1883 Freitag den 11. Mai Nr. 107 fe. Erscheint tLgtich mit Ausnahme des Msmtags. vureaur Schulstrahe 7. ndigtcn tt[p. eim. tOBEBffn ft Politische Uebersicht. Giesten, 10. Mai. « Die Nähe der hohen Feste pflegt sich gewöhnlich auf parlamentari- ' schem Gebiete zuerst bemerklich zu machen und so ist es auch mit dem diesjährigen Pfingstfeste der Fall, denn das preußische Abgeordnetenhaus ist bereits am Montag in die Pfingstferien gegangen, während ihm der Reichstag gestern , Reichstage hat am Sonnabend die erste Berathung j des Etats pro 1884/85 begonnen. Die Redner der Liberalen beklagten die Einbringung desselben, doch sagte der nationalliberale Führer, Herr v. Bennigsen, eine aewiffenlmfte Prüfung der Vorlage in der Commffsion zu. In der am Montags fortgesetzten Genetaldiscussion über den Etat pro 1884/85 hie t Abg. Eugen Richter eine sehr lange Rede, in welcher der foltschrittliche Führer an die Mittwochs-Debatte über seinen bekannten Antrag an die Militärverwaltung anknüpste und den Reptilienfonds, die exceptionelle Stellung Bismarck s, unsere parlamentarischen Verhältnisse und noch tausend andere Dinge in den Kreis seiner Betrachtungen zog und schließlich die Verweisung des Etats an die Commission beantragte. Herrn Richter antwortete Finanzminister Scholz, wobei Letzterer die von genanntem Abgeordneten gegen den Reichskanzler gerichteten Angriffe mit großer Entschiedenheit zurückwies, worauf Abg. v. Kardorff eme Widerlegung der Bamberger'schen und Richter'schen staatsrechtlichen Lehren über Monarchismus und Parlainentarismus versuchte. Nachdem noch von Seiten des Centrums Herr Windthorst für die Berathung des Etats im Plenum plaidirt, wurde der Antrag Richter in Folge der stärkeren Besetzung der linken Seite des Hauses mit 105 gegen 97 Stimmen angenommen. Am Dienstag trat der Reichstag in die dritte Lesung der Holzzoll-Vorlage ein und lehnte dieselbe mit 177 gegen 150 Stimmen ab. Der preußische Eisenbahn-Minister, Herr Maybach, tritt, nach seiner eigenen Erklärung im Abgeordnetenhause, zur Stärkung seiner ge* schwächten Gesundheit, in diesen Tagen eine längere Urlaubsreise an. hoffentlich kehrt er von derselben aus seinen Ministerposten zurück. Während der Abschluß des deutsch-italienischen Handelsvertrages nunmehr perfect geworden ist, schwinden die Aussichten auf das Zustandekommen des deutsch-spanischen Handelsvertrages immer mehr und der Abbruch der bisher noch zwischen Berlin und Madrid gesührten Verhandlungen würde daher auf keiner Seite mehr überraschen. Die Polen treten jetzt mit immer kühneren Forderungen auf. Am Sonntag wurde in einer zu Posen stattgesundenen polnischen Volksversammlung beschlossen, eine Petition an den Cultusminister v. Goßler zu richten, in welcher um gänzliche Aufhebung der Verfügung vom 7. April d. Js., bett, die ausschließliche Anwendung der deutschen Sprache bei Ertheilung des katholischen Religionsunterrichtes, gebeten wird. Einem solchen Verlangen dürfte die preuß. Regierung doch schwerlich nachgeben. Die in Wien tagende sog. Conferenz ä quatre hat ihre Verhandlungen in diesen Tagen beendigt. Die Conferenz, auf welcher Oesterreich, Serbien, die Türkei und Bulgarien durch je einen Bevollmächtigten vertreten waren, sollte bezüglich der Orientbahnen eine Einigung herbeiführen und ist dieselbe auch erfolgt, da der Wortlaut der Eisenbahn-Convention mit Einstimmigkeit genehmigt wurde; die Unterzeichnung der Convention soll noch im Laufe dieser Woche vor sich gehen. Die Mahlen in der französischen Deputirtenkammer zur Budget-Commission haben immer eine gewisse Bedeutung gehabt, da sie das Stärkeverhältniß der Parteien stets in besonderer Weise zum Ausdruck bringen. Auch die diesjährige Wahl der Mitglieder der Budget-Commission, welche am vergangenen Sonnabend stattgefunden hat, brachte das Stärkeverhältniß der Haüptparteien der französischen Deputirtenkammer in recht bezeichnender Weise zum Ausdruck, indem die Rechte von der Vertretung in der Commission vollständig ausgeschlossen wurde. In der Zusammensetzung des Budgetausschusses erscheint aber der Umstand bemerkenswerth, daß in ihm die Gambettisten, im Gegensatz zu früher, jetzt am zahlreichsten geworden sind. Da das Cabinet Ferrv einen im Wesentlichen Gambettistischen Charakter trägt, so kann man den Ausfall dieser Wahlen als einen bedeutenden Erfolg des Ministeriums betrachten. Bei der Wichtigkeit des Budgetausschusses, der auf die Entschließungen der Kammer einen maßgebenden Einfluß ausübt, ist der jüngste Erfolg der PreiS vierteljährlich 2 M^rk 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. »•*Ä Li»« * lk»- gtÄ, ""Mai»» «*S* Nyberg. MelOini' «rbcitek \f Mr ist m ankfurterstr. 40)' nibor ic.), mit achplah an eine i zu oemiethcn. ^tl Wenzel. is zu oermiethcn» r, Konzleiberg. ulienlogiszu vtt- rjehcn bei Lustadter-Thor, ist der ö. Stö^ n mit Zubehör, irr Dr. Tasche. ist Laden mit t ein geräumiger auf sogleich zu Betreffend: Remunerirung des Feldschutzpersonals in dem Rechnungsjahr 1882/83. G.eßen, am 3. Jhai 1883. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Groklier^oalichen Bürgermeistereien des Kreises. Zur Belohnung besonders pflichtgetrener Feldpolizeibediensteter ist unsprobet^^eMsprech^ Ihnen daher auf, uns diejenigen Bediensteten Ihrer Gemeinden, welche aus F, l 4 p früheren Jahren Remunerationen erhalten haben, so L $ gebracht so müssen aus den Berichten die persönlichen und dienstlichen Verhältnisse genau hervorgehen. oben bemeßen Termin einlaufen, bleiben in diesem Jahr unberücksichtigt. Dr. Boetman n. ___ Aichener Anzeiger Amts- md Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. lMen. eflützel- und Äusbewahrung ^eigneten Lagcr- CHcrten nimmt en/M dienst. leicht abzu- ntjpr. Provision gebeten, ihre inWfW Gambettisten ein beachtenSwertheS Symptom. Auch bei der Wahl des Präsidenten der Budget-Commission siegten die Letzteren indem nach zweimaligem Wahlgangs Sidi Carnot, Finanzminister unter Gambetta, mit 17 von 31 St. zum Vorsitzenden gewählt wurde. ä Herr Glavstone macht noch immer keine Miene, trotz seiner entschiedenen Niederlage in der Angelegenheit der Eidesbill, einem konservativen Ministerium das Feld zu räumen. Stillschweigend schreitet er über die erlittene Schlappe hinweg und allgemach legt sich auch die >m Lande durch die Verwerfung der Eidesbill hervorgerufene Erregung. Daß der von den Conservatwen entfachte Sturm nur mit künstlichen Mitteln bewerkstelligt worden ist, beweist übrigens der Umstand, daß die Unterschritten unter der Massenpetition gegen die Eidesbill zum größten Theile fingirt gewesen sind und wird vrese Asiane wobt noch zu einem Nachspiele im Gerichtshöfe führen. j ^„Rumänien sind die Neuwahlen zur Deputirtenkammer zum Theil beendigt. Sowohl bei den Wahlen der Vertreter des Burgerstandes, wie des keinem Grundbesitzes siegte die Regierungspartei; zwar stehen die Wahlen des Bauernstandes noch aus, doch ist dem Cabmet Bratiano schon letzt eme Dreiviertel-Majorität in der neuen Kammer gesichert. Die Pforte hat endlich einen neuen Candidaten für den Gouverneurs-Posten des Libanon gesunden. Es ist dies Wassa Effendi, der bisherige Gouverneur von Adrianopel und haben die Mächte bereits ihre Zusilm- munq zu seiner Ernennung gegeben. Das Protokoll über die Crnennimg Wassa Effendi' sollte in der Dienstaqs-Sitzung der Libanon-Conferenz unterzeichnet roer* L uL die Befächigung und bisherige Thätigkeit Wassa Efseudsis ist noch wefiiq bekannt, doch muß die Pforte eine hohe Meinung von ihm haben, daß sie ihn zur Uebernahme eines so schwierigen Postens, rote es deriemge eines Gouverneurs des Libanon ist, berust. Dein Präsidenten des norwegischen Staatsministeriums, Selm er sind wegen der vom Odelsthing beschlossenen Anklage gegen das Ministerium zahlreiche Zustimmungs-Adressen aus allen Theilen des Landes ruqeqangen. Ferner bereitet man, außer in Christiania selbst, ^^^denen aröfleren Städten Norwegens Versammlungen der conservativen Wähler vor. ES soll^ auf denselben ^der Entrüstung über den Beschluß der Volksvertretung Ausdruck verlieben und gegen das Verfahren des Odelsthing, als unvereinbar mit dem Grundgesetze und gefährlich für den Frieden des Landes, Protest eingelegt werden. ~ Darmstadt, 9. Mai. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allsrgnädigst geruht^.tragenden Rath in der Mmisterml-Abtheilung für Forst- und Cameralverwaltung Dr. August Draudt zum Mmistenalrat) . dem Ministerium der Finanzen zu ernennen. Dienliaa den 22. d. M- m. Darmstadt, 9 Mat. Auf der Tagesordnung der Dienstag 'oen Ver- stattfindendcn 29. Sitzung der -wetten Kammer der S aeventuell kündtgung neuer Einlaufe, B"tchtsanzetgen und Scrtba für die Beratdung über die m Folge der MandatSnied g g ^tztagsabgeordnelen, so- KreiSstadt Friedberg erforder ich gewordene ] * in Folge der Beförderung wie über dre im 4 Wahlbezirk der ^10öl"^@A6i;r(1In“g?i£bter exforberltc^ gewordene des Großherzogl- Amtsrichters Arnold zum Overamlsncyl । Neuwahl- ix.au I'nnesordnung weiter: 1- Das von AlS Berathungsgegenstande enthält die Tag s o g 6omniiftlon 3ur Unter- Grotzh. Minislertum her Finanzen m^ttheilte GutachtM Äffischen Strombauten snchung der hefstfchen Stronlbauverholtnsifc^ unb Gutsbesitzer, sowie den Antrag heroorgerufenen Beschwerden hessischer Gem Antrag des Abg. Haas auf des Abg. Metz, die Rheincorrecüon für dle OrganiNrung eines behordlM)en lelegraPMlaien v i Grotzh- Ministeriums der bethelligtm EE-tndsn der Wdnniebcrung, ^,°'^°^Lo°rimssmi» betreffenb und Finanzen, den Gesetzesentwurf, die des Abg. Frhr- von Nord eck zur di- dazu gedöitgen Ant-age, f«®*c bb‘" 0 unb d-n Antrag der Abgg-ordntt-n Rabenau, die ^andesmltuiaeseMdun« »r, Herstellung eines die Landes- Fehr, von Nordeck zur Rabenau und M : < 4 Antrag der Abgeordneten culturgesctzgebung umsassend-n S»m'nclw'rr^ d^^ unb Dtttmar auf Herstellung Tecklenburg, Frhr. von N"d°cr zur vr von lithographirten Kaufte te«. Befinden des Fürsten Bismarck lauten Berlin, 8. Mai. 0 r i Behandlung des Fürsten ist wie- : | WA 5WÄ* S mi. * nicht anzunehmen, daß der Reichskanzler in dieser Session sich noch an den I parlamentarischen Arbeiten betheiligt. — Von verschiedenen Seiten wurde heute von Reichstags-Abgeordneten die Ansicht geäußert, daß der gestrige Beschluß des Reichstags auf Verweisung des gesannnten Etat» an die Budget-Commission die Wahrscheinlichkeit einer Auflösung des Reichstags nahe lege. Von unterrichteter Seite wird erklärt, daß dieser Annahme jede thatsächliche Grundlage sehle. — Gutem Vernehmen der „Voss. Ztg." zufolge sollen die Verhandlungen über den „Cimbria"-Fall den Anstoß zur Beschleunigung der Ausarbeitung eines Auswanderer-Gesetzes gegeben haben. Man will die Einrichtung der zum Personentransport benutzten Schiffe gewissen reglementarischen Bestimmungen unterwerfen, während in den bisherigen deutschen Gesetzen nur die Befugnisse der Unternehmer und Agenten in Bezug auf die Auswanderer-Beförderung geregelt sind. ____________________________________ Telegraphische Depeschen. Wolff s telegr. Correspondenr-Bureau. Berlin, 9. Mai. Das Herrenhaus nahm in einmaliger Schlußberathung den Gesetzentwurf, betreffend die Verlängerung des Gesetzes über die Befähigung zum höheren Verwaltungsdienst, ohne Debatte und unverändert an und erledigte die übrigen wenig erheblichen Gegenstände der Tagesordnung ohne wesentliche Discussion nach den Anträgen der Berichterstatter. Morgen: Secundärbabnen. — Reichstag. Der Präsident suchte um die Ermächtigung nach, dem früheren Präsidenten des Reichstags, Simson, anläßlich dessen 50jährigen Jubiläums als Richter am 22. Mai, die Glückwünsche des Hauses darzubringen. Nach ertheilter Ermächtigung setzte das Haus die Berathung über bie Gewerbenooelle fort. $ 148 (Bestrafung des unbefugten Eindringens der Hausirer) wurde mit 131 gegen 130 Stimmen m der Fassung der Commission angenommen, ebenso die übrigen Paragraphen nach der Commlssionsfafsung unter Ablehnung aller Amendements. Thilenus begründete seinen Antrag wegen der Correctlon des Rheins. Der Bundesbevollmächtigte Marcard sprach die lebhafte Sympathie der Regierung für die Tendenz des Antrags aus und sagte, der Reichskanzler habe alsbald nach der Katastrophe am Rhein Erhebungen veranlaßt, die aber noch nicht abgeschlossen seien. An der weiteren Debatte betheiligten sich Dietze, Schalscha, Reichensperger lCrefeld), Schröder (Friedberg) und andere. Der Antrag wurde mit großer Majorität angenommen. Schließlich erklärte der Reichsiag, den Commissionsanträgen entsprechend, Hänel's Wahl für ungültig. Wander's Wahl für gültig und beanstandete Schorlemer's Wahl. Das Haus vertagte sich dann bis zum 22. Mai. — Die „Prov.-Corresp." bespricht die erste Lesung des Etats 1884—85 und sagt, an die Commissionsberathung knüpfe sich diesmal nicht nur die Vorentscheidung über Einzelfragen, sondern auch über die endgiltige Stellung des Reichstags zur kaiserlichen Botschaft. Wenn diese nicht im Sinne der Botschaft ausfalle, so sei die nationalliberalle Partei, welche den fortschrittlichen Antrag durchbrachte, allein verantwortlich. — Die Budget-Commission lehnte mit allen gegen vier Stimmen den Antrag Lowe ab, die Budgetberaihung auszusetzen, bis die Regierung das Gesammtmatertal vorgelegt habe. Die Secessionisten erklärten sich mit den dem Anträge zu Grunde liegenden Anschauungen einverstanden, ohne sich zur materiellen Nothwendlgkeit desselben zu bekennen. Nach Ernennung des Referenten vertagte sich die Commission bis zum 23. Mat. — Der König und die Königin von Sachsen werden unmittelbar nach den Feiertagen zum Besuche berHygieme-Ausstellung hier eintreffen und mehrere Tage verweilen. Dieselben werden im Königlichen Schlosse Wohnung nehmen. — Als Generalkonsul in Budapest ist der Botschaftsrath Berchem in Aussicht genommen. Die Zeitungsmeldung von der bereits erfolgten Ernennung desselben ist unrichtig. Köln, 9. Mai. Die hiesige klerikale „Volksztg." meldet in einem Telegramm aus Rom von gestern, daß die am Sonnabend angelangte preußijche Note die Wünsche des Vatikans in Betreff der Erziehung des Klerus und der bischöflichen Jurisdiction übergehe und nur die Freiheit des Sacramentspendens und MesselesenS gegen Gestattung des Einspruchsrechtes einräume. Da die preußische Negierung also die organische Revision der Maigesetze verweigere, so werde der Vatikan demnach das Einspruchsrecht verweigern müssen. Bon«, 9. Mai. Em Extrablatt der klerikalen „Deutschen ReichSztg." bringt ein Telegramm aus Rom, nach welchem die von bem preußischen Gesandten v. Schlözer überreichte Note auf die Desiderata über die Erziehung des Klerus und über die bischöfliche Jurisdiction nicht eingehe. Sie räume die Abschaffung der Strasbestimmungen für Sacramentspenden und Messelesen gegen die Gestattung des Einspruchsrechtes ein. Der Vatikan weigere sich, das Einspruchsrecht zuzugestehen, wenn die preußische Regierung die organische Revision der Maigesetze verweigere. Paris, 9. Ma>. In der Commission der Dcpuiirtenkammer zur Vorberathung des für die Expedition nach Tonk n geforderten Credits iheilte der Minister heute mit, es sei Befehl gegeben, ein Bataillon und drei Gebirgsbatierien nach Anam einmsch'ffcN. Der Minister sagte ferner, Hanoi sei am 20. März durch Anamiten oder Chinesen in Stärke von 4OOOMann angegriffen worden, dieselben seien ab r zurückgeschlagen worden. Der Fregattenkapitän Kergaradec führte ein Schreiben des Präsidenten Grevy an den König Tuduc mit sich, in welchem es heiße, die Ohnmacht des Königs, die Sicherheit in Tonkin aufrecht zu erhalten, verpflichte Frankreich, Maßregeln zu ergreifen und dort definitiv festen Fuß zu fassen. Kergaradec werde den König zu bewegen suchen, sich der Okkupation nicht zu wide, setzen, die Mandarinen zum Verbleiben auf ihren Posten aufzufordern unb bas Protokoll zu unterzeichnen, durch welches datz Protektorat Frankreichs gleichzeitig mit der Garantie für den ungeschmälerten Bestand des Gebiets des Königs Tuduc ausgesprochen und anerkannt roh b. Außerdem solle Frankreich berechtigt sein, die Leitung der auswärtigen Angelegenheiten von Anam zu führen, Zollämter zu errichten und Steuern vorweg zu erheben, um die nöthigen Ausgaben zu decken. Der Marineminister fügt noch hinzu, die sämmtlichen Kosten der Occupation seien auf 30 Millionen geschätzt und würden an Frankreich zurückerstattet. Die Occupation des D^lta werde die ganz? Provinz in die Hände Frankreichs bringen, zur Sicherstellung der Schifffahrt werde es genügen, wenn man Kanonenboote vor der Mündung des Flusses aufstelle. London, 9. Mai. Der Lord-Präsident des Geheimen Raths, Minister für Landwirthschaft, Lord Carlingford, empfing gestern eine von den englischen Landwirthschafts-Kammern an ihn entsendete Deputation, welche Vorstellungen machte gegen die Einfuhr von Vieh aus Ländern, in denen die Maul- und Klauen-Seuche herrscht. Der Minister erwiderte der Deputation, daß die Regierung ihre Befugnisse in oieser Beziehung in Zukunft mit größerer Strenge anwenden werde, daß sie jedoch neue parlamentarische Maßregeln nicht habe empfehlen können. Dublin, 9. Mai Kelly wurde von der Jury schuldig gesprochen und zum Tode verurtbeilt. Venedig, 9. Mai. Der Kronprinz des deutschen Reiches reist heute Abend über München nach Deutschland zurück, die Kronprinzessin wird morgen früh nach Bologna und Florenz gehen. Der Magistrat ließ gestern Abend, als der Kronprinz nach dem Hotel zurückkehrte, aus dem St. Markus-Kanal ben- galische Flammen abbrennen. 8 o k a l e H. Mai- Die Stadtverordnetenversammlung hat in der gestrigen Atzung einen Beschluß gefaßt, der die Versorgung der Stadt mit gutem Trink- w ass er wieder auf ein Jahr hinausschübt. Bekanntlich war die Firma Aird in Berlin mit der Ausführung der TrinkwasserUitung betraut. Sie verfiel aber unmittelbar nach dem Vertragsabschluß in Concurs und der Concursverwalter lehnte die Ausführung des Vertrags ab. Ein Techniker der Firma Aird, Herr Rosenfeld, der die Friedberger Leitung ausgesührt, erbok sich, entweder in den Contract der Stadt mit Aird einzutreten ober auch gegen Bezahlung einer fixen Summe die Arbeiten auf Kosten der Stadt zu leiten. Beide Vorschläge des Herrn Rosenfeld wurden von einer sehr schwachen Mehrheit (1 Stimme) von den «Stadtverordneten abgelehnt. Demgemäß muß die Arbeit von Neuem ausgeschrieben werden unb ■ § sinb neue Zeichnungen, neue Verträge zu entwerfen, neue Verhandlungen unb Abstimmungen sinb erforberlich — und in der Zwischenzeit trinken wir bas schlechte Grundwasser, bas durch die mehr ober weniger gut verwahrten Senkgruben gewiß nicht besser wirb. Es nützt nichts, bie fraglichen Mehrheitsbeschlüsse der ©tabtöerorbneten zu beklagen, jeher Abstimmenbe hat eben sein Votum bei sich selbst zu verantworten, aber bebauern muß man, daß ein Werk, an dem so lange mit aller Sorgfalt gearbeitet worden ist, das schon Tausende gekostet hat, im letzten Augenblick wieder ins Ungewisse verschoben und vielleicht ganz in Frage gestellt wird unb zwar mit nur Einer Stimme Majorität. Es bleibe nicht unerwähnt, daß bie entschetbende Sitzung der Stadtverordneten recht schwach besucht war. 9. Mai. Soeben wird bekannt, daß auf Donnerstag den 10. Mai eine weitere Sitzung der Stadtverordneten stattfindet, in welcher die besprochene Angelegenheit nochmals berathen werden soll. Hoffen wir, daß Vorschläge gemacht und angenommen werden, die unserer Stadt noch für dieses Jahr gutes Trinkwasser sichern. Gießen, 10. Mai. sT Hierschutz-Vereins In der zahlreich besuchten gestrigen Monatssitzung wurde zunächst die Frage besprochen, wie bei Erdaufschüttungen, die in hi'siger Stadt bei Straßen- und Hochbauten so häufig nöthig sind, zu verfahren sei, damit das oft empörend überangestrengte und gequälte Zugvieh leichter und rascher seine ihm zugemuthete Arbeit leisten kann. Das Legen von Schienen ober Bohlen und ein systematisch fortschreitenbes Aufschütten würbe empfohlen und beschlossen, ein Modell des vom Centralverein empfohlenen Kipp-Wagens kommen zu lassen, dessen Einführung auf alle Art angestrebl werden soll. Jeder Thierfreund wird mit dem Ausschuß einverstanden fein, daß trotz aller Schwierigkeiten diesem Uebelftande abgeholfen werden muß und daß es nur mit Freuden zu begrüßen ist, daß der Verein sich dieser seit lange Anstoß unb Aergerniß erregenden Frage mit aller Energie annehmen will. Em Beschwerde-Schreiben wegen der mit grobem Steinschlag befahrenen Alicen- straße findet seine Erledigung durch die Mittheilung des Herrn Bürgermeisters, daß nur das anhaltend trockene Wetter die Ui fache fei, daß die genannte Straße noch nicht mit Kies gedeckt und gewalzt ist. Auf Antrag wird in der nächsten Sitzung über die Frage berathen, welche Maßregeln konn.n zur Verminderung der unfern Singvögeln so gefährlichen Katzm ergriffen werden. Beschlossen wurde, die statutenmäßige Generalversammlung im Monat Ium abzuhalten. Endlich soll die Monatsversammlung, die immer am ersten Montag eines jeden Monats stattfindet und bei der alle Mitglieder und Thierfreunde Zutritt haben und willkommen sind, jedesmal im Gießener Anzeiger in Erinnerung gebracht werden. $ ßntf 3ro: t» jNta£ b« 9- u.ngM bl! wfirfrdh nach Limburg, * mr Gewinnung w mit alle». \ Berlin, 2 ein Mag aus tWbrackt aorden „eben: S J- h MßbrauM berechtigt; die M"i Lesugniß, Sieneno bejchränkl werden, nachbarlichen Grünt Gebäuden oder Ein! sein müßen. $ 4 Mn zur Tracht g- M der nächsten be Men- S5- im in einer Wen B Schwärme, wr Me oder an Eistr sie sindei und in B« Vermischte S. Bad Nauheim, 6. Mai. sDelegirtentag der Kriegerkameradschaft „Hassia".) Der heute Vormittag IIV2 Uhr im Saale zum „Deutschen Hoff' durch den ersten Präsidenten der „Hassia", Herrn Oberst Gerlach-Darmstadt, mit einem Hoch auf den hohen Protector des Verbandes. Seine Königliche Hoheit den Großheizog, eröffnete Versammlung war von 108 Vereinen durch ca. 250 Delegirte vertreten, welche auf sich — 261 Stimmen vereinigten. Präsident Warner (Bad Nauheim) dankt Namens des Militäroereins „Hassia" daselbst für bie zahlreiche Betheiligung unb wünscht, baß die Verhanblungen des heutigen Tages dem Landesverband zum Segen gereichen und dadurch ein gleich erfreuliches Resultat erzielt werden möge, als im verflossenen Jahre. Den wichtigsten Gegenstand der Berathung bildete der vom Präsidium vorgelegte Entwurf eines neuen Verbands-Statuts, welcher nach lebhaften Debatten schließlich mit einigen Abänderungen genehmigt wurde. Nach dem neuen Statut wird der Verband in ca. 40 Bezirke eingeiheilt und werden bie ben Vereinen vorstehenben Präsibenten den Bezirksvorstand bilden; diese wählen unter sich einen Vorsitzenden, welcher für die Folge ben Bezirk auf ben Verbandstagen vertritt, die Einziehung der zum Verbände zu entrichtenden Anträge besorgt, alljährlich die Rapporte der ihm unterstellten Vereine an den Schriftführer abliefert und sonstige Vnbandsangelegenheiten zu erledigen hat. Das Verbandspiäsidium besteht aus vierzehn Mitgliedern und wird alljährlich gewählt. Der nächste Verbandstag wird in Bensheim a. d. B. abaehalten. 2V< Uhr erschien der Ehrenpräsident, Se. Großh. Hoheit Prinz Heinrich, nebst feinem Adjutanten Herrn Rittmeister Freiherrn v. Schenk zu Schwetnsberg, und hörte die Verhandlungen bis zum Schluffe. Die projfchrte Prinz - Ludwig - Stiftung wird, der vorgerückten Zeit wegen, von der Tagesordnung abgesetzt und darüber Näheres in den Verbandsorganen demnächst verhandelt. Gegen 3 Uhr beschließen die Delegirten bie Abfertigung eines Telegramms an Se. Kgl. Hoheit G'oßherzog Ludwig IV., worin unterthänigst für das von dem hohen Protector gestiftete Verbandsabzeichen gedankt wird. Nach Schluß der Verhandlungen gegen 3 Uhr fand im neuen Kurhaufe ein Festbankett statt, an welchem sich 132 Festgäste beteiligten. Die vortreffliche Musik der Kurkapelle und die Gefangsvortrage des Vererns „Concordia" trugen sehr zur Erheiterung der Stimmung der Gäste bei, auch sand das von Herrn Restaurateur Kröll gewählte Menu allgemeine Anerkennung. Se. Großh. Hoheit Prinz Heinrich toastete mit herzlichen Worten auf Se. Maj. ben Kaiser Wilhelm; Oberst Gerlach-Darmstadt auf Se. Kgl. Hoheit ben Großherzog; Major Freiherr v. Rotsmann (Bad Nauheim) dankte bem Ehrenpräsidenten, Sr. Großh. Hoheit dem Prinzen Heinrich, mit kurzen, schön gewählten Worten für die persönliche Theil- nahrne an dem Feste und erbrachte das Hoch auf Höchstdenselben. Dr. Nies (Darmstadt) sp-icht über die Verdienste dxs 1. Präsidenten, Obersten Gerlach, um den Ver band und fchließt gleichfalls mit einem warm aufgenommenen Hoch. Dr. Vogt (Butzbach) toastirt auf den früheren 1. Präsidenten Herrn Major Becker; Hebbel (Ortenberg) auf Dr. Vogt; Römbeld (Mainz) dankt der Stadt und dem Milttärvereip Bad Nauheim für den schönen Empfang der Gäste und das gediegene Arrangement des Festbanketts und schloß mit einem Hoch auf die Stadt Bad Nauheim. Dieser Toast wird von Dr. Grödel (Bad Nauheim) Namens der Stadt und des Kriegervereins „Hassia" erwidert, der Redner sprich' seine Freude darüber aus, daß die Kameraden nächst dem Interesse an der guten Sache des Verbandes auch noch mit großer Sympathie für unseren Badeort die Einladung des vorigen Jahres genehmigt hätten; bie anwesenden Nauheimer tranken auf das Wohl des Landesoerbanbes. Kurz vor Beendung des Banketts ergriff nochmals Se. Großh. Hoheit Prinz Heinrich das 2ßort, um bie Kamcraben zu erinnern, baß das Wohl des Vaterlandes, die Förderung der Jntereffen des Reichs nach innen unb nach außen erfordere, daß die K'iegervereine Deutschlands berufen feien, mit eiferner Discipltn, gleich der Armee, an ihren Satzungen fest zu halten, um für alle Zeiten die ächte deutsche Kameradschaft, als das Wichtigste, zu erhalten. Gegen 71/4 Uhr verließ Se. Großh. Hoheit unter kräftigen Hurrahs der Anwesenden und Jntonirung der National Hymne die Terrasse, um wieder mit dem Schnellzug abzureisen. (D. Z.) Mainz, 7. Mai. Die Selbstmorde in hiesiger Stadt haben sich innerhalb der letzten vier Wochen in erschreckender Weise gehäuft. Am Samstag Nachmittag sprang oberhalb der Eifenbahnbrücke ein bis jetzt noch unbekanntes Frauenzimmer in den Rhein, welches alsbald unterfank. Spaziergänger haben gesehen, wie sich das Frauen- z'mmer kurz vorher, wahrscheinlich um sofort unterzusinken, die Taschen mit Steinen gefüllt hatte. Damit ist die Zahl der in den letzten 4 Wochen hier verübten Selbstmorde auf 7 gestiegen. Davon haben sich 5 Personen erhängt, darunter 2 Frauen und 1 Soldat, ein Geschäftsmann stürzte sich von der Eisenbahnbrücke in den Rhein, außerdem kam auch noch ein Selbstmordversuch vor. Mainz, 7. Mai. In dem Umführungstunnel haben wieder bedeutende Zusammen- rutschungen unb zwar unterhalb der Caserne im Kästrich, stattgefunden; es werden Mz bin Nachmi soll auf hiesigm raithe des ttto f Um l/2l4s/io, H sand, W/10, G nochmals versteig Giehen, den 2. Ieiigi ,J?98 Ein faf EkMsengeschirr 1 lrrausenH ” «'M Mm Mi'oi ? feen, Ai* tn.Ni*n bj, e”Nt hiöigft ' 'UM' S=hx -----gelter >K 3ü00 5U: x~ ~ 5 8*1»« g|tk, T'Ä«! die ®rh»i*,wl ober w SS’i JJgfalt flearbeittt br'”8Un8!ro; Der Stübtoerorb; ’ ®«l eine wettt« La"8,,f9'nWi beteg, *ufWttnn|tll, A W versah^ -chter und rasche 'en ober Bohlen ' Wen,* “ l°ffen, btfjen d°i trotz affet ■mit greuben LNwtz erregenden Irenen fc, llers, daß nur bas n noch nicht mit im, weiihe Matz; nKatz'nergchen im Monat Juni len Montag eines ickeunde Mrilt innerung gebracht adschast,Hassia',s ' durch den eisten intm Hoch aut den roßheizog, eröffnet« rtreten, welche aa! türoereins.Hassia' uugen des heutig gleich cifreuW fifiblum oorßM ttn schließlich mit ke eingelheitt und taub btlben \ aui den BnbaB- ftttäftt besorgt, oll- ühr'.r abliefert und nb wirb alljöhM ttnbberg, mb V» Offen Jett ■* i-ndS-rgmen d» , ick6«®mA® g$ W« b,D1 -”b Kuehms- ?-’S hs; ®ai°rS Äs iÄ&S ld dem V nb b'\ 1*»atnetoW ■Ä6l>®d *SSte\ j n11... Äroiek'' ö*1 * » vtfk om * (£. 8-) aj) lilN^^^ PÄ Ws Anstrengungen gemacht, um ein weiteres Rutschen zu verhüten; der Unfall kam an Mer ca. 38 Meter langen Strecke vor, welche noch nicht ausgemauert war. — Eine Ironie der Weltgefch'.chte kann man es nennen, daß in der Biece'schen Ptanofortefabrik aus den Etchenstämmen, welche von der Römerbrücke bei Mainz herrühren, jetzt äußerst geschmackvolle Piantnokörper verfertigt und ausgestellt sind. So ist hier die modernste Technik mit dem denkbar ältesten Rohmaterial eine Verbindung eingegangen, wie sie paradoxer und zugleich wirksamer von keinem Märchendlchter erfunden werden könnte. Ein römischer Feldherr rammt in vorchristlicher Zelt hölzerne Brückenpfeiler in den Hauptstrom eines von ihm zu unterjochenden wilden Volkes und zweitausend Jahre später fabrtctrt die hochentwickelte Technik eben dieses Volkes Musikinstrumente aus dem Holze dieser wieder ausgehobenen Pfeiler.. Berlin, 9. Mai. Nach den bisherigen polizeilichen Ermittelungen scheint bezüglich des gestern gemeldeten Todes des Häuseradmintftrators L-uhn kein Raubmord, sondern Selbstmord vorzuliegen. Mannheim, 8. Mar. Dte beiden jugendlichen Durchbrenner von hier, Großholz und Fromm, wurden gestern in der Schwerz verhaftet und sollen ihre unfreiwillige Rückreise nach hier bereits angetreten haben- Von dem mitgenommenen Geld sollen dieselben bereits einige hundert Mark verausgabt haben, während sich glücklicherweise der größte Theil der Summe noch in ihrem Besitz vorgefunden yat. Limburg, 5. Mai. Der Basaltberg „Stephanshügel", von der Stadtgemeinde zur Gewinnung von Chaussee-Material an den Staat verkauft, hat beute, Mittags nm 2 Uhr, seinen Kops verloren, indem ein Basaltblock von etwa 50,000 Centnern mit alle», was darunter saß, zu Th >l ging. Das Gesammtgestein, welches da in wenigen Minuten herunterkam, wird auf über 100,000 Centner geschätzt. Berlin, 2. Mai. Von den Abgg. Dr. Porsch und Edler ist beim Reichstag ein Antrag auf Erlaß eines Gesetzes betreffend das Recht zum Halten der Bienen eingebracht worden. aus dem wir nachstehend die wichtigsten Bejttmmungen wiedergeben: S 1- Bienen auf seinem Eigenthum zu halten, ist einem Jeden erlaubt. § 2. Nießbrauchsberechtigte, Pächter und Miether sind zum Bienenhalten ebenfalls berechtigt; die Miether indessen nur mit Einwilligung des Vermiethers. 8 3. Die Besugntß, Bienenvölker aufzustellen, kann durch eine polizeiliche Vorschrift dahin beschränkt werden, daß Bienenstände nach der Ausflugsseite hin von der Straße oder nachbarlichen Grundstücken bis zu 10 Meter entfernt oder, wenn sie näher stehen, von Gebäuden oder Einfriedigungen, Zäunen, Hecken bis zu 21/2 Meter Höhe eingeschloffen sein müssen. $ 4. Bei Aufstellung der nach der Haide, in Oelsaaten und Buchwetzenfeldern zur Tracht gebrachten Bienenvölker ist eine Entfernung von mindestens 200 Metern von der nächsten besetzten Jagd und von 25 Metern von Wegen und Viehtrieben einzuhalten. 8 5- Bet Bleichen, Färbereien und Gerbereien dürfen neue Bienenstände nur in einer Entfernung von mindestens 50 Metern errichtet werden. 8 H- Herrenlose Schwärme, welche sich auf öffentlichen Plätzen, Straßen, an Ufern schiffbarer Flüsse oder an Eisenbahndämmen angelegt haben, werden Eigenthum desjenigen, welcher sie findet und in Besitz nimmt. 8 12. Ziehen Noth-, Hunger- oder sogenannte Bettel- i——mm Allgemeine schwärme in fremde besetzte Wohnungen ein, dann werden sie Eigenthum desjenigen, in dessen Wohnung sie etngezogen sind. Der bisherige Eigenthümer kann weder deren Herausgabe noch Entschädigung verlangen. 8 14. Wer fremde Bienen — auch sogen. Raubbtenen — in Massm durch Wasser, Feuer, Dämpfe, Gift oder künstliche Vorrichtungen tobtet, wird mit Geldstrafe bis zu sechshundert Mark oder Gesängnißstrafe bis zu einem Jahre bestraft. Auch hat er dem Eigenthümer vollen Schadenersatz zu leisten. 8 15. Mit Geldstrafe bis zu einhundert Maik ober mit Hast bis zu einem Monate wird bestraft: 1) wer Völker, Btenenwohnungen, Rähmchen, Honig oder Waben, von denen er weiß, daß sie von der Faulbrut inficirt sind, anderweitig hingibt oder verkauft; 2) wer auf seinem Bienenstände dergleichen Völker ober Waben aufstellt, oder saulbrutartige Waben wissentlich liegen läßt; 3) wer es unterläßt, von der Faulbrut inficirte Wohnungen bei Seite zu schaffen, oder die Fluglöcher bis zur gehörigen Desinsicirung solcher Wohnungen zu verschließen. 8 16- Das gegenwärtige Gesetz tritt am 1. Januar 1884 im ganzen deutschen Reiche in Kraft. (D. Z.) SchiffSbericht. Mttgetheilt von dem Agenten des Norddeutschen Lloyd in Bremen, C- W- Dietz Nachfolger, Gießen. Bremen, 9.^ Mai. Der Postdampfer Oder, Capt. C. Undütsch, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 28. April von Newyork abgegangen war, ist heute 6 Uhr Morgens wohlbehalten in Southampton angekommen und hat nach Landung der für dort bestimmten Passagiere, Poft und Ladung 9 Uhr Morgens die Reise nach hier fortgesetzt. Derselbe überbringt 205 Passagiere und volle Ladung und hat 39 Passagiere vom Dampfer Habsburg in Southampton an Bord genommen. Kandel und Verkehr. Frankfurt, 9. Mai. Auf dem heutigen Markt kostete der Gentner Heu JL 3.50—3.90, Stroh «X 2.00—2.40, Eier das Hundert icherei u. VaagensaüriK von S’arl Schenck, Darmstadt. E Fuhrwerkswsagen. Viehwaagen Constrüctton^ Decimal- und^Cen- testmalwaagen in Eisen. Dccimal-Taf-lwaagcn mit Marmorplattcals Bnttcrwaage. Vertreter für Oberhessen^-* ■ Buch, Hungen. Konias-Neisftarke, Fernste Weizenstarke, Prima Kernseife, Kugelblau, Borax re. re. empfiehlt ______ ___ 2130 Gg. Wilh. W eidig. 1. 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Nits., Vormittags 9 Uhr. Taaesordnung: 1) Mittheilung, der Jahresrechnung rc. 2) Ergänzungswahl des Vorstandes. 3283 Lang-Göns, den 9. Mai 1883. Für die Spar- und Leihkasse zu Lang-Göns (E. $.): A. Henrich- Director. Wenzel'S Garten. Am 2. und. 3. Pfingstfeiertag©: GROSSES COVERT ausgeführt von der Capelle des 2. Grossh. Hess. Infanterie- legts. Nr. 116 unter Leitung ihres Capeilmeisters Herrn C. Krausse. Anfang 5 Ihr. Entree 35 i*fg. 3239, 3CT Bier im Glas. NB. Einem verehelichen hiesigen und auswärtigen Pubükum zur Nachricht, daß der Saal nebst Anbau meines Etablissements bereits so weit wieder hergestellt ist, daß jede Festlichkeit in demselben abgehalten werden kann. Durch das mich betroffene Unglück wage ich die höfl. Bitte an die Bewohner Gießens, mich auch in der jetzigen Lage, in welcher mir nur die Hälfte meiner Lokalitäten zur Benutzung stehen, durch recht zahlreichen Besuch zu beehren und wird es mein Bestreben fein, durch die größte Aufmerksamkeit meinen Dank zu beweisen. Achtungsvoll __Wilh. Wenawl Zur gefl. Beachtung. Einem werthen Publikum zur Nachricht 1 dass ich von Samstag den 12. Mai an im Hause des Herrn Dr. IFeSsing«, Ecke von Neuen Bäue und Weidengasse, eine == Restauration ===== eröffne. Ich werde bestrebt sein, durch Ausschank von VOt- ZÜglichem Bier aus den ersten Brauereien, sowie durch gute Speisen und freundliche aufmerksame Bedienung mir das Vertrauen der geehrten Gäste zu erwerben und sehe recht zahlreichem Besuche gerne entgegen. im Abonnement zu 60 und 85 Pfg. Restauration ä. la carte zu jeder Tageszeit. 3295 Gestern Abend nach 10 Uhr entschlief sanft nach schweren Leiden unsere theure, innigst geliebte Gattin, Tochter und Mutter ENZenie Wamda Mensche geb. Alder. Gießen, den 10. Mai 1883.. Die tiefgebeugten Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Freitag Nachmittag 4 Uhr vom Trauerhause, Ludwigsstraße 52, statt. $290 Hochachtend Eu Feitleü 3285 Drei Herren können Kost und I gefudjt m9' Logis erhalten. Neustadt 33, 1. St. 1 ^IIUTUUW . Kreuz 10.^ Verantwortliche Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'scheu Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in ^eß^ Beilage. Müu: Schulst" Der erlebii Heftstein, bermal 18U dm Kreise G Außerdem Werg zugetheilt Gießen, iefct SÄ < betrage Z”® ÜSÜ u Monimen ju "Händen ii r 8ba«?rt **• «reich, W WbenÄM r en Lil ith“80 S^n.S"ie« Mit dem v Wem Gebiete r an bis großen kirchl H aus parlamen stchsche Abgeordn Wz des Reichst Hche vor Hugill getrosten, Entscheid^ oppositionellem Sn zweitägiger Genera Mn, den Etat an, maö injojern daraus gelegt hat Plenum vor sich mHe am Wontai timen unb -es sse M io iß die M ^tats auch in der ( Einen womöglich n Dienstags-Sitzung t ?>lhnen. Vorausgl IN Eruppirunger em iPt’ciefles Singe! **ter gefallt, ™ NN gab. *mmun9 mit i; ®*8«, io daß tc Mobile nicht „ i‘$0Ne fhmmti Er?*'01“'!' 'S.Men. @