. deß über dm der haben fernt von sarmlvftn en Crimi- zleipopirr 1 geachtet, )!e Hände Schönen e ln eine venn man ULL in rdert, dl© l reicher **wn»***l Äen. erschule u können- m. eiern wir r in der 'apclle ge- t besorgt mmumon. tag 3 Uhk ” gjyrm8 9. 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Im vorigen Jahr hatten wir 179 Kinder zu versorgen, und die reichliche Hilfe unserer Kindersrcunde setzte uns in den Stand, jedem dieser Kinder eine bedeutende Weihuachtsgabe zu beschaffen, deren Wohlthat sich zum Thcit das ganze Jahr hindurch bewährt hat. In diesem Jahr ist unsere Anstalt auf 213 Kinder — 34 mehr — angewachsen, für die wir den Tisch zu decken haben; und doppelt herzlich und dringend bitten wir daher die Freunde unserer Anstalt und Kinder, uns Gaben an Kleidungsstücken, Stoffen, Garn u. dgl., besonders aber auch an Geld, das uns die gleichmäßigste Vcscheerung für unsere Kleinen ermöglicht, zuwenden zu tvollen. Wer bald gibt, sagt man, gibt doppelt; wer aber wegen der grotzen Schaar unserer armen Kinder diesmal wirklich doppelt gibt, dem schulden wir mehr als doppelten Dank. Eine Liste zur Erhebung von Beiträgen wird nicht herum gegeben werden; vielmehr bitten wir, die uns zugedachten Gaben an eine der nachbenannten Vorstandsdamen gelangen zu lassen: Fräulein Bansa (Wallthor), Frau Bürgermeister 93ramm (LudwigSplatz), Frau Dr. Brüel (Neuen-Bäue), Frau Ehr. Keil Wittwe (Südanlagr), Frau Pfarrer Köster (Burggrabengasse), Fräulein Lang ermann (Neuen-Bäue), Frau Pfarrer Naumann (Südanlage), Frau Kanzler Wasserfchleben (Liebigsstraße), Fräulein Wort- mann (Asterweg). Gießen, den 15. November 1883. Der Vorstand der Kleinkinder-Bewahranstalt. Dr. Haumann, Pfarrer. Fl> per des Monnt ErroS Rornbola Alter Moscato . . . Süßer Moscato . . . Corintlzcn Auslese . Malvasier..... :. M. 1.80 (herb) „ 2.- (halbsüß) „ 2.20 (süß) „ 2.30) „ 2.40 s(ganz süß) „ 2.50 j Universal-Calarrh- und Husten-Bonbons Paquet ä 15 Pfg. von E. 0. Moser & O. in Stuttgart. Zu haben in Giessen bei Herren H. Kinkel, Chr. Kraemer, Hok- liererant, Eti. 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' Gerüchte ve ßonl Hall, in w Socialismue nur gegen ( Socialisten stimmte die' Farben entf uächstige Re wurden gezn - N trächtliche (E flw" zu ver f«n würden. BelL theilung der statirt und r Urheber des Soft' der russische! kein, daß bei dm Fürsten nerposten er sich jeder Ei 'eine Akte m "erantwortli« ftuf 3 Jahr« ^nd den buh Verantwortliche Redaction: A, Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. P Pt sch) in Gießen. t . Julius Schulze, Sonnenstrasse 20 empfiehlt sein reichhaltiges Lager in: Filz- und Veloursröckm, Kinderkleidchen und -Jäckchen, Kaputzen, Tüchern, Westen, Strümpfen, Gamaschen, Unterjacken u. Hosen, Handschuhen, Corsetten, Schürzen, Schleiern re. zu bekannt billigen Preisen. Eine Parthie zurusSgesetztsr WvllwsareN osferire zu Ein- ka ufspreisen.7606 in Giessen. 6610 Zu haben bei Herrn -2£1"*iser3 V; dio Verkaufs- Äsheu "5965 hach und Heinr. Wallach. 7598 Cafe JLeilb 7559 nermiethen. Marktstraße 8t- (pr. 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