Platz 4 H unter »Wen. Hl ltychm. j wirb rn . ^°lsLq«i,,g iWed.ds.U ier ?rein. totnb: 3781 ' ssicht nit Jedermann, 19b Elise HiL tür Nichts hafte. >83. . Jungblut. Herr vom Lande ^es Neustadt 17. -ivatunterrickt irr für die oberen l. 5-6 Stundens? dieExped.ds.Bl. " * W+.‘® 2« . H8£_ „ ee Z i K rau event. eine m Mitstillen eines gesucht. MceMßU^ rchmievegeselic li RuttttOM. 1 iöverfichttE mirnntt W1’* stundAisßevtt- itri4ti*¥ en. „ ^-,-0. 5 Mädchen,»> g?£.».J »U6 ii an), ieüen » i ' 9»>, u'. 1,1 ■ Diez). itß-" * 9* H4,r 1 ' 45 '|212*' 6- Nr. 12S. Erstes Blatt. Sonntag den 3. Juni 1883. Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. VrrreaU r Schulftraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. PreiS vie^eNührlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohr.. w H Durch die Post bezogen vrertchährlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher Hheil. Gießen, am 1. Juni 1883. Betreffend: Statistische Ermittelung der landwirthschastlichen Bodenbenutzung und des Ernteertrags im Deutschen Reich. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Diejenigen, welche noch im Rückstände sind, erinnern wir an die alsbaldige Erledigung unseres Ausschreibens vom 7. Mai l. I. ________________________________________________ Dr. Boekmann.__________________________________________ Bekanntmachung. Bei dem Heranwachsen der Feldfrüchte machen wir auf die durch die Hagelversicherungsgesellschaften gebotene Gelegenheit zur Versicherung gegen Hagelschäden unter dem Anfügen aufmerksam, daß Collecten für Hagelfchäden nicht statthaft sind. Gießen, den 1. Juni 1883. Großherzogliches Kreisamt Gießen. _____________________ Br. Bo ekma n n. Gefundene Gegenstände: 1 Paar Strümpfe, 3 Handschuhe, 1 Vorstecknadel, 1 Hammer, 1 Cigarrenetui, 1 Taschentuch, 1 Hundeh alsband, 1 silb. Theelöffel, 1 Fächer, 1 goldner Trauring, mehrere Schlüssel und Hundeblechmarken. Gießen, den 2. Juni 1883. z Großherzogliches P ilizeiamt Gießen. Fresenius. irnir—■.■■Kam HJIIII■ »■III ■— I—■■■■■Hl—■—lll—l— Nachdem sich noi) Wolz im Smne des Abg. Küchler ausgesprochen, wird ti: Fortsitzung der Debatte auf morgen vertagt. Berlin, 31. Mai. Der „Reichs-Anz." meldet die Ernennung des Professors der Chemie, A. W. Hofmann, und des Bildhauers Professor fReim hold Begas zu stimmfähigen Rittern des Ordens pour le merite. Telegraphische Depeschen. Wolff s telegr. Correspondenz'Bureau. Berlin, 1. Juni. Der Reichstag setzte heute die drftte Berathung der Gewerbenovelle fort. Die erst jetzt gedruckt vorliegenden Anträge Ruppert und Kabft- zu § 56b, wonach das in diesem Paragraph erwähnte Verordnungsrecht auch den Landesregierungen unter Controle der Landtage zustehe und das bezügliche Recht auch dem Elsässisch-Lothringischen Landesausschusse verliehen sein soll, werden bei der durch die Geschäftsordnung vorgeschriebenen nochinaligen Abstimmung mit großer Mehrheit abgelehnt. Die Artikel 5 und 8 werden nach den Beschlüssen der zweiten Lesung genehmigt, Artikel 6 (fliegender Buchhandel) mit Zusatz Richters, wonach zur nicht gewerbsmäßigen Verkeilung von Druckschriften in geschlossenen Räumen Erlaubniß nicht erforderlich fei, angenommen. Zu § 44, Artikel 7 (Handlungsreisende) beantragt Abg. Ackermann die Freigebung des Fellbietens von Wein und Tabak seitens der Reisenden an Private. Die Abgg. Baumbach und Bamberger bekämpfen diesen Paragraphen. Der erstere bemerkt, unter den Reisenden gebe es sicherlich sittlich bedenkliche Subjecte, ebenso wie im Officiersstande, das beweise indessen Nichts gegen den Stand. Der Kriegsminister protestirt gegen die Art, wie der Officiersstand geflissentlich in die Debatte gezogen werde. An Ehrenhaftigkeit werde der deutsche Officiersstand vom keinem Stande der Welt übertroffen. Auf die Gegenbemerkung Baumbachs, daß seine Aeußerung dem nicht zugegen gewesenen Kriegsminister nichtverstanden übermittelt worden sei, daß dieser mit Kanonen nach Spatzen geschossen habe, bedauert der Kriegsminister wiederholt, daß der Officiersstand zu derartigen Parallelen benützt werde. Der Antrag Ackermann wurde mit dem Unterantrage Richter angenommen. Berlin, 1. Juni. Das Abgeordnetenhaus nahm den § 2 des Siaatsschuldbuch- Gesetzeü m zweiter Lesung unwesentlich verändert an. Ein Antrag Sßeffel, auch den Emschätzungscommtssionen Einsicht in das Staatsschuldenbuch zu gewähren, wurde abgelehnt. Im Verlauf der Debatte erklärt v. Rauchhaupt, er habe g.siern die Regierung nicht verdächtigen wollen, wie das schon aus dem Verhältnisse der Eonseroattoen zur Negierung hervorgehe. Ftnanzminifter 0. Scholz entgegnete, er werde allen Verdächtigungen entgegentreten, woher sie auch kommen mögen, ohne Rücksicht aus politische Parteien. Die §§ 3—8 werden unverändert, § 9 wurde unwesentlich verändert angenommen. Berlin, 1. Juni. Die Unfallversicherungs-Commission lehnte alle Anträge, sowie die Regierungs-Vorlage von 8 7—14, betr. die Aufbringung der Versicherungsgelder, ab. — Die Vudget-Commifsion erledigte das Ordinarium des Postetats. Im Extraordinarium wurden mehrere Forderungen für Neubauten gestrichen resp. abgesetzt, bis der Nachweis geführt ist, wie viel von der ersten Rate bisher verbraucht wurde. Der Vertreter des Reichsschatzamtes erklärte, der Ueberschuß pro 1882/83 werde wahrscheinlich 9 Millionen mehr betragen, als angenommen. , — Die „Kreuz-Ztg." glaubt, daß die Modfftcatwn der Anzeigepflicht, durch welche eine ausgiebige Seelsorge der katholischen Geistlichkeit erreicht werden soll, der Gegenstand einer deinnächst zu erwartenden kirchenpolitischen Regierungs-Vorlage sein werde. ,, Paris, 1. Juni. Der „Gaulois" thellt über Rrrueres Tod Folgendes mit: Bei dem Ausfälle aus Hanoi theilte Riviäre seine Truppen in zwei Hälften und avancirte mit 150 Marinesoldaten, während die andere Abtheilung von 250 Mann zu weit zurückblieb. Die Vorhut wurde durch eine große Anzahl Eingeborener überrascht und vernichtet; als die andere Abtheilung sich Darmstadt, 31. Mai. Das Großherzogliche Regierungsblatt (Beilage Nr. 12) enthält: 1. Uebersicht der von Großh. Ministerium des Innern und der Justiz für das Jahr 1883/84 zur Bestreitung der Communal - Bedürfnisse in der Kreisstadt Bingen genehmigten Uinlagen. 2. Uebersicht der von Großh. Ministerium des Innern und der Justiz genehmigten Umlagen zur Bestreitung von Communal - Bedürfnissen in den Gemeinden des Kreises Oppenheim in der Zeit vom 1. April 1883 bis 31. März 1884. 3. Uebersicht der von Großh. Ministerium des Innern und der Justiz für das Jahr 1883/84 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Communal- Bedürsnisse in den Gemeinden des Kreises Alzep. 4. Bekanntmachung Großh. Kreisamts Dieburg, die Nichterhebung eines Theils der Umlagen der Gemeinde Meffenhausen für 1882/83 betreffend. 5. Uebersicht der von Großh. Ministerium des Innern und der Justiz für das Jahr 1. April 1883/84 genehmigten Umlagen zur Bestreitung von Communal-Bedürfnissen in den Gemeinden des Kreises Darmstadt. m Darmstadt, 1. Juni. ^Zweite Kammer der Stände. 36. Sitzung.) Der zweite Präsident Muhl verkündigt neue Einläufe eine Vorlage der Regierung in Beirtff der Errichtung eines definitiven Stationsgebäudes im Bahnhofe Egelsbach und eine Eingabe des Verwallungsrathes der Sparkasse zu Heppenheim a. d. B , Art. 11 des Einkommensteuergesetzes belnffenb. Es wird tn der Berathung des Art. 11 des Gesetzes, die allgemeine Einkommen- steuer betreffend, fottgesahren. — Schröder ist für Strich der Absätze 2 und 3. — Dlttmar begründet seinen Antrag unter Hinweis auf die durch Bürgcrmeifterwahlen in Gemeinden entstehenden Spaltungen. — Maurer ist entschieden für den Artikel der Vorlage, da es nur die Ermittelung der Wahrheit ge'te. — Küchler will die Vermiether von der Verpflichtung zur AuskuuftSertheilung ihrer Miether befreit wissen und stellt einen dahin gehenden Antrag. — Osann empfiehlt Annahme des Regierungsentwurfs mit der Amendirung der Abgg. Möllnger und Genossen. — Racke kann sich mit keiner der seiner Ansicht nach odiosen Bestimmungen des Artikels befreunden. — Geh. Odersteuerrath Baur empfiehlt die Regierungsvorlage und erklärt sich mit dem Amendement Möllinger einverstanden, gibt bezüglich der Sparkassen den Standpunkt der Regierung auf und erklärt sich auch nicht principiell gegen den Antrag Küchler. — Falk ist aus eigener Erfahrung als Mitglied der Einschätzungscommission in Mainz für den Artikel nut der Amendirung Mölltnger's und für den Antrag Küchler. — Ein Antrag auf Schluß der Debatte w:rd angenommen. — Nachdem noch Präsident Kugler und Franck gegen den Art'kel gesprochen und nach einem Schlußworte des Referenten Möllrnger wird Absatz 1 des Art 11 vorbehältlich der Abstimmung über die Amendements mit 31 gegen 15 Stimmen angenommen. Der Antrag Küchler wird mit 27, der Antrag Mölltnger und Genossen einstimmig angenommen. Der gegen 17, der Antrag Drttmar gegen 13 Stimmen abgelehnt. - Abs. 2 des Artikels wird mit 27, Abs. 3 mit 32 Stimmen angenommen. mZuwiderhandlungen glgen Art. 11 Strafbestimmungen b^E"gt Bohm Strich. In gleichem Sinne sprechen sich Schröder, Kürbis h° sm Uü"? Wolz aus. Für die Annahme sprechen oa J ar' Jockel, sowie Ministerialrat!) Müller und Geh. ^/rfteuerrath Baur, welche sammilich darauf Hinweisen, daß Art. 11 ohne Att. 12 zwecklos sei. — Art. 12 wird hierauf mit einem Amendement des Abg. Metz angenommen. D v Mit Art. 13 beginnen die Bestimmungen über die Veranlaauna der Einkommensteuer erster Abtheilung. Hier kommt zunächst die van dem^Ausschusi beantragte Declarationspflicht für diese Einkommen in Frage. - Maurer Psucht für die Krönung der ganzen Gesetzgebung, wahrend Küchler deren Eriülluna ols außerordentlich schwierig, ja vielfach den Steuerpflichtigen gänzlich unwöalich bezeichnet. Er hebt besonders die Gesetzesunkenntniß der Massen, das Fehlen einer aereaeltcn Buchführung bei vielen Steuerpflichtigen, sowie die auhe>ordentliche Arbeitslast hervor welche der Steuerbehörde dadurch erwachsen würde. Die Selbstdeclaration sei eine Strafe für die Ehrlichen und eine Brlohnung für die Unredlichen. — Dit t mar ist für die Declarationspflicht und hätte nur gewünscht, daß noch 2 oder 3 Classen der ersten Abtheilung davon befreit geblieben wären. — Auch Wasserburg stimmt der Decla- rationspfl'cht bei, von der Ansicht ausgehend, daß Jeder selbst besser wisse was er einnehme, als ein Anderer. — Wo lfskeh l glaubt, wenn von Anfang an nicht zu rigoros verfahren werde, so werden die von dem Abg. Küchler ausgesprochenen Bedenken schwinden. Ein gutes Einkommensteuergesetz bedürfe der Mittel zur möglichst sicheren Ermittelung der Wahrheit. Näherte, ergriffen die Schwarzen die Flucht, indem sie Riviöre und 15 Marinesoldaten als Gefangene mit fortführten. Die Gefangenen wurden am nächsten Morgen gepfählt- — Der Herzog v. Aumale wird morgen in Chantilly erwartet. Moskau, 1. Juni. Das gestrige Fest im Adels-Club war von ungefähr 3000 Personen besucht. Das mit vornehmer Pracht ausgestattete Lokal war mittelst reizender Blumen-Arrangements und Springbrunnen in geschmackvollster Weise ausgeschmückt. Der Kaiser tanzte die Polonaise mit der Fürstin Jrubezkoi und die erste Quadrille mit der Erzherzogin Karl Ludwig, die Adels- marschälle, mit denen die Kaiserin tanzte, waren die Fürsten Bobrinski und Scheremetjew. Bei der An- und-L^fahrt wurden die Majestäten von der zahlreich in den Straßen versammelten Volksmenge mit enthusiastischen Hochrufen und dem Gesang der Nationalhymne begrüßt. — Die Regalien wurden heute unter großer Feierlichkeit aus der Gra- nowitaja Palata definitiv nach dem Thronsaal zurückgebracht. — Der Kaiser wird sich, wie es heißt, wenn er Moskau verläßt, zunächst nach Peterhof begeben. — Dem Herzog v. Montpensier ist von dem Herzog v. Chartres die telegraphische Mittheilung zugegangen, daß er aus seiner Reise im kaspsichen Meere Schiffbruch erlitten und nur mit Mühe sein Leben gerettet habe. Lokales. Gießen, 2. Juni. sKreislehrer-ConfereuzberVolksschullehrerdes Kreises Gießens Dieselbe wurde am 80. Mai auf dem Schiffenberg abgehalten und nahmen drei Mitglieder der Kreisschulkommission, die Herren Provinzialdirector Dr. Boek mann, Kreisschulinspector Büchner und Realschuldirector Sold an, 135 Lehrer des Kreises und einige Gäste theil. Vor Eröffnung der Verhandlunben führte der städtische Turnlehrer Herr Möser mit 28 Knaben der Stadtschule verschiedene größtentheils in der Volksschule noch nicht betriebene Freiübungen vor. Diese wurden von den frischen jugendlichen Kämpen mit löblichem Elfer und großer Genauigkeit ausgeführt. Die Uebungen fanden allgemeinen Beifall und wurde ihre praktische Bedeutung für den Turnunterricht in der Schule allseitig anerkannt. In einer kurzen Eröffnungsrede begrüßte alsdann der Vorsitzende der Kreisschulkommission, Herr Provinzialdirector vr. Boekman n, die Anwesenden und wies auf die Bedeutung und den Zweck solcher alljährlich wiederkehrcnden größeren Con- ferenzen hin. Nachdem darauf Herr Kreisschulinspector Büchner eine kurze Darstellung über den Zustand des Volksschulwesens des Kreises in den letzten drei Jahren gegeben, trat man in die Verhandlungen ein. Der erste Gegenstand derselben „Der Lehrer in seinem Berufs- und Privatleben", wurde mit der Verlesung einer längeren schriftlichen Arbeit des Referenten Herrn Lehrers Bernhard zu Burkhardsfelden eingeleitet. In warmer Darstellung und kernigen Worten waren darin die Erfordernisse zusammengestcllt, die allein den Lehrer zu einem tüchtigen, erfolgreichen Wirken für seinen Beruf als Erzieher und Lehrer befähigten. Der zweite Theil der Arbeit enthielt die Anforderungen an den Lehrer in seinem Privatleben als Mitglied der religiösen und politischen Gemeinde, in dem Umgang mit den Eltern und übrigen Gemcindeangehörigen, im Verhalten zu den Vorgesetzten und Amtsgenossen und in dem Familienleben. Er zeichnete das wohlgelungene Bild eines Lehrers, wie er in allen Stücken sein soll- Die Ausführungen, welche im Ganzen allgemeine Zustimmung fanden, boten keinen etoff zu längerer Diskussion und wurden nur einzelne an den Lehrer gestellte Anforderungen, wie die bezüglich seines Verhaltens als politischer Bürger und seines Umgangs mit Anderen durch den Herrn Vorsitzenden und einige Lehrer bestimmter begrenzt und theilweise berichtigt. Bei dem zweiten Gegenstand: -Der Anschauungsunterricht in 'der Volksschule" führte der Referent Herr Lehrer Zörb zu Gießen in klarer Darstellung nach kurzem Hinweis auf -die Entstehung und Weiterbildung dieses Unterrichtszweiges die Nothwendigkeit desselben für die Entwicklung der Sprache, des Verstandes und Erkenntnißvermögens des Kindes in den ersten Schuljahren aus und gab eine Anleitung über die einzuhaltende Unterrichtsweise, nach welcher dem Kinde bekannte Gegenstände, kleine Erzählungen und Bilder die Stoffe zum Unterricht in eingehender Besprechung mit Fragestellung bilden sollen. Der letzte Gegenstand betraf „Die beste Art der Einführung der neuen Orthographie in der Volksschule." Referent Herr Lehrer Dirlam zü Grünberg. Derselbe verlas eine schriftliche Arbeit, in welcher auf die Vorzüge einer allgemeinen gleichen Rechtschreibung, die durch die neuen Bestimmungen angebahnt werden solle, hingewiesen war. Er legte^in einzelnen Beispielen dar, wie vieles Ueberflüssige und Unbestimmte der bisherigen Schreibweise durch die neue Orthographie bereitsausgeschieden worden sei und sprach die Hoffnung aus, daß in dieser Beziehung noch weiter vorgeschritten werden würde. Ueber die Art des Unterrichts wurden von ihm besondere Lehrbestimmungen eingereicht, die darlegten, wie die Rechtschreibung bei den verschiedenen Altersstufen zu betreiben sei. Auch die beiden letzten Gegenstände gaben, da die darin ausgesprochenen Anschauungen und Grundsätze als richtige anerkannt wurden, keine Veranlassung zu einer eingehenderen Discussion- Nur über die bei dem Anschauungsunterricht zu gebrauchenden Bilder und über die Behandlungsweise der neuen Rechtschreibung in der Schule fanden lebhaftere Erörterungen statt, an denen sich die Mitglieder der Krcisschulcommission und einige Lehrer betheiligten. Bei dem Rückblick auf die verhandelten Gegenstände darf angenommen werden, daß auch diese Conferenz dazu beigetragen hat, die Lehrer in der Liebe zu ihrem Berufe zu stärken und zu rüstiger Weiterbildung anzuspornen. Nach dem Schluß der Verhandlungen sollte ein gemeinsames Mittagsmahl statt- finden- Da jedoch auf eine so zahlreiche Betheiligung an der Eonserenz nicht gerechnet war, konnte nur etwas über die Hälfte der Anwesenden theilnehmen, die übrigen mußten mit einer bescheideneren Speisung vorlieb nehmen. Ein während des Essens niedergehender Regenguß zwang die Tischgenossen, aus dem Freien in die nahe Halle zu flüchten, wo sich auch die übrigen Theilnehmer einfanden und in geselligem Verkehr noch einige Zeit bei einander verorachten- Gießen, 2. Juni. Ueber die am Montag und Dienstag Abend in Wenzells Gart n concertirenbe Tyroler Sänger-Gesellschaft Pitztnger berichtet die „Goth. 3tg." gelegentlich d's dortigen Auftretens: „Die Concerte der Tyroler Sängergesellfchaft Pitzinger in Helders Lokal haben den vollsten Beifall gefunden. Die Leistungen derselben sind 'N allen Theilen ausgezeichnet und rechtfertigen das wiederholte Auftreten auf den renommirteften Plätzen Europas. Wir verfehlen deshalb nicht, die noch folgenden Concerte aufs Beste zu empfehlen. Verrutschte-. Mainz, 28. Mai. Die Tochter eines hiesigen achtbaren Handwerkers, welche sich in sehr guten Vermögensverhältnissen befindet, war längere Zeit mit einem hier angestellten Volksschullehrer verlobt, die Hochzeit war auf Samstag festgesetzt. Am Freitag erhielt die Braut ein exbretben ihres Bräutigams, in welchem dieser erklärte, er habe in Erfahrung gebracht, seine Braut sei stets kränklich, er verzichte daher auf eine Vereinigung mit der Geliebten und gebe ihr ihre Freiheit zurück. Das junge Mädchen nahm sich dieses so zu Herzen, daß es sich am Samstag mit einem Rasir- messer den Hals abschnitt und fo seinem Leben ein Ende machte. Den Schmerz der Ellern, die so ihr einziges Kind verloren, vermögen wir nicht auszumalen. — In verflossener Nacht hatte sich ein Betrunkener in den Brückenbauhof geschmuggelt, hielt die errichtete Arbeitsdrücke in seinem Dusel wahrscheinlich für die Schiffbrücke und schritt sie entlang, bis er schließlich in den Rhein stürzte. Das kalte Bad ernüchterte den ^cr letzt laut um Hilfe schrie, die auch so rasch zur Stelle war, daß er lebend ins Trockne gebracht werden konnte; der Rausch war verflossen! ein wieder hat sich heute Vormittag kurz vor 11 Uhr tl^e bk7e^?tIÜhlaaa ^getragen; an den Festungsbauten vor dem Neu- yore stürzte um diese Zeit das von einem Zimmermann aufgeschlagene Gerüst in dem Augenblick zusammen, als ein ca. 40 Ctr. schwerer Stein an dem Gerüste hinauf gewunden werden sollte und wurden eine Anzahl Arbeiter unter dem Schutt begraben; einer der Verunglückten mar auf der Stelle tobt, ein anderer, dessen Schwager, wurde lebensgefährlich verletzt in das Hospital getrogen, während zwei andere Arbeiter mit leichten Beschädigungen davon kamen. Auch bei dem Brückenbau in Castel wurde gestern einem Arbeiter das Bein zerschmettert. Unsere großen Bauten erfordern eine verhältnißmäßig sehr große Zahl von Opfern an Tobten und Verstümmelten. Mainz, 30. Mai. Der Erdaushub im Caisson des ersten Wasserpfeilers wurde am Dienstag Morgen vollendet und wurde feit dieser Zeit mit dem Betoniren begonnen, so daß heute Abend diese Arbeit vollendet wurde und das Fundament des ersten Mainzer Strompfcifirs nunmehr fertiggestellt ist. Die Pfeilersohle steht nunmehr 10V2 Meter unter dem Nullpunkt des Pegels oder 12 Meter unter dem Wasserspiegel. Im Prospekt war nur eine Tiefe von 7 Meter angenommen; dadurch aber, daß die Bodenverhältnisse ein stetes Tiefergehen erforderten, schritt die Arbeit nicht ganz so rasch voran, wie anfänglich berechnet war. — Bet den Erdarbeiten am Wtldgraben wurden gestern die Knochen eines wahrhaft riesenhaften Thieres aufgefunden. Welchem Thiere diese Knochen einst gehörten, wird noch festgestellt werden. Wiesbaden, 29. Mat. Gestern ist einem Mädchen, das in einem Hofe an der Kai lstraße spielte, ein Blumentopf, den ein Windstoß von dem Fenster des dritten Stockwerks herabgestürzt hatte, gut den Kopf gefallen und hat dasselbe schwer verletzt; cs ist dies wieder eine ernste Mahnung, die Blumentöpfe auf dem Fensterbrette ausreichend zu befestigen. Paris, 28. Mai. Gestern Abend zwischen 9 und 10 Uhr wurden die Bewohner von Paris und der Umgebung durch eine Helle Röthe am Nachthimmel, welche Viele an die Communebrände ermahnte, in Schrecken und Aufregung versetzt. In einigen Vierteln hieß es, der Nordbahnhof fiar.be ;n Flammen unb burch bte Rue Lafaycktc zogen dichte Schaaren, um sich von ber Wahrheit der Gerüchte zu überzeugen. Die Gebäude des Nordbahnhofes standen unversehrt da und die Brandstätte war am oberen Ende der langen Straße „Boulevard de la Villete" am Canal Saint-Martm. Das Feuer war in den Werkstätten für Ackergeräthe von Deckern. Mot ausgebrochen, welche außer Holzvorräihen eine große Quantität Petroleum enthalten haben sollen. Vergeblich eilten die Löschmannschaften von allen Seiten herbei, das Feuer griff immer mehr um sich und erfaßte nacheinander Nummer 168 bis 182 des Boulevards. Man rettete, was zu retten war und um Mitternacht war man der Flammen soweit Herr, daß größere Verheerungen, wenn die Windstille anhielt, nicht mehr befürchtet werden mußten. Nähere Details über die Größe der Verluste fehlen noch; es heißt, der Einsturz einer Mauer hätte mehrere Menschenleben gekostet; auch einige nicht unbedeutende Veruntreuungen kamen vor. In nächster Nähe der Werkstätten befinden sich große Stallungen der Omnibus-Gesellschaft und 280 Pferde waren mit Ersiickungstod bedroht. Dem Oberaufseher des Depots gelang es, mit Hülfe dienstbereiter Personen sammtliche Thiere in zwanzig Minuten an den Kanal hinauszuführen. Außer dem Polizeipräfecten Camescasse unb bem Director Caulet war auch ber Minister des Innern, Herr Waldeck- Rousseau, an Ort und Stelle erschienen. — Das Hotel Rothschild war heute früh ber Schauplatz einer aufgeregten Scene. Eine Anzahl von fünfzig Juden, polnischen Ursprungs, erschienen im Hotel und verlangten, den großen Banquier zu sprechen, als man ihnen bedeutete, daß der Baron Rothschild sie nicht empfangen könne und sie sich zurückziehen möchten, verweigerten sie dies unter fürchterlichem Lärm und der Drohung, alles zu zerschlagen, wenn man ihnen nicht Brod oder Geld gebe. Baron Rothschild sah sich genöthigt, den Polizeicommissar rufen zu lassen, der mit Hülfe von Polizeisergeanten die Ruhestörer aus dem Hotel htnauswerfen mußte. Pest, 28. Mai. Anton Csanady, BajaerSicherheits CommissärundGefängniß- wächter Johann Csathy, Michael Nagy Bocskoros und Johann Jonas waren ang^klagt, die Alt-Moraviczaer Insassen Paul Hajnal und Michael Borbas burch unge>rtzliche Mittel zum Emgestehen eines Verbrechens gebracht zu haben; ferner haben sie die 63 Jahre alte Frau Johann Drobnyak in d-n Bock gespannt unb ihre Fußsohlen fünf Minuten hindurch der Ofenhitze ausgesetzt, um sie zu einem Geftändniß zu bringen. Der Königl. Gerichtshof zu Szabadka hat Csanady zu drei Jahren, die Gefängniß- wachter zu je einem Jahre Kerker verurtheilt. Die Kgl. Curie hat — wie „Nemzet" mittheilt — Csanady's Strafe auf zwei Jahre Kerker herabgcsitzt Auf die Verhältnisse des ungarischm Gerichtswesens werfen die betr. Gerichtsverhandlungen ein bezeichnendes Licht. — Versichert ein Ehegatte sein Leben zu Gunsten seiner Frau und Kinder, fo haben, nach einem Urtheil des Reichsgerichts, IV. Civilsenats, vom 18. April b. Js., nach feinem Tode diese Hinterbliebenen ein unmittelbares Recht auf Empfangnahme der Versicherungssumme. Dieses Recht wird dadurch, daß der Versicherungsnehmer vor seinem Tode seine Rechte aus ber Police einem Gläubiger zur Sicherung ber pdjulbfumme cebtrt hat, insoweit altertrf, als die Hinterbliebenen nach der Befriedigung j nes Gläubigers aus der Versicherungssumme nur auf den Rest derselben ein unmittelbares Forderungsrecht haben. Andere Gläubiger des verstorbenen Versicherungsnehmers aber haben auf diese Versicherungssumme keinen Anspruch. ** Eine außerordentlich interessante Entscheidung über Eheverhaltnisse ist kürz- lich vom Reichsgeiicht gefallt worden; sie lautet: Die Jrrthümer, die trügerischen Hoffnungen und Erwartungen der sich Verehelichenden über den ihnen durch die Ehe vom andern Theile zuwachsenden Vermögensgewinn, können, gleichviel welche that- sacbllche Rolle derartige Berechnungen im Leben spielen, rechtlich nur als Nebenmoliv' gelten, deren Wirksamkeit das Wesen ber Ehe nicht berührt. Es kann beßhalb burch ^alsche^ Vorspiegelungen ober durch Unterdrückung wahrer Thatsachen bezüglich der Vermogensverhältnisse zwecks Eingehung einer Ehe der Thatbestand eines von dem einen Ehegatten gegen den andern Ehegatten verübten Betruges nicht erfüllt werden. . . Folgende niedliche Geschichte wird aus Geestemünde berichtet: Komm! da ein Bauerlein, schlecht und gerecht, aus dem Oldenburgischen herüber in unsere Stadt und will sich denn nach Erledigung ber Geschäfte, die ihn hierher geführt, auch etwas gütlich thun. Sein Wunsch i|t auf eine Tasse Kaffee gerichtet, der aber exquisit unb besser sein muß, als ber, den seine Teina 'hm daheim vorfetzt. Auf der Suche e »i^cal, in dem Mokka feroirt wird, kommt unser Oldenburger Bauer auch m die Marktstraße und hier lieft er an einem Hause die Worte „Cafe chantartt". Halt, denkt er, das muß doch ein ganz besonderes Getränk sein und gewiß werth, einmal versucht zu werden, aber so ganz klar scheint ihm dad „chantant" doch nicht zu sein, sechsmal geht er an. dem Hause vorüber, stets mißtrauisch die Worte buchstabtrend. Dann aber, als er überzeugt geworden ist, daß er das Wort nicht oers geffen werde, faßt er sich ein muthiges Herz unb tritt hinein. „Go'n Dag oct." — „Guttti Ta^ bitte, nehmen Sie Platz! Womit kann ich dienen?" — „Ick moch woll e.ne Taffe Kaffee, aber mit — chantant!" - Tableau! n, 77" 2Bfnn die Obstbaume tn einem Monat abblühen, dann bekommen wir nach e uer alten und ausnahmsweise auch durch die Verhältnisse begründeten Bauernregel Di- Bäume haben, wie alle Obstzüchter freubtfl versichern, angesetzt; es ist keinem Baum eingefallen, sich schon im Avril ErsuÜin*.an8UJÄ t8 ™irb sich aber auch keiner einer solchen Nachläsfigkeit für ein r^Äs"Öbstjahr erfüll? 6 " ®« wäre denn eine Bedingung Abdel-Kaders Als der kürzlich verstorbene Abdel- unh 3 ' rourt>e er mit großer Auszeichnung empfangen n etne der dortigen Bibliotheken geführt, wo man ihm einen ?en *en L 2),e^er sreute sich, seine Wissenschaft einmal an GmirMhJ3hrtK 3!5clOnne? unb ^gann eine längere arabische Ansprache an den Snen SdfprMhrSW Vf der Professor im Institut gelernt hatte, scheint dem e/twaS spanisch vorgekommen zu fein, denn als er einige Minuten K c.atte V^onbte cr an seinen Dolmetscher und bat ihn, dm fRebner zu bedeuten, daß er (Abdel-Kader) kein — Französisch verstehe. Tableau! Handel und Nerkehr. ^O8O@VonC1kü^en -* 9^.5 -Arif dem Heufigen Markt kostete: Butter per Pfund Erbsen vc'iOO^ H^eier ©tuet 5 4, 2 St. 9 4, Käse per Stück 4-9 4, Käsematte 3 Ktück / i M \ Qn \ ^lnfen 32 L'.. Tauben Der Paar JL 0.65—0.80, Hühner per na 1 ’ Höhnen per Stuck 1.00—2.00, Enten per Stück Jt; 2—2.20, Pcr Wt» 70 4, Kuh- und Rindfleisch 56—60 Kalbfleisch 45 bis 65050 60-64rA Hammelfleisch 60-70 H, Kartoffeln per 100 Kilo «J4 6.50-7.50, Zwrebeln per Gentner 3.00—5.00, Milch per Liter 13—18 Friedrich Reed zu Gießen. Geborene. Georgine KaroUne Luise. Gestorbene. Kffl Mai. 18. Ein Sohn von auswärts, Karl. 20. Dem Mütter Philipp Debus ein Sohn, Hermann Otto. 21. Dem Bahnarbeiter Heinrich Schäfer III. ein Sohn, Heinrich. 22. E'N Sohn von auswärts, Georg Karl. 24. Dem Hüttenbeiisitzer Karl Buderus eine Tochter. 24,. Eine Tochter von auswärts. 24 Dem practischen Arzt Br. Fritz Haupt ein Sohn, Rudolf Fritz Bernhard. 26. D?m Schudmacher Andreas Schäfer eine Tochter. 27. Dem Dachdecker Martin Emil Noll ein Sohn. 27. Dem Schmied Philipp Klotz Zwillingsföbne, Ferdinand Heinrich und Friedrich Philipp. 27. Dem Schuhmachermeister Friedrich Magnus ein Sohn, Friedrich. 28. Dem Post- Secretär Karl Werner ein Sohn, Karl Hermann Robert. 28. Dem Kohlenhändler Louis Hahn eine Tochter. 30. Dem Schneider Nicolaus Biesdorf eine Tochter, Christine Mai. 26. Der außerordentliche Plofissor der M-dicin i. P. l)r. Johann Baptist Wetter, 71 Jahre alr. 27. Ein Sohn von auswärts. Eduard, 7 Monate alt. 28. Friedrich Philipp, 12 Stunden alt, Sohn des Schmieds Phil'vp Klotz. 28. Jacob, •3 Jahre alt, Sohn des Händlers Heinrich Meister. 28- Julius Christian Karl August Georg, 1 Jahr alt, Sohn des Schlossers Jacob Schmidt. 30. Elisabethe Gräbe, geb. Michel, 47 Jahre alt, Ehefrau des Taglöhners Christian Gräbe. 30. Karl Georg Friedrich, 13 Tage alt, Sohn des Arbeiters Peter Merkel. 30. Sophie Stumpf, 27 Jahre alt, von Kirtorf. Krauösrrrt M., 2. Juni, Nachmittags 2 Uhr — Min. (Telegraphischer 4cml-räberid)t. Mitgetheilt durch oas Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen.) jxribitactien 252« 2, Staatsbahnactien 28OV4, Galizier 255Vs, Lombarden 130V8, >>orl- ..stbabnactien 170 Vx, Gottbardbahnactien 12074, Darmstädter-Bankactien 15212, äidcontc Commandit 196, Oesterr. Silberreins 67'/«, 4U/O Ungar. Goldrente 751 /4, to i880’'r Rufi en 72%, 5°/o 1877r Russen 90%, 2. Orient-Anleibe 56^/8, 4Q/0 Spanier 635/b, 5«/o Rumänische .Rente 935 rt, 4% Unistc. Egypter 74Vz, 5% Türken 12 Dux-Bodenbach-Actien —. Tendenz: —. _______ Auszug aus den Staudesamtsregistern des Standesamts Gießen. Aufgebote. Mai. 29. Bureaugehilse August Hermann Ludwig Karl Heinrich Orth mit Karoline Eleonore Wilhelmine Philippine Stohr, Tochter des Schuhmachermeisters Karl Stohr von Gießen. 29. Der Bremser bei der rechtsrheiniichen Bahn Ludwig Stork, W'ttwer, nvt Anna Elisabethe Roth, Tochter des Leinwebers Konrad Roth zu Gießen. 30. Professor Dr. Alexander Nicolaus Franz Naumann, Wittwer, mit Ottilie Emilie Marie Anna W'ckenberg, Tochter des verstorbenen Gutsbesitzers Friedrich Wilhelm Wrckenberg zu Gießen. 31. Metzger Philipp Friedrich Nold mit Friederike Amalie Walvschmidt, geb. Gödel, Wittwe des Metzgermeisters Johann Anton Maximilian Waldschmidt zu Wetzlar. Eheschlietzungerr. Mai. 30. Kaufmann Hirsch Höxter nut Emma Heß, Tochter des verstorbenen Kaufmanns Emanuel Heß zu Zwesten. Juni. 1. Müller Heinrich Nau mit Anna Kathinka Elisabeth Georgine Reed, Tochter des Rechtspracticanten Philipp Christian Eingesandt. Der Verfasser des „Eingesandt" in Nr. 123 des Anzeigers wolle gefälligst an maßgebender Stelle die Art und Weise, auf welche mit Leichtigkeit mehr Wasser aus oer Lahn in den Schoorgraben eingelassen werden kann, bezeichnen. Der techn'schen Behörde ist es noch nicht gelungen, ein Mittel hierzu ausfindig zu machen, nachdem sich ,n Folge des anhaltend medr'gen Wasserstandes der Lahn schon feit Wochen die Unmöglichkeit ergeben hat, dem Schoorgraben durch die Eingerinnschleuße mehr Wasser aus der Lahn zuzuführen. Witterungskunde.*) 3. Juni. Bei Sonnenaufgang kühl, schleterig, nachher zunehmend bedeckt bis regnerisch, Nachmittags aufgebessert bis ziemlich heiter. Die Abkühlung spät Abends läßt Niederschläge erwarten; dazu sind die Wmde, in Nordeuropa Nordwest, in Mtttel- Luropa West bis Südwest, stark bis stürmisch; nach Osten zu sind Gewitter und Graupelböen zu erwarten, nach Süden zu starke Niederschläge. Die Wasserstände werden steigen in Mittel- und Westeuropa. Im Allgemeinen ist das Wetter kühl, windig, Regenschauer nut Sonnenbllcken wechselnd. 4. Juni. Frühmorgens noch kühl, un günstigen Falle matt sonnig, nachher bedeckt, auf Mittag zu Haufenschichtwolker, Nachmittags aufgebesfert bis ziemlich heiter, Nachts Niederschläge bet heradgehender Temperatur, Wmde noch stark böig, zum Thell stürmisch, abwechselnd aus Südwest und Nordwest. Im Allgemeinen ist das Weiter in Mitteleuropa namentlich nach Süden zu kühl und regnerisch, nach Osten und Norden zu noch gewitterhaft. Auf Höhenlagen ist selbst leichter Schneefall nicht ausgeschlossen. Die Wasserstände steigen. 5. Juni. Frühmorgens kühl, sonnig, dann bedeckt, auf Mittag zu Haufenschickt- wolken, Nachmittags aufgebessert bis ziemlich heiter, Nachts kühl und gewitterhaft mit Niederschlägen, wahrscheinlich auch schon Vormittags; die Minimumtemperatur der Nacht liegt noch verhaltnißmatzig tief, zumal im süddeutschen Hochland. Im nieder- rheinischen Gebiet ist es zwar auch im Allgemeinen kühl, windig und regnerisch, doch geht das Temperaiurmimmum nicht so tief herab. *) Aus Dr. L. Overzier's Wetter-Prognose für den Monat Juni, abgeschlossen am 15. Mai (Verlag der M. Lengfeld'schen Buchhandlung in Köln, Preis 1 JÄ). — Nachdruck verboten. Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. , Getraute. Den 1. Juni. Heinrich Nau, Müller zu Gießen und Anna Kathinka Elisabeth Georgine Reeb, lebige Tochter des Rechtspraktikanten Philipp Christian Friedrich Reeb zu Dillenburg. getaufte. Den 27. Mai. Dem Weißbinder Konrad Hock ein Sohn, Adam Emil, geboren den 16 April. Denselben. Dem Maurer Georg Deibel eine Tochter, Margarethe, geboren den 15- März. Denselben. Dem Locomotivführer Heinrich Dotzenrodt ein Sohn, Albert Adolf, geboren den 29. Marz. Denselben. Den Kaufmann Anton Fangmann ein Sohn, Ernst Johann Heinrich, geboren den 6. Mai. Den 28. Mai. Dem Schmied PMpp Klotz Zwillingssöhne, Ferdinand Heinrich und Friedrich Philipp, geboren den 27. Mai- Den 30 Mai. Dem Sattlermeister August Brühl eine Tochter, Margarethe Auguste, geboren den 9. Mai. Beerdigte. Den 27. Mai. Marie Luise Heine, geb. Bade, Ehefrau des Schuhmachermeisters Heinrich Heine, alt 40 Jahre, starb den 25. Mai. ** Die häufigen Klagen über die Erfolglosigkeit einer Annonce und das dafür weggeworfene Geld würden verstummen, wenn man von Haasenstein & Vogler in Frankfurt (Main) über die Form, den Inhalt und die geeigneten Zeitungen zuvor fachmännischen Rath einholen möchte. 962 Temperatur in Gießen. Mai 1883. Niederste — 0,2 °R. Mittlere +10,84 „ Mittel früherer Jahre . . . . -j-10,06 „ Höchste . +23,2 „ Niederschlag an 7 Tagen .... 1,01 Par. Zoll- „ im Mittel früherer Jahre an 14 Tagen 2,01 „ „ Die Vegetationsentwickelung ist am Ende des Monats normal. Frankfurter Stadttheater. Den vielen Wünschen, namentlich von Fremden aus der Umgebung, entgegenzukommen, bot die Intendanz die Anordnung getroffen, daß die Sonntag den 3. Ium stattfindende Aufführung von Wagners „Götterdämmerung" schon um 6 Uhr ihren Anfang nimmt. Diese Vorstellung ist zugleich die letzte vor den Ferien der Oper. Brodpreise vom 3. bis 17. Juni 1883. der Bäcker H 1 Kgr. (2 Pfd.) Weißbrod . ... 28 bei M. Lenz u. C. Steinberger 27 „ (4 Pfd.) Weißbrod . ... 56 bei M. Lenz u- C. Steinberger 54 1 „ (2 Pfd.) Schwarzbrod 1. Sorte 25 bei M. Lenz u- C. Steinberger 24 2 „ (4 Pfd.) Schwarzbrod 1. Sorte 50 bei M. Lenz u. C. Steinberger 48 1 „ (2 Pfd.) Schwarzbrod 2. Sorte 22 bei M. Lenz u. C. Steinberger 21 2 „ (4 Pfd. > Schwarzbrod 2. Sorte 44 bei M- Lenz u. C. Steinberger 42 3 „ (6 Pfd.) Schwarzbrod 2. Sorte bei L. Keil, Ludwig Schneider, Carl Wallenfels, Hermann Vogt, K. Haas, Georg Müller, L. Kroneberg 66 Gießen, den 2. Juni 1883. der Brodverkäufer H 1 Kgr. (2 Pfd.) Weißbrod .... 28 2 „ (4 „ ) „ .....56 1 „ (2 „ ) Schwarzbrod 1. Sorte 25 bei Hch. Rain 22 2 w (4 „ ) Schwarzbrod 1. Sorte 50 bei Hch. Rain 44 3 (6 „ ) Schwarzbrod 1. Sorte — 1 „ (2 „ ) Schwarzbrod 2. Sorte 22 bei Hch. Rain 21 2 „ (4 „ ) Schwarzbrod 2. Sorte 44 bei Hch. Rain 42 3 „ (6 „ ) Schwarzbrod 2. Sorte 66 Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. Wafferwärwe der Lahn. Am 2. Juni, Mittags zwischen 11 und 12 Uhr: + 163/4o R., Luftwärme + 21° 9t. L. Chr. Rübs am en. Allgemeiner Anzeiger. Mirthslhasts-Ämpsehlung. Einem hiesigen und auswärtigen Publikum, sowie an Reisende u. Handelsleute die ergebene Mittheilung, daß ich wieder in Besitz des „Rheinischen Hoses" bin, und halte wie früher gute Logis, Mittagstifch, Restauration zu jeder Tageszeit und stets ein gutes Glas Aktienbier. Auch mache ich die geehrten Handelsleute aufmerksam auf die große geräumige Stallung. Es wird mein Bestreben fein, mir durch prompte und reelle Bedienung die vollste Zufriedenheit meiner Gäste zu erwerben, und halte ich mich ver- ehrlichem Publikum bestens empfohlen. Achtungsvoll Chr. Reinhardt, -3837„Zum Rheinischen Hof". Di- Ziehungsliste der Caffeier Pferdemarkt- Lotterie liegt für Interessenten auf der Exped. d. Bl zur Einstckt offen. Fahnen | sowie Schärpen und Abzeichen aller Art empfiehlt geschmackvoll und billig Carl Schulze I.. Sonnenstraße. 3548 Ein gut erhaltenes Tafelclavier preiswürdig 311 verkaufen bei Conrad Lenz, Gambach. nHHUHSBaBimiiäümiiiBiirarä 3826 Ein- Parthic zurückM-tzter, blau und weiß fleftmfter Arbeitshemden verkauft, um damit zu räumen, zum Fabrik- 3767 Die GraSnutzung in der ehern. Keck'schenBesitzung ist zu verkaufen durch GmU Fischbach. XIV. llillelrMiilscte Turnfest Die Plätze zu 4 Bierwirthschaften, 1 Weinten thschaft, 1 Conditorei und 1 Wafferbude mit Cigarrenverkauf sollen im Sub- misfionsweq vergeben werden. Angebote sind bis zum Dienstag den 3. Juni, Abends, versiegelt bei dem Unterzeichneten, wo auch die Bedingungen eingesehen werden können, abzugeben. 3831 Theodor Wort mann. la. achter Emmenthaler Schweizerkäse, großgelocht uno vollsaftig, „ hochfeinen Rahmkäse in Staniol, „ ,, Reuscbateler, ,, ächte Brabanter Sardellen, Reue Matjes-Häringe, Berliner Rollmöpse, Russtfche Kron-Sardinen, alles in vorzüglicher Qualität, empfiehlt sWiederverküufern ganz besonders preiswürdig) billigst 3816 Die Delic.-Handlung von C. G. Kleinhenn. Bekanntmachung. Alles im hiesigen Gemeindemald im Laufe der Zeit verkaufte und bis jetzt noch lagernde Holz muß bis zum 1. Juli I. I. unfehlbar abge- am 1. Juni 1883. , Großherzogliche Bürgermeisterei Lrch. 3814 _______________Walz._____—-------------- Wenzel s Garten. Am 19. und. 20. Juni 1883: Bilse-Concert Künstler, 8 Solisten I. Ranges ) Näheres später 3787 von Der hiesigen Regimentsmusik. 4. 3843 Entree ££ jPfg. Anfang 8 Uhr, 5. n Grosses 3805 3533- 3810 V* Morgen ewigen Klee hat 315 C. Fr. Semmler. verleihen Geld - GourS 2. 3. H n 1. Qualität, melirte Steinkohlen 1. Sorte mit mindestens 60 Procent Stücken, Alleinverkauf für Gießen bei Carl Schwaab in Vi und Vs Flaschen und Reiseflacons. Dörsdorfer Aepftlwein^ feinsten Himberr-Syrup empfiehlt 3817 C. G. Kleinhenn's Delicatesien- Handlung.____ soll im Submissionswege vergeben werden. Die diesbezüglichen Bedingungen können in unserm Geschäftszimmer im Universitäts-Kanzleigebäude eingesehen werden, woselbst bte Offerten, verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen, bis zum S. Juni d. I., Bormittags 11 Uhr, einzureichen sind. Gießen, den 25. Mai 1883. Großherzogliches Universitäts-Rentamt. 3663 Schmitt. Schützenhof. Sonntag den 3. Juni 1883: Brennmaterial- Lieferung. Die Lieferung des für verschiedene Universitäts-Anstalten für den Winter 1883/84 erforderlichen Brennmaterials, bestehend in: 1. ca. 125 Rmtr. buchen Scheitholz, 20-Francs-Stücke . . do. in V2 Englische Souvereigns Russische Imperiales . Ducaten . . . . . Dollars in Gold . . 3835 Auf der Süd-Anlage ist gestern Abend eine 50 Mk.-Rotte verloren worden. Der ehrliche Finder wird gebeten, dieselbe gegen eine Belohnung in der Expedition, ds. Bl. niederzulegen. 3835 Allen Freunden und Verwandten die traurige Nachricht, daß auch unser innigst geliebtes Söhnchen Friedrich im Alter von 6 Jahren heute Morgen um 4 Uhr, nach kurzem, schweren Leiden, dem Herrn entschlafen ist. Um stille Theilnahme bitten Die trauernden Eltern: Ludwig Klein, Margarethe Klein, geb. Maltern. Gießen, den 2. Juni 1883» Die Beerdigung findet Sonntag den 3. Juni, um V26 Uhr, vom Sterbehause, Hammstraße 13, aus statt. 3825 Slrcich-Lonccrl von einer hiesigen Civilkapelle. Anfang 4 Uhr. Entree 20 Pfg. 30 „ Tannenholz, 980 Ctr. Braunkohlen, von der Grube „Heffenbrückerhammer", Ctr- Anthracitkohlen aus dem sog. Wurmrevier, gewascheneRußkohlen A. Siegel’» „Hühneraugen Tod" wirklich reelles Mittel zur gänzüchen Beseitigung der Hühneraugen, Warzen, Schwielen re- .3668 Zu haben bei C. Fr. Conrad, Frsseur. tSjrtST Erfolg garantirt. "WGr' ~ 3830 Heugras zu verkaufen auf der „Pulvermühle"._______ 3823 Mehrere solid und geschmackvoll gearbeitete Küchenschränke mit Glasaufsatz sind zu verkaufen. Karl Zimmermann, Neuen-Vauen 15. „ 1490 Pöschels Bierhatte. Während der Sommersaifon bei günstiger Witterung: Montags: Abend-Concert „ 430 Geschw. Heers Neuenweg 7 empfehlen zur Saison: Leichte Unterjacken und Beinkleider, Beinlängen. Strümpfe und Socken, Corsetten, Sommer- unterröcke, Damen- und Kinder- Beinkleider, weiß und farbig, Schwimm- und Bade-Anzüge zu den billigsten Preisen.3840 3802 Ein junger Hühnerhund, anerkannt vorzüglicher Race, billig zu ver- kaufen. Binnecker,Bahnmeister. Origimd-Liauoure au* äer Jvapflazize p vom Erfinder Bernhard, pama-cloD, Engadin 'Voitrdflidi StörkeiidesVerdauungsmIttel. 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