Ilc. läft ^^nuna ™ kMpfohlen. o r£jr. te Mta» «Ldchtn ‘L.4^ m einem gleich: Lchccl Mk xrlti^fn unl> genommen X vlitz. cr Saus. ÄNn>: i'iZS-CoDcert ’ t ber bt? aimtrn "ß aus Vöhmm ' 78 rinus. !i 4- jatiua:: ■Stritt! - . < Kiest E loöoaoooog . Ait|ti "°dke, grgenwämg ' 25 , y, 11“, t»*, , 4»,T*< , y, 12, 4“, F, ■? Ä^i^yrg)- Freitag den 5. Januar 1883. Nr. S iehener Anzeiger Amts- unb Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. »Surcati: Schul st raße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme deS Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mart 50 Pf. Amtlicher Hheit. Betreffend: Maßregeln zur Unterdrückung des Milzbrandes in der Wetterau. Gießen, am 2. Januar 1883. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Groß herzoglichen Bürgermeistereien Allendorf a. d. Lahn, Bellersheim, Bettenhausen, Birklar, Dorf-Gill, Eberstadt, Groß-Linden, Grüningen, Holzheim, Hungen, Inheiden, Klein-Linden, Langd, Lang.Gons, Langsdorr, Leihgestern, Lieh, Mulchenheim, Obbornhofen, Ober-Hörgern, Rabertshausen, Rodheim, Steinheim, Trais-Horloff und Utphe. Wir erinnern Sie an Einsendung der Tabellen über die im zweiten Halbjahr 1882 crepirtcn Thiere, soweit Sie noch nicht Vorlage gemacht haben, und verweisen hierbei auf unser Ausschreiben vom 24. December 1881, Anzeiger Ar. 302. ____________________________Or. Boekmann. _____________ Das Großhcrzoglichc Stküer-Commiffariat Gicßcn an die Großherzoglichen Bürgermeistereien deS Bezirks. Unser Ersuchen vom 8. v. M. wegen Einsendung der Brandkataster bringen wir hierdurch in Erinnerung, da die meisten Landgemeinden noch rückständig stntk S ü f s e r t._____________________________________________________________________________________ Bekanntmachung. Betreffend: Die Rachsuchung der Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst auf Grund von Schulzeugnissen. Diejenigen jungen Leute, welche auf Grund ihrer Schulzeugnisse die Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dunst nachsuchen uollen, werden bierdurch auf oie nachfolgenden, bei Anbringung der Gesuche zu beachtenden, Vorschriften mit dem Ansügen aufmerksam gemacht, dcß hiernach unvollständige Gesuche ohne Weiteres zurückgegcben werden. 1. Das Gesuch lst bei der unterzeichneten Prüfungs-Commission nur dann anzubringen, wenn der sich Meldende im Großberzog- thum Hessen gestellungspflichtig ist, d. h. seinen dauernden Aufenthaltsort hat. 2. Die Berichtigung zum einjährig freiwilligen Dienst darf nicht vor vollendetem 17. Lebensjahre und muß spätestens bis zum 1. Februar des Jahres nachgesucht werden, in welchem der sich Meldende das 20. Lebensjahr vollendet. Der Nachweis der Berechtigung zum einjährigen Dienst ist bei Verlust des Anrechts spätestens bis zum 1. April desselben Jahres zu erbringen. 3. DaS Gesuch muß von dem Betreffenden selbst geschrieben sein und ist hierzu ein Bogen in Act en formal (nicht Briefpapier) zu verwenden. Auch erscheint eS zweckdienlich, wenn stets die nähere Adresse angegeben wird. 4. Dem Gesuche sind folgende Papiere brizufügcn: u. GeburtSzeugniß; b. ein Einwilligungs-Attest des Vaters oder Vormundes mit der Erklärung über Bereitwilligkeit unb Fähigkeit den Freiwilligen während einer einjährigen activen Dienstzeit zu bekleiden, auszurüsten und zu verpflegen; c. ein Unbescholtenheitszeug nist, welches für Zöglinge von höheren Schulen (Gymnasien, Realschulen, Progvmnasien und höheren Bürgerschulen) durch den Director der Lehranstalt, für alle übrigen jungen Leute durch die Polizei-Obrigkeit oder ihre vorgesetzte Dienstbehörde auszustellen ist; ck. das Schulzeugniß. Sodann wird noch besonders bemerkt: Zu pos. b.: daß in dem Einwilligungs-Attest die Erklärung des Vaters oder Vormundes, in der Lage zu sein, den Freiwilligen während des einjährigen Dienstes unterhalten zu können, nicht fehlen dars. Zu pos. <1.; daß die Schulzeugnisse, mit Ausnahme der Reifezeugnisse für die Universität und die derselben gleichgestellten Hochschulen und Reifezeugniffe für die Prima der Gymnasien und Realschulen 1. Ord., sämmtlich nach dem Schema 17 zur Ersatz-Ordnung (I. Theil der Wehr-Ordnung vom 28. September 1875 — Reg.-Bl. Nr. 55 von 1875) ausgestellt sein müssen. Im Uebrigen wird auf die Bestimmungen der 88, 89, 90, 93 und 94 der angeführten Ersatz-Ordnung verwiesen. Großherzoglichc PrüsungS Commission sür einjährig Freiwillige. Der Vorsitzende: Gros. 16 S 9 4 ir-' Politische Uebersscht. Gießen, 4. Januar. Der NeujahrSenipfang bei den kaiserlichen Majestäten ist in der üblichen Weise verlaufen ; wie hierbei aus Berlin gemeldet wird, ist der Kaiser erfreulicher Weise auch in das neue Jahr in Frische und Gesundheit übngetreten. Die Neujahrünacht hat die politische Welt mit einer bedeutungsvollen Trauerkunde überrascht — in der Mitternachtsstunde ist Garn- betta in Villa d'Avrey bei Paris verschieden. Vergebene hatten seine verzweifelnden Freunde noch in ben letzten Tagen und Stunden über den eigentlichen Zustand de- Ex-Dictcttorü hinwegzutäuschen versucht, Oer starre Finger des Todes hat die» mehr oder weniger absichtliche Gewebe von Jrrleittmgen und Fälschungen zerrissen! Es braucht kaum daraus hingewiesen zu werden, wie bedeutungsvoll das Ableben Gambetta's in erster Linie für Frankreich ist. Mit Gambetta ist der populärste Niann der dritten französischen Republik dahingeschieden und wenn derselbe auch seit seinem Sturze vou dem Nttuister- Präsidentenseffel nicht mehr über die Majorität in den Kammern verfügte, so übte doch der Zauber seines ^Namens noch immer einen gewaltigen Einfluß aus seine Landsleute aus. In den Kreisen der österreichischen Diplomatie hat der Selbstmord des Grasen Wimpffen, des Vertreters Oesterreich -llugarus bei der französischen Negierung, begreiflicher Weise großes Aussehen erregt, lieber den Grund des Selbstmordes sind die Lesarten verschieden; nach der einen Version hätten Ueberreizung und Geistesgestörtheit, nach der andern schwierige finanzielle Verhältniffe, nach einer dritten Lesart ein hartnäckiges Blasenleiden ben Botschafter zum Selbstmord veranlaßt. Gras Wimpffen war erst seit dem 25. Juli 1882 al» Botschafter bei der sranzösischen Republik accrebitirt. Gutem Vernehmen nach wird Lord Edmond Fitzmaurice an Dilke'ü Stelle zum Unterstaatsfecretär im eiujlifdjeii Auswärtigen Amte ernannt werden. Im Uebrigen versichert man, daß der Eintritt Derbys und Dilke's in das englische Cabinet keinerlei Veränderungen in den diplomatischen Beziehungen Englands Hervorrufen werde. Die Diseufsion, welche in den spanischen Cortes über bie von Serrano angeregte Frage der VersaffungS-Revision stattfand, hatte bekanntlich eine große Majorität gegen dieses Verlangen der Opposition ergeben. Ein ebenfo günstiges Resultat für die Monarchie hatte die Debatte über ben confer* nativen Vorschlag in einer der letzten Sitzungen vor Weihnachten zur Folge, nämlich dem Könige die Glückwünsche der Kammern zur Geburt der zweiten Infantin zu übermitteln unb ihm zugleich die Anhänglichkeit der Demokraten an bie Dynastie mitzutheileu. Der Antrag warb mit großer Majorität angenommen, nur die Gruppe Castelar stimmte dagegen, deren Chef heb alo einen unversöhnlichen Feind der Monarchie erklärte. Die Resultate der zwanzigtägigen Campagne der spanischen Corteü sind folgendem Die Berfaffungs-Revtsion ist von der Tagesordnung verschwunden, das Ministerium Sagasta hat ein Ver- trauensvotum erhalten, das im Zusammenhang mit dem Ausgange der Generalrathswahlen das Cabinet als befestigt erscheinen läßt. Die neuerlich wieder sich bemerkbar machenden Cholerafälle in Suez und andern Ptttilten des Suezkanals fordern die Aufmerksamkeit Europas übermal» heraus. Mit dem Suezkanal i)t die Cholera an den äußersten L Horen Europas angelangt und die Gefahr hat sich hiermit gesteigert, daß der gefürchtete asiatische Gast Europa selbst einen Besuch abstatten wirb. In Arabien gewinnt die Seuche trotz aller Vertuschungsversuche bei türkischen Regierung immer mehr an Ausdehnung, namentlich haben sich die Cholerasalle in Medina gemehrt. Hoff.-ntlich trifft die internationale Gesundheits-Commission in Alcran- ausüben werbe. In Ville d'Avray und in der Rue St. Didier wird eifrig nach einem Testament Gcmibetta'ü gesucht; doch hat sich noch nichts derart gesunden. Der „Gaulois" will wissen, Gambetta habe einen Priester zu sich berufen und gebeichtet, welche Behauptung selbstverständlich erfunden ist. — Der Leichnam Gambetta'S soll morgen Abend nach dem Palais Bourbon übergesührt werden. Die Negierung hat nunmehr bestimmt, daß das Leichenbegängnis;, welches aus Freitag Mittag festgesetzt ist, auf Staatskosten in feierlichster Weise staltsinden soll. Der Leichnam wird aus dem Palais Bourbon nach dem Pöre-la-Chaise gebracht werden. Die ganze Garnison von Paris soll die Leichenparade stellen. Die Journale der reactionären Partei sind der Ansicht, daß die Republik mit Gambetta dahin sei, da jetzt keine Gewalt mehr zum Widerstande gegen eme Invasion der revolutionären Elemente existire. Die republikanischen Organe erklären, der Verlust sei zwar ein großer, doch sei die Existenz der Republik nicht an daü Leben irgend eines einzelnen Mannes geknapst, sie ermahlien die Republikaner zu einträchtigem Zusammenhalten. Das „Journal des Däbatü" führt aus, mail werde Gambetta viel verzeihen, weil er Frankreich so sehr liebte, das Blatt glaubt, daß die Erfahrung schließlich seine überströmende 'Jtatnr gemäßigt und ihn zii einem wahren Staatsmann gemacht haben würde. drien alle Vorkehrungen, um den unwillkomnienell Gast baldigst im mittcllänöi• schen Meere zu ertränken. _ _ Deutschland. Darmstadt, 3. Januar. Sc. Königl. Hoheit ber Großherzog nahmen beute Meldungen entgegen und empfingen den Poti,eirath Fresenius und den Proftfior Dr. Gotischick au» Gießen; zum Vortrag den Staatsminister ^Ült"nDarmstadt5». Dmtnber. D-r GcsctzgcbungS-ÄuSichuß ber zweiten .Kammer Ift auf den 5. und 6 Januar tinbesufcn. Auf der Lagedordnung flehen t Die Äesetze» oorlaae die Gewann- und Parzellenoermessung belr.; ber Antrag Metz aus Einführung de-Z Einkammersostembt ber Antrag Wasserburg und (Senofsen auf ilbSuberung ber Gesegaebuna bezüglich ber Wahlen zur zweiten Kammer, inSbesonbere Einführung birecter Wahlen; ber Antrag Arnolb auf Abänderung rmeS Shells beb Pfanbrechtb- aefetzebe ber Kesetzentwurs, bie Erbschastb- und Schenkungbfleuer belr. und endlich ber Antrag Dittmar auf Revision bezw. Erweiterung beb Gesetzes Dom J3. Juli 1858, bie Ausübung ber Jagd bett. Die Tenbenz beb letzteren Antrag« geht babm. unter «e- feitiaung beb eben bemerkten Gesetze« unb beb buichbrocheneu unb veralteten Jagd- strafgesetzeb em Gesetz zu erlassen, welche« alle auf bie Ausübung unb den schütz ber Jaab bezüglichen Vorschriften In sich begreift, etwa fa, wie bteb selbem vor nicht tangtt Ze» erlassenen Gesetze, bie Ausübung unb ben Schuy ber grischerei betreffenb, ber Fall ist. . Berlin, 2. Januar. Am 1. Jamtar lb83 waren c« <(> Jahre, dasz ber Kaiser von seinem Vater zum Osficier ernannt wurde, und mit diesem Tage bat der damalige Prinz Wilhelm seine militSrische Laufbahn begonnen. Alb König Friedrich Wildelm 111. zum AeujalirMage 1807 nach Königsberg kam und sich die ganze Familie nach langer Trennung wieder um den geliebten Vater zur Gratulation versanunelte, wandte nd) dieser mit dem ihm eigenen gütigen, srenndlichen Ernst an seinen zweiten Sohn Wilhelm : „Da an Deinem Geburtstage keine Gelegeiihetl sein wird, Dich ordentlich einzukleiden, weil ihr „ach Memel müßt, so ernenne ich Dich heute schon zum Osficier. Da liegt Deine Interims-Uniform." Unb in der Thai lag der damals sog. Jnterimsrock der Garde-Officiere, welcher einen rothen, nach Art der Livtlrocke umgeschlagenen Kragen hatte, nebst Degen, Stock und Hut mit Federbusch aut einem Tische bereit. Natürlich wurden die Sachen sosort angelegt und auch der damals noch übliche Puder und Zops nicht vergeben, obgleich das eigene Haar noch lange nicht lang genug war, also ein falscher eingebunden werden mußte. Der damalige Prinz ist demnach vor Antritt seines 10. Lebensjahres, mit dem sonst alle preußischen Prinzen in die Armee treten, von seinem Later in dieselbe ausgenommen und find beim auch die spateren Dienst-Jubiläen des Kaiser« stet« am 1. Januar gefeiert worben. — Nach ber „Voss. Ztg." ist man m bundesrathlichen Kreisen ber Ansicht, daß es sich empfehlen'würbe, bie Verpackung und Berechnung der Waaren nach Dutzend unb Groß sollen zu taffen unb diejenige nach dem Dreimal - syst.m, nach welchem miser Münzsystem emger,chiet ist, einzusühren. Es fragt sich nur, ob bie Neuerung auf bem Wege ber Gesetzgebung ober durch Einwirkung ber Handelskammern im Wege bet Vereinbarung unter ben Fabri- kamen :e. Einzusühren sein mochte. In bunbeSräthlichen Kreisen ist man nicht geneigt, ben Weg ber Gesetzgebung zu betreten. — Die „Köln Ztg." schreibt: Dte traurigste Neujahrsbolschast fommt uom Rhein, woselbst das Hochwasser ben Stanb von Ende 'November the,Iweise nahezu erreicht, in ben Mamgegenben stellenweise überschritten zu haben jcheüu. Das Glenb ist allgemein unb groß, besonders auf dem Lande, wo Wohnungen und Leben der Menschen bedroht find. Es find jetzt 5 Wochen her, feit bet Minister des Innern, Herr v. Puttkamer, sich mit anerkennenSwerlher Entschlossenheit „persönlich an den Ort ber Gefahr begeben" hat. Von bem Glenb, welche« die erste Hochstulh hervotgerufen, Hal Herr o. Puttkamer im Adgeord- r.stei,Hanse eine lebhafte Schilderung gegeben; seither haben bie unglücklichen Nothleibenden am Rhein von hoher königlicher Regierung nichts mehr vernom- men. Sie waren in Kälte, Nässe unb Elend verkommen, wenn sie aus die Staatshulfe angewiesen gewesen wären. Lediglich ber privaten Wohlthäligkeit ist es zu danken, daß bie erste Fluch ohne Massenerkrankungen unb Hnngers- noth zu hinterlassen oorüberging. Die Zeitungen namentlich habe» bie erste Noch zur rechten Zeit Imbern helfen, indem sie sich an die Milde ihrer Leser wandten unb selber unmittelbar unb sosort, wo die Noch groß war, Hülse brachten. Bei ber jetzigen Noch dürsten bie Mittel der Privatmildthätigkest nicht mehr Hinteichen, um fofort bem schlimmsten Elend abzuhelsen, Hunger unb Krankheiten abzuwehren. Matt wirb jetzt aber auch van bet Regierung verlangen müssen, baß sie sofort Mittel ftüssig mache, um unverzüglich Hülse zu bringen. In zwei Monaten, wenn ber bett. Gesetzentwurf vielleicht fein fertig wäre, könnten bie armen Nothleibenden erfroren und verhungert sein. Sonst ist man ja im Ueberjdjreiten bet Ctedite nicht immer gerade übertrieben ängstlich. Daß die Regierung für 1 'Mill. JL, bie fie jetzt an die Nothleibenden vertheilen ließe, die nachträgliche Zustimmung unb sogar den Dank des Abgeordnetenhauses finden wirb, baiür wollen wir ihr bürgen. Schnelle Hülfe thut noth, unb Alles ju thun, kann man bei so großem wiederholtem Unglück ben Zeitungen unb Privaten beim boch nicht überlassen! — Authenltflye Nachrichten aus den Bereinigten Staaten bestätigen die auch sonst schon außerhalb Deutichland« anerkannte Uebcrlrgenhctt bcS deutschen CementS üitr dm englischen in der erfreulichste» Weife. Nach diesen Berichten ziehen Die mit t»t Leitung der umiangieichen Hasen- und sonstigen Wasserbauten betrauten amerikanischen SlaatSingmimre die Erzeugnisse einiger deutscher Eementsabnten selbst den besten Erz ugnisten Großbritannien« bei Weitem vor. Sie bedauern ttbhast, daß die Production derartiger vorzüglicher deutscher Waarc und der Handel mit derselben nach den Ver- e nigten Slaatm noch nicht ausgedehnt genug tst, um den Bedarf für die öffentlichen Wofserbauten auch nur annädernd zu decken und daß sie d.Shald vielfach genöthigt stad, mit englischen Waaren sich zu behelsen. Frankreich. Paris, 2. Januar. Alle Blätter ohne Unterschied der Partei veröffentlichen lange Nachrufe, in welchen Gambetta'S Verdienste ausgezählt unb seine Fehler nicht allzusehr hervorgehoben werden. Die Lage wird im Allgemeinen ziemlich ruhig beurthellt. Die Blätter erinnern an das Wort: Der König ist luvt, es lebe ber König! und das 19. Siäcle übersetzt diesen Nus- „Frankreich bit einen großen Mann verloren, es lebe Frankreich!" Andere radikale Zeitungen führen aus, daß die Geschicke der Nation nicht von einem Manne, sondern von den Ideen und Grundsätzen abhängen, und sprechen in Folge dessen chr.n Tadel darüber aus, daß Gambetta sein politisches System auf seine Person ;ugeschnitten habe. Nochefort spricht in einem Leitartikel, „die Partei in Liqui- ' iz. n", die Ansicht aus, daß der republikanische Verein seine Seele verloren l.ab.' und ö.r Auflösung verfallen sei. Im Allgemeinen herrscht die Meinung, , ... bas Elys^e bei der Neugestaltung der Verhältnisse einen großen Einfluß fj o ch ro nsser. Mainz, 2. Januar, Abends. Die Siadt tst trotz abermaligen Steigens des Wassers Dank der vülfc des Militärs und der Baufirma Arnoldi noch wasserfrei. Letzk.re hat ihre Schienengeleise vom Tunnel durch bie Neustadt über den Schloßplatz längs der Nheinfirade bis zum F'schthor fettig liegen und führt große Züge von Boden- munen zur Erhaltung des wichtig,len Dammes der Rh instratze entlang Tag und Nawt. Die Anstrengungen, welche gemacht wctden, um die Stadt gegen die lieber* flutbung n zu retten, sind fall übermenschlich Die städtischen Pumpwerke sunktioniren Dortvefflid) und halten den Wasserstand in ben Kanal n so weit herunter, daß die Straßen sämmtlich trocken sind. Pegelhöhe 5,75 Mtr. AdendS 6 Uhr. — 3. Januar. Unter furchtbarem Sturm und Negen ist ber Rhein auf 5,88 gestiegen- Die Materialbahn ist die zum LudwigSbahnhof fortgesetzt. Die Locomoliven werbt n alS Pumpen verwandt. — Die zu Rettungvarbeiten fommanbirten Pioniere dampften heute Morgen nach Asiheim ab. Dav Gerücht, daß »in Dampfer mit 70 Pionieren auf der Fahrt na ch Worms umgcschlagen sei. ist unbegründet. — 9 Uhr 10 Mm. Der Rheindamm bei GinSheim tst gebrochen, die ganze («egenb zwischen GinSheim u-ib Bischofsheim zieht tief unter Wasser, auS dem nur bte Bäume bcrDorragen. In Folge deS Sturmes hoher Wellenschlag. DaS Bahngeleise zwischen Reu- und Bocköthor steht fufjtitf unter Wasser. — 11 Uhr 20 Mm. Der Wasserstand ist feit 6 Uhr ungefähr 5,88 Mtr. Der Dammdiuch bet G'nSheim bestätigt sich. Der Eisenbahndamm am Rheinthor war Nacht- in Gefahr, ist j doch durch lunnelat bettcr gehalten worden Die Pumpstation wirb bet 6,20 Mtr. Wasserslanb arbeiten können. (Im November konnte dieselbe nur bet 5 20 Mtr arbeiten). Die Stürme schädigen bie Dämme im Nheingau. Mainz, 3 Januar, Abends. Die (Shrtenfelb'-Worftabt wurde heute Nachmittag aUarmtrt. Es gelang jedoch mit großer Anstrengung, birDämme zu halten. Die Stadt und dav Gartenfeld sind noch wasserfrei, datz Wasser ist heute früh von 5,88 auf 5,85 Meter gefallen. Mainz, 3. Januar, 6 Uhr Abends. Wasserstand seit 12 Uhr 5,86 Meter. Dammdruch in H.id sheim Der Nothdamm längs der Rh.instraße wird erhöht. Im Gaucnfelb halten die Dämme und dringt nur Grundwasser in die tiefer gelegenen eteUun ein. — Veidjen ertrunkener Menschen treiben an unserer Stadt vorüber, oer- muthlich von Oppau bei Mannheim Am Neuthor (Anlage) drohte daS Wasser in die Stadt zu dringen, das Thor wird deshalb verrammelt unb burch einen Damm abgeiuerit. AuS WonnS wird gemeldet, baß eme Güterhalle zusammengestürzt ist und mehrere Tausend Säcke Getreide ins Hochwasser g.rathen seien. Die Pioutere welche heute Morgen nach Aftheim (pr. Dompfbooi) fuhren, sind noch nicht zurückgekehrt. Nach- r-.chtcn von horten fehlen deshalb Prioatbepeschen aus Mannheim melden Fallen beS Nheins unb deS Neckars, dagegen wird von Würzburg ein Steigen beS Mains um 50 Etm. gemeldet Hier hofft man daS Hochwasser abhalten zu können, waS den Aniilengungen der städtischen Verwaltung, oeS Militärs und dem Bauunternehmer Anioloi zu banken ist. Die Pumpstation arbeitet brillant und hat heute Vormittag daS 21} aff er, welches in Folge des Gcw-tierS in einer Höhe von 50 Ctm. stand, sofort auS- gewoifen. Rüsselsheim teleg aphiit an das /eiSbauamt, daß ber Ort durch den -lilheimer Dammbruch nun auch vom Rhein gefährdet sei- DaS Wasser dränge durch den Wild gegen das Dorf zu. Goiisi-nheim, 3. Januar. In WormS ist die Lage sehr kritisch. Fortwährend landen au- ben u i liegenden Orten M nsch n und Vieh. Hier herrscht große Opfer» Willigkeit. Hundtratz-- burg ist heute Morgen wieber ca öffnet worden, ber durchgehende Verkehr wird voraussichtlich Ende der Woche wieder ausgenommen werden. Der Bahnverkehr zwischen Mannheim und Ludwigdhasen ist eingestellt, da der Bahnhof Ludwigshafen theilweise überschweinmt ist Die Rheindämme bei Maxau und Mannheim swerden fortdauernd bewacht, die meisten Dörfer der Rheiiiniederung befinben sich in Wassersnoih. Mannheim, 3. Januar. Der Frachtverkehr auf dem Eentral-Güterdahnhof ( ist heute Msttag weder aufgenommen wo-den. Hier haben sich verschiedene Männer: und Fiauenvereine zur Abhülfe deS Noihstandeß gebildet- Alle Vergnügungen und Lustbarkeiten sind eingestellt. Von Heitbroun wird ein Fallen deS Neckars gemeldet, der ! Rhein bei Kehl steigt und steht gegenwärtig auf 493. - Der Eisenbahnverkehr zwischen Mannheim und Ludwigshafen soll morgen I wieder eröffnet werden. _ , ,, v M , Kass el, 3. Januar. Die Fulda ist in Folge deS anhaltenden RcgcnS abermals stark gestiegen und über ihre Ufer getreten. »ain 3 Januar. Der Pegilstanb ist hier 8,73, da« Wasser ist im Fallen, die sjiatht war stürmisch und regnerisch. In Cobienz zeigie der Pegel heute früh /,8J, in «maeidrück b 85 °n beide» Orten war da« Wasser im Steigen- PlNgeidNtu v Die Donau ist in fortgesetztem Anwachsen, an den Hedi ohi.ftm Stellen >n der Brigitienau und Lcopoldstadl wmd.n die Hauser g-r°umt, an den Dammböschungen sind partielle Ädruischungen vargekommen. Die Sich-rh-its- vorkihrungcn werden Mit dem Aufgebote aller Kiaite betrieben- Berwiscdt«*. Dann fehlt es den LandMirthen an Viehsutter, da bte Möchten doch die Zuckerfabriken a3a,,CrffioUrHnflÜttn, 1- Januar. Gestern fuhren,d,e meisten Mitglieder de, Unter- stützunaS'Comtt^s zu zweien und dreien an allen Hauern vorbei und vntheiwn Brod Wie nöthig dies war, beweist die Anzahl der autzgegebenen Brote, eÄ roaren i ASeute fuhren der Landratb v. Wittgenfteln aus Köln und der Bürgermeister durch den Ort und spendeten Geldgaben. Morgen wirb ba« GomU« anbtrt 8eb‘n5mmd 6n Angriff genommen werden müssen- -—.....---- meisten Rüben weggeschwemmt oder verdorben ftnb uuw VIV ui b-r Nähe und Ferne hier durch unentgeltliche oder billige Abgabe von Rückständen Mainz- Die üblen Nachwehen de« letzten Hochwafsers aus den Gesundheitszustand in hseiger Stadt machen sich gegenwS.tig l-'der n bes°rgnißerr gend-r Weis bemerklich namentlich ist es der Typhus, der bedenklich um si d greift- Es geht mied aus einem Schreiben hervor, welche« das zkreisgesunddeitsamt unter dem ( “J °u die dsifiaen A-r " erlassen hat, dasselbe lautet: „Da sich 'N neuerer Zeit der an Abdominal-Typ»»« Erkrankten, welche in das St. Rochns-Hosp'lal unimnommen^worben^sind in bedenklicher Weise vermehrt hat, so ersuchen wir die Herren"praktischen Acrzle hier unter Bezugnahme auf 8 8 der Mediciiial-Ordnung vom 2 August 1861 und 8 19- 2. Absatz, der B-rordnung vom 28. December 18<6 uns fortan sid-n Fall einer Erkrankung an Abdominal-Typhu, und zwar rmt Angabe von Aster Geschlecht, Stand und Wohnung des Eikrankten in kürzester Frist zur Anzeige zu bringen event. au» die gegenwärtig in Behandlung besindlichen Personen uns namhaft iU maTOnaini 2 Januar. Im Laufe des Itachmittag« sind eine Rech- sehr beunrubiaender'Nachrichten hör eingetroffeu. Die Arnoldi'sche Grundbahn ist bis zum '"abnbos^weiter gefühlt worden, das eiserne Geländer am Ludwigobahnhos wurde >uw-m°uert und in der Rheinstraße werden doppelte Dämme angelegt überall, wo vmaussichtlich das Hochwasser hindringen kann, werden Damme angelegt, die Dämme an den Thoren werden erhöht, die Misttärarbetter im Gartenseid sind um 2 Compagnien verstärkt worden; seit 12 Ubr ist das Wasser ade,mal, um 10 Centimete. Miegcn und zeigt socbin der Pegel 5,75 Meter. Gegen Mitternacht werden nach den Beeech- nungen^des städtischen Bauamtes die größten, bereits avistrten Wass-rmassen hier cm- treffen. Die Bevölkerung ist in keiner geringen Aus.egung. finh Ludwigshafen, 1. Januar. Alle Schul- und andere ofsentliche Gebäud sind voll von nothleidenden Einwohnern au« den Ortschaften der unglücklichen Pfalz. Die meisten von ihnen sind bw zum Tode erschöpft, Viele krank vor Aufregung und Angst oder in Folge der Unbilden der Witterung, welcher die armen Menschen -s.ag und Nacht ausgesetzt waren. Vier Wöchnerinnen die sich unter ihnen. besind-n, sind, weil sie zu frühe entbunden hoben, dem Tode nahe. Ji> den umliegenden ^t.choften Mundrnhiim u. f. w. läuten seit einer Stunde wieder die «turmglocken. Mindestens 100 Häuser sind in jedem der Oite zusammengeüürzi. — In einigen kleineren Dörfern harren bie Einwohner noch auf den Dächern auf Hilfe, — d.e in vielen fallen noch nicht zu beschaff n ist. - Es sind zu wenig Boote und Kahne zur Persügumu Rh.iii und Neckar sind wieder im Steigen und überall werben Thüren und Kelle, offnungen oenammclt, Gartenmauern oeistärkt, Erddämme aufgewonen, um bas Eindringen de- t,dfenban"nn6ne!tm, 2. Januar. Eine Anzahl Männer aus Mundenherm v-rsuchien hl-ute ben 9?rtief 5 X Pb Adoli 0,50 X, runder Tisch bet Schnell 3 X, G Hoß 1 X, F. F. 50 X, Fernie (2. Gab ) 2<)0 X, Wilson (2 Gabe) 20 X, L- Bücking (2- Gabe) 50 X, Hofg.-R. Hoffmann 10 X, Ung. 3 X Jnsgesammt 382,50 X Mit den gestern quttt'rten Beträgen nunmehr 211162. — Mtl herzlichem Danke bescheinigt diese Gaben und bittet im Wohlthun nicht erlahmen zu wollen Die Expcdition des „Gießener Anzeiger*. A l l st e m e i u e r Anzeiger. Betanntmachunst. Die Lieferung der für das Etatsjahr 1883/1884 bei Großh. Gendarmerie- Dlstrict Oberheffen erforderlichen Schreibmaterialien soll auf dem Weg der Submission vergeben werden. Die Offerten sind unter Ueber- sendung von Mustern und deren Preise bis längstens den 8. Januar k. Js. aus dem DistrictS-Bureau dahier abzugeben, woselbst auch die Bedingungen angesehen werden können. Gießen, den 31. December 1882. Großherzoglicher Gendarmerie-District Oberhessen. 113 V e cf, Major u. DistrictS-Commandeur. Bekanntmachung. Zur Bezahlung der Zinsen, welche von den bei der hiesigen Spar: und Leihkassc angelegten .Kapitalien am Ende dieses Jahres fällig werden, sind nachstehende Termine festgesetzt, und zwar: Samstag den 6. Januar 1883 Dienstag „ 9. „ „ Mittwoch „ 10. „ „ Donnerstag . 11. „ „ Samstag h 13. „ „ Die Interessenten werden daher aus- gefordert, die Zahlungen an diesen Tagen in Empfang zu nehmen und hierzu durch Vor zctgung oer Schuldscheine sich zu legitimit en. Zugleich wird bemerkt, daß die auf den Donnerstag fallenden Zahltage für die Interessenten der Sadt Gießen, dagegen die übrigen Zahltage für die Auswärtigen bestimmt silw Die Herren Bürgermeister werben ersucht, dieses in ihren Gemeinden auf orts- übliche Weise bekannt machen zu lassen. Gießen, den 24. November 1882. Der Rechner der Spar unb Leihkasse. «ehr. Holzverstcigcrung in der fürstliche» überfülltem Lich Ju ben Distrikten F u d) s ft r a u ch, Kellers berg und Hol er soll nadj» verzeichnetes Holz versteigert werden: Montag den S. Januar. Schcith. Prügelh. Stock!). Neish. Naumnicler. Wellen. Buchen 10 21 2 Eichen 85 82 93 1750 Kiefern 0 46 69 1460 Dienstag den 9. Januar: 35 Eichenstämme 1. Klaffe, gesund und zu Werk- und Schnittholz vor- züglid) geeignet, mit zusammen 85,05 Cbm., 33 Eichenstämme 2. Klaffe mit 34,38 Cbmtr., 32 Kiesernstämme 1. Klaffe, zu 26erk- nnd Schnittholz laugltch, mit 43,87 Cbmtr., 269 Kiesern-Baustämme mit 142,39 Cbmtr., 3 Buchenstälnnie mit 3,54 Cbmtr., 6 Hainbuchenstämnie mit 4,56 Ebm. Inhalt und 19 Rmtr. Eichen-Werkscheitholz. Zusauunenkunft jedesmal M o r g e K s 10 Uhr im Fuchsstrauch, unweit oer Oberhessischen Bahn. Lich, den 27. December^ 1882. 121 Wimmenaucr, Forstrath. L'unstäg den (>. Januar, Vormittags 10 Uhr, werden auf der Baustelle des Itolli* Petri III. auf dem Asterweg eine große Parthtc altes Bauholz, alte 'Bretter, Fenster, steigert. Thüren und alte Ziegeln ver 115 Mobiiicn-llerstcigerung. Montag den 8. ds. Mts, des Bormittags von 9 Uhr an (und wenn nöthig, den folgenden Tag) füll erb- vertbeilnngShalber das zu dem Nachlaß des verstorbenen Johannes Laun- spach XII. dahier gehörige Mobiliarvermögen versteigert werden, als: 2 Kühe, 2 Rinder (eins trächtig >, 4 Schweine (Läufer), 6 Schafe (4 Mutterschafe, 2 Lämmer), 11 Hühner und 1 Hahn, cd. 6 Ctr. Korn, „ 16 „ Gerste, „ 6 „ Hafer, „ 2 Simmer Erbsen, „ 80 Centner Erdgeivächse, „ 60 „ Heu und Gnunmet, „2'/, Fuder Roggenstroh, „ 4Va ii Weizenstroh, „ 6 „ Kromstroh, Borrath an Wagnerholz, 1 Frnchtsegemilble, verschiedenes Wagnergeschirr, sowie Hauügeräthe aller Art, Weißzeug u. dgl. Bemerkt wirb, daß das Bi eh, Frucht, Heu und Stroh zuerst zur Bersteigerung kommen. Reiskirchen, den 3. Januar 1883. Großherzogl. Ortsgericht Reiskirchen. 126 Jünger. Aeilgt'Volenes. Ein schta g-Baum w ottflsr«! in allerbester Qualität billigst bei 117 Martin LMccl, Marktplatz. 127 Ein guter, 8sitzigcr Omnibus ist wegen Aufgabe deS Poftfuhrwerks zu verkaufen. Friedberg- ^ried. Gunderloch. Zwetschenhonlg wieder frisch eingetroffen bei 134 J. A. Busch Söhne, 138 Ein schöner ^vcithüriger Küchenschrank mit GlaSanfsatz und mehrere ge wohnliche Tische sind zu verkaufen. Karl Zinlmcrmann, Neuen-Bauen 15. SardeUtN, Sdvbinrn, Caviar, Capern empfiehlt billigst Carl Fe tri 16 (norm. Ö- ®. Spruck.) 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