-rr. S8. Samstag den 10. März 1888. Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Bureaur Schulstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des MsrrlagK. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlshn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Politische Ueberficht. Gießen, 9. März. Dem Prinzen von Wales, dem englischen Thronfolger, sind während seiner jüngsten Anwesenheit am Berliner Hofe vom Kaiser zwei bemerkens- werthe Auszeichnungen zu Theil geworden. Seiner Ernennung zum Chef des historischen Blücherffchen Husaren-Regiments ist in diesen Tagen diejenige zum preußischen General-Feldmarschall gefolgt und man wird wohl nicht fehlgehen, wenn man annimmt, daß diese dem künftigen Herrscher Englands zu Theil gewordenen Auszeichnungen über die Bedeutung der zwischen den Fürstenhöfen gewechselten üblichen Höflichkeitsacte hinausreichen. Die vereinigten Strafsente des Reichsgerichts zu Leipzig haben in ihrer Sitzung vom vergangenen Dienstag eine Entscheidung von principieller Wichtigkeit getroffen. Hiernach sind die mit geschliffenen Schlägern ausgeführten Studenten-Duells unter allen Umständen als Zweikampf mit tödtlichen Waffen im Sinne des § 205 des Strafgesetzbuches zu betrachten, gleichviel, welche Schutzmaßregeln hierbei angewandt werden. Diese Entscheidung dürfte auch außerhalb der juristischen Kreise Interesse erregen. Der Kampf, den die siebenbürgischen Sachsen seit Jahrzehnten gegen die magyarische Vergewaltigungssucht führen, ist jetzt in ein für die Sache dieses Völkchens ernstes Stadium getreten. Die ungarische Negierung hat am Montag im Pesther Unterhause eine Vorlage — das sog. Mittelschulgesetz — eingebracht, welche die einheitliche Gestaltung des Unterrichtes an den Mittelschulen sämmtlicher Länder der ungarischen Krone bezweckt, speciell aber verlangt sie die Einführung der ungarischen Sprache als obligatorischen Unterrichts-Gegenstand an den Mittelschulen, also auch an den sächsischen Gymnasien in Siebenbürgen. Dieser Gegenstand erregte am Montag und Dienstag im ungarischen Abgeordnetenhause lebhafte Debatten, in welche auch das confessio- nelle Moment hineinspielte und die zur Genüge beweisen, daß die Sache der siebenbürgischen Sachsen in keiner Partei des Hauses auf Unterstützung zu rechnen hat. Der Cultusminister Trefort suchte in einer langathmigen Rede oas Vorgehen der Regierung gegen die sächsischen Gymnasien zu rechtfertigen und betonte namentlich, daß sich die Sachsen durch Aneignung der ungarischen Sprache die Qualification zu den höheren Staatsämtern erwerben würden. — Daß die Mehrheit des ungarischen Abgeordnetenhauses dem Mittelschulgesetze ihre Zustimmung ertheilen wird, kann als sicher betrachtet werden. Das neue französische Cabinet Ferry ist bereits auf eine Klippe in semem Fahrwasser gestoßen, die es indessen glücklich umschifft hat. In der Deputirtenkammer waren von radikaler Seite verschiedene Anträge auf Revision der Verfassung gestellt worden, die ihre Spitze gegen den Senat richten. Der Ministerpräsident Ferry erklärte jedoch in der Montags-Sitzung in schneidiger Weise, daß die Regierung, ehe sich die politischen Verhältnisse in Frankreich nicht wieder consolidirt hätten, auch der Revision der Verfassung nicht zustimmen könne und die Regierung verlange daher die Vertagung dieser Frage. Tiefem Verlangen entsprach denn auch am Dienstag die Kammer, indem sie mit 307 gegen 182 Stimmen die vom Präsidenten Grövy vorgeschlagene und von Ferry acceptirte Motion, worin sie ihr Vertrauen zur Negierung ausspricht, annahm. Der Antrag, die Revisions-Anträge in Erwägung zu ziehen, wurde abgelehnt. Das Ministerium Ferry hat hiermit von der Deputirtenkammer ein glänzendes Vertrauensvotum erhalten und so wird es hoffentlich länger ausharren, als seine letzten Vorgänger. Die jüngsten Verhaftungen irischer Geheimbündler auf nichtenglischem Boden haben die Aufmerksamkeit wieder der Auölieserungsfrage in Bezug aus politische Verbrecher zugelenkt. Bekanntlich ist in Rew-Aork der Journalist Sheridan, als der Theilnahme an den Mordthaten in Dublin verdächtig, verhaftet worden und aus gleichem Grunde erfolgte in Paris die Verhaftung Byrne's, des Secretärs der irischen Landliga, und in Havre diejenige seines Genossen Walsh. Die englische Negierung hat nun sowohl von den Vereinigten Staaten, als auch von Frankreich auf Grund der bestehenden Auslieferungs-Verträge verlangt, daß ihr die verhafteten Geheimbündler ausgeliefert werden. Indessen scheint man weder in Washington, noch in Paris geneigt zu sein, diesem Verlangen nachzukommen, da man dort wie hier die Vergehen der verhafteten Ligisten offenbar als politische betrachtet und so dürften auch die diplomatischen Erörterungen, welche sich wahrscheinlich an diese Frage knüpfen werden, resultatlos verlaufen. Die Nachrichten über die inAndalusien herrschende anarchistische Bewegung lauten sehr bedenklich. Besonders in der Umgegend von Xeres und Arcos nimmt die socialistische Agitation zu. In letzterer Stadt ist am Sonntag das Haupt des Geheimbundes „Schwarze Hand" verhaftet worden; ferner wurden in Granada und Malaga anarchistische Zweiggesellschaften entdeckt. Trotzdem dauern unter den spanischen Socialisten die geheimen Zusammenkünfte fort und hat die anarchistische Propaganda namentlich unter den Reserve- Soldaten viele Anhänger gesunden; die Behörden haben deshalb bereits zahlreiche Reservisten verhastet und den Militärgerichten zur Aburtheilung überwiesen. Auch in Belgien scheint die anarchistische Bewegung weitere Kreise zu ziehen. In Brüssel haben bei einem russischen ©tubenteii neue Haussuchungen stattgesunden und wurden ausgedehnte Verzweigungen nach Frankreich mit dortigen geheimen Gesellschaften constatirt. Die Oppositions-Partei in der griechischen Deputirtenkammer hat n Betreff der Feststellung des bei den höheren Schulen für die häuslichen Arbeiten einzuhaltenden Maßes und zur Verhütung einer Ueberschreitung dieses Maßes einer Ueberdürdung der Schüler dieser Lehranstalten mit häuslichen Arbeiten nähere Bestimmungen getroffen. Die Commission, welche auf Anordnung Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz am 27. November v. Js. zur Prüfung der Frage der Ueberdürdung der Schüler höherer Lehranstalten v it häuslichen Arbeiten, mit Lernstoff zusammentrat und in einer Reihe von Sitzungen über düse Frage und bezw. über die zur Verhütung einer Ueberdürdung zu ergreifenden Maßnahmen berieth, hat die in den erwähnten Aus- »chrelbcn gctroff.nen Anordnungen als durchaus zweckentsprechend anerkannt und sich insbesondere dahin ausgesprochen, daß die Zahl der Unterrichts- und Arbeitsstunden an den Gymnasien und Realschulcn drs Landes, wie sich solche nach den bestehenden Lehrplänen und nach den erwähnten Ausschretben stelle — vorbehältlich einer kleinen, die Zahl der Arbeitsstunden für die Altersklassen von 9 bis 11 Jahren betreffenden Modifikation — zu einer Beanstandung keinen Anlaß gebe. Ber den Verhandlungen tn der Commission mußte indessen auf Grund der vor- liegend'N Erfahrungen und insbesondere auf Grund der von verschiedenen Commffsions- m tgliede'N gemachten näheren M.tthetlungen constatirt werden, daß die Bestimmu gen Dci erwähnten Ausschretben nicht allseits pünktlich beachtet worden sind, daß insbesondere jüngere, vädagog sch ungeübte Lehrer noch vielfach dagegen verstoßen haben. Dir genannte Commission Hai es in ihrem an das Großh. Ministerium des Innern und der Justiz erstatteten gutächtlichcn Bericht deßhalb für erforderlich erachtet, daß zur Verhütung einer Ueberschreitung der festgesetzten Z^it für häusliche Arbeiten und zur Erwnkung einer thunl.chst gleichmäßigen Veithetlung der häuslichen Arbettcn auf die einzelnen Schultage nochmalige bestimmte und specielle Weisungen an die Direktorin und Lehrer der höheren Lehranstalten erlassen werden und hat hierbei zugleich verschiedene Punkte als besonders beachtenswerth bezeichnet. Diese Beschlüsse der Commission haben die Billigung Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz gefunden und sehen wir uns daraufhin veranlaßt, die nachfolgenden Anordnungen zu treffen, bezw. die in den erwähnten früheren Ausschreiben bereits enthaltenen und von der Commission gebilligten Bestimmungen hiermit nochmals ausdrücklich bervorzubeben: I Festsetzung des für die häuslichen Arbeiten einzuhaltenden Matzes. 1) Die Fertigung der häuslichen Aideiten daif höchstens m Anspruch nehmen: Durchschnittliches Klasse: Lebensalter: Arbeitszeit: a bet den Schülern der Vorschule 6—9 Jahre: Eine halbe Stunde bis 40 Minuten den Schultag oder 3—4 Stunden die Woche. b. bet den Schülern der VI. und V. 9-11 Jahre: Eine Stunde den Schultag oder 6 Stunden bie Woche. c. bet den Schülern der IV. u. Illb. 11-13 Jahre: Zwei Stunden den Schultag oder 12 Stunden die Woche. d. bet den Schülern der Illa. u. Hb. 13-15 Jahre: Zwei und eine halbe Stunde den Schultag oder 15 Stunden die Woche. e. bet den Schülern der Ha., Ib u. la. 15—18 Jahre: Drei Stunden den Schultag oder 18 Stunden die Woche. Set Feststellung dieses Zeitmaßes ist ein Schüler von mittlerer Begabung vor- ausgesetzt Die angegebenen Normen setzen, wie wir hiermit noch ausdrücklich Do _ heben, das äußerst zulässige Maß der für dühäuslichen Arbe.ten au öer®e6nbfepbLn Zett fest, und ist namentlich bet den oberen Klassen dringend zu wünschen, daß in ge eigneter Weise eine Beschränkung auf ein geringeres herbeigeführt wt . 2) Vom Vormittag zum Nachmittag de selben Tages .bü-fenke ne Arbeiten aut- gegeben weiden und sind die Schüler von Zeit zu Zett stets auf s Neue daraus hm zuweisen, daß die Fertigung von häuslichen Arbeiten in Stunden zwischen dem Vor- und Nachmittagsunterricht, sowie weiter tu der S^nde vor B g Stunde nach Schluß des täglichen Unterrichts und zu späterer Zeit als 10 Uhr des t äs r «äs festgesetzten Matzes. imi,. prmnrt?n zuversichtlich, oaß Sie und alle an den höheren Schulen deS o k garten zwa z Sorgfältigste bestrebt sein werden, eine U°berschttsiung des stlr die häuslichen Arbeiten vorstehend festgesetzten MaßeS zu -er. na. „ „«h h J Alle »ur Erreichung dieses Zweckes dienlichen Maßnahmen ergreifen werdenNndesien ftndm 'wir uns in dieser Hmsicht noch zu solgenden speciellen An ordnungen veranlaßten b£(j ^cetionsplanes für die einzelnen Klassen ist sorgfältig darauf Bedacht ni nehmen, daß eine gleichmäßige Vertheilung der häuslichen Arbeiten auf die einzelnen Schultage ermöglicht wirb. ES ist dies zur Verhütung einer Ueber- schretlung der für die einzelnen Schultage für die Fertigung der häuslichen Arbeiten festgesetzten Zeit um so nothwendiger, als erfahrungsgemäß nur bet einer geringen Anzahl von Schülern zu erreichen ift, daß sie die ihnen an einem Schuitag etwa frei bleibende Zeit zur Fertigung von Arbeiten für spätere Tage verwenden. 2) Durch eingehende, unter Leitung des Dtrectors oder unter Leitung des betreffenden Klasscnführers statlfindende Verhandlungen Haden sich die an einer Klasse wirkenden Lehrer unter sorgfältiger Beachlung der vorstehend getroffenen Bestimmungen Über die Zahl der häuslichen Arbeiten in den einzelnen Lehrgegensiänden und die gleichmäßige Vertheilung derselben auf die einzelnen Schultage zu verständigen, lieber diese Verhandlungen ist ein Protokoll aufzunehmen und dem Klaffentagebuch beizulegen, so daß es jeder Zeit von dem Direktor oder bet Inspektionen von dem betreffenden Jn- sptctent eingeschen werden kann. Bet di sen Verhandlungen und Beschlußfassungen über die Zahl und die Vertheilung der häuslichen Arbeiten sind insbesondere folgende Punkte zu beachten: a. Nur solche häusliche Aufgaben dürfen gestellt werden, welche in dem Klassenunterricht hinreichend vorbereitet sind, so daß die Schüler dieselben nach der im Unterricht gegebenen Anleitung ohne fremde Hülfe lösen können b. Als häusliche Aufgaben sind nur solche schriftliche Arbeiten zulässig, die von dem Lehrer durchgeschen und corrtglrt werden. c. Das Auswendiglernen von einzelnen Daten und Zahlen, die häusliche Anfertigung von Rechnungen, die Fertigung von Abschriften ist auf das Noth- wendigste zu beschränken. Strafarbeiten — soweit sie sich nicht auf die nochmalige Fertigung, bezw. Reinschrift einer ungenügend geleisteten Aufgabe beschränken — sind unzulässig. 3) Jede häusliche Aufgabe ist von dem betreffenden Lehrer selbst m das während der Unterrichtsstunden offen zu legende Klaffentagebuch unter einer besonderen Rubrik und unter dem Datum desimigen Tages, für welche sie gestellt wird, einzutragen. Die Klaffenführer haben jeder Zeit darauf zu achten, daß die von den einzelnen Lehrern gestellten Aufgaben der getroffenen Verabredung gemäß richtig veriheili werden und das bestimmte Maß nicht überschreiten, im Anstandsfalle haben sie sich wegen der erforderlichen Remedur mit dem betreffenden Lehrer zu benehmen und nöthigenfalls dem Direclor Anzeige zu machen- 4) Die Direktoren und die Klassenführer Haden sich durch von Zeit zu Zeit zu wiederbolendes Benehmen mit Eltern von Schülern und mit Schülern selbst darüber zu verlässigen, welche Zeit in der betreffenden Klasse die Schüler zur Bewältigung der häuslichen Aufgaben nöthig haben und bezw. ob und wodurch eine Ueberschreitung des für die häuslichen Arbeiten festgestellien Maßes veranlaßt ist, damit eintretenden Falls alsbald Abhülfe geschafft werden kann. Bei der großen Zahl von Eltern, denen die sittliche und geistige Bildung, das körperliche und geistige Wohl ihrer Kinder wahrhaft am Herzen liegt und die darum zur Unterstützung der Schule in ihren Bestrebungen gern bereit sind, wird es leicht sein, in fraglicher Hinsicht durch Benehmen mit einzelnen Eltern sichere zuverlässige Auskunft zu erhalten. Ebenso wird ein Lehrer, der das Vertrauen seiner Schüler genießt, durch Benehmen mit diesen, insbesondere durch Benehmen mit den fleiß gen und gewissenhaften Schülern, sich in sicherer Weise über die Zeit, welche die Schüler zur Bewältigung der häuslichen Arbeiten nöthig haben, vergewissern können- Auch empfiehlt es sich, die Angehörigen der Schüler in den Schulnachrichten stets von Zeit zu Zeit dazu aufzufordern, der Direktion, und zwar nicht anonym, Anzeige zu machen, wenn sie die ihnen angehörigen Schüler durch häusliche Arbeiten überlastet erachten, damit die Sache alsbald näher festgestellt und emtretenben Falls Abhülfe geschafft werden kann. 5) Da nicht selten Privatstunden zu übermäßiger Belastung von Schülern Ver- anlsffung geben, so sind die Klaffenführer verpflichtet, sich bei dcsfallsigen Wahrnehmungen näher über die Zahl der Privatstunden zu verlässigen und emtretenben Falls sich mit den Angehörigen der Schüler zur Abstellung des Mißstandes ins Benehmen zu setzen. Eine pünktliche Beachtung der vorstehend getroffenen Anordnungen muß zweifellos zum Wohl der Schüler wie der Schule den wichtigen Erfolg haben, daß eine Hebers bürdung der Schüler mit häuslich.m Arbeiten vermieden wird- Wir müssen deshalb aber auch mit aller Bestimmtheit erwarten, daß diese Anordnungen von ollen Lehrern auf das Gewissenhafteste befolgt werden, daß die Direktoren der höheren Lehranstalten die pünktliche Beachtung dieser Anordnungen auf das Sorgfältigste überwachen, aus der genauen Durchführung derselben mit allem Nachdruck bestehen und Fälle graoer ober wiederholter Zuwiederhandlung uns alsbald zur Anzeige bringen- Sie wollen sich hiernach demeffen und sämmll.che an ihrer Anstalt wirkende Lehrer hiernach — unter Mittheilung eines Exemplars dieses Ausschreibens — entsprechend bedeuten und inftruiren- Knorr. Achenbach. Hamburg, 8. März. Die dänischen Taucher vom Lergungsdampfer „KalteM" welche bas Wrack der „Simbria* untersuchten, erklären, sie konnten wegen der tiüoen Beschaffenheit des Wassers nur zwei Fuß vor sich sehen und wären genöthigt, sich durch das Gefühl zu orientiren. Sie bemerkten zwischen den Trossen Körpertheile, circa 7 Menschen. Für die Taucher war es sehr schwierig, sich von der Takelage des Wracks frei zu halten. Sie mußten mehrere Male aussteigen, da die Schläuche unklar wurden. Sie glauben, von der Ladung sei nichts zu bergen, da drei Decks gesprengt werden müßten, um zu derselben zu gelangen, worauf sie sich nicht einlaffcn körten. senbahn-Direct-on m Hannover beschlossen, in der Voraussetzung, daß bei der am 15 März d I. stattfindenden laudes- polizeilichen Prüfung Anstände sich nicht ergeben werden, den Betrieb auf der Bahnstrecke Cölbe-Laasphe für den Güterverkehr am Montag den 19 Marz d. I zu eröffnen, während für den übrigen Verkehr der 2. April d. I. als E'öffnungstermin bestimmt ist. Die formelle Publikation des Eiöffnungs.ermins, der Tarife rc. wird erst nach dem 15. März d. I. erfolgen. Kassel, 7. Marz Ein beklagenswerther Unfall hat sich gestern Morgen zwischen 6 und 7 Uhr auf der Kassel-Waldkappeler Bahn zwischen H.lsa und Kaufungen ereignet. Der Vorarbeiter Ling aus Helsa hatte in der Schmiede Nägel geholt unb ging über den Bahndamm, um zu feiner Arbeitskolonne zu gelangen. Als Ling das Geleise. passirte. herrschte gerade starker Wind und Schneegestöber, so daß er den herannahenden Zug nickt bemerkt hat. Er wurde von demselben überfahren und bald nachher al5 Leiche auf den Schienen gefunden Kassel, 4. März Das große Manöver des 11. Armeekorps wird nicht, wie s vor einigen Wochen hieß, in der Gegend des Eichsfeldes in Thüringen zwis he« Langensalza, Helligcnstadt unb Mühlhausen stattfinden, sondern in der Gegend zwischen nanau unb Wii'deckkn abgehalten werben Die Manöver werden sich nach der Main- far, Bergen, Vilbel biß nach Friedberg hinzieheu. Das kaiserliche Standquartier soll nach dem Badeorte Homburg v. d. H. zu liegen kommen. Die diesmattg n Manöver des 11. Armeekorps (dasselbe besteht bekanntlich aus der 21., 22. unb 25. — Großh hessischen — Division^ überragen in Bezug auf die Zahl der engagtrten Truppen nodb bas große Kaisermanov^r beffeiben Armeekorps, welches 'm Jahre 1878 in der Uav gegenb von Wadern stattfand Im Ganzen werden an Truppm diesmal beteiligt fein: 42 Bataillone Infanterie, 30 Escadrons Kavallerie unb 108 Geschütze Kirchliche Anzeigen der Stndt Gießen. Evangelische Gerneinde. Äottf^bienfl: Sonntag, den 11. März (Judica). Vormittags 91/' Uhr: Pfarrer Dingeldey. Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Beichte unb Feier des heiligen Abendmahls im Nachmittags- g o 11 e § b i c n ft. Nachmittags 2 Uhr: Kiuberkirche, Pfarrer Dingelbey. Mittwoch, bcn 14. März, Abeubs 6 Uhr, letzter Wochen-Pafsions- gottesbieust, Pfarrer Dingelbey. Am Sonntag, bcn 18. Marz, Palmarum, wird ber allgemeine Buß- und Bettag gehalten werben. Die in beiden Gottesbienfteu bieses Tages zu erhebende Kirchcnkollckte ist für hilfsbedürftige inländische evangelische Gemeinden bestimmt, dic an Orten mit überwiegender katholischer Bevölkerung bestehen. Die P f a r r g e s ch ä f t e in der Woche vom 11. bis 17. März besorgt Pfarrer Dingeldey. I|K, L u Ab Katholische Gemeinde. Passions-Sonntag (Judica). Von 7 Uhr an: Beichte. 8 Uhr: Frühmesse und Auotheilung der h. Communio«. 9—10 Uhr: Prüfung der Schulkinder in der Religion- 10 Uhr: Hochamt, nach dem selben Collectc für bedürftige Erstcommunikanten. 2 Uhr: Passionsandacht. Freitag (Fest der Schmerzen Mariae). 6 Uhr: Predigt und Andacht. “h: J 8. 'H}n I i630 625 *^1,8 89,4 fr 24 f fc 4 h &: int Diiinct s ■ 255 Kchten^rj-' Mm., • = 0,81 Äf jMen-fe 1 Sittr. W, . Sui L- 'M Stich««. Sabel. ’ Gottesdienst in der Apnagoge. Freitag Abend 530 Uhr, Samstag Morgen 8ao Uhr, Samstag Mittag 3 Uhr, j Samstag Abend 646 Uhr. । !* Süll 1831 h $737.90 jl 31)945 , rr " ~JL— R 29328,75 Jt .“ ? bu Enichluua Waffen eingtridjtet » uneigennü| gften . Nittel in i flufnefiot. Die Firma Gebr. Rosenberg in Dransfeld, vertreten durch die Rechtsanwälte Diery u. Metz in Gießen hat das Aufgebot eines am31.Deebr. 1882 von ihr auf M. Rosenthal in Gießen gezogenen, am 31. Januar 1883 fälligen Wechsels über «A 1794,15 an eigne Ordre beantragt. Der Inhaber der Urkunde wird aufgefordert, spätestens in dem auf Samstag den 8. September 1883, Vormittags 9 Uhr, vor dem unterzeichneten Gerichte in oeflen Geschäftszimmer Nr. 18 anberaumten Aufgebotstermine seine Rechte anzumelden und die Urkunde vorzulegen, widrigenfalls die Krastloserklä- rung der Urkunde erfolgen wird. Gießen, den 12. Februar 1883. Das Großherzogliche Amtsgericht. 1084 Dr. Gilmer. LMHorÜraße 10. V $ btr Zch Ö031 wctober dis 1. flpnl Skvdev Sctiäßin dis dts ^aebvisies drs !d Z'J A malt bit [H5maunfl§flrlb;rn), . D.r Safylofa Iagdverpachtung. Montag den 19. d. Mts., des Mittags 1 Uhr, wird die Jagd in der Gemarkung Cleeberg, circa 1225 Hektar, bestehend aus Wald und Feld, : auf die Dauer von 6 Jahren in dem - Rathhause dahier öffentlich verpachtet. Cleeberg, den 5. März 1883. Der Bürgermeister: 1678 Keil. — Holz - Versteigerung. Im Licker Stadtwald, int r’r/’u’Ä Distrikt „Rothebusch" werden ver- : b.*n IrM steigert 1) Mittwoch den 14. März: Radel-Wellen, Rmtr. n ff 209 12 472,2 64,2 1 10,2 1630 625 281,8 89,4 24 4 it Kick-« e. t-nrb aif btr SA-1 liri b. 3 ja aöffm | t il ö.rb eilt lui \ Rmtr. ff rr if rr 77. Nutzen zoifch« v nnb M b ‘ Dadi b.t Mm I ^cvdaaartier^ v ZahAa* Manös-1 ' 25. - Glvßi | TnirptanP’ ■ :■ K8 'n btr Ui b brih-^k . i ■ ■ 123' <■ „ fjolnii# L M^rbdabnactM J Buchen-Stöcke, Eichen- „ Radel- „ Weichholz- „ Buchen-Scheiter, Eichen- „ Buchen-Knüppel, Eichen- „ Radel- „ „ Weichholz- „ Eichen- u. 5000 Buchen-Wellen, 2) Donnerstag den 15. März int District Lindenseif rc. 255 Fichten-Reisstangen, 3—4 Ctm. Durchm., 3—5 Mtr. Länge = 0,81 Fstm., 150 Buchen-Reisstang. 0,85 Fm., 181 Rmtr. Eichen-Knüppel, 11 „ Buchen- „ 257 „ Radel- „ 100 Buchen-Wellen, 5251 Eichen- „ 3250 Radel- „ 4 Rmtr. Buchen-Stöcke, 70,5 „ Eichen- „ 98 „ Radel- „ Die Zusammenkunft ist jedesmal Morgens 9 Uhr im Rothebusch, am Gttingshäuser-Fußpsad, am Waldrand. Lich, den 8. März 1883. Großh. Bürgermeisterei Lich. |d677 Walz. l*1* fdl11”'1 «kl ** Lohrinde Verkauf. Die diesjährige Lohrinde der Gemeinden Aßlar, Bechlingen, Berghausen, Breitenbach, Dillheim, Dreißbach, Ehringshausen, Kölschhausen, Niedergirmes und Niederlemp, ca. 800 Ctr., soll im Submissionswege versteigert werden. Bedingungen und Taxe liegen aus Hbetn Bureau des Unterzeichneten offen. Kaufliebhaber wollen ihre Offerten »erschlossen, mit entsprechender Auf- schrist bis zum 17. ds. Mts., Vor- S mittags 9 Uhr, hierhin einreichen. Ehringshausen, den 8. März 1883. Der Bürgermeister: 1*73 Zechlin. Allgemeiner Anzeiger. Bekanntmachung. Der in der gestrigen Sitzung der Stadtverordneten-Versammlung festgestellte Voranschlag über Einnahme und Ausgabe der Stadt Gießen für das Etatsjahr 1883/4 wird während 8 Tagen zur Einsicht jedes Betheiligten auf dem Bürgermeisterei-Büreau zur Erhebung etwaiger Einwendungen innerhalb dieser Frist offen gelegt. Gießen, den 9. März 1883. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. 1680_______________________A. Bramni.__________________________ Eisenbahn - Dircctions - Bezirk Hannover. Eisenbahn-Betriebs Amt Cassel (Main-Weser-Bahn.) Die Lieferung von 4000 Cbm. Lahnkies in das Depot an der Badenburg soll im Wege öffentlicher Submission vergeben werden. Die Offerten sind portofrei und versiegelt und mit der Aufschrift „Submission auf Lieferung von Kies" bis zum Submissions-Termin Freitag den 16. März l. I., Vormittags 9 Uhr bei der unterzeichneten Eisenbahn-Bau-Jnspection (Gallus-Anlage 4) einzureichen. Die Bedingungen können bei dem Bahnmeister Herrn Pflüger zu Gießen eingesehen und Offerten-Formulare daselbst in Empfang genommen werden. Frankfurt a. M-, den 7. März 1883. 1669 Königliche Eisenliahn-Bau-Znspection Bau- und Nutzholz-Versteigerung in der Großherzogl. Oberförsterei Maulbach. Freitag den 16. März, Vormittags von 8V2 Uhr, an versteigern wir in der Forstwartei Maulbach aus den Districten: Loch, Aulbach und Saal; 1) Stämme: 45 Eichen von 14—72 cm mittl. Durchm. und bis 11 rn Länge — 20,44 fm, 275 Fichten- und Kiefern von 12—45 cm mittl. Durchm. und bis 19 m Länge = 157,40 fm, 1 Buche, zu Hackklötzen geeignet, 9 Hainbuchen mit 2,49 fm, 2 Birken mit 0,89 fm, 1 Erle mit 0,42 fm. 2) Derbstangen: 20 Fichten mit 1,20 fm Inhalt. Samstag den 17. März, von Vormittags 9 Uhr, kommen in der Forstwartei Heimertshausen, aus den Districten Oberdottenberg, Unterdotten- derg und Steimel zum Ausgebot: i Eichenstamm von 90 cm mittl. Durchm. u. 3,8 m lang = 2,42 fm, 15 Buchenstämme von 32—84 cm mittl. Durchm., bis 13 m lang, darunter 3 Abschnitte zu Hackklötzen geeignet, zusammen 14,50 fm, 47 Kiefernstämme von 17—28 cm mittl. Durchm. und bis 13 m Länge — 20 fm. Zusammenkunft auf der Romröder-Straße, zwischen den Districten Ober- und Unter-Dottenberg bei den Kohlgruben. Maulbach, am 6. März 1883. Großherzogliche Oderförsterei Maulbach. 1674 Koch. HolzuerfleigkrMg tu der Oderförsterei Schlffeuberg. Es sollen versteigert werden: 1) Dienstag den 13. l. M. in den Abtheiiungen Tempel Wachholderheide, Unterwald nnd Hasenwäldchen. Scheiler Knüppel Reisig Stöcke Holzart R a n in m e t e r Wellen Rmtr. Eichen — 7 100 — Nadelholz 126 852 11100 214 hierunter = 63 Rmtr. Nadelholz-Knüppel von 3 Mtr. Länge. Zusammenkunst Vormittags präcis 9 Uhr aus dem Vicinalwcg nach Schiffcnbcrg an dem Wahenborncrweg. Das in den Abtheilungen Unterwald, tzasenwäldchen und der s. g. Waldmeisterswiese sitzende Holz wird nicht vorgezeigt. Steigliebhabcr wollen dasselbe daher einsehen. 2) Mittwoch den 14. l. M. in den Abtheilungen Tempel und Wachholderhaide. 3 Eichen-Stämme von 22—28 Ctm. Durchm., 5—7 M. Länge mit 0,85 Fstm. 416 Nadelholz „ „ 14-39 „ „ 6-16 „ „ „131,41 „ 504 „ Derbstangen mit 30,43 Fstm. 800 „ Reisstangen „ 3,95 „ 75 Rmtr. Nadelholz-Knüppel von 3 Mtr. Länge, 8 4 „ Zusammenkunft Vormittags präcis 9 Uhr aus dem Vicinalweg nach Steinberg an der Sandkantenschneiße. n Die in der s. g. Waldmeisterswiese lagernden Fichten-^taugen wollen Steigliebhaber zuvor einsehen. Gießen, am 5. März 1883. Großherzogliche Oberförsterei Schiffenberg. 1530 Georgi. 1670 Einen schönen, dienstfähigen Bullen (Vogelsberger Nasse) verkanst Jnoerthal, Groß-Mühle. Kin Htm* am Wallthor zu verkaufen- 1679 Näheres bei Spruck, Asterweg. Die am 1. März im akademischen Forstgarten abgehaltene Holzver- steigerung kann nicht genehmigt werden. Gießen, den 8. März 1883. Großh. Direction des Forstinstituts. 1665 Dr. Heß. Bau- undÄutzholz- Bersteigerung im Londorfer Gemeindewald. Montag den 12. März 1883, Vormittags von 9 Uhr an, kommen im hiesigen Gemeindewald nachfolgende Holzsortimente zur Versteigerung : 57 Eichen-Stämme mit 44,77 Fstm. Eubikinhalt, 34 Nadel-Stämme mit 7,47 Fstm. Eubikinhalt, 30 Eichen-Derbstangen mit 1,43 Fm. Eubikinhalt, 11 Buchen-Derbstangenmit0,35Fm. Eubikinhalt, 750 Fichten-Derbstang. m. 35,46 Fm. Eubikinhalt, 600 Fichten-Bohnenstang. m.7,26Fm. Eubikinhalt. Der Anfang und die Zusammenkunft ist im District Jungholz am sogen. Helligenborn, woselbst einige Fichten- Derbstangen versteigert werden. Gegen 11 Uhr kommen die Eichen-Stämme im District Eiselsberg, am Dreihäuserweg zum- Ausgebot und zum Schluß die übrigen Stangen in den Districten Katzengeheeg und Rückenstall. Londorf, den 5. März 1883. Großh. Bürgermeisterei Londorf. Weber. 1618 Mittwoch den 28. Mär;, Vormittags 10 Uhr, sollen auf hiesigem Ortsgericht die Grund stücke der Johannes Kreiling IX. Eheleute in Wieseck: Flur XXXXIV/186, 1450 Mtr. Acker in der Lichtenau, auf die Wiesen, XXXXV/226d, 919 Mtr. Acker am Hünfeld, neben dem Grenzweg, XXXXV/226e,919 Mtr. Acker daselbst, XXXXV1 46, 1237 Mtr. Acker links am Badenburger-Fußpfad, XXXXV 1,47,1294 Mtr.Acker daselbst, xxxxv 11/60, 1356 Mtr. Acker am Badenburger-Fußpfad meistbietend versteigert werden. Gießen, den 8. März 1883. Großherzogliches Ortsgericht. 1668 Müller.___________ Versteigerung. Montag den 12. d. MtS., Nachmittags 3 Uhr, läßt der Unterzeichnete hier an Ort und Stelle seinen noch ini guten Zustande befindlichen Mühtenbau öffentlich auf den Abbruch versteigern. Lollar, den 9. März 1883. 1682 Friedrich Frey. Aeilgeöotenes. 1595 Eine Billa mit schönem Garten und prachtvoller Aussicht ist unter günstigen Bedingungen zu verkaufen durch m Will). Kramer. Zmiickgelchl. Von heute an verkaufe ich eine Parthie zurückgesetzter Maaren, als: Hemden - Einsätze, Damenkragen , Glacs - Handschuhe. Wolltücher re. zum Selbstkostew preis. 1676 Köberl Haas, Selteröweg 57. Für Saat. Prima frühen gelben und weißen Hafer, Erbsen, Wicken, Bohnen, Linsen (neue Waare) billigst bei 1250 1*. Bahnhofstraße 60 Strickbaumwolle aller Art sowie sämmtliche Neuheiten in Besatz-Artikeln als: Blonden, Perlgirnpen, Soutache, Knöpfe, Seide, Zwirne in allen Farben empfiehlt in großer Auswahl und billigsten Preisen J. H. 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Der Vertrieb der Loose ä 2 ,X per Stück ist dem Herrn Louis Ohnacker in Darmstadt im einzigen General-Debit übertragen. 1660 Der Darmstädter Pserdemarkt-Verein. Freiw. Gail sehe Feuerwehr. Samstag, den 10. März 1883. Abends 8 Uhr, Ordentliche Generalversammlung aus Lony's Bierkeller. Tagesordnung: 1) Bericht des Hauptmanns; 2) Rechnungsablage; 3) Vorstandswahl. 1261 Die activen Mitglieder erscheinen in Uniform. Der Borstand, x Restauration Bramme § X Den 10. und 11. d. M., als * X Sonnabend und Sonntag U vorzügliches M Butzbacher Frühjahrs - Fasset Zuchtvieh- und Schweinemarkt am 2 0. März 1883, verbunden mit 1621 1685 Cafe Leib, 000 Book * »roßherW'd» Siel Ken 0i tonntt« luäHft flnubi - Hm 24.3 LmlaWtnM drrg zu mttnnn - 3h 3 um ßbmburg f hohrit W liebe Farnibr U W 5 W 12 I Webten btt MMhntl. Berlii Engerer Jfe 'n tirilier Les: 'M Ägch a j'nhafu Riebet V £ Wt Die wbt einer dahnho^Vo - Wenanh $ - Der ^gSminifler * «ronmnj tu -7 ®