von den Türken vernichtet worden, Wiesen und Felder haben das gleiche Schicksal gehabt und das Vieh ist überall geraubt worden. Die in Skutari residirenden Consuln haben sich deshalb bei dem Gouverneur um mehr Schonung gegen die Insurgenten verwendet. Deutschland. m. Darmstadt, 10. Juli. Aus der heutigen Sitzung der ersten Kammer, in welcher nur 15 Mitglieder anwesend waren, ist außer dem bereits telegraphisch Gemeldeten noch zu berichten, daß gelegentlich des Gesetzesentwmss über die Secundär- bahnen auf desfallsige Anfrage des Präsidenten, Grafen v. Görtz, Mtnistertalpräsident Schleiermacher erwidert, die Regierung werde, unabhängig davon, ob Eingaben oder Projecte vorliegen, die im Lande bestehenden Bedürfnisse prüfen und die an die Stände zu richtenden Vorlagen danach bemessen. — Bei dem Gesetzentwurf wegen Errichtung einer stehenden Brücke über den Main bet Kostheim weist Ministerialrath Fink die Ansicht des Herrn Werner, man könne die Angelegenheit verschieben und einen Theil der demnächst vacant werdenden Mainzer Sch ffbrücke nach Kostheim verlegen, mit der Eiklärung zurück, daß man nach genauen technischen Untersuchungen unter den dortigen Verhältnissen von Aufstellung einer Schiffbrücke absehen müsse. Eine lange Reihe von Eingaben aus den drei Provinzen des Landes in Betreff der Ausführung einzelner Secundärbahnprojecte wird in Ueberetnstiwmung mit der zweiten Kammer der Regierung zur Prüfung und geeignet scheinenden Berücksichtigung bet demnächft'.gen Vorlagen empfohlen Eme ziemlich lange und tn technische Details eingehende Discussion entspinnt sich über das Gutachten der Commission zur Untersuchung der Hessischen Strom- bauverhältntsse. Graf zu Solms-Laubach bedauert, daß die gegenwärtige Strombautechntk tn Deutschland wesentlich das Interesse des Handels und erst in zweiter Linie dasjenige der Landwirthschaft im Auge habe. — Ministerialrath Fink sagt za, daß Erläuterungen zu dem Gutachten von Setten der Regierung tn Kürze den Ständen zugehen werden. An der Debatte, welche sich schließlich allein noch um Strombauten bet Mainz dreht, betheiltgen sich noch die Herren Mtntsterialpräsident Schleiermacher, Heyl, Lauteren und Dentnger und werden schließlich die von dem Ausschuß gestellten, bereits mitgetheilten Anträge angenommen. — Bezüglich der Vorlage der Regierung wegen Berücksichtigung des Gebühreneinkommens der Steuercommtssäre bet Pensionirung derselben hatte der Finanzausschuß, entgegen dem Beschluß zweiter Kammer, Ablehnung beantragt, mod'ficirt jedoch heute nach warmer Befürwortung der Vorlage Seitens des Mintsterialpräsidenten Schleter- mach er seinen Antrag dahin, daß die von der 2. Kammer beschlossene Festsetzung des bei der Pensionirung der genannten Beamten in Anschlag zu bringenden Betrages .interimistisch bis zur anderweitigen Regultrung der Gehaltsverhältniffe derselben" angenommen werde, womit sich die Regierung einverstanden erklärt Der Antrag findet Zustimmung. — Die Anforderung der Regierung für Errichtung eines definitiven Stationsgebäudes im Bahnhofe Egelsbach der Main Neckar-Bahn wird in Ueberetnstimmung mit dem anderen Hause bewilligt und die Nachweisung der definitiven Ergebnisse der Staatseinnahmen und -Ausgaben während der Finanzperiode 1876—78 und des er ft en Quartals 1879 ohne Debatte für richtig erklärt. — Der Vorlage in Betreff der Veräußerung von entbehrlichem Landeseigenth um in den Gemarkungen Nierstein und Dorheim wird zugest mmt und der Antrag der Abgeordneten Tecklenburg und Genossen auf Herstellung von lith ographtrten Katasterkarten für erledigt erklärt, dagegen die Regierung er« sucht, die Vervielfältigung von Kataster karten auf mechanischem Wege, wo sich solche als ein Bedürfniß herausstellt, auf Kosten der Betheiligten »nach Thunlichkeit zu fördern. Nächste Sitzung morgen. Berlin, 8. Juli. Zw«sch-n ber Königlich Preußischen und Großb- Hessischen Regierung ist in Bezug auf die Versteuerung des Nachlasses ber beiderseitigen Staatsangehörigen eine Verständigung dahin getroffen morden, daß der Nachlaß preußischer Untertanen lediglich von Preußen und der Nachlaß hessischer Untertanen lediglich von Hessen zur Versteuerung zu ziehen ist, jedoch mit ber Maßgabe, daß für Grund stücke und Grundgerechtigkeiten die Erbschaftssteuer von demjenigen Staate zu erheben ist, in welchem dieselben sich befinden. Es entspricht dieses Versohlen den bezüglichen Bestimmungen der in Hessen geltenden Kollateralsteuer- Verordnung, welche besagt: „Bei Berechnung des Betrages ber Erbschaften in Hinsicht aus bte .ntrrchtung der Kollateralgelber sind, wenn ber Erblasser ein Inländer war, alle dessen Mobilien, Baarschaften und Aktivkapitalien in ober außer Landes sowie auch die innerhalb der Grenze H.ssens gelegenen Jmmobiliarstücke, nicht aber die im Auslände gelegenen Immobilien in Anschlag zu nehmen, so jedoch, baß auch die Schulden, welche auf den Immobilien im Auslande gerichtlich spectell versichert find, von der Erbschaft nicht in Abzua aebracht werden dürfen, dagegen stad aber auch die Erben von Ausländern, welche TOen Ä "°ch er gerichtlich und spcciell darauf versicherten Schulden, die Kollateralgelder in den geeigneten Fallen zu entrichten „reicht die Dienstzeit der 1870 in das Heer eingetretenen Mannschaften ibr Ende Von jenem Zeitpunkte ab wird daher die deutsche Armee die Utzt?n Elemente aus^ ihren Reihen schien sehen, welche den Krieg aus eigener prak- tStt ErfMung kennen Dafür ist inzwischen mit ber Militärischen Ausbilbung ber früher zu aktivem Dienste bekanntlich nicht herangezogenen Ersatznseroisten begonnen unb dieselbe jetzt bereits so weit gefördert worden um die Frage der zweckdienlichsten Verwenduna dieser Truppengattung von aktuellem Interesse erscheinen zu lassen. Wir können diesbezüglich mitthetlen, daß an competenter Stelle die Intentionen bezüglich der Ersatzreserve welche, nach Ausbildung sämmtlicher Jahrgänge, ca. 300,000 Mann tn ihren Reihen zählen wird, nicht dahin gehen, diese Kategorie von allem Anfang an der Feldarmee zu überweisen, sondern daß die Ersatzreserve, wie dies ja auch ihr Name besagt, vorzugsweise zu Ersatzzwccken disponibel bleiben soll. Den Grundstock der lle. Bin ierik-Regis. Msc!i Donnerstag den 12. Juli 1888 Nr. 188. erger Amis- und AnzeiMatt für den Kreis Gießen. Erscheint täglich mit Äii-rmrhme des Montags. Bureau: Schulstraße 7. WM Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohr Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Marl 50 Pf. Amtlicher Hheil. mhitnen. Mchnn Ruder- lint Gleiberg, M-kaMn des n. chm, lueechties. t zu vermichen (eveui, erlichen Hvs". • von Herrn Fabriklut btt Scheuer, schon!, e, mit der Einsalfi ist per 1. August anbei: ib, „Zum Rappen" . ilicnlogis im 1. St« z möbl. Rimmer. Offerte! !cn- »"‘••äs HctinßW1 LV1 (auf Inventar r- ÄtäiJ Abi§ „ff* J . J- ,|igs^y i "< flM Bekanntmachung. Abgesehen von dringenden Fällen und selbstverständlich von Vorladungen sind die Amtsrichter nur Mittwochs zu sprechen. Anträge bei unseren Gerichtsschreibereien können Mittwochs und Samstags, Vormittags zwischen 10 und 12 Uhr, an den übrigen Wochentagen Nachmittags zwischen 3 und 5 Uhr gestellt werden. Gießen, den 5. Juli 1883. Großherzögliches Amtsgericht. Langsdorfs. Politische Uebersicht. Gießen, 11. Juli. Kaiser Wilhelm wird am 16. Juli, von der Mainau kommend, in Gastein eintreffen, um daselbst seine Nachkur zu beginnen. Die Choleragefahr bildet andauernd den Gegenstand allgemeiner Besorgniß der europäischen Regierungen und überall sind die energischsten Maßregeln getroffen, um den gefürchteten Gast von den Küsten Europas fernzuhalten. Auch für die preußischen Häfen ist laut Verfügung des Handelsministers eine Quarantäne-Verordnung erlassen worden. Einigermaßen befremdlich erscheint es, daß diese Verfügung nicht von Reichsmegen erfolgt ist und gerade hier hätte die Reichsgewalt alle Veranlassung, gegenüber dem sich heutzutage wieder regenden Particularismus ihre Rechte und ihr Machtbereich sich nicht schmälern zu lassen. Hoffentlich treffen die andern hierbei in Betracht kommenden Bundesstaaten, Oldenburg, Mecklenburg und die Hansestädte, dieselben Maßregeln. Von officiöser Seite liegt jetzt in der „Nordd. Allg. Ztg." eine Erklärung gegenüber der neuesten Jakobinischen Note vor. Aus dem betr. Artikel klingt sehr deutlich der Unmuth hervor, den man an leitender Stelle in Berlin über das mehr als zweifelhafte Verhalten des Vatikans in Bezug auf die kirchenpolitische Vorlage empfindet und einzelne Sätze haben sogar eine sehr scharfe Fassung. So spricht das officiöse Communiquö von veralteten diplomatischen Künsten der Kurie, wie sie in oer aus dem kaufmännischen Verkehr entnommenen Bemäkelung gegenseitiger Angebote liegen und denen die römische Kurie in ihren antiken Traditionen anhänge. Die Eröffnung des neuen böhmischen Landtages ist doch nicht ohne verschiedene Zwischenfälle abgelausen. Als der Statthalter den Oberstlandmarschall Fürst Lobkowitz installirte und dies in böhmischer Sprache vornahm, wurde auf deutscher Seite gerufen: „Deutsch! Deutsch!" Die Jnstalli- rung und Gelöbnißabnahme des Stellvertreters des Oberstlandmarschalls erfolgte in deutscher Sprache. Während der czechischen Ansprache des Oberstlandmarschalls blieben die deutschen Abgeordneten sitzen und erst, als er deutsch zu sprechen begann, erhoben sie sich von ihren Sitzen, worauf Eduard Gregr czechisch ausrief: „Jetzt werden wir sitzen bleiben"; doch erhoben sich die czechischen Abgeordneten und nur Gregr blieb sitzen. Die russische Hauptstadt scheint einem „Feuerzauber" verfallen zu sein, denn fast täglich finden in Petersburg große Brände statt. Dieselben entstehen meist in Etablissements, welche eine große Anzahl von Handwerkern beschäftigen und gelangt man unwillkürlich zu der Annahme, daß den Feuersbrünsten keine zufälligen Ursachen zu Grunde liegen. Ein Affecurranzgeschäft hat über eine Million Rubel an Versicherungs-Geldern auszuzahlen und mehrere Tausende von Fabrikarbeitern sind brodlos geworden. Der Polizeimeister, Baron Gresser, hat kürzlich einen Tagesbefehl an die Löschcommandos erlassen, in welchem er denselben seine Anerkennung für ihre Thätigkeit, Selbstaufopferung, Standhaftigkeit und Energie bei den häufigen Bränden der letzten Zeit ausspricht. In Belgien wird Seitens der fortgeschrittenen Liberalen die Agitation für eine aus Ausdehnung des Stimmrechtes abzielende Revision des Art. 47 der Verfassung mit großem Eifer betrieben. Die gemäßigten Liberalen sind indessen mit diesem Plane, da eine Erweiterung des Stimmrechtes leicht den Ultramontanen zu Gute kommen könnte, nicht einverstanden; die betr. Anträge, gegen welche sich auch die Regierung ausgesprochen hatte, wurden denn auch am 6. Juli von der Repräjentantenkammer abgelehnt. Das gegen die Mitglieder des norwegischen Staatsrathes eingeleitete Proceßverfahren hat noch zu keinem Resultate geführt. Höchst wahrscheinlich steht der schleppende Gang der Proceßverhandlungen unter dem peinlichen Eindruck, den diese eigenthümliche Angelegenheit im ganzen Lande hervorgerusen und dementsprechend mehren sich die Kundgebungen für das angeklagte Ministerium. Aus allen Theilen des Landes sind dem Präsidenten des Staatsrathes, Selmar, Ergebenheitsadressen zugegangen und auch aus Drontheim, dieser alten Burg des norwegischen Radikalismus, ist dem Ministerium eine mit zahlreichen Unterschriften bedeckte Adresse zugegangen, in welcher gegen das Verhalten des Storthings protestirt und der Negierung das Vertrauen der Unterzeichneten ausgedrückt wird. Ueber den Stand der Dinge in Albanien bringt die „Polit. Corresp" einen längeren Bericht, aus welchem hervorgeht, daß die Lage der aufständischen Stämme eine hoffnungslose ist. Es mangelt den Insurgenten an Munition und Lebensmitteln und die verheißene Unterstützung der übrigen Stämme ist ausgeblieben. Uebrigens hat Hafiz Pascha mit seinen Truppen fürchterlich gehaust; er ließ die Wohnstätten der Albanesen niederbrennen und ihre Ortschaften dem Erdboden gleich machen; überdies ist die reiche Saat der Felder aktiven Armee bilden nach wie vor die voll ausgebildeten Mannschaften, deren Ärleggs 6rau»bartdt ftttmma tn erster Linie destgntren wird die ersten entscheidenden Schlüge künftiger kriegerischer Aktionen zu führen. Die Homogenität der Armee in allen Stücken also namentlich auch in Hinsicht deS MenschenmatertalS, ist eben ein M werthvoller Vorma der deutschen Armee,Organisation, als daß die Heeresleitung sich, ohne zwingendste Nothwendtgkett, zur PretSgebung derselben herbetlassen sollte. Hesterreich. Pestb, 9. Juli. Da man dem von der Cholera zunächst bedrohten Staate, der Türkei, nicht die nachhaltige Thptkrast zutraut, gegen die Gefahr genügende Maßregeln zu treffen, und andererseits die Engländer die Erfüllung ihrer internationalen Pflichten nicht ernst genug zu nehmen scheinen, so ist es begreiflich, wenn Oesterreich-Ungarn darauf dringt, „daß in Egypten und in der Türkei ein gemeinsames Vorgehen aller Mächte eingesührt werde, ähnlich demjenigen, zu welchem sich Europa — unter Zustimmung Englands — s. Z. gegen die Pestgefahr in Rußland einigte." In ihrer jetzigen Beschaffenheit besitzt die internationale Commission in Konstantinovel nicht das Ansehen, die ihr zugedachte Aufgabe zu erfüllen und nur durch sofortiges Auftreten der Mächte kann der gewünschte Eindruck auf England erzielt werden. Dre ungarische Regierung ist mit der Ausarbeitung der örtlichen Maßregeln zur Abwendung der Choleragefahr beschäftigt und sie wird nächstens dieselben im amtlichen Blatte dem Publikum mittheilen. Aber umsonst werden die zweckmäßigsten Verfügungen getroffen, wenn die Regierung nicht die Gewißheit besitzt, daß die Verfügungen auch entsprechend durchgesührt werden. Diese Gewißheit besitzt aber die ungarische Regierung keineswegs, denn es ist eine alte Erfahrung, daß die Comitats- behörden für die Fragen der Gesundheitspflege nicht das mindeste Verständniß haben. Angesichts dieses bekannten Umstandes wird die Regierung schon jetzt die Maßnahmen verfügen, welche in den Comitaten anzuwenden sind, um der Gefahr vorzubeugen. Sollte die Gefahr näher rücken und die Lage eine kritische werden, so wird die Regierung die Durchführung der in der Provinz verfügten Maßnahmen selber in die Hand nehmen. Die Obergespane werden dann als königliche Commissare die verfügten Maßnahmen durch eigene Regierungsorgane, die zu diesem Zwecke in die Comitate entsandt werden, durchführen lassen; in diesem Falle scheint die Regierung entschloffen, die Verantwortung zu übernehmen, falls die Comitate in dem Vorgehen der Regierung eine Verletzung der Comitats-Autonomie erblicken wollten. Alexandrien, 10. Juli. (Telegramm des „Reuter'fchen Bureaus.") Vom Sonntag Abend bis gestern Abend 9 Uhr starben in Damiette 52, in Mansurah 87, in Samanud 17, in Shirbin 2 Personen an der Cholera. Darmstadt, 11. Juli. (Privat-Depesche.) Die erste Kammer genehmigte die dreiprocentige Zinsgarantie für die Kettenschifffahrt aus der Mainstrecke Mainz-Aschaffenburg und bewilligte weitere 125,000 JL zur Gewährung einer Staatshülfe an die Wasserbeschädigten des letzten Winters. £ d f a l e i Gießen, den 11. Juli. (XIV. Mittelrheinisches Turnfest.) Die Festtage rücken mit Riesenschritten näher und von Tag zu Tag steigert sich die Thätigkeit der einzelnen Comitss. Unter der rastlosen und energischen Leitung des Bau- und Decorationscomitä's gewinnt der Festplatz immer mehr Gestalt. Die Festhalle hat in den letzten Tagen bedeutende Fortschritte gemacht. Sie verspricht ein wahrhaft monumentaler Bau zu werden. Die sie umgebenden Wirthschaftsbuden schälen sich gleichfalls in stetem Wachsthum aus der Roharbeit heraus. Unter den schattigen Laubgängen der Lindenbäume in einheitlichem Styl, elegant und geschmackvoll angelegt, erwecken sie gar angenehme Hoffnungen und werden gewiß ein lieblich idyllisches Plätzchen bieten zum stillen Versenken in Gießens berühmten Gerstensaft. Die Turngeräthe sind nahezu aufgestellt zum frischen Wettkampf unserer wackeren Turnerschaar. Die Einfriedigung des Platzes ist vollendet und schon haben sich die Zimmerleute, die wirklich mit unermüdlichem Eifer thätig sind, des Emgangsportals bemächtigt. Der Festplatz bietet alle Bequemlichkeiten für das Publikum und ist namentlich für Garderobe und derartige Räume ebenso ausreichende und allen Wünschen entsprechende Fürsorge getroffen. Das Wohnungscomitö hat auch keine kleine Arbeit. Von Tag zu Tag wachsen die Anmeldungen, und alle vertrauen der Gastfreundschaft Gießens. Da ist denn mancher Schweißtropfen zu vergießen bis die Quartiere beschafft sind; denn von Massenquartieren sind die Turner keine Freunde, sie lieben herzlichen Empfang und Handschlag als Willkommensgruß. Der Besuch des Festes wird ein großer werden auch von nichtturnerischer Seite. Dafür spricht die Thatsache, daß von nahe liegenden Orien, an denen Turnvereine nicht bestehen, mit zahlreichen Unterschriften versehene Gesuche um Einrichtung von Extrazügen eingelaufen sind. Durch das Comitä ist alles geschehen, der Feftstadt Gießen der Gäste möglichst viele zuzuführen. Jetzt gilt es also, das Festgewand anzulegen und den Fremden die Stadt an der Lahn in heiterem Kleid zu zeigen. Also: Grüne Reiser an die Häuser, Bäume auf die Straßenräume, Wappen und Willkommensworte über jede Eingangspforte, von den Dächern Fahnen bunte, daß es schalle durch die Runde: „Gießens Feste Sind die beste!" Telegraphische Depeschen. Wolsf'S telegr. Correspondenr-Bureau. Berlin, 10. Juli. Der „Deutsche Reichs-Anz." veröffentlicht das Gesetz, betr. die Feststellung des Reichshaushalts-Etats pro 1884/85, ferner das Gesetz, betr. die Aufnahme einer Anleihe für das Reichsheer, die Marine und die Reichs-Eisenbahnen. — Die vierte Strafkammer des hiesigen Landgerichtes verurtheilte heute den Hazardspieler Reuter zu achtmonatlichem Gefängniß und zu 6000 Jl. Geldstrafe. Der Staatsanwalt hatte 2V3 Jahre Gefängniß und 3 Jahre Ehrverlust beantragt. Reuter wurde gegen 40,000 Kaution vorläufig entlassen. — Der Erzherzog Karl Ludwig von Oesterreich folgte Vormittags einer Einladung der kronprinzlichen Herrschaften nach Potsdam, wo er auch das Diner einnahm. Am Abend beabsichtigt der Erzherzog über Düsseldorf, wo er mit feiner Gemahlin zusammentrifft, die Reise nach Amsterdam fortzusetzen. Karlsruhe, 10. Juli. Se. Maj. der Kaiser ist mit der Frau Großherzogin und mit dem Erbgroßherzog und dem Prinzen Ludwig Wilhelm von Baden heute Vormittag 9 Uhr auf der Schwarzwaldbahn nach Mainau abge- retft, wo die Ankunft heute Nachmittag 4 Uhr erfolgen wird. Der Großherzog hatte sich schon mit dem Nachtzuge nach Mainau begeben. Konstanz, 10. Juli. Se. Maj. der Kaiser ist mit der Großherzogin, dem Erbgroßherzog und dem Prinzen Ludwig von Baden, sowie mit dem Kronprinzenpaare von Schweden von Karlsruhe hier eingetroffen. Am Bahnhofe der festlich geschmückten Stadt wurde der Kaiser vom Großherzog von Baden begrüßt und auf dem Dampfschiff nach der Insel Mainau begleitet. Marburg in Steierm., 10. Juli. Heute sand hier in Gegenwart des Kaisers und zahlreicher Marine-Officiere die Enthüllung des Tegethoff-Denkmals statt. Der Kaiser setzte Mittags die Reise durch Süd-Steiermark fort und wird morgen in Laibach ankommen. London, 10. Juli. Unterhaus. Der Präsident des Lord Government Board Dilke erklärte auf eine Anfrage in den Jahren 1832/33 habe sich die Quarantäne als wirkungslos gegen die Einschleppung der Cholera erwiesen, es sei daher jetzt keine Quarantäne beabsichtigt. Dagegen sei ein System ärztlicher Jnspection und Desinficirung der verdächtigen Schiffe eingeführt worden. Die aus Indien kommenden Dampfer, welche den Suezkanal passiren, ohne inficirte Häfen zu berühren, seien nicht verdächtig; ebenso seien auch wegen der Länge der Fahrt Schiffe aus Alexandrien, wo nur ein Cholerafall stattgefunden, unverdächtig, außer wenn sich ein Kranker an Bord befinde. Unterstaatsseeretär Fitzmaurice theilte mit, die Regierung habe keine Nachricht von dem Ausbruche der Cholera in China erhalten. — Die aus Mitgliedern des Ober- und Unterhauses bestehende Commission zur Vorberalhung des Antrages, betr. den Kanaltunnel, hat sich heute mit 6 gegen 4 Stimmen gegen den Bau des Tunnels ausgesprochen. ß e t » i f 4 t < i Heppenheim, 9. Juli. Das hiesige Anzeigeblatt schreibt: „Eben, als wir unser Blatt schließen, wüthet ein schrecklicher Brand hier. Vier Wohnhäuser und zwei Scheuern stehen in vollen Flammen. Unsere freiwillige Feuerwehr leistete Uebermensch- ltches, um das Feuer auf seinen Herd zu beschränken. Leider sind auch schon verschiedene Unveesicherte betroffen. Soeben langte die telegraphisch requtrtrte Feuerwehr von Bensheim und Lorsch an." , Berlin, 5. Juli. Einen entsetzlichen Tod sand gestern früh in Pankow die kaum 20 Jahre alle und erst seit kurzem vermählte Frau I., die Tochter eines hiesigen bekannten Börsenbesuchers, durch Verbrennung. Das leichte Morgenkletd der jungen Frau soll an der Flamme der Kaffeemaschine Feuer gefangen haben, das sich mit furchtbarer Geschwindigkeit über den ganzen Körper verbreitete. Die arme Dame erlitt hierbei so schwere Brandwunden, daß sie trotz der eiligst herbeigeholten ärztlichen Hilfe nach wenigen Stunden unter den qualvollsten Schmerzen verstarb. — sVacante Stellen im Bereiche des 11. Armee-Corps.) Darmstadt, Postamt II, Stadtpostbote, Gehalt 750 JL und 180 JL Wohnungsgeldzuschuß: Darmstadt, Postamt I, Postschaffner, 800 JL Gehalt und 180 JL Wohnungsgeldzuschuß; Gießen, Postamt, Landbriefträger, 500 JL Gehalt und 60 Wohnungsgeldzuschuß; Wiesbaden, Accisenamt, 2 Aufseher, Gehalt 1050 und 80 JL Kleidervergütung. Handel und Verkehr. Gießen, 10. Juli. Auf dem heute dahier abgehaltenen Vtehmarkt waren aus- getrieben 1447 Stück Rindvieh und 740 Stück Schweine. Trotz der trockenen Witterung war sämmtliches Vieh schön und gut genährt und waren die Preise im Allgemeinen etwas niedriger als am letzten Markt. Nächster Markt Dienstag den 31. d. M. und Mittwoch den 1. August, am letzten Tage auch Krämermarkt. Franikfnrt a. M.,111. Juli, Nachmittags 2 Uhr — Min. (Telegraphischer Coursbericht. Mitgetheilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen.) Creditactten 2537A, Staatsbahnactien 2814/4, Galizier 255*/», Lombarden 1355/s, Nord- weftbahnactien 1744/4, Gotthardbahnactien H8V4, Darmstädter - Bankactien 155, Disconto Commandit 1967/e, Oefterr. Silberrente 6715/i6» 4% Ungar. Goldrente 7515/ie, 40/0 1880er Russen 72^4, 5o/o 1877r Russen —, 2. Orient-Anleihe 57, 4% Spanier 635/s, 5°/0 Rumänische Rente 937/0, 4°/o Unific. Egypter 7411/i6, 5% Türken UV-, Marienburger — Tendenz: —. Witterungskunde.*) 12. Juli. Donnerstag. Frühmorgens dunstig bis gewitterhaftbedeckt, Morgens heiter, auf Mittag zu Schleier bis Ballen, Nachmittags schön. Nach Westen und Nordwesten zu Morgens mehr bedeckt, doch auch hier später Ballen, Nachmittags besser bis schön und trocken. 13. Juli, Freitag. In West- und Nordwest-Deutschland frühmorgens Abkühlung und bedeckt, im Südweften Thau bis etwas Regen, nachher aufgebessert, auf Mittag zu zerstreute Ballen, Nachmittags schön. In Ost-Deutschland noch wärmer und namentlich Nachmittags hohe Temperatur. *) Aus Dr. L- Ov erzi er*s Wetter-Prognose für den Monat Juli, abgeschlossen am 15. Mai (Verlag der M. Lengfeld'schen Buchhandlung in Köln, Preis 1 — Nachdruck verboten. Wafferwärure der Lahn. Am 11. Juli, Mittags zwischen 11 und 12 Uhr: + 18« R-, Luftwarme + 17° R. L- Chr. Rübsamcn. Lieferung, * Mackit, n Hießen, den 0 sS* p*-* | Brechen, " itinßchren, " WeM Zerkleinern, » ri.uifirnrbeit, * Ä__w (mlag den V Nachmittags la ilachmzeichm zdmrWastlichiN 3 Morgen 3 Morgen -WMgen von (Und Stelle meist Blumen; Nitrid Traiisp Ernst ] * Wn, den 11-. W. Univerfi W Schm && Mntn Mgebl 1 O fo gut erhalt ji/Men-__ Rüs 1 'N schöner Al | V M. H <58______A 11770 Eine neue Nr. Tragkraft ,u Meres in der lum Allgemeiner Anzeiger. Zur gefälligen Beachtung. Wegen Umbau meines Ladens verkaufe, um darin zu räumen, meine fämmtlichen Artikel zu herabgesetzten Preisen gegen Baar mit 10 u/o Rabatt. 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Die Mitglieder des Turnvereins erhalten die Beikarten zur Einführung von Familienmitgliedern gegen Vorzeigen der Festkarte bei Hrn. Karl Merkel in der Marktstraße. Die Karten werden aus den Namen der Einzuführenden ausgestellt und sind dafür laut Beschluß der Generalversammlung 2 nach- zuzahlen. 4775 Der Vorstand des Turnvereins Gießen. XIV. Aitlelrhkimsches Turnfest. Die Mitglieder des Turnvereins Gießen versammeln fich zur Ausstellung deS FestzugeS Sonntag den 15. Juli, präcis 1 Uhr, in der Turnhalle. 4776__________________Der Vorstand des Turnvereins Gießen. XIV. Mittelrheimsches Turnfest Sitzung des Gesammlcomites Donnerstag den 12. Juli, 1|29 Uhr Abends, in Iony's Wersaat Tagesordnung: 1) Berichterstattung über die Arbeiten der Comite, 2) Eventuelle Beschlußfassungen. 4777 Der engere Ausschuss. Der unterzeichnete Festausschuß richtet an die Bewohner Gießens die recht herzliche Bitte, zur würdigen Feier des Festes ihre Häuser entsprechend zu schmücken. Großh. Oberförsterei Cchiffenberg hat mit dankenswertstem Ent- gegenkommen Fichtenbäumchen zum Preise von 10—12 H pro Stück überlassen, welche^am Fällungsorte, Leihgesterner Weg (am Bergwerk) und Schisfenberger-Weg, in Empfang genommen werden können. Es wird zweckdienlich sein, wenn sich die Bewohner straßenweise Wagen bestellen und die Bäumchen am Fällungsort abholen lassen. 4756 Der Festausschuss. Turnfest am 14., 15., 16. u. 17. Juli. Eintritts - Preise •• I. Familienkarten ä 4 Mark, 1 für das Familienoberhaupt, 4 Beikarten für die Familienangehörigen (Söhne über 14 Jahren ausgefchlossen). II. Fefikarten für einzelne Personen für die Dauer des ganzen Festes ä 2 Mark. III. Tageskarten, nur für den Tag der Lösung zu jederzeitigem Ciw tritt geltend, ä 1 Mark 30 Pfg. IV. Eintrittskarten, nur für einmaligen Eintritt, ä 73 Pfg. V Bankettkarten für Samstag, 14. Juli, Abends, ä 30 Pfg. Die unter I. und II. verzeichneten Karten lauten auf Namen und berechtigen zu jederzeitigcm Eintritt auf den Festplatz während der ganzen Darier des Festes und sind bis Freitag den 13. Juli Abends bei folgenden Herren zu haben: Daniel Heil, Lindenplatz, Hcd. Schäfer, Marktstrafe, Georg Petri, Friseur, Seltersweg. Die übrigen Karten sind an den Kassen des FcstplatzeS zu lösen. Sämmtliche Karten sind sichtbar zu tragen und auf Verlangen eines Controlbeamten vorzuzeigen. NB. Familien, welche aus mehr als 3 Personen bestehe!», ist das Recht eingeräumt, weitere Beikarten, für das ganze Fest gültig, ä 1 Mk., zu lösen. 4677 Das Einanz-Comite. 4772 Die trauernden Hinterbliebenen. Marie Habeuicht sprechen mir hiermit unseren herzlichsten Dank aus. Danksagung. Für die so überaus große Theilnahme bei dem Verluste unserer unvergeßlichen Tochter, Schwester und Nichte 4721 Ein ordentliches Dienstmädchen zum sofortigen Eintritt gesucht. Rothenberger, Caplansgassc. Verantwortliche Redaktion: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'scheu Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. Bet suuaui Schul Von Fr Mnger aus t Gießer 1. Am 24. 3' undLocal-C l Am 25. 3i und Vornah l Verhandle a) Einl' b) Rech c) Wal M d) Spi M Pst chnl feine . Pst. 4. Wahl des । , Vorstandes. Ausgezeichn die Ausstel Dzierzonstöd jeder Form i>. Aus dem m Zu Änigan Nähere i mt®* Mtglie! W md Rchi *f"Nt unb t * Btjiich bei Stitbbera a 3” Fch« N yieteiM, uc S®*ng atqe Kx.! t ' Md mir s iS tat M $5. >r°tz b» ®eitec dtz*>ie j