Platz 4. ] unter ■ ohlen. Mtii rr.: IM -GrseWft 3789 itiren). so Pfg. h. 61. 'ree Pf* vorige Äoche em Angeboten unb sich faßt. Leider soll Zmwohner büogw im EMchlM P schon öfters M - besonders betrogen zn machen, welches lt d6en6a*^„ MM m W °i mid) itruft, *- »NN, Wmr inte. Nr. 127. Mittwoch den 6. Juni 1888. Gießener Anzeiger Amts- unb Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Bureaut Schulstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Msntags. Preis vierteisührlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlshn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Politische Ueberficht. Gietzen, 5. Juni. In unserer socialpolitischen Gesetzgebung ist mit der am Donnerstag im Reichstag erfolgten definitiven Annahme des Krankenkaffen- Gesetzes ein erster wichtiger Schritt geschehen. Es hat sich für dasselbe eine unerwartet große Majorität ergeben, was wohl die beste Garantie für den untern Werth dieses Gesetzes bedeutet und so darf man hieran die Hoffnung knüpfen, daß auch die weiteren Schritte auf der Bahn der Socialreform von Erfolg sein werden. An die Schlußabstimmung über das Krankenkaffen-Gefetz schloß sich die weitere Berathung der Gewerbeordnungs-Novelle, doch bot die Discussion über diesen Gegenstand in keiner Beziehung interessante Momente dar und wurden daher die noch restirenden Paragraphen des auf das Hausirer- gemerbe bezüglichen Artikels 10 ohne besondere Zwischenfälle erledigt. Sehr lebhaft gestaltete sich dagegen die Freitags-Sitzung; Abg. Baumbach ließ in der Discussion des die Handlungsreisenden betr. Artikels gelegentlich die Bemerkung fallen, wie es wohl der Rechten gefallen würde, wenn in einer Vorlage beweis- los behauptet würde, es gäbe auch im Officiersstand unlautere Elemente, was den Abgg. v. Minnigerode und v. Köller, sowie dem preußischen Kriegsminister Bronsart v. Schellendorf Veranlassung gab, diese Verdächtigung des Officiers- standes energisch zurückzuweisen. Die Discussion, an welcher sich schließlich auch die Abgg. Dr. Dohrn und Frohme betheiligten, ließ an dramatischer Lebendigkeit und kräftigem Eingreifen des Chores, das sich namenlich in „großer Unruhe" abwechselnd aus der rechten und linken Seite des Hauses äußerte, nichts zu wünschen übrig und gab am Schlüsse zu einer wahren Fluth von oft sehr bissigen persönlichen Bemerkungen Anlaß. Genehmigt wurden der Antrag Ackermann zu § 43a, den gewerbsmäßen Vertrieb von Druckschriften u. s. w. an öffentlichen Orten durch Personen, die minderjährig, blind, taub oder geistesschwach sind und durch Personen, welche keinen festen Wohnsitz im Jnlande oder schon eine Freiheitsstrafe von mindestens 6 Wochen erlitten haben, nicht zu con- cessioniren und der Richterffche Zusatzantrag: In geschlossenen Räumen ist zur nicht gewerbsmäßigen Vertheilung von Druckschriften, oder andern Schriften ober Bildwerken eine Erlaubniß nicht erforderlich. Dagegen wurde Absatz 3 zu § 44, welche den Gewerbebetrieb der Handlungsreisenden direct den Vorschriften für die Hausirer unterstellt, in namentlicher Abstimmung mit 149 gegen 142 Stimmen abgelehnt. Ein weiterer Antrag des Abg. Ackermann, daß das Aufsuchen von Bestellungen auf Waaren nur bei Kaufleuten oder Gewerbetreibenden, in deren Gewerbebetrieb Waaren der angebotenen Art Verwendung finden, gestattet sein soll, die Zustimmung des Hauses, mit dem Zusätze, daß diese Beschränkung auf die Wein- und Tabakshändler keine Anwendung finden solle. Schließlich wurde noch der hierzu gestellte Richterffche Unterantrag, welcher das Aussuchen von Waarenbestellungen bei Personen, in deren Gewerbebetrieb diese Waaren keine Anwendung finden, freigeben will, in namentlicher Abstimmung angenommen, und zwar mit 159 gegen 139 Stimmen. Gegen den Antrag stimmten die beiden conservativen Fraktionen und das Centrum, mit Ausnahme der Abgg. Lieber von Fürth und dem Führer der Centrumspartei, Herrn Windthorst, selbst. Die Dispositionen bezüglich des weiteren Arbeitsplanes des Reichstages sind nun dahin getroffen, daß nach Erledigung der Gewerbeordnungs- Novelle die Zuckersteuer-Vorlage, die Literar - Convention mit Frankreich, der Handelsvertrag mit Italien und die „Reblaus-Vorlage" zur Berathung gelangen. Hierauf sollen Positionen des Etats pro 1884/85 berathen werden, welche in der Budget-Commission schon zur Annahme gelangt sind, Fürst Bismarck hat am Donnerstag zum erstenmale seit längerer Zeit wieder einer Sitzung des preußischen Staatsministeriums beigewohnt, resp. präsidirt, was ohne Zweifel für das günstige Befinden des Fürsten spricht. Hauptgegenstand der Verhandlungen des Ministerrathes sollen die kirchenpolitischen Angelegenheiten gewesen sein, auch soll die Haltung der Regierung gegenüber den verschiedenen noch zur Debatte stehenden Vorlagen im Reichstage und im Abgeordnetenhause festgestellt worden sein. Die Abreise des Reichskanzlers aus Berlin gilt als unmittelbar bevorstehend, und zwar heißt es, daß derselbe sich zunächst nach Friedrichsruhe und dann erst nach Kissingen begeben werde. Nach der „Neuen Pr. Ztg." dürfte in wenigen Tagen eine kirchen- .ische Vorlage zu erwarten fein, welche die Modification der Anzeigepflicht werden 'soll^durch eine ausgiebige Seelsorge katholischer Geistlicher erreicht Tongking kommt die entsetzliche Kunde, daß der tapfere Rivivre nebst 15 seiner Leute nicht während des Gefechtes vor Hanoi gefallen, sondern von den Anamiten gefangen genommen und am andern Morgen mit seinen Unglücksgefährten gepfählt worden ist. Der Pariser „Gaulois", welcher diese Mittheilung verbreitet, gilt allerdings keineswegs als ein stets wohl informirtes Blatt, aber die Greuelthat selbst klingt bei dem Charakter der anamitischen und tongkingnesischen Banden keineswegs unwahrscheinlich. Sollte sich aber die Nachricht hiervon bestätigen, dann wird der Krieg gegen Anam jedenfalls mit der größten Erbitterung geführt werden und die schonungslose Vernichtung jener Hyänen in Menschengestalt müßte dann nur gebilligt werden. Ueber die weiteren Vorgänge in Hanoi liegen zur Stunde noch keine Nachrichten vor, hoffentlich gelingt es aber den aus Saigon abgesendeten Truppen, ihre im Fort Hanoi eingeschlossenen Kameraden noch rechtzeitig zu entsetzen und somit eine abermalige Katastrophe zu verhüten. — Am Freitag ist das Transportschiff „Mytho" mit 1200 Mann Truppen von Marseille nach Tongking abgegangen. Auch der Gouverneur von Neu-Caledonien hat Befehl erhalten, alle disponibeln Truppenmannschaften nach Tongking abgehen zu lassen. In England steht wieder einmal die Kanal-Tunnel-Angelegenheit im Vordergründe des Tages-Interesses. Zwei militärische Autoritäten, General Simmons und Admiral Rice haben sich vor Kurzem entschieden gegen die Anlage des Tunnels ausgesprochen; Simmons erklärte, daß es leicht sei, 30,000 Mann an der Tunnelmündung landen zu lassen, ehe man es sich versehe und bann sei England verloren. Auf die Zerstörung des Tunnels könne man nicht rechnen und zu einer Dynamitkammer könne man den Tunnel nicht machen, da es sich dann das Publikum sehr überlegen würde, den Tunnel zu benutzen. Daß der Tunnel für eine auswärtige Macht eine ungeheuere Versuchung birgt, sich Englands, dessen eigentliche Stärke in seiner insularen Lage besteht, zu bemächtigen, ist richtig und wir glauben daher, daß schon aus diesem Grur.de die englische Negierung in den Bau des Tunnels nicht willigen wird. In Petersburg sind bei der Illumination, welche aus Anlaß der Krönung stattfand, sehr tumultuarische ©eenen vorgekommen. Die Polizei verbot daher die Fortsetzung der Illumination, welche an drei Abenden hintereinander stattfinden sollte, was zu dem Gerüchte Anlaß gab, die Krönungsfestlichkeiten seien eingestellt worden wegen betrübender, aus Berlin über das Befinden des Kaisers Wilhelm eingetroffener Nachrichten. Dies Gerücht fand rasch allgemein Glauben und bald strömte die Menge vor dem deutschen Botschaftspalais zusammen, um dort Näheres zu erfahren. Die Regierung hat zur Beschwichtigung des aufgeregten Publikums ein Extrablatt des „Regier.-Anz." erscheinen lassen, in welchem die über die Erkrankung des deutschen Kaisers circulirenben Gerüchte als jeber Begrünbung entbehrenb bezeichnet werben. Wahrscheinlich sinb biefetben von gewisser Seite absichtlich hervorgerufen worben, um einen Mißton in bie Feststimmung zu bringen. Es heißt, baß in Folge biefer tumultuarischen Scenen bie erste Hauptstadt des Reiches beim Czaren in Ungnade gefallen sei, was allerbings bie Meldung zu bestätigen scheint, daß sich das kaiserliche Paar nach Beendigung der Moskauer Feierlichkeiten direct nach Schloß Peterhof zu begeben gedenkt. Deutschland. Darmstadt, 4. Juni. Seine Königliche Hoheit der Großherzog Haden Aller- gnädlgst geruht: Am 19. Mat den Distriets-E nnehmer der Districts-Etnnehmeret Groß-Gerau I Rendanten August Schreiber auf fein Nachsuchcn, unter Anerkennung seiner langjährigen treugeieisteten Dienste und unter Verleihung des Ritterkreuzes 2. Classe des Verdrenstordens Philipps des Großmüthigen, in den Ruhestand zu versetzen; an demselben Tage den Geometer 1. Klasse Ludwig Höhler zum Distrtcts- Etnnehmer der Dtstricts-Einnehmerei Lauterbach, den Ministertal-Colculator 2. Klasse Wilhelm 53 a ft er t zum Dtstrtcts-E nnehmer der Districts-Emnehmeret Alsfeld, den Oberrechnungspi obator 2. Klasse Albert S cr i b a zum Dtstricts-Einnehmer der Districts- Einnehmerei Groß-Gerau I und den GehÜlsen bei der Hauptcontrole der Marn.Neckar- Eisenbahn Heinrich Rapp zum Districts-Einnehmer der Dtstricts-Einnehmerei Gedern zu ernennen; an dtmsclben Tage den Hauptmagazinsverwalter bet der Main-Neckar-Effcnbahn Christoph Querner auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung fein t langjährigen treugeleisteten Dienste und unter Verlegung des Charakters als Recknungsrath, in den Ruhestand zu versetzen, und den Werkführer bei der Main-Neckar-Eisenbahn Robert Bauer zum Hauptmagazinsverwatter bei dieser Bahn zu ernennen; an demselben Tage den Finanzasptranten Georg Kissel aus Battenberg zum Ministerialcalculator 2. Klasse bet der Buchhaltung des Mintstertums der Finanzen, sowie den Finanzaspiranten Ludwig Götz aus Wörrstadt zum Calculator 2. Klasse bet der Hauptstaatskasse m ernennen; um 26. Mat den Kreisarzt dts Kreisgesundhettsamts Dieburg Medicinalraih Dr. Hermann Kaiser auf sein Nachsuchen und unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste in den Ruhestand zu versetzen; an demselben Tage den Kreisarzt des Kreisgesundheitsamts Lauterdach Dr. Hermann Dannenberger zum Kreisarzt des Kretsgefundheitsamts Dieburg zu ernennen. . . Darmstadt, 3. Juni. Das Großh. Ministerium bes Innern unb ber Justiz, Abtheilung für Schulangelegenheiten, hat an bie Großh. Directionen ber Gymnasien, Realschulen unb höheren Mädchenschulen, unterm 12. Mai folgenbes Ausschreiben, betr. bie Pflege ber Gesundheit der Schüler ber höheren Lehranstalten erlassen: _ , rL „Die Commission zur Prüfung ber Frage ber Ueberburbung ber Schuler ber höheren Lehranstalten hat sich in ihrem gutächtlichen Bericht m Betreff der Maßregeln, welche zu ergreifen feien, um bie lernenbe Jugend vor Schädigung ihrer Gesundheit unb ihrer körperlichen Entwickelung zu bewahren, dahin ausgesprochen, baß durch bie obligatorischen Turnstunden das Maß ber Einwirkung der Schule auf die körperliche Entwickelung der Schiller nicht erschöpftes ei, letztere vielmehr außerdem durch Schivimmübungen^ Schlittschuhlaufen, Spiele im Freien und periodische, mindestens monatliche Schulausfluge thunuchste Förde- 9 Es ist uns bekannt, daß an den höheren Lehranstalten der hohe Werth der in dem Gutachten angedeuteten Maßregeln auch seither schon nicht verkannt worden ist; allein wir erachten es doch für. angemessen im Jntere se der Gesunbheit ber heranwachsenben Schüler ausdrücklich zu empfehlen, daß Nichts ver- säumt werben möge, was von Seiten ber Schule m biefer Richtung geleistet werben kann, und wir sehen daher Ihrem Berichte darüber entgegen m we cher Weise Ihre Anstalt seither schon auf bie Forberung ber leiblichen Entwickelung ber Schüler bedacht gewesen ist, und welche etwaige weitere Ntaßnahmen Sie in diesem Betreff für angezeigt halten." Berlin, 2. Juni. Die von der französischen Regierung zur Untersuchung der Lage beö Kunftgewerbes eingesetzte Commission hat in diesen Tagen die Gutachten der hervorragendsten Industriellen der Porzellan- und Gewerbebranche eingeholt. illeberaÜ klagt man über die Concurrenz des Auslandes und verlangt Staatshülfe zur Errichtung von Hanc-werkerschulen und von Musterzetchenschulen nach dem Vorbilde Deutschlands. Die französischen Industriellen erklären sich zu jedem Opfer bereit, um vas an die deutsche Concurrenz verlorene Terrain wieder zu gewinnen, aber sie rechnen auf die Initiative des Staales, um ihren Anstrengungen den gewünschten Erfolg LU sichern. Rußland. Petersburg, 3. Juni. Gestern am Spätabend fand auf der Petersburg- Warschauer Bahn bet Screbrtankt ein Zusammenstoß eines Passagterzugs mit einem aus Pltussy kommenden Güterzuge statt. Em Schaffner wurde getödtet, ein Heizer schwer verwundet und mehrere Passagiere wurden kontusiontrt. Moskau, 3. Juni. Die Ansprache, welche der Kaiser bei dem gestrigen Feft- diner an die Vorsteher der Landgemeinden hielt, lautete: Ich bin sehr erfreut, Euch nochmals zu sehen, ich danke Euch für Eure herzliche Theilnahme an den Festlichkeiten, welche von ganz Rußland so freudig begrüßt worden sind. Wenn Ihr heimkehrt, so überbringt Allen meinen herzlichen Dank, folget dem Rathe und der Führung Eurer Adeltzmarschälle, schenket keinen Glauben den unsinnigen Gerüchten über Landverthetlung und unentgeltliche Erweiterung des Grundbesitzes und dergleichen. Solche Gerüchte werden durch unsere Feinde verbreitet. Jedes Eigenthum, auch das Eurige, muß unantastbar sein. Gott gebe Euch Glück und Gesundheit! — Zu den Adelsmarschällen sagte der Kaiser: Ich danke Ihnen für Ihre Treue, ich bin von den treuen und innigen Gefühlen des Adels stets überzeugt gewesen und vertraue fest daraus, daß derselbe wie immer eine feste Stütze bet allem Guten und zum Segen des Throns und des Vaterlands sein wird. Gott möge uns ein friedliches und ruhiges Leben gewähren! Ich danke Ihnen nochmals von Herzen. Telegraphische Depeschen. Wolff's lelegr. Correspondenr-Bureau. Berlin, 4. Juni Der Reichstag genehmigte definitiv und unverändert den Handelsvertrag mit Italien und die Literarkonoention mit Frankreich. Bet der zweiten Berathung des Zuckersteuergesetzes wurde nach längerer Debatte unter Ablehnung aller Abänderungsanträge § 1 der Commissionsanträge (Exportprämie von 9 JL für Rohzucker) genehmigt. — Fortsetzung morgen. — Abgeordnetenhaus. Auf der Tagesordnung stand die Interpellation Stablewski wegen Ertheilung des Religionsunterrichts in Posen. Der Kultusminister er- wideite, die Regierung hätte zunächst durch die Blätter Kenntniß von der Verfügung vom 7. April erholten, dann durch die Posener Regierung. Der Minister erkennt an, daß die Verfügung nicht der Verordnung vom 27. Oktober 1873 — wonach der Religionsunterricht in der Muttersprache zu ertheilen sei, falls n'cht die polnischen Schüler hinre-chend deutsch verständen — entspreche. Die Posener Regierung habe aber durch die Deklaration vom 27. April die über die Verordnung des Jahres 1873 hinausgehenden Best-mmungen beseitigt. Letztere Verfügung fei jedoch in einzelnen Fällen noch nicht ang-wendet worden. Die Posener Regierung fei angewiesen worden, Ad- tz Ülfe zu schaffen, es sei auch Vorsorge gegen die Wiederholung ähnlicher Fälle getroffen worden, v. Hammerftein und Windthorst beklagen den Uebereifer der unteren Instanzen, welche die besten Intentionen des Ministeriums vereitelten. Letzterer wünscht bet der Posener Regierung reformativ in capite et numbris. Auch Dirichlet hielt die Beschwerden der Polen für gerechtfertigt- Es wurden dann die §§ 1—13 der Landgüterordnung nach dem Anträge der Commission angenommen. Morgen: Canalvorlage. Berlin, 4. Juni. In der Actienbrauerei Tivoli brach gegen Mittag ein heftiges Feuer aus, das besonders in der Mälzerei und Böttcherei wüthete. Nm halb 3 Uhr gelang es den Anstrengungen der Feuerwehr, welche bereits eine Viertelstunde nach Ausbruch des Feuers mit 4 Dampfspritzen und 5 Handdruckspritzen zur Stelle mar, das Feuer zu bewältigen. Das Feuer blieb so aus das Pechhaus — wo es ausgekommen sein soll — den Malz- in$ Hopfenboden, sowie auf die Böttcherei beschränkt. Der größte Theit des Malzes wurde gerettet. Menschenleben sind nicht zu beklagen. Konstantinopel, 4. Juni Der Vertreter der deutschen Bonds- Inhaber, Justizrath Primker, ist gestern Nachmittag von einem Gehirnschlag betroffen worden und liegt im deutschen Hospital schwer krank darnieder, sein Befinden giebt zu ernstlichen Besorgnissen Veranlassung.________________________ Lokales. Gießen, 5. Juni. Montag den 11. und Dienstag den 12. l. Mts. finden öffentliche Sitzungen des Provinzialausschusses der Provinz Oberhessen im Regierungsgebäude dahier statt. — Es kommen zur Verhandlung: Montag den 11. l. Mts.: 1. Gesuch des Wirths Heinrich Kirchner dahier um Erlaubniß zur Anlage einer Pferde-Schlächterei. 2. Reclamation gegen die Bürgermeisterwahl zu Dortelweil. 3. Desgl. zu Elbenrod. Dienstag den 12. l. Mts. 4. Expropriation eines dem Müller August Sehrt in Ilsdorf gehörigen Grundstücks zum Betriebe der Grube Ilsdorf. 5. Herstellung der Kreisstraße von Haarhausen nach Gontershausen, hier Expropriation von Privateigenthum. 6. Reclamation des Straßenmeisters Philipp Klein zu Heusenstamm wegen Zuz ehung zu den Umlagen der Stadt Gießen für 1881/82 rc. 7. Klage des Ortsarmenverbandes Essen gegen den Ortsarmenverband Ober- Seibertenrod wegen Unterstützung des Heinrich Schuch ar d. 8. Klage des Ortsarmenverbandes Oppenheim gegen den Ortsarmenverband Gießen wegen Unterstützung des Peter Wenz. Vermischte». Darmstadt, 2. Juni. sMilltärdienstnachrichten) Dr. Graf, Stabs- und Bataillonsarzt vom Füsilier-Bataillon 6. thüringischen Infanterie-Regiments Nr. 95, zum Ober-Stabsarzt 2. Classe und Regimentsarzt des 3. Großh. hessischen Infanterie- Regiments (Leib-Regiments) Nr. 117 befördert: Dr. Edinger, Assistenzarzt 2. Classe der Reserve vom 1. Bataillon (Gießen) 2. Großh. hessischen Landwehr-Regiments Nr. 116, zum Assistenzarzt 1 Classe der Reserve befördert; Dr. Winther, Assistenzarzt 2. Classe vom 2. Bataillon (Worms) 4. Großh. hessischen Landwehr-Regiments Nr. 118, zum Assistenzarzt 1. Classe befördert; Dr. Eichbaum, Unterarzt vom 2. Großh. hessischen Infanterie-Regiment (Großherzog) Nr. 116, zum Assistenzarzt 2. Classe befördert. Mainz, 1. Juni. Das Reichsgericht zu Leipzig hat eine Klage gegen Kaufmann Leopold Wallach und Georg Rechel, evangelischer Pfarrer, beide aus Alsfeld, welche beschuldigt sind, gelegentlich der Reichstagswahl 1881 in Flugblättern den dortigen Amtsrichter Wahl beleidigt zu 'haben, an das Landgericht in Mainz Der; verwiesen. Das Landgericht in Gießen hatte seinerzeit beide Beschuldigte freigesprochen, das Unheil wurde indessen vom Reichsgericht aufgehoben. Nach stattgehabter Verhandlung wurde in der heutigen Landgertchtssitzung das Urtheil verkündigt, der Beschuldigte Wallach wurde zu einer Geldbuße von 100 Mark event. 8 Tagen Gefängniß Derurtbeilt und ist der Amtsrichter Wahl berechtigt, das Urtheil in dem Alsfelder Kreisblatt zu veröffentlichen. Der Angeschuldigte Rechel wurde freigesprochen. Mainz, 3. Juni. Gestern Mittag 3—5 Uhr brach in der Holzhofcaserne, in welcher die 27er Artillerie cafernirt ist, während der Jnspection der Truppen Feuer aus und wurde ein ganzer Flügel des Gebäudes in Asche gelegt; es sind sehr viel Armaturstücke und Militärrequisiten verbrannt und dauerte das Feuer in Folge der großen Nahrung an Heu- und Strohvorräthen trotz der rührigen THStigkeit der Militär- und Cwilfeuerwehr bis gegen 7 Uhr. . . Juni. Eine Feuersbrunst brach in der Nacht von gestern auf heute in der Kölnischen Maschinenfabrik zu Bayenthal aus. Der Herd des Brandes ist die Eisendreherei der Fabrik. Das vom Feuer erfaßte Gebäude war unmöglich zu niuit. Die daran anstoßende Abtheilung, das Modell-Lager, wurde ebenfalls von der Gluth erfaßt; es gelang jedoch den Anstrengungen der Feuerwehr, hier dem Feuer Emhalt zu thun, sowie überhaupt weiteres Umsichgreifen desselben zu verhindern. Bochum, 3. Juni. Wie bereits per Telegraph gemeldet, fand am gestrigen Abend auf dem Schachte 1 der Bergwerks - Gesellschaft „Präsident" eine Explosion schlagender Wetter statt, durch welche 8 Bergleute sofort getödtet und 3 mehr oder minder schwer verletzt worden sind. Die Katastrophe entstand in dem Flöße „Dick.- bank" in der westlichen Betriebsabtheilung auf dis jetzt noch nicht aufgeklärte Weise. In dem Flötze selbst waren in neuerer Zelt öfters schlagende Wetter aufgdreten, auch erst in der vorigen Woche ein Bergmann durch eine kleinere Explosion getödtet worden, weßhalb jetzt nur mit verschlossenen Grubenlampen — Systcm Seipel (Bochum) — gearbeitet werden durfte. Die Explosion scheint auf der Slrecke Nr. 2 entstanden zu sein, da die in dieser Strecke aufgefundenen Todten schwer verbrannt sind, während die übrigen Arbeiter nur im bösen Nachschwaden erstickt sind. Es dauerte verhältnißmäßig sehr lange, ehe man die Leichen an's Tageslicht brachte; durch die Gewalt der Explosion war nämlich ein Wetterscheider in der Mitte dis Querschlages zertrümmert, auch gelang es nicht, aus den betreffenden Bauen die schlechten Gase schnell zu entfernen. Erst heute früh um 6 Uhr, also noch Verlauf von 12 Stunden, war der letzte Todte zu Tage gefördert. Unter den Verletzen befindet sich auch ein Beamter, der Fahrhauer Hage, an dessen Aufkommen gezweifelt wird. Von den Verunalückten waren vier veiheirathet, einer hinterläßt sieben Wa'sen und eine trauernde Wittwe in den ärmlichsten Verhältn ffen. Der Betrieb der Zeche erleidet keinerlei Störung. Posen, 4. Juni. Am gestrigen und vorgestrigen Tage sind 143 Mannschaften vom 1. Bataillon 46. Infanterie R>g ments, muthmaßlich infolge Genuffes vergifteter Speisen, plötzlich erkrankt. Ernste Gefahr soll nicht vorhanden sein. Seitens der Mil tärbehörde ist die strengste Untersuchung behufs Erstellung des Thatbeftandcs eingdeitct, Windecken, 30. Mai. Zwischen Ostheim und hier ist heute ein Wolkenbruch gifallen. Der durch Windecken fließende Katzbach ist in Folge d ffen zu solcher Höhe gestiegen, daß er einen großen Theil unseres Städtchens unter Wasser gefetzt hat. Eingesandt. Wie leicht die Beseitigung des Gestanks des Schoorgrab ns ist, obwohl dies von gewisser Seite bezweifelt werden wollte, beweist die Thatsache, daß am gestrigen Tag bereits in Folge mehrstündiger Mehreinführung von Lahnwasser der üble Geruch fast vollständig beseitigt war.*) Ueber Nacht ist allerdings eine Verminderung des Wassereinlaufs und hiermit der alte Uebelftanb wieder cingetreten. Klar ist aber hiernach, daß es sich lediglich um willkürliche (?) Ab- und Zuleitung des genügend vorhandenen Wassers handelt, deren strenge behördliche Controlirung alle Klagen beseitigen würde. Gewiß haben die Bewohner Gießens, die mit Steuern so schwer belastet sind, während ihnen Annehmlichk iten im Begleich zu anderen Städten nicht geboten werden, ein Recht darauf, einen so schreienden Mißstand abgestellt oder einer amtlichen Erklärung der desfallsigen Unmöglichkeit entgegenzusehen. In so lange eine solche Erklärung nicht vorliegt, wird es Niemand begreiflich finden, rot - durch Entwickelung mephstischer Dünste der einzige schattige Spaziergang Gießens unzugänglich gemacht und der Gesundheitszustand der Bewohner in Frage gestellt werden kann. Gießen wendet Übrigens große Summen für weit weniger dringliche Zwecke auf, sollte es nicht eventuell die geringen Kosten für Anschaffung einer Pumpe und einer Locomobile erschwingen können, um selbst bei dem niedrigsten Wasserstande beliebige Wassermassen aus der Lahn in die Stadt zu werfen und hierdurch viele Mißstände mit einem Schlag ein für alle Mal zu entfernen? Bei diesem Anlaß mag die Frage aufgeworfen werden, ob es sich nicht empfehlen dürfte, den Wafferstand des Schoor-Grabens durch hier und da anzubringende Stau- Vorrichtungen auf einer gewissen Höhe zu erhalten und dadurch, abgesehen von der hiermit eintretenden Beseitigung des Übeln Geruchs, für den Fall eines Brandes zugleich ein wohl gefülltes Wasser-Reservoir zur Hand zu haben, dessen Mangel unter Umständen sehr empfunden werden könnte? *) Dem Herrn Einsender dürfte wohl nicht bekannt sein, daß der Wasstrzufluß im Schoorgraben daher seinen Grund hat, daß die Mühlen an der Stadt bei Feuersgefahr ihren Betrieb einstellen müssen. Nur allem dadurch war es möglich, daß unsere Stadt mit genügendem Wasser beim Moyer'schen Brande versorgt war. D- Red. Witterungskunde.*) 6. Juni. Im Allgemeinen noch veränderlich und kühl, bei Sonnenaufgang kurze Zeit Neigung zur Aufhellung, Vor- und Nachmittags bedeckt bis auf kurze Zeit regnerisch, Abends besser bis schön, Nachts Niederschlage. Die Wetterlage gestaltet sich etwas günstiger. Die Niederschläge nehmen im Allgemeinen ab, dabei steigt die Tages- temperatur in Folge der Insolation namentlich Nachmittags, doch liegt das Minimum der Temperatur bet vorherrschendem Nordwest noch verhältnißmäßig tief. Nach Osten und Noidosten zu sind Nachmittags Gewitter zu erwarten. 7. Juni. Im Allgemeinen nimmt die Stärke des Windes und die Bewölkung ob, der Frühmorgen ist dunst g bis aufgeheitert, der Vor- und Nachmittag bedeckt; Regenschauer oder Bedeckung wechselt ab mit Sonnenblicken, Abends folgt Aufbesserung stellenweise bis zu ganz fiterem Himmel; Nachts sind namentlich im Süden mäßig gewitterhafte Niederschläge zu erwarten. Die Temperatur liegt meist noch unter der normalen mit verhältnißmäßig tief liegendem Minimum, wenn sie auch Mittags und Nachmittags bedeutend steigt. 8. Juni. Frühmorgens hell bis blau, Vor- und Nachmittags abwechselnd sonnig und schleierig bis wolkig, aber trocken, nur strichweise noch geringe Niederschläge, Abends wieder besser bis schön. Im Allgemeinen ist es wieder wärmer. Auch das Minimum hebt sich. Die Wasserstände werden demnächst fallen. Der Wasserstand des Rheins mag bei Köln eine Höhe von 3 bis 4 Metern erreicht haben. . Aus vi. L. Ooerzier's W-tt-r-Prognose für den Monat Jun«, abgeschlossen am IS Mat lB-rlag der $?. Lengfeld'schen Buchhandlung in Köln, Preis 1 Jü). — Nachdruck verboten. HandeS und Verkehr. // n qr® nenneiP''?cn J^Llf dem heutigen Markt kostete: Butter per Pfund ^ 0.85-0.90 Hühnereier Stuck5-62 St. 9-11 H,Käse Stück 4-8 Käsematte 3 4 Erbsen per Ltter 20 H Lmsen 32 Tauben per Paar JL 0.65-0.80, Hühner per Stuck IM Hahnen per Stück 1.00—2.00, Enten per Stück M 2-2.20, Od)fenfl^ p/r Mund 70 Kuh- und Rindfleisch 56-60 H, Kalbfleisch 45 bis 00-64 Hammelfleisch 60-70 Kartoffeln per 100 Kilo 7.00-8.00, Zwiebeln per Centner 8.00—11.00, Milch per Liter 13—18 H. om^ukfurt, 4. Juni. (Getreide-Preise.) Weizen eff. hiesiger und Wetterauer / nb™ ^-24, Roggen eff. hies. J5-<2, fremder JL 15y4-17 ?„'Ntiianden m DH "=ak 1“ entfern ' ” b" KtzkrA lüdta* K, ,waitn * Seintmi» ?*•»* '^. Seitens bir Thatbesiandcs * -'n Wolkenbruch n Zu solcher Höhe -r gesetzt hat. sst, obwohl bk§ daß am gestrige der üble Geruch Seiminberurg be§ ■ Klar ist aber un6 detz gtnügenb TUn8 alle Klagen chwer belastet sind, 'cht geboten werben, imtlidjen Erklärung e solche Erklärung ckklung mephitischer gemacht und der t dringliche Zwecke ; einer Pumpe unb lgsten Wasserstande ,nb hierdurch viele i sich nicht kmpsehleir nzubringenbe Stau- abgesehen von der lall eines SBranbei essen Mangel unter j btr W-'ss '-zuflußr Stabt bei Feuers- nögl'ch, daß unsere )ar. DNeb. „Cd ,„beiii w | *nft I °rOn onnenausganz kurze vis aus kurze M ttcrlage gestaliet sch ubei steigt die Tages- l,egt bas M'ME , ;igtüs. 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W., Allgemeines Fremdwörterbuch, mit Bezeichnung der Abstammung, Aussprache und Betonung. Vollständig in 20 Lfrgn. 5 40 H. Die erstell Lieferungen werden zu Ansicht gegeben. Die Norddeutsche Allgemeine Zeitung, Westermanns Monatshefte, Nationalzeitung u. A. m. sagen überstimmend, daß dieses Fremdwörterbuch nicht nur in Bezug aus Reichhaltigkeit, sondern auch nach der wissenschastlichen Richtung hin alle seine Vorläufer bedeutend übertrifft. Für die Reisezeit empfehle ich mein neues, wie antiquarisches Lager von Reisehandbüchern, Kursbüchern, Karten, sowie zur Lectüre auf Reisen geeigneten Romanen, Novellen, Humoresken u. s. w. in verschiedenen Sprachen. V°n Seppe, Kirchengeschichte beider Hessen, 2 Bde., 1876, Preis 17 j-l, welches vom Größt). Oberconsistorinm zu Darmstadt zur Anschaffung empfohlen wird, besitze ich eine Anzahl neuer Exemplare, die ich für 7 Mk. 30 Pf. offerire. 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