'^tenen Nm wt\K »Schnch- lbenicht, >aubch., iS Seil, krailing, Heinrich ig. Smit ■ W, >d)trmeE, Lennep flermetta , dürften 675*4 lc Stadü- ahler. -We°: J » bk»; J MlsM® 83 Berll» .* Mei* . .e-iijad'®’ - m6 SS. tädten 6489 ei> 236 Zweites Blatt. Donnerstag den 11. October 1883. Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. ■-------------------- ' ' ' ~ Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn, vureaur Schulstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. <$ur$ Pgst bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. AmLliHr Hheit. Bekanntmachung. Abgesehen von dringenden Fällen und scibstverständlich von Vorladungen sind die Amtsrichter nur Mittwochs zu sprechern Anträge ber mseren Gerichtsschreibereien können Mittwochs und SamstagS, Vormittags zwischen 10 und 12 Uhr, an den übrigen Wochentagen Rachmittags zwischen 3 und 5 Uhr gestellt werden. ®ie6en, den 8. October 1883. Großherzoglrches Amtsgericht Gießen. Langsdorfs. Darmstadt, 6. October. Das Großherzogliche Regierungsblatt (Beilage Nr. 22) enthält: 1. Bekanntmachung Großh. Ministeriums der Finanzen, die zur Aus- sertigung und Erledigung von Uebergangsscheinen ermächtigten Stellen betreffend. 2. Uebersicht über die Einnahmen und Ausgaben des Vicinalwegbaufonds der Provinz Rheinhessen für das Jahr 1879. 3. Uebersicht über die Einnahmen und Ausgaben des Vicinalwegbausonds der Provinz Rheinhessen für das Jahr 1880. r 4. Uebersicht über die Einnahmen und Ausgaben des Vicinalwegbausonds der Provinz Rheinhessen für das Jahr 1881, 1. Quartal. 5. Bekanntmachung Großh. Kreisamts Lauterbach, die Erhebung einer nachträglichen Umlage in der Gemeinde Engelrod pro 1883/84 betreffend. 6. Abwesenheitserklärung. 7. Ordensverleihungen. 8. Ermächtigungen zur Annahme und zum Tragen fremder Orden. 9. Namensveränderung. 10. Dienstnachrichten: Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 20. August dem evang. Pfarramts-Candioaten August Rheinfurth aus Fürfeld die erledigte evang. Psarrstelle zu Odernheim zu übertragen; am 13. Septbr. den von fämmtlichen Riedesel Freiherrn zu Eisenbach auf die evang. Psarrstelle zu Freien-Steinau präsentirten evang. Pfarrer August Franz Jacobowski zu Hennersdorf, im Königreich Preußen, für diese Stelle zu bestätigen. Am 31. August wurde der von dem Herrn Grafen zu Erbach-Fürstenau aus die erledigte Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Momart präsentirte Schulamtsaspirant Georg Jacob Sattler von Airlenbach, im Kreise Erbach, am 5. Septbr. wurde der von dem Herrn Grafen zu Erbach - Erbach auf die erledigte Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Reichelsheim präsentirte Schulamtsaspirant Sebastian Niälas aus Ober - Kainsbach, im Kreise Erbach, für diese Stelle bestätigt; am 6. Septbr. wurde dem Schullehrer Johann Heinrich Schäfer zu Ulrichstein, im Kreise Schotten, die Lehrerstelle an der Gememde- schule zu Reiskirchen, am 8. Septbr. wurde dem Schullehrer Franz Hemmes zu Sulzheim eine erledigte Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Mombach, an dems. Tage wurde dem Schulamtsaspiranten Heinrich Nelins aus Groß-Umstadt eine erledigte Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Mörfelden, an dems. Tage wurde der Schulamtsaspirantin Franziska Keusch aus Mainz eine erledigte Lehrerinnenstelle an der Ge«»^eindeschule zU Mombach übertragen; an dem). Tage wurde der von dem Herrn Fürsten zu Löwenstein-Wertheim- Rosenberg und von dem Herrn Grafen zu Erbach-Schönberg auf die erledigte Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Rimborn, im Kreise Erbach, präsentirte Schulamtsaspirant Peter Kaffenberger aus Gumpen und der von dem Herrn Grafen von Schlitz, genannt v. Görtz, auf die erledigte Lehrerstelle an der Gememdeschul^e zu Sandlofs, im Kreise Lauterbach, präsentirte Schulamtsaspirant Heinrich Stephan aus Pfordt für diese Stelle bestätigt; am 16. Septbr. wurde dem Schullehrer Ludwig Spatz zu Wintersheim die erledigte Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Hillesheim übertragen. 11. Charakterverleihungen. 12. Aufgabe der Zulassung zur Rechtsanwaltschaft: Rechtsanwalt Dr. Friedrich Delp zu Darmstadt hat die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft bei dem Landgerichte der Provinz Starkenburg aufgegeben. 13. Dienstentlassungen. 14. Ruhestandsversetzungen: Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht : Am 23. August den evang. Pfarrer Hermann Siebert zu Ober-Eschbach m den Ruhestand zu versetzen. £ r f ___ Am 23. August wurde der Schullehrer an der Gememdeschule zu Alzey Ludwig Stützet auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste, am 2. Septbr. wurde der Schullehrer an der Gemeindeschule zu Walldorf Philipp Haibach bis zur Wiederherstellung seiner Gesundheit, am 8. Septbr. wurde her Schullehrer au der Gemeindeschule zu Schwalheim Karl Wiederhold auf sein Nachsuchen in den Ruhestand versetzt. 15. Concurrenzeröffnungen: Erledigt sind: Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ober-Saulheim mit einem Gehalt von 900 ; mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Volxheim mit einem Gehalt von 900 ; mit der Stelle ist Oiganistendienst verbunden. Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Burkhards nut einem Gehalt von 900 X; mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Die mit Ii*en Tr°g^n dar- (^eSüorladen ber zweiten Session üb-rgehend, betonte zweijährige Etatspertoden fei und daher gegen Redner zunächst, datz g 6 ? aebenben Anträge der Regierung gestimmt habe, baf bU Beratbung b.8 Reichshaushaltsetats zu werbe. Im Rechte ber Geldverwilltaung ±’ Sohr bl? SRMSt der Volksvertretung. Urberdtes verleite, wie ma bies^bebau rlicher- Weife beim zuletzt berochenen Etat gesehen habe bie Be- tatbrna für eine nod> ferne liegende Zeit einerseits zu einer unrichtrgen Schätzung der Positionen des Voranschlags, andererseits zu einer der Volksvertretung geradezu un° würdigen Flüchtigkeit und Oberflächlichkeit der Behandlung. einem ev. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Kleiu-Umstadt mit einem Gehalt von 900 ; mit der Stelle ist Orgamstendienst verbunden. Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Mettenheim mit einem Gehalt von 900 Eine Lehrerinnenstelle an der kath. Schule zu Kastel mit einem Gehalt von 1400 ___ Lokales. Gietzen, 9. October. Im Nachstehenden geben wir den versprochenen-aus- führlichen Bericht über die Rede, welche unsirReichstagsabgeordneter Dr. Gutfletsch am Sonntage in Grünberg vor seinen Wählern hielt. Redner begann mit dem Ausdrucke des Dankes für das Vertrauen, welches ihm durch seine Wahl bekundet worden fei, seit welcher er heute zum ersten Male wieder feinen Wählern aus Grünbergs Gegend gegenüberstehe Er fpreche inbeb heute nicht blos zu denen, bie bei der Wahl auf seiner Seite standen, sondern als Vertreter Aller >u Allen. Er würde bereits früher zur Rechenfchastsablegung, die er für eine Wisent- liche Pflicht des Abgeordneten halte, im Wahlkreise erschienen ser wenn nicht die krank- haste Hast, mit der eben die Reichsregierung das Wohl des deutschen Volkes durch zahlreiche Gesetze begründen zu sollen meine, ihn mit den übrigen Volksvertretern zu einem allzu langen Aufenthalte in Berlin genöthigt hätte. lieber die erste Session des Reichstages habe er bereits in Gießen berichtet, er wolle daher nur kurz die Gründe für feine Abstimmungen in wichtigeren Fragen wiederholen. Bet Feststellung des Reichshaushaltes habe er überall da, wo es mit dem Interesse des Reiches verträglich schien, für Ersparungen gestimmt. Er habe insbesondere auch gestimmt gegen die Ausgabe für den geplanten deutschen Volks- wtrthschaftsrath, weil er diese Körperschaft nur für e n unnützes und ge ahrllches Werkzeug der Regierung, geeignet, das Ansehen deS Reichstages. zu schsdttgen und speciell als ein Mittel zur Einführung des Tabakmonopols betrachtet habe. Gegen den Hollanschluß von Hamburg habe er gestimmt, weil die dafür erforderten Mittel den Vorteil zu überwiegen scheinen, den der Anschluß in Aussicht stelle, ganz abgesehen von den Gefahren, welche darin nach Ansicht vieler Betheiligten für die wettere Er- Haltung und Entwicklung der bedeutenben Handelsstellung von Hamburg gelegen seien Die Ausgabe für die Berufszählung habe er als unnothig abgelehnt, er fet 1bam t imar tn der Minderheit geblieben, habe aber die Genugthuung erlebt, daß selbst die Befürworter dieser Ausgabe sich nachträglich von ihrer Unnützlichkeit hatten überzeugen müssen. Die Berufszählung habe als einzelne Zahlung kernen eine Reihe von Zählungen können im Laufe der Jahre unter Umstanden Ergebnisse liefern, welche für die wirthschaftliche und socialpolitische GesetzgebungBedeutung Haben. Daher liege kein Grund vor, warum man es jetzt so eilig habe und nicht bte Berufszählung künftig einfach mit den gewöhnlichen Volkszählungen verbinde, was einen weiteren Aufwand an Mühe und Kosten dann nickt verursache. In interesianter Weise habe sich die derzeitige Werthlosigkeit der Berufszahlung gezeigt bet den wichtigen socialvolitischcn Vorlagen der letzten Session, betreffend^die Kranken--und Unfallversicherung der Arbeiter. Selbst nach Fertigstellung der Ergebnisse der letzten Berufs- zählung sei kein Regierungsvertreter auf dieselbe in den Berathungen dieser Gesetze zurückgekommen; tm ©egentbeüe, vorn Regierungstische selbst sei neuerdings erklatt worden, daß man für diese gesetzgeberischen Arbeiten, mit dem Hinweis auf welche doch die Ausgabe für eine eilende und außerordentliche Zahlung angefonnen worben war, bCren T)em"Ä n t r^ g e ^*1 n d thorft auf Aufhebung des Reichsgesetzes vom Mai 1874, betreffend die Ausweisung renitenter Geistlichen, habe er mit der Mehrheit des Reichstages zugesttmmt. Die Art, wie die preußische kirchliche Kampfgesetzgebung eingerichttt se? und gar wie sie nach rein beliebigem Ermessen der Regierung sehandhabt werde, gefalle ihm nicht. Er habe es daher gebilligt, daß das Reich, dessen Gesetzgebung überdies zunächst mit ber Regelung der kirchlichen Verhältnisse nicht befaßt sei, sich baloigst dem sogenannten Kulturkampf entziehe. Letzterer habe dazu geführt daß die Regierung nun bereits auf den ganz verwerflichen Weg der-Verhandlung mit Rom 6 sisi während doch die Regelung der staatlichen Beziehungen zur ä tk Gesetzgebung anheimfalle. So sehr die Anerkennung und ünd, soweit es am Staate liege, ihre weise Forderungzuden Aufgadende.Saates gehöre, so sehr bedauerlich sei es, wenn k!rchl'che Jnterchs"°ae m t ganz knapper Majorität beliebte Ausschließung der landwirihschastl chen Arbeiin erschwer^ die Handhabung des Gesetzes und seine sociale Wirkung. Das Gesetz fei ^n*td,'jTx durs die zu weitgehenden Besugnisse der Veiwalfungsbehörden u endlich auch dadurch für Redner unannehmbar geworden, daß es den Gemeinden ni-iil gestattet worden sei, In den vorausstchttich Nicht seltenen Fäll n wo d^EMsühruL d^r Kranb-noerftcherung in einer Gemeinde absolut unmöglich oder nutzlos sei sich de? Versicherung durch B schluß des Gemeindcvorjrandes zu entziehen 6 , ' ch der Die Unfallversicherung sei diesmal aus Mangel an Zeit nicht zu Stande ap kommen. An dieser und anderen in nächster Zeit zu erwartenden socwipolitischen Vorlagen werde Redner pflichtgemäß Mitarbeiten unb. soviel an ihm, zur Ve-besseruna Mitwirken auch wenn er mit dem Ganzen der Gesetze nicht einverstanden sein sollte r ?naLÄnbet Jn?er "Ochsten Zukunft eine Gefahr für unsere Entwickelung m der ^oclalistischen Tendenz des Reichskanzlers, wodurch die Weckung eigener Kraft der Betheiligten zurückgehalten, ein falsches und lahmendes Vertrauen in die Allmacht des Staates erzeugt, in der Tbat auch eine übermäßige Verstärkung der Rcgierungsgewalt erzielt, zuletzt aber, wenn die unerfüllbaren Glückoerheißungcn an das Volk sich nicht verwirklichen, eine Schwächung des Vertrauens zum R'iche und eine Gefährdung der gesellschaftlichen und wirthschaftlichen Ordnung desselben eintreten werde Letztere ©e^r roerbe um so größer, je mehr es gewrsse Parteien sich zur Aufgabe maßen, durch Betreiben einer die verschiedensten Berufsklassen gegeneinander aufreizenden In- teressenpolttik die nach außen errungene deutsche Einheit nun im Innern wieder in Frage zu stellen. Er bitte besonders die Landbevölkerung, nicht Glauben zu schenke den Verheißungen derer, die mit bloßen Gesetzen wirthschastl'che Noihstände beseitigen wollen, nicht zu trauen denen, die es bei jeder Gelegenheit betonen, daß die JntereM von Landwirthschaft und Industrie, von Land und Stadt sich feindlich qegenüberflärb'n sondern bei treuer Pflichterfüllung im eigenen Lebensweise festzuhalten an der Allen gestellten Aufgabe der gemeinsamen Förderung des Gesammiwohles Aller und damit die beste Grundlage zu schaffen für ein einiges und starkes Deutschland. — In der soeben erschienenen neuen Auflage des Zeiiungs - Katalogs, welchen die bekannte Annoncen-Expedition von Rudolf Mosse alljährlich in übersichtlicher Form und eleganter Ausstattung dem tnfenrenben Publikum gratis verabfolgt, finden wir in dem Vorwort eine Reihe praktischer Winke und auf langjährigen Erfahrungen bafirenbtt Winke, welche wir hier zur Beachtung unserer Leser folgen lassen: Jede Annonce muß vor Allem so klar verständlich abgefaßt fein, daß eine irr- thümliche Auffassung von vornherein ausgeschlossen bleibt. — Der Kern, bezw. die Haupt-Tendenz der Annonce muß thunlichst kurz und bündig an der Spitze derselben in separater Zeile stehen, so daß alle Interessenten, durch das Stichwort der Annonce gefesselt, dieselbe nicht übersehen können, außerdem empfiehlt es sich, die sonstigen noch wichtigen Punkte — wenngleich in fortlaufendem Druck — durch größere Buchstaben hervortreten zu lassen. — Für die Wirksamkeit der Annonce ist die Wahl des richtigen Zeitpunkts, der Absatzgebiete und der geeigneten Blätter Ausschlag gebend. - Man tbut gut, sich nicht auf einen engbegrenzten Raum zu beschränken, sondern nachdem derselbe genügend ausgenutzt, immer neue Terrains zu wählen. — Man empfehle nicht zu viele Gegenstände, welche nicht für ein und dasselbe Publikum bestimmt sind, in einer Annonce zusammen, sondern lieber getrennt und füge thunlichst die Preise hinzu, um den Bezug zu erleichtern. — Bei Einführung eines neuen Artikels sind in ber ersten Zeit bie Wiederholungen der Annoncen in kürzeren Zwischenräumen zu veranlassen und dann allmälig längere Pausen eintreten zu lassen. — Der Erfolg kann nicht erzwungen werden. Man stelle das Annonciren ein, sobald man gar keine Zeichen spürt, daß auf die Annoncen reagirt wird, dagegen wolle man b'e Insertion nicht «ln- stellen, wenn die Kosten des Inserats sich nicht gleich bezahlt machen, da bei fortgesetzten Wiederholungen ein gesteigerter Absatz ftattfinbet, sobald der Artikel im Publikum erst Eingang gesunden. Die Jnsertionskosten werden alsdann reichlich gedeckt werden und bilden dann ein wohlangelegtes Kapital. Wünscht man in großem Maßstabe zu I annonciren, so wähle man, wo es irgend angeht, clichirteZeitungs-Annoncen, da hikp | bureb die Jnsertionskosten durch Raumersparniß sich wesentlich ermäßigen lassiu. ßi. , Namentlich bietet sich großen Inserenten durch Cliche-Annoncen der nickt unerhebliche Dqon Bortheil bar, baß derartige Anzeigen in kleiner Schrift und in augenfälligen Arrake- wents hergestellt werden können unb in allen benützten Zeitungen in gleichem Drink erscheinen, woburch bie Annonce an Wirksamkeit bedeutend gewinnt. Man sehe ferttr ,, . nicht auf den scheinbaren Vorth eil eines hohen Rabatts, sondern vor Allem, ob ter n Von *1 Jnsertionspreis im richtigen Verhältniß zu der Auflage und dem Leserkreis teS ■ -> , Blattes steht. Außerdem finden wir in dem Katalog die sehr zweckmäßige Angabe der Jnsercd ’itffam * Die wichtigste Vorlage ber zweiten Session sei gewesen der Negierungsantrag auf Einführung des Tabakmonopols. Redner legte dar, daß aus den seinen Wählern bereits früher entwickelten Gründen er dieses Monopol für politisch finanziell und wi'ihschastlich für höchst bedenklich, ja für eine nationale Gefahr erachtet und deß- halb gleich ber überwiegenden Mehrheit des Reichstags dagegen gestimmt habe Er glaube indeß nicht, daß mit Sicherheit darauf zu rechnen set, daß die Regieruna für die Zukunft von ihren bezüglichen Plänen abgehen werde. Den in letzter Session allerseits bethätigten Bestrebungen nach einer Verbesserung unserer Zoll-Steuergesetzgebung, betreffend ben Rübenzucker, schließe er sich an: es müsse beseitigt werden der derzeitige Zustand, wonach dem ^uckerfabnkanten bei der Zuckerausfuhr erheblich mehr Steuer zurückoergütet werde, als er selbst an das Reich entrichtet habe. Die Art, rote dies gemacht werden solle, werde in nächster Session berathen werden. Gegen die Vorlage, betreffend den Holzzoll habe er nicht etwa aus Abneigung gegen jeden Zoll gestimmt, sondern in der Ueberzeugung, daß dieser Zoll, wenn er den von ber Regierung beabsichtigten Erfolg einer Erhöhung der Holzpreise haben sollte eine Belastung der tninb r Wohlhabenden mit sich bringen würde, welcher kein entsprechender Vortheil für die große Masse des Volkes gegenüberstände. Die von der Regierung vorgelegte Novelle zur Gewerbeordnung habe er, wenn auch mit Einzelnem einverstanden, im Ganzen verwerfen müssen. Man möge über die Nothwendigkeit, den Haustrhandel, den Verkehr der Reisenden, die Colportage von Büchern und Bildern, die Trödler und Tanzlehrer zu controliren und zu beschränken, die Tanzbelustigungen unb Musikaufführungen zu überwachen, oder gar zu verhindern, man möge über diese und ähnliche Dinge (m Einzelnen eine mehr ober weniger freie Ansicht haben - jedenfalls könne man aber nicht dem in der Gewerbe- novelle bekundeten Systeme einer Stellung großer Volksklassen unter polizeiliches und administratives Belieben zustimmen, einem Systeme, welches unter allen Umständen verwerflich, wenn auch nach Lage der Dinge weniger gefährlich bei uns, als bei dem schon an sich mit überwiegender administrativer Macht ausgerüsteten Preußen fei. Namentlich der weniger bemittelte Theil des Volkes werde am meisten unter den Folgen dieses Polizeisystems zu leiden haben, während der wohlhabendere naturgemäß hiervon meistens nicht erreicht werde. Redner kommt schließlich auf seine Thätigkeit in Sachen der Kranken- und Unfallversicherung. Er set Mitglied der zur Vorberathung der bezüglichen Gesetzentwürfe eingesetzten Kommission gewesen und habe an feinem Theil redlich mitgc- arbeitet, trotzdem Vieles an ber ganzen Tendenz dieser Gesetze ihm mißfallen habe Der Plan ber Regierung sei zunächst auf die Schaffung einer Unfallversicherung gerichtet gewesen, die indeß Kosten verursache, welche nur in größerem Kreise aufzubringen seien, während andererseits das Interesse der Kontrole und namentlich der Verhind rung der Simulation bei den zahlreichen kleineren Unfällen die Beschränkung der Versicherung auf einen kleineren örtlichen Kreis gebiete. Man habe daher eine Krankenversicherung geschaffen, welche, über den Bereich der Unfallkrankheiten hinaus alle Krankheiten bis zu einer Zeitdauer von 13 Wochen umfassend, die Unfallversicherung von der Sorge für alle kleineren Unfälle entlaste. Die gute Idee der Krankenversicherung fei, abgesehen von ber Tendenz der Fürsorge für die kleineren Unfälle, die Beseitigung der wirth- schastlichen Nachtheile der Krankheit des Arbeiters und damit die Verstopfung einer starken Quelle menschlichen Elends. Man habe dies Ziel erreichen wollen durch Schaffung örtlicher Krankenkassen mit Selbstverwaltung, welche unterhalten werden durch Zwangsbeiträge, geleistet von ben Arbeitgebern zu einem Drittheil aus eigenen Mitteln, zu zwei Drittheilen aus Abzügen am Lohn ber Arbeiter. Dieser an sich guten Absicht stäuben aber Schwierigkeiten entgegen, welche durch bas vorgelegte Krankengesetz nicht überwunden seien. Zunächst feien Krankenkassen unter 100 Mitgliedern auf die Dauer nicht recht lebensfähig; das Gesetz schreibe daher für die Ortskrankenkassen als Minimalzahl ber Mitglieder diese Zahl 100 vor. Nun gebe es aber in Deutschland unter etwa 80 000 Gemeinden nicht einmal 3000 Gemeinden mit einer Einwohnerzahl von zweitausend. Eine Gemeinde unter dieser Einwohnerzahl könne aber, abgesehen von Fabrikanten, keine Zahl von hundert versicherungspflichtigen Arbeitern aufweisen. Es würde also der ganz überwiegende Theil der Gemeinden auf die sogenannte Gemeinde- krankenversicherung angewiesen sein. Bei dieser aber habe man es nicht mit einer unter Selbstverwaltung ber Betheiligten stehenden Kasse zu thun, sondern mit einer blosen Gemeindeeinrichtung, bei der die Versicherten sich blos passiv verhalten, einer Einrichtung welche zugleich dadurch den Charakter einer Armenanstalt gewinnt, baß die Gemeinden das Deficit, was durch die auf zwei Procent des Taglohns beschränkten Beiträge nickt aufgebracht wird, zuzulegen haben. r werd Das hiergegen vorgeschlagene und leider vom Reichstage bewilligte Mittel zwangsweiser Zusammenlegung mehrerer Gemeinden durch die Verwaltungsbehörden sei den Zwecken der Krankenversicherung durchaus zuwider und höchst bedenklich. Es schädige die Autonomie der Gemeinden, erzeuge Streit und Eifersucht zwischen denselben mache das Versicherungswesen sehr kostspielig und beseitige den Haupivortheil wirksamer Conirole, welchen man durch die grundsätzlich im Gesetze vorgeschlagene Lokalisirung ber Versicherung habe erreichen wollen. Auch sonst im Gesetze sei vielfach ber Einfluß ber Verwaltungsbehörde auf das Versicherungswesen ein allzu starker, als daß eine Außerdem finden wir in dem Katalog die f< gesunde Entwicklung desselben wahrscheinlich fei. In manchen Beziehungen habe aller- | Spaltenbreite, sowie die Einwohnerzahl der Orte Wett-1 jM, ll Mittde Metten -Penst an Lieferung. Mr das Großherzogliche akademische Hospital zu Gießen sollen die nachstehenden Gegenstände im Wege der Submission beschafft werden und zwar: circa 460 Centner Kartoffeln, ii 10 „ gcWe | „ 4 „ weiße > Rüben, „ 1 ,, rothe J 10 „ untererdlge gelbe Kohlrabi, „ 10 „ Zwiebeln, „ 1 „ Meerrettig, „ 600 Stück Weißkraut, „ 100 „ Rothkraut, „ 400 „ Wirsing, „ 350 „ Lauch, „ 250 „ Sellerie, „ 10 Centner Kornstroh. Schriftliche Offerten mit der Aufschrift: „Lieferung für das akademische Hospital" sind bis zum 13. October d.J. auf das Verwaltungsbureau einzusenden, woseblst die näheren Bedingungen eingesehen werden können. Gießen, den 6. October 1883. 6658 Die Großh- Direction. Aepfelmost im Zapf. 5928 Emil Schmall, „Frankfurter Hof". Emil Fistor. 6653 Lönlioldt’s verbesserte Amerikaner Oefen von Gebr. 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