Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlstz«. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Erscheint täglich mit Ausnahme deS Msmiags. gvreaur Schulstraße 7. Gießen, am 14. August 1883. Betreffend: Maßregeln gegen Landstreicher und Bettler. 1) Es ist Ihren Gemeinde - Angehörigen dringend zu empfehlen, keinem Bettler etwas zu geben, sondern denselben an die Bürgermeisterei zu verweisen. Wer Almosen geben will, möge solches der Bürgermeisterei zur Verfügung stellen. 2) Die Bürgermeistereien wollen als Unterstützung kein baares Geld, fondern nur Anweisungen (Marken) auf Gewährung der unmittelbaren Lebensbedürfnisse eventuell auch Nachtquartier oder Kleidung, verabreichen, wogegen der Unterstützte, wenn möglich eine von Ihnen zu bestimmende Arbeit verrichten soll. Zum Zwecke der Arbeitgewährung wollen Sie irgend eine Gemeinde- Arbeit stets bereit halten, z. B. Zerkleinern oder Sägen von Holz, Brechen und Klopfen von Steinen rc. Wenn es sich trifft, kann auch das Reinigen der öffentlichen Plätze und Straßen, Aufräumen von Bächen und Gräben, die Becheiligung beim Baue von Straßen und Gebäuden rc. angesonnen werden. Es ist jedoch in allen Fällen Vorkehrung zu treffen, daß über den wirklichen Bollzug der angewiesenen Arbeit eine Aufsicht, etwa durch einen Gemeindebediensteten, stattfindet und hierüber Befcheinigung ertheilt wird. Wer sich, wenn er aus öffentlichen Mitteln eine Unterstützung empfängt, m Arbeitsscheu weigert, die ihm von der Behörde (Armenverband) angewiesene, seinen Kräften angemessene Arbeit zu verrichten, ist nach § 361, Nr. 7 des Strafgesetzbuchs strafbar. Ferner wollen Sie in Ihren Gemeinden dazu auffordern, daß Jeder, welcher Arbeiter sucht, dies bei Ihnen anmeldet, damit Sie in der Lage sind, denjenigen, welche sich nach Arbeit wirklich umthun, solche vermitteln zu können. Weht irgendwo eine große Nachfrage nach Arbeitern, so ist dies uns anzu- zeigen, damit wir es allgemein bekannt machen können. In den östlichen Grenzdistricten Preußens herrscht seit einiger 3eit in Folge höheren Ortes ergangener Weisung eine strenge Controls der lmssisch-polnischen Ueberläufer. Es bedingt diese Maßnahme u. a. auch die Revision des Personenstandes solcher in den diesseitigen Grenzdistrikten lebenden P'-ersonen, welche im Auslande, d. t. in einem nicht zum deutschen Reiche ge- Wrigen Gebiete geboren, für sich nach erfolgter Naturalisation auf Grund einer vlvn der höheren Verwaltungsbehörde ausgesertigten Naturalisations-Urkunde die deutsche Staatsangehörigkeit in Anspruch nehmen und als deutsche Staats- 3) Wegen Gewährung von Kost.und Nachtquartier gegen die ausgegebenen Anweisungen oder Marken, ist von Ihnen ein Vertrag mit einer geeigneten Persönlichkeit, am besten einem Wirthe, abzuschließen, in diesem Vertrage aber gegen den Uebernehmer eine namhafte in die Gemeindekaffe fließende Geldstrafe für jeden Fall vorzubestimmen, in welchem derselbe eine Anweisung (Marke) in Geld auslösen oder statt Kost und Nachtquartier geistige Getränke geben würde. 4) Kranken ist selbstverständlich die nöthige Hülfe angedeihen zu lassen. 5) Sie wollen mit der größten Strenge jeden, der bettelt, oder jeden Vagabunden, der durch Zudringlichkeit, Drohungen oder sonstigen groben Unfug dem Publikum lästig wird, verhaften und unter Erhebung einer Polizeianzeige dem Gericht zur Bestrafung vorführen lassen. Polizeidiener, welche in Ergreifung der Bettler rc. besonders eifrig stnd, können bei Vertheilung der regelmäßigen Remunerationen auf besondere Belohnung rechnen. 6) Es empsiehlt sich, an den Landstraßen beim Aus- und Eingänge der Ortschaften Warnungstafeln anzuschlagen, worauf bemerkt ist, daß das Betteln und Umfragen von Haus zu Haus verboten ist, daß sich vielmehr Jeder, der Arbeit suche oder unterstützungsbedürftig sei, an die Bürgermeisterer zu wenden habe. 7) Es hat keinen Anstand, wenn sich mehrere Gemeinden wegen gemein- '^tlichen Anstalten zum vorliegenden Zwecke vereinigen. Die betreffenden Großherzoglichen Bürgermeistereien wollen eine Verständigung unter sich versuchen und nöthigenfalls unsere Vermittlung anrufen. angehörige gelten und behandelt sein wollen. Vielerorts sind dieselben daher von Neuem aufgesordert worden, die betreffenden Naturalisations-Urkunden bis zum Ansang October d. I. im Landrathsamte persönlich zur Prüfung einzureichen, oder aber daselbst, und zwar persönlich, die zur Legitimation erforderlichen Angaben unter Vorlegung sonstiger Legitimationspapiere zu Protokoll zu geben. Ueber die Arbeiter-Unruhen in Wien liegen jetzt nähere Berichte Wiener Blätter vor, die indessen über den wahren Charakter und den Zweck der Unruhen noch keine speciellen Aufschlüsse geben. Doch scheint es, daß man es hier mit einer Demonstration gegen die Polizeibehörde zu thun hat, da die in letzter Zeit häufiger erfolgten Auflösungen von Arbeiter-Versammlungen in den Wiener Arbeiterkreisen großes Mißvergnügen hervorgerufen hatten. Die Verhafteten sind meistens Czechen und gehören überwiegend den Fabrikarbeitern an, während der kleinere Theil aus Handwerksgehülfen besteht. Daß der Cravall von seinen noch nicht ermrten Leitern sorgfältig vorbereitet war, geht daraus hervor, daß die excessirende Menge aus den verschiedensten Bezirken und selbst aus entlegenen Orten auf die gegebene Ordre zusammenströmte. Mit den antisemitischen Excessen in Pesth scheinen die Wiener Unruhen in keinem directen Zusammenhang zu stehen, wie man zuerst vermuthet. Den französischen Revanchep olitikern vom Schlage der Derou- löde und Genossen scheint es ein förmlicher Kitzel zu sein, sich an Deutschland fortwährend zu reiben. Jetzt wird wiedermn das vom Statthalter der Reichs- lande erlassene Verbot bezüglich der Herausgabe der Zeitung, welche der protest- lerische Reichstags-Abgeordnete für Metz, Herr Antoine, in's Leben treten laßen wollte , von Seiten der Pariser Hetzblätter einer hämischen Kritik unterworfen. Auch soll in allernächster Zeit in Paris ein neues, speciell gegen Deutschland gerichtetes Journal, „L'Alsace-Lorraine", erscheinen, dessen Titel schon zur Genüge auf die Tendenzen hinweist, von denen das neue Unternehmen geleitet werden wird. „L'Alsace-Lorraine" soll gleich dem „Anti-Prussien" gegen Deutschland loswettern und besonders pochen die Arrangeure darauf, daß bie Zeitung bei den „Mitbürgern jenseits der Vogesen" Interesse erwecken werde. Herr Antoine steht der „L'Alsace-Lorraine" nicht fern, da es heißt, daß er für das Blatt schreiben und ihm fortlaufende Correspondenzen senden werde. Es scheint demnach, daß die chauvinistische Agitation in den Reichslanden, nachdem ihr hier ein Riegel vorgeschoben worden ist, sich ganz in Paris concentrirt, um von hier aus das Feld zu bearbeiten. Bei der zunehmenden Zufriedenheit der reichsländischen Bevölkerung mit den neuen Verhältnissen dürste indessen Schließlich machen wir Sie noch darauf aufmerksam, daß nach den vorliegenden Erfahrungen nur die Allerwenigsten der s. g. armen Neyenden wirklich Arbeit suchen, sondern daß es denselben nur darauf ankommt, auf eine bequemere Weise, als durch Arbeit, Geld zu erwerben und solches vagabunmrend iu vertrinken. Die vorstehend angegebenen Maßregeln, insbesondere das Bereithalten von Arbeit, find aber deßhalb nöthig, um das zur Landplage gewordene ktromerthum zu verscheuchen, da den Behörden andere Mittel zu diesem Zwecke nicht zur Verfügung stehen. Die von Ihnen in Anspruch genommene Mühe wird nicht lange nöthig sein, da sich die Vagabunden bei energischer Durchführung der empfohlenen Maßregel sehr bald verziehen werden. Dr. Boekmann. ________________________ Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Politische Ueberstcht. Gießen, 15. August. Der Erlaß, welchen der deutsche Kronprinz an den Fürsten Aismarck betreffs Ischias gerichtet hat und in welchem Kronprinz Friedrich Wilhelm nebst seiner erlauchten Gemahlin in hochherzigster Weise die Initiative X einer Sammlung für die Verunglückten von Ischia ergreift, wird sicher seinen Miendsachen Widerhall in den Herzen des deutschen Volkes finden. Die Größe nationalen Unglücks, welches Italien durch die Katastrophe von Ischia be- I troffen hat, fordert die thatkräftige Hülfe des übrigen Europas heraus und ' Deutschland wird gewiß nicht zurückbleiben, wenn es gilt, für die überlebenden, »t bie höchste Bedrängniß versetzten Bewohner jenes unglücklichen Eilandes that- [ kräftige Hülfe zu bringen. Die Wohlthätigkeit des deutschen Volkes hat sich I auch bei fremdem Unglück — wir brauchen nur auf Szegedin hinzuweisen — chon so oft und in so glänzender Weise bewährt, daß der Appell, den das II kronprinzliche Paar an das deutsche Volk richtet, auch diesmal seine Wirkung I nicht verfehlen wird. Ein bestimmter Plan bezüglich der Organisation des | Äebeswerkes ist noch nicht bekannt, doch ist nicht zu bezweifeln, daß dieselbe behördlicherseits in energischer und umfassendster Weise baldigst in die Hand frommen werden wird. Unabhängig von dein erwähnten Erlaß ist in dieser Angelegenheit bereits der Magistrat der Reichshauptstadt vorgegangen, welcher X Gunsten Jschia's einen Aufruf erlassen hat. Auch die deutsche Regierung hat sich, gleich der französischen, nunmehr entschlossen, eine wissenschaftliche Expedition nach Egypten zu entsenden, um m Ort und Stelle die Cholera und die Ursachen ihrer Verbreitung zu studiren. Dae Expedition soll noch in dieser Woche abgehen, über ihre Zusammensetzung kl man noch nichts Näheres erfahren können und ist nur bekannt, daß Geh. Regierungsrath Koch, Mitglied des Reichs - Gesundheitsamts, dieselbe (eilen wird. Da wir wahrgenommen haben, daß die auf der letzten Versammlung der Bürgermeister zur Vertreibung der Bettler und Landstreicher gefaßten Beschlüsse vielfach nicht befolgt worden sind, schärfen wir Ihnen solche hiermit nochmals zur Nachachtung ein: ylB»' m jiam - MmG. «WiÄta BjCSnfiß ctott mtinti Wirte )ktckl jll KT-'- M. Dr. Blnfoi dfl P'sj H d «in f G. 4 GÄ sO Zimmer out ermichm. GlcknsW', rtesZimE. Loth, te; icnlogis islpeüä'. Wwt., hL 'ger-NchArk er mit (ita M , zu vemich. mnacklM 'ü inb zchmMiiM len, etlfe;}. iön möbfirtd tp* miethem i. larckstraxeW nanber immern, MiWWk rroeit zu , Sanstcin, , ck- unbWS- Ax. 188. Donnerstag den 16. August 1888. Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. L'Alsace-Lorraine" trotz des verlockenden Titels gerade auf keine allzugroßen Sympathien bei den Bewohnern der Reichslande zu rechnen haben. Die unheimlichen Mächte, deren Wirkungen Ischia zum Opfer fiel, bedrohen das unglückliche Eiland noch immer. Am Sonntag wurde in Casa- micciola, oder vielmehr aus dem Trümmerfeld, auf welchem Casamicciola stand, ein neuer Erdstoß verspürt und am Westabhange des Epomeo haben sich große Risse gebildet Der Gipfel des Epomeo ist bekanntlich kurz nach der Katastrophe vom 28 Juli eingestürzt und die Befürchtung ist nicht unbegründet, daß noch weitere Massen des Berges abrutschen und die bei den Rettungsarbeiten beschäs- tigten Personen bedrohen werden. Der Arbeitsminister Genala begab sich am Sonntag nach dem Westabhange des Epomeo, um die entstandenen Riffe zu besichtigen. Die Rettungsarbeiten selbst sind nunmehr soweit gesördert worden, daß noch im Lause dieser Woche ein Theil der hierbei beschäftigten Soldaten Ischia verlassen. , Der Militäraufstand in Spanien ist, soweit sich dies aus den vorliegenden Mittheilungen übersehen läßt, wieder unterdrückt, aber die Lage ist noch immer ziemlich kritisch. Das spanische Königspaar ist von seiner Sommer- Villegiatur schleunigst nach Madrid zurückgekehrt und, wie die officiellen Depeschen melden, von der Bevölkerung jubelnd empsangeen worden, doch ändert dieser jubelnde Empsang an der ernsten Lage, in welcher sich König Alfonso und seine gegenwärtigen Berather befinden, nichts. Ein partieller oder auch gänzlscher Wechsel des Cabinets steht in Aussicht, wenigstens gilt es als sicher, daß der Kriegsminister Martinez Campos demissioniren wird. Martinez Campos, der Besieger der Carlisten, behagt den Soldaten nicht als Commandeur, welche von fester Manneszucht nichts wissen wollen, sie glauben ihren Neigungen bester sröhnen zu können unter der Republik oder überhaupt unter der Herrschaft von Verwirrung und Gesetzlosigkeit, selbst ein kleiner Carlistenkrieg wäre mehr nach ihrem Geschmack, als das langweilige Einerlei des Garnisonlebens, wo Geivalt- thätigkeiten bestraft werden und Raub und Plünderung verpönte Dinge sind. Das belgische Ministerium Fröre-Orban hat abermals einen parlamentarischen Sieg davan getragen. Am Sonnabend nahm die Repräsentantenkammer die Wahlresorm-Vorlage mit 72 gegen 57 Stimmen an, was eine weitere Stärkung des Cabinets gegenüber den Angriffen der Ultramontanen bedeutet. In Cettinje, der montenegrinischen Hauptstadt, hat am vergangenen Sonntag die Trauung des Prinzen Peter Karageorgevic mit der Prinzessin Zorka, Tochter des Fürsten Nikita, stattgesunden. Der Metropolit vollzog die Trauung unter Assistenz zahlreicher Geistlicher. Der Vertreter des Kaisers von Rußland, Gras Orloff-Demissiff, das diplomatische Corps, viele Würdenträger und Officiere wohnten der Ceremonie bei. Die Verbindung des serbischen Thronprätendenten mit der montenegrinischen Prinzessin hat ihre entschiedene politische Bedeutung. Dieselbe liegt darin, daß durch diese Vermählung Montenegro die Ansprüche Peter Karageorgevics aus den serbischen Königsthron gutheißt. In Belgrad wird man über diesen Beweis freundnachbarlicher Gesinnung gerade nicht sehr erbaut sein, denn es ist nicht zu bezweifeln, daß Montenegro die Ansprüche Karageorgevics mit den Waffen unterstützen würde, sobald es die Verhältnisse gestatteten, da hierbei jedenfalls auch für den Raubstaat der „Schwarzen Berge" auch ein gutes Stück abfallen würde. Vorläufig kann Fürst Nikita M Prätensionen seines Schwiegersohnes allerdings nur seine moralische Unterstützung zu Theil werden (offen.______________________________________ Berlin. In rote großartigem Maßstabe in Paris die W-lnverfälschungs- Jndustrte blüht, kann man aus folgenden, Seitens des städtischen Laboratoriums während des verflossenen Monats bewirkten chemischen Wein-Analysen umfassenden Daten ersehen: Von 640 entnommenen Weinproben wurden nur 88 (!) als gut befunden, 46 wurden wegen verschiedener Krankheiten des Weins, 74 wegen widrigen Geschmacks, 148 wegen übermäßiger Gypsung, 209 wegen gleichfalls übermäßigen Wasserzusatzes. 31 wegen der vorg-nommen n Zuckerung oder Piquette, 1 wegen Beimischung fremder Farbstoffe, endlich 6 wegen Versetzung mit Salizylsäure beanstandet. Da versteht man freilich, weßhalb die Pariser Weinhändler so sehr gegen die Untersuchung ihrer Fabrikate, namentlich aber gegen die Veröffentlichung der gewonnenen Ergebnisse eifern. Von ihrem Standpunkte aus haben sie gegründetste Veranlassung zur Beobachtung strengster Discretion. — Am vorigen Sonntag hat in Frankreich die Erneuerung der Generalräthe mittelst der ad hoc erforderlichen Neuwahlen stattgefunden. Wie aus den. wenngleich noch lückenhaften telegraphischen Meldungen ersichtlich, ist der Wahlakt für die Republik siegreich ausgefallen, was übrigens nach Lage der Dinge auch gar nicht bezweifelt werden konnte. Ein gewisser und nicht ganz unerheblicher Procentsatz von Generalrathsmandaten ist freilich auch diesmal tn den Händen der Monarchisten verblieben, und wenn man in republikanischen Kreisen sich etwa der Hoffnung hingegeben haben sollte, das conservative Element gänzlich oder doch beinahe gänzl'ch zu depossediren, so htt man eben trügerische Berechnungen angestellt Die gegenwärtige Anordnung des Besitzstandes ist eine solche, welche im Großen und Ganzen als ziemlich unverrückbar betrachtet werden darf. Einzelne Grenzberichtiguugen hüben und drüben können eintreten, ohne die Hauptumrisfe des Bildes zu verwischen. Republikaner wie Monarchisten besitzen ihre überzeugten, ehrlichen Bekenner, welche ihre Fahne um der Sache, um des Princips willen lieben und hochhalten. Zwischen ihnen steht hie große, den Tages- e-ndrücken zugängliche und den modernen Impulsen willig folgende Masse, welche schließlich mit jedem Regime zufrieden ist, vorausgesetzt, daß sie ihre materielle Rechnung dabei findet, b. h. ungestört ihrem Erwerbe nachgehen kann. Seit einer längeren Reihe von Jahren ist nun die große Masse nach und nach in Stadt und Land dem republikanischen Regime zugefallen; dieser Absorptionsproceß nähert sich gegenwärtig seinem Ende und verfällt gleichzeitig in ein merklich gemäßigteres Tempo. Ein eigentlich neues Moment wird daher durch den Ausfall der Generalrathswahlen in die Combinat on der inneren Zustände Frankreichs nicht gebracht, sie bedeuten einen weiteren Schritt zur Einbürgerung der republikanischen Ordnung, vorausgesetzt, daß „Republik" und „Ordnung" in Frankreich identische Begriffe bleiben. ______________________________________________________ Telegraphische Depeschen. Wolff'S telegr. Correspondenr-»irreair. Berlin, 14. August. Das Centralcomite zur Hülfeleistung für die Verunglückten Jschia's hat, der Aufforderung des kronprinzlichen Paares folgend, einen Aufruf zur Bildung von Lokalcomite's zur Veranstaltung von Sammlungen erlassen. Alle Reichspoststellen und alle Reichsbankstellen sind zur Annahme j)on Beiträgen, welche der Reichsbank als Centralsammelpunkte zugehm sollen, ermächtigt. Unter den Unter; Zechnern des Aufrufs befinden sich die Minister Graf Hotzfeldt und Maybach, Staats- f cretor Stephan, her bayerische Gesandte v. Lerchenfeld und der Präsident der Reichsbank v Dechend. — Die „Nordd. Allg. Ztg." tritt der Annahme entgegen, daß es sich bezüglich der jetzigen Verabredungen über die provisorische Regelung der deutsch-spanischen Tarifverhältnisse um die nachträgliche Genehmigung eines Vertrags durch den Reichstag bandle. Das verfassungsmäßige Recht des Reichstags sei ungeschmälert. Die Aenderung b r b-stehenben Zollsätze hinsichtlich einiger Einfuhrartikel sei eine blose Verwaltungs- maßregel unb von her Regierung auf eigene Verantwortung hin im materiellen Jn- teresse der Nation angeorbnet worden. Ein rechtsverbindlicher Vertrag zwischen Deutschland unb Spanten liege zur Zeit nicht vor. München, 14. August. Das Cultusmtnisterium hat zwei hiesige Simulton- schulen tn konfessionell-katholische umgeroanbelt. Madrid, 14. August. Der König hat gestern eine Truppenrevue über circa 12,000 Mann adgehalten unb wurde dabei mit enthusiastischen Zurufen begrüßt. Der König und die Königin kehren demnächst nach San Jldefonso zurück, der König wird von da aus eine Rundreise nach Valladolid, Vittoria, Saragossa, Barcelona, Valencia und Coruna antreten. Von (Sonina auS beabsichtigt der König, sich nach Havre ein, zuschiffen und über Paris sich nach Deutschland und Oesterreich zu begeben. Serajewo, 14. August. Heute früh halb 5 Uhr fand hier eine heftige, fünf Sekunden andauernde Erderschütterung anscheinend tn der Richtung von Wcsten nach Osten statt. Alexandrien, 14. August. In den letzten 24 Stunden starben hier 44 Personen an der Cholera. Lokales. Gießen, 15. August. ^Sterblichkeit in Gießen.) Die Zahl der Todesfälle während der Woche vom 5. bis 11. August betrug nur ein Dritttheil derjenigen, die sich in der unmittelbar vorhergehenden Woche ereignet hatten. Es starben nämlich im Ganzen nur 6 Personen, darunter 2 Kinder, von denen eins der Diphtherie, das andere Krämpfen erlag. Von 4 erwachsenen Personen starb eine an Lungenschwindsucht, eine an Lungenentzündung, eine an Bronchienentzündung, eine an organischem Herzleiden. G. Vermischtes. xl Friedberg, 13. August. Gestern Nacht um halb 11 Uhr beobachtete man ein hellleuchtendes Meteor. Dasselbe kam vom Süden und verschwand aufsteigenb hoch ent Nordosthimmel im Sternbild her Waage. Unmittelbar darauf stand an dem scheinbaren Derschroindungspunkte etwa 10 S kunden lang eine Erscheinung rote ein glänzender Komet, mit hellleuchtendem Kern und einem silbernen Schweif von etwas über einen Meter scheinbarer Länge unb etwa 20 Centimeter Breite, am Kerne spitz unb hinten rote eine Ruthe breit auslaufend. Es wäre interessant, zu erfahren, ob ba9 Phänomen auch anderwärts beobachtet wurde. Rüde? heim, 9. August. Heute gegen Abend verkündeten die Böller vom Niederwald, daß die Bronce-Statue des „Krieges" vollständig zur Aufstellung gekommen sei. Die ritterliche Figur macht einen imposanten Anblick- Mit der Aufstellung der Statue des „Friedens" ist man eben unter persönlicher Leitung des Herrn Lenz ans Nürnberg beschäftigt- Das Gerüst ist jetzt so weit abgelegt, daß die Germania-Statue vollständig freisteht. Heute ist auch das Seiten-Rel'ef „Der Abschied des Kriegers von Vater, Mutter, W-ib und Kindern" aus der Gießerei der Herren Gladenbeck unb Söhne aus Berlin im hiesigen Bahnhofe angekommen. Der Anblick desselben ist tln wahrhaft ergreifender. Der Fremdenbesuch ist hier unb auf dem Niederwalbe ganj enorm-^ Veteran aus den Befreiungskriegen Wilhelm Wendt in Malcho-o (Mecklenburg) beging dieser Tage mit seiner 84jährigen Gattin das Fest seiner eisernen (65jährigen) Hochzeit- Der Kaiser sandte dem Veteranen 50 Mark, der Großherzog von Mecklenburg erhöhte seine Pension um 120 Mark und spendete 100 Mark, bei deutsche Kriegerbund sandte 50 Mark und kbensooiel übergab der Kriegerverein Malchow seinem Ehrenmitgllede. Wendt hatte als freiwilliger Jäger unter Graf Osten-Sacken alle Gefechte bis zum 20 August 1814 mitgemacht, wo er auf sein Nachsuchen nach ber Rückkehr der Jäger ins Vaterland den wohlverdienten Abschied erhielt. — Auf eine wahrhaft schreckliche Weise kam auf Zeche „Wolfsbank" bei Borbeck ein 15jäbriger Arbeiter ums Leben. Derselbe gerieth in die Siebtrommel, kam dort augenblicklich zu Tode und fiel der Leichnam stückweise auf den sog. Lesetisch. — Ein gräßlicher Unglücksfall ereignete sich auf dem Werke „Rothe Erde' bd Dortmund. Ein Walzmeifter war an ber Feinwalzenstraße Ihätig, als ihm plötzlich ein glühenber Rundeisenstab in den linken Oberschenkel drang. Nachdem das Eben aus ber 2ßunbe entfernt war, ergoß sich aus berselben ein heftiger Blutstrom. Du Tod erlöste den Schwerverletzten bald von feinem fürchterlichen Leiden. - sErdbeben-Erscheinung im Mittelmeer-Gebiete) Man schreibt aus Athen, 5. August: Heuer treten im Gebiete des Mittelländischen Meeres die EcderschütterungkN häufiger und mit größerer Jntensivität auf, als in vergangenen Jahren. Schon vor nahezu einem Monate waren auf Kyihnos mehrere Erdstöße fühlbar geworden. 'M 25. Juli, 12 Uhr 52 Minuten Nachts, erfolgte in Athen, begleitet von einem fta:til Ob diese Erderschütterungen sich auch auf andere Orte erstreckten, ist bis zur Storm nicht bekannt. . r , .. — (Emte-Aussichien in Preußem) Die nach und nach eingehenden Mlttheiluitz." aus den verschiedenen Gegenden der Monarchie über den Stand der Maaten unt 0 Ernte-Aussichten am Schluß des vergangenen Halbjahres lauten nicht eben guai J unb ber Anfang des August hat mit feinen Regengüssen noch viele Hoffnungen z-- ftort, so tn Ostpreußen namentlich. Aus Halle unb ber Saalegegeno fcftretöt daß dort die Ernte-Aussichten sehr verschieden seien. Im Allgemeinen ist anzuiNbE daß die Niederungen bessere Erträge liefern werden als die Höhen, daß aber tm schnitt kaum eine Mittelernte zu erwarten steht. Der Nachwinter hat das getreide sehr geschädigt und die Dürre im Juni hat nachtheilig auf den Stand Saaten gewirkt, ein Stroh- und Futtermangel ist nicht mehr abzuwenden. früchte standen noch gut und man hoffte, daß ausreichende Niederschlage den r gedörrten Fluren noch zu Hülfe kommen würden, was leider nur zu retcyitb Erfüllung gegangen ist. Der Stand von Kümmel und Linsen war fepr gut selben versprachen eine autzreich nbe Ernte, ebenso Mohn und Erbsen, wahrend B nicht recht befriedigten- Kraut unb Kohlrüben hatten am meisten durch ole LU gelitten, sie wurden gerade in ber heißen Zeit gepflanzt und das W'ederanro«yl durch den Mangel an Feuchtigkeit erschwert- Kirschen und Pflaumen lietz i wünschen übrig Birnen und besondcis Acpfel, Beeren unb W m v er fp rech en > reichen Ertrag. Aus Flensburg wird berichtet, daß die scharfen Ostroinde des jahrs, sowie ber nahezu schneelose Winter Veranlassung gewesen, daß vorneymt cr spät gefäete Roggen vielfach ausgew'.ntert war unb zum großen Theil im 1 umgeackert werden müßte. Dagegen hat ber früh gefäete Roggen trotz der Frühjahr und ber vorausgegangenen Kälte des Winters e'nen sehr guten Lo m hauptct und berechtigte diese Hauptfrucht der dortigen Landwirthschatt zu einem E Mittelertrag, wenn die Ernte sich unter normalen Verhältnissen beschaffen tagl- Sommersrüchte haben durchschnittlich am meisten von der anhaltenden Dürre z - gehabt unb zwar namentlich die Gerste, fobann auch der Hafer, weniger u. 1 Buchweizen, weil letztere Blattsrüchte ben Boden balb nach dem Auslaufen 0 © beschatten im Stande sind. Der Weizen, welcher nicht von dcn kleinen o . gebaut wird, sondern in dortiger Gegend nur auf besserem Boden und Srod j schäften vo kommt, ist gleichfalls durch die trockme Zeit empfinbliro g 0 » gerade diese Kornart vorzugsweise eine feuchtcre Witterung verlangt. Am «Ai, war der Bestand unb bte E^nte der Klee- unb Wiesenselber, die zunächst im 6r«-I- burch Mäusefraß, sodann aber in Folge ber Dürre derart gelitten haben, vav^^ träge im Vergleich zur vorjährigen so reichen Futterernte vorausnchtlich »rzbrig« an Quantität liefern werden und, soweit schon letzt ein ®cfammtrifultat I 9 Ernte veranschlagt werden kann, mit einiger Sicherheit anrunehmen, j die Klee- unb Heuernte als bte Kornernte zusammengefaßt nicht unroejemi * einer Mittelernte zurückbleiben werben. , = folambü - Wie Graf Molike schweigt, selbst wenn er spricht, ersieht mar> '0^ wahren Anekbote. Als bte ersten brohenben Anzeichen des. ^rausz'ehenden K Unwetters im Jahre 1870 ben auf seinem Tusculum roetI??rtnf,5hen^JneraI in M traf ihn ein benachbarter Gutsbesitzer an ber Bahn ""d fragte b Qenj Erwartung einer gewiß interessanten unb wicht gen Neuigkeit. *yc « X >■ U dro Eft BW ... oinka • '!yb,D1 ,iii in Dnnfl 5 M'*1, 'm iinrff#s 1 ^rtiiS im McherM 1 -jbtmnad) tne I zu? Skbles .•and önfir h | • ’iiim tfl Hödil, I yWom wi -Ofiroio am tu,18H, in G ■^ditHngtn -'chogm u ialrd, auf Po :.i dne Hiarichi di? Böhme kommen 1 Ä Ur, acht a U Dah in ifeift bidcohlen - [3u8 der ^Wsche Leich Ziehen ist Eigen Trinkers ttlioarderen bk ahn I^R'Mdern Ilhorn jod rWh M rNote n hfcbe bei H Trmspo W pro 1 li®3, W Ätl. I '^1 den 15 *Z£772Z VzzzZzzzz ♦fgv D EVERDYS STÄRKE Kaltundwarm anwendbar "Ägg^. Tin stolzer ♦ /gr Schnurrkart . stets das Jnteresie der Madchenwelt. Ohne ■fc/ Schnurrbart keine Liebe. 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Das Walzender neuerbautenStraßen- itrede von Garb enteich nach Latzenborn soll im Submisstons- mg vergeben werden. j Die Angebote müssen sich aus pro UickelplattirteKoch- und Küchcngcschirre (D. R. Pat. Nr. 7569) in sehr großer Auswahl empfehlen Moritz Gregori & Sohn. "-‘SÄ .n (iiiü'y ,K« Prima neue holl. VoUhürlntzr per Stück 6 empfiehlt 5441 JElsoffer. Zur Anfertigung Eleganter Herrenkleider in eigener Werkftätte sind für die bevorstehende Herbst- und Wmter- saison die neuesten und besten Stoffe bereits eingetroffen. • 1 tiebr. Stamm. rsätff; g W bzuiveE wij» ASM! »-5 ‘«ft»; Wbtn 7 Sandel und Verkehr. Limburg, 14. August. Rother Weizen 17-00, Korn ^12.55 neuer Weizen 17.50, Gerste X 00-00, Hafer X 7.70, Erbsen X Kartoffeln X—. frrankfttrt a. M., 15. August, Nachmittags 2 Uhr — Min. (Telegr^hffcher (roursbericht Mitgetheilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen.^ Creditactien 256f/4?Staatsbahnactten 2731/«, Galizier 2561/4, Vombarbcn 132’/8, Nord- westbahnactien 1731/<, Gotthardbahnactien Darmstadter - Bankactren 158 /4, Discos Commandit 199, Oesterr Silberrente 68, 4°/o Ungar. Goldrente 75J Ao/n 1880er Russen 735/ie, 5°/o 1877r Russen 923/6, 2. Orient-Anleihe 57 /16, jj/o Svan^r —, 5% Rumänische Rente 923/4, 4°/o Unific. Egypter 723/i6, 5®/0 Türken —, Marienburger 105V2, Hess. Ludwigsbahnact. — - Tendenz: — -iur gefälligen Beachtung. Wegen Umbau meines Ladens verkaufe, um darin zu Zürnen, meine fämrntlichen Artikel zu herabgesetzten Preyen gegen Baar mit 10 Viaba“- Gleichzeitig mache aus eine Partie Waaren, als. Uhren, Ketten, Medaillons, Brochen, Ohrringe :c. aufmerksam, welche theils zum, theils unterm Einkaufspreis abgebe. , 4 Wilh. Boger, Uhren-, Gold- u. Silbermaaren-Handlung Eingesandt. Unsere MerverhMnisse. , T rf -M--WWZZWNZ Sonncrltag den 16. d M, Eingemachte Gurken (Salz- und Essig-) in allen Packungen von 5 Schock- bis 30 Schock-Faß (Schock 60 Stück), Eingemachte Schnitt Bohnen in allen Packungen empfiehlt 5454 __Louis Scharmann jtj_ 5519 Verschiedene Möbel, Bettstellen, Stühle rc. werden auszugshalber billig abgegeben bei r . fr4 .Holberq Wwe., Kirckenplah. 5256 Fst. haltbaren Ginrnach Essig, Zucker und Gewürze, feinstes Salatöl, per Schoppen 45 4?, empfiehlt Carl Hoffmann. ittI W krf $)lr V . ohne gleich auf dm Boden des Gefäßes zu kommen- Und doch wird kaum Jemand ernstlich behaupten wollen, daß in jener guten alten Zett die Körper der Deutschen oder ihr Durst größer und gewaltiger gewesen wären. Wenn auch Tacitus seiner Zett behauptete: „Die Deutschen säßen auf beiden Ufern des Rheins", so darf man dies wohl nicht buchstäblich auf die einzelnen Individuen beziehen.....Auch die Forderung eines alten Studcntenliedes, worin es heißt: „Wer seinen Durst mit Achteln ladt, fang' lieber gar nicht an,* scheint ebenfalls an Euphemismus zu leiden. In lenen festen kannte man nur verttable Gebinde und Maße und nicht etwa — Liter, wie wir sie heutzutage, gar in Bruchform, credenzt bekommen. Ja, sie sind hin die Zetten eines RodensteinerS, aber der Durst ist geblieben; man löscht ihn bloß in homoopath - scheu Dosen und daS in einer Zeit, wo die Brauereien die Städte umgürtm, wie die Batterien eine belagerte Festung. - . - Oder waren die 22 Hectoliter Bier, die auf dem Banket deS Turnfestes allein in der Festhalle vertilgt wurden, keine achtbare Leistung ? Sind die 32194 Hectoliter, die im verflossenen Jahre in Gießen confumtrt wurden les kommen danach auf den Kopf der Bevölkerung etwa 17 Lster l), nicht ein sprechende^ 2-ugniß für seine Trinkfähigkeit? Mit der Qualität des Stoffes wollen wir nicht allzu streng ins Gericht gehen, sie wird früher wieletzt^wohl „gemischt- gewesen fein b h hier gut und da minder gut. Wie aber stehts mtt der Quantität? Wie fomntt man dazu, einem ausgewachsenen Deutschen mit normalem Durste ein Dre - achtel- ober Dre'zebntel-Liter-Glas vorzusetzen, das zu einem guten Theile noch mit Schaum erfüllt ist? Ein so lächerlich geringes Quantum ryetlt bet einiger LeibeSlänge des Trinkers das Schicksal des SteppenflusseS, der mitten seinem Laufe versiegt, ohne daS Me-.r — in diesem Falle den Magen - zu erreichen. Vielleicht kommen iveculat've Wirthe noch dahin, zu dem Glase emen Strohhalm zu liefern, durch weichen man das B>er saugen oder schlürfen müßte, wie es die Südländer mit gewissen Gc- t'flntn thun- Nein, erst daS „halbe Liter" könnte bescheidenen Ansprüchen genügen. „Trolle Dich fürbaß, Bier bring' her, nicht Glatz!" Neuenweg, nochmals versteigert werden, ließen, den 4. August 1883. . Großherzogliches Ortsgericht. Lüdeking. 5300 Nachmittags 3 Uhr, pllen auf hiesigem Ortsgericht dre Immobilien des Ludwig Orth r Neurs Grlmkorn empfiehlt 5251 Carl Hoffmann. . . nn - „Ach", lautete die Antwort, „lieber Herr Nachbar, mit dem Nrelde b-!l ich recht zufneden, aber b-e Kartoffeln, die Kartoffeln - -" Sprach s und ^psohl sich- h^.rtsche Cultusministerium hat folgendes Verbot erlaffen : „In einer c>istttuten und öffentl'chen Schulen finden sich namcntl.ch be den untersten hei M ^te oder guao^ 1 bnete§ unteremanderschreiben mehrzfferiger Zahlen zu gMer an s Gutachten eines hervorragenden Augenarztes und dem ein- l,c6n (näterer Äur»fi4tigfeit gelegt werbe, enlschwben schädlich Der ^l^!M.die?n°7auSschutz d-t betzdalb! nachbem geordnetes Unlereinanderschrechen der ,Laer-M . 9Belfe gelernt werden könne unb es sich nicht um ein ander- j«'rn 'U-» *" b.frf‘bt»enbe8 B-dürsnch handle, vielmehr durch den odligaion chen deieichneten Schreibmaie,ialien den Kindern ein für die Augen rrnsichieben ouf«n8tblflt werde, ein generelles Verbot gegitterter Schreib- ^en^brinmnd begmachtet. Das K. Cultusminlsterlum sieht sich 6 erburd) Deren, latlen »rtnyeno Dtgw o, unb 6cften ln Schulen unb Instituten im Jn- H|l den ^tr°“A,lete®fT,QC »erbieten. Wenn hiernach die Neueinsührung solcher dneÄ gänjl’d) unterfetgt ist, bleibt andererseits das Ermessen ber ftgL Isttniti e.mm.rn Kes Innern anheimgegeben, se nach ben örtlichen Verhalt. ^^nd mi5ihE chster Schonung ber Estern bie Beseitigung dieser Lehrmittel da, * Udd mit tbBmtWier vaw« bewirken. Bei diesem Anlässe werben ,3i\im!nofn ba?auf aufmerksam gemacht, daß die Nöthigung der Zöglinge zu vielem St iihJi mit Bleistift in Notizbücher, Sammelhefte u. s. w , wie dies M den höheren Treiben mit Bl^Nst m ^cor z , gleichfalls schädlich wirken kann m"?baß"b"innmch^einemÄibbrouche^^unb Uedermahe /dieser Beziehung, wo dergleichen tchieNe7'°lst"Äugus!' “ Tie” gchern srüh in Hirschberg vollzogene 21 8S 8 o,.nmärh^8 Srani ftoSdelnn aus Böhmen ist in dem 6lnrr,n militärische Leichenparaben zukommen, Rekrut Kraft? Rekrut. „Doo mtz , mi» ®!lV' Dsrmstädlrr Pftidem«rkt-Loaft (Ziehung am 20. Oktober) sind a 2 Mk. in der Expedition dS. Bl. zu haben.------— Veredrlicdem Publikum hiermit zur Nachricht, dap .ch das von meinem fei. Manne betriebene VorteseMewaarkn-Geschaft Leiben. schreibt au4 Jl-' die ErdersM i Jahre"- llbar itet oon { iiger horijb"'^ nv w§ unb ml*:: ItlaWfJS > oon unlin[i ' . jWtet - ,en ssih ' ihreW-dniiEj ! der ° ? s Pan Pftr'de'bei"8stündiger Arbeits- ‘ xlWES eit nebst Transport der Walze (excl. \ ip b!5 aut ^atterzeit) pro Tag beziehen und 1 md die Offerten längstens bis zum ^enbÖ:: 1 r()- ds. Mts. bei dem Unterzeichneten -■....... eSätuftd^ 18. 5 Nachmittags 2 Uhr, ^,hr 'E das Grummetgras von der Wiese des ■ILft y" Herrn Dr. Mettenheimer (Frankfurter- l’,Xiri!lL W! 'W. an der Wieseck) versteigert werden. Gießen, den 14. Auaust 1883. I. A.: Müller, Ortsgerichtsmann. fortführen werde. in Um ober mit den vorhandenen Waa en et.vas zu räumen, offcrire eine größere Partlue zu b eva b g eV^ne Preisen. Indem ich um geneigten Zuspruch b , i a) HochachtungsvoU Carl LiOny Wwe., 16 Seltersweg 16. 5509 empfiehlt 5255 M- Schul! 4887 X.Zahrgang1883. X. Jahrgang 1883. deutschen Blätter überhaupt; außerdem er scheinen Uebersetzungen in dreizehn fremdm Sprachen. Fl- per da 1 W werden elegant und rasch bei billigsten Preisen angefertigt. IrlJ Mort! 5389 Marktplatz 21. Ei-e <5 Mount Enos Rombola Alter Moscato . Süßer Moscato . . . Corinthen Auslese Malvasier ..... Luxury .... Auflage 315OOP; das verbreitetste aller [i iie Ruh, ' ■ " "*■ * ■ Tj^n qu4 Mr. 15 Gießen Nähere Auskunft bereitwilligst bei: Heinrich Hof, Agent, sowie bei sämmtlichen Vertretern der Gesellschaft. von Dr. Theodor Koller. Kaufmännische Formulare aller Art Herr Wilh. Wenzel hier unterhält ebenfalls Lager von diesen Weinen und werden solch auchzim Glas bei demselben verabreicht. 3231 Zur Feier des IS. August, Abends 9 Uhr: V er Sammlung im Vereinslokal ((Safe Schwinn). Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten. IDSTEIN i. MM Stadt. Baugewerkschule Staatlich subventionirt 5503 Semester Anfang 2. Nov. Vorkursus 2.Oll Programme kostenlos d. b. Direction. Prima neue Holland. Vollhäringe per Stück 8 Mhtelie OriickerEi (Fr. Chr. Pietsch) Verlag und Expedition des Giessener Anzeigers. Ich bemerke noch, daß ich nur die feinsten yriechischen Weine importire, des hohen Zolles wegen der Import von billigen Wemen nicht rathsam ist. Carl Schwank, Delicatessenhandlung. erft P atolienä । ’rt Samt i MUianb fli f ilrllichen Kato Hichem Ma^ 1 Ä dringend g | Ache Kron, | !rn Wskanz 1der Sami Mi sich in de Mvait der mtjvL Verantwortliche Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'chen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch in Gießen. 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Haubach, Maurermeister. Basler Lebens - Versicherungs - Gesellschaft zu Basel. Gegründet 1864. — Garantiefonds 1882: Mk. 18,000,000. Uebernahme von Lebens-, Aussteuer- und Renten - Versicherungen» Stellung von Beamten-Cautionen, Hypothekar-Darlehen — Prämien billig, ohne Nachschuss-Verbindlichkeit — Günstige Gewinnbetheiligung der Versicherten. — Dividende 188T t IS % der Jahresprämie — 10000 Mk. SUÄ*1 iU Näheres bei der Exped. ds. Bl. 5520 5484 Ein tüchtiger Schreinergefelle sofort gesucht. Ferdinand Wiedmeher, Grünbergerstr. 5419 Ein gesetztes, tüchtiges Dienstmädchen mit guten Zeugnissen per 1. September gesucht. Wo? sagt die Exped ds. Bl. 5295 Ein solides Kindermädchen gesucht. Näheres in der Exped. ds. Bl. 5440 Ein Mädchen zu einem Kinde gesucht. Wo?_fa$t_die Exped. ds^Bl. 5516 Einen Hausburfchen^sucht __________________________S. Elfoffer, 5515 Eine tüchtige Frau fucht Be- fchäftigung. Zu erfragen Sandgasse '23. 5513 Mädchen, welche aufs beste iu empfehlen sind, suchen Stellen auf sogleich und später bei Frau Tränkner, Vermiethfrav, _ Wolfengasse 13. Wermietßungen. 5505 Ein fl. Logis zu vermiethen. _________F. Stohr, Schützenstraße 13. 5514 Die Mansardenwohnung, 4 Zimmer mit abgeschloss. Corridor, zu vermiethen. H. Dotzenrodt, Schillerstraße 20. 5518 Ein Stübchen mit Bett zu oer- miethen.___ Neuenweg 7. 5512 Dammstraße 1 (Ecke der Nordanlage) 3.J$tage, bestehend aus 5 Zimmern und Zubehör, per 1. November eoent. auch früher zu vermiethen.____________________ 4539 Wegen Wegzug der Frau Grämlich ist der untere Stock meines Hauses, 5 Zimmer mit allem Zubehör in abgeschloss. Corridor, auf 1. Oktober zu vermiethen. ___Prof. Dr. Birnbaum. 5483 In dem von mir erkauften Haßler- schen Hause, Wallthorstraße Nr. 1, ist ein Laden mit Logis, sowie ein Logis im Hinterhause zu vermiethen, beziehbar am 15. Oktober d. I. Karl Sack II. 5369 Ein rrröblirtes Zimmer zu vermiethen. 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Neuen-Bäue 20. 5411 Ein kleines Logis zu vermiethen. ________________Neuenweg 33. 5307 Möblirtes Parterre - Zimmer _______Gartenstraße 27. 4957 Eine geräumige Wohnung (8 Zimmer) nebst Zubehör wird billig vermiethet. __Näheres in der Exped. ds. Bl. 2316 Der 3. Stock meines Hauses ist anderweitig zu vermiethen. __ __ Carl Petri, Marktplatz. 5298 Ein gut möblirtes Zimmer. Graveur A. Konradt, Neuenweg 40. 4690 Ludwigsftraße 12 der mittlere Stock, 5 Zimmer mit allem Zubehör (neu hergerichtet), zu vermiethen. H. Bepler. Gin freundl. Familienlogis, 3 Jimmer, Küche rc., alles neu hergerichtet, an eine ruhige Familie per 13. Sept, billigst zu vermiethen. ^§3 Kieler Bücklinge empfiehlt 5466 Emil Fischbach# Blasbalg und Ambos' zu verkaufen. 5479 I. Rothenberger, Lindenplatz. kirchliche Iinnen nicht hier ber 9 tabeUni drn hott Angra; ,!It befindlich, .Minna ül 7 wirb bi „i'Sm . Decembe unb h |j!e von de jWion in E jNiläb! K 9l& V» * Ab i __________(vorm. G. C Spruck). 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