«er. !RT Us*k. 3^ ♦ Juni Löwe»» . 3794 s Comite. »s»k bedeutenden n 1 Rang« smal präcis üung ' Geister- und- altenda: ber^ derer aus, Auf- -üdaftikaner am teuer Asrikanu, rper aus steier cn Hermann; der, prachtvolle ramme ä 10 H 75 zweiter itzen die hWe. as Theater vor inerstag Abend .enda, weren Leiden bliebenen. t vom abadeM ISO. Samstaq den 9- Juni 1888. Gießener Anzeiger Amts- unb Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. ÖUW4U- Schulstraß- 7. Erfch.mt 1»g«ch mit «usnahme des «*«<<»0«. ffÜrch'd^Mgen vlkrtllMrUch 2"*^ Amtlicher Hheit. Betreffend: Die Revision des Servistarifs und der ClasseneintheilNng der Orte. Gießen, am 6. Juni 1883. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Zum 1. April 1884 läuft derjenige fünfjährige Zeitraum ab, nach welchem gemäß § 3, Absatz 2 des Gesetzes von: 25. Juni 1868, betreffend di Quartierleistung für die bewaffnete Macht während des Friedenszustandes (Bundesgesetzblatt Seite 523), der Servistarif und die Classeneintheilung der Orte wie solche, dem Gesetze vom 3. April 1878 (Reichsgesetzblatt Seite 243) entsprechend, seit dem 1. April 1879 in Geltung stehen, einer allgemeinen Revision zu unterziehen sind. Für den Fall hiernach Anträge von Ihnen auf Versetzung in höhere Herviselassen zu stellen sind, sehen wir Ihrer Vorlage unter Angabe der Gründe längstens bis zum 15. l. M. entgegen. • ‘ Dr. Boekmann. Bekanntmachung. Betreffend: DaS Ober-Ersatz-Geschäft für 1883. Das Ober-Ersatz-Geschäft für 1883 wird im Kreise Gießen Freitag den 22. Juni, im Rathhause zu Lich, Vormittags 9% Uhr, Samstag den 23. Juni, in dem alten Rathhause zu Gießen, Vormittags 8 Uhr, Montag den 23. Juni, daselbst, Vormittags 8 Uhr, Dienstag den 26. Juni, im Gasthaus zum Rappen zu Grünberg, Vormittags 9 Uhr, stattfinden. Es haben sich nach Maßgabe der besonders ergehenden Vorladungen an den genannten Tagen vor der Großherzoglichen Ober-Ersatz-Commission im Bezirk der 49. Infanterie-Brigade in sämmtlichen ÄuShebungsorten zu gestellen: a. die für dauernd untauglich befundenen Militärpflichtigen;^ ( soweit denselben noch eine besondere Ladung zugeht; b. die zur Ersatz-Reserve II. Klasse m Vorschlag gebrachten Militärpflichtigen t ' 1 ’ ö ö } c. die zur Ersatz-Reserve I. Klasse in Vorschlag gebrachten Militärpflichtigen; d. die von der Ersatz-Commission als tauglich und einstellungsfähig erkannten Militärpflichtigen, einschließlich derjenigen aus früheren Jahrgängen; 6. die von den Truppentheilen zur Disposition der Ersatz-Behörden entlassenen Soldaten; f- die von den Truppentheilen abgewiesenen einjährig Freiwilligen. Den Großherzoglichen Bürgermeistereien werden besondere Ladungen für die ^Militärpflichtigen k. H. zugehen, welche den Betreffenden unverzüglich zuzustellen sind. Der Vollzug der Ladungen ist innerhalb 8 Tagen anzuzeigeu- Die Militärpflichtigen sind außerdem anznweisen, ihre Loosungsscheine mit zur Stelle zu bringen. Die zur Beurtheilung von Reclamationen in Betracht kommenden Personen haben ebenfalls zu erscheinen. Sollte eine Ladung nicht vollzogen werden können, so ist der Grund hiervon berichtlich anzuzeigen und ist, wenn ein Militärpflichtiger von seinem bisherigen Wohnorte weggezogen ist, zugleich anzugeben, wohin derselbe verzogen ist. ...... Die Großherzoglichen Bürgermeister haben bei dem Ober-Ersatzgeschäfte selbst anwesend zu sein und sich darum zu bemühen, daß die Militärpflichtigen rechtzeitig zur Stelle sind. Gießen, am 31. Mai 1883. Der Civil-Vorsitzende der Großherzoglichen Ersatz-Commission des Kreises Gießen. Dr. Hoffmann, Regierungsrath. Politische Uebersicht. Gießen, 8. Juni. Die Arbeiten des Reichstages neigen sich ihrem Ende zu und dürste zur Stunde der Schluß desselben, resp. seine Vertagung baldigst zu erwarten sein. Gegenüber der fast dramatischen Lebhaftigkeit, welche die Verhandlungen des Reichstages namentlich während der dritten Berathung der Gewerbeordnungs-Novelle charakterisirte, scheinen die letzten Sitzungen in ungewöhnlich ruhigem Tempo dahinfließen zu wollen, wozu die sich aus allen Seiten geltend machende Ermüdung nicht wenig mit beitragen mag. Am Montag nahm das Haus ohne wesentliche Discussion den Handelsvertrag mit Italien und die Literar-Convention mit Frankreich definitiv an und trat dann in die zweite Lesung der Zuckersteuer-Vorlage ein, welche die Herabsetzung der Export-Bonification für Zucker bezweckt. Die Berathung hierüber wurde am Dienstag fortgesetzt und die Vorlage schließlich im Wesentlichen nach den Regierungs-Vorschlägen genehmigt. Nachdem hierauf ein Antrag der Fortschrittspartei auf Vertagung mit großer Majorität abgelelint worden war, trat das Haus sofort in die zweite Lesung des Etats pro 1884/85 ein. Die Etats des Reichstages, des Reichskanzlers und des Reichskanzler-Amtes, sowie des Reichsjustiz-Amtes wurden nach unerheblicher Debatte genehmigt. Die weitere Be- rathung des Etats erfolgte erst am Donnerstag, da am Mittwoch der Reichstag sich nut Petitionen und mit dem „Reblaus-Gesetz" beschäftigte. Am Dienstag hielten auch die beioen Häuser des preußischen Landtages Sitzungen ab. Das Herrenhaus beschäftigte sich mit der Specialbe- rathung der Verwaltungs-Gesetze, und zwar zunächst mit dem Gesetz über die Organisation der allgemeinen Landesverwaltmig. Daffelbe wurde mit großer Majorität Qngenonunen, allerdings mit zwei wichtigen materiellen Abänderungen gegenüber den Beschlüssen des Abgeordnetenhauses. Die erste Abänderuna bezieht sich auf § 28 (Bezirksausschuß), bei welchem das Herrenhaus den Com- missionsantrag, neben dem Verwaltungsgerichts-Director noch einen besondern ständigen Stellvertreter des Regierungs-Präsidenten im Bezirksausschuß zu bestellen, annahm. Außerdem wurde Aliena 2 des § 61 (Ablehnung der Gerichtspersonen bei bürgerlichen Processen) in folgender Fassung angenommen: „Aus der amtlichen Thätigkeit des Landraths, bezw. des Regierungs-Präsidenten darf kem Grund zur Ablehnung desselben wegen Besorgniß der Befangenheit entnommen werden." In Folge dieser Abänderungen muß der erwähnte Gesetzentwurf nochmals an das Abgeordnetenhaus zurückgehen. — Das Abgeordnetenhaus trat am gleichen Tage in die zweite Lesung der vielbesprochenen Kanal- Vorlage ein. Dieselbe fordert von der Landesvertretung einen Kredit von 46 Mill. zum Bau eines Kanals von Dortmund nach den Emshäfen. Die Commission hatte die Ablehnung dieser Vorlage beantragt, dagegen die Erbauung eines Kanals vom Rhein nach der mittleren Elbe und eines Zweig-Kanals von Bevergern nach der untern Ems vorgeschlagen. Hierzu lag ein Vermittelungsantrag des Abg. Hammacher vor, wonach die geforderten 46 Millionen zum Bau beider Kanäle verwendet werden sollen; endlich war vom Abg. Letocha ein Antrag auf Herstellung eines Kanals zwischen den oberschlesischen Bergwerk- districten und Berlin eingegangen. Nicht weniger als 26 Redner hatten sich zu diesem Gegenstände eingeschrieben und die Debatte wird sich daher voraussichtlich sehr umfangreich gestalten. Hervorzuheben ist aus der Dienstags-Sitzung ein kleines Necontre zwischen den beiden Centrums - Abgeordneten Schorlemer- Alst und Windthorst, da epsterer sich für den Commissions-Antrag, Windthorst dagegen aussprach und wobei es an scharfen gegenseitigen Bemerkungen nicht fehlte. Der Entwurf der neuen kirchenpolitischen Vorlage ist dem preußischen Abgeordnetenhause endlich zugegangen. Die Vorlage enthält 6 Artikel, von denen der erste die Anzeigepflicht bei Übertragung von ^?elsorge-Aemtern, deren Inhaber unbedingt abberufen werden dürfen und bei Anordnung einer Stellvertretung aufhebt; Art. 2 besagt, daß diese Bestimmung auf Verweser eines Pfarramtes keine Anwendung findet; Art. 3 hebt die Zuständigkeit e obersten kirchlichen Gerichtshofes in verschiedenen Fragen auf; Art. 4 tzanoeu vom Einspruchsrecht; Art. 5 wiederholt die Bestimmung des Art. o bes setzes vom 14. Juli 1880 über die Straffreiheit der Vornahme von Milchen Amtshandlungen und Art. 6 erklärt die Gesetze vom 11. Mai RTa 21). Mm 1874 und 21 Mai 1874 für aufgehoben. Die neue kirchenpolitische Vor age bedeutet demnach im Ganzen ein weiteres Nachgeben des Staates- und zeigt so auf's Neue das Bestreben der Regierung, ihrerseits zur Wiederherstellung des kirchlichen Friedens das Möglichste beizutragen. Die anaeblichen Aeußerungen des Reichskanzlers über die Auflösung des Reichstages und über das Recht der Bundesfürsten zur Aende- rung der Reichsversassung werden von der „Rordd. Allg. Ztg. für durchaus unbegründet erklärt. Dis Landtaqswahlen in verschiedenen österreichischen Kronländern, wie in Galizien, Tyrol, Krain, Böhmen, beherrschen gegenwärtig die gesammte innere Politik des Donaureiches. In den beiden erstgenannten Kronländern sind die Wahlen schon vorüber Und haben in Galizien mit dem Siege der Polen, in Tyrol mit dem Siege der Klerikalen geendet. Wie der Wahlkamps in Böhmen wo sich Deutsche und Czechen, und in Kram, wo sich Deutsche und Slo- venen aeqenüberstehen, enden wird, läßt sich mit ziemlicher Gewißheit voraussehen die Landstuben von Prag wie von Laibach werden künftig eine slavische Majorität aufweifen. Während aber die deutsche Partei in Kram die Flinte in's Korn wirst, d. h. sich im Allgemeinen der Wahl enthalten will, sind die Deutsch-Böhmen entschlossen, selbst unter den gegenwärtigen ungünstigen Umständen den Wahlkampf durchmfechten, wie ihr Wahlaufruf besagt und da die Czechen Alles ausbieten, um sich die Majorität zu sichern, so kann man trotz Allem dem Ausgange der Wahlen im Lande der Wenzelskrone mit einiger Spannung entgegensehen. In Paris feierte diePolitik trotz Tongking und Madagaskar auf einen Tag vollständig, und zwar anläßlich des am Sonntag zu Longchamps stattgefundenen großen Preiswettrennens. Seit Jahren concurriren hier die besten französischen und englischen Renner miteinander und so hat sich dieses Rennen zu einem großen Pariser Volkssest herangebildet, bei welchem die Politik vollständig schweigt. Das Ergebniß des diesjährigen Rennens bestand in dem Siege des französischen Renners „Frontm" über seinen englischen (Eoncurrenten „Saint-Blaise", was die Pariser natürlich in einen wahren Taumel des Entzückens versetzte; nun, dieser Sieg auf dem Turfplatz ist den Franzosen wohl zu gönnen. Im Uebrigen lauten die Nachrichten aus Tongking jetzt beruhigender ; die Besatzung von Hanoi hält sich noch und wurde das Eintreffen der von Saigon abgesendeten Verstärkungen vor Hanoi täglich erwartet. Was den Ausfall aus Hanoi am 19. Mai d. Js. anbelangt', so liegt hierüber jetzt ein neuer Bericht vor, demzufolge der Commandeur Riviäre bei dem Versuche, das an der Spitze der Truppenabtheilung befindliche Geschütz zu retten, gelobtet wurde. Die Nachricht, daß Riviöre mit 15 seiner Untergebenen gefangen genommen und gepfählt worden sei, hat sich demnach als unwahr erwiesen; die, Franzosen haben überhaupt keine Gefangenen verloren und nur ihre Tobten beim Rückzüge zurücklaffen müssen. Aus England liegen seit einiger Zeit keinerlei Nachrichten von Belang vor. Die Verhandlungen des Parlaments sind interessenlos und in den irischen Angelegenheiten ist es ganz still geworden. Einige Aufmerksamkeit verdient dagegen die Haltung Englands in der Madagaskar-Affaire. Der englische Consul in Tamatave (Madagaskar) ist im Verein mit den Commandanten der vor Tamatave liegenden Kriegsschiffe „Dryab" und „Dragon" angewiesen worden, geeignete Maßregeln zum Schutz von Leben und Eigenthum der englischen Untertanen aus Madagaskar zu treffen. Die Regierung des Herrn Gladstone scheint demnach einen ernsten Angriff der Franzosen auf Madagaskar zu besorgen. Die Moskauer Krönungsfeierlichkeiten nahen sich ihrem Ende, gleichwohl aber bringt noch jeder Tag eine glänzende Festlichkeit. Auf das Volksfest am Sonnabend folgte am Sonntag große Gala-Vorstellung im Theater und am Montag die 200jährige Jubelfeier der Garde-Regimenter Preobraschenski und Semenoff, woran sich am Abend ein äußerst glänzender Hofball im Kreml schloß. Die Abreise des kaiserlichen Paares nach Gatschina wird dem Vernehmen nach am 11. Juni erfolgen. Darmstadt, 7. Juni. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 27. Mai den Hauptsteueramts-Assistenten 2. Klasse bei dem Hauptsteueramte Mainz Konrad Fuchs zum Hauptsteueramts-Assistenten 1. Klasse, sowie am 30. Mai den Hauptsteueramts-Assistenten 1. Klasse bei dem Hauptsteueramte Darmstadt Heinrich Daniel Rausch zum Revisions-Controleur bei diesem Hauptsteueramte zu ernennen. — Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 30. Mai den Director des Gymnasiums uno der Realschule zu Worms Dr. Adalbert Becker zum Director des Ludwig-Georgs-Gymnasiums zu Dar mstadt, am 6. Juni den Lehrer am Ludwig-Georgs-Gymnasium zu Darmstadt Dr. Karl Boßler zum Director des Gymnasiums und der Realschule zu Worms — beide mit Wirkung vorn 1. October 1883 an — zu ernennen. — Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 26. Mai dem Kreisarzt des Kreisgesundheitsamtes Dieburg, Medici- nalrath Dr. Hermann Kaiser aus Anlaß seiner Versetzung in den Ruhestand das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmüthigen zu verleihen. Wolf stehl, Letzterer namentlich mit dem Hinweis darauf, daß die Annahme dieses Artikels dem Zustandekommen des ganzen Gesees große Schwierigkeiten bieten würde, welcher Bemerkung sich Ministertalpräsident Sckletermacher anschließt. Art-2» wird mit 21 Stimmen angenommen. — Art 3 enthält die Bestimmung, daß dem Großherzoglichen Staatsverbande nicht ungehörige Personen dieser Steuer nur dann unterliegen, wenn sie im Großherzogthum wohnen und daselbst eine mit Erwerb verbundene Beschäftigung ausüben oder ausgeübt haben — Schaum beantragt, Ausländer zuzuzteben, wenn sie em Jahr im Großh-rzogthum wohnen. — Nach kurzer- Debatte wird der Artikel ohne den Antrag Schaum angenommen, ebenso ohne Debatte Art. 4. — In Art 5 sind Bestimmungen getroffen, wer von der Kapitalrentensteuer ausgenommen ist. Es sind wes nach dem Entwurf u. A- die Mitglieder Großherzogl- Hauses, ferner nach pos. 7 diejenigen Personen, deren steuerbare Zinsen die Summe von 100 X jährlich nicht erreichen und nach pos. 8 Wittwen, elternlose Minderjährige und erwerbsunfähige Personen bei einem Gesammteinkommen von weniger als 1100 JL, wenn ihre Bezüge an Kapitalzinsen die Summe von 550 nicht erreichen. - Schaum, Arnold und Ellenberger beantragen Abänderung der in pos. 8 genannten Summen in 1500 und 750 ^; Böbm wll pos. 7 und 8 gestrichen und dafür gesetzt haben: „Diejenigen Personen, deren Gesammteinkommen weniger als 1500 JL beträgt". — Schröder will in pos. 7 statt 100 JL den Betrag von 200 JL. gesetzt sehen. Endlich beantragt der Ausschuß, nur das Staatsoberhaupt von der Steuer auszunehmen. — Geh. Obe'fteuerrath Baur wendet sich Namens der Negierung namentlich gegen den Antrag Böhm, welcher auch gegen 5 Stimmen abgelehnt wird. Der Antrag Schröder wird mit 20 gegen 20 Stimmen abgelehnt, der Antrag Schaum und Genossen gegen 3 (Stimmen angenommen, ebenso der Antrag des Ausschusses gegen 2 Stimmen. — Die Art. 6-10 werden ohne Debatte angenommen. Fortsetzung der Berathung morgen.__________________________________________ Telegraphische Depeschen. Wolff's lelegr. Correspondenz-Bureau. Berlin, 7. Juni. Der Reichstag genehmigte heute in 2- Lesung den Marineetat. Der Antrag Richter's, die Berathung des Kapitels über Natural- verpfleguug bis nach der Ernte abzufetzen, war abgelehnt worden, nachdem der Bunbescommiffar, v. Bennigsen unb Windthorst sich dagegen ausgesprochen hatte. Ebenso werben bie Etats des Reichseisenbahn-Arnts, des Rechnungshofes, des Auswärtigen Amts und des Reichsamts des Innern genehmigt. Vorher war das Zuckersteuergesetz in 3. Lesung unverändert angenommen. — Die Budget-Commission des Reichstags beendete heute bie Etatsbe- rathung. Durch Abstriche resp. Höheransetzung verschiebener Einnahmeposten wird bas Gesa'.nmtplus 18'Az Millionen betragen. — Das Abgeorbnetenh aus nahm heute in 3. Lesung das Gesetz über die Landesbank in Wiesbaden, das Staatsschuldbuch unb die ßanbgüterorbnung für die Provinz Brandenburg an. In 2. Lesung würbe die evangelische Kirchen- versassung für Hannover unverändert genehmigt, nachdem sie von Köhler, Bruel unb v. Schorlemer-Alst bekämpft worden war. Koblenz, 7. Juni. Ihre Majestät die Kaiserin ist gestern Abend kurz nach halb 10 Uhr wohlbehalten hier eingetroffen. Moskau, 7. Juni. Gestern Abend brachte die aus 52 Sängern bestehende deutsche Liedertafel Moskaus dem Kaiser und der Kaiserin eine Serenade im Kreml bar. Die Allerhöchsten Herrschaften waren im engsten Familienkreise unb hörten den eine Stunde währenden Gesangsvorträgen mit großer Aufmerksamkeit zu. Es wurden im Ganzen 9 Piecen vorgetragen, darunter das namentlich von der Kaiserin gewünschte Lieb: „Wer hat dich, du schöner Wald, aufgebaut so hoch da droben". Eröffnet wurde die Reihe der musikalischen Vorträge mit der dänischen Volkshymne, geschloffen wurde dieselbe mit der irussischen Vo'lkshymne. Bei dem Schluß dankten die Majestäten dem Dirigenten I Professor Malm in der verbindlichsten Weise. Für^die Mitglieder der Lieder- I täfel wurde daraus in dem anstoßenden Saale ein Souper servirt. Moskau, 7. Juni. In dem anläßlich der Jubiläumsfeier des Preobraschenskt- schen und des Semenoff'schen Garderegiments erlassenen Tagesbefehl, mittelst dessen den betreffenden Regimentern Jubiläumsfahnen verliehen werden, spricht der Kaiser zugleich allen Truppen ohne Ausnahme feine Anerkennung dafür aus, daß sie durch ihre unerschütterliche Ergebenheit für den Thron und durch ihren glänzenden, selbft- verleugnenden Dienst für das Vaterland im Laufe von 200 Jahren den Ruhm und die Macht Rußlands mitbegründeten und ehrlich und brav das Vermächimß Peters detz Großen ausgesührt haben. Der Kaiser spricht die Ueberzeugung aus, daß die Treue n^b das Pflichtgefühl auch ferner in seiner Armee erhalten bleiben werden. Petersburg, 8. Juni. (Privat-Depesche). Der „Regier.-Anz." veröffentlicht ein kaiserlicherseits sanctionirtes Reichsraths-Gutachten, wonach vom 1. Januar 1884 ab bie Kopfsteuer-Erhebung von ben ärmsten Bauernklaffen gänzlich einzustellen, bie Kopfsteuern für bie anberen Bauernklaffen unb bie übrigen Steuerpflichtigen um bie Hälfte resp. ein Zehntel zu verringern ist. Der Minister bes Innern wirb gleichzeitig ersucht, einen Gesetzentwurf einzureichen , welcher obigen Volksklassen größeres Maß von Freizügigkeit gewährt. m Darmstadt, 7. Juni. In heutiger Sitzung der zweiten Kammer wird als neu eingelaufen eine Vorlage der Regierung verkündigt, betreffend die Bewilligung emes weiteren, auf dem Wege des Anlehens aufzubrtngenden Betrages von 125,000 zur Gewährung einer Staatshülfe an bie durch die Ueberschwemmungen des letzten Winters geschädigten Einwohner und die Bewilligung eines Darlehens von 30,000 au bte Gemeinde Trebur aus Staatsmitteln. Die Dtrcctton der Spar- und Lethkasse für die Landgemeinden des Kreises Mainz wendet sich in einer Eingabe gegen den viel- g mannten Art. 11 des Einkommensteuergesetzes. Rach mündlichen Berichterstattungen des Abg. Hetnzerling für den dritten Ausschuß tritt die Kammer in die Berathung des Gesetzesentwurfs, die Kapitalrentensteuer betreffend, ein. Die Abgg. Schade und Genossen beantragen, tm Eingang des Gesetz t die Worte: „insbesondere zur Ermäßigung der seitherigen Grund- und Gewerbesteueransätze" zuzufügen, sowie als Art. 2a etnzuschalten: „Die söge- bildeten Steuerkapitalien sollen procentualiter zur Herabsetzung der Grund« und Ge- Werbesteuerkapitalien verwandt werden". — Mlnisterialpr äsident Schleier macher erklärt sich mit d■* M„a8 aufgeworfen und der Beschluß gefaßt, Großh. Kreisbauamt zunächst um Mit- der genaueren Daten über den Ertrag des Atchamts und die Zahl der t>or= flenowmen^wünf4t Mltthetlung der Motiue, welche die Kammer Gießen bei Ablehnung des Antrags von Darmstadt, betr. die Steuer auf Sowtauf im Kleinen geleitet haben. Die Kammer beschließt eine Abschrift des ®r an oen Vorort Mainz gerichteten Schreibens an die Handelskammer Darmstadt zu sendem @r „ Ministeriums des Innern und der Justiz macht auf das deoorstehende Erscheinen (in der I. Mittler'schen Buchhandlung in Berlin) eines Merkes "bte Zolltarife des In- und Auslandes, Subseripttonspreis 24 aufmerk,am an» ewvftehit den Handelsstand des Kammerbezirks darauf hmzuwetfen. Die Kammer b schließt, die betr. Mittheilmig amtlich zu veröffentlichen. D e Handelskammer Nürnberg übermittelt ein Gesuch des Germani,chen Nattonal- ,nr Unterstützung und Förderung des deutschen Handelsmuseums namentlich °°u b-nen bis jetzt 70° (-.50 ^) gezeichnet seien während dem Unternehmen eine Anzahl von 1000 zu Grunde ge egt würbe. Außerdlw wird die Kammer ersucht, dem Germanischen Naiionalmu eum in Nürnberg einen angesehenen Mann ihres Bezirks zu bezeichnen, welcher gene gi wäre, für die Sache d-s Nationalmuseums zu wirken, namentlich durch Unterbringung von recht Men Aniheilschetnen. Die Kammer beschließt, dem Wunsche zu willfahren. Der jäerr Vorsttzende legte die Abrechnung für das Etatsjahr 1881/82 der Handelskammerkasse, sowie den Voranschlag für das Rechnungsjahr 1882/83 vor. öfterer wird durchberathen und genehmigt. , f „ W Die Königliche E-senbahndirection Hannover theilt .der Kammer in Folge deren Mnaabe mit daß mit 1. Juni er. tn dem Personenverkehr zwischen Gießen einerseits, Bremen und'Hamburg andererseits dtrecte durchgehende Billele IV. Classe ausgegeben "^Hierauf folgt Verlesung und Feststellung des ersten Theiles des Jahresberichts Pro 1881/82. Gi-tzen, 8. Juni. Die Feuersgesahr scheint sich bei uns permanent einstellen iu wollen. Gestern Morgen brannte es in einem Hause der Bahnhofstraße und gestern Nachmittag in einem Hintergebäude an der Erlengaste. In beiden Fallen war rasche Hülfe zur Hand, so daß kein weiterer Schaden zu verzeichnen ist. - Die vier Bierwirthschaften auf dem Festplatze des £urnfefte§ «urden den Herren Restaurateur Stein zu 350 J£, Restaurateur S chw inn zu300 JL, Gq. Euler zu 180 und Gg. Schäfer zu 100 J4 vergeben. Die Wein halle . Nett Herr C. Roth für 450 die Conditorer Herr Klnkel für 80 und Herr Ehr. Bieker eine Wasserhalle mit Cigarrenverkauf für 30 -uge- fLlaaem Im Ganzen wurden also 1390 X erzielt. Rechnen wir hierzu die 1500 JL für die Fefthalle, so ergibt sich die Summe von 2890 «X Im Budget waren hingegen 4000 (incl. der Einnahmen aus Caroussels, Schießbuden rc) vorgesehen. - [Thöätre Franpais.] Die gestern Abend stattgehabte 1. Borstellung in der Rude aus Oswald's Garten war geeignet, die Gesellschaft des Herrn J. A- Wallen da Luf das Vorthetlhafteste bet uns einzuführen. Die einzelnen Punkte des Programms wurden von den Darstellern gut gegeben, von dm als Einleitung vorgeführtm Zauber- kunststückchen an bis zu den Nebelbildern am Schlüsse der Vorstellung. Rauschenden Beifall ernteten namentlich die Productionen des Jongleurs Herrn . 1495.) Gießen, bei Willi. Rudolph, Pianoforte-Handlung. Die Beleidigung, die ich gegen Elise Hill ausgesprochen habe, nehme ich hiermit zurück. 3985 Fräulein Maria Jungblut. Brühl’861"5 Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Giessen, Schulstrasse 7, ist durch grosse Auswahl in modernen Schriften und im Besitz von Special-Maschinen in den Stand gesetzt, rasch, billig und geschmackvoll jeden Druckauftrag zu effectuiren. 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