Nr. 177 Freitag den 3. August 1883. Vureaur Schulstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des MsntagS. laufen m ohlenkM M Telegraphische Depeschen. Wolff s telegr. Correspondenz-Bureau. Wildbad Gastein, 1. August. Nach den nunmehr sestgestellten Reise- Dispositionen wird Se. Maj. der Kaiser am Dienstag, den 7. d. Mts., von hier abreisen, in Salzburg übernachten, am darauf folgenden Tage sich zum Besuch Ihrer Maj. des Kaisers und der Kaiserin von Oesterreich nach Ischl begeben und am 10. August nach Babelsberg zurückkehren. Berlin, 1. August. In vergangener Mitternacht wurden die Gebäulichkeiten der Berliner Velvetfabrik sActien-Gesellschaft), in der Köpniker - Straße gelegen, durch ein großes Feuer in Asche gelegt. Der Umfang des Feuerschadens ist noch nicht sestgestellt. Bei den Löscharbeiten wurden drei Feuerwehrleute ge- tödtet, einer verwundet, und zwar fanden der Brandmeister Stahl und der Oberfeuerwehrmann Mandelburg den Tod, als sie mit bereits brennenden Kleidungsstücken aus der vierten Etage in den gepflasterten Hof sprangen. Den Feuerwehrmann Müller tödtete ein einstürzendes Mauerwerk, durch welches auch der Feuerwehrmann Schimmelpfennig einen Arm- und einen Beinbruch erlitt. Der Schaden wird auf 11/2 Mill. «/&. geschätzt. Der Fabrikbetrieb ist für etwa 6 Wochen unterbrochen, wodurch ca. 1000 Arbeiter brodlos werden. Casamicciola, 1. August. Der König ist von dem Ministerpräsidenten de Pretis, dem Minister des Auswärtigen, Mancini, und dem Marineminister Acton begleitet, heute früh hier eingetroffen und bei der Ankunft von dem Arbeitsminister Genala empfangen morden. — Gestern wurden noch zwei Damen, anscheinend Mutter und Tochter, unter den Ruinen lebend aufgesunden, man hofft, dieselben am Leben zu erhalten. — Der König besuchte heute anderthalb Stunden die Unglücksstätte und war beim Anblick derselben sichtlich gerührt. Die weinende Volksmenge be- PreiS vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mft Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark oO Pf. 'N, 6)«Ur t), BiW lualitälen, Ö m. aren: e, als: Ul i und gte ava zu 8s,i r. N Zleutschland. { r “• 2- August. Bet der untcrm 17. Januar l. I. an die Stände Vorlage des Gutachtens der Commtsslon zur Untersuchung der hessischen Strombauoerhältntsse über die durch die hessischen Strombauten heroorgerufenen Beschwerden hessischer Gemeinden und Gutsbesitzer hat sich das Grotzherzogliche Ministerium der Finanzen Vorbehalten, demnächst erläuternde Be- merkungen zu diesem Gutachten unter Anschluß des Kartenmatertals nachzuretchen. M'tkhetlung ist nunmehr vor wenigen Tagen in Form eines umfangreichen Aktenstückes erfolgt. Köln, 1. August. Der „Köln. Ztg." wird telegraphirt: „Ich komme soeben von (Safamicdola. Die Zerstörung ist vollständig. Umgekommen sind etwa 8000 Personen. Zwei deutsche Künstler werden vermißt. Die Hülfeleistung des dahin kom- Militärs tft unzureichend wegen zu geringer Zahl der Mannschaft, trotzdem uellte die Regierung heute die Ausgrabungen der Verschütteten ein aus Furcht vor der Cholera und verwehrte auch die Prioatnackgrabungen in den Trümmern, obschon heute noch Lebende aufgefunden wurden. Die Entrüstung darüber auf Ischia ist groß." Kngland. London, 31. Juli. Wie aus der Kapstadt gemeldet wird, erfolgte die Ermordung Carey's durch O'Donnel in Gegenwart der Angehörigen Carey's. O'Donnel wird sorgfältig bewacht, da man Versuche zu seiner Befreiung besorgt. Zur Bestreitung der Kosten für seine Vertheidigung ist hier eine Subscription eröffnet. litte fe. Politische Ueberflcht. . . fx . r Gießen, 2. August. Dle Audienzen, welche der österreichische Minister des Aus- mctlgen, Graf Kalnoky, in Gastein beim Kaiser Wilhelm gehabt hat und die T oon ^erem zu Theil gewordene Auszeichnung, die Verleihung des ivarzen Adlerordens, werden in der diplomatischen Welt noch eifrig be- ** Daß der außerordentlichen Mission des Grafen Kalnoky eine hohe Bedeutung zugeschrieben werden muß, steht außer allem Zweifel, nur m was es sich hierbei gehandelt hat, ist noch nicht klar, wenn man auch Cntfenöimg Kalnoky's mit der demnächstigen Begegnung zwischen Kaiser Wilhelm und Kaiser Franz Josef in Ischl in Verbindung zu bringen. Mnsalls kann man aber die Verleihung des Schwarzen Adlerordens an den Leiler der auswärtigen Angelegenheiten Oesterreich-Ungarns als einen Beweis ter Werthschatzung betrachten, deren sich Graf Kalnoky beim deutschen Kaiser cheut und hieraus ist ein weiterer Schluß auf die Fortdauer der freundschaft- Ickil Beziehungen zwischen den Regierungen von Berlin und Wien wobl hattet. ' »elementar.©reignifc, welchem die im Golfe von Neapel gelegene Insel Joch,a am Samstag Abend heimgesucht worden ist hat sich noch weit furchtbarer in seinen Folgen erwiesen, als die ersten ^ore» m , Durch das Erdbeben sind die drei Orte Casamicciola, Foreo und Lacco Ameno besonders schwerheimgesucht worden, zahlreiche Hauser sind emgesturzt und haben unter ihren Trümmern über 8000 Menschen beara- ben. Bis Montag Mittag waren ca. 600 Verwundete von Ischia nach Neapel ubergesuhrt worden, so daß sogar die Kirchen zu Spitalern hergerichtet werden mußten. Der Arbeitsminister Genala, welcher bereits am Sonntag auf der Lisel emttaf hat dle sofortige Beerdigung der Leichen und die Errichtung von 60 Holzbaracken für die Geretteten angeordnet. In den Petersburger Hofkreisen soll der Einfluß Katkow's, des Hauptes der panslavistischen Partei, immer mehr im Wachsen begriffen fein, r m r ^attou’ dem Kaiser einen Vortrag über die Schädlichkeit der libe- ralen Presse gehalten und seine Ausführungen scheinen den vollen Beifall des Monarchen gefunden zu haben, denn dein Vernehmen nach hat der Kaiser Katkow mit dem Bemerken entlassen, daß er ihm für seinen Patriotismus danke 6-rleraru,ä °uf bevorstehende neue Maßregeln gegen die russische „schlechte Preffe schließen zu können, besonders, ba" es dem Einfluß Katkow's m der iL.hat gelungen ist, liberale Organe, wie den „Ruski Kurjer", die „Strana und den „Golos" am Weitererscheinen zu verhindern. Der spanische Gesandte bei der Union, Barca, hat sich am Sonntag int Albemarle-Hotel zu New-York erschossen s die Motive der That sind noch unbekannt. _. E^yten Hegen die alltäglichen Nachrichten über die Cholera vor. Die Sterblichkeit an der Cholera hat sich in Bulak, dem Hauptherd dieser Krankheit m Kairo, bedeutend gemindert, da in Bulak vom Sonntag zum Montag ihr nur 16 Personen erlagen, dagegen breitet sich die Seuche in den Pro- oinjen aus. Der Vicekönig hat sich gegen die sofortige Aushebung des Sanitäts- cordons ausgesprochen. . 'iV”ml,t”erbJe3lte Ofsiciere unserer Kriegsmarine, Vice- »niral Bätsch und Contre-Admiral Berger, sind, ihrem schon längere Reit gesprochenen Wunsche entsprechend, durch Cabinetsordre des Kaisers zur Position gestellt worden. Es heißt, daß beide Herren mit der Ernetinunq Genera.Lieutenants v. Caprivi, als eines Officiers bet Landarmee, zum ms der Admiralität, s. Z. nicht einverstanden gewesen seien „nb daß sie auch W zu bewegen gewesen seien, ihr sofort eingereichtes Abschiedsgesuch zurück- «Mcßener Anzeiger Amts- und Alizeigeblatt für den Kreis Gießen. Söhne ..... D'° Bucher der Jnvalidenkasse der Gewerkvereine sind , ordsichersetts mit Beschlag beschlag belegt worden, und zwar anläßlich des WS des Arbeiters Pradel (oder Pambel). Pradel hatte sich mit fünf- Sdnger Beitragsleistung den Anspruch auf Pension erworben und wollte diesen Much geltend machen, als er kürzlich vollständig erwerbsunfähig wurde, tr Pensionszahlung wurde jedoch vom Kassenvorstand verweigert, da mittler» *'"urch elne Statutenänderung eine „fünfzehnjährige Carenzzeit" eingeführt > । c * rcaJ• b>e Pradel nicht anerkannte. Der Genannte verfolgte nun feine ?rUkp-Lb£rdV,er,l$ieben|; Instanzen hindurch, ohne irgendwelchen Erfolg, bis ich P^del an das preußische ©taatsminifterium unter Darstellung der uiiDlage wandte. Das Ministerium hat nun das Berliner Polizei-Präsidium Riefen, der Sache durch Revision im Bureau der Jnvalidenkasse der Ge- [ J®e«me naher zu treten und dieses Einschreiten der Behörden kann nur mit •Wung begrüßt werden. Denn in dem Falle wie Pradel befinden sich fe. I ^ 7"°b'nen nach noch eine große Anzahl anderer Arbeiter und diese würden ------ a 1 Einzahlungen der Pension vollständig verlustig gehen, wenn - , nicht die Regierung zur genügenden Sicherstellung der Ansprüche der Arbeiter : Wie Gewerkvereine in's Hiittel legte. l«^Ür,=bVfenm®0T!."er|"ta3' ben 2- August, wird bas Urtheil in » Tisza-Eszlarer Proceß erwartet, der in den letzten Tagen noch manche [p,c ^cenen aufzuweisen hatte. In den Reden der drei Vertheidiger wurde 1 Puoceßversahcen einer scharfen Kritik unterzogen, wobei selbst die «ng des Präsidenten gerügt wurde, ohne daß dieser hiergegen „reagirt" ,„rJ Kl . Montag hielt wiederum der Vertheidiger Eötvös ein längeres lüfelcbem er namentlich die Mangelhafagkeit des Beweisverfahrens _ ™rU‘ “nb s° heftiger Weise den früheren Vertreter der Staatsanwaltschaft W, daß der Präsident Eötvös zur Mäßigung ermahnen mußte. Im Publi- 11 erregten die Ausführungen Eötvös öfters Widerspruch, was den Pmsiden- irl 16 «'ederholten Rügen veranlaßte. Gegen den Vertheidiger Heumann, Admimstrativbehörde der Werbung falscher Zeugen anklagte, wollen ' ^">nten des Szabolczer Comitats die Verleumbungsklage anstrengen. 1 l-h. ^9beni es vom Tongkingnesischen „Kriegsschauplatz" ?auz still gewesen war, ist endlich aus Tougking wieder eine Nach- !«”■ ariii "ngelaufen, welche diesmal eine Siegesbotschaft für die Franzosen enthält ;An,olge hat Oberst Badens bei dem Platze Nam-Dinh, 10 Meilen südlich '«öenoi, mit 500 Mann einen bedeutenden Erfolg über die Anamiten davon- fe selben sollen über 1000 Mann und 7 Kanonen verloren haben - - «umlich berührt jedoch, daß die Franzosen bei dieser Affaire nur 11 Niann Verwundeten verloren habe» ; dieser Abstand in den gegenseitigen kHSrft’« h"nfi 0^esro?S 3s aufralIenb'. '° b°ö man saft annehmen muß, d l„ r.'S bem, "°ch b'°so- ober jener Seite hin geflunkert hat. Dies wird -simzopschen Blatter aber nicht hindern, die Affaire von Nam-Dinh als • V £ti,n,9’lroaltr^n S>eg, als eine glänzende Revanche für die Niederlage von / .hinzustellen; nähere Berichte muß man freilich erst abwarten — Die met senebmi9te am Montag die Convention mit der Orieansbahn- fto,,,uezkanal-Angelegenheit hat der englische Premier Glad- !il chiedenen parlamentarischen Erfolg zu verzeichnen. Am Montag , Mu $ Ente^au6 ben Antrag Northcote's, in der Suezkanal-Frage eine f S- 3m^ble fiom9t" iu mit 282 gegen 183 Stimmen ab, nachdem 9l9en bern Antrag ausgesprochen hatte; ein Amendement :n J. s fand dagegen die Zustimmung des Haujes. — James Caren der N Mordproceß, soll einer Meldung^aus Kapstadt zu- ber5 Schiffes „Kinfanns Castle" durch einen andern Passagier, ^"O Donnel, erschossen worden sein. grüßte den König ehrfurchtsvoll und bezeigte ihren Dank für die königl. Theil- nahme. Auf dem Stadtplatz empfing der König den Bischof von Ischia, welcher ein Schreiben des Erzbischofs von Neapel überreichte und sprach dem Bischof für die von demselben bewiesene Mildthätigkeit feine Anerkennung aus. Wegen der in Folge der Hitze eingetreteneu raschen Verwesung dec Leichname ist die Lust verpestet. — Heute Mittag halb 1 Uhr wurde eine neue Erderschütterung mit unterirdischem Getöse wahrgenommen. Neapel, 1. August. Der Minister Mancint besuchte während seiner Anwesenheit das PeUegrtnthospital, wohin zahlreiche Verwundete von Casamicciola gebracht worden sind, und sprach dem gesummten Personale des Hospitals, insbesondere den barmherzigen Schwestern, für ihre den Verwundeten geleisteten aufopfernden Dienste seine Anerkennung aus. Auch in der Spitalkirche sind Verwundete untergebracht Mehrere Mitglieder der Gesellschaft des rothen Kreuzes, darunter die Damen Ravaschiest uno Meuricoffre, haben sich mit Binden, Charpte und Medicameuten nach Casamicciola begeben, um dort eine Ambulanz einzurichten. Die Soldaten auf Ischia setzen ihre Arbeiten unausgesetzt in angestrengtester Weise fort, unter denselben sind mehrfach Fälle von Sonnenstich oorgekommen. Seit zwei Tagen werden ein Lieutenant, ein Sergeant nnd zehn Mann vom 11. Artillerieregiment vermißt, man besorgt, daß dieselben irgendwo verschüttet seien. Die Katastrophe auf Zschia. AuS Rom werden der „P. C" über das fürchterliche Elementar-Ereigniß nachstehende Details unter'm 30. Juli gemeldet: Die Insel wurde durch drei Erdstöße erschüttert, deren erster von furchtbarer Gewalt war. Unmittelbar nach den Erschütterungen, die von unterirdischem Gelöse begleitet waren, erhoben sich ungeheure Staubwolken, die Alles in Flnsterniß hüllten. Ein jäher Schreck betäubte alle Leute. Als die unverletzt Gebliebenen endlich zur Besinnung kamen, zündeten sie, um Hülfe Herbetzurufen, Holzspähne an und eilten dann gegen das Meer, wo sie die Fahrzeuge im Sturme nahmen. Die Schilderungen, welche die Ueberlebenden von dem Ereignisse geben, erinnern an die Zerstörung Pornpeji's Der Anblick, den Casamicciola bietet, ist ein entsetzlicher. Kein Haus blieb von der Katastrophe verschont. Die Straßen, in welken Hunderte von Tobten und Verwundeten liegen, gleichen einem Schlachtfelde. Viele der Ueberlebenden irren, durch die grauenhaften Ereignisse in Wahnsinn versetzt, zwischen den Ruinen umher. Man hort noch immer das Aechzen und Wimmern einzelner Verwundeter, die unter dem Schutte begraben liegen. Als man zur Hülfeleistung herbeteilte, boten dte Ueberlebenden, dte vom Schrecken bletch, am ganzen Leibe zitterten, von Blut und Koth bedeckt waren, einen entsetzlichen Anblick. Zahlreiche Familien sind vollständig vernichtet. Unter den Opfern befinden sich viele Personen aus den höheren Gesellschaftskl eisen Roms und Neapels. Die Deutschen sind alle gerettet und such Oesterreicher sollen sich unter den Verwundeten keine befinden. Sowohl von Rom wie von Neapel sind Gente-Truppen nach der Unglücksftätte abgegangen. In Jschta verlangt man namentlich nach Arbeitern, um dte Beerdigung der zahlreichen Leichen, welche eine Gefahr für dte öffentliche Gesundheit bedeuten, zu bewerkstelligen. Dte Behörden, das Militär und dte Bevölkerung entwickeln bet dem Hülfswerke eine bewundernSwerthe Thätigkett. Wie verlaute:, wurden schon an den der Katastrophe vorangegangenen Tagen mehrere von unterirdischem Geräusche begleitete Erdstöße verspürt und aus den Brunnen schwand das Wasser. Trotz dieser erfahrungsmäßig fast als sicher anzusehenden Vorzeichen eines bevorstehenden Erdbebens unterließen die Bewohner von Casamicciola aus Furcht, Die Flucht aller Badegäste und Vergnügungsretsenden herbetzuführen, Vorkehrungen zu treffen. Ganz Italien steht unter dem erschütternden Eindrücke des fürchterlichen Ereignisses: allenthalben im Lande werden Subscrtptionen für dte Ueberlebenden auf Jschta eröffnet. Von einem Mitarbeiter geht der „Franks.Ztg." über die wahrscheinlichen Ursachen der Katastrophe folgende Mitteilung zu: Alle bis jetzt eingelaufenen Depeschen beziehen sich nur auf Casamicciola und Lacco Ameno, keine meldet, daß der Rest der Insel gelitten habe, und Nisida, Pro- ctda, sowie das gegenüberliegende Festland scheinen von dem Stoße überhaupt nichts empfunden zu haben. Dieselben Erscheinungen wurden auch 1881 beobachtet, nilr daß damals selbst Lacco Ameno erst in zweiter Linie berührt wurde, auf dem Festlandc wurde nur ein ganz schwacher Stoß in Vacoli verspürt, dagegen em ziemlich hist'ger auf der entfernteren Insel Verbotene, einer der Ponzainseln. Ganz ähnliche lokal,sirte Erdbeben haben sich in diesem Jahrhundert schon öfter in Casamicciola ereignet, so am 2. Februar 1828, am 7. Juni 1852 und am 15. August 1867, von allen diesen wurde nur das letztgenannte in nennenswerther Weise auf dem Festlande verspürt und immer bildete der beliebte Badeort das Centrum der Erschütterung. Diese geringe Ausbreitung selbst bei der höchsten Intensität laßt keinen Zweifel, daß es sich bei den Erschütterungen von Casamicciola nicht um eins der gewöhnlichen Erdbeben handelt, welche man in neuerer Zeit als vulkanische unterscheidet, sondern daß dte Ursachen in der Insel selbst und in einer verhältntßmäßig geringen Tiefe gcsuchi werden müssen. Freilich ist die ganze Insel vulkanischer Natur; der Epomeo hat 1301 seinen letzten Ausbruch gehabt und ganz abgesehen vom Vesuv liegen in geringer Entfernung die immer arbeitenden Solfatara von Puzzuoli, der erst im 16. Jahrhundert entstandene Monte Nuovo, die unzähligen erloschenen Krater der phlegräischen Felder vulkanischen Ponza-Inseln. Aber nirgends hat sich eine Spur erhöhter vulkanischer Thätigkeit erkennen lassen und es handelt sich hier zweifellos um ein sogenanntes Einsturz-Erdboden, entstanden durch den Einsturz eines gewaltigen Hohl- raums oder einer unterwaschenen Felsensch'chi in relativ geringer Tiefe unmittelbar ^asamlcciola. Ob und inwieweit bei der Bildung solcher Hohlräume dte Ausbrüche des Epomeo mitgewirkt, läßt sich nur vermuthen; die eigentlich wirkende Ursache find offenbar die heißen Quellen, denen Casamicciola seinen Ruf als Badmrt verdankt. ES sind ungefähr zwanzig, welche am Fuß des Vulkans hervorbrechen, sämmtlich sehr Best andtheilen. Die Quelle von Santa Restitutta allein enthält in 100 Kubikzoll Wasser 27,7 Gramm fester Bestandthetle, Kochsalz und besonders kohlensauren Kalk; nehmen wir nur eme Wassermenge von 100 Kubikmeter pro Stunde so ergibt das im Jahr über 3300 Gentner fester Bestandtheile, welche dem Boden entzogen werden. Da nun diese Quellen noch obendrein wohl sämmtlich aus einer und derselben Schicht kommen, muß diese nach und nach so ausgelaugt werden, daß sie den Druck der überlagernden Massen nicht mehr aushalten kann und plötzlich zusammenbricht. Daß man auf der Oberfläche von Ischia bis jetzt keinerlei Spuren von Senkungen, Spaltungen und dergleichen beobachtet hat, ist kein Beweis gegen die Annahme einer Senkung im Innern; die Tuff- und Mergelablagerungen aus jüngerer Zeit, welche am Epomeo bis zu 1400 Fuß emporreichen, können recht gut ihren Zusammenhang behalten, während unter ihnen die älteren Schichten zusammenbrechen Wie tief unter Casamicciola der Herd der Erschütterung liegen mag, läßt sich picht genau bestimmen, jedenfalls ist die Tiefe aber unbedeutend und wie A. v Lasaulx (im Humboldt 1882 Nr. 1) annimmt, roobl nur nach Hunderten von Metern zu rechnen. Bei dem Erdbeben von 1881 maß die elliptische L'Nie, mit welcher man das Haupi- erschütterungsgebiet umgrenzen konnte, nur 1875 Meter in der Länge und 550 in der Breite. Einen Anhaltspunkt gibt der Umstand, daß die Nachbarinsel Procida so gut wie unberührt blieb. Hätte der Erschütterungsherd tiefer als der Meeresboden zwischen beiden Inseln gelegen, so hatte sich die Erschütterung unbedingt auch auf Procida fort; Pflanzen müssen; es ist also kaum zweifelhaft, daß der Einsturz an einem höher gelegenen Punkt? erfolgte; die Erschütterungswellen gelangten sorn-t in das Meer- maffer und wurden dadurch soweit abgeschwächt, daß sie gar nicht mehr empfunden Eine abweichende Ansicht Über die Entstehung des Erdbebens hat der berühmte ^^loge Gerhard vom Rath in den Sitzungsberichten der naturhistorischen Gesellschaft tur Rheinland und Westpfalen ausgesprochen. Auch er sucht die Ursache nicht in der vulkanischen Thätiqkeit, wohl aber in einer Dampfexplosion, ähnlich den bei Dampf- r^steln vorkommenden. Von den heißen Quellen Ischias haben einige b's 97° C. Temperatur: Wasser von ähnlicher Hitz? brechen auch im Meere ans,. das an einem PEe in der Nähe der Quellen von Castiglione 75« C- zeigt. Es müssen also in flertnfler Xiefe erhitzte Wassermassen vorhanden sein, welche vielleicht 120° und mehr eine <« einer Höhlung durch oder gelangt es auf irgend e% furcIne. mit geringerem Druck, so tritt natürlich momentan micciola^hervor nif en* fan? Un® ctn' m-r$e wohl eine Katastrophe wie die von Casa- onuiui, unimuHdiu vch uqjtrcn aiunocn angeyorcno, m -ürmL 211Ö nun der Musiker, 'm Begriff nach Hause zu gehen, feinen Kasten aus- k-w c wollte, war dieser verschwunden. Vorgestern erhielt nun der Bestohlene ans • ' lesigen Hotel die Mitthciluna , daß für ibn ein Koffer nnnnnm nnnefomm . M., Nr. S .E., Nr. ,5 Neustadter 1 Wirtend »erstes. . Zckmmenki Nachmi |:h die durch •l^n fojjen. Ma fe Nsvinimei Arn, den 31. .y. Großherz nehmen wollte, war dieser verschwunden. — einem Jjlefigen Hotel die Mitthcilung, daß für ihn ein Koffer anonym angefomm fei. Als er denselben öffnete, sand er seinen Kasten mit den Instrumenten doch, allerdings erbrochen. Die Diebe hatten sich aber eitel getäuscht, sie vermuihetmbn dcr Aehnlichkeit des Instrumentenbehälters mit einem Geldkasten wahrscheinlich darin und sandten denselben, da sich solches nicht vorfand, dem Eigenthümi, dessen Namen im Kasten stand, auf oben angegeben.m Wege galanter Weise frflnto zurück (T- u. 21.) Marburg, 27. Juli. Aus verschiedenen Gegenden mehren sich die Nachricht Uber das Vorkommen falschen G ldes, so sind neuerlich Zweimarkstücke beschlagnatmi wo>den, welche den in Bayern geprägten Stücken nachgemacht und vorzüglich gepiiji 11110, nur die Weichheit des Metalles läßt die Unechthell erkennen. Vorsicht Et daher nothig. & **4 $?»«» _ ?r?n/Lurt M., 28 Juli. Bei der letzten Vorstellung der Walküre im i Qpernhause schien sich e;n Fremder in einer Loge ersten Ranges recht sehr zu lang; weilen. Plötzlich fiel ihm etwas Gutes ein: er holte aus seiner Rocktasche ein Päckchen hervor, wickelte das Pap'er ab und — zum Vorschein kam eine duftige Knoblovchs- wurst. Auch einen Weck förderte er zu Tage und nun begann er mit füistlichem Behagrn zu essen. Allgemeines Entsetzen bemächtigte sich der neben ihm Sitzenden, einigt junge Herren machten den Fremden auf das unsch ckliche seines Benehm« ns aufmerk am. Denselben erwiderte er aber: Ich habe mein Geld bezahlt für meinen Platz unb kann auf demselben machen was ich will. Man machte ihm begreiflich, daß das, was« thue, nirgends anständig sei, schon bei Damen wegen, worauf er knurrend den W seines Imbisses cinsteckte. Kassel, 30. Juli. Vor ca. 8 Tagen besuchte ein Mustker Abends ein hieW Bierlokal und stellte seinen Jnstrumentenkafteu, in welchem sich vier Klarinetten irn i W^th von 300 Mark befanden, auf einen Tisch. Zu gleicher Zeit befanden sich unter anderen Gästen auch zwei Fremde, anscheinend den besseren Ständen angehörend, Im Lokal. ?r,s **••** K — ‘nr*-r2e— •— jrr '• * Mil!, . 'W f llftll 3. Iugs- 1. Slugust- ikbtr Sonn {oftteriaft nW - L---- ») AuS vr MenaD1 B 1 BeemtfchteS. 31. Jult. llPostpersonalnachrichten-j 1. Angestellt ist der Post- praktikant Dietz m Worms als Postsecretair. 2. Freiwillig ausgeschieden ist der Postverwalter Breidenbach in Groß-Ziumurn. trft ?. Gestorben sind der Postsecretair Delp in Worms, der Ober-Telegraphin- ssststent Engel in Mainz und der Ober-Telegraphenassistent a. D. (Springer in Worms. ..„ ^?"kfurt, 30. Juli. Bei der am 11. und 12. August an der Gerbermühli stattfindenden Regatta der Frankfurter Rudergesellschaft „Gtrmania" werden folaenbt Vereme concurnren: Bremer Ruderverem. Club Nautique von Gent, Kölner Club Coblenzer Ruderg^sellschaft, Erster W-ener Ruderclub „Lia", Frankfu>trr Ruderg sellsW „Germania", Frankfurter Rudergesellfchast „Sachsenhausen", Hanauer Rudergesellschnst, Heidelberger Ruderclub, Mannheimer Ruderclub, Mannheimer Ruderverein „Amicnia' Oberraver Rudergesellschast, Offenbacher Rudergesellschaft „Undine", Offenbacher Ruber! verein, Wetzlarer Ruderclub. Colmar, 28. Juli. Gärtner wurde wegen Betrugs gegenüber den M'liär pflichtigen zu 6 Jahren Gefängmß oerurtheilt. Die Bestechung der Militärärzte mii'k als nicht erw'.eskn angenommen. — Eine komische Geschichte wird aus Oldenburg mitgetheilt: „Bei enir kürzlichen Feldd enstübung der dortigen Dragoner schickte ein Rittmeister einen Soldtt» intern feindliches Dorf mit der Weisung, er solle einmal sehen, ob er in jenem Litt „Feuer bekäme." Der biedere Vaterlandsoertheidiger kam mit einem reichlichen 9oi; rath von Schwefelhölzern zurück, die er sich bei den Bauern gesammelt hatte. Di „Feinde" hatten aber nicht auf ihn gefeuert." Nierstein a. Rh., 26. Juli. Hier tobte heute Mittag ein entsetzliches Der Blitz fuhr i:i den Schornstein eines Hauses, nahm seinen Weg durch den Haus.«! in den Hof und traf eine Frau, welche in Begleitung eines Hundes in das Haus xt treten wollte. Frau und Hund wurden von dem Strahl getroffen unb blieben aus»« Stelle tobt. Groß-Ger au. 27. Juli. Einen unfreiwilligen, recht broll gen R-tt hatte jü.A ein Hanbelsmann burchzumachen. * Derselbe versuchte nämlich die Kuh eines hiesig Geschäftsmannes ohne dessen Wissen und Willen zu verkauf.n. Zu diesem^ Za»' wurde das Thier vom Sohne des Handelsmannes, indem es noch mit vollsiänvr^ Geschirr belastet und am Wagen eingespannt wurde, den anwesenden Kauflustigen" Hofraum zur Besichtigung vorgeführt. Kaum hatte sich dasselbe die umstehenden schaftsfreunde angeschaut, als es scheute unb plötzlich seinem vermeintlichen Stalle, diesem nebenanftebenben Werkstätte, unter Zurücklassung seines Führers unb im gehöriger Belohnung mit einigen Fußtritten zuflüchtete. Bei dieser Flucht nahmst! Kuh einen ihrer Kaufliebhaber aufs Horn, um ihn dem in der Werkstätte thatt«* ll Personal zur Schau zu bringen Dieses war selbstredend durch den Anblick des kütt werben konnte. (Kreisbl Frankfurt, 28. Juli. fPolizeigerichtssitzung.^ Ein humorvoller Vagabl^ gestaltete bie Sitzung zu einer höchst heiteren. Herein trat nach bem NamenSaul^ 1 ein verwitterter unb zerlumpter Patron. Schönen gut- n Morgen, meine Herrn, beftcni der Angeklagte, der her Obdachlosigkeit und Arbeitsscheu beschuldigt war, bin Sohn vom alte Wolff un hab schun efter deß Vergnige gehabt. Waß hawr Se hetnt wider an mer auszusetze? Vors.: Erst nennen Sie einmal Ihren Vornamen m Ihr Alter. Angekl.: Ich hääs schun längere Zeit Jacob, wie alt ich obber bin, rc ich Ihne nett sage. Vors.: Warum nicht? Angekl: Ro weil ichs nett wääs. »Oj’r : Srnb Sie über 18 Jahre? Angekl.: Deß will ich meine. Vors.: Sie sind der * bachlosigkeit unb Arbeitsscheu angeklagt. Angekl.: Deß stell ich in Abreb. Wenn!« kää Obbach gehatt hab, da hab ich uff der Constawler Wach gesotze unb beß woar ® wider äns. Vors.: Das ist ganz logisch. Angekl.: Nett woarl Waß dieArweitSlL^ betrifft, so beweist Ihne hier der Bettel, baß ich am 15. Juni ämol hab arweite wo. - Vors.: Warum thaten Sie's nicht? Angekl-: Weil mei zukinftiger Master Arweitsscheu eingesteckt worbe is! Vors.: Wer war benn biefer famose Men Angekl-: Lese Se nor bie Unnerschrift, Herr Assessor! Vors.: Da steht Jacob Ar- Das finb Sie am Ende selbst. Angekl.: Ei freilich, wer werd mich dann sum Arweit numrne, Herr Amtsrichter! Vors.: Ihre Vertheidtgung besteht also nur faulen Ausreden. Angekl.: Wenn mer schu so viel mal eingesteckt worve is, o v ärn zuletzt die Gründ aus, Herr Amtsgerichtsrath! Vors.: Die Begriffe der Abi li^ssHrii Mm auf Vahl leim in den Mittags 111 Wch-Bau-? ßiz, woselbst imgenausliec ktirndung von feen. Riburg, den Uzliche Eisenb V__ Msg di kUtigtn Steif. JjÜ in Hosici «SMstMn 1 Sopha, Portablen ö Hm, den 30. A n MHag d l H ani >*i 86*8 Sty S'Ä w *,ben2. Lokales. I Gießen, 1- August.' Die Oberhessische Gesellschaft für ' und i>et f tun bei) leit h.ute Vormittags m der Aula der Umonfität uLr Bethelligung der Verelnsmitglieder und elngtlabener Gäste einen Fest actus »ur «ÄI ihres bOjährigen B-tteh-ns ad. Der D.rertor des GeseUschai., HerrWLudwü etoffmfe benfMen mit eintßen B-grügungswoet-n unb nahm dann die GlückwL^I ber in erheblicher Zahl erichtenenen R-präsentanten auswärtiger Vereine entaeaesi 2 ^^nD.puttrt- aus Frankfurt a. M. (Senckenberg.sche nmurfo schenbe Ges unb Aerztlicher Verein), aus Tübingen, Offenbach unb Wi sbaden erschienen V der hiesige Verein für Localgeschichte anschloß. Außerdem waren fchnstlich'e G ü? wünsche, oft begleitet von Geschenken, eingegangen aus Berlin, Bonn, Breslau Km ganau, Wiesbaden, Dresden Halle, Leipzig. Bremen, Braunschweig, Bamberg, Ettar n Nürnberg, Würzburg, Stuttgart, Karlsruhe, Göttingen, Emden, Wien, H? ma2. in Siebenbürgen Graz Bern, Cherbourg, Brüssel, Haarlem, Batavia. Upsala, Do 2 : Petersburg, Moskau, Boston rc. ' ^rvA, , Der Verein darf auf diese Zeichen freundlicher Theilnahme, die ihm von alM,I strebenden Vereinen aus Europa, selbst aus Amerika und Asien bargebraebt rourben I hoher Befrredigung blicken. - Herr Professor Or. Pflug sprach in längerer amiebenS I über die schädlichen Wirkungen, die der Genuß gewisser animalischer NahrunaS I mittel, wie Fleisch, Fische, Eier und Milch, auf den menschlichen Organismus bXi 1 AakUn\i""ra ^le.U H^rr Professor vr. Buchner eine interessante Umfltt und Ere^niffe^ ^s Vererns seit 1833, seine Bestrebungen, hervorragende MitglÄ ! m “ Hbute Morgen wurden in einem Hause der Wolüngasse ein Paar ntu Pantoffeln gestohlen Der Dieb wurde n der Person eines fichiendtn Stromers der Schramm'schen Herberge ermittelt. Die Pantoffeln fanden sich noch in feinem Besitze. Wir theilen diesen Fall lediglich zur Warnung für mitleidige Seelen mit An- r SHubtijr: r 1837 J„ M. Schulhof 4736 Marktstraße. 5021 per da L aller Art in vorzüglicher Qualität em- 4841 Erinnerung. Der Fest Ausschuß Ph. Bauer II., Bahnhofstr 57, pfiehlt 4531 Gustav Stahl, Neuenweg 11. zureichen. 5251 Fl Ich bringe hiermit meine garantirt reinen Rheinweine besonders einen guten 1882er (per Schoppen 30 H), in empfehlende stell! IBkJ n D. 6^] i dn tzn^ Mount Enos Romvola »Alter Moscato . Lüster Moscato . . . Coriuthen Auslese Malvasier ... du;,. »utbH: l^.aoiä ’ldjtr ßoniimiij tl rtiianit v WM iie 'Infej d'N ) noch y'.'i 6 Stillt Wafferwärure der Lahn. Am 2. August, Mittags zwischen 11 und 12 Uhr: + 13V? R-, Luftwärme + 13V-0 N L. Chr. Rübsamcn. Handel und Verkehr. Gießen, 1. August. Der heule und gestern dahier abgehalteneViehmarkt war stark befahren Es waren aufgetrteben: 1564 Stück Rindvieh und 929 Stück Schweine. Die Preise aller Vühgattungen, namentlich des Zucht und Arbeitsviehes waren durch den sehr lebhaften Handel bedeutend gestiegen. Es zeigte sich am Tage vor dem Markte schon große Kauflust unv wurden am selben Tage viele Käufe abgeschlossen. Nächster Markt Dienstag den 14. d. Mts. Frankfurt, 1. August. Auf dem heutigen Markt kostete der Centner Heu Jh 0.00—0.00, Stroh 0.00—0.00, Eier das Hundert JL 5—6, Stück 6 H, Hutter 1. Qualität 231 Chr. Lemp, Kirchenplatz 4-_ Neue r holl. Vollhärluge per Stück 8 enitpfiehlt 5215 S. Elsoffer- < aMt unb Arbeitsscheu sind also consumirt. Angekl.: Ja wennS waß zum Consumirn Dhramt8rld)ter, dann hätt ich kää Nahrungssorge. Bors.: Der Herr !!i/sanwalt beantragt 14 Tage Haft. Eine verhältnißmäß-g milde Strafe! Angekl-: Bet dem Weiter mecht ich Se merklich bitte, vun mildernde Umftänd abseh JnHr SRorf • Sie erhalten 14 Tage und haben die Kosten zu tragen. Angekl.: SL 14 Däa will ich uff meim letzte Paar Hose Qbfifce odder die Koste trag ich nett kann wollt ich bemerke, daß ich bet meiner Verhaftung 'M Besitz oum aa Stick betroffe worde bin,- un' da sich der Haftbefehl nett uff den St'ck Blut- eriirecke kann, so will ichs redour hawe, sunst wern mer am End die Koste ?ran obacwflt. — Auf diesen Antrag erhielt die alte Scbnapseule keine Antwort, ^sbalb sie sich murrend entfernte und im Hi 'ausgehrn äußerte, daß sie das fragliche Stüd Wurst der Gefängnitzverwaltung zur Verfügung stelle. Witterungskunde.*) 3 August. Freitag. Morgens besonders nach Westen zu Anfangs schön, Vor- mittaas'schleieiig bis zerstreut wolkig, Mittags und Nachmittags zumal nach Westen ^nd Süden zu gewiiterhaft, später Aufbesserung bis zu schönem Abend. Im Allgemeinen sommerlich schön und warm, zumal in Nord- und Mitteldeutschland. 4 August. Samstag. Der Morgen und Spätnachmittag bis zum Abend ist irfion der Vormittag und Nachmittag im Allgemeinen zerstreut wolkig bis gewitterhaft. «Noch Norden und Osten zu ist das Wetter noch mehr trocken, heiter und stellenweise rorlkenlos, nach Süden und Westen zu besonders um die Mittagszeit und auch Nachts gewitterhaft mit Niederschlägen. ») AuS Dr L. Overzier's Wetter-Prognose für den Monat August, abgeschlossen am 20. Juli (Verlag der M. Lengfeld'schen Buchhandlung in Köln, Preis 1 vM). — Nachdruck verboten. Herr Wilh. Wenzel hier unterhält ebenfalls Lager von diesen Weinen und werden solche auch im Glas bei demselben verabreicht.__________________________ Englische Fukboden-Bel-Lacksartre (zum Selbstlackiren von Fußböden) in bekannter vorzüglicher Qualität. Niederlage bei Fr. Seibel. 3708 Todes-Anzeige Moses Stein MM Schu Bet miethen. W. Seuling Weißbindergksellen 5252 5238 Der Vorstand» TANZMUSIK wozu crgebenst einsadet Fh. Weller. 1 Neuen Baue 5243 N bil iit.’1'1 Qhpr r. .. Geld - Cour-. 5232 sucht 5229 x 16 16 20 16 9 4 W ilh. Seipp, Ludwigsplatz 6. 21—25 20-24 41—45 71-75 70 17—21 Die Beerdigung findet Freitag Nachmittag um 3 Uhr vom Sterbehaus (Rodheimerstrasse) aus statt. Ein anständiges, bescheidenes Mäd- B chen, das gut waschen und bügeln, auch etwas kochen kann, und alle Hausarbeit übernimmt, im Besitz guter Zeugnisse ist, wird zum 15. August oder 1. September gesucht. Zeugnisse mit Lohnangabe zu senden an Herrn M.'F. Schmidt, Limburg a. d. Lahn, Untere Grabenstraße 10. 5234 in ein besseres Jenseits nach langem schwerem Leiden zu sich zu nehmen. Giessen, den 1. August 1883. Die tieftrauernden Hinterbliebenen. 5250 Schönen Hafer auf dem Halm verkauft L. Hahn, Tiefenweg 21. ; Die Gaste ibtr Kaiser am ich nach Jsc A Kanz Jost öfe ist auch ÜAn des greis wichen Wette M srisch ui im Gesellschaftssaale. Der Vorstand. Achtungsvoll Carl Reineket £ilf)Ofltapl)ic unö Steinörucäerei Das seither von der aufgelösten Firma Loos & Reineke betriebene Geschäft setze ich für alleinige Rechnung fort und halte mich bei eintretendem Bedarf unter Zusicherung billiger und guter Ausführung bestens empfohlen. 5235 Einige tüchtige Mädchen finden in meiner Strickwaarenfabrik dauernde Beschäftigung. Wilhelm Seuling. Per 1. September er. eine perseete Köchin gesucht. Lohn 240 JL jährlich bei freier Station. Anmeldungen alsbald. 5240 Gießen, den 1. August 1883. Großh. Direktion der Entbindungs- Anstalt 5244 Eine Lauffrau äufeineStunde Arbeit per Tag gesucht. Htinr. Jttreuiiing. 5188 Handbaggerer finden Arbeit. L. Chr. Rübsamen. Wellersburg Sonntag den 5. August: Gesellschaft Heiterkeit. Sonntag den 5. August: Parthie nach dem „Westfälischen Hof" Abmarsch um 2 Uhr von der Lahnbrücke aus. Auswanderer nach Amerika erhalten billigste und reellste Beförderung mittelst Post-Dampfer des Norddeutschen Lloyd in Bremen durch, die Agentur von J. M. Schulhof, Marktstraße. Durch meinen langjährigen Aufenthalt in Amerika bin ich im Stande, jedem Auswanderer die beste Auskunft zu ertheilen. Verantwortliche Redaction: A. Scheyda. - Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen. vermischte Anzeigen. , 5228 Dienstag den 31. Juli wurde auf hiesigem Viehmarktplatz ein Packet, Buckskin enthaltend, verloren. Der redliche Finder wird gebeten, dasselbe gegen Belohnung bei W. Katz im „Darmstädter Haus" abzugeben. nie Kaiserin dürfte. $tr Seid W Sur beg! Wt bet hohe» W Anschi M onb * «europäifc ™ Eminsiimi ; fltige fc MMeSortba' Nm die 6, “'•Niti! ist d-r SBajf, *«• tonfttt L? k» »Sei Ged« k?1( hrch Äotbe" > S ■, 6i»e D aWll Tw® flitzt, S'f£,bit Verehrlichem Publikum hiermit zur Nachricht, da« i-k das von meinem fei. Manne betriebene Plirtrseuiliemilsren-Geschrist fortführen werde. Um aber mit den vorhandenen Waaren etwas ru raumen, offerire eine größere Parthie zu herabgesetzten Preisen. Indem ich um geneigten Zuspruch bitte, zeichne Hochachtungsvoll Carl Lony Wwe., Gesellschaftsverein. Mittwoch den 8. August, Abends T'A Uhr: Taiiz-Vergiiügen Für Schneider! Einige Rockarbeiter, welche nur gute Arbeit liefern, finden dauernde Beschäftigung bei 5230 EL Stern, Fulda. Allen Freunden und Bekannten hiermit die schmerzliche Nachricht dass es dem Allmächtigen gefallen hat, heute unseren lieben unvergess- liehen Vater und Grossvater 16 Seltersweg 16. Thierselmtz-Verein. Das M! -„jOmgen in $ Earbenteich- Die Gro besonders in ö Lteinbach -L Eine Sp Gieß 20-Francs-Stücke . . do. in Vz Englische Souvereigns Russische Imperiales . Ducaten ..... Dollars in Gold . . ■■■■■■■■ 524/ Ein Mädchen wird gesucht für Haus- und Küchenarbeit. Näheres Liebigsstraße 5.______________ Ein Hausmädchen auf sofort gesucht. 5109 Neuenweg 74. Einige tüchtige Arbeiter ~ sucht die Schlackensteinfabrik Albrecht Stein, 5181 Margarethenhütte b. Gießen. Ein Küfer, der die Destillations-Branche versteht, wird gesucht. Zu erfragen bei L. Süß, Bahnhofstraße 60. 5170 4263 Wegzugshalber ein Familienlogis zu vermiethen bei Heinrich Gröninger, Steinftraße 43. 4544 Per 1. August eine kleine ^anttlien; wohnung zu vermiethen. Gartenftraße 29. 5098 Ein Logis zu vermiethen. Martin Lenz. 4979 Möblirte Zimmer, auf Wunsch mit Pension, im „Frankfurter Hof". 5122 Ein kleines Logis zu vermiethen. _____________________Neuenweg 25. 5193 Zwei ineinander gehende Zimmer, unmöblirt oder auch möblirt, zu vermiethen. ___________________________Kreuz 13 4980 Zwei kleine Familieulogis an ruhige Leute sofort zu vermiethen im „Frankfurter Hof". ___________________ 4960 Ein Familienlogis ist per 1. Sept, zu vermiethen. Otto Freund Wwe., Neustadt 33. ,4626 Eine Familienwohnung zu vermiethen und sofort beziehbar. Georg Oertel, Frankfurter - Straße 80. 5167 Ein freundliches Zimmer, auf Wunsch möblirt, zu vermiethen. H. Fillmann Wwe., Neustadt. 5077 Ein großer Laden nebst Comptoir und Familienlogis, in bester Lage der Stadt, zu vermiethen. Näheres bei der Exped. ds. Bl. 3962 Laden mit Comptoir und Wohnung, sowie der 3. Stock zu vermiethen. Julius Noll, Seltersweg. Montag 6. August, 8 Ahr: „(üafe Ichwum" Wermietstungen. 5239 Ludwigsplatz 11 möblirtes Zimmer zu vermiethen. 5245 In meinem Hause find die unteren Geschäftsräume, sowie ein Familienlogis von 3—4 Zimmern zu vermiethen und sofort zu beziehen. _______________Georg ijeib. 5242 Der obere Stock meines Hinterhauses ist zu vermiethen. W. Ferber, Llndenplatz 5. 5246 Dammstraße 1, Ecke der Nordanlage, 3. Etage, bestehend aus 5 Zimmern und Zubehör, per 1. November event. auch friHjerju vermiethen. 5248 Ein kleines Familienlogis zu 'ver- miethen. Sandgasse 23. 5006 Ein schön möblirtes Zimmer ist für nächstes Semester zu vermiethen. Frankfurter-Straße 31, Mansarde- 4572 Der 2. Stock im Windecker- schen Hause am Kreuz ist zu vermiethen, beziehbar am 1. Oktober l. I. Näheres bei Herrn W. Tribus oder Rechtsanwalt Labroise._____________ 4276 Ein schönes Familienlogis von 3 Zimmern, Küche, abgeschloss. Corridor per sogleich oder für später billigst zu ver- I 5253 Schüler können gute Denlion erhalten. Auch können möblirte Zimmer' abgegeben werden. Näheres bei der Exped. ds. Bl. ~ 5197 (Sin schrotmäßiger K e l l e r inmitten der Stadt zu miethen gesucht. Näheres bei der Exped. ds. Bl.