-rr. s Zweites Blatt. Sonntag den 7. Januar 1883. Gießener Anzeiger Amts- uttd Anzcigeblatt für den Kreis Gießen. Bureau: Schulstrape 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Wochenschau. Gießen, 6. Januar. Die erste Woche im neuen Jahre hat, was unsere innern politischen Angelegenheiten anbelangt, keine erwähnenswerthen Ereignisse gebracht. Die Ruhepause, welche die Weihnachtsfeiertage in unser politisches Leben gebracht, wird aber wohl erst mit der in nächster Woche erfolgenden W eder- eröffnung der parlamentarischen Campagne im Reichs- und im preußischen Landtage ihr Ende erreichen. Hervorgehoben zu werden verdient, daß der Kaiser beim Reujahrsempfang der Generalität gegenüber seine feste Zuversicht auf die Erhaltung des Friedens auch in diesem Jahre ausgesprochen hat. — Wenig erfreulich hat sich jedoch das neue Jahr in anderer Beziehung für viele Gegenden unseres Vaterlandes markirt, denn abermals uberflutheten viele Flüsse ihre Ufer und bedrohten hierdurch Leben und Gut der Anwohner. Besonders schwer heimgesucht wurden leider wiederum die sonst so gesegneten Fluren des Rheingaues und erschütternde Scenen werven aus den überschwemmten Bezirken gemeldet. Auch zahlreiche Menschenleben, die den stürtnischen Fluthen zunl Opfer fielen, sind zu beklagen. So gerieth ein auf der Rückfahrt von Oppau am Rhein nach Sandhofen befindlicher großer Rachen am Morgen des 3. Januar in Strudel, in Folge dessen der stachen zerschellte. Derselbe war mit 40 Personen besetzt, von denen nur 12 gerettet worden sind. Dagegen hat sich das Gerücht, wonach cm Dampfer mit 70 Pionieren auf der Fahrt von Mainz nach Worms umgeschlagen sein soll, erfreulicher Weise nicht bestätigt. Uebrigenü lauten die jüngsten Rachrichten aus den Rheingegenden wieder etwas beruhigender , da von verschiedenen Punkten ein Fallen der Gewässer gemeldet wird. Auf dem Gebiete der hohen Politik ist der Tod Gambetta's ein Ereigniß, welches wohl noch längere Zeit vorherrschen wird Die gesammte europäische Presse widmet diesem Gegenstände eingehende Betrachtungen und alle angeseheneren Blätter fassen ihr Unheil über Gambetta im Allgemeinen dahin zusammen, daß derselbe der größte der jetzigen französischen Staatsmänner und ein mariner Patriot gewesen sei. lieber die Fragen, welche daü Hinscheiden Gambetta'S für Frankreich und dann auch für das übrige Europa, namentltch in Bezug auf die künftige Gestaltung der deutsch'französischen Beziehungen, haben wird, lauten die Meinungen der Blätter ziemlich verschieden, indessen glauben wir nicht, die sich mit geltend machende Ansicht theilen zu müssen, wonach b; Tod Gambetta'S eine ernste Beunruhigung deü europäischen Friedens bedeute, welcher Ansicht die allgemeine politische Constellation widerspricht. Wohl aber kann das Ableben des großen Staatsmannes Gefahren für die ruhige Weiterentwickelung der innern Verhältnisse Frankreichs nach sich ziehen, denn Gam- betta war der einzige Mann, der es verstand, sowohl den Ansprüchen der französischen Radikalen, als auch denen der Bonapartisten und Legitimisten wirksam entgegenzutreten und sein Tod erweckt daher bange Befürchtungen für die nächste Zukunft Frankreichs. In Oesterreich scheinen die Demonstrationen der italienischen Radikalen anläßlich der Hinrichtung Oberdank's eine leichte Mißstimmung gegen Italien hervorgerufen zu haben, wie wenigstens aus den Aeußerungen österreichischer Blätter heroorgeht. Man erkeiint in den leitenden Kreisen Oesterreichs zwar an, daß die Krawalle, welche in einigen Städten Italiens versucht wurden, weder der italienischen Ration, noch dem Ministerium de Pretis zur Last gelegt werden können, indessen verhehlt man sich in den Wiener RegierunzSkreisen nicht, daß die fortgesetzten Zorneüansbrüche der radikalen italienischen Blätter gegen Oesterreich schließlich doch einen Schatten aus das freundschaftliche Ver- hältniß zwischen beiden Mächten werfen. Hoffentlich weist die italienische Regierung die radikalen Schreihälse einmal gründlich zur Ruhe. — Aus Paris meldet man, daß hier am 2. Januar die Leichenfeier für den österreichischen Botschafter Graf Wunpffen in der Kirche Sainte Clothilde mit großem Gepränge stattgefunden hat. Das gefammte diplomattsche Corps, mehrere Minister nno viele andere Personen der ossiciellen Kreise wohnten der Feier bei. Die Leiche wird nach Graz in Oesterreich übergesührt. Die ursprünglich ans Freitag angesetzt gewesene Leichenfeier für Gambe11a ist auf Sonnabend, den 0. Januar, verschoben woroen. Zahlreiche Deputationen aus Paris und der Provinz werden hierzu erwartet. Brisson, Jules Ferry und andere hervorragende Persönlichkeiten werden die Reden halten. Der Vater Gambetta'S besteht auf der Beerdigung der Leiche in der Familiengruft zu Rizza und die Leiche soll deshalb nach Beendigung der Trauerfeier von Paris nach Rizza übergeführt werden. Die Freunde Gambetta'S wünschen allerdings, daß dessen sterblichen lleberreste in Paris beigesetzt werden, aber es scheint nicht, daß die Familie Gambetta'S hierzlt doch noch ihre Einwilligung geben werde. Unter den zahlreichen, in Paris aus dem Auslände anläßlich des Ablebens Gambetta'S eingegangenen Beileids-Depeschen befindet sich auch ein vom Prager Jungczechen-Club an Präsident Grevy gerichtetes Telegramm. — Die Mittheilung, daß Gambetta kein Testament Hinte nassen habe, scheint sich zu bestätigen; wenigstens ist bis jetzt trotz allem Rachsuchens weder in Ville d'Avrey, noch in der Pariser Wohnung Gambetta'S, Rue St. Didier, ein derartiges Document gefunden worden. Den irischen Mordbanden ist durch die Verurtheilnng eines ihrer Genossen eine ernste Lection ertheilt worden. In dem Vrocesse gegen Delanay, welcher wegen Mordversuches gegen den Richter Lawson vor die Dubliner Assisen verwiesen worden war, hat der Dubliner Gerichtshof am 8. Januar sein Unheil gefällt. Delanay wurde der Theilnahme an der Verschwörung zur Ermordung des Richters Lawson für schuldig befunden und zu einer Zuchthausstrafe von 10 Jahren verurtheilt. Die Vereinbarung, welche der russische Minister des Aeußem, Herr v. Giers, während seiner Anwesenheit in Rom mit dem Vatikan getroffen hat, soll in Petersburg eine sehr getheilte Aufnahme gefunden haben. Es heißt sogar, daß der Minister des Innern, Graf Tolstoy, wegen dieser mit dem Vatikan erzielten Uebereinfunft seine Entlassung habe geben wollen, weil mit derartigen Zugeständnissen an die nun immer mehr fordernden Polen nicht zu regieren sei. Auch andere hohe Persönlichkeiten der Petersburger Regierungskreise sind der Ansicht, daß die Zugeständnisse, welche Herr v. Giers den polnischen Bischöfen gemacht habe, kein festeres Band zwischen Rußland und Polen Herstellen würden. Das neue Jahr scheint der Türkei Verdießlichkeiten in Klein-Asien bereiten zu wollen. In Erzerum sind 350 Armenier', Mitglieder eines Geheun- bundeS, verhaftet worden, welche angeblich revolutionäre Bewegungen vorbereiteten, um Armenien vom Türkenjoche zu befreien. Die Verschworenen sollen von Rußland ermuntert und mit Geld unterstützt worden fein, woraus sich — vorausgesetzt, daß sich diese Nachricht bestätigt — ernste Conllicte zwischen Rußland und der Türkei ergeben müßten. In Erzerum ist das Standrecht procla- nürt worden. Der Entwurf über die Organisation der egyptischen GenSd'ar- merie ist nunmehr vollständig audgearbeitet und dem egyptischen Ministerrache zur Genehmigung unterbreitet worden. —* Die Nachwehen des Aufstandes machen sich noch immer bemerkbar. So sind durch Dekret des Khedive 9 Ule« was der berühmten Hochschule El Azhar in Kairo und außerdem 56 egyptische Beamte ihrer Aemter und Würden entsetzt worden. Dagegen sind alle höhern Officiere, welche nicht birect am Aufstand thellgenommen haben, amneftirt worden. — Prinz Friedrich Karl von Preußen ist auf feiner Orientreife am vergangenen Mittwocy in Alexandrien eingetroffen. Darmstadt, im Decemder 1882. An Großherzogliches Ministerium des Innern und der Justiz Gutachtlicher Bericht der Commission zur Prüfung der Frage der U-derdürdung der Schüler höherer Lehranstalten mit häuslichen Arbeiten und Lernstoff. (Schluß.) ▼ Sind zur Verhütung einer Ueberlaslung der Schüler Aenderungen an der bestehenden Maturitälsprüfungsordnung nolhwendtg? 1) In S 12 d.r Verordnung vom 17. Marz 1869, bie Maturitätsprüfung an den Gymnasien betreffend, ist für die schriftliche Prüfung die Anfertigung einer Ueber- fetzung aus dem Deutschen in daS Französische vorgefchrieben. Im Hinblick auf die b.schiänklc Stundenzahl, welche nach dem Lehrplan für den französischen Unterricht vorgesehen ist (m IV. wöchentlich 4, in UL bis L wöchentl.ch 2 Stunden-, in Erwägung, daß für die grammatische Schulung in anderen Unterrichtsfächern, inSdeiondere in dem lateinischen und griech-fchen Unterricht, ausreichend gesorgt ist und daß die Vorbereitung für die in der Maturitätspiüfung zu fertigende schriftliche Arbeit leicht den Anlaß geben könne zu einseitiger Betonung der Grammatik und ungerechtfertigter Beschränkung der Lekiüre in dem französisch n Unterricht, sowie zu unnöthiger Belastung der Schüler, spricht sich die Commission dahin aus: Daß in Zukunft von der Anforderung einer französischen Ucbersetzung im MaturitälSexainen abzuiehen bm dürfte 2) In dem Au^fchretben Gioßherzoglichen Ministeriums deS Innern und der Justiz, Ab Heilung für Schulangelegenheiten, vom 27 Mai 1881 ist zwar ausdrücklich darauf hmgewlestn, daß das Auswend glernen von einzelnen Datn und Zahlen auf daü Rothwendigste zu beschränken fei. Allein die Erfahrung har gezeigt, daß beim Gefchichtüunterr cht und insbesondere bei der Vorbereitung für die Prüfung in der Geschichte beim Maturiiätüexamen daü Auswendiglernen einzelner Daten und Zahlen Anlaß zu übermäßiger Belastung der Schüler gegeben hat- Die Commission spricht sich daher für eine wiederholte Einschärfung der angeführten Bestimmung und insbesondere ausdrücklich dahin aus: Daß die Maturitätsprüfung n der Geschichte vorwiegend auf die El kennt- niß dts pragmatischen Zusammenhangs gerichtet werden solle. 3) Die mündliche Prüsung in der Naturkunde veranlaßt häufig die Schüler zu umfassenden Vorbereitungen und dadurch zu übergroßen Anstrengungen. Da diese Prüfung in den Bereinbaiungen der deutschen Regierungen nicht vorgefchrieben ist, ersucht die Commission die Regierung, dahin Anordnung zu treffen: Daß von einer Prüfung in der WatinTunbe bei der Maturitütvprüsung fortan abgesehen werde. r 4) Im Anschluß an das oben gestellte Ersuchen in Betreff eines für die Realschulen 1. Ordnung aufzustellenden Lehrplanes empfiehlt die Commission: Eine Revision bezw. Feststellung der Maturitütsprüfungsordnung für die Realschulen 1. Ordnung zu veranlassen. ~ VI. Erscheinen aus Anlaß der vorliegenden Frage auch sonstige all gemeine Anordnungen erforderlich ^ , L . _ . „ . Ä Die Commission glaubte einige weitere allgemeine, die Ueberdürdung der Schüler betreffende und die Zwecke der Schüler fördernde Gegenstände einer Berathung unter- breiten zu sollen und spricht ihre Ansicht dahin aus: 1) In der Erwägung, daß in einzelnen Fällen im elterlichen Hause und bei auswärtigen Schülern im Kost Hause äußere Verhältnisse obwalten können, welche auf die Fertigung der häuslichen Arbeiten der Schüler einen ungürrstigen und störenden Einfluß äußer,r. daß ferner der persönliche Verkehr und die näderen Beziehungen zwischen Lehrern und Schülern aus pädagogischen Gründen tbun- lichst zu begünstigen sind, sowie unter Einweisung aus die in früheren Zeiten in einigen inländischen Lebranftalten gewonnenen günstigen Erfahrungen und die guten Erfolge de« an dem Gymnasium zu Mainz bestehenden Internats, der Regierung zur Erwägung anheim zu geben, ob 's sich nicht empfehle, zum Ersaß der häuslichen Arbeitsstunden unter Leitung geeigneter Lehrer an einzelnen höheren Lehranstalten de« Groß herzogthum« unentgeltliche fakultative Arbeitsstunden versuchsweise ein zusühren. 2) In ber Erwägung, botz bi- Ikbabürbung b-r Schül-r vUIla» 'n -in-r nicht immer -uSr-ich-nben praktischen BesLhigung sLngerer Lehrer ihren Grunb hat, i'ur 6t jielung emer gründlichen Bor- und Fortbildung der LehramiS Accessisten und jüngeren Lehrer in pädagoglsch-r unb dibaktischer Beziehung bte ge. 3) b?rnt6rro^ung'6b"6Je8Idung der Jugend ”‘,DOt «llefn bie Schule mutz ganz besonder« in bie,er Beziehung otf eta flVitnmfuna ber Eltern unb bcS Gemeinwesens rechnen können. Diese Mitwirkung ^rb dren Segen bann am reichsten entfallen, wenn bie Wichtigkeit der körperlichen tScjunbbeil aUgcmein mebr beherzigt wirb, wenn auch der Erwachsene verständig und «ewistendast aut eine zwckmäß'gc Wahrung unb Forderung 1 einer eigenen körperlichen 2nb aerftiatn Kraft bedacht ist unb wenn bie Beidatigung einer vernunttgemLtzen Leden«Äe °°n Seiten ber Eltern in dem S-ranwachsin einer nach Meist und Aorp-r kröMger angelegten Jugend ihre R-chtsert'gun« unb ihren schönsten Lohn sind t enorr G-d StaalSrath. Weder. Mmisterialroth Dr. Wassersch- l^den Gehe,merath und Kanzler der Landesunwetsiiät, Gr-Im, Geh, Oberschulrath. Becker. Geb. Oberfchuliath. Dr. Becker Gymnasial- birek or. Prof fsor Dr. Keller. Gvmnasialbirektor. Protestor Menae. Gvmnasialbirekior. Professor Dr. S ch 11 i c r Gymnasialdirettor ^oe^ Dr. Weidner, Gvmnasialbirektor. Dr. Witmonn. Gvmnasialbirektor. Pioiessor Albert, Realschulbirekipr. Kuhl. Realschuldirettor. Lrolban, ^ealichulb'rekior. Dr. Pfeiffer, Obermebicinalrath. Dr. Reipner, Obermebicinalrath. Dr. Ludwig, IW msche Generalissimus, ist^über den Plan der eavvtischen Heeres-Reorganisation mH sich in'S Reine gekommen. Er bat mtt gelegent- ^nbiunaen ben Bakcr'ichen Entwurf bctb'halten und vom Khedive Vollmacht bekommen, seine Einrichtungen so zu treffen, dah sie unbeschadet ihrer Wirksamkeit, dem Budaet bcS LanbeS gleichwohl keine allzu schweren Lasten aufbürden. Darnach würde die ^ukunftsarmee Egypten« auf eine Effektivstärke von 6000 Mann gebracht werden unb^tolaenbc Truppentheile umfassen : 8 Infanteriebataillone k v60 ^nn, 5M Mann K - voller e 500 Mann Artillerie, 200 mit Kameelen berittene Mannschaften und 300 Mann, welche dm verschiedenen Zweigen der M 11 t är v e r w a lt ungzu a et bei lt werben sollen Die Gemeinen, sowie die (SubaltmiofTuiere werden auSschlicßlich ^.andeSk-nder fern WaS die StabSofficierSchargen betrifft, so sollen sie zur Halste mit Engländern, aur Hälfte mit Egvpiern besetzt werden. ♦ Die Artillerie soll 4, die Kavallerie 2, bie <^nfa: terie 8 englische Officiere zählen, wozu noch 4 Ersatzo.siciere treten. Die egyp- tn'dje Hälfte deS StabSofficierrorps wirb von einem egyptischen. die oon tmem englischen Brrgabier fommanbirt; letzterer fungirt aufeerbem al« stellver^etenber Höch ikommanbir.nber. Die Gesammlzohl ber englischen Officiere soll 2d nicht Qber- ftäaen unb nur solche, bie bem aktiven britischen Heeresoerbanbe angeboren sollen ein- Ü.Än. Ti/ Asviranten für den egyptischen MilitSrbiensr müsten ber franidfr ÄXÄ b7s Arabischen gewillt sein. Für die Gemeinen ist eine rageSlödnung von 2V, Pence in Aussicht genommen. ___ Der vorstehend miigctheilte Reorganisation-plan mag keinen Anspruch auf durchgängige Vollkommenheit erbeben dürfen, allein, nach dem Urtheile ber englischen Militärs, für den in Ansehung der Umstände zweckentsprechendsten: dazu kommt, daß Sir Evelyn Wood eine anerkannte Autorität in solchen Dingen genießt und ähnliche Organisationen in Indien unb Südafrika mit Erfolg durchgcführt hat. Der Khedioe und seine Minister legen Werth darauf, die britische Okkupation deS Landes sowohl der Zeit alS dem Umfange nach möglichst eingeschränkt zu sehen und werden nicht müde, Lord Dufferin vorzustellen, daß die Zahl der in Egypten stationirten englischen Soldaten zur Aufrechterhaltung der Ordnuna mehr alS genüge. Anscheinend hat diese Taktik ihrcS Eindruck« nicht verfehlt; beglaubigten Mittheilungen zufolge würde die Kavallerie unb Aitillerie binnen Kurzem ihre Heimfahrt antreten. W>e viel zu dieser Maßregel, fall« sie wirklich zur Ausführung gelangt, die Rücksicht auf ben kläglichen Gesundheitszustand von Mann unb Roß beitragen mag, dürfte dem größeren Publikum wohl ein Geheimniß bleiben. Vermischtes. Trier, 28. December. In einer der letzten Rächte brach ein Wolf in bem eine Viertelstunde von Hillesheim entfernten Dorfe Lammersdorf in einen Schafftall ein, erwürgte 25 Schafe und verletzte weitere 5 Stück, so daß auch diese abgehen werden. Durch das Gebell deS HauShundeö aufnverHam gemacht, eilte ber Besitzer zum Stalle unb bei seinem Erscheinen sprang bie Bestie durch das Luftloch, durch welche« sie ein- gedrungen war. Eine sofort ongestellte Treibjagd blieb lebet resultatloS, benn ber unwillkommene Gast haste bereit«, wie bie Spuren zeigten, da« Weite gesucht. — Eine für alle Hausbesitzer wichtige Entscheibung de« Reichsgericht« möchten wir blerburd) zur weiteren Kenntniß bringen. In einem sächsischen Städtchen würbe ein Einwohner. nachbem er bei Glatteis vor einem Hause, vor welchem zu streuen unterlassen war, hinstürzte und einen bösartigen Schenkelbruch erlitten hatte, der ihn schl'cßl'ch arbeitsunfähig machte, klagbar gegen den betreffenden Hausbesitz r. Die Sache kam bi« vor das RcichSgericht und bat letztere« den Hausbesitzer zur Tragung aller Kosten einschließlich der während der Krankheit verausgabten Gebühren, sowie zu einer an ben Beschädigten zu zahlenden lebenslänglichen Pension verurtheilt. Verzeichnis der Mittelpreise der gewöhnlichsten Berbranchsgegenstande in der Stadt Gietzen vom Monat December 1882, Je Ve Kilogramm kostet: x ; I I - ■ E-e Ex 16211915 ;64 24 17 i St!- S i i 2 90 11175 19 55 23 - 22 - 24 - 22 - 2 75 12- Ze 50 Kilogramm kosten: ft, a £2.40 ffd B CQ . 3>L< 0) 7 90'7 ,80 6150 3 — 1 Allgemeiner Anzeiger. Bekanntmachung. Zur Bezahlung der Zinsen, welche von ben bei der hiesigen Spar- und Leihkaue angelegten Kapitalien am Ende dieses Jahres fällig werden, sind nachstehende Termine festgesetzt, unb zwar: Dienstag , den 9. Januar 1883 Mittwoch „1°. w < Donnerstag . 11. „ * Samstag , 13. Die Interessenten werden daher auf: gefordert, die Zahlungen an diesen Tagen in Empfang zu nehmen und hierzu durch Vorzeigung der Schuldscheine sich zu legitimiren. Zugleich wird bemerkt, daß die auf den Donnerstag fallenden Zahltage für bie Interessenten der Sadt Gießen, dagegen die übrigen Zahltage für die Auswärtigen bestimmt sind- Die Herren Bürgermeister werden ersucht, diese« in ihren Gemeinden auf ortsübliche Weise bekannt machen zu lassen- Gießen, den 24. November 1882. Der Rechner der Spar- und Leihkasse. Kehr. Nächsten iHontag den 8. Januar, Mittag« 2 Uhr, soll auf hiesigem Ortsgericht eine Lo- comobilehalle, 137* Meter lang und 103/4 Meter breit, auf den Abbruch verlauft werden, event. auch mit dazu gehörigem Grund und Boden. Wieseck, den 30. December 1882. 178 Lang, Bürgermeister. Aeilgebotenes. 13- Ein schöner zweithüriger Küchen- schrank mit Glasaufsatz unb mehrere gewöhnliche Tische sind \u verkaufen. Karl Zimmermann, Reuen-Bänen 15. In Gieß-n lassen 90 Mittwoch den 3i. Januar SS^S, Nachmittags 1 tthr bte Erben bc« Renlanilnianns Bott theilungshalber ihre an einer ber fre- qu niesten Strassen Giessens (Seltersweg 9k. 81) gelegene Flur 1 Nr. 466 und 467 auf dem Bureau de« Ortsgericht« (früheres Neal- schulgebäude) öffentlich meistbietend unter den int Bersteigerungütermin bekannt zu gebenden Bedingungen versteigern. Die Besitzung besteht aus großem solid gebauten xtSobnbnu« mit bewohnbarem 9?cbenbanö, einem seither zu Lagerzwecken benutzten Nebengebäude, grosiem .Hofraum mit doppelter Einfahrt und einem 3494 iNeter balrrnden (tzartcu, welcher ein den Seltersweg mit der Südanlage verbindendes wcrrhvolleS Bauterrain bildet. Durch ihre Lage und Ausdehnung eignet sich die Besitzung vorzngltcb für jedes Geschäft, insbesondere auch zum Betriebe einer gropen Wirthschaft; auch kann sie zum Gegenstand einer gewinnbringenden Bauunternebmung gemacht werden. Nähere Auskunft ertheilt Nechtsanwalt Dr. Dittmar in (niesten. 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Weifebäcker. 169 Die Parterrewohnung in meinem Nebenhause, bestehend aus 6 Zimmern, verschliefebarem Vorplatz und allen Beauem- lichkeiten, per 15. Mai 1883 zu vermiethen. August Ackermann. 77 Der untere Stock meines Dauses ist zu vermiethen. M. Rosenthal, Liebigsttafec 13. 108 Zwei kleine möbiirte Zimmer, mit oder ohne Kost, zu vermiethen. Lindenplah 7. 106 Ein kleines Logis im Hinterhause zu vermiethen. E. Junker, ^'Istcrweg 7. 100 Grünbcrgerstrafee Nr. 14 ist der mittlere Stock zu vermiethen und am 1. April 1883 zu beziehen. Näheres im Hinterhaus, mittl. Stock. 101 Schlofegasse 17 Parterrelokal zu vermiethen. 99 Eine Wohnung vonl 7 Zimmern (parterre) mit separatem Eingang und allem Zubehör, per 1- April zu vermiethen. Alicenstrafee 11. 16 Eine freundl. Stube zu vermiethen bei Jacob Dörr, Mühlgasse. Permiethunqen. 198 Ein kleines Logis, 3 Zimmer rc. per sofort zu vermiethen im Hinterhanse, Ludwigsplah _5 1^9 Drei Logis, je 6—7 Zimmer, Badezimmer und alle Bequemlichkeiten nebst Garten, zu vermiethen. Ludwigsplah 5. 48 Ein kleines Familienlogis im Vorderhaus, sowie zwei Dachstuben im Hinterhaus zu vermiethen im »Darmstädter Haus"._ 145 6 E ube zu vermiethen. __________H^S^tcphan, Sandgasse. 34 Ein kleines Familienlogis zu ver- miethen.____________ Kaplansgaste 18. Zu vermiethen der dritte Stock des neuerbauten Hauses Ludwigsstrafee 52. Auskunft rc. ertheilt Ehr. Helm, Bismarckstrafee- 159 163 Hin ^amilienlogis ZU verwietden bei Gewecbebanlr ;u Gieren, C. G. Aufterordentl. Generalversammlung Lonnlag den 14. Januar, Nachmittags 3 Ahr, in Wensei’N Saalbau- Tagesordnung: Wahl des t>ontroleurs. Der Aufsichtsrath schlägt als Controleur vor: Herrn Kaufmann A. Keller zu Gießen. Erhält derselbe die absolute Majorität nicht, so schlägt der Aufsichtsrath wahlweise vor, folgende fünf Herren: 1) K Jughardt, Kaufmann zu Windecken. 2) A Keller, Kaufmann zu Gießen. 3) M. Krämer, Polizeisecretär zu Gießen. 4) Wilhelm Seuling, Kaufmann zu Gießen. 5) Karl Vogt, Handlungsbevollmächtigter zu Gießen. Vereinigt keiner der Genannten im ersten Wahlgange die absolute Majorität der Stimmen aus sich, so findet gemäß § 27, Absatz 2 des Statuts engere rejp. Stich-Wahl aus den zwei Höchstbestimmten statt. Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen wird gebeten. Gießen, den 6. Januar 1883. (»ewerbebank zu Gießen, e. Der Vorsitzende des Anssichtsrathes: 191 J. Hanstein. Zum neuen Zahrc 18S3 neues Abonnement auf das । ♦ Deutsches Tanülienblatt mit Illustrationen. 1 I n 11 P I Erscheint wöchentlich und ist durch alle Buchhand- Zv ll II V i III* lungen und Postämter vierteljährlich für 2 Mk. zu / beziehen. Kann im Wege des Buchhandels auch tn Heften a 50 Pf. bezogen werden. 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