Ar. 180. Dienstag den 7. August 1888. Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. vureaur Schulstraßc 7. «WH" ,BIMr Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS. PreLs v»ert«ljÄhrlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringeriohm Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher Hheit. Brehpreisvertheilung zu Büdingen. Nachdem laut Bekanntmachung Großherzoglichen Kreisamtes Büdingen im dortigen Kreise die Milzbrandseuche als vollständig erloschen zu betrachten ist, wird die BiehpreiSvertheilung des landwirthschastlichen Vereins von Oberheffen nunmehr bestimmt am 29. l. M. abgehalten werden. Friedelhausen, am 2. August 1883. Der Präsident des landwirthschastlichen Vereins von Oberhessen. Adalbert Freiherr Nordeck zur Rabenau. Deutschland. Berlin, 4. August. Der „Reichs-Anz." veröffentlicht die Ernennung des Regierungs-Präsidenten v. Hagemeister zum Vicepräsidenten von Westfalen. Berlin. Aus den Provinzen West- und Mittel-Rußlands häufen sich die Klagen über das maßlose Fortschreiten der Waldoerwüstung. Der Ruin des Waldes hält mit dem Flor des Holz - Exporthandels gleichen Schritt. Russische Notional- Oefonomen bezeichnen den schleunigsten Einhalt des Verwüstungswerkes als eine Lebensfrage für die betreffenden Landestheile und vroph.eze'hen den baldigen Eintritt gänzlicher Entwaldung und aller damit verbundenen Calamitäten, wenn nicht die Gesetzgebung ungesäumt zur Regelung der Waldfrage die Hand biete. — Auch China besitzt seine Steinkohlenschätze, doch ist zur Zeit nur ein einziges fildfo im Abbau begriffen. Dasselbe liegt bei Knping, unweit Peking, und hat die kohlenführende Formation daselbst eine Mächtigkeit von etwa 1000 Fuß. In Ver- bivdung mit dem Kohlenbergwerk ist auch eine Eisenbahn angelegt worden, die einzige Ihrer Art, von nur 6*/r ( ngllsche) Meilen Länge, auf welcher die Kohlen bis zum nächsten Kanal befördert werden, um dann auf den natürlichen Wasserweg überzugehen. Den projcctirten Anlagen von Eisenwerken in der Nähe der Kohlengruben stehen bis jetzt abergläubische Bedenken im Wege, da unweit des für tue Anlage in's Auge gefaßten TerrainS die Grabstätten der kaiserlichen Dynastie sich b.finden und die Hof aftrologen für jene geheiligten Stätten in Folge eines so profanen Industriebetriebes geomantische Störungen u. dgl. besorgen. So wird die Eisenindustrie sich schon um eine andere Heimstätte bemühen mOff'n. Kiel, 4. August. Reichstags-Stichwahl. Bis jetzt sind für Hänel 12,659, für Heinzel 8744 Stimmen gezählt, aus 21 Wahlbezirken ist das Wahlergebniß noch nicht bekannt. Bromberg, 4. August. Die anderweite Wahl eines Landtagü-Abge- j ordneten an Stelle des Ober-Regierungsraths Hahr, dessen Mandat für erlösche».-: erklärt wurde, ist auf den 5. September anberaumt. Frankreich. Paris, 3. August. Wir entnehmen den „Berl.. Polit. Nachr." : Die vielköpfige parlamentarische Vormundschaft der französischen Republik hat ihre Funktionen zeitweilig eingestellt und ihr Mündel sich selbst, unter der fürsorglichen Oberaussicht des Ministeriums überlassen. Die Kammern haben heute ihre Ferien angetreten. Sie hatten in den letzten Wochen ihre liebe Noth, Mes das zu bewilligen, was von ihnen „zuni Heile der Republik" verlangt wurde. Jetzt ist das große Werk vollbracht und die Zeit der parlamentarischen Nüße beginnt. Ob sie für das Land zugleich eine Zeit der Ruhe sein wird? Aeußerlich gewiß, aber unter dem trügerisch glatten Spiegel arbeiten die stets regen Gewalten des politif'chen und socialen Umsturzes mit verdoppeltem Eifer an der Zerstörung des Bestehenden. In den tonangebenden republikanischen Mttern ist aber nicht die leiseste Spur einer Andeutung davon zu finden, daß die glänzende Medaille, deren Schimmer durch die Capitulation des Staates vor der Uebermacht des in den Privatbahnen angelegten Großkapitals eigenthümlich beleuchtet wird, auch eine Kehrseite habe, eine Kehrseite, welche in häßlicher Schwärze das Bild der Korruption malt, von der die classes dirigeantes ergriffen worden sind. Hin und wieder laut werdende Tadels stimmen machen nur nebensächliche Dinge zum Gegenstände ihrer kritisirenden Bemerkungen; aber die Hauptsache geht man mit schweigendem Einverständnis hinweg. Und doch verdient es der absolute wirthschastliche Stillstand, ja Rückgang, dem Frankreich unter dem Regiment seiner heutigen Machthaber verfallen scheint, wohl, daß ihm die allerernsteste Beachtung zu Theil würde, so lange es noch an der Zeit ist. Die Lebenskraft der französischen Production ist nicht unerschöpflich. Ohne Murren hat das Volk seit nunmehr 13 Jahren die schwersten Lasten ge- lragen, die größten finanziellen Opfer gebracht. Es handelte so in dem Bewußten, daß es seine Steuerkraft in den Dienst des, das Gesammt-Jnteresse der Nation repräsentirenden Staates stellte, und ermüdete nicht, trotzdem die Ausgaben für unproductive Zwecke rapide anwuchsen und endlich einen Betrag ^reichten, besten Deckung im regelmäßigen Wege sich als unmöglich erwies. Zlatt nun in die Bahnen solider, sparsamer Verwaltung einzulenken, haben die herrschenden Persönlichkeiten, im Einvernehmen mit der Kammer, das Abkommen mit den Privatbahnen getroffen, das letztere zu der Macht eines Staates im Süaate erhebt. Factisch ist damit die Republik aus einem Regime „für Alle" eim solches für wenige Auserwählte geworden. Man wirst der großen Menge dis Schale der Nuß hin und behält den Kern für sich. Die von den Kammern in den letzten Wochen gefaßten Beschlüffe haben den Feinden der Republik ein ge fährliches Agitationsmittel in die Hände geliefert, das sicherlich voll und ganz msgenutzt werden wird. Paris, 4. August. Auf die Klagen der „Rövue Militaire" über die umzulänglichen Grenzbefestigungen Frankreichs schreibt „Parlament" : „Das Land famn ruhig sein. Unser militärisches Eisenbahnnetz wird mit Weisheit und Wugheit seiner Vollendung entgegengesührt. Es steht dem Netz auf deutscher T-eite nicht nach. Unsere Grenzfestungen sind im Stande, die Aufgabe zu erfüllen, für welche sie gebaut worden sind, und wir plaudern kein Staats- geheimniß aus, wenn wir sagen, daß zwischen Verdun und Belfort acht doppelgeleisige Linien ausmünden, von welchen sechs zwischen Verdun und (Spinat sich befinden, währenddem unsere etwaigen Gegner auf der nämlichen Strecke nur drei doppelgeleisige und vier eingeleisige aufmeisen können. Man kann somit schon jetzt schließen, daß, wenn unsere Mobilmachung richtig ausgeführt, wenn unsere Transportmittel dazu gut vorbereitet werden, wir im Stande sind, unsere Streitkräfte wenigstens ebenso schnell auf den Grenzen zu concentriren, als unsere Feinde. Wiewohl unser Eisenbahn-Material der Vervollkommnung fähig ist, so genügt es dennoch allen gerechten Ansprüchen." — Der Gambetta'sche „Voltaire" theilt mit, daß von den „theils in den annectirten Provinzen, theils in den hauptsächlichsten Städten Frankreichs und im Auslande wohnenden Elsaß-Lothringern" 124,000 fr für das im Namen Elsaß- Lothringens zu errichtende Gambetta-Denkmal gesammelt worden seien. — Der ,/Figaro" meldet „von der elsässischen Grenze": Letzte Woche stiegen zwei preußische Edelleute, die sehr unvollkommen französisch sprachen, in Girardmer (Vogesen) im „Hotel de la Poste" ab, wo eine große Anzahl französischer, der hohen Elsässer Gesellschaft angehörenden Familien die Gewohnheit haben, den Sommer zu verbringen. Mit einer blechernen Büchse, Büchern und Karten versehen, besuchten die „Agents touristes“ die schöne Umgegend von Geradmer und gaben sich keineswegs die Mühe, ihre Nationalität zu verbergen. Der Aelteste begrüßte die Besitzerin des „Hotel de la Poste" mit den Worten: „Lieber Gott, wie Ihr Töchterchen feit 1870 groß geworden ist!" Es dünkt uns, daß das Berliner Kriegsministerium zur Besichtigung unserer Grenzen und gewister Orte andere Herren als die wählen sollte, welche früher diese nämlichen Orte mit den Waffen in der Hand besetzt hielten. Man muß eben der leichtsinnige „Figaro" sein, um annehmen zu können, daß das Berliner Kriegsministerium Spione nach Frankreich schicke, die sehr unvollkommen französisch sprechen. Paris, 4. August. Der Senator Foucher de Careil ist zum französischen Botschafter in Wien ernannt worden. — Einem amtlichen Telegramm aus Saigun von gestern Abend zufolge bestätigen die dort aus Tongking eingelaufenen Nachrichten, daß der Ausfall der französischen Truppen aus Nam- Dinh am 19. Juli von Erfolg gewesen sei. Der Feind habe ausschließlich aus Anamiten bestanden und gegen 700 Todte und Verwundete gehabt, auch ein anamitischer General soll getödtet sein. Die französischen Truppen hätten eine große Anzahl von Waffen und 7 Kanonen erbeutet, aber die von ihnen genommenen Positionen seien alsbald nach dem Abzug der Franzosen wieder von den Anamiten besetzt worden. Auf französischer Seite betrage der Verlust 12 Todte oder Verwundete. Die Hitze sei drückend. Die französifche Schiffsabtheilung in den Gewässern Chinas habe Halong verlaffen und befinde sich auf der Fahrt nach Hongkong. Stuften. Rom, 4. August. Das Gerücht, daß mehrere Sicherheits-Wachmänner in Ischia wegen Diebstahls verhaftet worden seien, entbehrt jeder Begründung. Allseitig wird das Verhalten aller dortigen Executivbeamten als musterhaft und vollste Anerkennung verdienend bezeichnet. . , — Durch Dekret des Königs ist tn Neapel ein Central-Coimtö unter dem Vorsitze des Präfekten eingesetzt worden, welches die Spenden für Ischia in Empfang nehmen und vertheilen soll. Das Comitö hat zugleich tue zweckmäßigste Art der Räumung der verschütteten Straßen zu erörtern. — Die Königin von England drückte in einem Telegrarnm an den König ihre lebhafte Theilnahme an dem Unglücke auf Ischia aus. Der Kömg dankte mit der Versicherung beständiger Sympathie Italiens für tue britische Nation. Neapel, 4 August. Gerettet noch: Dr. Malbrank, Bildhauer Sommer, Frau Lewin, Frau Mannewitz, Herzogin Acquamva Wagner. Verunglückt wahrscheinlich der taubstumme Maler Ginsber aus Berlin. - Professor Palmieri erklärt das Gerücht, daß er em Erdbeben m Neapel befürchte, für unbegründet. Mßfuvd. £i&au, 4. August. Der Majoratsherr v. Nolde ist auf der Fahrt nach Libau im Walde meuchlings erschossen worden. »tterSbiird. 4 Auauft. In einem Regierungs-Commun-que wird mitgetheilt, daß am 2. b. M. in Jekaterinoßlaw ein Pöbelhaufen einen thätlichen Angriff auf die jüdische Bevölkerung der Stadt gemacht hat. und dazu durch eine schwere thatliche Beleidiauna aufaereizt wurde, welche an demselben Tage einer Bauernfrau von einem Juden zuaffügt worden war! Um den Exceß niederzuschlagen, sei Militär requir'rt worden welchen zur Wiederherstellung der Ordnung von den Waffen habe Gebrauch machen'müsseu. Von den Tumultuanten, die größtenthrilS aus fremden, beim Eisen- fct*1 ca (101 Türkei. Konstantinopel, 4. August. Die türkische Quarantäne für nicht, verdächtige Schiffe ist aus 20 Tage, diejenige für verdächtige Schiffe auf 25 Tage ausgedehnt worden. Ä Vermischte Lauterbach. Das erste Volkslurnfest des Gaues Hessen wird Sonntag den 12. August dahier abgehalten. - Der Feftplatz ist das eine halbe Stunde von Lauterbach aeleaene Hainia" - ein prächtiger Eichenhain, wo unter dem schattigen grünen Gewölbe "der stolzen altehrwürdigen Eichen ein gar traulicher Aufenthalt ist und wo man von dem auf dem höchsten Punkte „der Hainigskuppe im vor. Jahre erbauten Aussichtsthurm eine herrliche Fernsicht geniest. Der Hauptsache nach wird das Fest in folgender Weise abgehalten werden: Samstag Abend: Zur Vorfeier des Festes Zapfenstreich mit Musik und Lampionszug durch die Straßen der Stadt nach dem Mtrus'schen Felsenkeüer; daselbst Concert, Feuerwerk rc- Sonntag Morgens von 9 bis 11 Uhr: Empfang der fremden Turner und der übrigen Fefttheilnehmer. 11 Vri Uhr: Bildung des Preisgerichts auf dem Orth'schen Felsenkeller. 12 Uhr: Abmarsch der Turnvereine mit Musik vom alten Friedhof aus durch die Stadt nach dem „Hamtg/. Nach Ankunft daselbst Ansprache, Gesang, Beginn des Preisturnens, bestehend in Frei-Hoch- und Wettsprung, Gewichtstemmen und Wettlauf. Wahrend des Prers- turnens Harmontemusik 5 Uhr: Preisverthetlung. Hierauf Turnspiele, Volks- belustiauna, Musik und Tanz. Die Feftmusik ist der rühmlichst bekannten Stumpf'schen Kapelle dahier übertragen worden- Zur Bestreitung der entstehmden Kosten werden an die Thetlnehmer Feftzeichen ä 20 Pfg. abgegeben. Da gleichzeitig auch die Section Lauterbach des Vogelsberger Höhen-Clubs, unter event. Bethelligung der Nachbar- secttonen sowie der hiesige Kriegerverein ihren jährlichen Hainigsausflug mit diesem Feste verbinden, so wird dieses gemeinschaftliche „Hatnigsfest", wenn ihm „Pluvius" nur halbwegs hold ist, eine große Bethelligung erfahren und werden auch die hiesigen Vereine und Bewohner Alles aufbteten, um den sehr zahlreich zu erwartenden Gasten einen recht angenehmen Tag zu bereiten. .. a f. Frankfurt. (Stadttheater). Der bedeutende Erfolg, dessen sich die erste Gesammt-Aufführung von Wagners Ring des Nibelungen" erstellte hat die Intendanz veranlaßt, schon in nächster Woche eine zweite Aufführung der Tetralogie ins Repertotr arffzunehmen und zwar am 9. August „Rheingold", 10. August „Walküre- 12. August Siegfried" 14 August „Götterdämmerung". Mitte August schließt sich der Nibelungen- Aufführung Goethes „Faust" - Tetralogie an (Einrichtung für zwei Abende). Diese wstd dann^zur Feier von Gotthe's Geburtstag am 27. unb 28. August wiederholt Braunschweig 1. August. Der Gattenmorder Dollmer, welcher zum Tode verurtheilt wurde, ist jetzt vom Herzoge zur Zuchthausstrafe auf Lebensdauer begnadigt worden. - Gestern wurde hier eine Wette zum Austrag gebracht^ welche wohl e nzig in ihrer Art sein dürfte. Gegenwärtig ist nämlich der Circus Wulff hier anwesend, in welchem sich auch der Löwenbändiger Batty producirt. Ein hiesiger Privatier wettete nun mit einem Bekannten um 10 Flaschen Champagner, daß er zweimal durch den "öwenkäfig gehen werde. Diese unglaubliche Wette ist nun auch gestern wirklich uusgesührt und ohne Unfall gewonnen worden. Der kühne Wagehals wurde allerdings bet seinem schauerlichen Spaziergange zwischen den sechs Bestien von Batty begleitet, indeß war das Unternehmen, welches früh Morgens ausgeführt wurde, deß- halb nicht viel weniger gefährlich. Die Polizei hatte auch von der Wette Kunde erhalten, jedoch kamen die Beamten tu spät, um die Sache verhindern zu können. Braunau, 1. August. Die andauernden Regengüsse der letzten Wochen, namentlich ein ungewöhnlich stark.s Gewitter, welches gestern mit wolkenbrucbartigem Regen ntederging, haben im Nordosten Böhmens große Verwüstungen angerichtet. Auf der Staatsbahnstrecke Chotze-Braunau sind allenthalben Bäche und Flüßchen ausgetreten, Felder und Wiesen zum großen Theil überfluthet. Bei Nachod scheint die Verbahnbau beschäftigten Arbeitern bestanden hätten, seien 10 Mann getödtet und 13 ”er®Und& Megramm au8 Jekat-rlnoßl-w meldet, ber Stabtratb habe nach Wüd-r- Verstellung der Ruhe in einer gestern abgehaltenen Sitzung beschlossen, den durch die fl^{feacfd)äbiflten Juden auS Smdtmttteln eine Ent chädtgung von 5000 Rubeln zu aÄn dllser Summe eine aus( Juden und Christen bestehende einaesetll. Zugleich habe der Stadtrath Anordnungen getroffen, um die ObbÄl°s°n tnVsdtisch-n G-bäuden unteriubrlngen und b-n ErMchos ersucht durch ni- tbm unteraebene Geistlichkeit aus die «Beruhigung der Gemüther hln,uwlrken. SBeftere Ered"sd-n seitdem nicht vorgekammru; da« Militär v-rdldb- bl« auf Weiteres in der Stadt. 'S?" 7,-oB * „ Mittag» ’ VT* . Eingesandt. Gießen, 5. August. Morgen wird in München daS Standb'^ Justn von Lrebig's feierlich enthüllt werden. Von nah und fern werben Verehrer des großen Naturforschers zusammenströmen, um den Tag festlich zu oege^. Aber neben München ist unser Gießen „seine Stadt" und unfere UntveititäUl ® Universität" gewesen; ja ro:r Gießener dürfen uns rühmen, daß Justus von Uevig w mehr gehört als den Münchenern. In unserer Mitte hat er mcht nur den GrM seines Ruhmes gelegt, sondern ist auch bereits M der Hohe seiner epochemach n, Bedeutung gelangt. Er hat unserer Universität einen Namen gegeben der am ganzen Welt bekannt ist. Der akademische Senat der Universität hat daher auq i der Feier nach München zwei Deputtrte abgesandt, den Professor der u? Dr. Naumann und den Geh. Baurath Professor Dr vonRttgen, welcheden^» bekunden sollen, welchen die Universität ihrem großen Gelehrten für aue öc- bewahren wird. _ t r . „ „Er war unser", und wie wir zu unserer Freude vernehmen, soll im na^ Jahre auch unsere Universitätsstadt das Standbild Liebig s. in Erz gegossen, Y Aber leider — die Freude, die wir empfinden, ist eine gemischte, denn das würdig Denkmal, welches wir dem großen Chemiker errichten können, errichten mu en fehlt uns. Gießen darf sich rühmen, das älteste chemische Laboratorium zu oe, Diese Rede, einst ein Ehrentitel, >st zur Spottrede in deutschen Landen geworoen. wohl, wir haben das älteste chemische Laboratorium; aber so lange Gemische!, u nicht den Zweck haben, als monumentale Ruinen pietatsvoll bewundert zu lange müssen wir uns schämen, daß unser Land die Erbschaft, bre ihm s in be Sohn hinterlassen hat, nicht würdiger bewahrt hat. ^rde wohl L wenn er heute die chemischen Laboratorien in Deutschland durchmuste daß sein Gießener Laboratorium, einst das erste, jetzt nahezu da^i unbrauwoa > kümmerlichste ist? Und was werden alle die Gelehrten, die Schüler Uebtg«^.^ wenn sie im nächsten Jahre zu uns kommen werden, um unser L gsu enthüllen? Werden wir ihnen das chemische Laboratoitum überhaupt z g oder werden wir nicht vielmehr beschämt gestehen müssen: Best erkein xhriv! ein gutes Laboratorium als kein Laboratorium und ein Standbild. Tobten nicht durch Denkmäler, sondern durch die energische Fortsetzung y Gießen wird dann erst sein Liebtgdenkmal besitzen, wenn es ein ßaboratlum d 1 Liebig's würdig ist. Ohne ein gutes Laboratorium wird die Enthüllung Hildes bei uns ein Hohn sein Bis zum nächsten Jahre kann freilich ein Laboratorium nicht m h10yifff aber der Bau kann bis dahin gesichert sein und das «ft bk ßauptfa«^ Land, unsere Stadt, unsere Universität wird t^m nächsten Jahre mll f abaetrage»^ und gutem Gewissen ein Liebigsfest feiern können, wenn Sch 0 ber gitxr«» Hoffen wir zu der fürsorgenden Weisheit unserer Regrerung, hoffen - r gflr!d= lttät und Einsicht unserer Stände, die den nothwend gen Bedürfnissam 2^ Universität noch niemals sich verschlossen haben, daß wir im nachi h Den^ der Ltebigsfeter sagen dürfen: Das Land Hesten hat seinem Liebig das oepe gesetzt — ein neues chemisches Laboratoriuim^ heerung am stärksten. Man sieht auf Feldern Leute bis an den Hüften im Wasser, bet manchen Bahnstationen stehen die Zaune des Bahnhofs weit im Wasser, doch er- olgte keinerlei Verkehrsstörung. Die Feldfrüchte, welche übrigens brillant standen, ind in tieferen Gebieten stark bedroht, theilweffe weggeschwemmt oder der Fäulniß ausgesetzt^August. Heute feierte die hiesige Universität das Fest ihres fünfzigjährigen Bestehens. Ein großartiger Festzug von 80® Personen begab sich in den Großmünster, wo nach einer wirkungsvollen, schönen Cantate (von Keller und Alten- Höker) der Rector Steiner (Professor der Theologie) die Festrede hielt und die Ehrenpromotionen verkündete: Maler Ernst Stückelberg in Basel (der die TellScapelle am Vierwaldstättersee mit Wandgemälden neu geschmückt hat), Pasteur in Pari«, WiSlicenus in Würzburg, Verleger Huber in Frauenfeld und noch etwa 16 Schweizer. Gesang und Orgelspiel schloß den Hauvtact des Feste«. Am Nachmittage fand da« große Festmahl statt. Die Hochschulen der Schweiz, Deutschlands, Oesterreichs und Hollands nd vertreten. Basel durch Rector Stäheltn, Prof. Huber und Piccard; Bern: Rector Müller, Prof. Zerleeder und Morf; Genf: Rector Jutllard und Prof. Jousserandot; Lausanne: Prof. Schnetzler, Baudot und Grenter; Neufchatel: Rector Naville und Prof. Btlleter; Berlin: Professoren Dernburg und Gusserow; Bonn: Rector Usener; BreSlau: Rector Gierke; Erlangen: Prof Hölder; Freiburg: Prof.v.Holst; Gießen: Rector Stade und Prof. Röntgen; Göttingen: Prof. Sauppe und Dtlthey; Hall«: Rector BorettuS: Heidelberg: Rector Heinze und Prof. Holsten; Jena: Rector Thon: Kiel: Prof. Quincke; Leipzig: Rector Hts; Marburg: Prof. Udbelohde; München: Prof. v. Gudden; Münster: Rector Lindner; Rostock: Prof. Thterfelder; Straßburgs Prof Gröber; Tübingen: Prof. v. Bülow; Würzburg: Prof. WisltcenuS und v Kölliker; Graz: Prof. G. Meyer und Streinz; Innsbruck: Prof. Semper; Prag: Prof. Toldt; Wien: Prof. Büdtnger und Exner; Leyden: Prof. Kern und Surtngar. Außerdem sind noch folgende persönlich erngeladene Ehrengäste erschienen: Prof. Eberth in Halle, Prof. Fick in Würzburg, Dr. Jager, Turninspector in Stuttgart (ehedem Professor der Philosophie in Zürich), Prof. Moleschott in Rom, Prof. Uhlig tn Heidelberg, Pros Windelband tn Straßburg, Prof. Ziegler in Tübingen. Newyork, 31. August. Zu Gilroy in Kalifornien wurden heute zwei Erd« flöße verspüN.^ Versenkung.) Wir lesen in der Wiener „Presse": Dem Hofopmi- sänger Schmitt passirte gestern Abend bet dem Schlüsse der Vorstellung „Der Prophet' auf der Bühne ein Unfall, welcher glücklicher Weise ohne üble Folgen verlief. A» Schluß der Oper nämlich, bevor die Decorationen deS Saales krachend zufammen- stürzen, um scheinbar tn Feuer und Flammen aufzugehen, machte Herr Schmttt, einer der drei Wiedertäufer, nachdem er seine Partie zu Ende gesungen, einen Schritt nach vorwärts und — stürzte tn eine Versenkung, die mittlerweile geöffnet worden war, ohne daß man den Sänger hierauf aufmerksam gemacht hätte Kaum hotte sich derselbe aber erhoben, um den Ausgang zu erreichen, als im selben Momente heiße Dämpsc auS dem Maschinenraume aufsttegen, die ihn zu ersticken drohten. Er taumelte tn Folge dessen zurück und fiel in die zweite, tiefer gelegene Versenkung zurück, wo mittler, weile der Prophet mit dem Balletcorps aus dem Wege in die Unterwelt angelaiig war 3roet der versenkten Bacchantinnen halfen dem armen Wiedertäufer wieder auf bte Beine und begleiteten ihn auf die Oberwelt. Herr Schmitt hat trotz deS zweimaligen Sturzes aus ziem! ch beträchtlicher Höhe keinen Schaden genommen^ — (Leichte Verständigung.) Ein englischer Fabrikant wurde in Peking von einem chinesischen Mandarin zum Diner eingeladen. Derselbe ließ sich die remd- ländischen Gerichte ausgezeichnet schmecken. Eben war ein herrlicher Braten profentttt, als ihm der unheimliche Gedanke kam, derselbe könne vielleicht von einer Katze fein, da die Chinesen bekanntlich Katzen essen. Er beschloß, sich darüber Aufklärung zu ow schaffen Dieses war nicht so leicht, denn der Chinese verstand kein Englisch und der Engländer kein Chinesisches, weßhalb der Letztere auf die Schüssel zeigte und fragte: „Miau, miau?" Der Chinese antwortete kopfschüttelnd: „Wau, waul — (Europäische Kannibalen.) Die Untersuchung der Knochenhohlen von Penichr tn Portugal haben unzweifelhafte Beweise dafür ergeben daß die Vorfahren a Portugiesen Menschenfresser gewesen. Professor Delgado in Lissabon fandaus einem Haufen zusammen die Ueberreste von 14C Individuen, alle benagt und mit ertennbm Spuren von Feuerstetnmessern, die Röhrenknochen der Länge nach aufgespalten, M das Mark zu gewinnen, ganz genau wie die dazwischenliegenden, Thierknochen, md ebenso vom Feuer geschwärzt, nur die Unterkiefer waren gut erhallen. Durchi bte n < Fund wird in allerentschiedenfter Weise die Angabe des Geographen Strabo bestätU daß einige Stämme der Iberer Menschenfresser seien. Aehnliche Funde hat man bekanntlich auch in belgischen Höhlen gemacht. ® Eine zn ’MMne wegen 1 1 -'^Maschine bi AnH Ka n W- non Brann "■"<0.96 bis »Wt $ri Telegraphische Depeschen. WolN'» telrgr. Lorrespo«benz>B«reau. Wildbad Gastein, 5. August. Se. Maj. der Kaiser nahm auch heute ein Bad, unterließ des naßkalten Wetters wegen aber die gewöhnliche Promenade. Später wohnte der Kaiser dem Gottesdienste in der evangelischen Kirche bei. Das Diner wird derselbe bei der Großherzogin von Sachsen- Weimar einnehmen. . , . _____ — In der vergangenen Nacht gegen 2 Uhr zeigte sich hier eme 10 Secun- den dauernde intensive Lichterscheinung, durch welche der Ort tageshell beleuchtet wurde. Der Gamskahrkogel war wie bei Tage sichtbar. Braunschweig, 5. August. Der Herzog ist heute Nachmittag von Sybillenort hierher zurückgekehrt. München, 5. August. Der Kömg hat dem früheren preußischen Kriegsminister, General v. Kameke, das Großkreuz des Militär-Vervienst-Ordens verliehm.^ 5 August. Der nach Paris gehende Schnellzug ist gestern Abend 10 Uhr bei der Station Langenlonsheim in Folge falscher Weichenstellung entgleist. Unglückssälle sind nicht vorgekommen. Sämmtliche Passagiere mußten umsteig^^Dte B^ahnlime öcrf(6tcbencn Combtnationen über bie AubtenzbeS Mintsters bes Auswärtigen, Grafen Kalnoky, bet Seiner Maiestat dem Kaiser Wilhelm tn Wtlbbab Gastetn versichert baS „Frembenblatt auf Grund von kompetenter Seite erhaltener Informationen, baß es sich in ber gedachten Unterrebung meber barum gehandelt habe, Bebenken zu zerstreuen, noch darum, die innere Politik Oesterreichs zu besprechen. Graf Kalnoky sei vielmehr nach Wtldbad Gofftein gereist, weil ihm bte Anwesenheit bes Kaisers Wilhelm auf österreichischem Boden einen willkommenen Anlaß bot, dem Kaiser nach längerer Zeit wieder seine Aufwartung zu G-siern Abmd gegen 10 Uhr rottete sich abermals ein größer» Pöbelh?ufen unter bem Rute „EIjen Jftoezy- auf ber Promenabe zusammen D °e Vromenabe würbe halb OOM Militär besetzt. Der Pöbel zog batauf gegen bas Fischerthor ab und schlug aus dem Fruchtplatze in von Juden bewohnten Hausern etwa M Fensterscheiben ein Der Haufen wurde von zwei Compagnien Militär mtseinander- getrieben. Vier Personen sind verhaftet worden. Um 12Vr Uhr war bie Rübe w^der hergestellt. Der Magistrat hat einen Ausruf erlassen, in welchem er jede Menschenansammlung mit Waffengewalt zu verhindern droht. . Neapel, 5. August. Das Central - Unterstutzungs - Comrtä hat sich m Permanenz erklärt, die bis jetzt bekannten Unterstützungs-Beiträge errerchen den Betrag don P/2 Million, der Präsekt stattet den Hospitälern täglich Be-. suche ab, die Atmosphäre in den zerstörten Städten hat sich gebessert, die Cc- richtung von Baracken macht rasche Fortschritte. Bis jetzt sind gegen 760 Leichen beerdigt worden. ~ ... . . _ Archanael, 5. August. Bei dem Orloff-Leuchtthurm ist em deutsches Schiff „Hermann" gescheitert. Die Mannschaft desselben ist durch ein dänisches Schiff gerettet wordem_________ | zur Tur sefene Fichte Whch-etu W M ru 8 irrten eignet, |i Werstag h von Vomüti ul dem Festplatz Pich versteige, Wen, den 4. SH. Bürge ' W A.B tontag hei Nachmiti i İuf hiesigem O Du-MlausM chigert werden: lh 1/345, 88 M I Caplansgasse, 1/342, 19 Mt daselbst, 1/343, 19 Mti 1/344, 44 Mti Sitzen, den 6. Ä Großherz 3. «i .H1 .Handel und Verkehr. Grünberg, 4. August. (Fruchtpreisc.) Wenen X W Korn Gerste X 15.00, Hafer X 15.48, Erbsen JL 00.00, Lern JL 00.00, tarnen I Kartoffeln X 0.00. fnrtete der Centner v» i Frankfurt, 4.August. Auf dem heutigen Markt kostete °e AM : 310.00-0.00, Stroh ^LO.00-0.00, Eier das Hundert -^ 5—6, O na t. Dualität M. 0.00, 2. Qualität ,^ 0.00, neue Kartoffeln 20-3U ; Kohlrabi St. 2-44 per Stück. Erbsen per M. ^-^5Otothna P 50-S" | Poularden M. 0-0, Huhn 1.50-2 50, 1 Ente M 2.00-d.uu, Hahn v*L 1.00—1.70, Gans 3t 4—7.00. Butter Neustadt 51. per Pfd- 85 H. 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Indem ich um geneigten Zuspruch bitte, zeichne Hochachtungsvoll l •v.? । •6*, 5;S™Mr Mw II ilfltn eitlitf, ü I tod)tnb |ulia& FI jtn Stolt h r tintn6Nnl| öffnet j 'oumWKfiitf | ntntf hchürri I . H(Mi| jurüd, m b:? | Jnlttodl i»(Ip: I öatiuiii t'MI Kerlag der Paulinui-DruiKertt in Trier: Dr. Martin Luther. Ein Charakterbild. Zum Lutherjubiläum dem deutschen Volk- gewidmet von Jakob Wohlgemuth. 134 S. in 8«; Preis 1 JL Ein Verständniß der Resormation wird nur durch genaueKenntniß des Charakters des Reformators sowie der damaligen Zustände in Staat und Kirche ermöglicht. Beides^liefert diese Schrift in. gedrängterKurze, aber doch ausreichender Ausführlichkeit. Der Verfasser führt in der Charakterschilderung Luthers fast nur dessenei g e n e Worte oder die seiner Freunde an. AM" Borräthig in allen Buchhandlungen. Wafferwärm« de- «ah». Am 6. August, Mittag, zwischen 11 und 12 Uhr- + R, Mnn-16° R. Verehrlichew Publikum hiermit zur Nachricht, daß ich das von meinem fei. Manne betriebene PorteseuiUewaaren-Geschäst Witlerungskunde.") 7 Auauft. Dienstag. F-Lhmorgen, dunstig bis gut, bcfonbtr, ,4,ä6m8.«USbm^ WÄun7'nachN«dm Niederschlige. Mn« Dr 9 Dneriter’S Wetter-Prognose für denMonatAugust, abatschlossm am *20. Jult ^(Verlag der M. Lengfeld'schen Buchhandlung in Köln, Miß 1X). — Nachdruck verboten.__ st«*» ■_ Ä ÄS rten I*11 Aeilgeöotenes. 5276 Eine zweireihige Rapsdrill- maschine wegen Anschaffung einer Getreidesäemaschine billig abzugeben. _ Helfrich, Gießen. Reinschmeckeuden Kaffee per Pfd. von 0.80 bis zu JL 1.60, gebrannten Kaffee von vM 0.96 bis 1.60 per Pfd. empfiehlt 5382 J- Retter, Neustadt. Gedrehte Tischftollen, Bettstollen, Tchrank- und Kommodefüße (stets vor- räthig) empfiehlt billigst Z. Häuser, Drechsler und Stuhlmacher Neuenweg 58. ool? Mcpertoir der vereinigten Itadttheater su Frankfurt a. M. Opernhaus. Dienstag den 7. August: LNd a. Mittwoch den 8. August geschlossen. Donnerstag den 9. August: Rhetngold. Freitag den 10. 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Hofratthe daselbst. Gießen, den 6. August 1883. Großherzogliches Ortsgerichi. 5326 I. A.: Müller. ueber die Höhe der Korten, welche die Elnrüoknng einer Anzeige In eine v verursjbcht, wird man »ich niemals enttäueeht sehen, wenn man "Ser^nonJn-Expediüo^ ron HAASEXSTEIW 4?. fordert. *oB t/nrt a M. (Karlsruhe, Stattgart oder München) euvor Anekunft ®inforde^ . den Adligen Zweck geeigneten Blätter .uf Grund reicher gerungen und ptlndlUheT Beobwhtungon tuTerläccigen B»th erthellt Prima neue Holland.Vollharinqe per Stück 8 empfiehlt 5255 Carl Fetri (vorm. G. C Spruck). ßapiertaternen für Sänger-, Krieger- u. Sommernachtfeste empfiehlt Ernst Balser, Mäusburg. Wiederverkäufern Rabatt.__4190 Fft. Weineffig und Gewürze zum Einmachen empfiehlt 5333 I. Retter, Neustadt. 1OOO Rester sschwarz Seidensammete zu Kleiderbesatz, i:n Stücken zu 5, 10, 20 und 30 H. 2218 Auguste Friesse. 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