ttn Gießsil ie an iiw lar. 5» Oktbr.'.d, »r: ach. <4 HIN Hb h'< < [hh Nr. 232. Samstag den 6. Oktober 1883. TCKPHPL ^.LII Ir lllr l Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Bureau: Schulstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. ■MMnHHMBaBOHmmBBHBHBBHIWBBnK Amtlicher Htjeil. Betreffend: Winter-Cursus der Ackerbauschule des landwirthschaftlichen Vereins für die Provinz Oberheffen zu Friedberg pro 1883/84. Bekanntmachung. Der diesmalige Winter-Cursus hiesiger Ackerbauschule beginnt Freitag den 2. November und wird gegen Ende März geschlossen. Der Unterricht erstreckt sich auf allgemeine Schulgegenstände, die verschiedenen Zweige der Naturkunde und landwirthschaftlichen Fächer. Er wird von zwer Land- Mhschaftslehrern, einem seminaristisch gebildeten Hauptlehrer, dem Dr. med. C. Becker und anderen geeigneten Hülfslehrern ertheilt. Die nöthige Anschauung gewähren die reichen Lehrmittel der Anstalt, sowie Excursionen nach nahe gelegenen Gutswirthschaften, gewerblichen Anlagen und sonstigen belehrenden Em- ijchtungen. Aufnahmsfähig sind alle unbescholtene junge Männer, welche die Volksschule mit gutem Erfolg absolvirt haben. In die II. Klasse werden nur iolche Schüler ausgenommen, welche vorher die I. Klasse besuchten, oder nachweisen, daß sie sich anderweitig die Kenntnisse angeeignet haben, welche das Lehr- pl der I. Klasse bilden, alle anderen Schüler kommen in letztere. Das Schulgeld beträgt für die l. Klasse 45 X für die II. Klasse 35 M. Anmeldungen nimmt der Anstaltsdirigent, Großherzoglicher Landwirthschaftslehrer vr. Tob isch, entgegen, welcher gewünschtenfalls auch anderweitige bezügliche Auskunft ertherlt. Friedberg, den 12. September 1883. Das Curatorium der Ackerbauschule zu Friedberg. Dr. Braden, Dr. Freihr. v. Gemmingen-, Schmidt Kreisrath. Kreis-Assessor. Kreis-Schulinspector. ng femkiei dnRiswch besorgt. ruianni jjjiite. '/-W scheinen # ft11111 Ui F «ld-« S..-S Zungen ' E ."«K KV Betreffend: Wie oben. Gießen, den 17. September 1883. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Unter Bezugnahme auf vorstehende Bekanntmachung des Curatoriums der Ackerbauschule zu Friedberg empfehlen wir Ihnen, sich dafür zu bemühen, kß die Ackerbauschule durch recht viele junge, der Landwirthschaft sich widmende Leute aus Ihren Gemeinden besucht wird. Wir bemerken zugleich hierbei, !>l>ß für wenig Beinittelte Unterstützungen zur Disposition stehen und wir es nicht zu beanstanden finden, wenn auch von Gemeinden, aus welchen junge Leute die Schule besuchen, Unterstützungen verwilligt werden, indem wir recht gerne derartigen Beschlüssen Genehmigung ertheilen. Dr. Boekmann. ................................................................................................................................................... BelkidiZrmg des spanischen Volkes in der Person seines Monarchen und zu guter letzt der Confl.ct mit China. Das alles sind furchtbare Waffen in den Händen einer rücksichtslos agirenden Opposition, und mehr als genügend, um ein Cabtnet in Frage zu stellen. Telegraphische Depeschen. Wolff's teLegr. Correspsndsnr-Grrreare- Baden-Baden, 4. October. Se. Maj. der Kaiser nahm gestern das Diner bei der Herzogin von Hamilton ein und empfing später den deutschen Gesandten, Wirkt. Geh. Legationsrath v. Bülow, zum Bortrag. Den Abend brachte der Kaiser in seinen Gemächern zu. Heute Vormittag nahm Se. Maj. den Vortrag des Chefs des Civil-Cabmets, Wirkl. Geh. Raths v. Wilmowski, entgegen. — Der spanische Gesandte in London, Marquis de Casa Laglaisia, ist hier angekommen. Siel, 4. October. Der Chef der Admiralität, Generallieutenant v. Caprivi, hat heute die Corvetten „Elisabeth", „Prinz Adalbert", „Arcona" und das Kanonenboot „Nautilus" inspicirt. Leipzig, 4. October. Das „Tageblatt" meldet: Gegen Antoine (Metz) ist vom Reichsanmalt auf Grund des vorliegenden Belastungs-Materials die Einleitung der Voruntersuchung angeordnet. Die Verhaftung desselben ist vom Untersuchungsrichter in Metz verfügt. Neber die von Antoine gegen die Verhaftung erhobene Beschwerde werde das Reichsgericht zu entscheiden haben. Pesth, 4. October. Die Conferenz der Unabhängigkeits-Partei nahm einen im Reichstag einzubringenden Antrag an, der das Vorgehen der Regierung in der kroatischen Frage entschieden tadelt. Bern, 4. October. Das neue Hotel der Gebrüder Hauser am Gießbach ist heute Morgen abgebrannt. Brüssel, 4. October. Der „Jndependance" zufolge haben gegen 2000 Kohlengruben-Arbeiter der Kohlenbecken bei Mons die Arbeit eingestellt. Paris, 4. October. Die ottomanische Gesandtschaft dementirt das Gerücht von einer Erkrankung des Sultans. — Heute Vormittag wurde ein Ministerrath abgehalten, dem der Kriegsminister Thibaudin beiwohnte. — Es bestätigt sich, daß die Regierung eine Untersuchung über die bei der Ankunft des Königs Alfonso in Paris vorgekommenen Zwischenfälle angeordnet hat. Dieselbe wird sich nicht auf die zur Aufrechterhaltung der Ordnung getroffenen Maßregeln, sondern nur auf die Urheber der Demonstration erstrecken, um deren Bedeutung danach zu beineffen. L London, 4. October. Bei der Ersatzwahl in Manchester wurde Houlds- worth (cons.) gewählt. _ L m ,r Christiania, 4. October. In der heutigen Sitzung des Reichsgerichts wurde auf Verlangen des Vertheidigers des angeklagten Staatsministers Selmer die weitere Verhandlung auf den 19. October verschoben. Belgrad, 4. October. In der heutigen Sitzung der Skupschtma wurden die königlichen Erlasse verlesen, durch welche dis Wahl der Präsidenten bestätigt und der Ministerpräsident ermächtigt wird, die Skupschtma zu eröffnen. Sodann wurde ein weiterer Erlaß des Königs verlesen, durch welchen die Skupschtma sofort wieder geschlossen wurde. New-York, 4. October. Nach einer Meldung aus St. Thomas sind bei dem Ausstand in Port au Prince auf Haiti an 800 Häuser durch 1 Feuer zerstört worden. Deutschland. Berlin, 3. Oktober. Der Deutschenhaß, der sich in den Spalten der Pariser Tagespresse dr.it macht, findet ein mmdestens gterchwerthtges Pendant in den analogen Leistungen der Provinzblätter. Letztere entziehen sich zwar in der Regel der Kenntniß- nahme weiterer Kreise, man darf aber deßhalb nicht etwa glauben, ihr Treiben sei chativ ungefährlich. Im Gegenteil beherrschen d e departementalen Zeitungen ihr Leserpublikum womöglich noch unumschränkter als ihre Pariser Collegen sich dessen rühmen können, daher denn auch ihre Aussaat fanatischen Deutschenhasses üppig in die Halme schießt. Auf welche Weise man der Revancheldee den Weg ebnet, mag das Beispiel des in Lille erscheinenden „Echo du Nord" darthun, welcher die Niederwald- >e!er zu chauvinistischen Zwecken fruktificirt. Der Artikelschrewer beginnt damit, die Weihe der Germaniastatue „eine neue Erniedrigung Frankreichs" zu nennen und in- linuitt, das Niederwalddenkmal soll in der Einheit Deutschlands die Niederlage Frank- lkichs verewigen. Beiläufig wird der Leser des „Echo du Nord" dahin belehrt, daß linke Rheinufer, auf welches der Blick vom Niederwald hinüberschweift, seiner geographischen Position nach zu Frankreich gehört, daß aber ein Tag kommen werde, das Denkmal antiquitirt sein wird und nur noch das besiegte Deutschland dar- Htßen wird. „Lassen wir daher — fährt der Art-kelschreiber fort — ohne uns zu entrüsten, die Ceremonie des Niederwaldes sich vollziehen. Statt der Beharrlichkeit Deutschlands ^.Feiern seiner Siege von 1870—71 beleidigend zu finden, wollen wir daran denken, jenes Land selber sich nach Jena für die Revanche vorbereitet hat. Das geschah Pläuschlos und die Stunde der Vergeltung schlug. Dieses sein Beispiel sollen wir un§ zu Nutze machen. Uebrigens sind die Ereignisse für uns thätig; das Niedersinken der Hülle, die dmte Morgen noch das Bild der kriegerischen Tochter Hermann's verdeckte, ist ohne Zweifel die letzte große Ceremonie, an welcher die drei Greise, die uns geschlagen haben, Mhelm, Moltke und Bismarck, werden theilnehmen können. Was wird aus Deutsch- unb nach ihnen werden? Wird es den partikularistischen Ideen, welche sich in seinem herzen regen, widerstehen können? Wird es nach dem Hinscheiden seiner Schöpfer die ^aft und das Selbstvertrauen bewahren, von welchem cs so lange geleitet wurde? y e Antwort ist schwierig: aber wenn einmal die Männer, welche ihm den Strahlen- seines Ruhmes aus's Haupt setzten, von der Bühne abgetreten sind, wenn Herr - -öismmck, dessen Elsenhand nur mit Mühe die freiheitsdürstenden Völker nteoers Malten vermag, nichts mehr sein wird denn ein Name, dann wird eS vielleicht einen Mik Zusammenbruch geben und von diesem ganzen Bauwerk wird nichts mehr übrig leiben als ein melancholischer Zeuge auf der Höhe des alten Stromes: „Die eherne Germania des Niederwaldes-"" Krankreich. m Paris. Am Horizonte der inneren französischen Politik thürmen sich schwere E'en in Gestalt einer drohenden Cabinetskrise empor. Das Ministerium Ferry hat, ../Astens in seiner gegenwärtigen Zusammensetzung, entschieden abgewirthschaftet und -^Ncheint fraglich, ob Herr Ferry durch das Opfer einiger seiner Collegen den Sturm, ^,"Z)ie Opposition gegen ihn selber doibereitet, wird abschlagen können. Jetzt, wo ■icrnV11" erunß Üe kommt, sind die officiellen Kreise in Paris ob der Samstags- 'di-nn rÜ^eist kleinlaut geworden und wissen kaum, was sie alles angeben sollen, um ■JUpu u n Eindruck, den das Gedahren des Straßcnpöbcls in der ganzen civckisirten hervorgebracht hat, zu verwischen. Soviel steht fest, daß die schon in der chinesischen 'weid ?rS compromtttirte Position einiger Cabinetsmitglieder seit dem spanischen »SAoi 8 l den letzten Halt verloren hat, und wenn man, um wenigstens den äußern «Irin x "AhdÜrftig zu wahren, den Austrag der Krise bis nach dem Wiederzusammen- IbeftUo Plumern hinausgeschoben hat, so dürften alsdann die Geister nur um so »^Ä^"^derplatzen. Selten bietet sich irgend einer parlamentarischen Opposition hbpn fs V616 Gelegenheit, an den Akten des Ministeriums vernichtende Kritik zu t der französischen gegen die Amtsführung der jetzigen Machthaber, speciell im rium auswärtigen Politik. Die Beschaffenheit des Verhältnisses der Republik hinlänglich bekannt; dazu gesellen sich die wachsende Ver- i icbkn in? Italiens gegen Frankreich, die in der Schweiz sehr übel vermerkten militäri- her Tom?*11 rt^etten auf neutralem Gebiete; die Mißhelligkeiten mit England wegen amatave-Affaire und sonstiger colonialer Concurrenzgeschäfte; jetzt noch die schwere — Der durch das Niederbrennen der Ausstellungs-Gebäude in Pittsburg (Pennsylvanien) angerichtete Schaden wird in neueren Depeschen auf nur eine Million Dollars geschätzt. l r Sofia, 4. October. In der heutigen Sitzung der Sobranje erklärte die Regierung, daß sie sich den Kammerbeschlüssen betreffs der Controle der Verantwortlichkeit des Kriegsministers unterwerfe. Die Sobranje wird sich nach Erledigung der Berathung über die Eisenbahn-Convention, sowie über die Convention bezüglich der russischen Occupationskosten auf einen Monat vertagen. Während der Ferien beabsichtigt Fürst Alexander über die Truppen Revue abzuhalten.______________________ Eine Blamage Frankreichs. Jetzt, nachdem sich die große Nation der Franzosen durch die in Paris statt- aekabte skandalöse Demonstration gegen den König von Spanien blamrrt sieht, werden jene Vorgänge, das Pfeifen, Zischen, Pereatrufen und die Steinwurfe bei der Fahrt des Königs Alphons vom Bahnhofe nach dem Palast des spamschen Gesandten rn Paris einfach als bedeutungslose Kundgebungen von Pöbelhaufen hrngestellt, mit denen weder Paris noch Frankreich identisch sei. Daß es Pöbel und Flegel, wenn auch zum großen Theile solche in Glacehandschuhen waren, welche den König von Spanien mit frechen und beleidigenden Zurufen in dem Augenblick empfingen, als er der von der französischen Regierung einaeladene Gast Frankreichs und der Stadt Paris war, glaubt gewiß die ganze gebildete Welt, aber wer hat denn nicht nur jene Pöbelexcesse, sondern sogar die nationale Wuth, die natürlich bei dem Pariser hohen und niedrigen Pöbel zuerst Feuer fangen mußte, angeregt und entzündet? Man braucht da nur die französischen Zeitungen aller Parteien von voriger Woche zu lesen und man weiß, wie sich Frankreichs Politiker und Preßhelden moralisch an jenen scandalösen Vorgängen engagirt hatten. Ja, die Zeitungen aller Parteien sind es gewesen, welche dem König von Spanien höchst übel nahmen, daß er vom deutschen Kaiser die Verleihung eines Ulanenregiments und die Ernennung zum preußischen Obersten acceptirt hatte. Was liegt doch in dieser Insinuation nicht für eine ungeheuerliche Portion französischer Unverschämtheit und Impertinenz! Der König von Spanien ist Gast des deutschen Kaisers und soll sich nach den Antipathien der Franzosen richten, ob er einen Beweis der Freundschaft und Courtoifie, rote es unter Monarchen Sitte ist, vom Kaiser Wilhelm annehmen soll oder nicht. — Was muß man in Paris doch für eine wahnwitzige Vorstellung von der Würde fremder Staaten und ihrer Monarchen haben und was würde Frankreich der Welt nicht Alles zumuthen, wenn es ihm noch möglich wäre, wie vor 1870 die anderen Staaten zu Spielbällen seines Ehrgeizes zu benutzen- <. rr Frankreich selbst hat sich durch jenen Skandal blamirt, denn die Pariser Presse verhöhnte und verspottete ja tagelang den König von Spanien als „preußischen Ulanenobersten" und rief dadurch bei allen Volksklassen einen ebenso lächerlichen als verhäng- nißvollen Haß gegen den spanischen König hervor und dieser Haß, diese Aufstachelung mußte bei der Leidenschaftlichkeit der Franzosen seine schlimmen Früchte tragen. .Fanden es doch selbst die französischen Regierungsblätter für taktlos, daß der König von Spanien die Ernennung zum preußischen Ulanenobersten angenommen habe und wie hat darüber erst die radikale Presse gewüthet. Nicht die verhetzten und verleiteten Pariser Volksmassen, sondern Diejenigen, welche die Hetzereien betrieben und duldeten, sind daher für die Beleidigungen verantwortlich, welche dem König Alphons in Paris zugefügt wurden. Um keinen vollständigen Riß in die Beziehungen zu Spanien zu bringen und auch, um der Tücke der Opposition zu entgehen, ist es allerdings dem Präsidenten der französischen Republik gelungen, durch eine Art Abbitte die Entrüstung des Königs Alphons zu beschwichtigen und die Einladung zum officiellen Diner anzunehmen. Der König blieb aber statt der bestimmten drei Tage nur einen..Tag in Paris und hat nach seinem eigenen Ausspruche nicht gewagt, seine in der Mhe von Paris wohnende Cousine, die Gräfin von Paris, zu besuchen, um die Wuth der Pariser nicht auf's Neue zu entfachen- Das sind die Zustände im freien Frankreich und im stolzen Paris- £ p t a l e Gießen, 5. Oktober. Wie uns mttgetheilt wird, hat ein Consorttum von größeren Oeconomen aus benachbarten Orten auf der Westanlage, im Lon y'schen Garten, ein Terrain angekauft, um daselbst eine Dampf-Molkerei zu betreiben. Vermischtes. Worms, 2. Oktober. Die diesjährige Generalversammlung der Mitglieder des Landes-Gewerbevereins wurde, am 26. Sept-früh 11 Uhr beginnend, im Saale des Worret'schen Etablissements unter Theilnahme von mehr als 100 Personen abgehalten. Der Präsident des Landes-Gewerbevereins, Herr Mlntftertalrath Fink aus Darmstadt, eröffnete dieselbe mit folgender Ansprache: „Meine Herren! Herzlich heiße ich Sie willkommen! Seit unserem Zusammensein im letzten Jahre zeigt sich im Allgemeinen eine Besserung der Geschäftsotrhältnisse. Tritt dieselbe bet den mittleren und kleineren Gewerben, den Handwerken, weniger hervor, so haben sich doch die Geschäftsoerhältnisse vieler und wichtiger Zweige der nationalen Industrie viel günstiger gesialtet. Die Umsätze sind gestiegen, die Zahl der beschäftigten Arbeiter hat zugenommen. Ob der Geschäftsaufschwung eine Folge der durch höhere Zölle beschränkten fremdländischen Concurrenz auf den heimischen Märkten ist, wie Viele glauben, ob derselbe mehr begründet ist in dem Bedürfniß, die nach einer zehnjährigen Geschäftsstockung aufgebrauchten Vorräthe wieder zu ergänzen und zeitweise zurückgestellte Bedürfnisse zu befriedigen, inwieweit die feit den letzten Jahren bedeutend vorangeschrittene Entwickelung der Kunst-Industrie Antheil an dem erfreulichen allgemeinen Geschäftsaufschwung hat, oder endlich, inwieweit derselbe zmück- zuführen ist auf die fortschreitende Consoltdirung, die Macht und das Ansehen des deutschen Reichs, ist im Einzelnen schwer zu entscheiden. Dem letzteren Faktor wird, insbesondere rücksichtlich des Exports deutscher Fabrikate, eine nicht geringe Bedeutung beizumessen sein. Eine Abwägung und Vergleichung der berührten Verhältnisse zwischen Frankreich und Deutschland bestätigt die letztere Ansicht. Möchten unsere Industriellen und Exporteure, das Ansehen des deutschen Reichs bei fremden Nationen benutzend, in unausgesetztem und redlichem Streben auch den deutschen Handelsmarken und Jndustr e - Erzeugnissen überall Anerkennung zu verschaffen, nur mustergiltige, technisch vollendete Waaren auf die auswärtigen Märkte bringen. Es gilt, die auswärtigen Märkte nicht nur zu gewinnen, sondern sie auch zu behaupten- Wie bei früheren ähnlichen Gelegenheiten haben auch letzt wieder die Firmen unseres engeren Vaterlandes bei der internationalen Ausstellung in Amsterdam Auszeichnungen erworben. ~ t Ihr Ausschuß hat beschlossen, daß aus Anlaß der Feier des 50jährigen Bestehens unseres Landes-Gewerbevereins im Jahre 1886 eine allgemeine Kunst-, Industrie- und Gewerbe-Ausstellung für das Großherzogthum veranstaltet und daß diese Ausstellung unter specieller Leitung des Local-Gewerbevereins Mainz an letzterem Orte abgehalten wird. Ich hoffe, daß alle betreffenden Kreise des Großherzogthumtz sich vereinigen werden, um ein übersichtliches Bild der gesammten Gewerbethätigkeit des Landes zu bieten. Ein Vergleich mit dem Stand unseres Gewerbewesens vor fünfzig Jahren, welchen wir allerdings nur in Einzelheiten bieten können und wollen, wird Zeugniß ablegen von den Fortschritten, die unsere Industrie während des letzten Jahrhunderts gemacht hat. Erwarten Sie von mir keinen detaillirten Bericht über die Wirksamkeit der Centralstelle Ihres Vereins während des abgelaufencn Jahres- Unsere Einrichtungen sind Ihnen alle bekannt- Wie tn früheren Jahren war die Centralstelle, außer mit der Erledigung der laufenden Geschäfte, vorzugsweise mit Auskunftsertheilungen über technische Fragen, Erstattung von Berichten und Gutachten an Großh. Ministerium und an Behörden, mit der Verwaltung der Bibliothek und der technischen Mustersammlung, mit der Bearbeitung von Vorlegeblattern und Unterrichtsmitteln für die Handwerkerschulen rc. beschäftigt. Auch wurden mannigfache Beziehungen mit verwandten Vereinen anderer deutschen Staaten gepflegt. In feiner letzten Sitzung hat Ihr Ausschuß die Frage wegen Förderung der inländischen Thonwaaren-Jndustrie näher erwogen, und hat neben anderen Maßregeln auch die Veranstaltung einer Special-Ausstellung für Gebrauchsgegenstände von Töpfer- roaaren, sowie die Errichtung einer chemischen Versuchsstation zur Untersuchung von Rohmaterialien für technische Verwendung tn's Auge gefaßt. Die Zahl der Vereinsmltglüder beträgt gegenwärtig 3050, gegen 2960 im Vorjahre. Die Zahl der Local - Gewerbevereine ist von 33 auf 34 gestiegen. Diese Vereine zählen gegenwärtig 2907 Mitglieder; 134 Mitglieder des Landes-Gewerbevereins befinden sich an kleineren Orten des Landes und gehören Localvereinen ^Local-Gewerbvereine bestehen an folgenden Orten und zahlen an Mitgliedern: Alsfeld 85, Altenstadt 42, Alzey 26, Babenhausen 23, Beerfelden 16, Bensheirn 83, Bingen 54, Büdingen 44, Darmstadt 470, Erbach 19, Friedberg 86, Fürth t. O- 36, Gießen 101, Griesheim 32, Groß Gerau 63, Groß-Umstadt 22, Grünberg 47, Guntersblum 27, Hirschhorn 25, Homberg a. d. Ohm 24, Hungen 80, Lauterbach 28, Mainz 501, Michelstadt 40, Nidda 42, Ober-Ingelheim 64, Offenbach 159, Oppenheim 82, Pfungstadt 123, Schlitz 63, Schotten 40, Westhofen 15, Wöllstein 72 unb Worms 273. , Die Aufgaben dieser Vereine sind Ihnen auch bekannt. Insbesondere erstrecken sich dieselben auf die Fortführung der denselben unterstellten Handwerkerschulen, sowie auf Anregung und Belehrung der Mitglieder durch Veranstaltung technischer unb wirthfchaftlicher Vorträge, lieber die Thätigkeit der LocaUGewerboerelne enthält unfet Gewerbeblatt Mittheilungen, auf welche ich Bezug nehmen kann. Dankbar haben wk anzuerkennen, daß alle diese Vereine in der Sorge für die denselben unterstellten Hand- werkerschulen wetteifern und daß die Mehrzahl derselben auch bemüht ist, durch Veranstaltung von Vorträgen und Circulatwn von technischen Zeitschriften bet den Mitgliedern denselben Anregung und Belehrung zu bieten. Wenn m letzterer Beziehung an manchen Orten mehr geleistet werden könnte, so ist doch nicht zu übersehen, daß dem oft mannigfache Schwierigkeiten entgegenstehen, die von den Vereinsvorständen beim besten Willen nicht sofort zu befestigen sind. Anregend und bclehrend für die Mitglieder haben sich auch periodische gemeinsame Ausflüge, verbunden mit Besichtigung gewerblicher Etablissements, Kunst« unb gewerblicher Sammlungen, hervorragender, interessanter Bauwerke erwiesen. Die Local- Geroerbvereine von Darmstadt, Worms, Bensheim, Pfungstadt und Mainz haben in diesem Jahre solche Ausflüge theilwetse gemeinschaftlich veranstaltet, welche die Thril- nehmer sehr befriedigten. t _ v Durch die Gründung eines Local-Gewerbvereins zu Hungen und die Errichtung einer Handwerkerschule daselbst hat sich die Zahl der mit dem Landes-Gewerboeretnin Verbindung stehenden Handwe-kerfchulen, Kunst-Industrie- und weiblichen Zeichenschulen auf 62 erhöht. — Ihr Ausschuß hat die Mittel verwendbar gestellt, welche es ermöglichten, die Handwerkerschulen in Büdingen und Friedberg zu erweitern und dort offene Zeichenschulen zu errichten. Die erweiterte Handwerkerschule in Büdingen hat bereits im letzten Winter ihre Thätigkeit begonnen unb für Friedberg ist in jüngster Zeit ein Hauptlehrer gewonnen worden, welcher tn Bälde eintreten wird- Die Centralstelle des Landes-Gewerbveretns war auch im abgelaufenen Jahr bemüht, die Unterrichts-Materialien der mit dem Verein in Verbindung stehenden Schulen zu vermehren und zu ergänzen. — Auch wurde zur Anregung für die Herren Lehrer eine Lehrer-Conserenz zu Offenbach a. M- abgehalten, verbunden mit einer eingehenden Kenntn ßnahme der Einrichtungen in der dortigen Handwerker- und Kunsi- Jndustrieschule. — Die Unterrichts-Ertheilung für Lehrer von Handwelkerschulen auf dem Bureau des Landes-Gewerbvereins wurde fortgesetzt. — Wie in früheren Jahren ist auch jetzt wieder eine Ausstellung von Schülerardeiten aus den mit unserem Vmnt. in Verbindung stehenden Schulm veranstaltet worden, zu deren Besichtigung ich Si- freundlichst einlade. Die bestellte Commission zur Prüfung dieser Arbeiten wird Ihm heute noch ihr berichtliches Urtheil über die Resultate der Prüfung mitthetlen. Zm Schluß habe ich Namens unseres Vereins aufrichtigen und herzlichen Dank den Mäniukic und Behörden zu sagen, welche die Vereinszwecke gefördert haben, insbesondere ach den Herren Lehrern an unseren Handwerkerschulen und den Vorständen von SM kaffen, welche den Schulen reichliche Unterstützung aus den Ueberschüssen dieser Kass» zugewendet haben. . Hierauf nahm Herr Dr. Schneider, Vorsitzender des hiesigen Local-Gewerb- Vereins, das Wort zu einem Vortrage über die Entwickelung des Wormser Gewerbi- wesens während der letzten 10 Jahre, welcher großes Interesse erregte und mit viele« Beifall ausgenommen wurde. — Es folgte ein Vortrag des Herrn Kräuter, Vorstanbimitglied vom Wormser Local-Gewerbverein, über des Handwerks goldenen Boden. Redner geht zunächst auf die Entstehung dieses Sprichworts ein, indem er der Zeil» und Verhältnisse gedenkt, tn denen das Handwerk in hohem Ansehen stand unb nur die Leistung eines Mannes als Maßstab für seine gesellschaftliche Achtung galt- > Weiteren führt der Vortragende aus, wodurch das Sprichwort seine GlaubwürdiM etngebüßt habe, ferner, wodurch es wieder Gemeingut des Handwerks werden fönne und schließt mit einer eindringlichen Ermahnung an die Handwerker, so daß eine volle Beherzigung der bargelegten Ansichten in ben betreffenden Kreisen nur gewünscht ruerb» kann. Auch dieser Vortrag erfreute sich einer regen Beifalls-Aeußerung seitens bic Anwesenden und sprach der Präsident dem Vortragenden ben Dank der Versammlung., sowie seine Freude aus, daß ein Mann aus dcm Handwerkerstände Gelegenheit ^ nommen, sich tn so sachgemäßer Welse über dies wichtige Thema zu äußern; er sMt sich auch damit als einverstanden aus, daß des Handwerks goldener Boden noch niflt verloren sei. Hieran schloß sich eine Berichterstattung seitens des Vorsitzenden b!» Handwerkerschul-Commtssion des Landes-Gewerbvereins, Herrn Geh. Oderbomch Dr. Müller aus Darmstadt, über die diesjährige Ausstellung der Schülerarbeiten aod den inländischen Handwerkerschulen. Besagte Ausstellung ist aus Anlaß der Genml- versammlung in dem geräumigen Gebäude des hiesigen Gymnasiums und ReaiMt eingerichtet worden; dieselbe umsaßt die Arbeiten von 57 Handwerkerschulen und 3 w* ltchen Industrieschulen unb ist bis zum 7. Oktober d. I. für Jedermann bei f* Eintritte geöffnet. Wir beschranken uns hier einstweilen darauf, kurz zu erwähnen, daß die W' stellung ein sehr schönes Bild der Leistungen der genannten Anstalten bietet, daß o.'" der erwähnten Comm ssion ein erheblicher Fortschritt in den Schülerleistungen confW worden ist und daß der Besuch dieser Ausstellung allen Interessenten nur befltu empfohlen werden kann. Vor und nach der Versammlung wurden diese AuSsieWk sowie das Paulus-Museum von den Theilnehmern besichtigt- Wir gedenken in aller Kürze in einem weiteren Berichte auf diese AussieA k - sowie auf die sich daran anschließenden Debatten, betr. das „Submissionsw^fen" M»' zukommen und bemerken nur noch, daß am Schlüsse der Versammlung Gießen ä.'' Ort für die nächstjährige General-Versammlung gewählt wurde, daß sich an die Versammlung das übliche gemeinschaftliche Mittagessen im Etablissement WorreUN" schloß, welches ebenfalls sehr zahlreich besucht war unb das sich durch tresflW! Leistungen von Keller und Küche auszeichnete. Bei der hier herrschenden geMiMi Festesstimmung fehlte es auch nicht an Toasten. Von diesen Trinksprüchen ervWMl wir nur den des Herrn Präsidenten auf Se. Majestät den Kaiser unb Se. KöviM- Hoheit den Großherzog, des Herrn Directors Dr. Schneider auf die Großh. CeviM' stelle der Landesgewerbveretne unb bereu Mitglieber, des Herrn Baurath Busch i® 5 Darmstadt auf das Gedeihen und Blühen der Stadt Worms und ihrer Gewerben» Industrie, des Herrn Schlossermeifter Müller von Worms auf die Lehrer der HM- werkerschulen und das Gedeihen dieser Anstalten. Erst als die Zeit zum Abgang der Bahnzüge dringend zum Aufbruch niagriv trennten sich die Theilnehmer an der General-Versammlung im Bewußtsein, etnenWk genußreichen Tag verlebt zu haben und von Dankesgefühl für das vom GewerbvM >l diesesmal Dargebotene erfüllt. (Darmst. Ztg.) Frankfurt a. M., 28. September. Johannes Schilling, der als Arbeiter des nun enthüllten Nationaldenkmals auf dem Niederwald in diesen W* eine Reihe höchster Triumphe als Künstler erlebt, wird von seiner langjährigen RiM- arbeit, an die er sein bestes Können gewendet, materiell keinen Gewinn davontraMl- ! Bekanntlich hat es einer ganzen Reihe von festlichen Veranstaltungen unb SaoM^- lungen bedurft, um nur das Fehlende an den thatsächlichen Kosten zu decken. UW rühmlicher ist es für unsere Stadt, daß vor einiger Zeit hier in aller Stillem« Anzahl reichbegüterter Bürger sich bereit gefunden hat, sich Ehren halber an der W' loofung einer kleinen Nachbildung des Denkmals tn getriebenem Silber zu des Urhebers zu beteiligen, bei welcher das Loos die Summe von 1000 Mark kW' Zehn solcher Loose fanden opferfreudige Abnehmer und der Ertrag war, wie c r hören, bestimmt, dem so leer ausgehenden Künstler als Ehrengabe überreicht zu u»^.. Veranstaltet wurde die Lotterie von dem Vorsitzenden des Comitäs zur des Niederwald-Denkmals. Die 10 Herren, die eine so schöne Anwendung ihres' thums gemacht, waren eingeladen, der Enthüllung als Ehrengäste beizuwohnm. ü Iß tW ..fibhen äti* im*“1“ W« tlM ’’’ (OHM i W i™*' D! Jll Ml StWM M Mckt mit ’ Maud Herr tyjflt Mn M L s. Oktober. 1 jtyf. so daß a stürmisch ur üfli; Morgens Äg blauen H Ä! Ballen bis p Abend zune l-ik Abendtem 1 All? Dr. ! Uen am 20. UM - Nr Stuttgart, September 1 Wn und 3: P Tod und ' An den M »n in den $ 1883 eingi non 27 noch tnili rtf «ende mit Liegensc Alle > Rai M S.- k UI Nr Dill .D dem b L. -> vciu >9 i* Afa« 5« int > bar N *r Jafarn I ’Nen ■ M So, Sh 4 «ob bet iS* b«t 2i Sit l K su 1/ JMeltn 83" 36,, TunterS- - /^rbai U ;*Ä: « >q«N-i uni ‘™«Wlt Un(p WitNmtd H Mte "ttn btibm^s Wtrtr Aizich^ . $u ^bnsihm, bid 'tn§Dorftinben bt a '••Ning JJ 101 7e;®tttabt=> C,c«l»irelii!ln periobilcht Mi; W, Mn, insbefonbmw । orstanben w \ schüsjm biesnW an die , adl'ss^ W -- »T q iu äustern, , j "«Sgä ns Anlüd^ jj(ö||oÄ SfisSp J^ennanu ss> m Ur mJÄtf1,1 i* ,d4 s>x> rf'Ä A'l« 5 6«! \(t; ,fßef »4ra SÄ w , Itftgeit L---Y es Wormser M rreate unb nut«113 Jriiiter,*® erB mW erb« *« ß°O H-A«W seine GlMW^ 5-?:s| Gingeiandt. ff8 rn eine notorische Thaisache, daß das Theater bisher ein todttr Punkt in , ,m8eunflleben gewesen ist. Welchen Umständen dies zuzuschreiben ist, weiß ich irl?f ,nnn bieVbetlna6me des Publikums für ein Schausptelunternchmen pflegte ""aVtrner%'eit einjuroften, oder wurde überhaupt nicht recht warm. Und die Leiter ^unternehmens schlossen die Saison mit einem empfindlichen Deficit. 1C8 “ Run aber haben wir eine Gesellschaft, die, mit allen Mitteln ausgerüstet und h.n haften Bestrebungen beseelt, den ernsthaften Versuch machen will, uns Neues ,Oh Knies oor,erführen. Ob dieser Versuch gelingen wird, hangt lediglich davon ab, Publikum demselben die erforderliche Unterstützung entgegenbrtngen wird. " ante man vernimmt, beabstchtigt die Dtrection, nachdem fie in den Probevor- jn#m Mpmei« Könnens abgelegt hat, das Publikum zu einem testen etnzuladen. Das Abonnement ist das Fundament, dessen jede Büynen- ?5ung bedarf, um sicher operiren zu können. Der finanzielle Erfolg bedingt aber auch ^mnen^unfere aut situirten Mitbürger durch ein zahlreiches Abonnement Zeugniß fclfür Vgen daß em Theater in besserem Stile - wenigstens für den Winter - Ä die Unioersitäts- und Garnisonsftadt Gießen ein Bedürfnitz sei. ’n Ein Theaterfreund. Witterungskunde.*) 6 Oktober. Samstag. Frühmorgens noch vielfach nebelig mit Neigung zur MlÜeiteruna zumal nach Westen zu und dann in Folge der Besonnung warmer; Ins Mittag m schleierig bis ballig bedeckt, Nachmittags kurze Zeit besser, dann wieder Äm^zogen weiVbis dunkel ballig, Abends aufgeb-ssert. Nachts anfangs sterntg, mcbhcr bedeckt mit Niederschlägen; besonders in Irland und England spatnach^ Regen- In Deutschland herrscht Neigung zu Aufheiterung Morgens, kurze Zeit Nachmittags md kurze^tt Abends. Die nächtliche Temperatur liegt noch tief, stellenweise mäßiger Nachtfrost. .. 7. Okiober. Sonntag. Die nächtliche Mintmumtemperatur liegt v-rhä niß- °Wg Les. so daß Fröste noch stattfinden. Frühmorgens kühl °n den englisch n Men stürmisch und regnerisch, im Binnenlande wäßiger Wind, dabei dunstig bis Mublau: Morgens Neigung zur Ausheiterung, die stellenweise am 7. oder 8. Morgens wWndig blauen Himmel schaffen dürfte; in Folge der Besonnung warmer, Mlltag "streute Ballen bis Bewölkung, die Nachmittags wied-r -chnimmt spätnachmittags st« zum Abend zunehmend schletertg bis dunkel bedeckt, örtlich mit .ühlen Windstößen, welche die Abendtemperatur erniedrigen, Nachts sternig. ♦) Aus vr. L> Overzier^s Wetter-Prognose für den Monat Oktober, abgeschlossen am 20. September (Verlag der M. Lengfeld'schen Buchhandlung in Köln, Ms 1 Jto. — Nachdruck verboten. Stuttgart, 4. Oktober. sNllgemeiner deutscher Versicherungs-Vereins Im Monat September 1883 wurden 271 Schadenfälle angemeldet und zwar 239 äußere Nerletzungen und 32 innerliche Erkrankungen. Von den Unfällen hatten fünf den fertigen Tod und 16 eine gänzliche oder theilwetse Invalid tat der Verletzten zur Hfl«8 Von den Mitgliedern der Sterbekasse starben im Monat September 18. Neu «Genommen in den Verein wurden in diesem Monate t^7 Personen. Alle vor dem 1. August 1883 eingctretenen Schäden incl. der Todes- und Jnvaliditatsfalle sind bis auf die von 27 noch nicht genesenen Personen vollständig regulirt. dbl/ /$2^^****Sms**4>A Ick) zahle für alte deutsche Postcouverts Wefunvenes mit eingeprägten Marken (a. o. Jahren 1852—1866) wie: Thurn und Taxis, Baden, Hannove, , P rußen, Braunschweig, Mecklenbur g, Oldenburg, Lübeck, Bremen, Hamburg, von 5 Pfennig bis zu 20 Mark per Stück je nachdem die Couverts selten und gut erhallen sino. Auch kaufe ich Briefmarken obiger Länder. Baarzahlung sofort nach Erhalt. Heinrich Horstmann, Verleger des „General-Anzeiger" in Frankfurt a. M- 6632 Frankfurt a. M.. 5. Oktbr., Nachmittags 2 llhr — Mtn. ( telegraphischer Coursbericht. Mitgetheilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen.) Creditactten 2475/s, Staatsbahnactten 2703/4, Galizier 245’/8, Lombarden 1297s, Nord- weftbahnactien 164V-, Gotthardbabnactien 103-/4, Darmstädter - Bankactien 1547/8, Disconto Commandit 1927/e, Oefterr. Silberrente 67^8, 1% Ungar. Goldrente 74 V4, 40/n 1880er Rusten 717/e, 5% 1877r Rusten 903/<, 2. Orient-Aniechc 96V2, 4° 0 Spanier —, 5% Rumänische Rente 93Ve, 4°/o Unific. Egypter 71, 5% Türken —, Marienburger IO6V2, Hess. Ludwigsbahnact. 1143 6. Tendenz: schwach. Kirchliche Anzeigen der Stadt Giesten. Evangelische Gemeinde. Gotte-dienft: Sonntag den 7. Oktober (20. nach Trinitatis). Vormittags 9^2 Uhr: Pfarrer Schlosser. Nachmittags 2 Uhr: Pfarrer Dingeldey. Kinderkirche: Vormittags 11 Uhr, Pfarrer Schlosser. Gemäß vielfach ausgesprochenem Wunsche soll die Katechrsmuslehre für bie confirmirten Mädchen auch während des Winters, in etwas geänderter Form, gehalten werden. Die nächste Zusammenkunft findet am Sonntag, Nachmittags 3 Uhr, also nach dem Nachmittagsgottesdienst, in der Kleinkinderschule statt. Auch dre m den vorangehenden Jahren confirmirten Mädchen sind zur Theilnahme freundUchst em- geladen: Pfarrer Dr. Naumann. o , Die Bibelstunden können am Montag, den 8. Oktober, noch nicht beginnen, sondern erst am Montag, den 15. Oktober, Abends 8 Uhr, in der Kleinkmderschule. Donnerstag den 11. Oktober, Abends 6 Uhr, in der Kirche: 2. Erbauungsstunde, Luther's Leben: Pfarrer Dingeldey. t Am Sonntag, den 14. Oktober, wird das heilige Abendmahl gefeiert werden; die Beichte findet am Samstag zuvor, Nachmittags 2 Uhr, statt. Die Pfarrgeschäfte in der Woche vom 7. bis 13. Oktober besorgt für Pfarrer Dingeldey: Pfarrer Schlosser. Katholische Gemeinde. 21. Sonntag nach Pfingsten- Rosenkranzfest. Von 6 Uhr an: Beichte. 7 Uhr: Frühmesse und Austheilung der h. Communion. i/210 Uhr: Feierliches Hochamt und Predigt. 2 Uhr: Festandacht und Segen. Gottesdienst in der Synagoge. Freitag Abend 5™ Uhr, Samstag Morgen 8 Uhr, Samstag Mittag 4 Uhr, Samstag Abend 615 Uhr. „ Versöhnungstag: Mittwoch Abend 530, Donnerstag Morgen 7 Uhr, Donnerstag Abend 6$. Skffentliche Aufforderung. Nachstehende mit Flur und Nummer l ezeichnete Liegensch aften: Gemarkung Allendorf a. d. Lda. Vor dem Namen: Wiesner, Paulus M. S.: Flur III Nr. 867, Flur XIX Nr. 13, Flur XXVII Nr. 211 stllen von dem dermaligen Besitzer, Ehristof Wagner IV. zu Allen- M a. Lda., veräußert werden. Derselbe vermag jedoch das Eigenthum und die Bezahlung des Kaufschillings mcht genügend urkundlich nachzuweisen. Er werden darum Alle, welche Eigenthums- oder sonstige dingliche Rechtsansprüche an v orbezeichneteLiegen- ichasten machen zu können glauben, Fermis ausgefordert, solche so gewiß ^nnen sechs Wochen dahier geltend machen, als sonst die Veräußerung ^stätigt und der Eintrag in das ^utationsverzeichniß verfügt werden Wb. Gießen, den 26. September 1883. Großh. Amtsgericht Gießen. I. V.: ^16 Lang sd o r s f. Sudmisston. Dienstag den 9. ds. Mts., Vor- Mtags 11 Uhr, soll eine zu 621,60 .X '«anschlagte Pflasterarbeit in Submission vergeben werden, wofür Voranschlag nebst Bedingungen auf ,em städtischen Baubureau während .er üblichen Amtsstunden einzusehen ulnd die Angebote daselbst einzu- lerchen sind. 6639 Gießen, den 5. Oktober 1883. ^roßherzogl. Bürgermeisterei Gießen. _ A. Bramm. 6stpr. Fuchsstute, ^tgeritten, zum Fahren geeignet, billig m verkaufen. ^/uskunft in der Exped. ds. Bl. 6614 Atlgemeiner Anzeiger. Moutug den G. Oktober, Nachmitlssts 2 Uhr, sollen in der Wohnung der Fräulein Geyger im Kaufmann L. Plank'schen Hause in der Neustadt: sehr gut erhaltene Möbel, Commode, Schränke, Tische, Sopha, Stühle, Spiegel, Schreibsecretär, Küchenschrank, sämmtliches Küchengeräth, Porzellan rc. versteigert werden. In Auftrag: 6177 Lüdeking. MMXXXXMXXXXMMOXMXWXXMKMXXM Friedr. Teipel Marktstra^se empfiehlt Englische Stricümoffe, Strümpfe, Socken, BeinLüugen re. Auch erlaube mir, auf mein gut affortirtes Lager in Knöpfen, Spitzen, Litzen, Agrumen, Ornamenten, Agraffen, ganz ergebenst aufmerksam zu macken. NB. Anstricken resp. extra Anfertigen von Strümpfen schnell und billig. eeog O. Kleinh-eiltt-’8 Delicatessenhdlg. empfiehlt Fleisch-Gxtraet, als Liebig^, CibiVs und PastoriVs in allen Packungen zu Originalpreisen. . NB. Pastoril's Fleisch-Extract, welches in Qualität hochfein, rst ferner Billigkeit halber sehr zu empfehlen. 661t Aksdkmischrs Hospital (Klinik) Kieken. Nachdem die baulichen Aenderungen beendet find, können Kranke rvieder in dem früheren vollen Umfange Aufnahme finden. Die poliklinischen Sprechstunden finden jeden Vormittag von 10-12 I unentgeltlich statt. Ga Oeffkntlilhe Aufforderung. Es werden hiermit aufgefordert alle Diejenigen, welche Forderungen oder sonstige Ansprüche an Friedrich Stumpf IV. von Burkhardsfelden zu machen haben, solche binnen 10 Tagen bei Unterzeichnetem schriftlich oder mündlich geltend zu machen, als sonst nach Ablauf dieser Frist keine Berücksichtigung stattfindet. Burkhardsfelden, den 4. Okt. 1883. Der Bevollmächtigte: 6615 Rechner Heuser. Jeitgeöotenes. Neue Vietorio - Erbsen, pr. Pfd. 21 Heller-Linsen, pr. Pfd. 25 4, Thüring Bohnen, pr. Pfd- 18 H, empfiehlt 6635 Fr. Seibel. ^Caviar = frisch eingetroffen bei 6625 Cg. will». Weidig. ' " Prima neue Häringe, pr- Stück 6 feinst marinirte Häringe, pr. Stück 10 empfiehlt 6636 Fr. Seibel. Markthalle Köln sucht einen cautionsfähigen Mann zum Aufkäufen von Wild und Geflügel Bevorzugt wird, der mit dieser Branche be- kannt ist. §613 I Einen Guusbursch I ncht (6628) ®. Msoffcr. 9 w, Mh verliehen roo - Auf« ^d°r"°«5 ...x t w n »leben feaniftag Mittag nicht zugegangen sein, so bitten wir, Anmeldungen an. Frau Hotelbesitzerin Mütter (Einhorn), oder an unseren Herrn Ernst HL6 "W Balser (Atäusburg) bis spätestens Samstag Abend gelangen zu lassen. mdki Wrni ll» «°Das Comite. *£ 6608 WikiiThwcite zu inimii Buchbinderei u. Zchreibmaterialienhnndlung. Ä stellte der Mi 6612 6 kW 5597 6621 gearbeitet bei 6624 6623 Die heutige Nummer enthält 1 Blatt und 1 Beilage. Mn KW * Einkaufspreisen dem Ermöglich- Hermann Katz im früher Deich elh ei m'fchen Geschäft mit sich Umzüge verkaufe ich einen großen Theil meines Waareniagers zu herabgesetzten Preisen. Eine Parthie zum vollständigen Ausverkauf bestimmter Waaren verkaufe unter Die trauernden Kinder: Minna 8? Susanne Strauch 6565 Ein Lehrling kann die Marmor- und Grabsteinarbeiten gründlich erlernen bei ^ranz Hewel, Steinmetz, Grünberger- Straße. 51 Ankauf von Lumpen, Knochen, Papier und alten Akten. LouiS Rothenberger- Neuenweg 22. Allen Freunden und Bekannten, die unsere liebe unvergeßliche Mutter zur letzten Ruhe begleiteten, sagen den besten Dank |t entschieden be: N Metz fom Wermifchte Anzeigen. 6629 Maurer und Handlanger finden dauernde Beschäftigung bei Chr. Haubach, Westanlage 25. Philipp Koch, Georg Weller. Mehrere Bürger. W sind in größter Auswahl cingetroffcn. Gleichzeitig empfehle zurückgesctzte Klei auch hier.ci MitD L Zungen >u errn kmj i laßen. mite, ♦ die Annerölir de. Zu diss„ zendicht k- restens geforji ainatioö. ider, ützenhs w* **** M -er Lf.nu tit* mern würden die Deputirten der Rechten über die Vorgänge vor und während der Anwesenheit des Königs Alfonso in Paris interpelliren. Die ^Mpublique sran^aise" und der „Voltaire" bestätigen die Vertagung der Ministerkrisis bis zum Zusammentritt der Kammern. — Unterdessen ist König Alfonso wieder in Madrid — und zwar am Dienstag Abend — eingetroffen. Von der ersten spanischen Eisenbahnstation Jrun an bis zur Hauptstadt wurde der König an allen Orten mit enthusiastischen Kundgebungen empfangen und der Empfang in Madrid selbst gestaltete sich zu einer einzigen großartigen Ovation der Bevölkerung für ihn. Auf dem Madrider Nordbahnhofe erwarteten den König Alfonso die Mitglieder der königlichen Familie, die Minister, das diplomatische Corps, die Senatoren und Deputirten, die Civil- und Militärbehörden, während draußen vor dem Bahnhose eine dichtgedrängte Volksmenge stand, welche den Monarchen, als er nach dem Lscurial fuhr, mit stürmischen Zurufen begrüßte. Das königl. Schloß ist, abweichend von der sonst so strengen Etikette des spanischen Hofes, für Alle geöffnet, welche den König begrüßen wollen. Fast sämmtliche Souveräne haben deniselben telegraphisch ihr Bedauern wegen der Pariser Vorgänge ausgedrückt. König Milan von Serbien ist am Montag nach Belgrad zurückgekehrt und hat das serbische Cabinet Pirotschanatz nur diesen Zeitpunkt erwartet, um seine Demission einzureichen. Dieselbe ist vom König in Anbetracht des Umstandes, daß die Neuwahlen zur Skupschtina entschieden gegen das bisherige serbische Ministerium ausgefallen sind, auch angenommen worden. Mit der Neubildung des Cabinets hat der König den Vicepräsidenten des Staatsraths, Chriflic, beauftragt, über dessen politische Parteistellung und Gesinnung außerhalb Serbiens allerdings noch so gut wie nichts bekannt ist. Das unglückliche Peru wird in allernächster Zeit der Schauplatz erneuter Kämpfe sein. In Arequipa, einer Stadt im südlichen Peru, concen- triren sich peruanische Streitkräfte und es sind daher von Valparaiso, der von den Chilenen noch immer besetzten Hauptstadt Perus, 2000 Mann chilenischer Truppen abmarschirt, um Arequipa anzugreifen; diesen Truppen sollen unverzüglich Verstärkungen Nachfolgen. Berlin, 2. Oktober. Die Zeit der Ausführung des neuen Krankenkassen- gesttzes rückt Immer näher und es dürfte für die in erster Linie dabet Betheittgten zweckmäßig fein, siÄ mit dem Gesetze recht vertraut zu machen. An die Besitzer größerer lndustrteUer Etablissements rc. tritt die Nothwendigkeit heran, die erforderlichen Kassen neu zu errichten oder bereits vorhandene den Bestimmungen des Gesetzes entsprechend umzuwandeln. Diese organisatorische Aufgabe kann aber nur befriedigend gelöst werden bet eingehendster Kenntntß des Gesetzes und der ganzen Materie, welche Kenntnitz sich aber nicht so letcht erwerben läßt, wie manche vielleicht annehmen; wer das umfangreiche Gesetz Im Zusammenhänge durchgelesen, wird ohne Zweifel davon überzeugt sein. Zur Begründung unserer Ansicht wollen wir nur einen Umstand herausgretfen. Das Gesetz bestimmt bet den verschiedenen zulässigen Kassenformen dreierlei Maßstäbe zur Bestimmung der Unterstützung und der Beiträge, nämlich den ortsüblichen Tagelobn, den durchschnittlichen Tagelohn und den wirklichen Arbeitsverdienst- Eine Verwechselung dieser fast gletchklmgenden und thatsächltch nicht so wett von einander verschiedenen Begriffe in einem neu zu errichtenden Kassenstatut involvirt eine Bestimmung desselben, welche gegen das Gesetz verstößt und eine Correctur der Aufsichtsbehörde erforderlich macht. Vorbilder, wie man sie sonst wohl zur Aufstellung neuer Statuten zu gebrauchen pflegt, sind nicht vo Händen, da die gesetzlichen Bestimmungen zum größtenTheir fundamental von den bisherigen Anschauungen auf diesem Gebiete verschieden sind und die Eigen- thümlichkeit jedes Betriebes mehr oder weniger im Statut seine Berücksichtigung finden muß. Aus naheliegenden Gründen hat man im Allgemeinen noch wenig Vorstellung davon, welchen Umfang das neue Krankenkassenwesen in Bezug auf feine Vermögensverwaltung nehmen wird. — Betriebs-Unternehmungen mit einem jährlichen Arbeitslohn von 200,000 bis 300,000 «X sind in Deutschland nicht selten. Eine dafür zu errichtende Betriebskrankenkasse dürfte voraussichtlich einen Jahresumschlag — Einnahmen und Ausgaben — von 12,000 bis 18,000 haben, wobei noch ein Reservefonds von ungefähr gleicher Höhe anzusammeln und zu verwalten ist. Daß die Aufsichtsbehörde bei Prüfung von Statuten für Kassen, welche zu einer solchen Bedeutung heranwachsen können, doppelt vorsichtig zu Werke gehen muß, liegt nahe. Aus alle dem geht wohl zur Genüge hervor, daß die Mahnung, sich rechtzeitig und eingehend mit der Sache zu beschäftigen, vollständige Begründung findet. Politische Uebersicht. Gießen, 5. October. Der Kaiser hat an den commandirenden General des 11. Armee-Corps, v. Schlotheim, eine Cabinetsordre erlassen, in welcher der oberste Kriegsherr seine außerordentliche Zufriedenheit mit dem Zustande der Truppen aus- iplicht. Zugleich ist dem General das Großkreuz des Rothen Adler-Oroens mit Eichenlaub verliehen worden. Die verhältnißmäßige Ruhe, welche in unserer innern Politik dem Schluffe der außerordentlichen Reichstags-Session eingetreten ist, dauert ycch an und dürste wohl erst der im November zu erwartende Wiederzusammen- tritt des preußischen Landtages wieder eine lebhaftere Bewegung in den Gang der politischen Geschäfte bringen. Was das kirchenpolitische Gebiet anbelangt, jo waren auf demselben in der jüngsten Zeit verschiedene sensationelle Gerüchte in, Umlauf, von denen sich aber keines bestätigt hat. Zu denselben gehörte ach die Nachricht, daß der abgesetzte Erzbischof von Posen, Ledochowski, auf jein früheres Bisthum förmlich Verzicht geleistet habe, welches Gerücht von dem Myer Poznanski", welcher in nahen Beziehungen zum Grafen Ledochowski sch, jetzt entschieden dementirt wird. Aus Metz kommt die interessante Nachricht, daß der Reichs- tazs-Abgemdnete für diese Stadt, Herr Antoine, unter der Anklage des Luidesverraths verhaftet worden ist. Bekanntlich ist vor Kurzem die Corre- Wdenz des Herrn Antoine mit dem Reichstags-Abgeordneten für Straßburg, wrn Kable, von der „Nordd. Allg. Ztg." veröffentlicht worden und diese Cmespondenz läßt allerdings die Gesinnungen Herrn Antoine's gegenüber der duschen Regierung in einem so bedenklichen Lichte erscheinen, daß seine Verhaftung gerade nicht überraschen kann. In Oesterreich ist die kroatische Frage mit der Eröffnung des- ungarischen Reichstages wieder in lebhafteren Fluß gekommen, denn derselbe mß sich wohl oder übel mit dieser heikeln Angelegenheit befassen. Am Mitt- Wch, den 3. October, wollte denn auch der ungarische Ministerpräsident, Herr Tisza, mündlich im Reichstage über den Stand der kroatischen Frage berichten und einen Beschluß des Hauses in derselben herbeisühren. Den kroatischen ^geordneten gegenüber hat Herr Tisza bereits bemerkt, daß er von der Legislative diejenige Vollmacht verlangen werde, welche eine befriedigende Lösung der Mppensrage herbeizuführen im Stande sei, er werde sich für Wappen ohne Abschrift aussprechen. Auch die Beseitigung des Ausnahme-Zustandes in Kroatien stellte der Ministerpräsident in nahe Aussicht; die Theilnahme der kmtischen Abgeordneten an den Verhandlungen des Reichstages über die Wappenfrage überließ er der Entscheidung der Abgeordneten. Es scheint demnach, daß man in Pesth gesonnen ist, den Kroaten gegenüber einzulenken und es bleibt unter den obwaltenden Umständen der ungarischen Regierung auch nichts weiter übrig. Die scandalösen Vorgänge, welche den Einzug des Königs von Spanien in Paris begleiteten, bilden selbstverständlich in Frankreich das Tagesgespräch und werden noch weit über die Grenzen Frankreichs hinaus lebhaft erörtert. Alle ruhigen und besonnen denkenden Franzosen beklagen und verurteilen die dem spanischen Herrscher zugesügten Beleidigungen und billigen es, daß der Präsident sich zu dem für die französische Nation so demüthigenden Schritte bequemte, König Alfonso wegen der gegen ihn gerichteten Demonstrationen um Verzeihung zu bitten. In gewissen republikanischen Kreisen bemüht man sich in auffälliger Weise, Herrn Gr6vy für die vorgekommenen Scandalosa verantwortlich zu machen; allerdings mögen gewisse Jntriguen in der Umgebung Präsidenten hierbei ihr Spiel getrieben haben, doch das Oberhaupt der Republik selbst mit den unqualicirbaren Demonstrationen gegen König Alfonso m Verbindung zu bringen, heißt entschieden zu weit gegangen. Die ganze An- Ogenheit hat zu wiederholten Berathungen im Schooße des französischen Ministeriums geführt; auch sind Gerüchte von dem bevorstehenden Rücktritte mehrerer Minister im Umlauf. Es heißt, sofort nach der Eröffnung der Kam- I Ctrl SCllWaabS DelicalesseahaiHllgiig empfiehlt zum Einmachen den durch seine Haltbarkeit |g so beliebt gewordenen Jsk feinsten Doppel Essig in Demyohns (Korbflaschen) Liter Inhalt Mark 7.— 5 — „ if ir Me Q __ U ir if incl. Emballage. 5337 Leere Demyohns zum Füllen werden mit X 2, X 1,50 und M. 1 wieder angenommen. Mieder eingetroffen: Darmstädter PfertlemearM Mhung am 2v. Oktober) sind ä 2 Mk. in der Expedition ds. Bl. §Mben. __________________________ in großer Auswahl oo-räl IBergei*! Lindenplatz. von If 30 20 10 Textos*’® Haardt bleibt an Wochentagen geschlossen. 6532 (7. Messt „Zum Lindenhof". ! Neuheiten g in 6638 Damen-Wintennanteln | sind in größter Auswahl eingetroffen. I Hermann Katz | § im früher Heichelheim'schen Geschäft. D 6576 Einen zuverlässigen Packer suchen I Ein Schuhmacher-Lehrling gesucht, auf sofort Mettenheimer Schultheis. 1 Näheres in der Exped. ds. Bl. 6590 LMM Wöchentl. 2-2>/r Bog. — ViertelMrI. nur M. 1.60, mithin der Bog. nur ca. 6L M M! i 6504 üfiMi Fl- per Marktstraße. 6435 Franks. Würstchen 6285 empfiehlt G-g, WilK Weidig. 6560 _____________.,V , W|| L ’ FUllll Zwischen Frankenbach und Fellingshcuid I < . J£ r Wald ist eine Hündin (Doa»e>. > t ‘5669 Lindenplatz. Verantwortliche Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'scheu Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen. Das liberale Wahl-Comite der Reichstagswahl von 1881 kauft 5649 Mount Enos Nombola Alter Moscato . - . Süßer Moscato . . . Corinthen Auslese . Malvasier . . . . Luxury ...... .Fr. Fehseufeld. Unw -Buchhandlung und Antiquariat. Ls-2 Ich bemerke noch, daß ich nur die feinsten griechischen Weine importire, des hohen Zolles wegen der Import von billigen Weinen nicht rathsam ist. Paris, 4. Getobe Aankung des Sul - Der Minister ÄMrkgufern verb Mgen auszurufen. 6512 Eine Drehbank zu verkaufen bei C. Heyer, Mechaniker. Alexandrien, i 5 t'Nn, ßommtfiai 5| W erstatten. 3 Laubsagchvlz in großer Auswahl empfiehlt billigst WilÄieHm Seibert^ PO, 4. Getobe Mn, eine Resoluti M« Krage en Die Berloosung der Gemälde von Wilh. Jett: Schiffenberg, Gleiberg, Montscheinlandschaft, findet Montag den 15. Moder d. I. statt. Solange der Vorrath reicht, sind noch Loose zu 1 eX bei dem Unterzeichneten, sowie bei Kaufmann Rühl, Seltersweg 59, -zu haben. Madrid, 4. O. M in die Oper ur Dacht. “ Der Minister ::Wn der Zwisch Mer, wie verlautet Vermischte Anzeigen. 6537 Eine Parterre-Wohnung oder elfter Stock, möglichst mitten in der Stadt,je? sucht. Offerten unter B 6537 in der th? pedition A Bl. m/herzulegen-, wird die Güte haben, Sonntag den 7. October, Nachmittags 3^ Uhr, in Gründer^ im Gasthause zum Rappen Bericht über die verflossene Reichstagssesfion zu erstatten, wozu rvir alle Wähler des Wahlkreises einladen. .Petersburg, 4. sind Unlnuchttz u Die Kurse ft Mtchtet, minbe 'inen. Strickwolle in allen Farben u. Qualitäten. 6577 Einen Lel> rling f* Mettenheimer & Schulther-. Leipzig, 4. Ocio MinMctz vmN Anleitung der Vm ^ntersuckungsrichte .;chng erhobene Be Carl Schwaab, Delicatessenhandlung. Herr Wilh. Wenzel hier unterhält ebenfalls Lager von diesen Weinen und werden solche auch im Glas bei demselben verabreicht. 3231 Griechische Weine» Von der Firma E. A. Toovle in Cephalonia mit dem Allein-Berkans ihrer vorzüglichen Weine betraut, offerire ich hiermit sowie die bekannte Rockwolle Unser Reichstagsabgeordneter Herr Dr. Gulfleiseh «Tjanfcouoerts mit Firmendruck in allen Farben und Aualitaten von Jt. 2.50 pro mille an und höher empfiehlt Ottmar Höhl@r, Wol F»lin, 5. o **niifa für K«di- Druckst Wneten $iel Als beste Unterhaltung für die langen Winterabende empfehle ich meinen Zournal-Lefezirkel, welcher sich durch Reichhaltigkeit und Billigkeit auszeichnet. Derselbe umfaßt drei nach Inhalt und Preis verschiedene Zirkel. Nr. 1 enthält — Neue» Blatt, Fliegende Blätter, Daheim, Deutsches Familienblatt, Gartenlaube, Gegenwart, Globus, Grenzboten, Hausfreund, Kladderadatsch, Jllusir. Modenzeitung, WestermannS Monatshefte, Romanbibliothek, Romanzeitung. Deutsche Rundschau, Schatk, liebet Land und Meer, Dom Fels zum Meer, Jllustr. Welt, Äus allen Welttheilen. Leipz. Jlluitr. Zeitung — wird 2 mal wöchentlich gewechselt mit Mappen von je 6—8 Blättern und kostet vierteljährlich 3 JL. 50 H. Nr. 2 enthält: Neues Blatt, Buch für Alle, Daheim, Familienblatt, Frauenzeitung, Gartenlaube, Romanbibliothek, Jllustr. Welt, wird jeden Dienstag gewechselt und kostet vierteljährlich 1 M. 80 S\. Nr. 3 umfaßt alle in Nr. 1 und 2 aufgeführten Zeitschriften. Man abonnirt auf einzelne Blätter und erhält dieselben neu bis höchstens 3 Wochen nach Erscheinen. Der Wechsel findet Montags statt. Der Preis des Abonnements, welcher mindestens 3 M. vierteljährlich betragen muß, richtet sich nach dem Preise der Journale. Ferner mache ich auf meinen Bücher-Lesezirkel aufmerksam, der eine erlesene Zahl der belletristischen Werke neuerer Zeit umfaßt und fortwährend vergrößert wird. Der Abonnementspreis beträgt jährlich 10 M.. Auch werden einzelne Werke daraus zu dem Preise von 40 H per Woche verliehen. Zu Abonnements ladet ergebenst ein Fr. C°. Fehserrfeld, Univ.-Buchhandlung und Antiquariat. Stenographie (System Gabelsberger). 5528 Gründlicher Privatunterricht 'M ertheilt. Von wem? sagt die Exoed, Mit vielen prachtvollen Illustrationen. Das nächste Guartal beginnt mit dem spannenden Roman , 95rßut m Traner" von Ernst Wichert, an welchen sich eine sehr anziehende culturgeschichtliche Novelle „Glockenstimmen" von Stefanie Kcyser anschließen wird. . Von den zahlreichen belehrenden Artikeln, welche im nächsten Quartal veröffentlicht werden, nennen wir hier nur einige: „Das Thermometer m der Familie. Offener Brief an eine Mutter" von Dr. L. Fürst. — »Der deutsche Hunenhcld" non Karl Blind. — »Der Leberegel" von Professor Dr. R. Lenckart. — „Der AblaMrcil im Jahr 1517" von Emil Zittel. — „Die Faustsage' von^Fr Helbig. — Im Kampfe ums Recht. Ein Zeitbild aus Siebenbürgen" von O. Teutsch. — „Im Reiche der unsichtbaren Feinde" von Dr A. Bernst-m - „Deutsche Jagb- und W-idmannsbilder" von L. Beckmann. - »Auf dem Actna" °°u Fn Avenarins. - Spezialität) zwischen DerM land, Oesterreich, der Schweiz u. Amen!'' Ausfertigung consularisch beglaubig Vollmachten. Commissions • Geschäfte Branche. Zuverlässige Austun f t rb-'l amerikanische Verhältnisse E int reib u n| streitiger Forderungen Vertretung J Nechtösachcn. KaufmäunischeZ AuskuM Bureau Nachweis von Bezug« und yj satzquellen. Cajüten«Passage für sämmiuP Ozean-Dampferlinien. M im Wald ist eine Hündin (Doq^ weißgrau mit schwarzer Schnauze, Oyrei gestutzt, Schweif ausgewachsen, entlaß Dieselbe ist mit einem Halsband (nntdcm Namen Gg. Albert in Oberweldbachj ne^ önfin per Pfund JL. 1.20 empfiehlt eSeiiiiis ScSiiiSze, Sonnenstraße 20. Eint- pckilhl-' Hemdt>nkrafil-n verkaufe, um damit zu räumen, ä 30 4 per Stück. «... 6267 H. Hubsmnen. American Exchange A. Tenner Berlin, Friedrich-Strasse 212. Deutsch-Amerikanisches Wechsel-, lnca>sö und Commissions-Geschäft. versehen. . Auskunft erbeten an Gg. Albert H Gberweidbach b. Gladenbach. 5704 Der 2. Stock in meinem Vorderhaus ist zu vermiethen und am 15. Oktober u beziehen. Caspar Schomber, Neustädter-Thor. b206 In meinem neuerbauten Hause in der Ludwigsstraße ist der mittlere Stock, 6—8 Zrmmer, per sofort zu vermiethen- I. Bernhardt. '6424 Ein Logis, bestehend aus 4 Zimmern und Zubehör (an der Hauptstraße), sofort zu vermiethen. Näheres bei Ehr. Haubach, West- anlage 25. 6483 Eine freundliche Familienwohnuug an ruhige Leute zu vermiethen und per 1. Dezember beziehbar- Karl Bender, Sattler. * 6544" In Friedberg i. d. W- ist eint frequente Beickerei unter günstigen Bedingungen sofort |U vermiethen. Anfragen unter Nr. 6544 befördert m Expedition ds- Bl. Ein Keller unter der neuen Klein- kinderschule ist zu vermiethen. Der Vorstand d. Kleinkinder-Bewahransiolt Dr. Naumann, Pfarrer. Wermietßungen. 6042 In meinem von Herrn Th. Geilfuß erkauften Hause sind mehrere neu- hergerichiete, abgeschlossene Logis von 3 bis 6 Zimmer mit allem Zubehör zu vermiethen. S. Elsoffer. 6599 Eine freundliche Familienwohnung ist zu vermiethen und gleich zu beziehen. Wildhändler Edel. 6439 Ein kleines Logis im Hinterhaus, sowie mehrere möblirte Zimmer vermiethet H. Kühn, Seltersweg 36. 6558 Zwei größere Wohnungen, je 7 Zimmer, billig zu vermiethen- _______________________Alicestraße 11. 5368 Geräumige Mansardenwohnung an eine ruhige Familie zu vermiethen und Anfangs Oktober zu beziehen. Wilhelm Reiber, Bahnhofstr. 66. 6556 Ein gut möblirtes Zimmer. Graveur A. Konradt, Neuenweg 40. 5889 Eine kleine, neuhergerichtete Familienwohnung an ruhige Leute zu vermiethen und per 1. Oktober beziehbar- Chr. Lony, Bierbrauerei. 6165 Ein schönes nröbl. Zimmer zu vermiethen im Hause des Herrn Rentier Schmidt, Selterswejg 67.__ 6567 Neuenweg 62 (vormals H. Keck) im Hinterhause, 2. Stock, sind fortwährend Möbel aller Art zu den billigsten Preisen zu verkaufen._____________________________ 6582 Ein einfach möblirtes Zimmer zu vermiethen. Sonnenstraße 14. 6569 Ein möblirtes Zimmer zu ver- miethen -Marktstraße 32. 6513 Ein kleines Mansardenlogis mit Wasserleitung nebst verschließb- Corridor ist an eine ruhige Familie zu vermiethen. Westanlage 11. MlllNNNM neu hergerichtet, 3Zim- SlPUIJHlmy, mer mit Zubehör (inmitten der Stadt, in schönster Lage), zu dem billigen Preis von 350 JL zu vermiethen. Näheres in der_Exped- ds. Bl- 6508 6344 Möblirtes Zimmer zu verinilthen. Marktstraße 16. 4304 Mittelgr. Logis mit schönem Garten bald odZpäter zu vermiethen. Steinstr. 55. 2378 Ein Haus (Frankfurtcrstr. 40), 2stöckig (6 Zimmer, Corridor rc.), mit Garten, großem Hof, Bleichplatz an eine oder zwei stille Fami^wn^zu ^vermitthen 4649 Im unteren Stock meines Hauses eme Wohnung von 4—6 Zimmern mit allem Zubehör zu vermiethen. Briel, Rechtsanwalt. 6437 Ein Logis vermiethet alsbald Hch. Becker, Löwengasse 28. Bor: wem ? iagr ou •>. o y Kcitervbft Emil Scfimnil Äj Ai, ^ranEfurkrJof^J