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Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringertshn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. In Oesterreich hat man gegenwärtig keine Lust noch Zeit, in auswärtiger Politik zu machen, da die Landtagswahlen das Interesse ausschließlich in Anspruch nehmen. Namentlich die deutsch-liberale Partei ist hierbei stark interessirt, gilt es sür sie doch, den von allen Seiten kommenden Angriffen zu begegnen, in Böhmen den Czechen, in Kram den Slovenen und in Tyrol den Klerikalen gegenüber Stand zu halten und überall liegen die Verhältnisse so ungünstig wie nur möglich für die Verfassungspartei. Indessen, nicht nur die Deutsch-Liberalen müssen sich ihrer Haut wehren, sondern auch die Italiener in Dalmatien und Istrien, denen das Slaventhum ebenfalls immer mehr auf den Leib rückt. So fand am Sonntag bei dem Städtchen Materia in Istrien ein slavisches Meeting statt, welches vom politischen Verein „Edinost" in Triest arran- girt worden war. Auf besagtem Meeting wurde Istrien als ein slavisches Land hingestellt und in begeisterten Reden für die slovenisch - croatische Verbrüderung geschwärmt und schließlich eine Resolution bezüglich der Slovenisirung der Aemter und Behörden in Istrien angenommen. Ja, ja, die Taaffe'sche Versöhnungs-Aera treibt gar wunderliche Blüthen! Bei den Franzosen hat sich die erste kriegerische Hitze, die sich beim Eintreffen der Meldung von der Niederlage und dem Tode Riviöre'S kundgab, merklich abgekühlt. Man verhehlt sich nicht, daß die Tongking-Expedition denn doch ihre sehr bedenklichen Setten habe und die Aussicht, schließlich in einen langwierigen Kamps mit China verwickelt zu werden, ist auch nicht geeignet, sich leichten Herzens in das Unternehmen gegen Tongking zu stürzen. Bereits werden in Frankreich Stimmen laut, die es nicht für räthlich und nützlich halten, den Tod Rioiöre's in umfangreicher Weise zu rächen, sondern denen zufolge das französische Expeditions-Corps den tongkingnesischen und chinesischen Banden Je heißer die Tage werden, je mehr wir uns der „saison morte“ nähern, desto rascher arbeiten die zur Zeit in der Neichshauptstadt versammelten Parlamente, um ä Wut prix mit den noch vorhandenen Vorlagen aufzuräumen und dann endlich den schwülen Sitzungs-Sälen den Rücken zu kehren. Am ersten wird für den Reichstag das erlösende Wort „Schluß der Session ertönen denn da derselbe im Lause dieser Woche den Handelsvertrag mit Italien, die Literar-Convention mit Frankreich, die Zuckersteuer-Vorlage und den Gesetzentwurf über die Reblauskrankheit erledigt hat, so bleibt nur noch der Etat pro 1884/85 zu berathen, in dessen zweite Lesung der Reichstag am Dienstag em- aetreten ist. Die zur Berathung gelangten Etatstitel: Reichstag, RetchSkanzler, Reichskanzlei und Reichsjustizamt wurden ohne besondere Debatte glattweg genehmigt, was zu der Annahme berechtigt, daß auch der übrige Theil des Etats zur raschen Erledigung gelangt. Die Vertagung des Reichstages bis zum Herbst dürfte an diesem Sonnabend erfolgen. Auch die beiden Häuser des preußischen Landtages haben in dieser Woche fleißig gearbeitet. In zwei Sitzungen — am Dienstag und Mttwoch — erledigte das Abgeordnetenhaus in zweiter Lesung die Kanal- Vorlage, welche von der Landesvertretung einen Credit von 46 Mill. JMiim Bau eines Kanals von Dortmund nach den Emshäfen verlangt. Abg. Ham- macher hatte zu § 1 beantragt, den Bau des Dortmund-Emdener Kanals als Theilstrecke eines Rhein-Weser-Elbe-Kanals zu genehmigen, in welcher Fassung § 1 mit 228 gegen 111 Stimmen angenommen wurde; außerdem genehmigte das Haus am Mittwoch die Resolution des Abg. Berger, welche die Regierung auch zur Herstellung eines Kanals zwischen den oberschlesischen Kohlen-Districten und Berlins resp. Vorlegung eines hieraus bezüglichen Gesetzentwurfes auffordert. In dieser Fassung fand sodann die ganze Vorlage, abgesehen von tmigen redaktionellen Abänderungen, die Zustimtnung des Hauses. Am Mittwoch wurde auch das Strombaugesetz mit einigen Abänderungen angenommen. — -as Herrenhaus genehmigte am Dienstag das Gesetz über die Organisation der allgemeinen Landesverwaltung. -- Das Hauptereign iß auf kirchenpolitischem Gebiete bildet dte nunmehr veröffentlichte neue Vorlage, welche dem preuß. Abgeordnetenhause bereits zugegangen ist, und die eine ausgiebige Regelung der Seelsorge bezweckt, sowie die Straffreiheit der Vornahme geistlicher Amtshandlungen in allen Aetntern verkündet, ohne Rücksicht darauf, ob das Amt besetzt ist oder nicht. Letzteres ist eine sehr wichtige Bestimmung, da sie den Nothstand in der Seelsorge für die Zukunft unmöglich macht. In Centrumskreisen giebt man darum, wenn auch noch mit einer gewissen Verschämtheit, seine Genugthuung über die neue Vorlage kund, während man derselben aus conservativer Seite offen zujubelt. Die Liberalen verhalten sich der Vorlage gegenüber ziemlich sceptisch, sie wollen in derselben einen theilweisen Rückzug des Staates erkennen und erblicken in dem Aufgeben eines Theils der Anzeigepflicht ohne ein entsprechendes Aequi- valent von Setten der Kurie eine Schwächung des staatlichen Ansehens. Die Vorlage wird voraussichtlich kommenden Montag im preußischen Abgeordnetenhause zur Discussion gelangen. Die Delegirten - Conserenz der deutschen Gewerbekammern, welche in dieser Woche in Dresden tagte, hat verschiedene wichtige Resolutionen angenommen. Namentlich wurde mit großer Mehrheit der Antrag angenommen, der die Einführung von Arbeitsbüchern durch Reichsgesetz für alle gewerblichen Arbeiter fordert und soll dieser Gegenstand immer aufs Neue in Eingaben an den Bundesrath und Reichstag befürwortet werden. Als Vorort der nächsten Conserenz wurde Lübeck gewählt. her eigentlichen großen Halle des Hauptgebäudes ins Ausstellungs-Palastes bleibt uns, abgesehen von den beiden Heineren Bogenhallen, nur noch dte llanze rechte Seite iu besichtigen übrig. W>r befanden uns am Schluß unserer letzten Wanderung bei dem Panorama von Gastein, welches dte Mitte der dcrn Haupt-EMgange entgegen- aesetztcn Seile bildet. Wir durchmessen daher noch einmal em Stückchen der so um- sangretchen, der Krankenpflege gewidmeten Gruppe, und -war iene 2Wthetlung, welche die heilkrüfttgen Wässer der verschiedenen Bader Deulfchland^Osterretchs enthalt. Von den etntgermaßen bekannten Kurorten fehlt tun einziger und auch eine 6uvze Anzahl bet uns vollständig unbekannter ist daneben vertreten. In gefällig aussehenden Klaschen und Fläschchen ftetnn auf geschmackvoll geschnitzten Etageren und tn hohen Regalien all jene Mineralwässer, bic, wenn wir den Prospekten der BadeverwaUung Glauben schenkten, uns zetileb^ns gesund erhalten. Mein Gott, gegen was Alles sollen tene Quellen und Quellchm nicht gut fein! Es gibt kein seiden, das beim ^^rauch dieser Wässer nicht verschwände, und man muß sich wundern, daß man überhaupt noch K. anke trifft ja daß überhaupt die Hygieine- Ausstellung veranstaltet wurde, denn wozu, warum?1 — Wer mit irgend einer Krankheit behaftet ist, der trinke doch nur einige Kett hindurch dieses ober jenes Mineralwasser und alsbald wirb er gesunden und fröhlich unter den übrigen Gesunden dahmwandeln und wird dem wunder- wirkenden Bade Opfer spenden und darauf schwöre^ daß wenn ie etwas Wahres gedruckt wurde, dies bet den Prospekten der Bade-Verwaltung von T. oder Z. ge- schehcn^si. m(, b|ef£g |n bet That „wässerige- Fleckchen und betrachten wir uns lieber die nächsii,egende Gruppe, die sich mit ->-r H-Mipfleg-, sowie den Ade- und Wasch-Anstalten beschäftigt. und der sich dann die Gruppen anschlietzen, w-lche sich mit Humanitären Anstalten, ferner mit Straf-, Besserungs-, Kranken- und Pfleg, - Anstalten. mit Unterricht und Schule, schließlich mft «etleibung. ®r,1S^“nL? “tro^s Lebensrnittel und Soft beschäftigen. Alle diese voi benannten Grupp.» sind etwas durch- und tneinanderg-schob-n und die dioergirendsten Gegenstände befinden sich denn t“» lenkt zuerst der elegante Gl°s-P°°ill°n der^^Jud-'n)'ch°n chemischen Waschanstalt mit seinen vtels-Mg-n Proben chemischer Wasch- au ^. ulcht nu U formen, Kleider, Tücher. Spitzen -c. tc. sind aus ».«‘ Ön auch - Kupferstiche! Vis-k-vis sib-n wir -in Modell d-s D'°k°nt,ienyaM2 «eipamen und daneben das instruktive des Sauglings-Asyls des Zei lt n PVk^^er n Einblick gerade in letztere Anstalt ist sehr intot Han • 3»i b«। sich die Schaulust der Hausfrauen reichst- Herde aufgestellt und selbst Praktischste eingerichtete Kochmaschinen und gewalt g »j“ ’elDUI)b T®[tnfenbe Küchen- vollständtge, bis auf den letzten Löffelstiel komplett-, du« n blc neuesten Bade-Ein- Einrichiungen vorhanden. Außerhalbder Kojen erbt a Waschtoil-it-n und Wasch- rtchtungen und -Wannen, Douche- und WOT ‘b D-stnficter-Maschinen, eiserne Maschinen, Spül-, Trocken-, Roll-, Wring-, ^cai g . Ventilations-Jalousien, und hölzerne Bettstellen. Matratzen hunder rlei * - in Solfle“ ihrer Laternen, gefahrlose Feuerzeug- -c. tob°z'N in bc, Haushaltung zu *“*" “ nur ein geringer STbetl ber ®u^Q?f*1t?unaen auf welche wir jetzt stoßen, gehören mit Di-Pläne. SWobtai: unkft«®« »«« mehrere Irren- w-M«,-n ^^uadmeu -inern schummen G @t(ammt=einil[1)tungcn dar. Das Haupt- Anstalten Deutschlanbs 'N ihren ^'nz » umfangreiche, äußerst sauber unb deutlich b?IP«JfleStJn Heil- und Pfl-geanstalt für airgefertigte Mobil Görlitz. Eine neben dem Modell angeschlagene Er- Nerven- und Gemüthsk^ bcr einzelnen Baulichkeiten, unb hätten Harunfl nftrutrt un f « ähnlichen beträchtlichen Mobellen diesem Beispiele Mg« g-leiM^WÖ h°l Dr. Kahlbaum eine Serie von Photo- eine derbe Lection ertheilen und dann zurückkehren soll. Ob sich der französische Nationalstolz hiermit begnügen wird, bleibt freilich abzuwarten. Im Uebrigen lauten die der französischen Regierung aus Tongking zugegangenen Nachrichten jetzt günstiger. Die Besatzung von Hanoi ist vom besten Geiste beseelt und hat sich bis jetzt die Verbindung mit dem nahen Meere offen zu halten gewußt; zwar war an der Pariser Börse das Gerücht von der Erstürmung Hanois und Niedermetzelung der französischen Besatzung verbreitet, doch ist dies wohl ein „Börsenpuff." Dagegen scheinen die Franzosen mit ihrer Congo-Expedition an der Westküste Afrikas ernstlich in der Klemme zu sitzen. Der in Loango gelandeten Expedition wollen die dortigen portugiesischen Colonisten den Einkauf frischer Nahrungsmittel verwehren und an der Küste von Loango kreuzen mehrere portugiesische Corvetten, um den Franzosen jede Zufuhr von der See abzuschneiden, so daß die Congo-Expedition vielleicht mit einem schmählichen Fiasko enden wird. . , _ Das englische Unterhaus hat den eigenthumlichen Grundsatz aufgestellt, daß in der Folge die Unterstaatssecretäre zugleich Parlamentö-Niitglieder sein müssen. Obgleich dieser Beschluß der Regierung nur in „Wunschform" ausgedrückt worden ist, so hat sich doch bereits der Graf v. Roseberrp, Unter- staatssecretär im Departement des Innern, veranlaßt gesehen, seinen Posten niederzulegen. Welche Gründe das hochwohlweije Parlament zu diesem sonderbaren Beschlüsse bestimmt haben, ist vorläufig unerfindlich. Noch immer reiht sich in Moskau Fest an Fest, aber schon liegt die Abschiedsstimmung über den Theilnehmern all' dieser Festlichkeiten aus- gebreitet und der Czar wie seine Gäste rüsten sich, der Krönungsstadt Valet zu sagen. Der Czar gedenkt sich mit seiner Familie von DioSkau aus direct nach Gatschina (oder auch Peterhof) zu begeben, da sich die Petersburger durch die Krawalle gerade wahrend des Krönungstages die Ungnade des Herrschers zugezogen haben sollen. Dagegen werden sich fast alle Krönungs-Botschafter vor ihrer Abreise nach der Heimalh noch auf einige Tage nach Petersburg begeben, wo wahrscheinlich die Rlitglieder des diplomatischen Corps noch verschiedene Festlichkeit en veranstalten werden. Eine Manderung durch die Hygieine-Ausstellung. Von Paul ßinbenberg. graphien, sowie die Modelle einzelner Sicherheits-Vorkehrungen in den Zellen au3« gestellt. Verschiedene andere größere Irrenanstalten, z. B. von Düsseldorf, Allenburg, Andernach, Alt-Scherbltz, sind ebenso wie noch mehrere Kranken-, Pflege- und Kmder- Anstalten in ähnlicher Weise verköipert: ganz besonders verdient bei vorzügliche Querschnitt des Kaiserpavillons des König!. Klinikums zu Berlin Erwähnung. Die Gruppe des Unterrichts und der Schule ist ebenfalls trefflich durch Modelle und Abbildungen der einzelnen, so überaus wohlthatigen Anstalten vertreten, so eine Muster-Klemschnle und Spielhölle, eine Schulbaracke, das Witzel'sche Institut für geistig zurückgebliebene Kinder in Leipzig und die Rheinische Proomztal-Blinden-Anstalt tn Düren. Wie viel gegenwärtig für den Anschauungs-Unterricht in der Schule gethan wird, ersehen wir aus den ebenfalls hier befindlichen prächtigen, von Paptermasse hergestellten Modellen aus dem Gebiete der Anatomie, der Botanik und Zoologie, ferner aus den auch technisch vollendeten Karten und Abbildungen, ebenso aus den physikalischen Apparaten. Daß jetzt mehr wie früher auf die körperl'che Haltung der Schüler in den Schulstuben gehalten wird, beweisen uns die möglichst praktisch hergestellten Schulbänke und Tische, die Kinder-Schreibpulte, Geradehalter und Schreibstützen. Wetrergehend, kommen wir zu den Bekleidungsgegenständen, bei denen sämmt- lich auf ihre yesundheitsg^mäße Beschaffenheit Rücksicht genommen worden ist, speciell was die Bekleidung und Ausrüstung für bestimmte Berufszwecke anbelangt. Da fällt uns zuerst ein hoher Glasschrank mit den bekannten, von Vielen sehr angefeindeten, von Vielen auf das Eifrigste vertheidigten Professor Jäger'schen Normal-Wollenftoffen in das Auge; sogar auf Cravatten, Taschentücher, Hüte und Möbel erstreckt sich dieses System. In nebenstehenden Schränken sehen wir die möglichsten und unmöglichsten Bekleidungsgegenstände von Tuch, Leinwand, Gummi, Leder, Waldwolle rc., dann Stiefel und Schuhe, speciell für kranke und verkrüppelte Füße, Kopfbedeckungen, Ausrüstungs-Gegenstände für das Milttär, Strumpfwaaren, Trikotagen und Hülfsmtttel, um die Fehler der Figur zu verbergen, Geradehalter, Bade- und Frottir-Utensilien, Hängematten, Unterkleider von Seide, Schwämme und so noch endlos fort. Zwischendurch sind ganze Berge wohlriechender und medicinischer Seifen, Oele und Parfümerien aufgestapelt. Ebenso reichhaltig wie diese Gruppe ist die sich anschließende der Ernährung und Diätetik, der Lebensmittel und Kost. Alles, was man zur „Leibes Nahrung und Nothdurft" gebraucht, ist vorhanden und zwar voryanden in möglichst eleganter und gefälliger Form. Wie lachen uns diese Fabrikate der Chocoladen-und Zucker-Industrie, iese Gemüse-, Fleisch- und Suppen-Conseroen, die Biscuits und eingemachten Früchte, die Liebig'schen Präparate, dann die Packete mit Thee, Kaffee und Cacao und ach! die Flaschen-Pyramiden der ausgezeichnetsten Biere und besten Weine, der Fruchtsäfte und Liqu.ure, der Malzextracte und „Schnäpse" an; selbst der Leberthran — br! welch' Gedanke! — sieht tn seinen schmucken Flaschen genießbar aus! Diese Gruppe enthält jedoch auch noch sehr practische Gegenstände, z. B. Mtlch- transportkannen, Ftschtransportgefäße, Conservirungssalze, Apparate zur Untersuchung von Eiern, Butter- und Butterknet-Maschinen, Molkereigeräthe und Geschirre mit giftfreier Emaille, Milchkühl-Apparate, Darstellungen der Mehlbereitung, Koch- und Bierdruck-Apparate, Erfrischungs- und Proviant-Tornister zur Frischerhaltung von Speisen und Getränken im Sommer, eoent. Warmhaltung derselben im Winter. Blech- Emballagen zur Verpackung von Nahrungsmitteln und schließlich Conserven für Heer und Marine. Wenn wir nun noch einen Blick in die Coje der Königlichen Landwirthschaft- lichen Hochschule, in der sich unter Anderem tn zierlichen Glasgefäßen die verschiedensten Nahrungs- und Genußmtttel nebst deren Verfälschungen und Verunreinigungen, ferner Proben von arsenhaltigen und arsenfreien Tapeten befinden, werfen und noch schnell die in der Nähe aufgestellten mannigfaltigen Apparate zu physikalischen, chemischen und meteorologischen Zwecken betrachten, so sind wir auch mit der Besichtigung dieser Theile des Ausstellungs-Gebäudes fertig und es bleiben uns nur noch die zu Anfang des Berichtes erwähnten beiden kleinen Seitenhallen, welche aus einzelnen Cojen bestehen, übrig. Betreten wir zuerst die rechts liegende Halle, so erblicken wir stattliche Kamine, Oefen, Warmwasser-Centralbeizungs-Anlagen und eine fast blendende, bis auf das letzte Stückchen eingerichtete Porcellan Küche, die sogar Wände aus Porcellan besitzt. In der Nähe befinden sich die sehr lehrreichen Modelle des Berliner Asyl-Vereins. Die nächsten Cojen werden durch die Filiale der Stuhr'schen Buchhandlung, durch die Ausstellung einer Anzahl von Karten und Plänen des König!. Sächsischen KriegS- Mmistertums, sowie durch das Lese-Cabinet und die hygienische Bibliothek ausgefüllt. In der zweiten Halle befinden sich noch mehrere Modelle und Abbildungen von Arbeiter-Wohnungen und -Colonien, von Fabrik-Anlagen und feuerfest errichteten Gebäuden, von Eisenbahn-Einrichtungen und -Apparaten und schließlich die umfassende Ausstellung der König!. E'senbahn-Direction zu Berlin, die neben vielen anderen, nur Fachleute interessirenden Sachen auch Winterbeklerdungen für Zug- und Locomottv- Personal, Modelle von Kranken- und Küchenwagen, von Sanitäiszügen und den verschiedensten Schutzvorrichtungen zur Verhütung von Unglückssällen u. s. w. ausgestellt hat. Die ebenfalls in dieser Halle befindlichen bewundernSwerthen Modelle der Kruppschen Feuerwehr und Arbeiter-Colonien haben wir schon kürzlich hcrvorgehoben. So wären wir denn nun mit der Besichtigung des Ausstellungsgebäudes zu Ende und bleiben und für unsere folgenden Artikel noch die in den Stadtbahnbögen und im Freien befindlichen Ausstellungsgegenstände übrig. Es war bet der ungeheuren Menge des Stoffes und dem kurzen, uns zur Verfügung stehenden Raume geradezu unmöglich, Alles zu berücksichtigen und zu erwähnen; aber wir beabsichtigen ja auch nicht einen Auszug des Catalogs zu geben, sondern in kurzen Zügen Das zu schildern, was die Ausstellung an speciell Sehenswertstem enthält, und so wollen wir es auch ferner halten. Vermischtes. Worms, 5. Juni. Das Großh. Kreisamt Worms veröffentlicht die tn der z« WormS am 26. Mai d. I. stattgehabten Bürgermeister-Versammlung gutgeheißmen Maßregeln gegen das Vagantmthum und fordert die Bürgermeistereien des KreiseS zur ungesäumten Durchführung derselben auf. Diese Maßregeln sind: 1) Die Unterstützung „armer Reisender" darf nur durch Gewährung der unmittelbaren knappen Lebensbedürfnisse unter Ausschluß aller Geldspenden und wenn irgend ausführbar nur gegen Leistung von Arbeit erfolgen. 2) Diese Unterstützung soll nicht von den einzelnen Einwohnern, sondern durch die Gemeinde-Organe oder in deren Namen durch die Organe örtlicher Armen-Vereine gewährt werden, sofern diese nach richtigen Grundsätzen verfahren. 3) Kost und Nachtquartier sollen mittelst Verabreichung von Karlen in einer dazu bestimmten Herberge oder in einem Wirthshause verabfolgt werden, mit deren Inhaber vorher ein Uebereinkommen, insbesondere auch dagegen getroffen worden ist, daß die Karten unter keinen Umständen gegen Geld eingelöft oder geistige Getränke für sie verabreicht werden dürfen. Es ist wünschenswerth, daß zur Beschaffung von Arbeit für solche Reisenden, die wirklich Arbeit suchend umherziehen, die Bürgermeistereien wenigstens der größten Orte Nachweisstellen bilden, wobei tn der Regel nur Reisende zu berücksichtigen sind, welche sich im Besitze von geordneten Legitimationspapieren befinden. 5) Die Lokal Polizeiorgane müssen unnachsichtlich alle diejenigen Durchreisenden verhaften, welche in ihren Orten bettelnd betroffen werden. Witterungskunde.*) 10. Juni. Nach Osten und Norden zu bei Sonnenaufgang kühl und dunstig, dann Morgens ziemlich heiter, Vor- und Nachmittags veränderlich, strichweise sonnig und wolkig, Abends besser. Im Allgemeinen am Tage in Folge der sich durchringenden Insolation wärmer, wenn auch das Temperaturminimum in der Nacht bedeutender sinkt, nach Westen und Südwesten zu ist es mehr trüb, nach Osten zu heiterer, Nachmittags und in der Nacht sind im Süden und nach der Küste zu schwache Gewitter zu erwarten. Juni. Bei Sonnenaufgang Temperatur subnormal, besonders fühlbar im süddeutschen Hochland und mitteldeutschen Gebirgsland, weniger in der niederrheinischen und oberrheinischen Niederung und an der Küste; etwas windig, früh Morgens sonnig, aus Mittag zu Cirrus bis Ctrrocumulus, stellenweise auch ganz heiter, namentlich nach Osten und Nordosten zu, Nachmittags schön. 12 Juni Im Allgemeinen Morgens heiter und zunehmend warm, Mittags sehr hoch gelegene Cirrt bis schleierige Cumuli, örtlich auch wolkig, Nachmittags heiter, stellenweise gewitterhaft, Winde frisch bis stark aus Osten. t f JP/“3 Dr’ £ Ä?^rier's Wetter-Prognose für den Monat Juni, abgeschlossen am 15. Mai (Verlag der M. Lengfeld'schen Buchhandlung in Köln, Preis 1 «X). — Nachdruck verboten. Oeffentliche Aufforderung. Der Nachlaß des am 27.Mai l.J. verstorbenen Großherzoglichen außerordentlichen Professors i. P. Dr. Johann Baptist Wetter zu Gießen ist von dessen Kindern als Erben nur unter der RechtSwohlthat des Inventars angetreten worden. Es werden daher Alle, welche Forderungen an denselben zu bilden haben, hiermit aufgefordert, solche bei Meldung der Nichtberücksichtigung innerhalb der nächsten drei Wochen, von heute an gerechnet, entweder schriftlich oder mündlich in der Gerichtsschreiberei dahier anzumelden. Gießen, den 4. Juni 1883. Großh. Amtsgericht Gießen. 3908 Stammler. Versteigerungs -Anzeige. Kommenden Dienstag den 12. d. M., Vormittags 11 Uhr, werde ich in der Fle tt'schen Hofraithe dahier gegen Baarzahlung versteigern: 1 tannenen Secretär, 1 Spiegel, 1 Küchenschrank mit Glasaufsatz, 1 Küchentisch, ferner 1 Waschcommode mit Marmorplatte und 1 rundes Tischchen mit Marmorplatte, sodann 1 Commodchen, 1 Spiegel und 2 Bilder. Gießen, den 7. Juni 1883. Engel, 3967 Großh. Gerichtsvollzieher. Montag den 11. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, versteigere ich in dem Hause Frankfurterstraße 36 gegen Baarzahlung: 1 großes Comptoirpult, 1 groß 'N Glasschrank, 1 Tisch, 1 Comptoir- stnhl, 1 Copirpresse und 1 Cassa- schrank. Die Versteigerung findet bestimmt statt. Gießen, den 8. Juni 1883. Geißler, 3989 Großh. Gerichtsvollzieher. Feilgebotenes. Sommer-Unterjacken «Hosen, Hemden, Kragen, Manschetten, Shlipse, Hemden-Tuche und -Einsätze, Taschentücher, Socken und Strümpfe empfiehlt 3230 A. Haubach, Mäusburg. VAN HOUTEN « reiner lösliche-? CACAO S fein »ter Qualität. Bereitung „augenblicklich“. Ein Pfund genügend für 100 Tassen. Fabrikanten C. J. van Houten & Zoon, Weesp in HOLLAND. Zu haben in den meisten feinen Delicatess- Colonialwaaren- und Droguen-Handlungen Tiinieriiüte große Auswahl bei 3537 C. L. Gail, Seltersweg. Allgemeiner Anzeiger. Bekanntmachung. Alles im hiesigen Gemeindewald im Laufe der Zeit verkaufte und bis jetzt noch lagernde Holz muß bis zum 1. Juli l. I. unfehlbar abgefahren sein. Lich, am 1. Juni 1883. Großherzogliche Bürgermeisterei Lich. C. Slückraüfs Möbel & Dolstmmaren Fabrik empfiehlt ihr reichhaltiges Lager in Möbeln, aller Art zu billigst gestellten Preisen und jahrelanger Garantie. 792 NB. Zu beziehen bei dem Unterzeichneten und folgenden Verkaufsstellen: Carl Schwaab, Seltersweg Nr. 11, Gebrüder Adami, Mäusburg 14, Georg Wilh. Weidig, Marktplatz 21, Alle Sorten Farben, trocken und auf das Feinste in Del gerieben, wie überhaupt alle lunt An stachen rc. erforderlichen Artikel kauft man gut und billig bei 3709 LFr. Seibel. Direct importirte J Spanische Weine ♦ rothe & weisse Sanitäts- & Dessert-Weine. ♦ per Flasche per Flasche £ + Priorato secco sup. 1.30 Madeira 2.— X ♦ Valdepennas » 1.50 Madeira (sehr alten) „ 2.50 ♦ J Malaga-Xerez „ 1.50 Montilla 9 2.— ♦ ? 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V°n Heppe, Kirchengeschichte beider Hessen, 2 Bde., 1876, Preis 17 Jl., welches vom Großh Oberconsistorium zu Darmstadt zur Anschaffung empfohlen wird, besitze ich eine Anzahl neuer Exemplare, die ich für 7 Mk. 30 Pf. offerire. Von folgenden Zeitschriften habe ich verschiedene Bände und Jahrgänge am Lager, die ich in neuen dauerhaften Einbänden zu den angefügten Preisen verkaufe: Fliegende Blätter zu 2 80 und 4 «X 50 Daheim zu 3 50 Schorer's Familienblatt zu 3 Vertreter für Oberhessen: A. Buch* iöunaeu Wegen gänzlicher Aufgabe Ein^n^^s-Ekaufe von heute ab sämmtliche Artikel zum ’^iiiiuu|»prei]e. 3030 Carl Vogt II., Seltersweg. PIAMWSÄ- VergrÖssertes Lager mit über 100 Instrumenten« Vertretung folgender Firmen für Oberhessen und an- grenzende Theile von Hessen-Nassau: Sechstem, Biese, Bluthner, Steinweg, Schiedmayer & Söhne, £ & P- Schiedmayer, Lipp & Sohn, Schwächten, Zeltler & Winkelmann, Rosenkranz, Lockingen, Quandt, Kuhse, Jbach, Mann & Co., Müller & Co., Nagel, Francke. 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