ISS3 Donnerstag den 13. September jr. 212 Ntcßcnet Anzeiger Ml 1 ** Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Wrraur Schulstraße 7. Lchüler I ent. NachWi'^ old Mülltk- W"' aln'AW"" I KU.W- jtt? von *A id alten M i braver W 3 die Lehre AM CarlMu> in braver N;i: LolNk imutig der einheimischen Bevölkerung aus erheblichen Widerstand stoßen mürbem Ich den eingezogenen Erkundigungen und nach eigener Anschauung, Som » I H°n unterliegt es keinem Zweifel, daß es sich um die echte asiatifthh .. ./:■ :i I Alt. Die Art und Weise, wie die Seuche von ihrem Heimathslande nach »lm verschleppt wurde, ist bislang nicht aufgeklärt Übrigens mmmt die Pera-Sterblichkeit in allen Theilen Egyptens so schnell ab, daß die Epidemie fflS—aJä !diesem Lande voraussichtlich bald erloschen sein wird. gT ne W KmWst,l ft, bin ich- tebinp^n M ionradifc Alt-AA ' mit, tniWrn u. Specich iti . Konttzli, Mh: Atteste, bmW gerieten uni Ar -atis. Wctii chemirDM^ TWit, ZL GbflL ÄI ein großE Frankfurts VorkenutiuWZ mit oder S.O,I39»S $rpebition E->- rta.K_-< «öl n-riiw ;n FWM 'ÄrÄ^'l für eint Ü|mkj lÄ>‘ NchrtSdtiKh! Miihatlitz tiiiüij. üsscn für Behörden legen jedoch denselben kein besonderes Gewicht bei, sondern glauben, daß dieselben blos in Umlauf gesetzt wurden, um die erschöpften Kasien der Geheimbünde mit neuen Mitteln zu füllen, welcher Zweck auch erreicht sein soll. Um jedoch irgend einem tollen Streich der irischen Desperados vorzubeugen, werden die größten Vorsichtsmaßregeln getroffen, damit O'Donnel bei seiner am 19. d. Mts. zu erwartenden Landung gleich nach entern der Staatsgesangmsse überaeführt werden kann. , _ £r,r . n , Gleichzeitig mit den Kaiser-Manovern m Deutschland finden auch in Rußland große Manöver statt und zwar bemerkenswerlher We.se m der Nähe der deutschen Grenze. Besonders große Truppenmaffen werden sich in den dreitägigen Manövern bei der Festung Sledlee m Polen betheülgen. Wie der „Russische Invalide" mittheilt, sollen °n demselben 70 Bataillone Infanterie 51 Escadrons Kavallerie und 122 Geschütze theilnehmen, was allo nach deutschen Begriffen eine Truppenmacht von mehr al« zwei Armee-Corps repräsentiren würde. Schon seit mehreren Jahren lieben es die Russen, vorzugsweise an ihrer Westgrenze und mit größeren -uruppenmassen zu manüvriren, welchem Umstande von Seiten der deutschen Militärverwaltung durch eine Verstärkung und größere Concentration der Garnisonen an der deutschen Ostgrenze *« e-HW lauten jetzt etwas weniger pessimistisch. Es soll Hoffnung vorhanden ^n, daß die Mißhelligkeiten zwischen den in Sofia tonangebenden russischen Generalen und dem Fürsten Alexander güllich beigelegt werden, zumal die russischen Gene- räle der Ausarbeitung der neuen bulgarischen Verfassung kem weiteres Hinder niß in den Weg legen wollen. Bis dieselbe ausgearbeltet sein werd durfte aber einige Zeit vergehen und dann fragt es sich noch, ob d,e russische Hospartel iN der bulgarischen Hauptstadt in der Thal noch gesonnen ist, der Verfassung zuzustimmen. Einstweilen scheint auch die Stellung der Raffen unter den Bulgaren noch eine so feste zu sein, daß die bulgarische Bevölkerung es nicht wagen bori mit Gewalt qeqen ihre „Befreier" vorzugehen und so wird vorerst der osficiöse Telegraph noch öfters zu melden wissen, daß sich Fürst Alexander nut dem und dem russischen Agenten wieder verständigt habe. A Abel' KiM 'n Nut Edtag^zu ^ach Egypten entsendete „Cholera-Com- dilicn" hat jetzt ihren ersten Bericht emgeschlckt Die Untersuchungen finden -dem zur Zeit die meisten Cholerakranken ausweisenden griechstchen Hospitale s Alexandrien statt. Das dort vorhandene Material an Kranken, wte an ich/, wird der Commission für die nächste Zeit volle Beschäftigung geben, Ü°ß ein weiteres Vordringen in das Innere Egyptens einstweilen nicht n s N gefaßt ist, zumal specielle Untersuchungen von Leichen und Leichentheilen i km platten Lande bei der auf religiösen Anschauungen^ beruhenden Ge- Darmstadt, 11. September. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben AllergnÄigstogenchUmb^r feem Oberst und Adjutanten Sr GroßP Hoheit des Vrinzen Alexander von Heffen und bei Rhein, Friedrich Frhrn. v. Rotsmann, das ComMrkreÜz 2. Klaffe mit der Krone des Verdienstordens Philipps des Großmüthigen zu verleihen. Seiner Majestät dem Kaiser empfingen @iltie S”?8oeuÄe So®it bsr $rini Alexander heute das nachstehende CabMets- : Vergnügen zu der Euer Grotzherzogltchen Hoh g J,ren g.ur3e an Ehren und Auszeichnungen wasche . auszusprechen. cvL in Bethätigung Meiner Freundschaft und hohen - dl»«—-« - v-ränd-rlich-r Freundschaft eutr Grotzherzaglichen Hoheit freundwilltger Vetter gez. Wilhelm." b°st-b-w den im Reichstag °usg°spr°ch°n°rlWM-n b-tt-ff-nd Rechnung des Gesetzes, namentlich auf die MMar.Z .. neuerbin0g über die finanzielle Zu- Wenigstens- deuten^^^bungem ^lch gewesenen Anordnung ftatlfinden, lassigkett einer solchen bisher^all-rdlngS Vernehmen nach stehe zu ÄÄ l—« U-b-rt°stuna d-s R-ichs-Jn°°l.d-ns°nds n cht nlt® } g,^tlÄ^nb -ngl.sch-n, 16.185 der irischen und 75,8 der schottischen Na ona „«en Experimente mit durch El-ctricität - Vorig- Woche wurden in Parts d^eruen^xp^ ^^utende Entsernuug getriebenen Pserd-bahnwag-n „öS etwa 3 Stunden in Anspruch nahm, von sieben deutschen M-Üen gesahren, w roären bie Versuche als durchaus üiach >.^m ttrtheil der t-chnischm^achversta dtg g unb bir Kostenpunkt stellte Telegraphische Depeschen. Wolff'S telegr. Correspondenz-Bureau. ^aüe a S., H. September. Se. Königl. Hoheit der Prinz Wilhelm - c npr|prn grßptih aeaen 11 Uhr mit dem General v. Blumenthal hier ein unb wurde vM der Bevölkerung auf dem Bahnhofe und in den Straßen nut SD e m b u r $ b u s § er abreifjenber Wappenschilber in Agram Mdigten ungarischen Natioualgesühle ist durch die feierliche Wlederausnchtung k Schilder vorläufig die nothwendige Saüssactwn zu Th°'l ^Morden, r^reu »imnte dies nur unter dem Schutze einer starken M.lrtarmacht gefch h n und A Angesichts derselben demoustrirten starke Volkshaufen durch Lärm en_ uns ktz ein Steinbombardement gegen die Schilder. In Folge dieser anhaltenden khrang in den unteren kroatischen Volksschichten ist es daher nur zu billigersi ‘ki der mit außerordentlichen Vollmachten bekleidete königliche Comnuffar für ■batien, General Baron Ramberg, den in Agram geplanten Parteitag unter- >■$1 hat, da hierdurch die Erregung der Gemuther nur noch vermehrt worden «e. Die energische, aber zugleich in versöhnlichem -rone gehaltene Proklamw h des Generals wird hoffentlich das Ihrige zur Beschwichtigung der aufge- I *ti Gemüther beitragen. - König Alfonso ist am Sonntag Abend, von I Men kommend, in Wien eingetroffen. , , Noch in letzter Stunde ist der Versuch gemacht worden, dem dchenden französisch-chinesischen Kriege durch ein „Arrangement zwischen Meid) und China vorzubeugen. Die Initiative hierzu ist von dem chmes - I fen Botschafter in Paris, Marquis Tseng, ausgegangen und sollen dessen Vor- : fege vom französischen Minister des AuswärtigenHerrn Challemel-Lacour, er- näheren Prüfung gewürdigt worden und bereits nach Peking mitgetyeitl »ton sein. Die Regelung der Streitfrage wegen Anams soll erfolgen, ohne k6 die Frage der Suzeränetät Chinas über Anam formell entschieden werde, htiin liegt ja aber gerade die Schwierigkeit, daß beide interesstrte Staaten die ^UMänetät über Anam beanspruchen, China wegen seiner alten Rechte auf flam, und Frankreich in Folge des Vertrages von Hue. Es ist daher nicht | tzr wahrscheinlich, daß die Regierung von Peking, dem vom Marquis i.,eng kizrischlagenen Arrangement, deffen Einzelheiten üvrigens noch nicht bekannt zustimmen wird. In den irischen Kreisen Londons herrscht gegenwärtig wieder i« starke Bewegung. Die Polizei hält deshalb die wischen geheimen Gesell- Mlten der englischen Metropole, sowie die von Irländern frequentirten offeut- Hom Locale unter scharfer Beobachtung. Gerüchte von einem geplanten ^üeiungsversuche O'Donnel's, des Mörders Carey's, stnd im Umlauf; die ----—--- - v.erietjLhrttch 2 Mart 20 Pf. mit Bringerlohr Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Marl 50 Pf. Politische Ueberslcht. Gießen, 12. September. Sie Dispositionen zu den Manöver-Reisen des Kaisers sind •mehr vollständig fertiggestellt und heben wir aus ihnen Folgendes heraus: E„tM Den 16. September werden der Kaiser und die ihn begleitenden kom^ £ Wnzen und fremden Fürstlichkeiten in Halle weilen und am Abend nach Ä-bnrg zuruckkehren. Am Montag, den 17. September, beginnen die Feld- « Kr des 4. Armee-Corps zwischen Weißenfels und Merseburg und werden «Mittwoch ihren Abschluß erhalten, von denen der Kaiser am Ende Ms »ö-ertages nach Merseburg zurückkehrt. Am Donnerstag erfolgt die Abreise •ISomburg zu den Manövern des 11. Armee-Corps, wo d,e Ankunft des yits unb seines Gefolges am Abend des genannten Tages, etwa gegen < Uhr, ' Aftern Fürsten Bismarck bekommt Die Nachkur in Gastein ganz vor- Mch, wozu die kräftigende Gebirgsluft wohl das Meiste beitragen mag, denn Xnjler hält sich sehr viel im Freien auf. Die 14 Tage, auf welche der Iifabalt in Gastein ursprünglich berechnet war, haben denn auch eine Ver- !ingming erfaßen und wird Fürst Bismarck wahrscheinlich erst m der letzten -islMberwoche von Gastein nach Varzm resp. Friedrichsruhe zuruckkehren- Zm Königreich Sachsen haben am Dienstag, den 11. September, !dErsatzwahlen für die verfaffungsmäßig ausscheidenden Mitglieder der zweiten Iwr stattgesunden. Dieselben charakterlstren sich diesmal dadurch, daß die iitialiemohaten sich an den Wahlen stärker, als dies bei den vorigen Landtags- »n in Sachsen der Fall war, beseitigten. Die den Sanbibaten der Ord- «gS-Parteien von socialdemokratischer Seite drohende Concurrenz ist mcht Manzuschlagen, da bekanntlich bei den Landtagswahlen m Sachsen schon relative Mehrheit entscheidet, und da es nur wenige Wahlkreise Mbl, n Itaen entweder nur ein Liberaler ober nur em Conservatlver cnnbtbtrt, s° stehen I« Ckancen für die Socialdemokraten gerade nicht ganz ungünstig, hoffentlich :iib es der Umsturzpartei aber nicht gelingen, sich noch wettere Sitze im fachst- freudigen Zurufen begrüßt. Vom Bahnhofe bis zum Hütet, in welchem der Prinz abstieg, bildeten die Turner, die Feuerwehr und mehrere Baugewerke mit brennenden Fackeln Spalier. Heute früh 7 Uhr wurde dem Prinzen vom städtischen Singchor ein Ständchen gebracht, um 7V2 Uhr hat sich der Prinz zu Wagen nach dem Manöver-Terrain begeben. Wien, 11. September. Die Enthüllung der am Kahlenberg zur Erinnerung an die Befreiung Wiens errichteten Gedenktafel ist heute Vormittag tn feierlicher Weise -rfolgt. Anwesend waren der Gemeinderath in corpore, Vertreter der Armee und der Behörden von Wien, Nachkommen der Kämpfer von 1683, eine große Anzahl Künstler und Schriftsteller und Gesangvereine. Nach dem Festgottesdtenst in der Kirche am Kahlenberg begab sich die Festversammlung nach dem Ktrchplatz, wo der Bürgermeister tn einer mit stürmischem Beifall aufgenommenen Rede die Ereignisie von 1683 schilderte. Die Rede schloß mit den Worten: Wir wollen stets innig fefthalten an dem Bande, welches die Völker Oesterreichs mit der erlauchten Dynastie Habsburg- Lothringen verbindet. Gott schütze das ruhmvolle Fürstengeschlecht Hobsburg-Lothringen! Hoch lebe sein erlauchter Sproß der Kaiser Franz Josef und das gesammte kaiserliche Haus! Alsdann erfolgte die Enthüllung der Tafel unter Böllerschüssen und unter dem Vor trog einer Festhymne. Pesth, 11. September. Heute Nachmittag fand im Palais des Ministerpräsidenten eine Eonferenz über die kroatische Frage statt. Der Ministerpräsident, anknüpfend an die veröffentlichten Communique's und die Proklamation Ramberg's, legte seine Ansicht dar und forderte die anwesenden Kroaten auf, ihre Meinung zu äußern. Nachdem dies geschehen war, ersuchte der Ministerpräsident, darauf hinzu- wttken, daß die Angelegenheit unter Mitwirkung des Reichstags baldigst eine befriedigende Lösung finde, wozu die Anwesenden ihre Bereitwilligkeit aussprachen. Krakau, 11. September. Die Stadt ist anläßlich der Sobteskt-Feter sehr belebt und festlich geschmückt. Nach dem Trauergottesdtenst für Sobieski und die polnischen Krieger wurden am Sarkophag SobieSkl's zahlreiche Kränze und Blumen durch Deputationen niedergelegt. In der Eröffnungsrede der historischen Ausstellung wies der Landmarschall auf den civilisatortschen Charakter des Entsatzes von Wien hin. Die Heldenthat SobteSkl'S bilde den unauslöschlichen historischen Beweis von der vitalen Zusammengehörigkeit der polnischen Nation mit dem Abendlande.. — Anläßlich der Sobieskifeter erfolgte ferner die Eröffnung des Natonal- museums für Kunst. Mittags hielt der Landmarschall an die tm Florianithor versammelten Bauerndeputattonen eine Ansprache. Die Bauerndeputattonen begaben sich darauf tm Festaufzug zum Wawelberg und zur KöntgSgruft. Sodann fand eine Be- wtrthung derselben statt. Abends war ein Volksfest und eine Theatervorstellung. Paris, 11. September. Eine Londoner Depesche der „Temps" hebt hervor, der Botschafter Lyons kehre nach Paris zurück, ohne das Ende seines Urlaubs abzuwarten. Es heiße, das britische Cabinet wolle nach vorgängigem Einvernehmen mit Frankreich und China über die Grundlagen des zu vermittelnden Arrangements seine guten Dienste anbtcten für die Feststellung der neuen Grenzen von Tongktng und für die Regelung der bezüglichen Fragen. — Admiral Pterre ist gestorben. — Nachrichten aus Hanoi besagen, die militärischen Operationen seien durch schlechtes Wetter und Ueberschwemmungen gehindert. Die Truppen befestigen sich in Ihren Kantonnements. Petersburg, 11. September. Anläßlich des heutigen Alexandernewskifestes und Namenstags deS Kaisers fand ein Tedeum 'M Alexandernewskikloster statt, welchem die Großfürstin Wladimir und Alexis, sowie die übrigen Mitglieder der Kaiserlichen Familie, daS DiplomatencorpS, die Spitzen der Behörden und die Generalität beiwohnten. Nach dem Tedeum folgten die Großfürsten einer Einladung des Metropoliten zum Dejeuner. Die Stadt hatte festlich geflaggt, in den Fenstern und auf den Balkons sah man vielfach mit Blumen und Kränzen geschmückte Büsten des Kaisers. Abends waren die Straßen bei wahrem Prachtwetter bis spät illuminirt und von einer festlich erregten Bevölkerung durchzogen In Moskau und den Provinzen fanden ähnliche Feierlichkeiten statt. — Nach einer Meldung des „SimbirSk" wurde bet der Kirchenparade des Kaluga-RegtmentS ein Glückwunsch - Telegramm deS deutschen Kaisers verlesen. Das Regiment nahm das Telegramm mit stürmischen Hurrahrufen auf und die Regtments- kapelle intontrte die preußische VolkShymne. Konstantinopel, 11. September. Aleko Pascha kehrt übermorgen nach Philippopel zurück. New-Uork, 11. Septbr. Ein Telegramm des „Newyork Herald" aus Hongkong meldet, in Canton sei ein chinesischer Volkshausen in einige auf dem Quai gelegene Häuser ausländischer Kaufleute gewaltsam eingedrungen und habe die Häuser alsdann angezündet. Von chinesischen Truppen sei die Ruhe später wieder hergestellt worden. Wie der „Newyork Herald" weiter meldet, wurden die Austritte in Canton durch den zufälligen Tod eines chinesischen WohnungS-Comissars hervorgerufen, welcher an Bord des Dampfers „Hankow" bei seiner Ankunft in Canton gehen wollte und dabei verunglückte. Die Volksmenge warf alsbald mit Steinen nach dem Dampfer, welcher sich in Folge deffen entfernte. Mehrere Häuser auf dem Quai wurden durch den Pöbel in Brand gesteckt, ein Angriff auf Personen hat jedoch nicht stattgefunden. Chinesische Soldaten erschienen später, zerstreuten die Menge und stellten die Ordnung wieder vollständig her. Drei Kanonenboote sind von Hongkong zum Schutze der Ausländer nach Canton abgegangen. London, 11. September. Eine Depesche des Bureau Reuter aus Hongkong besagt: Bei den Ruhestörungen tn Canton habe das E genthum der Europäer zwar Schaden gelitten, nach den bisherigen Berichten sei aber kein Europäer getödtet. Eine anderweitige Depesche aus Hongkong gibt als Ursache der Ruhestörungen die Tödtung eines Chinesen durch mehrere Portugiesen an. Die erbitterte Volksmenge steckte darauf einige Häuser von Ausländern an. Kein Europäer wurde getödtet. Eine größere Anzahl Europäer begab sich an Bord der vor Anker liegenden Schiffe. — Der Lordkanzler für Irland, Law, ist gestorben. — In Glasgow sind die neun Irländer, welche der Betheiligung an den dortigen Dynamtt-Excessen angeklagt sind, gestern vor die Geschworenen verwiesen worden. Vermischte S. Mainz, 8. September. Heute Morgen um 6 Uhr wurde der letzte Caisson und zwar in einer Tiefe von 10 Meter unter der Rheinsohle auf festen Baugrund versenkt und haben um diese Zett die Caissonarbetter das Innere des Caissons verlassen. In Folge dieses für die Bauten unter Wasser abgeschlossenen Ereignisses waren heute die Gerüste der Brücke festlich mit Fahnen geschmückt und von dem Gerüste des ltzten Caissons wurde jedes den Rhein passtrende Schiff mit Böllerschüssen begrüßt; ein Gleiches geschah, als die leitenden Ingenieure und Architekten des Brückenbaurk an der Baustelle erschienen. — Bet den 11 Erhebestationen der Pfennigsparkasse sind im Monat August JL 3506.40 eingezahlt und 915 zurückerhoben worden. Seit Begründung der hiesigen Pfennigsparkasse sind JL 81605-70 erspart worden. Frankfurt, 9. September. Die Verhandlungen über die Einführung eines Blitzzuges auf der Route Paris-Mainz Berlin-Petersburg sind nunmehr so wett gediehen, daß dieses Project baldigst seiner Verwirklichung entgegengehen dürfte. Dieser Zug wird verstellbare Räder erhalten, um in Eydtkuhnen resp. Wtrrballen auf das russische Geleise übergeführt werden zu können, so daß die Reffenden zum Umstetgen nicht genöthtgt sind. Die Fahrgeschwindigkeit wird eine sehr große sein und stellenweise bis zu 90 Kilometer (cxcl Aufenthalt) pro Stunde betragen. Der Zug wird nach amerikanischem System eingerichtet sein und Küche, Speisesalon, Lese-und Musik- zimmer u. s. w. enthalten, kurz allen Anforderungen der Neuzeit gemäß auf das Com- fortabelste eingerichtet sein. Berlin, 7. September. Die beiden Geschwister des bei dem Erdbeben in Ischia getödteten taubstummen Malers Ginsberg haben einen Theil der von ihm hinterlassenen Erbschaft zu wohlthättgen Zwecken bestimmt. Die Hinterlassenschaft hat sich qaa flan3 f° groß ergeben, wie man anfänglich annahm. Sie stellt sich auf circa 800,000 v*L. Hiervon ist nun von Herrn Ginsberg in Berlin und von seiner Schwester Frau v. Boschan in Wien — nachdem die Armen von Berlin bereits mit einer Summe bedacht worden sind — der Betrag von 100,000 JL zu einer Stiftung für nolhttib.n)c Künstler bestimmt worden. Von den Z'nsen dieser 100,000 JL. sollen Künstler tn Berlin, München und Wien, an welchen Orten der Verstorbene gelebt hat, unterftüat werden. Die näheren Bestimmungen der wohlthätizen Stiftung, die zu begründen mm sich entschlossen hat, sind indeß noch zu treff n. Berlin. Nachdem die Staatsanwaltschaft am Landgericht II in Sachen Steglitzer Effenbahn-Unglücks schon die Emleitung eines gerichtlichen Verfahrens ah- gelehnt hat, sind aus den Kreisen des Publikums so viele graoirende Mom nte zur Kenntniß der Anklagebehörde gelangt, daß dieselbe sich nunmehr veranlaßt gff hen bif, gegen den Inspektor Buchmann vom Steglitzer Bahnhof die Anklage zu erheben D r- selbe stützt sich auf die Paragraphen 222 („Wer durch Fahrlässigkeit den Tod einer Menschen verursacht, wird mit Gefängniß bis zu drei Jahren bestraft. Wenn der Tbäter zu der Aufmerksamkeit, welche er aus den Augen setzte, vermög? seines Amte-, Berufes oder Gewerbes besonders verpfl chtet war, so kann die Strafe bis auf fünf Jahre Gefängniß erhöht werden"); 315 („Wer vorsätzlich Etsenbahnanlagen, Besördrr, ungsmtttel oder sonstiges Zubehör derselben dergestalt beschädigt, oder auf der Fahr- bahn durch falsche Zeichen oder Signale oder auf andere Weise solche Hindernisse bc reitet, daß dadurch der Transport in Gefahr gefitzt wird, wird mit Zuchthaus dis zu zehn Jahren bestraft- Ist durch die Handlung eine schwere Körperverletzung verursach! wordm, so tritt Zuchthausstrafe nicht unter fünf Jahren und, wenn der Tod eines Menschen verursacht worden ist, Zuchthausstrafe nicht unter zehn Jahren oder lebenslängliche Zuchthausstrafe ein") und § 316- Als gravtrende Punkte scheinen besonders in Betracht gezogen zu sein: Das weite Vorfahren des Local-Extrazugs, der Umstand, daß das Publikum nicht genügend unterrichtet worden zu sein sch'int, daß außer dem Potsdamer auch noch der Berliner Courierzug passiren mußte, und endlich der Umstand, daß die Barriere, nachdem der erste Strom hindurch war, n cht wieder geschlossm worden und dadurch die Möglichkeit gegeben wurde, daß fortwährend noch Leute frei passiren konnten und daß von den Nachzüglern noch einzelne verunglückt sind. Die Anklageschrift befindet sich gegenwärtig zur Rückäußerung in den Händen der Betriebs- Direction in Magdeburg. Kaiserslautern. Die hiesigen Blätter melden einen eigenthümltchen Fall von Blutvergiftung. Ein fünfjähriger Knabe des Cantors der dolligen ISraelitsi-en Gemeinde, Feibelmann, neckte sich mit seinem achtjährigen Brüderchen, fiel m-t dem Kopf auf das Gesicht des letzteren und verletzte sich die Stirn an ein m Zahn dessfiden leicht. Das kaum sichtbare Ritzchrn in der Kopfhaut wurde so schlimm, daß der arme Junge, trotzdem mehrere Aerztc zu Rath? gezogen wurden, an den Folgen einer Blutvergiftung starb. Metz, 5. September. Wie die „LothringerZeitung" schreibt, treten in Lothringen die Wölfe bereits hervor, wie sonst beim Eintritt der strengeren Jahreszeit. Auf einem Köhlerhofe wurde ein Knabe zerrissen und am Waldesrande holten zwei Wölfe d in Abth. 102. * 'A Grimberg a ■3» W (W, I *, öffentlich Weigtnmg bei Bedingung M den S.Se < M üreisbauaint ^Schnitze Werstein Kelter verkauft 5718 Heinrich Schäfer, Daubringen. Eine Kaute Kuhmist zu verkaufen bei 6041 L. Wolf, Wallthorstraße. 5947 Ein zweistöckiges Wohnhaus mit Mansarden, in schönster Lage Gießens, ist preiswürdig zu verkaufen. Herr Rechtsanwalt Baist wird ^ctuf; liebhabern die nöthige Auskunft ertheilen. Nkue russ. Sardinen, feinste marin. Häitae, empfiehlt 6008 Gg. Wllh. Weidig« Aepfelnmft im Zapf. 5928 Emil Schm all, _________„Frankfurter Hof". 5916 Ein Secretär (so gut wie neu) sowie ein Eisfchrank sind zu verkaufen- Wo? sagt die Exped. ds. Bl.__ Apfelmost bei L. 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Es werden diher Alle, welche Ansprüche an diesen Nachlaß zu bllden haben, hiermit auf- gsiordert, solche so gewiß binnen 21 Tagen, von heute an gerechnet, in der Gerichtsschreiberei des unterzeichneten Gerichts anzumelden, als sie sonst bü Feststellung des Nachlasses un- dirücksichtigt bleiben. Gießen, oen 5. September 1883. Croßherzogliches Amtsgericht Gießen. 6014 Stammler. Dienstag den 18. ds. Ms , Nachmittags 2 Uhr, solen die an der Straße Grünberg- hllngen in Abth. 102—105 in der Me von Grünberg an den Bäumen hängenden Nüsse (Wallnüsse), circa 12 Malter, öffentlich unter den bei der Versteigerung bekannt gemacht iverdenden Bedingungen versteigert Verden. Grünberg, den 5. September 1883. Großh. Kreisbauamt Grünberg. 6021 Schnitzel. JF« Holberfff Kirchenplah 5359 Akademischer Gesangverein W»! 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