Sonntag den 12. August L883 Zweites Blatt Amts- und Anzcigeblatt für den Kreis Gießen Erscheint täglich mit Ausnahme des MsntagA. virreaur Schulstraße 7. Itnkikf« MM s jrti Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. init Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Marl 50 Pf. je eilWm- Ge fa|Ä Das Pronunciamento von Badajoz scheint doch nicht vereinzelt, dazustehen. In Novara meuterte ein Theil des Kavallerie-Regiments und zog in die Berge ab; auch in Barcelona fanden Ruhestörungen statt, die aber nur unbedeutend waren. Der König unterzeichnete ein Dekret, welches die constitu- tionellen Garantien aufhebt und das Ministerium ermächtigt, den Belagerungszustand, wo nöthig, zu erklären. Die Cholera hat nun auch Klein-Asien ergriffen, denn officielle Nachrichten der türkischen Negierung bestätigen das Umsichgreifen der Cholera in Smyrna und Beirut. Die türkische Regierung hat für Beirut einen Sanitäts- Cordon angeordnet. Am Sonntag, den 19. August, findet im Marmorpalast zu Potsdam die Taufe des jüngsten Sprossen des preußischen Königshauses, des jüngstgeborenen Sohnes des Prinzen Wilhelm, statt. Men k, AL In der alten Lutherstadt Erfurt ist am 8. August das Lutherseft in glänzender Weise und unter ungemein zahlreicher Betheiligung von nah und fern verlaufen. Fast sämmtliche deutsche Universitäten hatten starke studentische Deputat.onen entsendet und schätzte man die Zahl der fremden Fest- M auf über 20,000. Den Mittelpunkt der ganzen Feier bildete der wirklich großartige Festzug, welcher die interessantesten historischen Gruppen aus der Lulherzeit vorführte; das ganze Fest wurde in keiner Weise getrübt. In den Reichslanden machen sich von gewisser Seite immer wieder Mzojenfreundliche Tendenzen bemerklich, denen aber der Statthalter, Freiherr v. Manteuffel, kräftig zu begegnen weiß. So hatte der der Protestpartei angehörige Reichstagsabgeordnete für Metz, Antoine, die Herausgabe emer Zeitung geplant; vom Statthalter ist jedoch die Herausgabe mit dem Bemerken verboten worden, daß die betr. Zeitung, nach den bisherigen öffentlichen Kundgebungen des Herrn Antoine zu schließen, nur französischen Interessen dienen würde. In Oesterreich hallt der Proceß von Tisza-Eszlar in Demonstrationen gegen die Juden nach. An die schon neulich gemeldeten Ruhestörungen in Preßburg, die einen antisemitischen Charakter trugen, schlossen sich am Dienstag Abend in der ungarischen Hauptstadt selbst Krawalle an, zu denen die Uebersührung der Hauptbetheiligten im Proceß, des Schächters Josef Scharf und seines Sohnes Moritz Scharf, nach Pesth, den directen Anlaß gab. Eine große Volksmenge lärmte vor dem Hotel, in welchem die Familie Schars abge- sliegen war und warf die Fenster ein, bis endlich die Polizei, unterstützt von einem kräftigen Platzregen, die Tumultuanten zerstreute. Auch in Tisza-Eszlar joU die Lage der zurückgekehrten Juden eine sehr mißliche sein, so daß an die ungarische Regierung die Pflicht herantritt, die von den erregten Leidenschaften der untern Volksschichten bedrohten jüdischen Mitbürger zu schützen. Die Tongking-Frage nimmt jetzt in Frankreich wieder das Haupt- Mreffe in Anspruch, zumal sich dieselbe gegenwärtig aber,..als ziemlich kriegerisch Asnimmt. Die Verstimmung zwischen Frankreich und China wächst immer mehr und es ist recht bezeichnend für die Lage, daß der „Ting-Iuen", welcher 'hon fix und fertig zu seiner Uebersahrt nach China war, auf telegraphische Weisung der chinesischen Gesandtschaft in Berlin für jetzt in Deutschland ver- dleibt. Die Verhandlungen zwischen dem französischen Gesandten in Peking, Dricou, und den leitenden Staatsmännern Chinas sollen gänzlich ruhen; in der Egking benachbarten chinesischen Grenzprovinz Iünnan wird ein Armee-Corps von 25—30,000 Mann zusammengezogen und wie man aus San Franzisco k berichtet, beträgt der Werth des in den letzten 18 Monaten von diesem Platz ; "ach China gesendeten mannigfachen Kriegsmaterials 5 Mill. Dollars. Das llfles sieht nicht sehr friedfertig aus und irgend ein unbedeutender Zwischenfall kmn den schon lange drohenden Conflict zwischen Frankreich und China zu ftitm raschen Ausbruch bringen. Ob der Thronwechsel in Anam diesen Conflict beschleunigen würde, läßt sich noch nicht sagen, da über die Bedeutung dieses Ereignisses noch keine weiteren Mittheilungen vorliegen. Das englische Parlament beschäftigte sich in den letzten Tagen des Öfteren mit den Fragen der Reorganisation Egyptens und der Zurückziehung englischen Occupations-Truppen. Die Debatten haben indessen über die "buchten des Londoner Cabinets bezüglich der definitiven Neugestaltung der Verhältnisse Egyptens nicht viel Klarheit gebracht, mit großer Emphase erklärte üb»er trotzdem Herr Gladstone hierbei im Unterhause, daß die andern Mächte Pläne der englischen Regierung im Unterhause vollkommen billigten. Bergend für Europa klingt jedoch die Versicherung des englischen Premiers, die englischen Occupations-Truppen Egypten, so lange hier die Cholera Arsche, nicht verlassen würden; so viel Rücksicht aus das übrige Europa hätte den Engländern kaum mehr zugetraut. lUttBticknj bie Ilster, it bafc G: richten. if an bie W- Freunde M ten m N.iÄ er biente A'" iitd1 t bis 'Vv i Darmstadt, 7. August. Das Großherzogliche Regierungsblatt (Beilage Nr. 19) enthält: 1. Verzeichniß der Vorlesungen, welche auf der Großherzogltch Hessischen Ludewigs^Univcrsität zu Gießen im Winterhalbjahr 1883/84 gehalten werden und am 22. October ihren Anfang nehmen. 2. Dienslnachrtchtcn. Am 4 Juli wurde der Fußgensdarm t. P. Adam Appel zu Groß-Umstadt zum Amtsgerlchlsdlener bet dem Amtsgericht Michelstadt ernannt; am 20. Juli wurde dem Schulamtsosp ranten Conrad Schwörer aus Billings einT Lehrerstelle an der Gemeinde- schule zu Kretdbach, am 23 Juli wurde dem Schulamtsaspiranten Philipp Traub aus Nordheim die erledigte Lehrerstelle an der Gemetndeschule zu Bermersheim Übertragen. 3- Ruheslandsversetzungen Am 2. Juni wurde der Schullehrer an der Gemeindeschule zu Elpenrod Heinrich Schneider auf fein Nachsuchen mit Wirkung vom 9. Juni an, am 12. Juni wurde der Schullehrer an der Gcmemdeschule zu Mettenhelm Heinrich Schmitt auf sein Nachsucher, am 15. Juni wurde der Schullehrer an der Gemetndeschule zu Ober-Jngelhetm Peier Wenzel auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste am 30. Juni wurde der Oberlehrer an der Gemeindeschnle zu Ober-Ramstadt Georg K Uer auf fein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste in den Ruh stand versetzt. 4. Dienstentlassungen. 5. Concu'-renzelöffnungen. Erledigt sind: Die eoang. Pfarrstelle zu Heubach, dotationsmäßiger Gehalt 1397 X- D-e mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Reisen m‘t einem jährlichen Gehalte von 90C Jt. Eine mit einem katholischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Hernsheim mit einem jährlichen Gehalte von 900 JL- 6. Sterbesälle. G storben sind: Am 5. Mat der Geh. Oberforstrath i. P. Eduard Jakob v. Stockdausrn zu Darmstadt; am 9. Mai der Schullehrer an der Gemeindeschule zu W'pvcnbach Heinrich Oestreich; am 13. Mat der Schullehrer an der Gemetndeschule zu Gaulshetm Franz Joseph Bernd; an demselben Tage der Hauptsteueramts-Rendant f. P Carl Maria Gölz zu Gießen; an demselben Tage der Gensdarm i P. Philipp Reinhard zu Gimbsheim; am 14- Mai der Forstmeister i. P. Christian Klein zu Bessungen; am 22. Mat der Rechtsanwalt Dr. Ludwig Anton Lippert zu Mainz; am 4. Juni der Pfanome'ster v. Toussaint zu Mainz; am 8. Juni der Schullehrer an der kath- Schule zu Lampertheim PH lipp Jakob Dlltz; am 9. Juni der Hofkupferstecher Professor F lsing zu Darmstadt; an demselben Tage der Rechtsanwalt Justizrath Friedrich Wilhelm Heyer zu Darmstadt; am 10. Juni der Förster i.P. Franz Schneider zu Darmstadt: am 11. Juni der Rechtsanwalt Wilhelm Zimmermann zu Darmstadt; am 12. Juni der Schullehrer t. P. Johannes Kromm zu Steinbach. Berlin, 8. August. Der große Brand auf der Köpnickerstraße und der sehr bedauerliche Verlust von Menschenleben gibt Veranlassung, die Aufmerksamkeit auf dre Nothweudigkeit größerer Verwendung von Eisen bei dem Bau von Fabriken und Wohnhäusern gegenüber der Anwendung viel feuergefährlicheren Holzes und leichter Ziegelbauten hinzuweisen. Die Technik ist so weit vorgeschritten, daß für Bauten, wenn auch nicht absolute, doch relativ eine derartige Feuersicherheit erlangt werden kann, daß ein schnelles Umsichgreifen eines verheerenden Brandes kaum noch möglich ist und ernste Gefahren für die Bewohner wie für die Rettungsmannschaften ausgeschlossen erscheinen- Hierzu kommt, daß die Construction der Eisenbauten kaum theurer zu stchen kommt als die Ausführung in Stein und Holz und daß auch architektonisch ebenso gut eine künstlerisch gefällige Ausstattung möglich ist, wie Mit lsoem anderen Bauniaterial. Zu bedauern bleibt freilich, daß die Verwendung des Alfens für Fußböden, Gewölbe, Decken, Dächer 2C. für viele Techniker noch eine Neuerung bildet, mit der dieselben entweder ganz unbekannt sind oder die ste mit mitztraulfcheu Augen betrachten. Verdienstvoll ist nach dieser Richtung hin dao Bestreben deo Vereins deutscher Eisen- und Stahlindustrieller, dem Eisen bet Bauten erweiterte Anwendung zu verschaffen. Bereits im Mai d. I. hat der Borstand des Vereins ych über folgende Vorschläge geeinigt, mit deren Durchführung fich der Verein im taufe der nächsten Jahre sehr ernstlich beschäftigen wird: ro.Hfnnrfrufttnnen in Eisen 1. Herausgabe eines Musterbuchs über jiüecfmaüi0e mit kurzem erläuterndem Text und einer Anzahl Zahlenangaben über die c^tab i t der Konstruktionen bei verschiedenen Konstruktions-Bedingungen. , 2. Entwerfen von Geb-i.-d-n, die ganz oder tfjeitoctje aus Eilen herzu- ftCUe" Veröffentlichen solcher Entwürfe in technischen Zeitschriften, und Bestrebungen zu pflegen, solche Bauwerke zur Ausführung zu bringen. P 3. Oeffentliches Ausstellen von Mustermaterialien und, Konstruktionen, all- mäliges Anbahnen einer oder mehrerer Ausstellungen inr größeren Umtange an ge- etßneten Musterbuches und zur Forderung der Bestrebungen rnr weiteren Anwendung oes Eisens überhaupt muyen die ^ortichritte m der Herstellung und Verarbeitung des Eisens von den Fabrikanten emer^-Zentralstation angegeben, eventuell die Ausstellung mit ausgesuhrten Mustern beschickt werden u 5 Ansickreiben von Preisaufgaben aus dem Gebiete des Eisenbaues. 6* Es ist dahin zu trachten, daß das Eisen als Walzwerksprodukt stets eine möglichst gute Qualität erreicht und das Zilfamm-narbe,t-n derE-l-ntheil- m den Werkstätten eine solide Konstruktion Mit gefälligem Aussehen ergibt. 7. Es ist das Eisen nach Möglichkeit gegen Rost zu schützen. 8 Sammeln von Erfahrungen über die Dauer und Haltbarkeit des Elsens. 9; Wo sich die Nothweudigkeit neuer Profile herausstellt, Vereinbarung der- selben mit Walzwerks-Technikern im möglichsten Anschluß an die gangbaren Profile, insbesondere auch des deutschen Normalprofils. \ Enn W * Hi NN » VirciiV-".5 Ätisstii >t. Ulf* jaul«, Md d« *■; igienlh. ä *" * i *4 w* Gießen, 11. August. Die am 8. August stattgefundene Zusammenkunft Kaiser Wilhelms mit Kaiser Franz Joses in Ischl bildete den glänzenden Mittelpunkt inner den Ereignissen der zurückgelegten Woche. »In Italien hat die Bestürzung über das nationale Unglück von Ischia einer um so größeren Energie Platz gemacht. Der Arbeitsminister Genala betreibt immer thätiger die Errichtung von Baracken; die Delegirten des Ce'ntral-Comit6s von Neapel stellen, soweit möglich, eine exacte Statistik über 1 bie; Todten und Verwundeten und über die verursachten Schäden zusammen und i ble: Ausräumungs-Arbeiten werben so eifrig betrieben, daß die Straßen in den ittytörten Städten bald gesäubert sein werden. Ferner ist, Dank den getroffenen iamtären Nlaßregeln, der Gesundheitszustand ein besserer geworden und ist die öÄürchtung, eine Epidemie könnte ausbrechen, wieder geschwunden. Ordnung । unnb Ruhe werden überall streng aufrechterhalten. Das Resultat der im Reichstags-Wahlkreise Kiel-Rendsburg stattgefundenen Stichwahl steht jetzt endlich fest, ebenso das Ergebniß .der I im Wahlkreise Wiesbaden-Rheingau für Schulze-Delitzsch stattgefundenen Ersatz- ! Mhl. In beiden Fällen hat die Fortschrittspartei den Sieg davongetragen. I Erfreulich ist es, daß bei der Kieler Stichwahl die conservativen Wähler zum j größten Theil ihre Stimmen dem fortschrittlichen Candidaten gegeben haben. 10. Errichten einer Prüfungsstation, die Qualität des Eisens in Bezug auf seinen praktischen Werth zu prüfen. 11. Anregung bei sämmtlrchen deutschen technischen Hochschulen, daß an den- | selben bestimmte Vorlesungen über Hochbau-Eisenkonstruktionen gehalten werden. 12. Bestrebungen pflegen, daß die auf den technischen Hochschulen gebildeten Ingenieure vor ihrer Studienzeit eine gewisse praktische Thätiykeit üben. 13. Häufigere Veröffentlichungen in der Tagespresse über ausgefuhrte Bauten in Eisen und über die Vorzüge des Eisens als Baumaterial- . In Angriff ist zunächst genommen die Herausgabe eines Musterbuchs über zweckmäßige Baukonstruktion in Eisen, mit dessen Bearbeitung Herr Scharowsky, welcher bekanntlich den Plan für das Gebäude der Hygieine-Ausstellung bearbeitet und au§= geführt hat, beauftragt worden ist. Von der Insel des Schreckens- Ischia, 1. August. (Nach der „Kölnischen Zeitung".) Es ist rasch gesagt: „Casamiccolia ist nicht mehr!" Aber welche Fülle schrecklicher Brlder liegt in diesen Worten, welcher Greuel von Verwüstung an Hab und Gut und aufgespeichertem Fleiß; wie viel Entsetzen, Todesangst, Schmerz, Vernichtung von Existenzen und Hoffnungen! Um sich recht vorzustellen, wie es dem ehemals so wunderlteblichen Orte mit seiner wohlgesitteten und sympathischen Einwohnerschaft am Abend des 28- Juli, 9*/4 Uhr, ergangen ist, gibt es nur ein Bild. Man denke sich, es hätten spielende Kinder auf einem Tische ein Städtchen aus Karten ober Dominosteinen erbaut und nun schleicht sich mit einem Mal irgend ein tückischer Kerl h na« und führt von hinten her einen Faustschlag gegen die Platte. Es ist buchstäblich nichts Heiles mehr von dem ganzen Orte übrig geblieben, und wenn bei der Annäherung zur See von Neapel her der Graus nicht sehr deutlich in'S Auge fällt, so ist es, weil ein mitleidiges Geschick einige theatralisch leere Coul'ssen zurückgelassen hat, um dem vorüberfahrenden Wandersmann die Siätte zu zeigen, wo einst Casamicciola gestanden, die mythische Stadt, die ebenso schön war wie unglücklich. Ein so zu sagen photographisch getreues Bild des entsetzlichen Augenblickes jenes Ueberganges aus blühendem Dasein in Nichts erhielt ich auf dem kleinen Dampfer, der mich mit Erlaubniß des Präfekten von Neapel nach der Unglücksstätte trug. Einige gespenstige Gestalten stiegen mit an Bord, die ich einmal gekannt zu haben glaubte; hatten sie an körperlichem Umfange und greifbaren Formen nichts verloren, so schauten sie bleichen Angesichts und mit verwilderten Blick n wie in eine fremde Welt hinein und trugen sich schäbiger und abgerissener, als sonst bet ihnen Mode gewesen war. Es war ein Thetl unserer Landsleute, deren Anwesenheit auf der Insel während der Katastrophe uns in Rom so viel Angst verursacht hatte. Ihre Nerven fieberten noch unter der Nachwirkung des Furchtbaren, das sie erlebt. „Kein Gehirn ersaßt den Eindruck und fdn Wort gibt ihn wieder, den wir erlebt Es heißt gar nichts, zu sagen, wir sind mit dem Schrecken davongekommen; es war der erstarrende Eishauch der Vernichtung, der über einen ging. Wir saßen in einer hölzernen Laube neben einem Gewölbe aus Stein. Da hebt sich der Tisch in die Höhe, die Petroleumlampe geht in einem Bogen gegen meine Frau- Gleich darauf eine Lufterschütterung, ich weiß n'cht, ob Donner, Gerassel, Krach, aber man dachte an einen einschlagenden Bl'tz, der uns in Entsetzen jagte; wir Hämmerten uns an die steinernen Pilaster und fühlten uns hin- unb hergeschlenkert wie Barbierpinsel. Der Krach kam von der einstürzenben Stabt, in einem Nu war Alles geschehen, die ganze Katastrophe kann nach unserer Schätzung kaum drei Secunden gewährt haben. Und nach dem Krach etwa fünf Minuten Todten- stille! Dann aber ein Geschrei, Jammern, Hülferufen, daß man sich das Herz aus der Brust hätte reißen mögen. Wir fühlten, daß wir noch am Leben waren und strebten, halb bewußtlos, unsere Glieder zu bergen- Schon der erstickende Staub trieb zur Flucht. Wir erreichten die Straße, während schwere Gewölbe und Bogen hint'r uns einbrachen, und suchten Über Trümmer und Geröll den Weg aufwärts. Verstümmelte Körper, abgerissene Gliedmaßen waren zwischen blutigen Mauerstücken zu erkennen. Abgründe thaten sich auf. Wir erreichten eine freie Stelle oben am Ort, wo ein hölzerner Schuppen uns Schutz gegen die nächtliche Kälte bieten tonnte. Es war ein fortwährendes fernes Donnern, Sausen, Rauschen im Gebirge über uns. Riesige Massen Erdreichs lösten sich von den Hangen und Felsen rollten in bte Tiefe. Wir hatten uns an zahlreichen Erdspalten vorbeigewunden und erwarteten, daß uns die Tiefe verschlänge ober ein Erdrutsch erdrücke. Jrn Orte leuchteten einzelne Feuersbrünste auf; die Hunde heulten, während die Menschen still geworden waren, bann wurde auch das eine ober andere der heulenden Thiere durch einen rollenden Fels, eine einstürzende Mauer zur Ruhe gebracht- Am andern Morgen sanden wir unsere Wohnung halb eingestürzt, die Hausfrau unter den Trümmern begraben. Wir flohen entsetzt von dem Orte des Schreckens." Nach anderthalbstündiger Fahrt näherten wir uns dem Strande des unglücklichen Städtchens. Casamiccolia liegt ober lag mit einem Dutzend breiter unb stattlicher Gebäude, umgeben von niederen Hütten vom Strandvolk, am schmalen Saume her Küste, mit großen Villen und Gasthöfen über tue untern Hügel unb Kuppen unb mit bet Hauptmasse seiner steinernen Häuser, unsichtbar von der See aus, in den auf; steigenden Schluchten des Fußes der zu den Wolken aufstrebenden Pyramide des Epomeo. Die breiten Häuser am Strande standen noch, ober mit ausklaffenden Wänden; die Villen und Gasthöfe auf den Hügeln schienen zum Theil unversehrt; einige trugen Schutthaufen auf den Plattformen, andere zeigten die Eingeweide über lang die Hänge hinab ergossenen Schutthaufen, wieder andere waren vollkommene Ruinen- Einige vereinzelte Gruppen ärmerer Hütten in den Hängen umher waren pulverisirt- Am Strande herrschte ein buntes und, so unwahrscheinlich das sich anhört, einigermaßen vergnügtes Treiben. Neben fliegenden Garküchen und Limonadenzelten standen Särge aufgestapelt, neben den für die Verwundeten errichteten Zelten schäkerten Soldaten mit verwaisten Bewohnerinnen der Insel. Das Leben treibt hier zu üppig, als baß der Schrecken des Todes lange vorhalten könnte: hin ist hin! Eine 16jährige Insulanerin hüpfte des WegS daher. Ihr Blick fiel auf einen Maler unserer Gesellschaft, sie stürzte ihm entgegen unb brach in Thränen aus, währenb sie ihm die Hanb reichte. Sie hatte ihm vor einigen Tagen Modell gestanden und erzählte ihm nun, daß ihre Verwandtschaft tobt sei, sie stehe mutterseelenallein auf ber Welt. Dabei meinte sie hell auf wie ein Kinb, bitterlich, aber ohne Verzweiflung unb Lebensmübigkeit. Solche Thränen trocknet ber nächste Augenblick roieber. So traf man viele vereinzelte Existenzen, bie gelassen auf einem Steinhaufen saßen, Wittwen mit Säuglingen, alte Weiber, Männer jeglichen Alters und Standes. Unter einem Dutzend verunglückten Angehörigen that es Niemand, unb bas würbe mit einer Gelassenheit erzählt, bie an bte Antike erinnert. Manche finb allerbings auch wahnsinnig geworben. Der Weg vom Strand aufwärts war kein geringes Wangniß. Zuerst durch einen gewölbten Tunnel von 30 Schritt Länge. Dann durch eine schmale Straße mit hohen Seitenmauern, über bie hoch hinab bas parabiesifche Hügelgelände hineinblickte. Das halb zerstörte Municipio war stark aus dem Loth, hier ragte noch ein halber Palast, dort nur noch ein Stück ber Frontmauer empor. Unser oben erwähnter Begleiter reitete von ber Straße aus im auf: Haffenben brftten Stock seines Miethzirnrners einen Theil seines Hausgeräths. Zwei Insulaner übernahmen für 100 Lire bte Bergung, stahlen ober bas Beste und wurden eingesteckt. Die Leiche ber Hausfrau lag noch immer unter mehrere Klafter hohem Schutt, ihr Mann, ber Arzt bes Stäbtchenb, war einer von Denen gewesen, welche bte Vorboten ber Katastrophe als unbebeutenb hingestellt hatten. Die Nemesis war fc furchtbar wie ber leichtsinnige Eigennutz; er selbst ist schwer oerrounbet- Unter bem Haufen centnerschwerer Mauerstücke brang bereits Leichengeruch hervor. Die Soldaten hatten heute aufgehört, nach lebenden oder tobten Begrabenen zu forschen. Ich hörte einen, wie er seinem Vorgesetzten klagte: „Schon olles Würmer! Man müßte einen Magen von Eisen hoben." Ein Dutzend Soldaten und Gensdormen Hot unter einstürzenben Mauern bas Leben gelassen. Ein Houptgrunb ber furchtbaren Vernichtung liegt in bem Baumaterial ber Wohnungen, schwere, unförmliche Bruchstücke aus bem Kalkgebirge, bozu bie flachen, aus bünnen Balken unb schweren Ziegeln gespannten Dächer. Ziegelmauern unb Giebelbächer würden nicht in bem Maße auseinandergerissen und umhergeschleudert worden fein. Dieselbe entsetzliche Verwüstung soll im nahen Orte Lacco Amcno herrschen, sowie in etwas lindern Verhältnissen in Forio, wo beim Ausbruche des Verderbens eben noch bte Stadtmusik auf bem Markte zu Ehren ber h. Anno spielte. Die stärkste Erschütterung hat den Strich von ber Mitte Casamicciolos und dem dortigen Gasthofe „Piccolo Sentinella" bis noch Lacco hin getroffen. Dos scheint der „Faust- schlag unter ber Tischplatte" gewesen zu sein; bie Erschütterung pflanzte sich von biefem Mittelpunkte aus in concentrischen Ellipsen unb mit abnehmender Wirkung ringsum fort, äußerlich bezeugt durch bie Risse unb Sprünge bes Erbbodens, fühlbar bis Harbin unb jenfeit ber Bucht bis Castellarnare und Sorrent. Am Wege nach ber Piccola Sentilla hinauf lag noch eine Kinderleiche, in bem klaffenden Saale des zerstörten Gasthofs selbst lag ein todter Mann auf einem Haufen zersplitterter Bretter- Es waren dort an jenem Samstag Abend einige dreißig Personen italienische, englische und deutsche Badegäste, versammelt gewesen, um eine italienische Dome fingen zu hören, bie einen jungen Engländer veranlaßt batte, bte Begleitung auf bem klarster zu übernehmen. Diese ganze Gesellschaft modert unter den Trümmern- es befindet sich auch ein liebenswürdiger Künstler aus Berlin habet, ber, taubstumm' sich von einem jungen Schweizer Collegcn begleiten ließ. Die beutsche Colonie in Rom, zu bereu beliebtesten Mitgliedern ber treffliche junge Mann biefen Winter über zahlte, wirb bem tragischen Ende bie aufrichtigste Teilnahme wibmen. Man erzählt hier eine Menge kleiner Züge, bereu schmerzliche Komik auch ein Beitrag zur Schreckens geschichte jener Nackt ist Eine aus dem Einsturz ihrer Wohnung flüchtende Dame ha: von allen ihren Kostbarkeiten nur ein Packet Kerzen retten wollen. Eine alte Fran bte drei Tage unter den Trümmern gelegen, bestaub, als bie Retter nahten, daraus baß dieselben ein Huhn, das ihr in der Einsamk.it Gesellschaft geleistet, zuerst andenTaa föibern mochten. Sie würde sich schon selbst helfen. Ein junges Mädchen lag mit einem zerquetschten Beine unter einem Schutthaufen, aus bem man ihre Mutter bereits befreit hatte. Die ©olbaten überlegten rathlos, wie bem armen Geschöpfe zu helfen sei. Die Alte aber schrie: „Zieht sie nur heraus; ich will sie wieber haben, wenn auch ohne Beine!" Die Anorbnungen ber Obrigkeit will ich nicht weiter krtiisiren, aber sie waren ungenügend. Ich habe nicht ermittelt, wie viele Soldaten auf ber Insel waren; auf alle Fälle war bie Anzahl nicht hinreichend. Man hat bis jetzt doch nur bie Oberfläche abgesucht, bie großen Schutthaufen liegen noch ba wie in der ersten Stunde nach bem Einstürze, mit allem, was barunter liegt. Unb nun werden drei Tage nach dem Unfälle die Ausgrabungsarbeiten eingestellt und sogar die Inselbewohner von denselben weggetrieben, obschon bis zum Abend beffelben, 31. Juli, noch einzelne Lebende aufgefunden werden. Man erinnert sich, daß nach dem Erdbeben vor zwei Jahren eine Frau lebend hervorgeschafft worden ist, bie nickt weniger als elf Tage, schlafend, wie sie sagte, in ihrem Verließ aus Schutt und Trümmern zugebracht hatte. (Nach neueren Nachrichten sind die Arbeiten wieder aufgenommen worden ) Die hiesige Presse stimmt wieder den üblichen Lobgesang auf bie Selbstverleugnung ber italienischen Soldaten an und ich will nicht widersprechen, obschon ich anderswo schon mehr Energie unb Pflichttreue gesehen habe. Auch bie hiesigen Ottsbehorden haben bas Menschenmögliche geleistet. Die Schutthaufen werben jetzt fußhoch mit Kolk überstreut und Casamicciola wirb ein ganzer großer Friedhof sein! Vermischte-, Offenbach, 9 August. (Frankfurt-Offenbacher Trambahn-Gesellschaft.j Nachdem bie Concessionen für bte von der elektrischen Trambahn in Anspruch genommenen Straßen bte Genehmigung ber oberen Instanzen gefunben haben, hat ber Concessionär Herr G. A. R. Weimann, wie solches bei Begrünbung ber Gesellschaft vertragsmäßig vorgesehen war, seine (Sonceffionen formell auf bie Frankfurt-Offenbacher Trambahn- Gesellschaft übertragen, welche ihm dagegen als Aequivalent für feine Auslagen unb Vorarbeiten 100 Stück Actten ber Gesellschaft überlassen hat. Da Herr Weimann zur Abtretung oller jetzigen unb zukünftigen Berechtigungen verpflichtet ist, welche mit btefer Linie zufammenhängen, so ist auch bie Vereinbarung mit ber Stadt Frankfurt, betreffenb elektrische Beleuchtung bes neuen Viehhofs in Sachsenhausen, welche aus den Ueberschüssen ber Stromleitung ber elektrischen Bahn bewirkt werben kann, bereits auf bie Gesellschaft übergegangen. Inzwischen ist auf den in Oberrod für die Gesellschaft erworbenen Grundstücken der Bau der Gebäude für die maschinellen Einrichtungen bereits so weit gediehen, daß mit der Montirung der fertigen Kessel und Maschinen, sowie bem Bau ber Bahn auf ber Strecke begonnen werben kann. Da die Schienen bereits vertheilt werben unb jeber St lometer nur etwa eine Woche Arbeit erfordert, so ist die Fertigstellung der ganzen Linie Sachsenhausen-Offenbach für den Herbst sicher- gestellt. Nunmehr wird auch die Bau-Unternehmung 500 Stück Actien, resp. Jnt.rims- scheine, welche dieselbe bei der Begründung ber Gesellschaft gezeichnet, inzwischen mit 250 X per Stück eingezahlt hat und nun liquide zu machen beabsichtigt, durch Herrn G. R- A. Weimann in Offenbach zum Verkauf bringen, so daß hierdurch an einem Theil des kleinen Actienk-rptals nun auch weiteren Kreisen bte Bethetligung an diesem Unternehmen ermöglicht wirb. Frankfurt, 9- August. Zwei Börsianer gerieten miteiiranber in Streit, bei damit endete, daß der eine den andern auf Pistolen forderte. „Wann soll das Dueli vor sich gehen?" fragte ber Geforderte- „Morgen früh um 6 Uhr am Forsihaus/ antwortete ber Kampflustige- „Gut", replfctrtc J-uer, „wenn ich noch nicht da bin so fang n Sie einstweilen allein an". Der Schlagfertige hatte die Lacher auf seiner Seit! und ber Förderer zog mit langer Rase ab. — Bei der Firma R'ese sind für das Kaiserliche Hoflager, daß sich währen! ber letzten Manövertage in Homburg befinben wirb, nicht weniger als fünfundsiebzik Wagen bestellt worden. Von den übrigen Wagenverleihern sind es auch nur noch wenige welche für den Tag, an bem bte Parabe ftattfinbet, ihre Wagen heute noch nicht all vermiethet Haben- Mainz, 6. August. Gestern Abend ward ber Verwalter bes in Nierstein be leg'nen Lautern'schen Gutes in das hiesige Arresthaus abgcliefert, bie weitere Unter suchung wegen bes von bem Arrestanten gelöbteten 9jährigen Knaben Ebeling wir! von hier aus geführt- Nack den bisherigen Ermittelungen ist das nach beiden Sellei gleich beklagenswerthe Unglück folgendermaßen entstanden: Dem Lautern'schen Gut entlang zieht sich ein Feldweg, an welchem zahlreiche, edle Obstbäume gepflanzt sind sind diese Bäume auck noch so voll, so ist die Ernte seit Jahren eine äußerst ba regelmäßig alles Obst gestohlen wirb. Auch bieses Jahr hatte sich das Diebs gefinbel wieder tüchtig ans Einheimsen gemacht und den Verwalter badurck in furcht bare Aufregung versetzt; am Freitag sah ber V rwalter den kleinen Ebeling, den e schon mehrere Tage beim Einsammeln von Obst bemerkt batte, innerhalb ber (Sir friebigung, er eilte auf ben Knaben zu, erfaßte ihn am Hals unb den Beinen, hob ih: hock empor und schleuderte ihn mit voller Kraft zu Boden. Als der Mann den Knabe: anscheinend leblos zu seinen Füßen sah, stürzte er ins Haus, warb aber in bem 2lugcr blick, als er seine geladene Flinte in selbstmörderischer Absicht ergriffen hatte, vo: feiner Frau und der Magd mit Gewalt an ber Ausführung seines Vorhabens vei- b*nbert. Nachbem er sich etwas beruhigt hatte, begab er sich mit feiner Frau nac Oppenheim unb stellte sich selbst der Behörde. Der Knabe starb nach etwa brn Stunden unb ward am Sonntag unter zahlreicher Btthciligung ber Bevolkerun; beerdigt. (W- Zig.) T — Die feierliche Enthüllung des Notionoldenkmals auf dem Niederwalde, weia- am 28. September unmittelbar noch den großen Manövern in Gegenwart des Äaner^ ftatisinden soll, wird sich allem Anscheine nach überaus großartig gestalten. Auß-- ben regierenden deutschen Fürsten, die sämmtlich zur Theilnahme an der Feier ßtlaDti worben sinb unb von benen viele bem festlicken Akte beiwohnen werben, haben D- octiven Staatsminister befonbere Einlabungen erhalten D'e Namen ber hohen Militär., welche ber Feier beiwohnen werben, haben wir bereits mitgetheilt- F^ner hat m- Kaiser Einlabungen erlassen an bie Bürgermeister btt brei freien Stabte.pamDUn, Bremen unb Lübeck, ben commanbirenben General des k- sächsischen Armeecorps (-urli Georg von Sachsen) und an die des 1. unb 2. k. bayerischen Armeecorps- ^nerai- major von Rauch, Commandeur ber 41- Jnfanterie-Brigabe in Mainz, m Befehl über bie Truppen beauftragt, welche als Vertretung ber preußischen Armee a Denkmal Aufstellung nehmen werben. Es finb dies eine combinirte ®otPP^n.tc,rfL 4- Garberegiments (Königin) mit ber Regimentsmusik; ein combinirtes Batam Infanterie vom 8- Armeecorps, zwei ebensolche vom 11- Arm ecorps, alle bret m 1 einer Regimentsmusik, und ein Zug Konigshusaren mit brm Trompetercorps, ö Salutschießen ist eine Batterie zu 6 Geschützen commanbirt. , , - Mittel gegen Stromer.j Aus Bielefelb wirb berichtet: In Gütersloh o- kommt ein Handwerksbursche nicht eher ein Stadtgeschenk (bestehend aus M.ttag n , Schlafstelle u. s. w.), bevor er nicht 3 Stunden Steine geklopft ober auch andere 4ro u verrichtet hat. Die weise Maßregel hat wie ein reinigendes Gewitter gewirkt, bie arbeitsscheuen Stromer drücken sich in weitem Umkreise an einer so ungapi w - Stadt vorbei. r v . . mer= — Eine neue Anwendung ber Electricität ist soeben erfunden und in be , einigten Staaten patentirt worben. Die Erfindung, von Herrni Sheridan , v zj , bie zum Tod Verurtheilten auf schnelle und schmerzlose Art ins Jenseits zu b t fe 'S.--.- Liebig's k Vanille = 7Mande.|= KW-- Orarig. Cho'coladi puddin .Liebig's Pflanxbn' •t.-Gelees:. Sk W |{reverdy,si stärke, Z von 5314 kauft Näb. in der Expcd. d. Bl. " 0- 15(5} OD o f Gegen A LSchwammJ Theer-Schmrfelscise l l UJlul I14K 4- ; W Heilung von Hautkrankheiten), Lardol-Glycerin seife 1258 von Londorf. 5323 Ein Wurf achter Bernhardiner mit 1. Stamm bäum wird preiswürdig ver- 11M Wjp. y. Aü * 9*«s WrWiirri i Mihi SÄtnUiti^i ul unb KissÄ, Pnnirmehl empfiehlt 5287 I. N e t ter, Neustadt.; KL toi! Sclvftgcfcrtigte 1560 ladürte Möbrl aller Art le'üs vorräMg zu billigsten Preisen bei Carl Steller, Schillerstraße 60. New-York, 2. August. Bet der Leichenschau, welche über die Leiche des CapitLns Webb abgehalten wurde, tst festgestellt worden, daß dte Zeichen der Erstickung durch Ertrinken fehlten. Dte Jury sprach die Ueberzeugung aus, daß der Tod durch die Gewalt der Erschütterung erfolgt sei, welche dte Kraft des Strudels auf den Körper ausgeübt habe Diese Kraft set groß genug gewesen, um sofort das Athemholen und überhaupt alle Lebensthätigkeit zu lähmen. — Dte „Germania" berichtet, daß sich die katholischen Studenten-Corporattonen seit 10 Jahren auf den deutschen Hochschulen außerordentlich vermehrt haben. Es gehören dazu Studtrende aus allen Facultäten. Die medictnische Facultät ist gegen- wärttg am stärksten dabei vertreten, mit 127, dte juristische mit 126, die philosophische mit 123, die theologische mit 108, Naturwissenschafter mit 18 Mitgliedern. Es bestehen einige 20 katholische Studentenvereine und 14 farbentragende katholische Verbindungen. Außer in Jena, Erlangen, Rostock und Kiel, bestehen jetzt auf allen deutschen Hochschulen katholische Verbindungen: neuerdings sind auch solche in Marburg, Gießen, Leipzig, Halle und Göttingen aufgethan worden. Die Namen derselben sind folgende: Aenanta in München, Wtnfridia-Breslau, Guestfalia-Tübtngen, Austria-Innsbruck, Bavaria-Bonn, Maikomannta-Würzburg, Hercynia-Fretburg t. B., Saxonia-Münster, Sueoia-Berlm, Rhenanta Marburg, Burgundia-Leipztg, Hasso Rhenania-Gteßen, Stlesia-Holle, Paletta-Göttingen, während in Straßburg dte Badenia erst in der Con- ftituirung begriffen ist. Wie die „Germania" meldet, gilt es jetzt in den gebildeten katholischen Familien für eine Ehrensache, ihre studirenden Söhne in dte katholischen Verbindungen eintreten zu lassen. _ , „ , _ — Einer amüsanten Anekdote, wie sich der Copitan eines holländischen Dampfers aus der Verlegenheit rettete, begegnen w'r in der „Pr. G. Et." Vor ein paar Jahren besuchte ein englischer Prinz die holländische Hauptstadt und sollte natürlich bei seiner Landung mit dem englischen Nationallted begrüßt werden. Unglücklicher Weise war jedoch in aller Eile kein Musikcorps aufzutreiben, weßhalb das englische Nationallied nicht gespielt werden konnte. „Dann wollen w'r es absingen", sagte der Commandant zu dem mit dem Empfang betrauten Würdenträger. „Aber die holländischen Matrosen können doch das englische Nationallied nicht singen!" „Allerdings', war dte Antwort, „aber sie verstehen das Lied: „Een sleeperspaard op hol, dat is eene ouwe knol“ rc, welches nach der Melodie von „God save the Queen“ gesungen wird. . . . Und so geschah es. Der engl'sche Prinz wurde bei seiner Landung begrüßt und „Janmaat" sang aus voller Brust: „Een sleeperspaard op hol“ rc. (Ein Schlttten- pffrd im Trab u. s. w) Der Prinz drückte sein Erstaunen darüber aus, daß die holländischen Matrosen so vortrefflich das englische Nationallred vorgetragen hatten er habe jedoch von dem Text nichts verstehen können. „Wahrscheinlich tn's Holländische übersetzt?" „Ja, Hoheit", gab der Commandant sofort gefaßt zur Antwort. Der Prinz war darauf höchst befriedigt und rühmte dte Intelligenz der holländischen Seeleute obn: zu ahnen, daß ihm ein fideles holländisches Matrosenlted an Stelle des englischen Nationall'edes vorgesungen worden war. "A Fr. Wolff & Söhne, Karlsruhe), Malt die Haut weiß und zart und schützt bei ipeioemien vor Krankheitsübertragungen. -3u haben bei C. Fr. Conrad, Friseur. Aeikgeöotenes. Giyrrrin-Schweselmilchseisk, Wnksames Mittel gegen Hautschärfe, Achten, gelbe und trockene Haut rc., 1,1‘UN, Sä billiger als englische Maschinen und denselben mindestens ebenbürtig, wofür jede wünschenswert!«« Garantie geleistet wird. Grosser Erfolg. Absatz allein 1882 über 300 Komplette Gt-arnituren Vorzügliche Referenzen, Kataloge gratis, Lieferung franco. 4151 tone holl. Vollhäringe per Stück 8 frisch eingetroffen bei 5162 C. Roth, Neuen-Bäue. 'Rötung 3, 31/2, 1, (> u. K Pferdekräften von X 2800 per Garnitur an. 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Schaffst ist durch einen Lehnsessel ersetzt, in welchem der Verurlheilte bequem Saft nimmt Die Armlehnen des tfoHrten Stuhles sind mit den beiden Polen einer imiamtschen Maschine verbunden. Im Augenblick der Hinrichtung öffnet der Henker elecirtschen Strom — und der Patient ist wie von einem Blitzstrahl getroffen. D __ Leider findet man in Gärten, Feldern und selbst an öffentlichen Wegen noch ! nifit abaestorbene Bäume. Es unterliegt keinem Zweifel, daß diese abgestorbenen, zer- (nrunatnen Rindentheile und R'hen dürrer Stämme und Aeste schädlichen Jnsecten, bem Großkopf, dem Apfelwickler, dem Kernobstrüsselkäfer, dem Apfelborkenkäfer und anderen als Winterschutz und als Brutstelle dienen, wodurch die den Baumen so schäd- L*en jnsecten eine größere Verbreitung finden. Jeder Landwtrth habe daher die riu^aabe die abgestorbenen Bäume und die dürren Aeste der Bäume so schnell als möalich zu entfernen. Es kommt leider noch sehr häufig vor, daß man solche abge- siarbene Bäume in Feldern unb Hausgärten sehr lange stehen läßt und daß man die birren Aeste sonst gesunder Bäume nicht ausschneidet und die geborstene alte Rinde, in deren verborgenen Schlupfwinkeln dte Jnsectenbrut überwintert, um im Frühjahr 1 Lj etntretender Wärme und dem Beginne des Triebes hervorzutreten und über die reucebilbeten Pflanzenthetle herzufallen, nicht abkratzt, wodurch eine äußerst schädliche ^niectenzuflucht- unb Brutstelle erhalten bleibt. Man sollte es niemals unterlassen, I sobalb sie bürr geworben, so schnell als möglich wegzuräumen; vor ber Weg- Idiaffunfl aber sollte man bte zersprungene Rinbe, das Moos unb die Flechten abkratzen I Jfe verbrennen unb basselbe Verfahren beim Ausschneiben bürrer, m:t geborstener Mde behafteter Aeste annxnben, wodurch der Verbreitung schädlicher Jnsecten wirksam ! tni-egengelreten wird. Dieses Verfahren ist deshalb von Bedeutung, weil aus den in Lchuppen aufbewahrten dürren Stämmm und Arsten, ohne vorherige Vertilgung der in denselben verborgenen Jnsectenbrut, im Frühjahr bet der ersten Wärme die schädlichen Jnsecten hervorkommen, von da in bte Felber unb Gärten sich verbreiten und große LerbSerungen anrtchten. \ — [(Sine abenteuerliche Luftschifffahrt.) Zwei französische Luftschcher, welche om streimg in Versailles ausstiegen unb gegen Paris zu fahren wollten, sinb am Samstag Mrid in — Woobgreen bet Lonbon gelanbet! Sie stiegen zu einer beträchtlichen Höh-, l würben von einer Luftströmung erfaßt unb zuerst gegen Westen getrieben, wo sie sich Üdtr ben Pyrenäen fanben. Die Heimath Atta Troll's schien ihnen wenig elnlabenb wm Nieberstieg; sie beschlossen baher, sich weiter nach dem Lanbe zu treiben zu lassen, ,ioo bte Citronen blühen"; ber Winb wechselte aber unb sie befanben sich halb über bett Meer. So flogen sie bte ganze Nacht fort Gegen Morgen begann ber Ballon plötzlich zu sinken unb sie retteten sich nur burch bas Ueberborbwerfen alles Ballastes unb aller Instrumente rc. Der Ballon erhob sich, so erleichtet, roteber zu einer namhaften f)3äe, unb gegen Mittag erblickten bte beiden Luftschiffer Land. Um 3 Uhr flogen^ sie i schon über eine Stabt weg — wahrscheinlich Portsmouth — unb einige Stunden spater waren sie in London. Die Herren gedenken wieder per Ballon nach Frankreich zurück- ! Meisen- _________ o Heu! 8 □oooDMDaaQ333oaaaa3aao3aaQaöOD33aaaoa Pompadour-Corset. g Dieses Eorset zeichnet sich durch tadellosen Sitz, vorzügliche Figur und beste Dauerhaftigkeit aus- Der Preis für ein solches Eorset tst nicht hoher O als der eines andern Systems. , ö 4993 Airgrrstr Firlcssc, Neuenweg 4. ü Aufforderung. Die in Gemarkung Gießen gelegenen Grundstücke Flur XVII. Nr. 162,5; 163,5; 164a Vio; 165,6; 166; 167; hu Maschinenfabrikanten Georg Wenzel und dessen Ehefrau Louise, sieb. Lang in Gießen beschränkt zu- Mrieben und zwangsweise ver- sleigert, sind 1875 käuflich von G g. Wenzel Eheleuten auf die Firma Wenzel & Bode in Gießen überge- s-angen, später jedoch wieder auf G g. .tenzel Eheleute übertragen worden. Zer zwischen Letzteren und der Firma Wenzel & Vode errichtete Kaufbrief Zimmer mit allem Zubehör (neu hergerichtet), zu vermiethen. H. Bepler. 5411 Ein kleines Logis zu vermiethen. ________ ______Neuenweg 33. 5404” Ein möblirtes Zimmer sofort zu ermiethen. K. Loth, Brandgasse 5. r .5345 Zwei kleine Familienlogis auf sofort zu vermiethen. Steinstraße 52. Zu vermiethen Z zwei incinandergchende, schön möblirte Zimmer. Ludwigsstraße 14, 3. Stock 4960 Ein Familienlogis ist per 1. Sept, zu vermiethen. Otto Freund Wwe., Neustadt 33. 4626 Eine Familienwohnung zu ver- miethen und sofort beziehbar. Georg Oertel, Frankfurter - Straße 80. 5405 Ein kleines Logis zu oermiethm. 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Lombard-Darlehnc werden zu 65-SöpEt. des Courswerthes auf börsengängige Werthpapiere je nach Qualität der zu beleihenden Essecten zu S bis ö'/z pCt. per annum franco Provison gewahrt Baar-Depositen werben zur Ber- zinsnng eutflegcitflciionimcn, cs betrügt dieseibe derzeit bei Rückzahlbarkeit ohne vo^cl^9e Kündigung 2 pCt., bei 2 tägiger Kündbarkeit i P^-r bei 14täßiger 3»/, pCt., bei 4 wechentlicher 4 p^t. und bei 2 monatlicher Kündbarkeit ^7e P^t. frei von allen Spesen. — " Domicilirnng; Giro-(Cheques->Verrelir- FTechnicum Mittweida \0 \ — Sach — \ a) Maschinen -Ingenieur-Schule b) Werkmeister - Schule. — Vorunterricht frei- — 5220 Unterzeichneter bringt sei^ Bohnenschneidmaschine hiermit empfehlende Erinnerung. ,f. f Wenzel, Filialpost. 5340 Ein Knecht wird gesuch! Emil Lotz, Kirchenplatz. 5371 @iit Logis'von 4 Zimmern nv Zubehör in einer der Hauptstravenvo Znem ruhigen Herrn zu mrethen gesucv: Näheres sagt die Exped. ds. Bl. 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