ästen. Kuße (neu). Arbeiter- ju machen :en sein soll, .denselben Darlegung der in einer gefehlt und m in Anbeer Generalen Kranken- Dank ange- ^rankenkasse tattgefunden d ist es zu n, um für & Co. hierl । tzte 7561 id vermiethen in. Hofstraße. vermiethen ftraße 43. üig (8 Zim- ; oermiethct. Bl.________ Logis per Neustadt. mmern mir event. auch urterstr. 11. rn Kappen- rden nebst 5, 2. St. zu beziehen. i-Bäue 11. vcriniethen. en-Bäue 15. igelt. gesucht, der )t- rngaße7. Universität ■ theilweise eren Stadt- Mbc nimmt ped. ds.Bl.. bend: s e l- p e. ■urter f. 7557 t jeder Art >rgt- 3. Stock. i Personen, im Hause.. raße 55. ■ WM I i . M • I W ■ WM MW Nrrrrarrr Schulstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. ^oLitischs AeberffchL. GisGen, 15. November. Aus den verschiedensten Gegenden Deutschlands laufen noch fortwährend Berichte über die glänzenden Feierlichkeiten ein, welche allerorts an dm Luthertagen des 10. und 11. November veranstaltet worden sind und welche entschieden Zeugniß davon ablegen, wie lebendig das protestantische Bewußtsein trotz aller gegentheiligen Behauptungen noch ist. Was speciell die Reichshaupt- stadt anbelangt, so wandte sich hier das Hauptinteresse der Bevölkerung der am Samstag in der überaus prächtig geschmückten Nicolaikirche stattgefundenen steier zu, welche durch die Anwesenheit des Kaisers und der königlichen Prinzen, der Minister, der obersten Hofchargen und anderer hochgestellter Persönlichkeiten sich in besonderer Weise auszeichnete. Ebenso wohnte der Kaiser dem am Sonntag im Dome veranstalteten Festgottesdienste bei. Auch überall im Auslände, wo Protestanten zusainmenwohnen, ist das Luther-Jubiläum in entsprechender Weise begangen worden, so in Wien, Madrid, Petersburg, Moskau, Riga, besonders aber in den protestantischen Ländern des Nordens, in Dänemark, Schweden und Norwegen, ebenso in England. Bon einem in London stattgefundenen großen protestantischen Meeting ist dem Kaiser Wilhelm ein auf die Lutherfeier Bezug nehmendes Ergebenheits-Telegramm zugesendet worden. Auch jenseits des Oceans hat man das Luther-Jubiläum nicht unbeachtet vorüber gehen lasten, in New-Pork, Brooklyn und Philadelphia sanden in allen evangelischen Kirchen Festgottesdienste statt, in mehreren andern Städten wurden Festversammlungen abgehalten. I Die Reise Kronprinz Friedrich Wilhelms nach Madrid j Wich für diese und die nächsten Wochen im Vordergründe der Politik stehen, , denn allseitig wird diese Reise als ein hochpolitisches Ereigniß aufgesaßt. Bezüglich der'NeisediSpositionen steht nunmehr Folgendes fest: Samstag, den 17. November früh verläßt der Kronprinz Berlin und b'egiebt sich über Mün- | chm incognito nach Genua, wo die Ankunft in der Stacht vom 18. zum 19. ds. ! erfolgen dürfte. Hier erwarten die Kriegsschiffe „Prinz Adalbert", „Sophie" ! und „Loreley" den hohen Reisenden, welcher sich an Bord des erstgenannten j Schiffes am 19. November, Mittags, nach Barcelona einschiffen wird. In । diesem Augenblicke geben die im Hafen von Genua befindlichen italienischen : Kriegsschiffe den großen Salut von 101 Kanonenschüssen ab, ebenso feuern die Genua umkränzenden Forts bei der Abfahrt der deutschen Flotte Salven ab und die italienischen Admiräle, sowie eine Ehren-Eompagnie werden auf der Landungsbrücke paradiren. In den spanischen Gewästern empfangen zwei spanische Kriegsschiffe das deutsche Geschwader und in Barcelona erwarten den Kronprinzen zum osficiellen Empfang der Oberstkämmcrer und ein General- Adjutant des Königs Alfonso, sowie der Kriegsministcr und der Minister des Auswärtigem Der Aufenthalt des deutschen Kronvrinzen in der Hauptstadt Spaniens soll sich dem Vernehmen nach bis zum 28. November erstrecken, vor seiner Wiederabreise ist ein Ausflug nach Andalusien geplant. Die Nachricht von dem bevorstehenden hohen Besuche hat in den Kreisen der spanischen Bevölkerung, soweit sie nicht unter dem Banne des Radikalismus stehen, einen überaus günstigen Eindruck gemacht und man darf daher versichert sein, daß der deutsche Kaisersohn im Lande der Kastanien eine sympathische Aufnahme finden wird. Der russische Minister des Auswärtigen, Herr v. Giers, hat eine Reise nach der südlichen Schweiz zum Befuche seiner in Montreux ; weilenden Tochter «»getreten. Bei dieser Gelegenheit hat er auch in Berlin, resp. Friedrichsruhe, einen kurzen Aufenthalt genommen. Am Dienstag traf Herr v. Giers in Berlin ein, wo er dem Vernehmen nach vom Kaiser in Audienz empfangen und hierauf zur Tafel gezogen wurde; am folgenden Tage beabsichtigte Herr v. Giers dem Reichskanzler in Friedrichsruhe einen Besuch abzustatten. Der Aufenthalt des leitenden russischen Staatsmannes in Berlin und Friedrichsruhe dürfte wesentlich zur Beruhigung ängstlicher Gcmüther dienen, in deren Phantasie das Gcsvenst eines demnächstigcn deutsch-russischen I Krieges noch immer spukt. , In Dresden hat am Mittwoch Mittag im Thronsaale des kömglichen Schloffes die feierliche Eröffnung des Landtages stattgefundcn. Die Tongking-Affaire spitzt sich immer mehr zu einem französiich- chinesischen Kriege zu. Sehr pessimistisch lauten die Aeußerungen, welche der I Vertreter Chinas in London und Paris, Marquis Tseng, jüngst dem Corrcfpon- : deuten des „Standard" gegenüber gethan hat. Tseng erklärte, daß die Verhandlungen Chinas mit Frankreich abgebrochen seien und nicht eher wieder auf- genommen werden würden, bis Frankreich die chinesische Note vom 5. November beantwortet haben werde. Der Ausbruch des Krieges sei wahrscheinlich, sobald die Franzosen gegen Aacninh vorgingen; in diesem Falle scheine auch die Sicherheit der Fremden in China bedroht. Die Stadt Bacninh bildet alleroings das | nächste Ziel der militärischen Operationen der Franzosen in Tongking und cs l ist wohl möglich, daß die Einnahme derselben von der chinesischen 'Regierung als ein „casus belli“ aufgesaßt wird. Die Sicherheit ihrer in China wohnen- den Angehörigen würde dann ein Gegenstand ernster Aufmerksamkeit der euro- Mischen Regierungen sein müsse», da die letzte Aeußerung Tseng's auf große Gefahren hindeutet, welche den Ausländern in China drohe». Auch auf 'Madagaskar stehen den Franzosen kriegerische Verwickelungen bevor; in Antanarwa, der Hauptstadt Madagaskars, soll eine Revolution ausgebrochen und der Premierminister, sowie die von ihrer europäischen Reise znrückgekehrte ma^a- gassischen Abgeordneten ermordet worden sein. Die Franzosen beabsichtigen daher, die Feindseligkeiten gegen die Howas wieder zu eröffnen. In Italien steht dem Cabinet de Pretis ein neuer Sturm bevor. Nach der Behauptung mehrerer Journale habe» sich die früheren Minister Cairoli, CriSpi, Zanardelli, Nicotera und Baccarini dahin geeinigt, dem Cabinet gemeinsam Opposition zu machen; nur über den Punkt, wo dieselbe einsetzen will, verlautet noch nichts Näheres. Vielleicht will die Opposition die Angelegenheit des allgemeinen Stimmrechtes dazu benutzen, dem Ministerium Verlegenheiten zu bereiten; in den letzten Tagen haben nämlich in den größeren italienischen Städten Meetings wegen Ausdehnung der Wahlfähigkeit bei den administrativen Wahlen stattgefunden, doch sind die Versammlungen in vollkommener Mhe und Ordnung verlaufen. — Der Papst hat, wie die „Germania" berichtet, die Demission des Cardinals Hohenlohe für das Bisthum Albano nicht angenommen, „da ein stichhaltiger Grund für eine Durchbrechung der alten kirchlichen Traditionen nicht vorlag." Zugleich soll dem genannten Kirchenfürsten, welcher noch in Deutschland weilt, eine nochmalige Aufforderung des Papstes zur ungesäumten Rückkehr nach Nom zugegangsn fein und ist man gespannt, ob sich der Cardinal beeilen wird, dieser Aufforderung nachzukommen. Fürst Alexander von Bulgarien empfing am Sonntag den in Sofia eingetroffenen russischen Obersten Kaulbars in nahezu vierstündiger Audienz, lieber dar Resultat derselben ist noch nichts bekannt, doch werden in ihr jedenfalls dis jüngsten bekannten Verfügungen der bulgarifchen Regierung zur Sprache gekommen fein und steht wohl eine Verständigung zwischen Rußland und Bulgarien in der Militärsrage zu erwarten. Nach anderweitigen Mittheilungen soll Oberst Kaulbars zum bulgarischen Kriegsminister designirt sein. Darmsia-t, 14. Novbr. Se. König!. Hoheit der Großherzog baden Allergnädigst geruht: Am 2. Novbr. die Kreisbauausseher-Aspiranten Christoph Bischofs von Grünberg und Heinrich Fischer von Wallersdorf zu Kreisbauaufseheru bei den Kreisbauämtern Grünberg, bezw. Dieburg, zu ernennen. — Durch Allerhöchstes Dekret vom 4. November wurde der Großh. OberlandeSgerichtStsrath Wilhelm Maurer zum Mitglied des Verwaltungsgerichtshofes ernannt. Bertil». Dir Madrider Nesis unseres Kronprinzen wird von der Pariser Presse in einer Wecke bsiprocheih welche nur zu d-utlkch oerräih, baß man sich jensecks brr Voselen tn Bezug auf Spanien Nicht ganz frei von Schuld Mit. LUS ganz silbst- verKLndlich rv rd oor«uSg.-s»tzt, daß der Besuch des deutschen Thlvnerbcn am spanischen KSnigrhofc eine politische Dp'tz- Haden müsse und daß die Spitze gegen Frankreich gekehrt sei. Natürlich ist den Franzosen bet einer solchen Wahrnehmung nicht eben wohl zu Math- und ihre LdeLa»n'q< Stimmung kommt fast in jedem Worte zum Vorichein, welches auS Anlaß M b-rcgten Ereignisses von ihrer Presse gedruckt wird. Die Organe der extremen republikanischen R chtungen gießen volle Zornesfchalen über den „roi-uWan“ aus, lassen es auch an Seitenhieben auf Deutschland nicht fehlen. Blätter, welche den regierungSsreundlichm Parteien näher st-hrn, mutzen sich ab, ihre Leser durch den Nachweis zu deruhigen, daß es der deutschen Politik nicht gelingen werde, Spanien in den Maschen ihres Netzes einzufang-n. Jedermann oder erkennt, ad eingestandener oder uneinz-standen-rmaßcn, in der freundschaftlichen Annäherung der Höfe von Berlin und Madrid einen neuen Beweis von der gegenwärtigen isolilten StcÜung Frankreichs. „, „ „ , — Den russischen Zeitungen ist Weisung zugegangen, sich aller allarmwrnden Knsdgcbungen allgemcm-polcksschcc Tendenz zu entbalien. In den oberen Negionen weht dermalen eine ausgesprochen friedliche Luftströmung, die offenbar denselben Ursachen ihre Entstehung verdankt, wie die Reise d-8 Herrn o. Giers. Man scheint eben auch an der Newa die Usberzeugunz f-stzuhalten, daß die internationale Situation noch für längere Feit wie immer gearteten kriegerischen Aktionen tun Spielraum verlegt und daß die Jnter°ssm Rußlands am besten und ausgiebigsten durch ein Zn- saminrngehen mit den übrigen Frieden?möchten gewühlt werden. Unter diese«, Äe- fichlSpunkt egwt wenigstens jetzt der Oberst Kaulbars in Sofia und findet bet der Regte,uug des Fürsten stl^mev das bereits,lligste Entgegenkommen. Es zeigt sich sitzt, daß der legii-mr russisch-Einfluß in Bulgarien keine besseren Freunde hat, als die Bulgaren selbst und die Signatarmächte b 5 A-rlmcr Vertrug-?. Telegraphische Depeschen, We»W'S tLlegp. CorrejpsLdem-BitLean. Langen, 14. November. Gestern Nachmittag 4 Uhr wurden beim Ab- feuern der hiesigen Schüsse die Bohrlöcher auf der Ostfeite des Arlberg-Tunnels angefchossen und die Verbindung beider Stollen hergestellt. D'.e Richtung und Höhe derselben ist ausgezeichnet. Bremen, 14. Novbr. Die Rettungsstation Kuxhaven der deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger telegraphirt: Am 14. November von dem deutschen Schuner „Ludwig", Kapitän Schuldt, gestrandet ans Gr. Vogelsand, mit Holz und Eisen, von Geste nach Hamburg bestimmt, 6 Personen gerettet durch das Rettungsboot der Lootsengoliote. Schiss verloren. — Die Rettungsstation Prerow der deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger telegraphirt: Am 14. November von der deutschen Galeaffe „Gloria", Kapitän Graepel, gestrandet bei Darserort, 3 Personen gerettet durch das Rettungsboot „Graf Behr-Negendank" der Station Prerow. Sturm NNO. mit Hagelböen. Das Boot war 3'/r Stunden unterwegs. Wierr, 14. November. Das „Fremdenblatt" bedauert, daß ein Theil der russischen Preise dem allgemeinen Bestreben, die Gemüther zu beruhigen, noch immer keine Nechnunq trage. Da die friedlichen Intentionen der russischen osficiellen Kreise genau bekannt seien, brauche man allerdings auf diese Aeußerungen kein großes Gewicht zu legen. Daffelbe Blatt beleuchtet sodann die Taktik und die krassen Widersprüche, in welche die panslavistische Presse durch ihren ungestüinen Eifer geräth. Agraur, 14. November. In Folge der letzten verheerenden Regengüsse ist die Save auf beiden Ufern ausgetreten; Martinökaves bis Siszek ist jammt der Straße überfluthet, der linke Uferdamm ist in einer Breite von 10 Klaftern durchbrochen, die ganze Posawina steht unter Wasser. Genua, 14. November. Zwei der deutschen Schiffe, welche Seine K- K. Hoheit den Kronprinzen von hier nach Spanien geleiten werden, sind heute hier angekommen. Petersburg, 14. November. Das „Journal de St. Pöterrbourg" sagt über Giers' Reffe nach Friedrichsruhe, dieselbe finde statt in Folge der liebenswürdigen Einladung des illustren Chefs der deutschen Politik und werde unzweifelhaft dazu beitragen, die ausgezeichneten Beziehungen beider Reiche zu -consolidiren. Triest, 14. November. Bei Lloyds ist die Nachricht eingetrosfen, daß das österreichische Segelschiff „Nahor" in der Nähe von Liverpool von der» englischen Dampfer „Duke of Argyll" in den Grund gebohrt wurde. Die Mannschaft wurde gerettet. 8 o lk K l r s. xx Gietzen, 15. November. Luther in Worms. Oratorium in zwei Theilen, D'-chttmg von W- Roßmann, Musik von Ludwig MetnarduS. Die Wahl duses Kirchen-Conc-rts, als Schluß unser-r ruihci feier, ist insofern «ine glückliche gewesen, als das Oratorium einen der bedeutsamsten Momente aus der Shformatton zum Inhalte Hal und in Dxt und Musik auf achtbarer Stufe steht. Allerdings würd^es ohne tue Sacularfeier nimmer die Verbreitung gefunden Haden, die ihm jetzt zu Thcil wird, schon deswegen nicht, weit die Schwierigkeit seiner Aufführung reicht tm rechten Verhältniß zu fem, der Mangel wirklicher melodischer E findung, zum Vorschein kommt. Er ist zwar Herr aller Mittel, aber es fehlt ihm das instinctivr, zuverlässige Gefühl, wo sie an rechter Stelle anzuwenden sind, und dieses Gefühl ist in tiefstem Grunde das, was den schaffenden Künstler macht. So weit der Kunstverstand die Dircctive gehen kann, so weit ist Meinmdus auf der rechten Bahn; das ist vornehmlich bet den polyphonen Chören mit einem cantus üirmus, besonders bet dem gipfelnden Schlußchor der Fall, uvo aber dem Kunstvtt- fiar.be die Handhabe fehlt, wo die poetische Empfindung Melodien erzeugen mutz, da wächst ihm keine naiüiliche formschöne Pflanze, er bringt nur künstliche Tondtumin zu Stande, denen d-r zum Herzen diingev.de Dust fehlt- So geartet sind fast alle Soli mit Ausnahme der Arte der Katharina: „Meine Seele verlanget zu hören«, die sich zu einem gelungenen SttmnmngSbild« entfaltet. Nicht ohne isharal'eristck sind du R. estative des Luther und des Glapio, doch auch sie enthalten vules Gekünstelte, manche gezwungene Modulation, manche trockene S>elle. Ziemlich farblos sind die Nlipattie (Moriha) und die Tenorpartien (Ionas und Karl V.); auch die Batzsoli des Huitnr, Frundsberg, Frndrich erheben sich nicht zu Höherer Bedeutung. Wo der Sänger nicht mehr als seine Schuldigkeit lhun kann, werden diele Soli ohne großen Eindruck vorüberg-hen. Schwach sind auch die homophonen Chöre „Hilf, o Gott, Du Deinem Knechte", und „Heil D-r, Doctor MattmuS, H>eil!" Hierbei kann auch die beste Ausführung n d)i§ helfen. DaS Werthoollste an „Lurher in Worms" sind also nächst seinem Inhalte die polyphonen Chöre, b:e aber un die Sänger die höchsten Ansprüche stellen. Die von Herrn Musikdirektor Felch ner geleitete Sängerschaar hat sich in vielen anstrengenden Proben redlich bemüht und zeigte sich detzhalb auch bei den schwierigen Chören ihrer Aufgabe gewachsen. Das Orchester war, von einem kleinen Fehler im Gebete Luther'S adgrfthen, der die Mehrzahl wenig oder gar n'cht gestört hoben wird, vorzüglich und folgte, bei dem häufigen Tempowechsel leicht genug. ' Das Jn< strumental.Jntermezzo, welches den Seelenkampf Luther's schildern soll, spielte eS ausgezetchnct. Emige Zuthaten desselben hätten wir entbehren können. Von den Solisten stand Herr R. Dannenberg aus Hamburg mit seiner vollendeten Leistung obenan- Unter Beibehaltung der wundervollen Grundstimmung ftattcte er seine Partie mit den stets fesselnden, das Gemülh der Höcer unmittelbar ergreifenden Nuancen aus, wie ste nur echtes, künstlerisches Empstnden bervorbringrn ckann. Von packendster Wirkung war der mark-ge Anfang des Echlußliedes: „Ein' feste Burg"; hier sprach sich die stelze Zuversicht des Glaubenshelden in kräftigster Weise aus. Ker Sänger litt an einer starken Heiserkeit, die sich erst im zweiten Theile verlor. Gleich vorzüglich löste ihr- etwas kleine Ausgabe Frau Müller-Nonne- Burger aus Berlin. Sie sang die Partie der Katharina ohne jeden Fehl, ihr Heller Sopran, dem wir nur etwas mehr Schmelz gewünscht hätten, brachte jeden Ton ibiä Zum zweigestrichenen h) ohne jede Schwankung, bestimmt und goldrein hervor. Frl. Schmtdtletn aus Berlin, kein ausgesprochener Alt, aber ein angenehmer Mezzo-Sopran, zeigte namentlich bei der conttapunktischen Begleitung des Lulher'schen Chorals ihre gute stimmliche Bildung. Unzulänglich war in Bezug auf Kraft der Baß (Glapio, Huttcn, Frundsberg, Friedrich), doch ist die Stimme voll Wohllaut. Der Tenorist Herr Litzinger stattete seine Partien (Ionas und Karl V.) in Fülle des Tones und Entschiedenheit des Vortrags imposant aus. DaS Oratorium bietet manches Oede, überwiegend war aber das Gelungene; mnd die zahlreichen Zuhörer werden von diesem mnsikalisch.relig ösen Erlebnitz doch «Inen tiefen Eindruck bewahren. Vermischtes, Groß-Linden. Wie allenthalben, hat auch unsere Gemeinde nicht unterlassen, in rechtem Christengesübl und nach Christenpflicht den so hohen Luthertag zu feiern. Sowohl im Morgen- als auch im Nachrntttaggottisdienst haben die hiesigen Gesang- pereine nicht wenig zur Hebung der Feier das -hrige beigetragen. Bei bet Pflanzung der Lulherlinde am SamStag, dem eigentlichen Geburtstage unseres großen Reformators, «ahm fast die ganze Gemeinde Antheil. Klein-Linden. Der hohe G-burtstag unseres großen Reformators wurde hier in dem Nachm'ttagsgottesdienste gefeiert, in welchem ein außergewöhnlich zahlreicher gemischter Chor eine Motette und einen ihytmischen Choral ertönen ließ und dadurch die Feier nicht wenig erhöhte. Nach dem Gottesdienste wurde in unmittelbarer Umgebung der Kirche eine Lutherlinde gepflanzt. Lützel-Linden. Auch in unserer Gemeinde fehlte es nicht an derTheilnahme am hohen Luthrrfeste. Einer der hiesigen Männerchöre, verstärkt an diesem Tage durch andere Eängerfreundt, unterließ nicht, das hohe Fest durch kräftige Mitwirkung zu verschönern. Am Sonntag Nachmittag sand die Einweihung deS Lutherbaumrs statt, wobei eine vor einigen Tagen in Leipzig erschienene Luther-Cantate, componirt von Karcher, zu nicht geringem Beifall der Anwesenden vorgetragen wurde. Sichtlich ergriffen, sowohl von der innigen und erhabenen Weiherede deS Geistlichen als auch von den GesangeSoorträgcn, »erließen alle die heilige Stätte. Frankfurt a. M., 13. November. (Der fatale Klappsitzfl In der VolkS- »orstellung tm Opernbause am Freitag kam eS auf der Gallerte zu einer Seene, die, wenn nicht besonnene Leute beschwichtigend dazwischen getreten wären, leicht zu einem lauten Skandal hätte führen können. Ein Bauer, der das Opernhaus lnm „ Mal besuchte, hatte sich nämlich, um e n wenig Umschau zu halten, in der ;emem Platze erhob-,,. Als er sich wieder niebvtfeg-,, wollte, fiel er tiVib,na >.Uon auf. den Boden. Wuthschnaubend erhob sich der Landmann und U „Hier loste ao«8 vor fcd Stvhlewegrückc!" gab er einen, hinter ihm fiisjnL n,,tn: Ämschen zu dessen höchstem Eistaunen eine derbe Ohrfeige. S),r »iau-r "?en pemufet, daß der Sitz beim Aufstehen durch eine mechanische ®o,Tid)tung*oan d,! He Höbe geht und t-ettn Setzen wieder niederotklavpt werden mutz. “ tl0' 111 Frankfurt a. M-, 13. Roo-mber. fGciLerliche Spiclereifl ®,Fiern so x mittag unterlsielten sich zwei Hjährige Burschen, bette Ausläufer hiesiger G-fchüb/^ « '? »ekö^» ! drennien; kaum hatte er diese gcsäbtliche Prc.be angesteilt, so ervlobirtT ein' m°t a8Ut Mlüllt-S Kästchen, das auf dem Tische gestanden, und die 5«urmci jmac6« ,^n - et„ u-vorhetAcsih.nes Ende. Eine Wand der Mansarde, die allerdings sehr sckm^? war flog auf den Vorplatz, die Burschen selbst «uf die Dielen, allerdings wobi n? vor Schrecken, den sie trugen glückl'cher We.se nur leichte Verletzungen davon ober vorerst Quartier auf der Constabler Wache, wo ihnen Gelegenheit geboten st ü » ihren Leichtsinn nochzudenkkn. 11 ** , — lausend Mark für ein v-rschwundenes Kindfl In Bambera i9 HdtteS im Alter von 4 Jahren mit Namen Jungengel abhanden g-komm « Die Ellern zahlen dem Zurückbringer des Krudes 1000 X aus. b mtn- Braunschweig, 12. November. Vor einigen Tagen starb hier in dem Lobe» Atter von 90 Jahr-n eine Stieserck-lin Lessinas, die Frau Amalie Lcibbeckc w, Mutier war die in den Briefen Liftings oft erwähnte Lotte König, Tochter erster vor, Eva König, der Gattin des Dichters. Dre Verstorbene, mit Glücksgütern gesegnet (ihr Gemahl war der vor längerer Zctt verstorbene Bankier Löbbeckch m von ihrem Relchthum d-n edelsten Gebrauch. S'e war eine Wodlihälerin der und Bei morsten ri, grvtzaitioer Weise, dabet spend-ie sie ihre Gaben mit Vorliece „ Stillen und suchte nanientl'ch die Noih der verschämten Armen, nie ost sin bitter» n ,1t. zu l'ndern. Zur Erhaltung eines von ihr mubegründeten Stifts tur' Sriieh armer Waisenkinder bat sie resiamentarisch die Summe von 300,000 x bestimmt' — S,e Tagespresse Hai, nach einem Urtbttl des Reichsgerichts, 2. Straffenats Vom 21. September d. I., kein weitergehendes Recht als jede Privaiperson, verme^tt liche ostenttiche Uebelstände, beispielsweise ein oermeiniliches unberechtigjeS Bo-aeb-n der Vvitsti, zu besprechen und zu rügen. Ein darauf bezügliches Individualrecht d- Preste ex flirrt nicht. — (Furchtbare Tnch'nosisfl Aus DeeSdorf bei Halberstadt, 11. November wird Sflchrwden; Schon seit sieben Woch'N wüthit die Trichinose in unserem clleä 400 Emwohner zählenden Orte in schrecklicher Weise. Fünfzig Personen, zum Tb-ik ganze Familien, sind durch die Leichisinn-zkett oder Fahilässigketi eines Menschen au ein Krankenlager geworfen, wie eS trauriger nicht gedacht werden kann. Mst bu. geschwollenem Körper liegen dre Kranken auf ihrem Lager; nicht im Stande selbst, fiflnbig Hand oder Fuß zu rea.en, müssen sie darauf warten, brs hüifreiche Hände sich chrer annehmen, um ihrem Körper eine andere Lage zu geben oder ihnen den Anas^ schwach vom Gesichte zu wischen. Bis heute erlagen 9 Personen der wüthenden Krank- bett, leider rst aber noch kerne Hoffnung vorhanden, daß nunmehr der Opfer genua finb. Unglücklicher Weise sind meist Arbeiterfamilien betroffen, die darauf gerechnet hatten, im Herbst noch rüchiig zu verdienen, und nun schon wochenlang so elend da- liegen müssen. Bis jetzt bat die hiesige Gemeinde die Unglücklichen in jeder Art und Weise unterstützt. Auf Kosten der Gemeindekasse sind auf Anordnung deS A-zies seit 6 Wochen täglich kräftige Suppen, Wildbraien und stärkende Weine geliefert. Nachbarn mrd Freunde haben geholfen, wo sie nur konnten, und eö ist nur gelungen die Noih zsitwetlig zu lindern, sie ober nicht zu verscheuchen. Der Winter stehl vor der Thür und im Hrnbi'ck daraus wäre es wünschenswerih, auch weitere Kreise zu bitten durch milde Britt äge die Noth her Unglück! chen zu lindern. Der Ottsschulze C. Stemmer hat sich bereit erklärt, auch dte geringste Gabe dankbar anzunehmen. . Greifswald, 8. November. DaS „GreifSw. Tagebl." schreibt: Eaeht, wird man sieh niemals enttämeht sehen, wenn man von der Annoncen - Expedition .von HAASESüSTJEliSr «fe ” Frankfurt a. M. (Karlsruhe, Stuttgart oder München) zuvor Auskunft einfordert, • auch hiruichta der für den jeweiligen Zweck geeigneten Blätter auf Grund rewhe Erfahrungen und gründlicher Beobachtungen zevorlässigen Rath ertheilt AUKstholischer Gottesdienst Sonntag -en 18, November, Vormittags 11 Uhr, in der Stadtkirchk« § zum ernt» "Pauk Ion Clings dwm d-n holten: «nben jungen r hatte ntd)t van selbst in Astern N-ch- Geschüsie, ttt S Kamst, dH ^viahtsnachl a.'köeuer nut a nut Puldn acherei nai;m !r schsächiH gs wohl nur 'on, er^ieiten otc» ist, über bera ist ein n ßctommen. "dem hohen -b-cke. Ihre er erster Ehe sgütern reich lt-ct In meinem Haufe find die untere« «Seschäftsräume, sowie ein Kamilicnlogis von 3—4 Zimmern znvermiethen und sofort zu beziehen. _____________Georg Sj-b 1 Sr._ GrwLSeLMNg. Betreffend die Berichtigung des Vorstandes der Krankenkasse der Firma Hehligrustädt & Co. müssen wir UNS ganz entschieden dagegen verwahren, daß wir solche entstellte (?) Mittel benutzten, um für unsere Kassen Propaganda-zn machen, rändern es nur eine Unüberlegtheit Seitens eines Mitgliedes war. Hätte dasselbe vor- cher diesbezügliche Aeußerungen fallen lassen, würden wir solche Rede nicht unterstützt haben, schon aus dem Grunde, weil der betr- Arbeiter noch in des Herrn Brod steht. Jedoch in der Eile wird Manches gemacht. (Siehe Berichtigung Anzeiger Nr- 266). 7585 Das am Sonntag fungirende Bureau: H. SHultzc. Muhl. Fauci. Vor» heute ab GdnseS&egetn ZTv« ESarsnaww. „Brauerei Pöschel"._____________7551 Basier Lebens - Versicherungs - Gesellschaft RM WMKBZ» Gegründet 1864. — Garantiofonds 1882: Mk. 18,000,000. TJebernahme von. liebens-, Aussteuer - und Renten-Versicherungen. 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