Nr. 291. Freitag den 14. December 1SS3. s711U7 « 8 k7 R JErH, 11 -£ 1 * 1111z ▼ Hrr Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. 19urcai< t Schulflratze 7. Erscheint täglich mit Aufnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Deutschland. Darmstadt, 10. December. Se. Königt. Hoheit der Großherzog em« Pfmgen heute den Generalmajor Frhrn. Röder v. Diersburg, Commandant der Haupt- und Residenzstadt Dcn'mstadt, den Oberstlieutenant a. D. Frieß, den Rittmeister Frhrn. Schenk zu Schweinsberg, persönlichen Adjutanten Sr. Großh. Ho beit des Prinzen Heinrich, den Maschinenmeister Querner aus Gießen, den Rechtsanwalt und Mitglied der ersten Ständekammer Dr. Dornseiff aus Gießen, den Herrn Dörner aus Worms ; zum Vortrag den' Staatsminister Frhrn. v. Starck, den Ministerpräsidenten Schleiermacher, den Generalmajor ä la suite Mootz, den Hoftheater-Director Wünzer. —l. Darmstadt, 12. December. Heute Morgen 9 Uhr fuhr die 1. Kammer fort in der Bermhung der Steuergffche. Der zu dem Kapitel Nentenfteuergesetz von der 2. Kammer beschlossene E'ngang, wonach der Ertrag der Stmern zur Ermäßigung rc. der seitherigen Grund- und Gewerbesteueransätze verwendet werden soll, wurde abge- lehnt und die Negterungsvorlage angenommen. Die Ausschußanträge zu den Art. 1 bis 10, größtenthetls in Uebereinstlmmung mit den Beschlüssen 2. Kammer, wurden «cceptirt mit unwesentlichen Abänderungen. Zu Art. 11 entstanden einige Debatten 'markungS-Jnhaber verlangt wird und wo dies nicht der Fall, ihre zwangsweise Durchführung b s zum Erlaß eines neuen Eonscil'dationsgesetzcs aufgcschoben werde, abgelehnt. Die auf das Gesetz bezüglichen Anträge erklärte d'e Kammer für erledigt. Hmsichklrch des Antrags der Abg. Frank und Genossen auf Vorlage eines auf Aushebung ber A't. 16, 17 und 23 des sogenannten Schulgesetzes (der obligatorischen Fortbildungsschule) gerichteten Gesetzesentwurfs wird der neulich von unserem Blatte gebrachte Autzschußarstrag, nach welchem die bezüglichen §§ des Schulgesetzes insoweit abgeändert werden sollen, daß der Fortbestand einer Fortbildungsschule nur von denjenigen Gemeinden verlangt wird, deren Gemeinde- und Schulvorstände in ihrer Mehrheit sich für eine solche aussprechen rc. rc., angenommen mit 16 gegen 7 Stimmen und die eingelaufenen Eingaben für erledigt erklärt. Von der Beschwerdevorftellung des bischöflichen Domcapitels zu Mainz in Betreff der Anordnung und Ertheilung des katholischen Religionsunterrichts in den Schulen des Großherzogthums wurden einzelne Punkte der Großh. Regierung zur möglichsten Berücksichtigung anheimgegrben, andere jedoch außer Beachtung gelassen. Die übrigen Gegenstände der Tagesordnung, Mittheilungen 2. Kammer, Vorstellungen geringern Interesses, wurden im Sinne 2. Kammer angenommen, resp. gänzlich abgelehnt. Schluß der diesmaligen Session. Berlin, 11. December. Der Geh. Cabinetsrath des Kaisers, Wirk!. Geh. Rath v. Wilmowski, hatte vor einigen Tagen das Unglück. auf der Straße auszuqleiten und sich den rechten Unterarm zu brechen. Das Befinden des Kranken ist, eingezogenen Erkundigungen zufolge, zufriedenstellend und der Verlauf der Heilung normal. — Mit Allerhöchster Ermächtigung hat der Krlegsmmifler unterm 28.. t Mts bestimmt - Beurlaubte Soldaten haben sich während der Reise nur dann bei Ofsicieren zu melden, wenn sie letzteren auf der Landstraße begeg. nen - auch haben dieselben am Urlaubsort nur beim Commandanten bezw. Gar- nison'Aeltesten — an Orten ohne Garnison bei der Ortsbehörde — Meldungen zu erstatten.^ ( Termin der nächsten allgemeinen Volkszählung kann nackr den vom Bundesrath seither festgestellten Grundsätzen der 1. December 1885 angenommen werden. Die betr. Behörden sind demgemäß angew.esen ber der bevorstehenden Ansetzung der Kram- und Viehmarkte pro 188° dre -tage vom 30. November bis 2. December einschließlich marktfrei zu lassen. Spanien. ÄH S SÄ Ä den im Hafen befindlichen Handelsschiffen ist eine große Anzahl beschädigt worben, von dm Mannschaften der dmtschen Schiffe ist Niemand zu Schaden gekommen. In der Vorstadt Barcelonas waren die Wosserwogen in mehrere Straßen eingedrungen. Telegraphische Depeschen. Wolff's irlesr. Eorrefporrdenr-Brrreau. Berlin, 12. December. Unter der Mittheilung über die Begnadigung deS Bischofs Blum macht der Oberpräsident von Hessen-Nassau im „Deutschen Reichsanzeiger" bekannt, daß die Amtstvätiakeit des Bischofs am 8. December wieder begonnen und daß am nämlichen Tage die AmtsthäÜgkest des königlichen Commissars für die bischöfliche Vermögensverwaltung aufgebört habe. — Die Provinzialcorrespondenz sagt, der Besuch des Kronprinzen bei dem Könige von Italien sei so direct angezeigt, daß die Unterlassung ungleich auffallender gewesen wäre, als die Abstattung. Der Kronprinz berühre binnen kurzer Frist wiederum das Gebiet eines mit Deutschland in den freundschaftlichsten Beziehungen stehenden Staates, mit dessen Souverän der Kronprinz durch enge persönliche Bande verbunden sei. Es nochmals bei einer bloßen Durchreise bewenden zu lassen, wäre mit den Rücksichten internationaler Höflichkeit ebenso unvereinbar wie mit der Natur der persönlichen Beziehungen beider Fürsten. Die Hauptstadt Italiens sei aber auch der Sitz des Oberhauptes der katholischen Kirche, bei welchem Preußen durch einen Gesandten vertreten sei; es sei daher selbstverständlich, daß der Kronprinz Gelegenheit nehme, den Papst zu besuchen. Die Veranlassung und die begleitenden Umstände der römischen Steife Z'igtin deutlich an, daß dieselbe nicht aus politischen Absichten unternommen oder zu politischen Zwecken bestimmt sei. Die Begnadigung des Bischofs Blum sei eine interne Maßregel ohne politische Nebenabsicht und hänge mit der Reise des Kronprinzen n cht zusammen. London, 12. Decbr. Seit letzter Nacht herrscht hier wie in den Provinzen ein sehr heftiger Sturm, der namentlich in mehreren großen Städten sehr großen Schaden angerichtet hat. Von mehreren Orten wird auch der Verlust von Menschenleben gemeldet. Cordova, 12. December. Der deutsche Kronprinz ist heute Mittag hier angekommen und nach dem Besuch der Kathedrale um 2 Uhr nach Alcazar weitergereist. Granada, 12. December. Der deutsche Kronprinz machte gestern Vormittag Einkäufe in der Stadt und besuchte dann wieder die Alhambra, wo er besonders im Saale der Gesandten und des Gerichts verweilte. Einer eingehenden Besichtigung wurden auch die Gärten mit ihren vielen Fontänen unterworfen. Von den Thürmen bot sich eine wunderbare Aussicht auf die schneebedeckte Sierra Nevada dar. Nach dem Dejeuner wurden Palast und Gärten des dem Grafen Pallavicini gehörigen Generaliff's besichtigt. Am Nachmittag besuchte der Kronprinz die sehenswerthesten Gebäude der Stadt, darunter die Kathedrale mit ihren Denkmälern. Abends fand em nochmaliger Besuch der Alhambra bei eleclischer Beleuchtung statt. — Bei Tage war warmer Sonnenschein, während Nachts starker Frost eingetreten mar. Antwerpen, 12. December. Die Schelde ist über ihre User getreten, die neuen Quais und die dieselben umgebenden Straßen sind überschwemmt, es herrscht ein heftiger Sturm aus Nordwest. Kairo, 12. December. Der Gouverneur von Khartum ist mit den Truppen, welche die Garnisonen von Duem und Shat bildeten, sowie mit einem aus Geschützen, Munition und Lebensmitteln bestehenden Transport nach Khartum zurückgekehrt. Durch die vom Gouverneur mitgebrachten neueren Nachrichten aus El Obeid wird durchaus bestätigt, daß der Mahdi mit den von den egyptischen Truppen eroberten Geschützen und Munitionsvorräthen seinen Einzug in El Obeid gehalten hat. Der Mahdi traf Vorbereitungen, um 10,000 Mann naH der Provinz Darfur und weitere 10,000 Mann zur Unterwerfung des Kabbabish-Stammes abzusenden._____________________________ Oeffentliche Sitzung des Provinzial-Ausschufses der Provinz Ober- Hessen vom 11. und 12. Juni 1883. In Sachen betr. Recimnatron gegen die Bürgermeisterwahl zu Dortelweil entschied der Provtnzialausschuß mit Rücksicht darauf: daß der Recurs innerhalb ber gesetzlichen Frist nicht in genügender Weife gerechtfertigt worden sei, wie dies schon daraus hervorgehe, daß in der nach Ablauf der Frist eingelaufenen Eingabe vorn 7. Juni l. I. im Eingänge angeführt werde: „2Btr haben bereits in unserem Vortrage vom 12. Februar l. I. unseren Antrag formultrt. Zur Rechtfertigung desselben wollen wir noch Nachstehendes anführen"; daß in Gemäßheit des Art. 104 der Krersordnung der Recurs binnen der gesetz. lichen Frist anzuzetgen und zu rechtfertigen sei; daß von einer eingehenden Erörterung ber in dieser Beziehung in Betracht kommenden rechtlichen Grundsätze um so eher abgesehen werden könne, als dieselben demselben Anwälte gegenüber tn dem Urtheile des Großh. Verwaltungsgerichtshofes vom 15. Mai 1879 in Sacken ber sämmtlichen Freiherrn von Riedesel zuEismback gegen die Gkmeinde Ober-Moos wegen Gemarkungsrecht bereits in ausführlicher Werse dargelegt worden seien, dahin, , daß ber Recurs als formell unzulässig abzuweisen sei, unter Verurtheilung ber Reclamanttn tn die Kosten des Verfahrens und zur Zahlung eines Aversionalbetrages von 20 JL in die Provinzialkasse. In Sachen betr. die Reclamat'on gegen die Bürgermeisterwahl zu Elbenrov erkannte der Provinztalausschuß tn Erwägung: daß der Großh. Beigeordnete Diehl auf Dienstpflicht behauptet habe, Reclawant habe bei ihm nur erklärt, er wolle wahrscheinlich gegen dre Wahl reclamtren, und auf die Frage, weshalb et reclamtren wolle, nur angegeben, er wolle seine Reclamation schriftlich einreichen; daß diese Behauptung durch den Umstand wesentlich unterstützt werde, daß Reclamant in seiner an Großh. Kreisamt gerichteten Eingabe vom 9. März l. I. mit keinem Worte der Abweisung seiner Reclamation durch den Großh. Beigeordneten erwähnt habe; daß hiergegen die Aussagen ber drei anderen Zeugen nicht in Betracht kommen könnten, zumal sie auch den Angaben des Großh» Beigeordneten nicht direct widerstritten; daß hiernach die von dem Reelamanten allein beanstandete thatsächliche Be- Gründung der Sntschndung erster Instanz als uachgewieseu zu betrachten sei, zu Recht, daß der Recurs als unbegründet zu verwerfen sei unter Verurtheilung des Recurrenten in die Kosten des Verfahrens, sowie zur Zahlung eines Aversionalbetrages von 10 X in die Provmzialkaffe. In Sachen betr. die Herstellung der Kreisstraße von Haarhausm nach Gonters- Boafen, hier die Expropriation von Privateigenthum des Theodor Gaud von Kuchhain, entschied der ProvinzralauSschuß mit Rücksicht darauf: daß Theodor Gaub in der mündlichen Verhandlung selbst die Nothwendigkeit der Abtretung anerkannt und nur htnzugesügt, daß andere Correctureu der fraglichen Straße ebenso nothwendig seien; daß letzterer Einwand selbstverständlich gesetzlich nicht in Betracht kommen könne, dahin, daß die dem Theodor Gaub von Kirchhain angesonnene Abtretung sein»S PrivaleigenthumS alS nothweudtg anzuerk»nnen sei, unter Ver- urlheilung desselben m die Kosten des Verfahrens und zur Zahlung eines Aoerfipnalbttragen von 10 X in die Prooinzialkasse. In Sachen des OrtsarmenoerbandeS Oppenheim gegen den Ortsanneuverband -Gießen wegen Unterstützung deS Peter Weuz erkannte der Provrnztalausschuß in Erwägung: daß nach dem Zeugnisie des HoSpitalarzteS vr. Wießner in Frankfurt a. M. irgend em Zweifel darüber nicht obwalten könne, daß Peter Wenz bei seiner Entlassung auS dem HoSpttal bei gutem Willen seinen Lebensunterhalt als Straßenkehrer ooer durch ähnliche Arbeiten hätte erwerben können, für welche reichliche Gelegenheit tn Frankfurt a. M. geboten sei; daß diese? Zeugntß durch das Gutachten des Großh. MsdlcinalrathS vr. G l asor bestätigt werde; daß hiergegen daS Zeugniß des vr. Diehl in Oppenheim nicht i» Betracht kommen könne, weil derselbe den Zustand des Wenz zur allein entscheidenden Zett der Entlassung aus dem HoSpital in Frankfurt unmöglich habe beurteilen können, da eS nicht allein möglich, sondern auch in hohem Grade wahrscheinlich sei, daß Wenz in der Zwischenzeit in Folge der Fortsetzung feiner gewohnten Lebensweise einen Rückfall erlitten habe; daß bei Prüfung der Frage der Hülfsbedürstigkeit die Abwesenheit deS guten Willens, zu arbeiten, unmöglich in Betracht gezogen werden könne; daß nach Obigem angenommen werden müsse, daß mit der Entlassung deS Peter Wenz aus dem Hospitale zu Frankfurt dessen HülfSbedürftigkett aufge- hört habe; daß demnach die in Oppenheim hervorgetretene Hülfsbedürstigkeit mit der in Frankfurt a-M. hervorgetretenen in keinem rechtlich in Betracht kommenden Zusammenhang stehe und hiermit der Grund zur Klage beseitigt sei, dahin, daß die Klage als unbegründet abzuweisen sei, unter Verurtheilung des Klägers in die Kosten des Verfahrens, sowie zur Zahlung eines Aoersional- betrages von 20 X in die Prooinzialkasse. Die Reclamation deS Siraßenmetfters Philipp Klein von Heusenstamm wegen Zuziehung zu den Umlagen der Stadt Gießen für 1882-83 wurde mit Rücksicht auf den Umstand als begründet erkannt, daß Reclammit bei Beginn des Sttuerjahces bereits von Gießen verzogen war. In Sachen der Expropriation eines dem Müller August Sehrt in Ilsdorf gehörigen Grundstücks für die Grube Ilsdorf betr, entschied der Provir.zialansschuß mit Rücksicht darauf: daß die Nothwendigkeit der Abtretung nicht bestritten und die Leistung einer Sicherheit nicht verlangt worden sei; daß es sich demzufolge nur um die vorläufige Festsetzung der Entschädigung handele; daß bei dieser Festsetzung zunächst Werth zu legen sei anf daS Gebot des Berg- werkSbesitzers im Betlage von 2,20 X pro lüKlafter, da angenommen werdest müsse, daß diesem Gebote eine reifliche Erwägung der thatsächlicheu Verhältnisse vorhergegangen sei und eS deßhalo nicht angemessen erscheine; unter diesen Betrag herabzugehen; daß, wenn auch bei einer zwangsweisen Abtretung eine höhere EnlschSbiguyH zu leisten sei, alS bet einem freiwilligen Verkaufe, doch aus Rücksicht auf die von der Commission festgestsllten Ergebnisse von Versteigerungen in ziemlich gleichem Felde liegender Grundstücke ein diese Ergebnisse um mehr als das Doppelte übersteigender Betrag von 2,20 X in keinem Falle als ein zu geringer zu betrachten sei, dahin, daß die Entschädigung für den von dem Rubricaten käuflich abzutretenden, in dem vorliegenden Meßbrief näher bezeichneten Theil seines Grundstückes Flur II Nr. 456 vorläufig und mit Vorbehalt des Rechtswegs auf den Betrag von 2,20 X per tUKlafter festzusetzen sei. — Die Kosten des Verfahrens, sowie der auf 10 X zu normirende Aversionalbckrag wurde in Gemäßheit deS Art. 140 des Berggesetzes dem Bergwerks- besitzer Heinrich Stahlschmtdt zu Siegen zur Last gesetzt. Lokale-. Gießen, 13. December. sVorboten des Weihna cht Sfestes ] Die Vorbereitungen für das schöne Fest der Christenheit werden bereits in Gedanken und in der That getroffen. Kaufleute und Gewerbetreibende sind eifrig bemüht, uns die Sorgen um ein passendes Weihnachtsgeschenk für unsere Lieben abzunehmen. In den Weihnachtsausstellungen wächst die Symetrie des Ausgestellten mit der Fülle und verursacht dem Familienvater ein Gefühl, das zwischen Freude und Qual die Mitte hält. Der Verkehr auf den Straßen, namentlich tu den Abendstunden, ist lebhafter geworden. Neugierige bleiben länger als bisher Üblich vor den Schaufenstern stehen und Ehepaare steht man nicht selten dabei in lebhafte Conferenzen und Debatten eiutreten. Schon zeigen sich wohlverschnürte Packete unter den Armen sorgsamer Familienväter, und Mütter und Töchter haben ihre geheimnißvollen Mienen aufgesteckt und verrathen Zeichen von Nervosität bei jeder Annäherung an ihre Ärbeftskorbchen. Die kleineren Kinder organisiren inzwischen ein wahres Detective-System, um einen Theil der weihnachtlichen Familiengeheimnisse zu entdecken. Kurz — Vorboten des Christfestes Überall! Und es sind liebe Vorboten, die schon jenes zauberhafte Aroma von brennenden Wachslichtern und duftigen Tannenzweigen in sich tragen und die Herzen großer wie kleiner Kinder mit sehnsuchtsvoller Wonne erfüllen. Mögen unsere Leser das Nahen des berrlichen Festes mit ungetrübter Freude empfinden und zum Geben'soviel Gelegenheit haben — wie zum Nehmen! Gießen, 12. December. [Sbeater.] Ihre Familie, Volksstück mit Gesang von Stinde und Engels, führt uns eine Mesalliance-Heirath zwischen einem aus hochadeliger Familie stammenden Marincoffizier und einer Tänzerin vom corps de ballet vor. Solche Verbindungen find heutzutage nichts Neues, ja wir haben Beispiele, daß die Tänzerinnen in die höchsten Gesellschaftskreise hinaufsteigen; das Wunderbare ist hier nur, daß der Ehehimmel ungetrübt bleibt und daß sich sogar die blau» blüttge Frau Mama schließlich mit dieser Verbindung aussöhnt und die wenig noble Familie der Tänzerin mit in den Kauf nimmt. Die köstlichste, durch ihre „Sktualitöt" wirkende Figur ist der Vater der beiden Balletdamen, der Socialdemokcat Krüger. Herr Nickelt wußte die Rolle des arbells- scheuen, mit den Phrasen von Gleichheit und Brüderlichkeit um sich werfenden, im Grunde doch gutherzigen Vaters mit glücklichstem Erfolge darzustellen. Dagegen ist Fran Brede in der Rolle der hochariftokratischen, von den schrullenhaftesten Traditionen ihrer Familie erfüllten Gräfin von Ebersburg nicht ganz am Platze. Herr Vo igt bot einen prächtigen Alexander von Feldern. Nicht minder lobenswerth war.der Ludolf Maedicke des Herrn Peters. Die übrigen Rollen waren angemeffen besetzt. Vermischtes. Allertshausen, 9. December. Bei der am 7. d. Mts. stattgefundene Beigeordnetenwahl wurde das bisherige Gemeinderathsmitglied Carl Herbert einstimmig zum Beigeordneten gewählt. Offenbach, 10. December. ^Freiwillige Feuerwehr.^ An Stelle der früher xxbgepaltenen Jnspectionen, bei welchen die Vertheilung von Diplomen an Mitglieder, Welche der freiwilligen Feuerwehr seit 15 Jahren angeboren, stattfand, wurde gestern Mend tme allgemeine Corpspttsammlung im Gasthaus „Zum Schwan" abgehalten, in welcher auch Herr Säuger*elfter Brink erschien, der den Eorpsmitgliedern Joh Schäfer, A. Heil, Chr. Heimberger, K. Ungeheuer und H. Stahl im Namen des Stadtvorstandes die Diplome für 15jährige Thätigkeit öd der Feuerwehr überreichte und dabei dem Wunsche und der Hoffnung Ausdruck gab, daß diese Ehrengabe nicht nur eine Anerkennung der bewährten Dttnstausdauer, sondern auch ein Sporn zur Nachahmung für die jüngeren Mitglieder sein möge. Hieran knüpfte sich dann eine Besprechung der Frage bezüglich der Unterstützung, eo. Versorgung von bei Bränden rc. verunglückten Feuerwehrleuten von Seiten der Stadt, eine Frage, welche schon vielsetttg ventilirt wurde, zu deren Lösung aber ein eigentlicher Modus nicht leicht zu finden war. Heute Abend kam e8 aber zu dem Beschluß, daS Ooercommando möge sich «it dem Stadtvorstand in'S Einvernehmen setzen, um ein geeignete Statut zu verschaffen. Im Weiteren verlief der Abend äußerst gemüthlich, zumal mit demselben die Nachfeier der silbernen Hochzeit des Obercommanb-n zur Erbauung kommt, wenn sich Überhaupt die Sache realistrt $ Ö Im Kreise Büdingen gibt sich eine sehr rege Theilnahme für He Sache kund was den Landwirthen aus dem Kreise Gießen Veranlassung geben sollte, nicht zmück- zubleiben. 0 Literarisches. k, . B°t beeorftrbenber W-chnachißM wollen wir nicht v-rfchl-n, noch einmal auf di« bereits ftöber von uns empfohlenen Bücher unseres LandSmannS Dr <1 Nover Gymnofiollehr^ in Mainz, aufmerksam zu machen, bie sich btfonberS für die ->uaend zu posi-nden Festgefchenken eignen, sowie für alle Freunde beutscher Sagen unb Poesie - 1. Nordisch-germanische Götter- unb Heldensagen. 2 Bände' zu 2 Mark, unter Mitwirkung von vr. W. Wägner (Verlag von O. Spamer in Leipzig), 2. Der Vater Rhein In Sage und Dichtung (Verlag von N v Qn&rm Mainz; Preis geb. 2 Mark 75 Pf., hochelegant 3 Mark)/ Letzteres Buch Hot noch die glänzende Nieserwaidseier, bie Allen in frischer Erinnerung sein wirb, er. yoylen Werth erhalten. WeihnachtSMeratur. Es liegen uns einige hübsche Bücher für die fugend vor, die allen Eltern unb Erziehern warm empfehlen können, da sie bet ihrem billigen PreiS den Anforderungen an eine gute Jugendschris! in j^der Beziehung entsprechen. Da ist vor allem Curtmans berühmtes Buch: Geschichtchen für Kinder m't gegen hundert klonen Erzählungen. Ferner Luise Braun kindliche Er- Zählungen für Mädchen mit hübschen Bildern von Rotbbarth. Endlich Gedichtcken für K nder, gesammelt und herausgegeben von einem Vcrein von Lchrern, auch durch Bilder von Rothbarth (nach Klirnsch) geschmückt. . t. ftne F"ude, unter der Unmasse von sogenanntm Jugendfckrfffn, welche icder Wechnacktsmarkt nut sich bringt, aus diese älteren, meisterhaften Bücher zurück- zugreifen, die den edlen Zweck verfolgen, die kindliche Phantasie zu veredeln. (Näheres im Inseratentbeil.) * O ic r < der besten und nützlichsten Weihnachtsgeschenke ist ohne Zweifel eine Nähmaschine. Jede Hausfrau, bie noch nrcht in oem Besitz einer so fleißigen Gehülfin ist, wünscht sich wohl eine solche und jeder prakttsche Ehemann wird einen solchen Wunsch, wenn ihm dies aus eine bequeme und leichte Art möglich gemad t wird, gern erfüllen. Die besten Instrumente dieser Art find ohne Zweifel die Original Singer Nähmaschinen, die schon früher auf allen Welt-Ausstellungen, zuletzt wieder in Amsterdam, mit dem ersten und höchsten Ehrenpreise gefrönt wurden und die anerkannt alle Vorzüge in sich Dcreintgtu, die sich von einer wirklich trefflichen Nähmasch ne erwarten lassen: sie sind einfach und solid conftruirt, dauerhaft und nähen bet letzter Handhabung correct und schön. Außerdem bietet sich jedem Käufer die Annehmlichkeit, daß er eine Maschine gegen monatliche Abzahlung erwerben kann. Die Haupt-Niederlage der Original Singer Nähmaschinen am hiesigen Platze befindet sich bei G- Neid- Unger in der Bahnhofstraße und befindet sich dort eine reiche Auswahl von den einfachsten Hand-Näbmafchinen bis zu den feinsten Sorten für den Fußdetrteb, während die ausgelegten Näbmuster Zeugniß geben von der außerordentlichen Leistungsfähiake t, durch welche sich diese Maschinen auszeichnen. Handel und BerSehr. Gießen, 12. December. Aus unserem abgehaltenen Viehmarkt waren aufgetrieben: 523 Stück Rindvieh und 21 Stück Schweine. ö Nächster Viehmarkt Dienstag den 22. und Mittwoch den 23. Januar 1884. Limburg, 12. December. Rother Weizen X 17.15, weißer Weizen X 16.80 Korn X 12—, Gerste X 10—, Hafer X 7.10, Erbsen X —, Kartoffeln X —. „ o ZrauUurt, 12. December. Auf dem heutigen Markt kostete der CentnerHeu ^.^0—3.50, Stroh 3.30—3.60, Eier das Hundert 6.40—9.60, Butter 1- Qualität X 1.15, 2. Qualität X 1.25, Kartoffeln per Centner X 2.00—2.25, Kohlrabi 0-0 H per Stück, Erbsen per Pfd. 00-00 ^>, Rothkraut per St. 12—30 A. Poularden 0-0, Huhn^L 1.50—2.20, 1 Ente X 2.00—3.00, 1 Taube 50-60^, Hahn X 0.75—1.30, Gans X 5—8.00, Welsche X 8-9. /r Decbr., Nachmittags 2 Uhr - Min. (Telegraphischem ?urch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen.> CrAtactien 23bs/8, Staatsbahnactten 2627«, Galizier 2447z, Lombarden 1163/4, Nord- westbahnactten —, Gotthardbahnactien —, Darmstädter - Bmckacttw 153^/^ Comuumdit l86i/2, Oesterr. Silberrente 667«, 4o/o Ungar. Goldrersie 737^. 4°/o 1880er Nuffen 71s/„, 5% 1877r Russen 897r, 2. Orient-Anleihe 55V4, 4^/0 Spanier —, 5o/k> Romanische Rente 93 V4, 4% Unific. Eavvter —, 5o/o Türken 9, Manenburaer 907«, Hess. Ludwigsbahnact. — Tendenz:! still, schwächer. Staatsbahn-Einnahme plus 19373 Gulden, Lombarden-Einnahme vlus4659 Gulden» Galizier-Einnahme plus 14348 Gulden. In Folge unserer, in den beiden hiesigen Zeitungen veröffentlichten Bitte um gefl. Ueberniittelung von Ctgarrenabfällen rc. sind uns von den verfchiedensten Vereinen und Privaten hiesigen Orts solch große Quantitäten von Spitzen überlassen worden, daß wir bereits eine Sendung von 80 Pfund zum Verkaufe abgehen lassen konnten. Es gingen ein: Kisten . . 1 x — 90 Pfd. Spitzen 54 „ — „ 55 X — ab Porto . . — „ 20 „ 54 X 80 Durch den daraus erzielten Erlös, sowie durch die nickt weniger zahlreichen freiwilligen Geldspenden, ist es uns ermöglicht worden, bereits für zwölf Kinder vollständige neue und gute Kleidung beschaffen zu können, welche denselben in Form einer Weihnachtsbescheerung, zu welcher noch besondere Einladung ergehen wird am diesjährigen Christfeste übergeben werden soll. Indem wir den freundlichen Förderern unserer Bestrebungen hierdurch unfern wärmsten Dank aussprechen, erlauben wir uns zugleich, an diejenige« Mitbürger, welche uns noch weitere Gaben an Geld und Cigarrenspitzen zugedacht haben, die Herz» Uche Bitte zu richten, event- Gaben an unsere Sammelstellen: Friseur Petri Wittwe, Seltersweg, Friseur Gerhardt, Liudenplatz, Restaurateur Schnell, Brandgaffe^ gefl. niederlegen zu wollen- Der Derein ;um Sammeln von Cigarrensxitzen. Ate mern ou7 3 ..»rage, w.-lche jj® leicht °mmanbo wz.! W Statuts l mit dem« PPU8 verbuk w*» 2 u&r 6?n dsravf üu?$ I« und such ben w es doch von ^sten bei Hung^ ^ie Sache fonb, ate. nicht jurürfs noch einmal auf vr- I. Nover. ! für die Jugenb Mn und Poesie: gen. 2 Bande 0. Spamer in von V. v. Zabnn^ Buch hat noch 8 sein wird, m ir für die Jugend da sie bei ihre« >er Beziehung ent- schicbtchen für nun,kindliche Er- ch Gcbichläien für ^rern, auch durch ndfchvften, welche ten Bücher zurück- eredeln. Mms Menke ist ohne em Besttz einer so j sche Sbewann wird rf möglich fltmati teilet blc Original , zuletzt wieder in en und die aim- tchrnNMaschve •f* dir Nnnehmlich!eit> Die Havpi-Niedkr- | sich bei G> Ne d- Auswabl von okn s ^betrieb, während ; i LeistungsfShibke \ waren aufge> r SBeijen Toffeln A"’ ^^00-2.25, llaute 5O-60'3"' * «S ftwMSLt 733Ar jt.Ä 4°/o ^rrr^^Me^ qS« Kllgem einer Anzeiger. Bekanntmachung. Ein ca. 20 Minuten von der Station Friedberg, ganz nahe der vorbeiziehenden Main-Weser-Vahn und dicht an der Friedberg-Hanauer Bahn gelegener, von der Staatsstraße unmittelbar berührter Basaltbruch, welcher zu 56000 Mark taxirt ist, soll Donnerstag den 27. Deceinder, Vormittags 10 Uhr, loco Fauerbach b. Fr. versteigert werden. Auskunft über die Qualität der Steine können die Städte Frankfurt a. M. und Vilbel geben, welche Steine bezogen haben. Nähere Auskunft erihellt auf schriftliche Anfrage Großherzogl. Amtsgericht Friedberg. Friedberg, den 22. Novbr. 1883. Süffert. 7934__Weber. Bekanntmachung. Am Donnerstag, den 27. d. Mts, von Vormittags 11 Uhr ab, sollen in den Stat. 7,2 bis 7,6 der Frankenau-Corbacher-Straße (zwischen Schmidlotheim und Kirchlotheim) ca. SO Stück Pappelbäume öffentlich an den Meistbietenden vertäust werden. Die Bedingungen werden int Termine bekannt gemacht. Frankenberg, den 9. December 1883. Der Baumeister. O. Herrmann. 8205 IeikgeöoLenes. ü ten fldte ßßcittcit- Ä &rauer-J$nzeige'/v werden in der -& j Muster liegen zur gefl. Ansicht bereit. t H 1 ...... in correctester Ausstattung zu billigem Preise angefertigt; desgleichen cWlencyzamms mit umo cfuic, ^ra/tif/lati/onslwvrt^Tb BRÜHL’SCHEN DRUCKEREI Schulstrasse 7 Verlag und Expedition des Giessener Anzeiger Schuisirasse 7 ^-vUtmUn, , t8^aMui^eu, u. 4. nisias Römischer Roman von E, 3 Bände. 12 Jt. Geb. 16 J-L Leipzig, C. Reissner. Dritte Auflage. Beurthcilungen: Köln. Ztg.: Eine „meisterhafte Arbeit". Berl. Poft: Ein „überaus glücklicher Griff". Magazin: >,Jn dieser Darstellung zeigt Zu Weihnachtsgeschenken von bleibendem Werth empfehle mein vollständiges Lager von Prachtwerken, Classikern in verschiedenen Ausgaben, Miniatur- Ausgaben lyr. 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