Nr. SV Drittes Blatt. Sonntaq den 11. Marz 1888, Gießener Anzeiger Amts- unb Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. ureau: Schulstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagK. I. Zu Grimberg im Gasthaus zum Rappen h'titatb auä 3 3 Freitan beit 13. April, Vormittags von 73/4 Uhr an: *'r L* derjenigen des jüngsten Jahrgangs (1883) der Stadt Gießen und derjenigen Ul, I bet Gemeinden Groß-Buseck, Hattenrod, Heuchelheim, Klein-Linden, Lollar, Mainzlar, Oppenrod und Reiskirchen; a) b) c) io«1 M1 Gießen, den 11. März 1883. lie unb Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohri. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Samstag den 14. April, Vormittags von 73/4 Uhr an: derjenigen der Gemeinden Rödgen, Ruttershausen, Staufenberg, Treis, a d. Lda., Trohe und Wieseck. Mk. ____m Der Civil-Vorsitzende der Ersatz.-Commission des Kreises Gießen. Dr. H o f f m a n u, Regierullgsrath. Montag den 9. April, Vormittags von 8 Uhr an: Mufterung der Militärpflichtigen der Gemeinden Allertshausen, Beltershain, Climbach, Geilshausen, Göbelnrod, Grünberg, Harbach, Kesselbach, Lauter, Lindenstruth, Londorf, Lumda und Odenhausen; Dienstag den 10. April, Vormittags von 8 Uhr an: derjenigen der Gemeinden Queckborn, Reinhardshain, Mddingshausen, Saasen, Stangenrod, Stockhausen, Weickartshain und Weitershain. II. Zu Gießeu im Saale des alten Rathhauses. Mittwoch den 11. April, Vormittags von 73/4 Uhr an: Musterung Der Militärpflichtigen der Gemeinden Mendorf a. d. Lda., Alt-Buseck, Annerod, Bersrod mit Winnerod, Beuern Burkhardsfelden und Daubringen; Donnerstag den 12. April, Vormittags von 73/4 Uhr an: derjenigen der Stadt Gießen der beiden ältesten Jahrgänge (1881 und 1882); Montag den 16. April, Vormittags von 73/4 Uhr an: Loosziehung (auch der in Grünberg Gemusterten). Hl. Zu Lich im Rathhaussaale. Dienstag den 17. April, Vormittags von 9 Uhr an: Musterung der Militärpflichtigen der Gemeinden Albach, Allendorf a. d. Lahn, Bellersheim, Bettenhausen, Birklar, Dorf-Gill, Eberstadt, Ettingshausen, Garbenteich, Groß-Linden, Grüningen und Hausen; Mittwoch den 18. April, Vormittags von 9 Uhr an: derjenigen der Gemeinden Holzheim, Hungen, Inheiden, Langd, Lang-Göns, Langsdorf, Leihgestern und Muschenheim; Donnerstag den 19. April, Vormittags von 9 Uhr an: derjenigen der Gemeinden Lich, Münster, Rieder-Bessingen, Ronnenroth, Obbornhofen, Ober-Bessingen, Ober-Hörgern, Rabertshausen, Rodheim und Röthges; Freitag den 20. April, Vormittags von 9 Uhr an: derjenigen der Gemeinden Steinbach, Steinheim, Trais-Horloff, Utphe, Villingen und Watzenborn mit Steinberg. Samstag den 21. April, Vormittag von 9 Uhr an: Loosziehung. ferner Sämmtliche Militärpflichtige, welche im Jahre 1882, bezw. 1881 zurückgestellt morden, oder nach ihrer gezogenen Nummer disponibel geblieben, d. h. nicht einberufen worden sind. Entbunden von der persönlichen Gesüllung sind Diejenigen, welchen Ausstand bewilligt oder Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Militärdienst ertheilt worden ist. 2) Diejenigen Militärpflichtigen, welche zum zweiten- oder drittenmale erscheinen, haben ihre Loo sungs sch eine in itzub ringen. 3) Wenn von einem Militärpflichtigen, oder für einen solchen von seinem Vater, oder seiner Mutter, Zurückstellung in Anspruch genommen wird, jo ist für Vorlage der zur Beurkundung der behaupteten Thalsachen erforderlichen Nachweise und Zeugnisse Dur dem zur Musterung anberaumten Termine zu sorgen. Die Zeugnisse müssen amtlich ausgestellt oder beglaubigt sein. Wenn die Zurückstellung auf die Arbeitsunfähigkeit eines Familienangehörigen gegründet wird, so hat der betreffende Familienangehörige sich sebst persönlich im Termin vor der Ersatz-Commission einzufinden. Noch nicht eingereichte Zurückstellungsanspruche sind bei der Großherzoglichen Bürgermeisterei vorzubringen nnb die Verhandlungen baldigst - unter allen Umständen vor Beginn deS Ersatzgeschäftes — an die Ersatz-Commission einzusenden. Verspätete Gesuche haben keinen Anspruch auf Berücksichtigung. r- ' Besondere Bestimmungen. 1) Zur Musterung haben sich bei Meidung der gesetzlichen Strafen, zu stellen: Diejenigen, dem Großherzogthum Hessen oder einem andern Staate des deutschen Reiches angehörigen Militärpflichtigen, welche in einer Gemeinde des Kreises Gießen ihr gesetzliches Domicil — ihre Heimath oder ihren ständigen Wohnsitz — haben und sich nicht in einem anderen Theile des Großherzogthums Hessen oder einem anderen Staate in einer der nachstehend unter b) angegebenen Eigenschaften aufhalten; in einer Gemeinde des Kreises Gießen sich als Dienstboten, Haus- oder Wirthschaftsbeamlen, Handlungsdiener und Lehrlinge, Handwerksgesellen und Lehrburschen, Fabrikarbeiter oder in ähnlicher Eigenschaft aushalten, oder bie Universität Gießen oder das Gymnasium daselbst oder eine sonstige Lehranstalt in einer Gemeinde des Kreises Gießen besuchen; in einer Gemeinde des Kreises Gießen, oder während ihre Ellern einer solchen angehörten, im Auslande geboren sind, und weder im Großherzogthum Hessen noch in einem andern deutschen Staate Domicil besitzen oder sich aufhalten; und im Jahre 1863 geboren sind; Bekanntmachung. Die Musterung und Loosziehung der Militärpflichtigen des Kreises Gießen für das Jahr '1883 findet an den nachgenannten Tagen statt und zwar: 4) Wenn ein Militärpflichtiger an Gebrechen leidet, die äußerlich nicht wahrnehmbar sind, z. B. Taubheit, Harthörigkeit, Kurzsichtigkeit, Geistesschwäche u. s. w., so ist dies durch amtlich ausgestellte oder beglaubigte Zeugnisse des Arztes, sowie des Bürgerlneisters, Geistlichen, Lehrers u. s. w. nachzuweisen. DaS Vorhandensein von Epilepsie ist durch die eidliche Orklärun i von mindestens drei glaubwürdigen Zeugen zu erhärten. 5) An der Loosziehung persönlich Theil zu nehmen steht jedem Militärpflichtigen frei; für Diejenigen, welche bei dem Aufrufe nicht anwesend sind, zieht ein Mitglied der Ersatz-Commission das Loos. 6) Die Großherzoglichen Bürgermsistereien haben sämmtliche ihrer Gemeinde angehörigen oder in ihrer Gemeinde gestellungspflichtigen Militärpflichtige fe vorübergehend auswärts sich nufhaltender schriftlich — auf Grund der ihnen bereits zugegangenen Stammrollen zu der Musterung vorzuladen. Die Großherzoglichen Bürgermeister oder Beigeordneten haben mit den Militärpflichtigen ihrer Gemeinden anwesend zu seit: und sich darum zu bemühen, daß die Letzteren ’/4 Stunde vor der bestimmten Zeit zur Stelle sind, nüchtern und reinlich gekleidet erscheinen und während des Musterungsgeschäftes ein anständiges und ruhiges Verhalten beobachten. " Wenn ein Militärpflichtiger weger Gebrechen oder Krankheit persönlich zu erscheinen nicht im Stande ist, oder wenn er sich in gerichtlicher Haft befindet, so ist darüber ein auf persönlicher Anschauung beruhendes Zeugniß des Arztes und der Bürgermeisterei, bezw. eine Bescheinigung des Gerichts vorzulegen. Den Großherzoglichen Bürgermeistereien liegt es ob, darauf aufmerksam zu machen, daß ein Militärpflichtiger wegen gerichtlicher Bestrafung des Muüar- vienstes unwürdig ist, und sind deshalb die erforderlichen Nachweise amtlich zu erwirken und vorzulegen. Im Anschluß an das Ersatz-Geschäft findet Dienstag den 10« April im Gasthaus zum Rappen in Grünberg,^ Sanrstag den 1ZL April im Saale des alten Rathhaufes zu Gießen uud Freirag den 20* April i m Rath Haussaale zu Lich Y ,, , tl r, v Klasfisteirung der Mannschaften der Reserve, der Landwehr und der (Krfatz-Reserve !♦ blasse rücksichtlich ihrer hauülicheu gewerblichen Verhältnisse statt. Es habeii daher diejeiligen Reservisteil unb Landwehrmünner, sowie die Ersatz-Reservisten 1. Klasse, welche im Falle einer Einberufung auf Zurück- IkHartß wegen häuslicher Verhältnisse einen Anspruch machen zu können glauben, an den bezeichneten Tagen, Rtorgens 11 llhr zu erscheinen und ihre Gesuche Aü!> (gründen. 1 MrklM 0 oder 3^ kil, „mix l(b- - Md , soweit duselbcn setiher üblich gewesen sind, zwar als Uebungsmttiel der Schüler wie als Hülfsmittel des Lehrers, um dos Verständn'ß des Leh sloffs Seitens der Schüler festzustellen, zugelass n werden, jedoch unter dcm ausdrücklichen Vorbehalt, daß denselben b«i B urtheilung der Rufe der SLÜler ein entscheidender Einfluß zum Nachtheil des Schülers nicht be gelegt werden darf. 4) Was endlich die P. odcarbeiten angeht, welche tn manchen Anstalten am Schluffe eines Semesters in der Schule geschrieben zu werden pflegen, so wird duich die zur Vorbereitung auf dieselben Seitens d.r Schüler nothwend'gen Repetitionen, namentlich wenn sie sich über einen größeren Theil des Klassenpensums oder das ganze Semestralpensum verdrehen, erfahrungsgemäß eine Ueberbürdung veranlaßt, die um so nochtheiliger wird, als gewöhnlich zahlreiche ähnliche Arbeiten zu der angegebenen Zeit in kurzen Zwischenräumen aufeinander folgen Wir sehen uns im Hinblick darauf veranlaßt, solche Probearbetten, welche umfangreiche Repet tionen zur Voraussetzung baden, zu untersagen und zugleich allgemein zu bestimmen, daß Tag und Stunde dcr Anfertigung derselben nicht früher als am Tage vorher den Schülern bekannt gegeben werden dürfen. Knorr. Achenbach. DaS Amtsblatt Nr. 4 enthält Ausschreiben vom gleichen Tage in gleichem Betteff und thcilt den Großherzogl. Dtrectionen der Realschulen und höheren Mädchenschulen einen Abdruck obiger Miniftertalversügung unter der Aufforderung mit, die tn derselben ausgesprochenen Grundsätzen auch an den ihnen unterstehenden Anstalten mit den durch deren besondere Verhältniffe gebotenen Modificattonen zur Durchführung zn bringen. theiligten. Diese Verhandlungen nun haben den Erfolg gehabt, daß man über die wirklichen und vermeintlichen Uebelstände in directen Meinungsaustausch getreten ist, und mir können hinzusügen, daß die süddeutschen Staaten ihre Bereitwilligkeit zu erkennen gegeben haben, den wirklichen Uebelständen in Betreff der Postkarten abzuhelfen. Zur Zeit finden die Verhandlungen direct zwischen den betheiligten Verwaltungen statt und nehmen einen Verlauf, welcher einen baldigen befriedigenden Abschluß in Aussicht stellt. Berlin. Die Kaiserliche Marine hat gegenwärtig folgenden Bestand: Köpfe. OssiciercorpS und Maschinen-Ingenieur-Personal 563 Marine-Aerzte 69 Marine Z ihlme'ster 42 Deckoffic ere, See-Cadetten, Unterofficiere, Mannschaften, Schiffsjungen rc. 10,^83 Gesarnrnt Kopfzahl: 11,557 Kriegsschiffe und Krtegsfahrzeuge: Panzer-Fregatten Schiffe. Geschütze. BesatzunaSetat. 7 85 •3931 Panzer-Corvetten 6 42 1647 Gedeckte Corvetten 11 176 4227 Glattdeck-Corvetten 10 104 2413 Kanonenboote (AlbatroS) 5 22 450 Kanonenboote (1 Klaffe) 5 19 365 Küstenoerthetdigungsfahrzeuge 30 20 1091 Avisos 8 20 734 Transportfahrzeuge 2 — — Schulschiffe 12 99 1346 Summa 96 577 16,204 Außerdem sind noch 19 Fahrzeuge zum Hafendienst vorhanden. vermischte». n rx roß - umst adt, 6. März. [Bur Warnung bei Unterstützungsgewährungen.1 unlängst wurde ein Stromer in einer Gemeinde des Gersprenz-Thales unterstützungsbedürftig. Der Bürgermeister gewährte natürlich die nöthtge Hülfe in der VorauS- der pflichtige Armenverband die aufzuwendenden Kosten ersetzen werde. Auf Grund der Aussagen deS rc. Stromers und der bet ihm vorgefundenen Legitima« ttonspapiere wurde nun hiernach die vermuthete Heimathgemeinde um Kostenersatz angegangen. Die angegangene Gemeinde zahlte auch — forderte aber bald die betreffende Summe wieder zurück, indem sich jetzt herausgestellt hatte, daß die Person, auf deren Namen jene Stadt die vorgelegten Unterstützungskosttn bezahlt hatte, nicht im Gesprenfthal war und auch dort nicht hülfsbedürftig hätte werden können. Der unterstützte Sttomer war aber längst über alle Berge und konnten Ermittelungen wegen dessen UntersiützungSwohnsitzeS nicht weiter etntreten. Formell wäre nun die Gemeinde die Geprellte gewesen. Gegenüber solchen Vorkommnissen ist es sehr rathsam, die Identität solcher Burschen möglichst bald festzustellen, um einerseits den Unterstützungs- Pflichtigen Armenverband früher zu ermitteln und andererseits solche Schwindler zu entlarven. (£> y Berlin, 7. März. Die „Berl. Polit. Nachr." schreiben: In verschiedenen Blättern befindet sich die Notiz, daß die hier stattgehabten „Conserenzen mit Bayern und Württemberg in der Postwerthzeichen-Angelegenheit gescheitert" seien. Wir können auf Grund zuverlässiger Mittheilungen, die uns aus München zugehen, melden, daß die Nachricht vollständig unzutreffend ist. Zunächst muß constattrt werden, daß es sich durchaus nicht um „Conferenzen" in dem Sinne gehandelt hat, wie dies von mancher Seite behauptet wurde. Die bekannten Petitionen in Sachen der Postwerthzeichen der süddeutschen Staaten waren an den Bundesrath gelangt und dieser hatte sie den zuständigen Ausschüssen überwiesen. Es lag nun nichts näher, als daß die bayerische sowohl, wie die württembergische Regierung für die Angelegenheit sich eifrig interessirten und an den diesbezüglichen Verhandlungeu der Bundesraths-Aus- schüfle sich durch ihre Minister, die Herren v. Crailsheim und v. Mittnacht be- c» Echtffsbericht. Mttgethetlt von dem Agenten deS Norddeutschen Lloyd hl Bremen, C W. Dietz Nachfolger, Gießen. _ uv®yS.me,U 7‘ Der Postdampfer Donau, Capt. R. Ringk, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 24. Februar von Newyork abgegang« T 7Vi Uhr Morgen? wohlbehalten in Southampton angekommen und hat nach Landung der für dort bestimmten Passagiere, Poft und Ladung 10 Uhr Morgens die Reise nach hier fortgesetzt. Derselbe überbringt 93 Passagiere und volle Ladung. Bremen, 8. März. [Per transatlantischen Telegraph.! Der Poftdampfer America, Capt. F. Hamelmann, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 21. Februar von Bremen abgegangen war, ist gestern wohlbehalten in Baltimore angekommen. i Wremen, 9. März. [Per ttanSatlantischen Telegraph.! Der Postdampfer 04° »^au en' Th- jüngst, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 21. Februar von Bremen und am 24. Februar von Southampton abgegangen war, ist gestern 9 Uhr Abends wohlbehalten in Newyork angekommen. Allgemeiner Anzeiger. Ieikgeöotenes. Selbstgefertigte 1560 lackirte Möbel aller Art stets vorräthig zu billigsten Preisen bei Carl Steiler, Schillerstraße 60. Die Dampf-Kaffee-Brennerei von A. Zuutz sei. Wwe. Bonn S.NH. f | Berlin C. 9 § Gegründet <' >Zf VnV ■ 183L empfiehlt ihre Specialitäten Gebe. Java-Kaffee’s la. gehn Java-Kaffee 1,60 JL in Paketen von Vs und V< Kilo. Jedes Paket ist mit meiner Firma und Schutzmarke versehen. Alleinige Niederlage in Gießen: bei Herrn M. Schulhof) Marktstratze. Bei Abnahme von 9 Pfund franco Zusendung nach Auswärts- 362 Niederlage in Lich bei H. 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