ERT tsmusik. » ee rs Pfg. . 1S9 Mittwoch den 11. In« l883- Siegeltet Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS. Vureaur Schulstraße 7. PreiS viertelstihrlrch 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Bekanntmachung. 3» G-nmßh-il bi« s 9 b« »I-d-- vom 13. gebnioe 1875 Sb« bi- »toollflRuvgen für bi- b-massM- Mach! >m Durchschnittsmarktpreise vom Monat Juni 1883 «roffentlicht^^ ß.__ Kilogramm. Gießen, den 9. Juli 1883. “ ' Großherzogliches Kreisamt Gießen. p T>r. Boekmann.__ . Frieden werden hiermit nachstehende h 2W>M Leiden vbüebenen. 4Uu igt Eamüen hiermit die l!hr erfdlgteii er und Wie ht I IWd r-jv «MBH* tt» 3in" Berlin ausgegebene Reichs-Gesetzblatt Nr. 11 ConsuLnam ^nmrstäg M^ e^^haL daß sich XÄÄX selben merklich bessert, und daß sich die Symptome der Dyspepsie (gestörten Großherzogthums gegen sogenannte Jmpsr-Mtent-n mit einer ^'goromai °°rg g g Faust spüren. Beim Grasen Cham bord scheint sich der Satz zu bestätigen, daß todtgesagte Leute gewöhnlich eine merkwürdige Lebenszähigkeit entfalten. In kurzer Zeit ist der Chef der französischen Legitunisten zweimal todtgesagt worden, aber noch hat seine Seele Charon's Kahn nicht betreten, ja, aus Wien wird sogar gemeldet, daß die den Grafen Chambord behandelnden Aerzte in einer gemacht hat. f Die Königin von Rumänien, welche m Begleitung der Prmzesstn Heinrich der Niederlande und des Fürsten und der Fürstin zu Wied von Neuwied aus der Kaiserin in Koblenz jüngst per Wagen einen Besuch abstattete, ist unterwegs nebst ihren Begleitern in Gefahr gewesen, von einem Blitzstrahl getroffen zu werden. Auf der linksrheinischen Seite wurden, in der Nähe von Koblenz die Reisenden von einem starken Gewitter überrascht, wobei ein Blitzstrahl so dicht hinter der Equipage niederging, daß die beiden hinten ffch befindenden Lakaien betäubt zu Boden sanken, während die hohen Herrschaften mit dem Schrecken davonkamen. Noch unter dem Eindrücke eines heißen und erbitterten Wahlkampfes ist am Donnerstag der neugewählte böhmische Landtag eröffnet worden. Die beiden Regierungsvertreter, Oberstlandmarschall Fürst Lobkowitz und Statthalter Baron Kraus, hielten recht milde und zur Versöhnung auffordernde Reden, aber ob diese Worte auf guten Boden fallen werden, ist fast zu bezweifeln. Die Gegensätze im Lande der Wenzelskrone haben sich, Dank der wüsten czechischen Agitation, in den letzten Jahren in einer Weise verschärft, daß ein gedeihliches Nebeneinanderwirken der Vertreter beider Nationen als eine schwierige Aufgabe erscheint. Zumal jetzt, wo die Deutsch-Liberalen in der Prager Landstube in der Minderheit erscheinen, steht mehr als je zu befürchten, daß die Czechen ihre Majorität in der ausgedehntesten Weise zur Geltung bringen werden und wohl nur zu bald wird das Deutschthum in Böhmen den Druck der czechischen 9 9Aus Egypten kommen recht widersprechende Nachrichten über die Cholera Die selbe soll nun auch unter den englischen Truppen «e ch° den Sanitätscordon um Alexaudrien bilden, ausgebrochen se.n und meldet Oberst Clark 2 Todessälle an Cholera unter seinen Truppen. Im Widerspruch hiermit will der Berliner „Reichs-Anz." wissen daßin Todesfall vorqekommen sei und auch der Unterstaatssecretar enaliitier hat im englischen Unterhause die Mittheilung gemacht, daß m der englsichen Occupations-Armee in Egypten noch kein Cholerafall v°rgek°mmen ? > H lich bewahrheitet sich dieses Dementi. In Dannette erben noch i bis 130 Personen an der Choera, es ist dies aber auch nicht zu verwunoern -In aam Da niette einer Stadt von ca. 60,000 Einwohnern, befindet sich fern Unziger A^t und keine Apotheke, es smd deshalb auch Fst^^Z„^rle. hygieinische Maßregeln getroffen wordem DaN man sich °a wundern, wenn die Seuche in so großer Zahl ihre täglichen Opfer fordert1 Politische Ueberficht. Gießen, 10. Juli. In anerkennenswerther Weise hat sich auch die deutsche Reichs- reaierunq beeilt, sich den von den übrigen europäischen Regierungen gegen die Choleraqefahr getroffenen Maßregeln anzuschließen. Der „Reichs-Anz." veröffentlicht eine Verordnung des Handelsministers, betr. die gesundheltspolizeillche Controle der in den preußischen und deutschen Häfen einlaufenden Schiffe, welche aus der Cholera verdächtigen Plätzen und Gegenden kommen. Der Verdacht von Pest, Cholera und gelbem Fieber erregt eine Quarantänedauer, welche speciell bei dem Verdachte von Cholera eine sechstägige ist. Die Note des Kardinal-Staatssecreärs Jacobini an die preußische Regierung bietet den Blättern in Anbetracht der Ebbe, die in unserer inneren Politik eingetreten ist, einen willkommenen Stoff zu den verschiedensten Erörterungen Der allgemeine Eindruck, den die Note in den weitesten Kreisen gemacht hat,' ist ein sehr übler, denn die in ihr geführte Sprache ist über- müthiger denn je und das große Zugeständniß, welches die preußische Regierung durch die neue kirchenpolitische Vorlage der Kurie gemacht, scheint in den leiten- ben Kreisen des Vatikans für nur gering erachtet zu werden. Ja, m fast höhnischer Weise fordert das päpstliche Schriftstück die vollständige Unterwersnng des preußischen Staates unter den Willen des Vatikans und vermerkt es Preußen sogar sehr übel, daß es in selbstständiger Gesetzgebung die größten Concesstonen gewährt. Es heißt, daß die preußische Regierung die Rote bereits erwidert habe und wäre es dann nur zu wünschen, daß die Erwiderung baldigst veröffentlicht würde, damit es allseitig klar werde, inwieweit noch Preußen den Ansprüchen der Kurie nachzugeben gedenkt. . . . ... . Die entsetzliche Katastrophe in Mylau i. V., bei welcher König Wett durch ein gnädiges Geschick vor einem schrecklichen und jähen Tode bewahrt geblieben ist, hat selbstverständlich in der sächsischen Bevölkerung große Aufregung hervorgerufen. Während sich der so schwerbetroffenen Familie des verunglückten Kreishäuptmanns Dr. Hübel die allgemeinste Theilnahme zuwendet, niebt sich zugleich allseitige Genugthuung darüber kund, daß der König bei dem schweren Unfall unverletzt geblieben ist und zahlreiche Telegramme an den Monarchen gaben dieser Genugthuung Ausdruck. Durch Amtshauptmann v. Welck in Plauen ist ein königlicher Erlaß veröffentlicht worden, welcher den Bewohnern derjenigen Theite des Voigtlandes, die der König bereits berührt hatte, den Dank desselben für die ihm zu Theil gewordene überaus herzliche Aufnahme ausspricht, zugleich aber auch dem lebhaften Bedauern darüber Ausdruck giebt, daß der am 4. d. Mts. eingetretene Unglücksfall, durch welchen der königliche Herr tief erschüttert worden ist, eine Fortsetzung seiner Reise unmöglich Deutschland. q CV..H «e König!. Hoheit der Großherzog haben dem Oberamtsrichter' bei ten Amtsgerichte Friedlich v i l l m Anerkennung seiner 50jährigen, mit Eifer unb Er ue g lei teten Dienste kreuz 1. Klaffe des ßubewigsorbettö Su verl1 JAdam «„.TÄÄ i**« bei dem Amtsgerichte Verdauung) verniindert haben. Natürlich werden da die Anhänger des «Roy wieder frischen Muth schöpfen, während sich die Prinzen von Orleans vorläufig noch nicht die Köpfe zu zerbrechen brauchen, wer von ihnen die politische Erbschaft des Grasen Chambord anzutreten hat. Der französischen Regierung rmrd diese Wendung der Dinge nicht unlieb sein, denn wenn sich die orleamsüschen Prinzen ruhig verhalten, erscheinen auch die gegen sie geplanten Maßregeln überflüssig, deren Ausführung für die französische Regierung immerhin nut mancherlei Unannehmlichkeiten verknüpft wäre. — Die Verhandlungen zwischen Frankreich und China sind vorläufig als gescheitert zu betrachten, da Lchnng Chang, der chinesische „Reichskanzler", alle Forderungen und Bedingungen Frankreichs abgelehnt hat. Trotzdem, daß sich hiermit die ^ongkäng-Frage zuspitzt und trotzdem, daß auch die französischen Expeditionen am Congo und „gegen Madagaskar in ihrem Erfolg sicher stehen, haben sich dieFranzosen schon w eder in ein neues Unternehmen gestürzt. Ein französisches Kriegsschiff hat auf den Reuen Hebriden (Polynesien) die sranzösische Flagge ausgehißt und damit diese Inseln für Frankreich in Besitz genommen; nun, wohl bekomm s, Die Annexion von Neu - Guinea durch eine der australifchen Colo- nial-Regierungen hat zwischen letzterer und der Regierung des Mutterlandes einen seltsamen Conflict veranlaßt. Wie sich jetzt herausstellt, ist die Annexion ohne Wissen und Willen des Londoner Cabmets erfolgt und verlangt dieses nun allen Ernstes die Rückgängigmachung der erwähnten Maßregel. Hierzu wollen sich aber der Premierminister der Regierungen von Queensland und Victoria durchaus nicht verstehen, so daß schon ein ziemlich scharftr Notenwechsel zwischen der Londoner Regierung und den „Cabmeten von Melbourne und Br sban entstanden ist. — Das Unterhaus verwarf am Freitag nut 130 gegen 114 Stimmen den Antrag Masons, das parlamentarische Stimmrecht auf die Frauen auszudehnen, welche bereits das municipale Stimmrecht ausu >en. Als eine der bedeutsamsten Rückwirkungen ber in Moskau vollzogenen feierlichen Kaiserkrönung zeigt sich in sehr weiten Kreisen der Bevölkerung Rußlands ein wesentliches Wachsen des Vertrauens der Regierung. Es giebt9 sich dieser Umstand bei verschiedenen Anlässen kund und die von dem Czaren bei der Moskauer Feier erfolgten Kundgebungen haben die Bevölkerung in der Zuversicht bestärkt, daß von maßgebender Stelle mit weiser Umsich für eine gedeihliche Entwickelung des Volkslebens wie der -andesemnchtungm Michelstadt. Berlin abgegebene Reichs-Gesetzblatt Nr. 11 enthält^nnttr N° 1498^den Handels- und Schifffahrts-Vertrag zwischen dem 8 Uhr^o'Min" wohlbehalten in Paris angekommen und am 7. ds., Vormit- 8 Uhr 50 Min. nach Soulgate westergerefft^ Racke In der lebten ™ tinRebraÄteSnterpcUotion in Betreff der Ausführung Sitzung d-r M'Neu «ummer ems-°rawi «t » folgenden Wortlaut: des Re'chs-ImPfg-tz-s m Grogyerzogiyu u 1 b .„ständigen Beb" ' ' " wie bk8 meine« Wissens in keinem andern Bundesstaate der Fall ist, und die um so empfindlicher ist, als sie vielfach gegen Personen gerichtet erscheint, welche nicht etwa auS Oppositionslust sich im Widerspruche mit dem Jmpfgesetze befinden, sondern welche auf Grund ihrer Uederzeugung und in Folge schlimmer Erfahrungen das Impfen für gefährlich und schädlich halten und so aus Sorge für das Wohl ihrer Kinder dem jmpfgesetze gegenüber in eine förmliche Gewissensnoth verfitzt sind. — Während doch hierauf aus Gründen der Humanität in einem civiltsirten Staate einigermaßen Rücksicht zu nehmen wäre, findet eine solche Rücksichtnahme nirgends statt, wohl aber muß eine gewisse Willkür in der Handhabung des Jmpfgesetzes bezüglich der bald mehr, bald weniger raschen Aufeinanderfolge der Wiederholung der Strafbefehle constaiirt werden, welche bei den betreffenden Personen das Gefühl einer gewissen Rechtsunsicherheit Hervorrufen muß. — Der Unterzeichnete richtet an die Regierung die Frage: „Auf Grund welcher Principien und Reglements die betreffenden Behörden operiren?" Kesternich. Frohsdorf, 8. Juli. Die Beflerung im Befinden des Grasen Cham- bord ist eine sehr langsame, aber doch bis jetzt fortdauernde, derselbe empfing heute den Grafen Blacas und ließ sich auch aus den Zeitungen vorlesen. Demnächst soll eine weitere ärztliche Consultation stattfinden. — Die Prinzen von Orleans beabsichtigen, sich morgen zum Besuch des Herzogs von Koburg nach Pesth zu begeben und daraus auch dem Erzherzog Joseph einen Besuch abzustatten. Telegraphische Depeschen. Wolff'S telegr. Correspondenz-Birreair. Berlin, 9. Juli. Der Erzherzog Karl Ludwig von Oesterreich ist im strengsten Inkognito zum Besuche der Hygieine,Ausstellung hier angekommen. Kovlenz, 9. Juli. Seine Majestät der Kaiser ist heute Vormittag 8 Uhr mittelst ExtrazugeS über Mainz nach Karlsruhe abgereist; zur Verabschiedung waren auf dem Rheinbahnhofe die Spitzen der Behörden anwesend. Gestern hatte Seine Majestät der Theatervorstellung etwa eine Stunde lang beigewohnt. — Die Königin von Rumänien hat sich gestern Abend über hier nach Nürnberg und Wien begeben. Karlsruhe, 9. Juli. Seine Majestät der Kaiser ist heute Mittag nach V21 Uhr hier etngeiroffen und am Bahnhof von dem Großherzog und der Frau Großherzogin, dem Erbg'oßherzog und dem Prinzen Ludwig von Baden empfangen worden. Seitens der Bevölkerung wurde Se. Majestät enthasiastisch begrüßt. Die Stadt ist festlich geschmückt; um 2 Uhr findet eine Parade statt. — Der zweite Sohn des Großherzogs, Prinz Ludwig Wilhelm, wurde beute Nachmittag von Sr. Majestät dem Kaiser als Scconde-Lieutenant in die erste Compagnie des vor dem Schlosse versammelten Badischen Leib - Grenadier - Regiments Nr. 109 eingestellt und ihm gleichzeitig der schwarze Adlerorden verliehen. Der Erbgroßherzog Friedrich Wilhelm wurde zum Hauptmann der zweiten Compagnie ernannt. — Der Großherzog empfing gestern den russischen Gesandten v. Staal, welcher ein Beglaubigungsschreiben überreichte. Nyiregyhaza, 9. Juli. sTisza-Eszlarer Proceß.j Die als Sachverständige berufenen Universitätsdocenlen Scheutheuer. Belky und Mihalkooics sind hier eingetroffen, dürften aber erst morgen vernommen werden, weil heute noch eine große Anzahl von Zeugen zu vernehmen ist. Der Kutscher des Comitats-Obernotars Ladislaus Mtklos, der in der Frage der Agnoscirung von der Vertheidigung als Zeuge ausersehen war, hat sich selbst enileibt. — Der Präsident ermahnt das Publikum abermals zur Ruhe. Es sind die Universitäts-Sachverständigen erschienen. Der Staatsanwalt stellt denselben die Kiste mit den Leichenresten zur Verfügung. Die Sachverständigen werden beauftragt, die Leichenreste neuerdings daraufhin zu untersuchen, ob an der Leiche eine von einem Kuhtritt herrührende Narbe vorhanden sei und ob die Zehen verwachsen wären. Sodann wurde Frau Joseph Vamosi, die Mutter des Mädchens Julie Vamosi, welche ausgesagt hatte, daß sie die Esther Solymossy noch um 1 Uhr Mittags gesehen, vernommen. Zengin sagt heute: Ihre Tochter habe falsch geschworen, sie sei zu dem falschen Schwur nur durch die Geldoersprechungen von den Juden verleitet worden. Der Vertbeidiger macht darauf aufmerksam, daß auf dem Verbrechen, dessen die Mutter ihre Tochter zeiht, 5jähriges Zuchthaus steht. Darauf erscheint Julie Vamosi, welche im Gesicht rothe und blaue Flecke und verweinte Augen hat. Die Vertheidiger erwähnen dcs Gerüchts, daß Julie mißhandelt und geprügelt worden sei und verlangen eine ärztliche Untersuchung derselben, sowie die Vorladung ihres Vaters und des Eszlarer Richters. Die Anträge der Vertheidigung riefen eine scharfe Controverse zwischen dem Präsidenten und den Vertheidigern hervor. Der Gerichtshof beschließt, daß Julie ärztlich untersucht und ihr Vater vorgeladen werden solle. Alsdann wurde der Kutscher Hata- lowsky noch einmal vernommen, welcher ausgesagt hatte, daß er Nachmittags gehört habe, wie Frau Huri, die Dienstgeberin der Esther, letztere nach Farbe gesandt hätte. Gegen die Glaubwürdigkeit der Aussage des Hatalowski war nämlich mittlerweile eine Anzeige bei Gericht eingelauftn. Derselbe hält jedoch auch heute seine frühere Aussage aufrecht. Triest, 9. Juli. Der Dampfer „Achille" ist mit 300 Passagieren aus Alexandrien hier angelangt und zur Quarantäne nach dem neuen Lazareth beordert worden. Paris,. 9. Juli. Der „Agence Havas" wird aus Hongkong von heute gemeldet, daß in Swatow (China) Cholerafälle vorgekommen seien. Kaschau, 9. Juli. Heute Morgen fand zwischen Mezökovesd und Füzes- abony ein Eisenbahn-Zusammenstoß statt. Eine Locomotive mit 35 Arbeitern ging nach dem Orte des Unglücks ab. Alexandrien, 9. Juli. (Telegramm des „Reuter'schen Bureaus.") Vom Samstag Abend 9 Uhr bis Sonntag Abend 9 Uhr sind in Damiette 88, in Mansurah 64, in Samanud 9 und in Shirbin 7 Personen an der Cholera gestorben. Hier erfolgte in dieser Zeit ein Todesfall an der Cholera, sämmt- liche bis jetzt hier vorgekommene Choleraerkrankungen beschränken sich auf das europäische Viertel. Allgemeine Zum Turnfest. Zur Decoration von Häusern, Sälen, Festhallen rc. empfehle: das allgemeine Turner-Wappen, Hessische Wappen, Reichs-Wappen, Turner-Sprüche, Emblemen, Willkommen, Germania re., sowie Deeorationsfähnchen, Lampions, Ballons und fertige Papier-Rosen in großer Auswahl und zu billigen Preisen. 4442 ______Wilhelm Klee. Bettfederu und Daunen § empfehle in vorzüglichen Qualitäten zu billigen Preisen. Herrn. Äug. Müller, £citun=, Wäsche- und Bettwaaren-Geschäft, Seltersweg 18. Darmstadt, 10. Juli. (Privat-Depesche.) Die erste Kammer genehmigte die Gesetzentwürfe wegen Erbauung von Secundärbahnen und Errichtung einer stehenden Brücke über den Main bei Kostheim. Lokales. Gießen, 10. Juli. Mit klingendem Spiel rückte heute Morgen der Stab und eine Batterie des reitenden Feld-Artillerie-Regiments Nr. 11 hier em. Die Mannschaften kamen von Griesheim und reiten morgen früh ihrer Garnison Cassel zu. Vermischtes. Mainz, 6. Juli. In der verflossenen Nacht sind aus dem hiesigen Gefängnisse vier Sträflinge ausgebrochen; die Vorbereitungen waren schon längst getroffen und heute Nacht während des Gewitters führten sie ihre Flucht glücklich aus. Sie hatten die Füllungen ihrer Zellenlhüre herausgeschnitten und den Schnitt mit nassem Brod verklebt. Heute Nachr nahmen sie die Thürfüllunp heraus, -begaben sich in den Abort, brachen das eiserne Güter heraus, das zu diesem Zwecke angefeilt war, und gelangten mittelst mehrerer zusammengeknüpfter Betttücher vom 2. Stockwerk ungefährdet auf die Straße. Einer der Entsprungenen, ein gewisser Gebhard, ist ein gefährlicher Einbrecher und war erst kürzlich zu einer längeren Zuchthausstrafe verurthettt worden. Hanau 5. Juli. Heute Vormittag wurde auch die Leiche des seit November v. I. vermißten Maurerlehrlings Schilling von Oberrodenbach im Hause Mühlstraße 8 aufgefunden. Dieselbe lag in einem Loch in einer Ecke neben dem Pferdestall und einer Kalkgrube, das der Mörder zu ihrer Verbergung eigens angelegt und circa 1 Fuß hoch zugemauert hatte. Auch diese Leiche war mit Kalk und Cement bedeckt und deren Hände bereits obgefault, so daß der Schädel wohl allein noch einer Section unter - warfen werden kann. Sie hatte, wie die des Knoth, den Kopf mit einem Tuche umwickelt- Damit dürfte der Schleier über diese entsetzlichen Verbrechen endgültig gelüftet sein, da sich das Gerücht in Betreff des vor 5 Jahren verschwundenen Lehrlings, der übrigens bei einem Meister in Langenselbold beschäftigt war, glücklicherweise nicht bestätigt. Zur Charakteristik des erst circa 30 Jahre alten kaltblütigen Mörders dürfte noch anzuführen sein, daß derselbe sich am vorigen Sonntag mit seiner jungen Frau nach seinem Hetmathsorte Kälberau begeben hatte, dort an einer Procession theilnahm und dabei durch sein lautes Singen ausfiel, sowie später sich im Wirthshaus belustigte. Die Grausamkeit, Raffinirtheit und Frechheit, mit der beide Mordihaten an Hellem lichten Tage und in einem sehr belebten Hause vollbracht und ihre Spuren verborgen wurden, zeigen ebenfalls, wie entsetzlich gewissenlos und gemüthsroh das Scheusal gewesen und daß es mit voller Ueberlegung und mit Vorbedacht die schrecklichen Thaten geringen elenden Mammons wegen begangen hat. Kandel und Verkehr. Gießen, den 10. Juli. Auf dem heutigen Martt kostete: Butter per Pfund JL 0.90—j.15, Hühnereier per Stück 5—6 Käse Stück 5—8 ^5>, Käsematte 3 Erbsen per Liter 24 H, Linsen 32 Tauben per Paar 70—90 H, Hühner per Stück .X 0.70—l.Oi', Hahnen per Stück Ma^9e6fl(6en. Haus- Küchen- geräihe 4240 Geschäfts-Verlegung. Einem verehrlichen Publikum zur Nachricht, daß sich meine seither in Löwengasse betriebene Wirthschaft und Kuferet Neustadt 4 8, im früher Burkhardt'schen Hause befindet. 4702 Hochachtungsvoll Je Thoma» nommenen Bema! ^urie in ihren a Die Erö »icht ohne verschj landmarschall Fü, Mm, würbe am B und Gelöbni Spra blieben bi, fi* b*™' M4 ausrief ■ Wien Stbgeotl u>!li ’'b™" faft täc fe ""'li in @t fegen unb f fe™ feine £ l1 "der eine a«fe >>«Ä Uen welche \\1 Äete Je S-tz'L HanshaUungsgegenständen, als: arau marmorirt und blau emaillirtes, verzinntes und gußeisern Kochgeschirr, emaill. Kaffeeservice, Waschgarntturen ^mer; Küchengeräthe in Holz, Porcellan und Blech; Flersch-Ha«. maschine«, Fruchtpressen, Messer ' Putzmaschinen undverschiedene andere practische, zu Gelegenheitsgeschenken passende Artikel. 4624 Ein Mädchen, welches kochen und allen häuslichen Arbeiten vorstehen kann, zu miethen, event. zur Aushilfe, per sofort gesucht. 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