'tutl'l her, "rßehkchmi ÄMliihm, Ur. 239. Erstes Blatt. Sonntag den 14. October 4883. Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Nmwijfa" ^^venichtr ■ HaubgchL, vuis feig], M«jß Mtintitfi ®IV Emil >ilh. PlanF 2chinuev üNZ Lenueri ^loffermeite ■ ter, Büchen' 673 i Bureau: Schulstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. ^^^^^jährlich 2 Mark 20 Pf. mit 93^11961:10^. u v Durch die Post bezogen vrerteliährlich 2 Mark 50 Pz. Amtlicher Hheil. $ Bekannimachunß. Nachdem die Maul- und Klauenseuche unter dem Rindvieh auf dem Fürstlichen Hofe zu Kolnhausen erloschen ist, werden die bezüglichen Sperr- mßregel für das Rindvieh und die Schweine hiermit wieder aufgehoben. Dagegen bleiben die in Betreff der an dieser Seuche erkrankten Schafheerde, welcher ein besonderer Weideplatz zwischen dem Walde und der Wetter angewiesen worden ist, angeordneten Schutzmaßregel bis Qiif Weiteres bestehen. Gießen, am 12. October 1888. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. Gefundene Gegenstände: Gießen, den 13. October 1883. —---77 50 0 -M 7 •O ♦ ■ fte Ä Darmstadt, 12. October. In der evangelischen Landessynode wurde heute der | dem Abgeordneten Stade und Genossen etngebrachte Antrag auf Errichtung einer Ader-Stiftung aus Anlaß des 400jährkgea Geburtstags Luther's berathen. Diese durch 1,*>**“un0 sollte, nach der Intention des Antragstellers, in Gießen errichtet werden Darmstadt, 11. October. In der gestrigen Sitzung der Landessynode wurde die erste Lcsuvg des sogenannten Ku chenschutzgffn welcher bezweifelt wurde, ob die Kirche das Recht habe, auf Grund dieses Gesetzes Mich zu vernehmen, zu rcquiriren u. s. w., begann die Specialberathung des Eni- wuifs, der sich im Allgemeinen demjenigen über die Disciplinarverhältnisse der nicht- lichterlichen Beamten anschließt, daher in feiner grundlegenden Tendenz keine wesentliche Beanstandung fand. Die Verhandlung bot kein allgemeines Interesse, zumal auch das Kirchenregi- Mrt die vom Ausschuß beantragte Aenderung des Entwurfs, daß nicht das Ober» Konsistorium, sondern ein besonderer Disciplinargerichtshof als oberste Disciplinar- dehörde geschaffen werden soll, keinen Widerspruch entgegensetzt. Dieser Disc plinar- Gerichtshof soll bestehen aus 3 activen, dem Ober-Consistorlum nicht angehörigen Geistlichen 3 activen Juristen (Richter, Staats- ober Rechtsanwälte) und 3 von her Lande§fynode aus ihrer Mitte zu wählenden Mitgliedern. Der Präsident und dessen oteHoertreter wird vom Landesherrn aus der Zahl der rechtsgttehrten Mitglieder ernannt. s zu vermiß r, UügclsA’! neuen Klci^ rmiethen. j er-BemMM , Pfarrer. lilzetzen. uni Bremen, 12. October. Der am 10. October von New-Aork abgegangene Dampfer des Norddeutschen Lloyd „Salier" ist nach einer Kollision mit der Bark „Sarah M. Smith" mit beschädigtem Bug nach New-Aork zurückgekehrt, wird aber am 13. October wieder in See gehen. Die Mannschaft der Bark ist gerettet. Die Ladung der „Salier" ist unbeschädigt. Wien, 12. October. Die „Polit. Corresp." meldet aus Sofia vom Heutigen : Auf Grund des von der Sobranje angenommenen Antrages des Justizministers ist eine Amnestie sür alle bis zur Wiederherstellung der Verfassung begangenen politischen Verbrechen und Vergehen erlassen worden; weiter wurde verfügt, in den Districten mit überwiegender mohamedanischer Bevölkerung fortan die Mohamedaner zu den Districts-Tribunalen als Mitglieder zuzuziehen. — .Dem „Fremdenblatt" zusolge reducirt sich der Conflict an der österreich- rumänischen Grenze, der von den rumänischen Blättern stark übertrieben worden sei, darauf, daß einige rumänische Grenzwächter von ungarischen Gensd'armen in einem auf noch streitigem Gebiete errichteten Wachhause überrascht und nach Petroceni abgesührt wurden; dieselben seien indeß bereits wieder freigelassen und werde der Vorfall zweifellos bald seine befriedigende Erledigung finden. — Wie verschiedene Blätter melden, hat der Kaiser gestern den König von Griechenland zum Oberst-Inhaber des 99. Regiments ernannt. Pesth, 12. October. Das Oberhaus nahm den vom Ministerpräsidenten Tisza eingebrachten Beschlußantrag betreffs der Kroatenfrage an. Madrid, 12. October. In der Provinz Castellon haben Ueberschwem- mungen stattgefunden, durch welche beträchtlicher Schaden angerichtet worden ist. Acht Personen sind hierbei unfis Leben gekommen. — Gerüchtweise verlautet, der spanische Botschafter, Herzog von Fernan Nunez, habe seine Entlassung genommen. Paris, 12. October. „Temps" sagt, die Demission Nunez' habe hauptsächlich ihren Grund in der Madrider Ministerkrisis. Aus persönlichen Gründen bot Nunez schon vor der Reise des Königs seine Demission an. Madrider Nachrichten zufolge begegnete die Bildung eines Cabinets Posada Schwierigkeiten. Camacho lehnte das Finanzministerium ab, weil bei Zusammensetzung des Ministeriums er seine Finanzprojecte nicht glaube verwirklichen zu können. Die dynastische Linke wünsche die Wiederherstellung des allgemeinen Stimmrechts und die Reform der Verfassung. Eine heute stattfindende Besprechung Serrano's mit Posada werde die Lage klaren. Petersburg, 12. October. Wie aus Wladiwostok gemeldet wird, haben neulich 11 Kauffahrteischiffe unbekannter Flagge das vor der Insel Tjuleny stationirte amerikanische Wachschiff verdrängt und 60 Bewaffnete, unter denen sich auch Japanesen befanden, ans Land gesetzt, welche von der Insel Besitz -ergriffen haben. — Aus Irkutsk wird berichtet, daß daselbst am 9. d. Mts., Nachts um 11 Uhr 20 Min. ein unbedeutendes Erdbeben verspürt wurde. — Der der Veruntreuung dienstlich anvertrauter Gelder angeklagte Director des Post-Departements, Persiljeff, wurde zur Dienstentlassung und Erlegung von 15,000 Rubel verurtheilt. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. ____ Fresenius. p. * *■ # 9 A ▼ idchen fnOich ‘71. MvM, . MnliethE. Lokales. Gießen, 12. October. sSitzung der Stadtverordneten vom 11. October.] Anwesend : Herr Bürgermeister B ram m, Herren Beigeordneten Keller und Hetz, von Seiten der Stadtverordneten die Herren.: Batst, Diery, Grüneberg, Hoch, Kauf, Lüdeking, Ad. Noll, Aug. Noll, Petri, Scheel, Schopb,ach, Vogt, Wenzel und Wortman». — Gemäß Beschlusses der Sitzung vom 4. October wurde der Platz, auf welchem der für den Kreuzplatz vorgesehene Brunnen aufgestellt werden soll, besichtigt. In heutiger Versammlung sprach man sich nun für Beibehaltung des ursprünglich ins Auge gefaßten Standortes aus und wird somit die Mitte des Kreuzplatzes bestimmt. Nach den vorliegenden Zeichnungen werden die Brunnen der Stadt zur schönsten Zierde gereichen und betrachtete man es deshalb für angemessen, denselben, soweit die übriger, in Berücksichtigung zu ziehenden Umstände dies gestatttu, möglichst freie Standorte anzuweifen. Auf die bereits erwähnte Eingabe des Herrn Rechtsawwalt Labrotse gegen die Aufstellung eines Brunnens an seinem Haufe an der Plockstraße ist ebenfalls Beaugenscheinigung erfolgt Es wurde infolae dessen beantragt und beschlossen, den in gen. Stadtthetl auszustküenden Brunnen ölrect vor den alten Brunnen am Teufelslustgärtchen aufzustellen; ü*ber die Verwendung des alten Brunnens resp. Entfernung spll eine spätere Versammlung Beschluß fasten. — Ferner wird die Beschaffung zweier Brunnenständer für die Schulanstalten, welche mit Quell- Telegraphische Depeschen. WoLff's telegr. Corresponderrr-Bureair. ax ' Baden, 12. October. Se. Maj. der Kaiser wohnte gestern । während zweier Stunden dem Feste bei, welches der Internationale Klub " den, Sälen des neuen Klubhauses veranstaltet hatte. Die Großh. Familie nftt bk Trigen hier weilenden Fürstlichkeiten waren anwesend. Heute Vor- Mag nahm Se. Majestät die übrigen Vorträge entgegen und ertheilte hierauf Statthalter G.F.M. v. Manteuffel eine Audienz. Der Statthalter und ^«^Tochter sind mit einer Einladung zur heutigen kaiserlichen Tafel beehrt » -.Berlin, 12. October. Der „Deutsche Reichs-Anz." enthält die Ver- omchungs-Offerten für die Oels-Gnesener und Tilsit-Jnsterburger Eisenbahnen ^ bezeichnet ausdrücklich damit die Reihe d,er Verstaatlichungen für diese Liston als abgeschlossen. f .« 12. Octobtzr. Der König ist heute früh 8 Uhr von den lieruchest Jagden in Steiermark wieder in Strehlen eingetroffen. mer. allthorstr. A.. l. Schlafkabine 17,J. Stock. > zu vermiet^ hsteingasse 19. r zu uermietbft tarktstraße 16, lirlt Zimnicr zxi im Laden. jiinmer mit obsd Waffe Nr. M' Miethen. •x, Brandkasse. * 6 der c 1 Bei her nunmehr befiniriv vorgenommenen, gestern resultatlos gebliebenen Ab- sttmmung über die Maßregeln gegen Solche, welche eine Mischehe eingegangen und die M-r mit WM Erziehung Der Kinder in etn-r nicht protestantischen Religion zugesichert, wurde der SeltcMgdb... Wze Ausfchutzantrag abgel hnt, also eine beßfallsige Bestimmung nicht ausgenommen, worauf das Gesetz mit allen gegen vier Stimmen in erster Lesung zur Annahme gelangte. Die Verhandlung ist für das Publikum nicht öffentlich, nur den Mitgliedern des Ministeriums, des Ober-Consistoriums und den im Amte stehenden Theologen soll der Mitt gestatt't sein. — Zu einer Verurtheilung des Angeschulbigten ist 2/3 Mehrheit r-1 ^stAbftimmenden erforderlich, zu einer Verurlheilung wegen Bruch des Orbinarions- suche ich kiipffl Sstobrisses ober In lehre gehört eine Mehrheit von mehr als zwei Drittel der Ab- Mpfohlen^v» InmmenDen. Gegen die Entscheidung des Gerichtshofs ist kein weiteres Rechtsmittel QYhIma a ah C Ihm a Wi 1lnu';7l'ti ivuu, nuu# uci ^jiutmiun uc» uyiicuciy, in vy i c y c n ti i iiyici ivciucu Blitz' UnöJ^re Erträge zunächst zur Unterstützung von Gießener Stubirenden verwendet , Jer^n- Der 3. Ausschuß hatte jedoch in seinem vom Abgeordneten Rieger erstatteten 1 ^«hte vorgeschlagen, diese Bestimmung zu beseitigen; jedoch erlangte seine Auffassung rtcit °br Synode nicht den Sieg. Vielmehr beschloß dieselbe, nachdem sie den etn- ^«iiterE Ewigen Beschluß gefaßt hatte, eine Lutherstiftung zu gründen, nur Studirende . ül( Theologie bei ihrem Studium zu unterstützen. Wetter auf Antrag rs Abgeordneten Stade mit 30 gegen 20 Stimmen hinter „bei ihrem Studium" nzuschalten „vorzugsweise bei einem solchen in Gießen". Es ist erfreulich Üch-erlich lediglich im Interesse des ganzen Landes gelegen, daß die evangelische ^bssynode es verschmäht hat, diejenigen Wege zu verfolgen, welche bd Aufhebung 5 Bienniums und bei anderen Maßnahmen leider eingeschlagen worden sind. !r versehen werden sollen, genehmigt - Die Herstellung beS geftfaateä der Realschule wurde bereits tn einer früheren Sitzung beschlossen,; aus Grund oorgelegter Pläne und Kostenberechnungen erhält Herr Weitzdtnber Gottlieb Nauheimer den quicklaa - 4ur Anschaffung eines Gaslustrcs für gen. Localitat werben die erforder- Ucken Kosten bewilligt. - D-rPachtvertrag zwischen berStabtGt-tzenunb Frtebrich Simon s Wtttwe wirb auf unbestimmte Zeit verlängert. — Der Zustand des von bem Teuselslustgärtchen nach ber Bahnhofstraße sührenben Cana s hat Großh. Poltzei- amt veranlaßt , Schritte zur Beseitigung ber vorhandenen U-belständ- zu thun. Die 'unäebst hierüber angegangenen hierbei interesstrten Grundbesitzer haben es abgelehnt, «etträge zu den H»stellungsrosten, welche sich nach dem Voranschlag- aus 1245,90 .A belaufen xu leisten, infolge desfen Großh. Polizeiamt bei Großh. Kreisaml die Ver- pfltchlung der Stadt zur Herstellung des fragt. Canals 'n besonderer Emgabe dargelegt hat. Die Versammlung beschließt auf Antrag der Baudeputation Großh. Kreisamt zu berichten, daß sich die Stadt bereit erkläre, die Kosten für die Legung einer Stetnsohle in Den Canal zur Hälfte auf die Stadt zu übernehmen unter der ausdrücklichen Verwahrung, daß sie sich hierzu verpflichtet erachtet, daß i-doch die andere Hälfte der Kosten und derjenigen, welche durch an Gebäuden nothweabtge Reparaturen entstehen, von den Anarenzern des Grabens getragen werbeu, sowie baß bie Entfernung ber an den Canal grenzenden Abtrittsanlagen erfolge. - Das zur Herstellung entsprechenden Abflusses des rechtsseitigen Grabens an ber Grünbergerstraß- nothig werbende^Ge- länbe soll vorerst vermessen werben. — Dem Gesuche bes Fabrikanten Ang. Ackermann um käuflich- Ueberlassung städtischen Geländes zwischen seinem unb bem Eigen- thum des Herrn Carl W-nzel tritt die Versammlung nicht hei Der hierbei gestellte Antrag auf V-räuß rung der Hollergasfe wird angenommen. - Die Ausstellung zweier Hofthore wird dem Gastwirth Wilhelm Wenzel gestattet, desgl. den Erden bes CommerzienrathS Gg. Carl Gail ber Anschluß einer Rohrleilung an eine städtische Röhrenmstage, ferner dem Kalkbrennereibesitzer Carl Haas die Abhebung eines städtischen Rains. - Dem Gesuch- des Fabrikanten Gg. H. Schirmer um Erlaubniß zur Anlage von Cemenltrottoir an dem Fabrikgebäude au der Ostanlage wird unter dem Vorbehalt Genehmigung zu Theil, daß Gesuchfleller die Unterhaltung des gen. Trottoirs übernimmt. - Unter Vorlage eines Gesuches um Geland-üderlassung wird beschlossen, zwei bereits früher auSgebotene, an ber Ludwigsstraße gelegene Bauplätze nochmals zu versteigern. Gießen, 12. October. sTheater.) Der Freitag brachte eine aus drei Ein- actern begehende Vorstellung, welche in dieser Zusammensetzung einen sehr sreundlichen Eindruck erzielte und eine ansprechende Abwechselung bot. Zunächst gelangte die Offenbach'sche Operette „Die Verlobung bei der Laterne" zur Aufführung. „Sie sind der Mozart der Champs Elysäes" schrieb Rossini an den Schöpfer der modernen Operette, als dieser m den elysaffchen Feldern seine ersten Triumphe feierte. Mag nun auch der Ausspruch eine versteckte Bosheit enthalten oder nicht, so viel ist sicher, daß Offendach damals nichts weniger als der spätere Eomponist der „Schönen Helena", des „Pariser Lebens" rc. war. Seme damaligen Werke mit ihren einfachen gefühlvollen Melodien sind grundverschieden von der Cancan-Musik, die in den Bouffes Parisiens ertönte. Die „Verlobung bet der Laterne" ist ein Stück von gefälligem, melodischem Fluß. Zu den besten Nummern gehört vor Allem das reizende zweite Quartett und dann das Zankduett, die beide m einer komischen Oper ihren Platz mit Ehren behaupten könnten und einen mehr als ephemeren Werth haben. .. Um die Wiedergabe machten sich in erster ßtnte die Damen Hoffmann und Pögner II. verdient, welche mit dem Duette reichen Beifall fanden. Fräulein Des- mont (Liese) brachte ihr schönes Stimmmaterial zu vollster Geltung. Herr Peters spielte den Pächter Peter recht lebendig; im Gesänge hatte er mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen. Besonderes Lob verdient die Deutlichkeit seiner T xtaussprache Eine nicht minder freundliche Aufnahme fand das neckische Stückchen: „Ein gemüthlicher Schwabe" von Castelli. Einen wahren Triumph feierte Fräulein Kohrs en I. als schwäbisches Mädchen. Es ist eine Rolle, die ganz im Bereich des glücklichen Talentes dieser Künstlerin liegt. Herr Muff (Schloßvogt Zwieseln) und Herr Schreiner (Obrfft) füllten ihre Partien befriedigend aus. Den Schluß des Abends bildete die Burleske „Gute Nacht, Herr Fischer" (so lautet wohl richtiger der Titel) von W- Friedrich (nach Lockroy). H.^rr Peters stellte den Amandus mit guter Laune und großem Geschick dar; auch feinen gesanglichen Part führte er geschmackvoll durch. Herr F. Brautlech l (Doctor Hippe) gab eine neue Probe seines Talentes für drastische Komik- Seine Frau Aurora war nach unserem Empfinden etwas zu lebhaft und gefticultrte zu viel. Fräulein Hoffmann (Guste) war ein echtes Berliner Kmd. Fräulein Pögner II. und Herr Schreiner boten annehmbare Leistungen. Die musikalische Leitung hatte wieder Herr Capellmeister Searle. Das Haus war nahezu ausverkauft. Gießen, 12. October. Samstag den 20. l. Mts., Vormittags 9 Uhr, findet eine öffentliche Sitzung des Kreisausschusses statt, in welcher zur Verhandlung kommt: ■ 1. Recurs des Kaufmanns Samuel Falk (in Firma Alexander Meyer) in Gießen gegen einen Polizeibesehl betr. Aufbewahrung von Lumpen. 2. Recurs des Bildhauers Wilhelm Barthel und Anderen dahier gegen einen Polizeibefehl betr. Reinigung des Chausseegrabcns an der Grünberger Straße. 3. Desgl. des Maschinenmeisters Daudt dahier gegen einen Polizeibefehl betr. Reinigung des Chausseegrabens in der Frankfurter Straße. 4. Ansinnen Großh Kretsamtes Gießen an die Gemeinde Klein-Linden wegen Anlage eines Gossenpflasters an der Straße Gttßen-Wetzlar im Orte Klein-Linden. WerMischtsZ. Londorf, 11. October. Bei der heute dahier abgehaltenen Bürgermeisterwahl wurde der seitherige Bürgermeister Carl Weber einstimmig wiedergewahlt. Gewiß für denselben ein Zeugniß des ehrenden Vertrauens und für die Gemeinde Londorf lodend, welche sich rühmen kann, von allen Parteien frei zu fein. — [@in vertauschter £jut] Doctor H. war bekannt wegen seiner Manie, Hüte zu vertauschen Mau sagt, daß er einst um die Hand etmr jungen Dame anhielt und aus Versehen den Hut des Livrcebedienten mit hinauf genomm-n hatte — also, daß er abfiel" und noch jetzt Junggeselle ist. Unlängst regnete es nun stark, als er aus einer Gesellschaft heimgehen wollte. Darüber merkte er natürlich wieder nicht, daß er einen reuen fremden Hut statt des seinen aufgesetzt. Er ist nun meng conservattv in Bezug auf seinen Hut und trennt sich nur im Falle dringendste Noth von einem alten liebgewordenen Genossen. Infolge dessen sehen seine Hüie meist aus, als stammen sie direct aus der Zeit des Faustrechts. Der Doctor war nach Hause gekommen, natürlich sehr überrascht, einen Cylinder statt seines alten Schlapphutes mitgebracht zu haben und da es ein hochnobler Cylinder war, söhnte er sich schließlich mit dem neuen Gaste aus. Aste groß aber war seine Enttäuschung, als am nächsten Tage der iunae Herr v S. mit der liebenswürdigsten Miene auf ihn zutrat und ihn um Rückgabe seines neuen Cylinders bat. „Es regnete gestern Abend in solchen Strömen, daß ich mir erlaubte, Ihnen meinen Hut zum Verwechseln hinzuhangen. Sie hatten einen SchirM-Und ich Die „Sarja" erzählt folgende schauerliche Geschichte: cvm Dorfe „Bairakowka" war eine junge Frau im Kindbett gestorben. Als man sie andern Tages beerdigen wollte, kam Die Frau wieder zu sich; sie war nur scheintodt gewesen Die grau begann dann zu erzählen, daß sie sich bereits in jener Welt befand, aber nicht aufgenommen wurde. Ihre Zuhörer meinten, etne große Sünderin sein müsse, wenn Gott sie nicht zu sich nehmen wollte. Das unglückliche Werb griff diesen Gedanken auf und begann darüber zu grübeln, daß sie wohl dem Teufel verfallen fein müsse, wenn Gott sie von sich Spiesen. Einige Tage spater erhängte sie sich. Die Dorfgemeinde mar darüber einig, daß die Selbstmörderin eine Hexe und daß sie auch nach ihrem Tode für die Ueberlebenben unschädlich gemacht werden müsse. Lu diesem Zwecke machte man einige junge Kerle betrunken, welche bte tobte „Hexe" bet den Haaren vors Haus hinaus in einen Kreuzweg schleppten und in etne Grube warfen, die man zu diesem Zweck zuvor hergeftellt hatte Hierdurch wurde der Hexe die Fähigkeit genommen, dem Dorfe „Dürre", überhaupt bösesWetterzu bringen. Nach einiger Zeit begann einer der dortigen Ackerwirihe zu erzählen, chrn sei die Selbstmörderin im Traume erschienen und habe gebeten man möge auf ihr ödes Grab ein Kreuz setzen und es mit Weihwasser besprengen; sie würde dann Alle in Ruhe lassen und Keinem mehr im Traume erscheinen. Die Bauern veranstalteten eine Sammlung und errichteten für das Geld eine „Figura" (b. h. ein Kreuz) auf dem Grabe der Um glücklichen und ließen ihre Ruhestätte auch weihen. Eingesandt. Wir haben schon mehrfach Artikel, welche von städtischen Angelegenheiten handelten, in diesem geschätzten Blatte veröffentlicht, aber wir können versichern, daß wir stets nur im reinen Interesse unserer Vaterstadt geschrieben, und die verehr lichi Redacttvn dieses Blattes, die dies genau wissen kann, wird uns gewiß dieses Zeuznlß nicht versagen. Wenn wir nun abermals die Feder eintauchen, um über die bevorstehende Ergänzungswahl der Stadtverordneten einige Bemerkungen zur öffentlichen Kenntntß zu bringen, so haben wir auch habet nur die reine Sache im Auge. Ge, nannte Wahl ist von der größten Bedeutung für das Wohl unseres ®emeinb.ewefen§, denn tn den Händen ber Stadtverordneten-Versammlung liegt das Wohl unb Wehr unterer (Stabt, und bas oergegcnma tige man sich nur recht klar unb deutlich, damit Jeder weiß, wenn ber Wahltag (Montag) kommt, bah er seine Schuldigkeit thun muß. Es handelt sich dabei nicht um Privatinteressen, es gilt vielmehr, Männer zu berufen, welche mit voller Hingebung sich an den unserer städtischen Vertretung Obliegenheit Arbeiten beteiligen und die städtischen Interessen zu fördern geeignet sind. Wir müssen Männer haben, Denen die Ehre, das Empocblühen, das Gedeihen unserer Vaterstadt höher steht als ihr eigenes Interesse, welches sie vollständig dem Interesse der Gemeinde unterordnen müssen- Ein Stadtverordneter, welcher dem entgegen ban beit, verkennt seine Pflicht unb setzt sich in Wiberspruch mit der Meinung unb bem Willen seiner Wähler. Wir müssen also Männer von erprobtem Charakter haben, Denn biese lassen sich nicht leicht tn das Schlepptau nehmen, fonbern sie werben stets überall ihre wahre Meinung zu vertreten suchen. Männer, von benen man annehmen kann, daß sie tn anderer Weise zu handeln gedenken, bte vielleicht geneigt sind, in der Versammlung stets so gestimmt zu haben, wie es gerade Die Gesellschaft, in ber sie sich spater befinben, wünscht, bie haben entweder keine eigene Meinung, ober sie verleugnen dieselbe aus einem nichtswürdigen (SVunoe, und sie können gewiß nicht als wahre Vertreter betrachtet werden. Die hiesige Bürgerschasi verlangt gebieterisch von den Stadtverordneten, daß die tn jeder Hinsicht so schön begonnene Entwickelung unserer Stadt für alle Zukunft sicher gestellt werde, und sie ist bereit, die Mittel zur Weiterentwickelung zu gewahren, jedoch Darf dabei kein Stadi- theil vernachlässigt werden, denn man verlangt mit Recht, daß allen Stadttheilen gleiche Freitag > 4n 2 Bauplätze b der Aula, ml -ermittelter Tiefe, cheruug bekannt Gießen, d DtnselbeN' 5 PÄ 5 * E Denselben- $ -'S'»» m 11- A Rechnung getragen wird. Obschon wir nun wissen, daß bie ausscheidenben Stabtverorbneten roiebtr gewählt werden können, so sind doch sehr viele Bürger der Meinung, daß es im Interesse der Stabt als bringend nothwendig erscheine, die Stadtverordneten-Versammlung von Zfft zu Zeit durch möglichst viele neue Mitglieder zu ergänzen, wozu ja auch die Regierung durch das Wahlgesetz Veranlassung geben will. Die Wähler sollen Gelegenheit finden, benannte Versammlung nach ihrem Willen durch andere Mitglieder umzugestalten, unb es ist bies gewiß eine recht wch Bestimmung, denn neue Mitglieder müssen ber Versammlung zugeführt werden, damit diesen die Möglichkeit gegeben wirb, ben ausgebreiteten Gang ber städtischen Verwaltung kennen zu lernen. Nene Mitglieber werben zweifellos neue Ansichten, neue Idee«, welche vielleicht, wenn sie irrig sinb, bekämpft werben müssen, in die (StabtoerorbnM Versammlung hineinbringen. Aber gerade dadurch kommt in eine jede Sache ein neuer Zug und ein regeres, frischeres Leben und wird sicherlich auch dadurch in einer jede« Versammlung befördert. r , Q Damit nun Männer, welche bie bezeichneten Eigenschaften besitzen, aus der Wahlurne hervorgehen, so darf man diese w chtige Angelegenheit nicht bem Zufall überlassen, sondern die Bürgerschaft muß schon vorher über bie zu Wählenden an Klaren sm» Wir machen aber dennoch keine Vorschläge, denn wir haben durchaus nicht die Absichi, Stadtverordnete aufoctroyiren zu wollen; wir schreiben aber auch n>cht unter der gewöhnlichen Unterschrift „mehrere Bürger", sondern wir vertreten tn der That die Ai- sicht von vielen, vielen Wählern, ja, wir können sagen, daß wir , Schweinefleisch 62-64 Hammelfleisch 62-70 Kartoffeln per 100 fflj M. 2.80—3.80, Milch pr.Ltr. 13—18 Gänse pr. Pfd.H 50-56. Zwiebeln per Qtr Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Getraute. , . ( Den 11. October. Jakob Braun, Metzger dahier und Katharine Wilhelms Rusag, des Weichenstellers Heinrich Ludwig Rusag eheliche lebige Tochter. Getaufte. Den 7. October. Dem Schlosser Wilhelm Dörr etne Tochter, Wilhelmine. bören den 15. September. 2tufgel>Ole. ii im« s. p -’-'iimi October. 8. Glaser Wilhelm Lapp zu Büdingen mit Elisabethe Reuter, XoSItfl TeintZ. des verstorbenen Hirten Adam Reuter zu Gießen 10. Weißbinder Heinrich SaLwil ■ ' Karoline Reh, Tochter des verstorbenen Landwirths Johann Wilhelm Reh zu 12. Kappenmacher Salomon Walldorf mit Johanna Stein, Tochter des Der flotten Handelsmanns Moses Stein zu Gießen. Eheschtietzungen. October. 10. Metzger Jacob Braun mit Katharine Wilhelmine Rusag, ToÄtn des Weichenstellers Heinrich Ludwig Rusag zu Gießen. Geborene. September. 29. Eine Tochter von auswärts, Karoline. October. 1. 5>m Metzger Julius Rosenbaum eine Tochter, Estella. 2. Em Sohn von auswärts, AugA 2. Dem Postschaffner Wilhelm Magen eine Tochter. 3. Dem Metzgermeister HeiM Kiefer ein Sohn. 4. Dem Taglöhner Johannes Winecker etne Tochter, Matgarithe 4- Dem Bäcker Jacob Klingelhöffer eine Tochter. 5. Dem Stadtkaffengehilfen «Hn Stohr eine Tochter. 6. Dem Tapezier Friedrich Sauberer ein Sohn. 7. Dem Scich machermeister Christian Weeg eine Tochter, Elisabeth. 8. Dem Professor HermM Stebeck eine Tochter, Helene. 9. Dem Schreiner Georg Lind eine Tochter, Kar M Elise. 9. Dem Oeconomen Ludwig Euler eine Tochter, Katharine. 10. Dem Aeu- unternehmer Heinrich Adami eine Tochter. 11. Dem Conbitor Georg Lind ein Schn Gestorbene. , October. 7. Elise Margarethe Kröck, geb. Sack, 60 Jahre alt, Wittwe des Jacob Kröck VII. von Heuchelheim. 8. Katharine Beck, 18 Jahre alt, von HelperöhM 9. Christine Seng, geb. Wißker, 33 Jahre alt, Ehefrau des Taglöhners Heirrilb Seng. 12. Gastwirth Maximilian Joseph Affxanber Philipp Edmund Schram, 33 Jahre alt. Damea- UI ,, kleid >___ » Handel und Verkehr. Gießen, ben 13. Oktbr. Auf dem heutigen Markt kostete: Butter per W cX 1.03—1.05, Hühnereier per Stück 6—7 Käse Stück 5—8 A, Kasematte 3 4 Erbsen per Liter 22 Linsen 3'2 Tauben per Paar 6o—80 Hühner per -1.50, Hahnen per Stück JL 0.60-1-30, Enten pr. St l;40-^|| Pfund 70—72 Kuh- und Rindfleisch 56—60 H, Kalbfleffch 5i> bli Hilfe Auszug aus den Standesawtsregistern des Standesamts ®ieW | Mn-,' ii. ?Ur coSmpttu. ManrfArr a. M.. 13. Oktbr., Nachmittags 2 Uhr — Mim (Teleg, aphtlcht Coursbericht. Mttgetheilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann In Gresey.) Creditactien 2453/4, Staatsbahnactien 2697/b, Galizier 245V», Lombarden 128Vs, ^>rd- westbahnoctien 163V4, Gotthardbalmactil-n 102^, Darmitadter - Bankactien 15S’/t Disconto Commandit 19OVr, Oesterr. Silberrente 66^/16, 4o/v Ungar. Goldrente 7^ 40.0 1880er Russen 713A, 5°/0 1877r Russen 90ffr, 2. Onent-Anleihe 56%, Spanier 58Ve, 5°/o Rumänische Rente 93Vö. Unisic. Egypter 71V^, 5% TQffei | z —, Marienburger 104, Hess. Ludwigsbahnact. 1091/»- Tendenz: ziemlich fest. „ML ,obt bet Un, ftwjelt« ‘Win, M Dtr blt bevor. >111(6,5 Oje. njeinbemefens 1 unb dMHer unM Zz ^usen, welch, 18Ä^ 1 ®tt müfitn ”r Vaittfiübi “eT Temeivbi a ptßegen Tu» mit btt o Main-r oon !PPtau nehmen Männer, n gidenken, btt 1 mie rö gerade ,ber keine eigene '•unne, unb fit' 9? Bürgerschnst cht so schön derbe, und sie Ist bei kein Stabt» dtlheilen gleiche ten wieder ge- )o& es im In-' -Versammlung iju ja auch die iitüf- iß nach ihrem ine recht weise werben, bamtt gen Verwaltung n, neue Jbttu, tabtveiorbmten- Sache ein neuer ch in einer jeden , aus der Wahl- usall überlassen, im Klaren sein. Mi die Absichi, hl unter der gier Thai die Am uzen genommen, den, fonbern fit ;t ,,-S- AB ifirger, dieselben Männern ihre ftln M doß .rftaöt zu ner« Veritas. ,* * ?HS 128'/s,K octien ldrenle 74|j , 56‘/s, « ' Ä titln ter per Md ■öfematte i 4 Hühn« r- x 1,40-1.% Misch 50J jerlOON & per Str. , OT 18» '$!(«' 7. ps-ß-lsM »<äi9 B OP- rine 85 chktt' .« Denselben. Dem Packmetster Conrad Freitag ein Sohn, August, geboren den 8. September. Denselben. Dem Taglöhner Conrad Jager ein Sohn, Heinrich, geboren den 21. September. Denselben. Dem Schlosser Joseph Huber ein Sohn, Karl Heinrich, geboren den 7. Atrguft. Denselben. Dem Kutscher Heinrich Adolph ein Sohn, Karl, geboren den 10. September. Denselben. Dem Schuhmacher Conrad Häuser eine Tochter, Johanna Margarethe Anna, geboren den 8. September. Denselben. Dem Schuhmacher Johann Kood eine Tochter, Elisabeth, geboren den 19. August. Den 8. October. Ein unehelicher Sohn von auswärts, Otto Karl Max, geboren den 23. November 1882. Beerdigte. Den 11. October. Christine Seng, geb. Wisker, Ehefrau des Taglöhners Heinrich Seng, alt 33 Jahre 10 Monate 25 Tage, gestorben den 9. October. Zur gefi. Beachtung. Schriftliche Anfragen wegen Auskunftsertheilung über Inserate rc. können wir nur dann beantworten, wenn denselben eine Freimarke für die Rückantwort beigclegt ist. lieber Inserate bezüglich deren Offerten einzureichen sind, ist die Spedition zu keinerlei Auskunftsertheilungen befugt. Offertenbriefe sind — soweit keine bestimmten gegenteiligen Abmachungen getroffen wurden — in der Expedition abzuholen. Briefkasten. Herrn "W. Auf Ihre an uns gerichtete Frage diene Ihnen: 1. Gedruckte Stimmzettel können abgeändert, d. h. es können Namen gestrichen und andere barunter geschrieben werden- 2. Stimmzettel, auf welchen weniger als sieben Namen stehen, sind gültig, ungültig dagegen sind solche Stimmzettel, auf welchen mehr Namen verzeichnet stehen, als Candidaten zu wühlen find. Wenn z. B- kommenden Montag ein Stimmzettel abgegeben werden sollte, auf welchem 8 oder mehr Namen stehen, so ist dieser Zettel ungültig. Red- d. G. A- Allgemeiner Anzeiger. Bekanntmachung. Freitag den 19. Oktober d. I., Nachmittags 2 Uhr, sollen 2 Bauplätze an der Ludwigstraße, zwischen dem Ruckstuh loschen Hause und der Aula, mit je 20 Meter Straßenfront und 45 und rejp. 55 Meter vermittelter Tiefe, meistbietend an Ort und Stelle unter den bei der Versteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen versteigert werden. Gießen, den 12. Oktober 1883. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. 6852 A. Bramm. Die Rechn ng über Einnahme und Ausgabe der israel. Rel.-Gemeinde Gießen für 1882/83 liegt 8 Tage lang auf dem Bureau des Unterzeichneten zur Einsicht der Betheiligten offen. Gießen, den 12. Oktober 1883. Der Vorstand der israel. Rel.-Gemeinde Gießen. 6819 M. Hornberger. Nächsten Mittwoch den 17. October l. I., Nachmittags 2 Uhr, in der Fl et tuschen Hofraithe dahier, werde ich folgende Gegenstände zwangsweise gegen Baarzahl- mig versteigern: n. 1 Secretär, 1 Sopha, 2 Consolchen, 1 Tischchen mit Fuß, 2 eichene Kleiderschränke, 1 Standuhr, 1 Nähmaschine, 1 Sessel, 1 Spiegel, 1 Pianino, b. ferner: 1 Commode mit Glasaufsatz, 1 Sopha, sowie 1 runder Tisch, 1 Waschtisch, 1 kleines Tischchen, 1 Commode, 1 dito mit Glasaufsatz, 1 Spiegel und 3 Bilder. Gießen, den 13. October 1883. Engel, 6851 Großh. Gerichtsvollzieher. Ieilgeöotenes. Für die Herbst- u. Wintersaison empfehle ich die Anfertigung von Damen- und üinder- kieidern. Außerdem sind selbstgefert. Druckkleider, Damenhosen und Hemden, Küchenschürzen sowie amerikanische Kinderschürzen und Kragen stets vorräthig. (>807 Auguste Frieffe. Mycerin-^vchwefel- milch-Seifk -aus der kgl. bayer. Hof-Parfümerie- Fabrik von O. D. Nürnberg, prämiirt 1882. Unübertroffen zur cosmetischen und hygieinischen Pflege des Teints; zur Erlangung eines schönen, sammtartigen, weißen Teints; auch vorzüglich geeignet zur Reinigung von Hautschärfen, Hautausschlägen, Jucken der Haut, Flechten sowie zur Zertheilung r>on Geschwülsten rc- ä 35 bei Heinrich Wallach in Gießen.6817 Prima getrocknete Heidelbeeren (vorzüglich gegen Durchfall) empfiehlt 6633 Emil Fischbach.. «Gausfrauen! Unentbehrlich für jede Hausfrau ist die binnen Kurzem so in Aufnahme gekommene staubfreie Ofensehwärae von Reinhold Diezmann, Plauen i./V. Durch dieselbe wird vielen Unannehmlichkeiten vorgebeugt; sie hinterläßt beim Gebrauch nicht den geringsten Staub, erzeugt einen tiefschwarzen, prachtvollen Glanz und verhindert theilweise das Rosten der Oefen, Herdplatten, Ofenrohre rc. Zu haben für Gießen per Packet 15 Jbei Herrn August Kröll. 6820 Treber im Gebrau abzugeben. 6850 Ant. Klostermann. _ 6825 Mehrere Wagen Mist zu verkaufen__Carl Steinberger. Woll-MatrWeu (von weißer Wolle), selbst angefertigt, empfiehlt 6818 Wilh. Böhling, Caplaneig. 5. Sauerkrautfäffcr (auch zu Aepfelwein geeignet) verkauft 6838 H. öecker, Löwengasse 28. Ziegler’s Patent - tThr feder- Ooraettes sowie französische und deutsche acht Fischbein - Corsettes in besten Fa^ons zu billigsten Preisen empfiehlt *1. S^a,cm 6824___Kreuz.__ Ähoru-Laubsäacholz in schöner Auswahl empfiehlt billigst 6812 LouiS Losch 6810 Meine Dickwurz-Ernte ist zu verkaufen. Th. Wortmann. Mitbürger / Als einen sehr geeigneten Candidaten für die Gemeinderathswahl empfehlen wir dringend „ 8. W. Plank, Kaufmann. , . biblische Borträge j baeBaIt?ti°nn*<1^ un^ Mittwoch, Abends 8 Uhr, Canzleiberg 5, eine Treppe hoch, B ytUlcn* JT. Hohl. Soeben eingetroffen das erste Heft des neuen (26 ten) Jahrgangs von Ueber T^anÄ n. DLssr, ^5«LZ l. »icker. iKLWMLW Ich beehre mich ergebenst zur Kenntniß zu bringen, daß die Table d’hote im Gasthof zum Hirsch an beiden Tagen präcis 1 Uhr beginnen wird, und gestatte mir zu dem am Mittwoch den 17. October, von 7 Uhr Abends an statthabenden BALL höflichst einzuladen. 6816 Hochachtungsvoll A. Hoffmann. Mchäfls-Eröffnulig. Einem verehrlichen hiesigen und auswärtigen Publikum zeige ich hierdurch an, daß ich in dem von mir erkauften Hause Neuenweg Nr. 33 unterm Heutigen eine Metsgerei errichtet habe. Unter Zusicherung bester Bedienung bitte ich um geneigten Zuspruch. 6814 Hochachtungsvoll Adam Dietz. AAe Annoncen für das „Berliner Tageblatt" (die gelesenste deutsche Zeitung), „Deutsches Montags-Blatt", „Deutsches Reichs-Blatt", „Kladderadatsch", „Bazar", fliegende Blätter", „Schalk", „Jndependance belge", „Wiener Allgemeine Zeitung", „Giessener Anzeiger", foroie für «Ule anderen Zeitungen, Provinzialblätter, Fach- zeitschriften befördert ohne Kostenerhöhung am billigsten und promptesten die Zeitungs-Annoncen-Expedition von ilndoif Mosse, Frankfurt a. .VI. Zeitungs-Verzeichniß (Insertions-Tarif), sowie Kostenanschläge gratis und franko. Bei größeren Aufträgen höchster Rabatt. Eine große Anzahl Bürger hält unter den bis jetzt vorgeschlagenen Candidaten folgende Herren am geeignetsten zur Vertretung der städtischen Interessen und empfiehlt dieselben der Bürgerschaft dringend: Gg. Tour. Simon, Oeconom. Adolf Roll, Commersteurath. Dr. Kübel, Institutsvorsteher. Karl Wenzel, Kaufmann. Dr. Gutfieifch, Rechtsanwalt Wilh. Wallenfels, Kaufmann. Louis Kauf, Bauunternehmer* 6849 Stadtverorbnetenwahi. Hobes Lob wird den Bürgertugenden der empfohlenen Candidaten gespendet- An den Mantel der christlichen Liebe, der über so Manches gedeckt wurde, denkt man, wie es scheint, nicht mehr. Haben die Wühler auch ein so kurzes Gedüchtniß? 6848 •fr * * In Folge meiner Erwiderung aus die von der „Concordia" in ihrer bekannten Manier abgefaßten Annonce hat Herr Clemens Muller m Dresden dre Erklärung veröffentlicht, daß meine Behauptung, in Amsterdam sei den Original Singer Nähmaschinen der höchste Preis — das Ehrendiplom — verliehen, nicht der Wahrheit gemäß sei. Dieser Erklärung gegenüber kann ich nur wiederholt aus die officielle Preisvertheilungsliste verweisen, in der es, ohne iede nähere Angabe, Seite 27, hecht: J Das Ehrendiplom: The Singer Manufacturing Co., New-York. Herr Müller erklärt auch, daß er als Mitglied der internationalen Jury und als alleiniger Fachmann in der Nähmaschinen- Branche, die höchste Auszeichnung, das Ehrendivlom, nur für die neueren Maschinen der Singer Co. beantragt habe — Inwieweit sich diese Angabe, rote feine übrigen Ausführungen, bestätigen, entzieht sich meiner Kenntniß, weil ich selbstredend über die im Schooße der Jury stattgehabten Vorgänge nicht unterrichtet sein kann, es erhellt aber daraus, daß selbst Herr Müller der ein Concurrent der Singer Co. und dieser offenbar wenig freundlich gesinnt ist, die Singer Co., aber kein Mitglied der Concordia", der höchsten Auszeichnung werth hielt. " Herr Clemens Müller hat auch sonst schon den Beweis geliefert, daß er den hohen Werth der Original Singer Maschinen ganz genau zu schätzen weiß. Er coptrt nämlich dieselben, und zwar so getreu, daß er an derselben Stelle, wo die Original Sinaer Maschinen in Golddruck die Worte * ö 0 The Singer Manufacturing Co., U.-H. tragen, bei seinen Maschinen in gleicher Schrift und ebenfalls mit Golddruck die Inschrift The Seroing Machine Mfg. ®. M. U. D. anbringen läßt. ' Warum versieht nun Herr Müller seine Maschinen, trotzdem es Dresdener Fabrikat ist, mit einer amerikanischen Inschrift? Dieser Concurrent der Singer Co. war Mitglied der Jury in Amsterdam und angeblich in der Nähmaschinen-Branche der ausschlaggebende Fachmann. Aber selbst dieser Concurrent muß eingestehen, daß die neueren Original Singer Maschinen die übrigens schon seit Jahren in Deutschland eingeführt und in großer Zahl verkauft sind, den höchsten Preis verdienen. Würde aber auch nur diesen Maschinen allein der Preis verliehen worden sein, so weiß das Publikum wenigstens jetzt, wie vorzüglich selbst nach dem Urtheile der Concurrenz die verbesserten Maschinen der Singer Co. find, und Jeder wird sagen, daß eine Fabrik, die unter so erschwerenden Umständen den höchsten Preis errang, auch in der Fabrikation von Nähmaschinensorten, die von derselben Concurrenz nachgemacht werden, das höchste und Beste leisten muß. n Die Veröffentlichung des Herrn Clemens Müller benutzt die Reklame-Vereinigung „Concordia" in bekannter Manier um mich und meine Waare herabzusetzen. Es widerstrebt meinen Grundsätzen, auf die handgreiflichen Unwahrheiten dieser Vereinigung zu antworten. Das Publikum weiß, daß die „Concordia" mich unausgesetzt angreift und meine Waare herabwürdigt: das Publikum weiß auch, daß ber u Singer Manufacturing Co. • und keinem einzigen Mitgliede der „Concordia" der erste und höchste Freis verliehen ist. Wenn diesen klar erwiesenen Thatsachen zum Trotz die „Concordia" nach wie vor glaubt, auf meine Maschinen schimpfen zu müssen um für ihre eigenen Fabrikate Abnehmer zu finden, so steht ihnen dieses schlecht an, denn fast fflt existiren lediglich dadurch, daß sie die Original Singer Maschinen uachahmen und in den Handel bringen. Dabei beuten sie den Namen „Singer" schoniingslos aus und überbieten sich gleichzeitig in Herabsetzung der Singer Maschinen r , biC-Le? b.e.r/Jrf,,,8e c,n? ®aa,r= empfehlen, überlasse ich der Beurtheilung des Publikums; jedenfalls läßt dieses sich nicht tauschen, es schließt m,t Recht, daß die retlamebedürftigen Mitglieder der „Concordia" zwar im Schmähen und Schimpfen der Singer Co. über |tnb, in der Gute ihrer Maschinen derselben aber weit nachstehcn. 6840 Cr« ftieidlinger, Glessen^ ffikäSaeiiaofstrassses MermieLßnngerr. ler zu vermiethen. Wallthorstraße 49. 6811 Ein möblirtes Stübchen zu ver> mTC^en- ________ Sandgasse 47. 6809 Logis im ersten Stock sofort zu vermiethen.__F. Rüger, Kreuz 4. 6828 Ein Keller 6826 Möblirtes Zimmer und Cabinet zu vermiethen. Gartenstraße 27, 2. St, J58-1 Möblirtes Zimmer zu vermiethen. Rechner Döring, Grünberger-Straße 34, ^0830 Logis^sowie einzelne Zimmer, neu hergertchtet, gleich beziehb. Reuen-Bäue20. . . Zn vermiethen zwei ineinanderg^ehende, schön möblirte Parterrezimmer. ___6835 "^3T^t^noW!e§^!nnur^ernu3ffi ^mil Bener, Reuenroeg. ——MH Mill 6843 Ein schön möblirtes Zimmer zu vermiethen.__Löberstraße 5, 6841 Ein Logis sofort zu vermiethen. _____Th. Dogt^Löwengasse 17. 6854 Ein gut möblirtes Zimmer zu vermiethen. Asterweg 15. Die Modell hüte sind eingetroffen und empfehle solche, sowie sämmtliche Neuheiten in Hüten, Federn, Sammten, Bändern und Hut-Verzierungen in großer Auswahl zu billigsten Preisen. 6733 A. Fangmann. & Zur bevorstehenden Ztadloerordneten-Mtchl werden folgende Herren vo> geschlagen: Rechtsanwalt Diery, Adolph Moll, August Roll, Ludwig Kauf, Ehr. Schopbach, Chr. Wallenfels, C. Wenzel. 6837 Schölle Aussicht. Sonntag den 14. October d. J. Coiwert von einem Theile der hiefigen Ne g iment'smufik Anfang 3*/2 Uhr. — Entree 20 Pfg. 6842 Tüchtige Mechaniker, auf . Pracisions»Jnstrumente geübt, finden unter fril-V M/941 t- günstigen Bedingungen dauernde Stellung, in hiesiger Stadt zu verpachten durch Näheres in der Exped. ds. Bl. * 6789 I. Blitz. Todes-Anzeige. Allen Freunden und Bekannten die schmerzliche Mittheilung, daß mein unvergeßlicher Mann Edmund Schramm nach einem langen und schweren Leiden im Alter von 38 Jahren gestern Morgen V2IO Uhr verschieden ist. Bitte um stille Theilnahme. Gießen, den 13. October 1883. 6827 Die trauernde Gattin. Die Beerdigung findet Sonntag Nachmittag 5 Uhr statt. Wermischte Anzeigen. 6806 Ein junger Mann, der in bessern Häusern servirt, mit Pferden umgehen kann und gute Zeugnisse besitzt, sucht Stelle als Diener oder Kutscher. Näheres bei Hrn Ernst Jughardt, Marburger-Straße 34.____________ TüchtisttSchlossergesellm sucht Karl Noll, Flügelsgasse 6.____6808 6832 Eine gold. Damen-Remontoir- uhr von der Bahnhofstraße durch die Löwengasse und Teufels-Lustgärtchen nach dem Kreuz zu verloren. Abzugeben gegen Belohnung in der Exped. ds. Bl^________________ 6836 Ein Kellner-Lehrling gesucht. __C. Welcker, „Gambrinus Besatzplüsche u Biriniiuer empfiehlt m allen Qualitäten 6479 August Montanus. Todes-Anzeige. Freunden und Bekannten statt besonderer Anzeige die schmerzliche Mittheilung, daß unsere gute liebe Frau und Mutter Fsäu Käthchell Horn geb. Kalbfleisch nach kurzem aber schwerem Leiden im Alter von 28 Jahren gestern Abend 6V4 Uhr sanft verschieden ist. Um stille Theilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen B. Horn und Kinder. Gießen, 13. October 1883. Die Beerdigung findet Sonntag Nachmittag 3V2 Uhr vom Sterbehaus, Schillerstraße Nr. 23, aus statt. 6829 Stellengesuch Für ein junges Mädchen vom Lande aus achtbarer Familie wird eine Stelle zur Stütze der Hausfrau in einem besseren bürgerl. Hause gesucht, wo dasselbe Gelegenheit hat, sich in der Führung des Hauswesens zu vervollkommnen. Auf Lohn wird weniger als auf familiäre Behandlung gerechnet. Näheres zu erfragen bei Herrn I. Hormann, Mäusburg. 6853 jj FRIEDRICH BAUMANN Giessen, Neuenweg 7 ~~ Werkstätte, 2243 •q&yYpi Ührmacherei, Electro- mechanik. ’sS.&Ok Haustelegraphenanlage. Gute« Mittagstisch empfiehlt 6847 C. Welcker, „Gambrinus". 6822 Einen Arbeiter sucht Piftor. _______ 6813 Ein tüchtiger Provlsionsreisender wird sür einen, in der Privatkundschaftsehr yut eingeführten Artikel gegen hohk Provision gesucht. Offerten sub G. B. an die Exped- ds-Bl. Stadttheater in Gießen. Sonntag den 14. October 1883». 6. Vorstellung im Abonnement. Zum ersten Male: Der Mann im MonD. GroßePossem-Gesang in3 Akten (5 Bilder) von Jacobson. Musik von Michaelis. Anfang 7Vr Uhr. Ende 10 Uhr. Montag den 15. Oktober 1883, 7. Vorstellung im Abonnement. Zum 2. Male: Der Jourfix, Lustspiel in 4 Akten von Bürger. Anfang 7V2 Uhr. Ende 10 Uhr. _____________F. Brautleelit. -MV" Der heutigen Nummer liegt für alle AbonnWten ein literarischer Prospekt der Univ-Buchhandlung von F. E. FehsenTeld, betr. „Becker's Weltgeschichte", bei. Verantwortliche Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr- Chr. Pietsch) in Gießen. Die heutige Nummer enthält 3 Blätter und 1 Beilage. IM: Schuistrak Die Landes! MJahres-C j big zum 15. M Dieselbe soll, z tz hallend, insbesi M Gelegenheit I -'ckrlichen theoreti hen und Entioerf soll die Baugen imssehern rc. dien Der Unterricht ■ solgenden Hem Pekt Kuhlman Mehrer Peter Die Schule un ^llnd- und geom sättenconstructionen Äitäts- und Festig Zeichnen, Entiverji M Algebra, ß ^zeichnen), gemerl un' * und Mechanik Die Unterricht- Realitäten bt herzoglichen Gew - MMt benutzt r we des 9 wie Ql