, 2SS Freitag den S. November 1888. 4 4^^ 4^'^^ 1110IIffli01 DsZ II Zlz 111171 5JIrr Amts- und Anzetzeblatt für den Kreis Gießen. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. vnreanr Schulstraß- 7. Landesbangewerkschnle Darmstadt Busch. Fink. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Großherzogliche Centralstelle für die Gewerbe und den Landesgewerbverein. Bedingungen zur Aufnahme sind: 1) Für die untere Abtheilung, die I. Klasse: In der Regel werden nur solche Schüler ausgenommen, welche eine mindestens emsahrlge Beschästigung in einem technischen Gewerbe Nachweisen können; Ausnahmen hiervon werden nur m besonderen Fallen gestattet. Dagegen wird von den Aufzunehmenden nur der Nachweis der Kenntnisse verlangt, welche den von der Oberklasse einer Volksschule Entlassenen zukommen sollen, damit jedem strebsamen Handwerker die Anstalt zugänglich werde. 2 s Für die obere Abtheilung, die II. Klaffe, muß außerdem der Nachweis ausreichender Kenntniß der niederen Arithmetik, einer angemessenen Fertigkeit im Freihand- und geometrischen Zeichnen, sowie in der Lösung einfacher Ausgaben der darstellenden Geometrie, und der Befähigung, sich im Deutschen gehörig schriftlich verständlich machen zu können, geliefert werden. Das Schulgeld beträgt für die ganze Unterrichtszeit 30 Mark und ist beim Beginn des Curfus vorauszubezahlen. _ Anmeldungen zur Aufnahme wolle man möglichst frühzeitig und längstens bis zum 31. October L I. schriftlich bei der unterzeichneten Stelle oder auch mündlich auf dem Bureau derselben — Neckarstraße 3 im 3. Stock bewirken, da die Zulassung der Schüler nur nach Maßgabe der vorhandenen Unterrichts-Loealitäten erfolgen kann. Darmstadt, den 11. September 1883. kam nt einem Vergleich, bet dem das tertium comparationis für Jedermann eben der Mangel an der nöthig-n Intelligenz ist, zu e.nem Vergleich, für den das obengenannte nützliche Rindvieh gewöhnlich den Namen hergeben muß. Der Herr Major soll also in seinem Bataillon Ochsen entdeckt und daraus keinen Hehl gemacht haben. -Las ist an sich nichts Besonderes, das pflegt auch außerhalb Oldenburgs vorzukommon und soll sogar auf Exercierplätzen etwas Alltägliches sein, namentlich o0nSetten! der^Unters offictere. Aber in Oldenburg kam noch etwas hinzu; der Herr Maior soll nämlich eine besondere Specialität Ochsen entdeckt und sie „oldenburgische genannt haben. Oldenburaiiche Ochsen haben aber wohl persönlich bei den Metzgern einen guten Ruf, bildlich aber pflegen alle landsmannschaftlichen Ochsen böses Blut zu machen und so ^Anfmigs üeß^ sich die Sache harmlos an. Es erschien ein fliegend Blatt mit einem Ochsenlied" nach der Melodie des Liedes „Ich bin ein Preuße zu singen, und ganz O'ld-nburgsang es alsbald. Militär wie Ciml. Fünf Auflagen waren wie warme Semmel abgegangen als die Polizei ihre confiscirende Hand auf da i Opus legte: auf bem weder Verfasser noch der Drucker angegeben waren. Das ließ sich aber schnell revariren' als Verfasser nannte sich ein.beliebter oldenburgischer Hofschauspieler, als Drucker eine geachtete Firma, und die Polizei mußte ruhig zusehen, wie fünf weitere Auflagen verbreitet wurden. Civil und Militär sangen weiter. Dem Herrn Mmor öesicl^das Lied natürlich gar nicht und ebensowenig dem Garnisonscommando. Der Herr Major verklagte einen Dienstmann, der eS gewagt hatte, insirnem Hausedas Ochsenlied wiederholt zum Kauf anzubieten, wegen Hausfriedensbruch, das Ga.nisons Kommando verbot, uneingedenk des sprichwörtlichen Rathes, sich da, wo man singt, rubia niederzulassen, dieweil böse Menschen keine Lieder haben, dm Soldaten den Besuch ^von öffentlichen Localen, deren Wirthe die Colportage des Dchsenliedes ^gelassen hatten. Soweit war die Affa're noch spaßig gewesen, letzt aber gab ihm ein Zwischen- fatt des d°taillons, Hauptmann w d. Lippe, muß w^ ffX ÄS IXaä am :?7e«c?n?'der^FSNge^ Saikin km Donnerstag auZgefochten wurd. Der Hauptmann «W eine Kugel in den Oberschenkel, der M°l°r kam m t einem Streissch^ß davon. Damit war der militärischen Ehre genug getban und der Ochse erledigt der v sondere Saft Blut wäscht ja nach Linien- und Reservebegrrffen noch ganz andere Dinge ab, ohne bQd)te (nbe6 sie glaubte si» Ar M8MVWMW ZMMML-MZ der lederen war ab r nichts weniger als besonnen, sondern zeugt- von hochgradiger ffrblttauna Die Bekanntmachung der Regierung wurde von den Mauern abgerissen k »rrrtt hie zur Massacriruug des Preußen" aufforderten. Da man und dr-rch W°kate ersetzt, - Bürger, die nun einmal durch das rothe ^uch oere'tt war Schlimmes befürdbten mußte, so wurde für Samstc^ nicht nur Serk feer man bei dkr grenzenlosen Unbeliebtheit des Majors auch ein energisches Einschreiten gegen die Bürger nicht recht zutrauie, sondern auch Cavallerie zum Schutz Die Landesbaugewerkschule zu Darmstadt beginnt ihren achten Jahres-Cursus am 15. November l. I., welcher 4 Monate, all'o bis zum 15. März 1884, andauert. Dieselbe soll, zwischen Handwerkerschule und technischen Hochschule die Mitte haltend, insbesondere Bauhandwerkern, sowie Maschinen- und Mühlen- bauern Gelegenheit bieten, sich die für einen selbstständigen Gewerbebetrieb erforderlichen theoretischen Kenntnisse und die nothwendigen Fertigkeiten im ßeicknen und Entwerfen von Plänen für die praktische Ausführung zu erwerben. Auch soll die Baugewerkschule zur Ausbildung von Werkmeistern, Parlieren, Bauaussehern rc. dienen. Der Unterricht wird an den Werktagen während der ganzen Tageszeit E folgenden Herren ertheilt: Architekt Profeffor Hermann Muller, Architekt Kuhlmann, Ingenieur G. Wagner, Ingenieur Esselborn, Handelslehrer Peters, Bildhauer Fölix und Oberlehrer Funk. Die Schule uinfaßt 2 Klassen mit folgenden Unterrichtsgegenständen: Freihand- und geometrisches Zeichnen, darstellende Geometrie (einschließlich Schattenconstructionen und Perspective), Bauconstructionslehre (einschließlich Stabilitäts- und Festigkeitsberechnungen), Elemente der Maschinen-Constructiorwn, Fachzeichnen, Entwerfen von Bauanlagen, kunstgewerbliches Zeichnen, technische^ Rechnen, Algebra, Geometrie, Feldmeßkunst (einschließlich Trigonometrie und Planzeichnen), gewerbliche Buchführung, Theile der Bauführung, insbesondere Materialienkunde und Anfertigen von Kostenvoranschlägen, Grundlehren der Physik und Mechanik, Modelliren in Thon, Holz rc. Die Unterrichtslocale befinden sich Neckarstraße Nr. 3, unfern von den Bureaulocalitäten der Bibliothek und der technischen Mustersammlung des Großherzoglichen Gewerbvereins, so daß die letzteren von den Schulern besucht und geeignet benutzt werden können^^^^^^^^^^E^^^^^E, Keutschlaud. Darmstadt, 31. October. Se. König!. Hoheit der Großherzog werden bis auf Weiteres Audienzen am Mittwoch und Samstag nicht ertheilen. In dringenden Fällen wird auf schriftliche Anmeldung Ort, Tag und Stunde der Audien^csimintt Eden^ ^ober. Nach Beendigung des Festspiels m der Dreifaltiqkeitskirche zu Worms begaben Sich gestern Se. Komgl. Hoheit der Großherwq sowie Ihre König!. Großh. Hoheiten der Erbgrotzherzog die Prime sinnen Victoria und Elisabeth, die Prinzen tzernrich und Wilhelm nebst dem Großh. Staatsminister und dem Gefolge zum Geh. Commer- •““ÄS und Sr. Durchl. dem Prinzen Franz Joseph von Bl"Uenbergs^n bei h-m fKrnkh Kroisratb Se Erlaucht der Graf zu Erbach-Schonverg und ^yre Durchlaucht die Gräsi'n zu Erbach-Schönberg bei Herrn ab^ Die Rückkehr der Herrschaften nach Darmstadt erfolgte mit Extras um 8 Uljr 20 .öobeit dem Großherzog wurden bei Herrn Geh. Gommer« eienrÄÄ der Dichter des Festspiels Lns tzÄ u?d der^Darsteller des Luther, Dr Bassermann, Berlin, 29. October. fOVgf'&g™ bie Aufruhr-Akt- verkündet öorfe n- ®te IN«t.onalgefühls m.ß- stch bet der Bevölkerung durch seine Verl tz g .fihUnbe'i Menschenmenge in der lübtg gemacht hat, wurde vonl einer nach ^0b^ ^/^ende Postzei wurde mtt einem Absicht belagert, st- völlig i» demolrren D e *^8 c(ner beträchtlichen Hagel von St-'.nwürs-n empfangen unt> nu Mebr-r-Verhaftungen wurden Mllitärmacht gelang -s, di- ®emoltrungm»«& nbern vorgenommen. Di- von der oldenbur^ch « o^ie^Besonnenheit der Bevölkerung die in dringenden, aber gewinnenden Worten flßlatate ersetzt, die zur appelltrt, wurde von den Mauern abger fs fa b eftcr* s^enb eine Wiederholung St» fffiÄ SÄ ‘."ÄS? Offld‘tfnRS" In oÄ mÄ“ » ’X““ humoristischer Weise: Zu X Erinnerns noch me, mochte reits Veranlassung gegeben, zu einer Res?°" s?m„wenbung finden. Diese Lück- unter !“ esu ~S£ M«... richt, daß in der Landeshauptfiadt Militär^geg > 0 f[l |aft wie aus einer rühr-Akte verkündet werden mußte. Warum i ub 1 » 'n„r einmal Ochsen Operette, wenn man die Antwort hort: «Ach, er hat st- P nur genannt." mehreren Monaten wurde ein preußff-her Major, Doch zur Erzählung. Vor mehrer n: JJ O J„,elligenz der olb-ndurgtschen etn Herr St-tnmann, nach Oldenburg verfeyi gemacht haben, denn er Soldaten muß auch auf diesen Herrn keinen guten Emdrucr gemaan y Oesterreich. Wien, 30. October. An der Universität fanden heute erneuerte tumul- tuarische Demsnstrationen gegen Maassen statt. — Der Reichsrath tritt am 4. December zusammen. WitterungSkund«.*) 2. November. Freitag. Kalt, unbeständig mit Regenschauern, stellenweise Schneefall oder Graupeln. Frühmorgens nebelig bis sonnig, Mittags und NachmstiIS dunstig bedeckt bis zu kurzen Regenschauern, örtlich etwas Schnee oder Graupeln, IP - nachmittags vielfach aufklärend, Nachts Niederschläge, zumal im Süden, das i» Hefte Temperaturminimum liegt zwischen 0° und 4° C- Winde Nachts le h Die Wasserstände steigen mäßig. Nach Norden zu ist die Witterung tagsüber IW aufklärend^Ember. Samstag. Kälter, thecks nebelig, theils bedeckt m°t kurzdauernd-n Niederschlägen, örtlich mit Schnee oder Graupeln. Frühmorgens nebelig, nachher «» ' geheitert, Mittags und Nachm ttags strichweise bedeckt mit Regen oder ' Hagelschauern, Abends aufgeklärt, Nachts vielfach Niederschlage bei lebhaften in Süddeutschland bedeutendere Niederschläge, namentlich Nachts. Die Wassc I steigen mäßig. Haparanda hat 12 bis 20° Kälte. Das nächtliche Temperaturmlnunum sinkt vielfach unter Null und liegt in geschützten Lagen noch etwas über Null. Wa» 8 - nicht nachhaltiger Nachtfrost. Nordlicht in diesen Tagen. Nach Norden zu I Witterung mehr auiklärend. *) Aus Dr. L. Overzier's Wetter-Prognose lV-rlag der M-Lengs'ld- scheu Buchhandlung in Köln, Preis 1 — Nachdruck verboten. Telegraphische Depesche«. Wolffs telegr. CorrespoNdem-Werrearr. Worms, 31. Ociober. Bei der gestrigen feierlichen Begiühung der Festttheil- nehmer hieß der Stadrpfarrer Müller die Gäste willkommen, Ober-Conststorialrath Goldmann aus Darmstadt dankte Namens derselben. Professor Stade aus Gießen überbrachte die Grüße der dortigen Untversiiät. Superintendent Sell aus Darmstadt brachte dem Dichter deS Festspiels, Hans Herrig, ein mit »roß-m Beifall aufge- nommenes Hoch. Professor Bender aus Bonn wies auf die Volksihümlichk it und den nationalen Charakt* des Festes hin. - Heute früh ertönte F-stgelaute und Cboral- mustk von der Dreifaltigkeitskirche. Dem F-stgottesdienst m der gedrängt vollen Kirche wohnte der Großherzog von Hessen bei. , Berlin, 31. October. Der „Reichs-Anz." enthalt eine amtliche Bekanntmachung von gestern, welche eine gesundheitspolizeiliche Kontrole wegen des Ausbruchs der Cholera in Peking anzeigt. — Der Kaiser besuchte heute Abend mit dem Prinzen Wilhelm und zahlreichen Generälen den in der Kriegsakademie stattgehabten Vortrag des Afrika-Reisenden Lieutenant Wißmann über die erste Durchquerung des äquatorialen Afrika. , Frankfurt, 31. October. Das „Frkstr. Journ." therlt mit, man habe bei der gestrigen Absuchung des Epplosionsraums im Polizei-Präiebialgebäude weder Papier noch Pappdeckel-Stückchen gefunden und neige daher der Annahme zu, daß der Sprengstoff in einem Glasballon untergebracht gewesen sei. Die im Schutte vorgefundenen 9 Kugeln hätten alle die Größe eines Taubeneies, seien langgesormt und zeigen einige kleine in's Innere führende Löcher. Das Gewicht der Explosionskörper spreche gegen die Annahme, als befände sich in ihnen ein mit einer leichteren Masse als Blei gefüllter Hohlraum. Wohl sei Nitroglycerin in den Kugeln festgestellt, jedoch nicht derart, daß der ganze Hohlraum damit ausgesüllt sein konnte. Sämmtliche Personen, welche aus Anlaß der Explosion verhaftet waren, konnten ihr Alibi beweisen und sind daraufhin freigelassen worden. Dortmund, 31. October. Die Schwurgerichts - Verhandlungen gegen die 32 wegen Landfriedensbruchs angeklagten Bergleute der Zeche „Germania" wurden heute nach sechstägiger Dauer beendigt. 17 Angeklagte wurden schuldig befunden und mit Gefängniß von 4 Wochen bis .zu 9 Monaten bestraft, die übrigen wurden freigesprochen. Breslau, 31. October. Der Fürstbischof ist aus Rom zuruckgekesrt. Leipzig, 31. October. Der Centralvorstand der allgemeinen deutshen Lutherstiftung, der sich heute hier constituirt hat, besteht aus Anhängern ier- schiedener Schattirungen der evangelischen Kirche, darunter Oberhofprebiger Kitzel, Lisca, Levetzow, Bennigsen. Es wurde ein Aufruf zu Beiträgen erlassen. Wien, 31. Octobcr. Professor Lorenz hielt heute in sein-m großen, dcht- gefüllten Lehrsaale -m-Ansprache an die Studenten, worin er erklärte, daß die gestrgen Vorgänge im Lehrsaale des Professors Maassen eine Schandung aller Lehrkanzeln der Universität bedeuteten, sie hätten Maassen bewogen, seine Vorlesungen so lange zu sts- pendiren, bis die Ordnung wieder hergestellt sei. Durch die Vorgänge gegen Profesor Maassen halte er sich für miibeleidigt, durch die Beschimpfung seines College» hilte er sich rnitbeschimpft; er bedaure, Maassen im vorigen Jahre entgegengetreten zu ei« und fühle sich gleichsam schuldig, daß er wegen eines Anlasses, bei welchem er Diel weniger sachlich als vielmehr formell anderer Meinung gewesen sei, mit Profesor Maassen in Differenz gekommen fei. Professor Maassen gehöre zu den größten wisen- schastlichen Sterben der Wiener Universität. Er halte sich nicht für würdig, dieem Manne, was seinen Ruf und feine in der deutschen Wissenschaft anerkannte Größebe- treffe, die Schuhriemen aufzulösen; erwürbe, wenn es so fortgehe, keine Bebecken tragen, abzubanken, benn er erachte cs unter seiner Würbe, an einer Universitä zu dociren, wo die Lehrfreiheit gestört sei. des Majors Steinmann ausgeboten. Zum Glück scheint es ruhig geblieben zu sein, ba I U,efterC®?ea$:orgänflenifnt Olbenburg erregen hier großes Aussehen. Die conservattven Blätter bemühen sich offenbar, bte Sache todtznschweigen. Die liberal«! Zeitungen I taibmen ihr lange Besprechungen. Nähere Berichte liegen erst spärlich vor. Die srtat.sta" weiß zu berichten, daß Major v. Stetnmann inzwischen von seinen vier Hauptleuttn gefordert worden ist, daß ein zweites Duell bereits stattgesunden hat. Von einer Seite, die mit militärischen und Hoikreisen Fühlung hat, wird nun berichtet daß der Kaiser sofort strenge Untersuchung angeordnet hat. Auch sollen sich ekt kaiserlicher Flügeladjutant und die unmittelbaren Vorgesetzten des 91. Regiments naeft Olbenburfl beaeben haben. Das ,B. T-", bas einen Bericht aus Olbenburg erhalten hat, erfahrt, baß Steinmann beim Großherzog in tiefster Ungnade, bet Hofe total unmoßlid), in dem Ossiciercorps ohne Sympathie, bet den Truppen grenzenlos mit glühendem Haffe verfolgt wird- Berlin, 30. October. Am Dienstag, Mittags 12 Uhr, trat der engere Ausschuß der Parlaments-Baucommission, bestehend aus den Herren Staatsminister v. Bötticher, Reichstags-Präsidenten v. Levetzow und Reichstags- Abgeordneten v. Forckenbeck unter Hinzuziehung der Herren Professor Adler, | Oberhofbaurath Persius, Bauinspector Häger und des Architekten Wallot zu einer Berathung zusammen. Dieselbe hatte den Zweck, Detailfragen wie die der inneren Raumeintheilung und Herstellung der Communikationen zu erledigen. Das bekanntlich von der Parlaments-Baucommission genehmigte umgearbeitete Projekt wird wohl in Bälde Sr. Maj. dem Kaiser vorgelegt werden. Wenn in einzelnen Blättern neuerdings die Rede davon ist, daß die Grundsteinlegung des neuen Reichstagsgebäudes am 18. Januar k. Js. erfolgen wird, fo wird uns dies als eine willkürliche Combination bezeichnet. Eine neue Art Falschstücke von Doppelkronen (Zwanzigmarkstücken) ist in München vorgekommen, welche erst bei dem Wiegen als falich erkannt werden und im kleinen Verkehr recht vielen Schaden anzurichten geeignet sind. Danzig, 30. October. Ein ruchloses Attentat wurde auf der Strecke Dirschau-Bromberg verübt. Bei Laskowitz waren drei Schwellen über die Schienen gelegt, was zur Folge hatte, daß die Maschine des Courierzugs erheb- heblichen Schaden erlitt. — Einem hiesigen Handlungshause wurde ein Verlust von 200,000 M. zugefügt, indem einer der Theilhaber der dem Hause gehörigen Fabrik zu Marienburg in Berlin deren Erzeugnisse um esetzt und mit dem Erlöse ver- muthlich nach Amerika oder nach Australien sich geflüchtet hat. Sautertmrfl i. E., 31. October. Der heutige Straßburg-Berliner Nacht- Schnellzug fuhr vor der hiesigen Station um 6% Uhr auf einen mit Getreide belaßenen Lastwagen, welchen zwei Pferde nicht über bas Geleise Hinwegzubringen vermocht hatten. Der Wagen würbe zertrümmert. Die Getreibesacke lagen zerstreut ber Bahn entlang. Niemanb ist verletzt- Der Zug ist einer großen Gefahr entgangen. — Professor Maassen konnte heute in Folge ber Intervention des Dekans Vorlesungen wieder beginnen. ~ 'e nc Paris, 31. October. „Temps" meldet, es würden gegen den Ex-Krieas- minister Thibaudin disciplinarische Maßregeln ergriffen werden wegen eines an einen Cercle in Toulon gerichteten Briefes desselben, worin er seine früheren Collegen tm Cabiuet kritlsirt. Loudon, 31. Octoder. G siern Abend Haden an zwei St-llen der untetirbiid». haupistädr scheu Eisenbahn Explosionen stattgesunden, welche große Bestürzung dV ursachttn und die Cuculasion der Züge unterbrachen. 38 Personen sind verletz! worden bte Ursache ist unbekannt- ' — Die Ursache ber gestern Abend bei ber hiesigen unterirdischm Eisenbabn stattgkhabten Explosion ist bis jetzt noch nicht ermittelt, um eine Gasexplosion - ursprünglich angenommen isurbe — scheust es sich nicht zu hanbeln- Der durch die Explosion angerichtete Schaben läßt eher aus bte Wirkungen von Dynamit schließen man hält bie Explosion für ein von den Feniern ausgegangenes Attentat. W« Stationen ber unterirdischen E senbahn wurden in der vergangenen Nacht von der Polizei bewacht, ebenso wurden starke Trupps von Polizeirnannschasten zur Bewachung des Parlamevtsgedäudes herbeigezogen. — Nach dem Ergebnisse ber polizeilichen Untersuchung sind die Explosionen auf der unterirdischen Eisenbahn weder durch Gas, noch auch dm ch Dynamit, sondern wahrscheinlich durch N troglyccrin herbeigeführt. Der Bahnverkehr ist heute nrteber vollständig hergestellt. London, 31. Ociober. In einer gestern in Buxton gehaltenen Rede sprach der Staatsfecretär des Krieges, Lord Hartinglon die Hoffnung aus, Gladstone werde bei dem bevorstehenden Gustdhall-Bankst die Versicherung abgeben können, daß bet europäische Friede gesichert und bte Schwierigkeiten, welche zwischen Frankreich und England zu entstehen drohten, in hinreichender Weise geregelt seien. Was Egypten angehc, so habe England Europa gegenüber sein Wort gehalten und nachdem es die Awrechihaltung der Ordnung und den Schutz der europäischen Interessen dost sichergestellt, sei es nicht dort geblieben, um sich mit noch größerer Verantwortlichkeit zu belasten, zumal dieselbe schon jetzt fast zu groß für bas britische Reich fei. Petersburg, 31. Ociober. Das „Journal de St- Pdieisbonrg" mißt den jüngsten Vorgängen in Bulgarien eine nur locale Bedeutung bet und behauptet, dieselbe tntereffne bte Cabinete nur insoweit, als sie die Ruhe ber Balkantzalbwsil stören könnten. Das Einvernehmen ber Cabinete fei in dieser Hinsicht ein vollständiges. Die Urtheile ber „Norbdeutschen Allgemeinen Zeitung" und ber „Post« seien den Gefühlen Rußlands entsprechend, hoffentlich werde eine Lösung eintreten, die alle besriedige. General Kaulbars sei beauftragt, mit dem Fürsten von Bulgarien über bte Stellung ber russischen Offiziere eine Vereinbarung zu tr-ffen. Aas keinen Fall aber könnten biefe Schwierigkeiten ben beschränkten Kreis, in bem sie entftanben, überschreiten, noch irgenbwte bie Beziehungen ber Regierung m altertren. Alarmirenbe Commentare darüber seien aus Börsenmunöver zurückzuführen. Lokale-. Gießen, 1- November- (Theater.) In „Haus Loney" von Adolf L'Arronge werden uns die Verhältnisse einig Kausmannshauses vorgesührt- Der Vater der Famlie, der sich durch eigene Kraft zu einem reichen und geachtsten Manne emporgeschwungen bat, verfährt gegen feinen 21 Jahre alten, noch bie Pnma eines Gymnasiums besuchenden Sohn mit wohlbegründeter Strenge. Dieser, hierdurch beengt, glaubt seine Freiheit tm Berufe eines Schauspielers zu finden und wendet sich zu diesem Zwecke an ben Schauspieler Reinhard». Herr Reinharb, ein edler Charakter, besucht den Vater, um ihn von ber Absicht bes Sohnes, bte er nicht billigt, zu benachrichtigen; mit biefem verbindet er einen weiteren Zweck, bie liebenemüibige Tochter bes Hauses kennen zu lernen. Kurt sällt im Examen durch (merkwürdigerweise weil der Schulrath den Sallust gewählt hatte, während Kurt sich auf den Horaz vorbereitet hatte!), der Vater verstößt ihn nach einer heftigen Unterredung und Kurt sucht in der Verzweiflung frin Leben in ben Fiuthen bes Canals zu beenden. Reinhard rettet ihn und weiß durch sein edles Benehmen das Vormtheil des Commerzienraths gegen einen „Cornödianten" so uwzuwandeln, daß ber letztere, nachbem auch Kurt mit Reinhards Hilfe bas Examen bestanden, die Hand seiner Tochter dem Schauspieler _n>chi mehr verweigert. Als Nebenhandlung zieht sich durch bas Stück ein Liebesverhäliniß eines armen Edelmanns mit einer reichen Erbin. Das Stück, daS trotz seiner Schwächen noch immer genug des Wirksamen bietet, um das Publikum zu erheitern, fand eine recht freundliche Ausnahme. Herr Voigt stellte den Schauspieler Reinhard, diesen in allen Sätteln gerechten Alleeweltshelser, bet ebenso gut ben Hamlett oder Othello spielt, wie er ins Wasser gefallene Jünglinge appoitirt und ßectionen tm Lateinischen und Griechischen ertheilt, frisch und lebendig, geistvoll und jovial, in ernsten Momenten der männlichen Würde nicht entbehrend und ließ es glaubhaft erscheinen, daß demselben alle Herzen zufl egen. — Eine treffliche Leistung bot Herr Peters als Christian Hummel; bte gutmüthige unb selbstgefällige Bornirtheit kam hier zu drastischem Ausdrucke. — Die sehr gelungen ausg-sührien Skizzen des Seewald-Drosselhetm'fchen Haushofmeisters (von Herrn Nickell) trugen ebenfalls zur Erheiterung bei. Hervorzuheben find noch Frau Brcde (Fresträulem von Seewald-Diossttheim), Herr Muss (Commerzienraih), Fräulem Pöguer I. (dessen Frau), graulen Kohrsen 1. und Herr Schönwasser (Kari). Ihnen schlossen sich Fräulein Helgen unb Herr Schölermann in ihren wenig dankbaren Rollen verdienstlich an. Kirchh ain, 30. October. Bei dem heute Abend um 6 Uhr nach Kassel abfahrenden Zuge der Mcitn-Wejer-Bahn ereignete sich ein gräßliches Unglück. Der seil Jahren hier wohnhafte Handelsmann I. Nußbaum war mit bem Zuge angttommen und wollte sich vom Trittbrett aus noch von einer Mitreisenden verabschieden; als der Zug sich jedoch in Bewegung setzte, verlor Nußbaum bei bem Zu-ückireten bas Gleichgewicht, stürzte herab unb tarn unter bie Räder, wo ihm ber Kopf vollständig nom Rumpfe getrennt wurde. _____ _________ Eingesandt. (Shakespeare-Abend.) Ein hoher Kunstgenuß steht uns bevor! Wie unf mitgethttlt wird, gedenkt Herr Recüator Bruno Fried aus Wien, Declamator Ihrer | Majestät der Königin von Hannover, welcher sich gegenwärtig auf einer Tourrie durch die Rbeinlande befindet, auch in Gießen demnächst an einem Abende aufzutt-ttu un° dabei eine Auslese ber schönsten um wirksamsten Svenen aus Shakespeares Meisterwerken zum Vortrag zu bringen. Die Darstellungen bes Herrn Fried, bem etni i - beutenber Rus als Shakespearc-Jnterprit vorangeht, gewinnen ein um so höhere» Interesse durch den Umstand, baß derselbe Declamation in t Action verbinbet und tre ans dem Gedä chtntß vortiägt. Wir machen auf biefen interessanten Vortrag m Voraus ganz besonbers aufmerksam. Köb Der in der fr, ebendas Ein in der K - i Zufami Di Gi 7301 Au Administ Oekonom erklären daß wir unferen 3 sortführe liefern- . unserer ! uns unti Li 7298 an bi D herzlich 400. G A 1. 2. 3 Eans feine rx-Kriegs- eines an 1 früheren üertrdischen rrzung oet- tzi worden, Eisenbahn lion - mte t durch die it schließen, ntat. Alle ht von der Bewachung Explosionen an, sondern )tute wieder e sprach dn e werde bei i daß der nkreich und as Egypten hdem es die boit sjcher- Utlichkeit zu “ mißt den ptet, dieselbe "nsel stören vollständiges, ten d-n Gelle befriedige, die Stellung aber könnten hielten, noch itare darüber olfL'Arronge r Vater der iamie empor- Gymnasiums engt, glaubt ch zu diesem ikter, besucht nachrichtigen; : deS Haused >er Schulrath hatte!), der Verzweiflung in und weiß gegen einen .it Reinhards r nicht mehr hällniß eines tfamen bietet, ■! Herr Voigt j e-weltshelser, I ne Jünglinge und lebendig, ltbehrend und $me treffliche selbstgesällig- ausgrsührlen cf eit) trugen (i^reiftäulein Pögner I. url). Ihnen lig dankbaren ich Kassel ad- ück. Der seit angekommen ied 'n; als der :n das Gleich- llstandig nom n! Wie unS lamator Ihrer Tournö durch iszutreten und rares Meister- bcm ein de- nr so höhere? ibet und frei n Vortrag to ellenweise mit b Nachmittag iraupeln, spat- n, bas nacht' achts l-dhA tagsüber mehr kurzdauernden i, nachher auf: er Schnee bis osten Winden. Wass-rstönde aturminimum ull. Mäßiger. >en zu ist die M- Lengfeld'- Allgemeiner Anzeiger. Versl®ig«rtmg von «öbel«, Schreinerwerkzeng, Hol; re. Der Unterzeichnete versteigert zwangsweise gegen Baarzahlung: 1) Montag den 5 November l. I: a) von Vormittags 9 Uhr an in der früher Keck'schen Hofraithe (Neuenweg 62): 1 Schreibeommode, 2 Cominoden, 1 desgl. mit Glasschrank, 1 Kleiderschrank, runde Tische, ovale Tische, viereckige Tische, 2 Dtzd. Rohr- Mhle, 1 Dtzd. Stühle mit Brettsitz, 2 Nachttische, 1 Waschtisch, 1 Sopha, 1 Sessel, 3 Bettstellen, 1 desgl. mit Matratze, 2 desgl. mit Sprungfedereinlagen, verschied. Bettwerk, 1 Kinderbettstelle, 1 Sprungfedermatratze, 8 Spiegel, 1 4sitz. Schreibpult, 1 Stehpult, 2 Koffer, eine Anzahl Bilder (Stahlstiche), 8 Vorhanggallerien, 2 große Lampen, 1 Copirpresse, 1 Deeimalwaage, 5 neue und einige alte Fenster, verschiedene kleinere Haus- und Küchengeräthe und eine Parthie Rouleauxkordel. b) von Nachmittags 2 Uhr an ebendaselbst folgende ganz neue Gegenstände: 2 hochfeine Mahagoni-Bettladen und 2 hochfeine Nußbaum-Bettladen (jede mit Sprungfedereinlagen und Keilen), 3 Bettstellen, 7 Rohrstühle, 3 Waschconsole, 5 Nachttische u. «., sodann eine große Anzahl Bücher, darunter Pierer's Conversations-Lexikon (vollständig), verschiedene Jahrgänge „Gartenlaube", „Jllustr. Welt", „Ueber Land und Meer", 1 Schlachtenatlas rc. Ein Verzeichniß der Bücher liegt auf meinem Bureau zur Einsicht offen. 2) Dienstag den 6. November l. I., a) von Vormittags 9 Uhr an in der Keck'schen Hofraithe: , r r verschiedenes Schreinerhandwerkzeug, 3 Hobelbänke , Sagen, Hobel, Eisen, Schraubzwingen, Schraubknechte, Kehlhobel, Feilen, Raspeln, ■ Sägefeilen, sodann eine große Quantität Schmirgel- und Glaspapier, Sägeblätter und Sägearme, Laubsägeholz, nußb. und birkene Chaisentafeln, eine große Anzahl Bettstollen mit und ohne Spitzen, eine Anzahl Nähtischfüße, polirte Tischfüße, gedrehte Schrankfüße, 82 Tischstollen, eine große Anzahl Gardinenhalter, Consolliösiren, Schiebkastenknöpfe u. dgl. und ferner 3 neue Kegelkugeln (Stärke 20/20). b) Nachmittags 2 Uhr: Zusammenkunft auf der Wieseckbrücke in der Bismarckstraße: geschnittenes Werkholz, als: 82 Eichen-, 38 Buchen-, 29 Hainbuchen-, 8 Nußbaum-, 5 Birnbaum-, 14 Pappel- und 5 Linden-Bohlen, sowie verschiedenes andere Gehölz. Die Versteigerung findet bestimmt statt. Gießen, den 1. November 1883. Geißler, 7301__________________________________Großherzoglicher Gerichtsvollzieher. Auf mehrfach an uns gerichtete Anfragen, ob die unterzeichnete Güter- Administration an der Dampfmolkerei sich betheiligen werde, welche Herr Oekonom Hoffmann jun. auf Hof-Güll in Gießen einzurichten beabsichtigt, erklären wir hiermit zur Nachricht für unsere verehrt. Milchkunden in Gießen, baß wir dem erwähnten Hoffmcrnn'schen Unternehmen fern stehen, vielmehr unseren Milchhandel nach wie vor in der bisherigen Weise für eigene Rechnung sertführen und bestrebt sein werden, unseren Kunden nur gute Vollmilch zu liefern. Hierzu find wir um so leichter in den Stand gesetzt, als die Fütterung unserer Kühe mit Schlempe ausgeschlossen bleibt, da die Brennereien auf den uns unterstellten Fürstlichen Gütern schon feit mehreren Jahren außer Betrieb sind. Lich, den 30. October 1883. Fürst!. Solms-Lich'sche Güter-Administratron. 7298 ___________________Erb, Oberverwalter. _____________ EiiltjerjiiöifäunL Einladung an die evangelische Gemeinde, auch alle anderen Einwohner Gießens, und Festprogramm. Die Unterzeichneten erlauben sich, die Einwohnerschaft Gießens hierdurch herzlich einzuladen zur Feier des Lutherfestes, das zur Erinnerung an den 400. Geburtstag Dr. Martin Luthers in unserer Stadt gefeiert werden soll. Wir veröffentlichen im Folgenden das von uns beschlossene Festprogramm: 1. Das Reformationsfest, das auf Sonntag den 4L 9to= vember d. I. fällt, soll mit feinen beiden Gottesdiensten die Bedeutung einer Einleitung der ganzen nachfolgenden Festfeier haben. 2. Für Donnerstag den 8. November ist zur Erinnerung an Luthers segensvolles Wirken für unser ganzes deutsches Volk em Bortrag vorgesehen, den Professor Dr. Oncken über das Thema. „Luthers Fortleben in der deutschen Nation" halten wird. Dieser Vortrag wird Abends 61/a Uhr in der Stadtkirche gehalten und ist für Jedermann zugänglich und frei. 3. Am Samstag den 10. November, dem Geburtstag Luthers felbst, wird zunächst Vormittags in sämmtlichen hiesigen Schulanstalten eine besonders geordnete Schulfeier, desgleichen eine Feier der Landesuniversität stattfinden; dann wollen wir Nachmittags 2 /z uyr einen allgemeinen Festzug von Oswalds Garten aus auf den Lud- wigsplatz veranstalten, um hier zum bleibenden Gedächtmß an die Festfeier und als besonderes Erinnerungszeichen an unseren großen Reformator und fein Werk eine Lutherlinde zu pflanzen. Dabei wird Pfarrer Dr. Naumann die Festrede halten. Kieler Bücklinge, „ Sprotten, ger. Lachs, „ Gänsewaaren und fst. Gebirgs-Käse, empfiehlt 7257 C. Gr, KIei.nh.enn, 1 Kreuzpl. Delicatessenhdlg., Kreuzpl. 1. 1000 Mk. werden zu leihen gesucht. 7310 Auskunft ertheilt die Exped. ds. Bl. 4. Am Sonntag den 11. November, dem kirchlichen Hauptfesttage, und damit dem Höhepunkte der gesammten Lutherfeier, wird Vormittags 9'/r Uhr der Festgottesdienst, in welchem Pfarrer Schiosser predigt, und Nachmittags 5 Uhr ein liturgifcher Gottesdienst, mit Characterbildern aus Luthers Leben, welchen Pfarrer Dingeldey leitet, gehalten werden. Zum Besuch der Festgottesdienste und des Luthervortrags laden wir alle Angehörigen unserer Gemeinde und der Stadt hierdurch freundlichst ein. Und zur Thcilnahme an dem Festzug seien alle hiesigen Staats- und Gemeinde- Behörden und Beamten, sowie die gesammte Bürgerschaft, besonders auch der Kirchenvorstand und die Gemeindevertretung, noch ausdrücklich freundlichst ein- geladen. Außerdem richten wir an die Gemeinde die Bitte, sowohl Samstag Den 10., als auch Sonntag den 11. November als Festtage halten und feiern, auch durch Schmücken, beziehungsweise Beflaggen der Häuser au diesen beiden Tagen unserer Stadt ein festliches Aussehen bereiten zu wollen. Evangelische Glaubensgenossen! Laßt uns, wie es einer Gemeinde von der Bedeutung Gießens geziemt, mit allgemeiner Betheiligung und in würdiger echt evangelischer Weise unser Lutherfest begehen, damit unsere Hochschätzung Luthers und seines Gotteswerkes der Reformation dadurch unter uns kund werde! — Wir werden durch unsere ganze Festfeier keiner anderen Confession einen berechtigten Anlaß zu einem Vorwurf gegen uns geben; aber wir dürfen es uns als Protestanten auch nicht wehren lassen, ja es ist unsere heilige Pflicht, an dem 400. Gedächtnißtage der Geburt unseres theuren, neuerdings viel geschmähten Martin Luther von Neuem zu den Grundsätzen unserer Kirche uns zu bekennen und dadurch treu und dankbar das jn halten, was wir als evangelische Christen haben, damit uns Niemand unsere Krone nehme. 7266 Gießen, den 30. October 1883. Albach, Reallehrer. Baist, Rechtsanwalt. Dr. Baur, pract. Arzt. Bergen, Gastechniker. Dr. Bindewald, Neallehrer. Dr Boekmann, Provinzialdirector. Boller, Ober-Lazareth- gehülfe. Bramm, Bürgermeister. Dr. Braune, Professor. Dr. Buchhold, Lehrer a. d. höh. Mädchenschule. Büchner, Kreis- schulinspector. L. Bücking, Rentner. Dingeldey. Pfarrer. Döring, Kreisamtsgehülfe. Dornfeiff, Rechtsanwalt. Ebeling, Lehrer a. d. höh. Mädchenfchule. Engisch, Steuerrath. Felchner, Musikdirector. Ferber, Buchhändler. Fresenius, Polizeirath. Fuhr, Lehrer. Ferd. Gail, Kaufmann. Gebhardt, Amtsrichter. Dr. Gottschick, Professor. Grüneberg, Stadtverordneter. Dr. Haberkorn, Geh. Reg.-Rath. Haberkorn, Forstmeister. I. Haustein, Fabrikant. Dr. Harnack, Professor. A.Heß, Gasanstaltsdirektor. Hirsch,Landger.-Rath. Hofmann, Hofgerichtsrath. Jung, Lehrer. Kalbfleisch, Stabsquartiermeister. Dr. Kattenbusch, Professor. G. Kauffmann, Fabrikant. Keller, Beigeordneter. Knorr, Landgerichtspräsident. Dr. Köllner, Professor, Geh. Kirchenrath. «ullmann, Landgerichtsrath. Langsdorfs, Oberamtsrichter. Lenz, Schreinermeister. Löb er, Schuhmachermeister. Lyncker, Rentamtmann, v. Maibom, Oberförster. Moll, Spenglermeister. Dr. Muhl, Rechtsanwalt. Muth, Landgerichtsdirektor. Dr. Naumann, Pfarrer. Neuenhagen, Oberförster. Ad. Noll, Commerzien- rath. Aug. Noll, Bäckermeister. I. Noll, Goldarbeiter. Dr. Lücken, Professor. Anton Petri, Bauunternehmer. Dr. Philippi, Professor. Reuning, Rechnungsrath. Dr. von der Ropp Professor. Dr. Schiller, Professor und Gymnasialdirector Schlosser, Pfarrer. E. Schmall, Cigarrenfabrikant. Schopbach. Stadtverordneter. Dr. Schürer, Professor. Schwabe, Reallehrer. Solda«, Realschuldirector. Dr. Stade, Professor. Stamm, Gymnasiallehrer. Steiner, Cantor. Dr Tbaer, Professor. Bigelius, Schuldirektor. Walther, Rendant. Dr. Wasserfchleben, Kanzler und Geheunerath. Wiener, Landgerichtsrath. G Windecker, Kaufmann. Wortmann, Vankvorstand. Zimmermann, Erster Staatsanwalt. Carl Schwank 7312 sr 2 * DZ ZV 3 **■ X3T* **- CD** * 3' "St Z S 8 3> 8 S •*<2 § 7300 Ein kräftiges Wagenpferd (Einspänner), auch als Ackerpferd und Zuchtstute geeignet, zu verkaufen. Wo? sagt die Exped- ds. Bl- ______ Frische Schellfische treffen heute ein. 7308 Cfe. Willi. Wei tilg. Sauerkrautsaß in allen Größen werden billig abgegeben bei 7245 Carl Heil, Schloßgasse. Provisorische Eröffnung 55 MM Garten In Giessen. 5g Samstag den 3. und Sonntag den 4. November 1883: Bur Weihe des Hauses GROSSES EXTRA-<0AGENT ausgeführt von der ganzen Kapelle des 2. Groß. Heff. Jnf.-Regts. Nr. 116 unter persönlicher Leitung ihres Kapellmeisters Herrn C. Krauße. i. 5. Anfang: Samstag Abend 7 Uhr Entree an beiden Tagen: 23 Pfg 7253 Der Eingang zu den Concerten findet von der kleinen Gartenstraße aus statt, erstes Portal. Die Garderobe befindet sich am Eingang links. zu Professor. Vigelius, Schuldirector. 7267 7299 Ph. Kreiling Beethov en. Strauß. Krausse. 93i 3 et Küffner. Bohm. Strauß. Staßny- Strauß. Winterberg. :oro- izetti. Sonntag den November 1883 1. Theil. Wermiethungen. 7307 Ein kleines Familienlogis ist vermiethen bei Wildhändler Eb e I- von MStra. „ Flotow. „ Krausse. „ Weber. 5. Große Fest-Ouverture . 6. Hast du mich lieb! Lied ..... (Solo für Trompete, Hr. Haase). 7. Rosen aus dem Süden! Walzer .... 8. Fantasie aus Meyerbeer's „Hugenotten' 3. Theil. 9. Marsch a. d. „Sommernachtstraum" .... 10. Am Meer! Lied ....... (Solo für Posaune, Herr Thon.) 11. Le petit duc! Polka....... 12. Backfischchens Leiden und Freuden! Potpourrt . Anfang: Sonntag LuLherjubiläum. Aufruf mt die evarrg. Einwohner Gießens ZU einer Festgabe für den Bau einer zweiten Kirche. Nach dem Vorgang anderer Städte, die das Lutherjubiläum auch durch Begründung besonderer Stiftungen und den Bau von Kirchen feiern werden, hat eine größere Versammlung, die vor Kurzem die Feier des Lutherfestes in unserer Stadt berieth, den Wunsch kund gegeben, auch unter uns eine derartige bleibende Erinnerung an das Lutherjubiläum zu beschaffen. Es war die allgemein getheilte Ansicht, dies sei am angemessensten dadurch auszuführen, daß man an dem bevorstehenden Feste dem hiesigen Kirchen- vorstand als Beitrag zu dem neu begründeten Kirchenbaufond eine recht große Summe übergebe, damit dadurch der Bau einer 2. evangelischen Kirche in unserer Stadt wesentlich gefördert und vielleicht zum Voraus der neuen Kirche der Name Luther- oder Martinskirche gesichert werde. Deshalb wurde beschlossen, in der Woche vom 4. bis 11. November d. I., der eigentlichen Festwoche des Lutherjubiläums, bei allen Evangelischen unserer Stadt eine Einzeichnungsliste herumzugeben mit der Bitte um eine Festgabe für den evangelischen Kirchbaufonds. Indem wir dieses unserer Gemeinde hierdurch mittheilen, richten wir an alle evangelischen Glaubensgenossen die herzliche Bitte, auch durch allgemeine Betheiligung an der von uns zu veranstaltenden Geldeinzeichnung — ein jedes nach Liebe und Vermögen — unser Lutherfest verherrlichen zu helfen, damit die dereinst sich erhebende neue Kirche auch Zeugniß ablege von dem ächt evangelischen Sinn, der heute unsere Gemeinde beseelt. Gießen, den 30. October 1883. Das Comits zur Vorbereitung der Lutherfeier in Gießen: Dr. Boekmann, Provinzialdirector. Bramm, Bürgermeister. Dingeldey, Pfarrer. Ferd. Gail, Kaufmann. Dr. Gottschick, Professor. I. Hanftein, Fabrikant. Knorr, Landgerichtspräsident. Dr. Naumann, Pfarrer. Schlosser, Pfarrer. Dr. Stade, Verantwortliche Redaetion: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr- Chr. Pietsch) in Gießen. , Die heutige Nummer enthält 1 Blatt und eine Verlag Gesucht wird ein Mädchen aus guter Familie, befähigt zur Stütze der Hausfrau wie zum Verkauf von Luxuswaaren. Näheres in der Exped- ds. Bl. 7297 In der Wiesecker Gemeinde-Sandgrube kann in den nächsten acht Tagen kein Sand verabfolgt werden- Wies eck, deu 1. November 1883. Wenzel’s Garten. Sonntag den 4. November 1883: D4S- Nack» Schluß der II. Abteilung "MC AM" des Programms Vorzügliches „ Mendelssohn. „ Schubert. „ Urban- „ Schulz. V23 Uhr. 2./11. Ab. */2 8 A. 1U - ©bl u. Conf. I. Gr. u.M III. Gr. 7. Le premier Baiaser! Polka concertante (Solo für Trompete, vorgetr. von Herrn Haase,) 8. Fantasie a- d- Oper „Carmen" .... 3. Thril. 9. Ouvertüre z. Op- „Stradella" 10. Duett a- d- Op. „Linda" (Solo für Posaune und Trompete, die Herren Thon und Haase). 11. Glücklich ist, wer vergißt! Mazurka .... 12. Ein fideles Gefängnis;! Potpourri .... . von Wagner-Sonntag- . „ Herold. „ Krauße. „ Wallaoe- 1. Cadetten-Marsch . 2. Ouvertüre z. Op. „Martha" 3. Saalbau-Ouadrille (neu) . 4. Finale a- d- Op- „Oberon" - 2. Theil Samstag den 3. November 1883 1. Theil. Bairisch Crport (dunkel),, ä 15 Pfg. 3MT Brauerei Hl«» st er mann "*E ä 12 Pfg- Vermischte Anzeigen. 7305 Ein Schreinergeselle, welcher sich in allen in seinem Fach vorkommendeii Arbeiten zu helfen weiß, sucht Beschäftigung. W. Bernhardt. „ im Kastbaus-„Zur Stadt Berlin^, Stadt-Theater- Freitag -eu 2. November 1»»^ 5. Vorstellung im 2. Abonnement. CinePhotographieBismarlll's. Schwank in 1 Akt von Rosen. Hierauf: Wenn Frauen weinen. Lustspiel in 1 Akt von A. v- Winterfeld- Zum Schluß: Adelaide* Genrebild mit Gesang in 1 Akt von Dr- Hugo Müller. Anfang 7 (ganz süß) „ 2.50 | Zeden Sonntag eine Nummer von 21/a Bogen oder 20 Seiten größt Folio. Preis vierteljährlich 3 Mark. Mrt P°^usschl^ag reichhaltige und doch erstaunlich billige, illustrirte Familienjournal ladet zum Abonnemeut auf fernen neuen, den s e u n d" zwei^nnserer^erstmr und beliebtesten Erzähler: mit einer tiefcrgreifenden Herzensgeschichte N-ra Sanfettce-vonErnst Eckstein und einer köstlich-humoristischen Hofgeschichte »Hoffarth" von Emil- Erhard, denen eine roc,^rfein eineb‘iri'6e Zahl unterhaltender und belehrender Artikel an aus allen Gebieten Ä* Littratur und Kunst, des wirtschaftlichen und politischen Lebens des geselligen Verkehrs undderMode ^ferner eine Chronik der Zeitereignisse mit Biographieen der hervorragendsten Zeitgenossen. Prächtiger Jllustratrons- Luxnry Ich bemerke noch, daß ich nur die feinsten griechischen Weine importire, des hohen Zolles wegen der Import von billigen Wernen nicht rathsam ist. Carl Schwaab, Delicatessenhandlung. Die Erzeugnisse der Grossh. Hess., Kgl. Preuss. u. Kais. Gestern. Hof-Chocolade-Fabrikanten: Gebrüder Stollwerck in Cöln, Filialen in Frankfurt a, M., Breslau u. Wien, verdanken ihren Weltruf der gewissenhaften Verwendung von nur besten Rohmaterialien und deren sorgfältigster Bearbeitung. Die Orig.- V*- u. ‘/j-Pfund-Packungen sind mit Preisen u. Garantie-Marke (Rein Cacao und Zucker) versehen. Die Fabrik ist brevetirte Lieferantin: 1.1. M.M. des Kaisers Wilhelm, der Kaiserin Augusta, Sr. K. u. K. Hoheit des Kronprinzen, Sr. Kaiser!, u. Königl. apostol. Majestät Franz Joseph, sowie der Höfe von England, Italien, der Türkei, Bayern, Sachsen, Holland, Belgien, Baden, Sachsen-Weimar, Mecklenburg, Anhalt, Rumänien, Lippe-Detmold, Schwarzburg und Schaumburg-Lippe py* 21 goldene,silberne uml browceiie IWledlaiHen. "WA Stollwerck’sche Chocoladen und Cacao’s sind in allen Städten Deutschlands zu haben, sowie an den Haupt- Mainzer Kirchenbau Lotterie. Die Loose zur II. Classe können in der Expedition des Gietzener Anzeigers bis zum 10. November spätestens in Empfang genommen werden. Frima gewaschene Musskohlen, ArrthraeitkohleR vom KohLscheid, Steinkohlen, Braunkohlen und Hol?, Cokes, Nähmaschinen aller Systeme g werden gut und schnell reparirt von Wilh. Graf, Mechaniker, Schloßgasse 17. Vermiethbureau Den verehrten Herrschaften und Dienstsuchenden zur Nachricht, daß ich ein Ver- miethbureau errichtet habe und halte mich unter Zusicherung pünktlichster Bedienung bestens empfohlen. Frau Katharina Schnitze, 7240 Wallthor 53. Pelzwaaren werden nach neuester Mode umgearbeitet, Reparaturen sowie alle ins Kürschnerfach einschlagenden Arbeiten gut und billigst ausgeführt. 7156 Hch, Nübsamen. 7141 Ein stud theol. ertheilt gegen mäßiges Honorar Privatunterricht- Näheres in der Erped. ds. Bl. 7255 Ein braver Junge in die Lehre gesucht. PH. Mootz, Schuhmacher, Neustadt 30- ii ii ii 3 n Personenbillets Kassenpreis G Oualific Beweis Maße p Der sub votiren- Geschäft handgre Verluste Mindest daraus rechter^ hervorrl theile, s alleinsel Vertrag eines K ( stellung unersüll Stamm iziegel. Äusfüh dieses 9 verschiei besten t kontroll werthi« Pretsso wirklich Mission ArbeNe ertheilt, endlich wendig i veransd sind, sc nebst d jede K< einer s wissenti Unfäb'f in Fra Hinsich betrifft, demsell gebung besond« Motivi örtliche dingun die Frl der 8a1 führen, sächlich der Er Schutz 7088 Näher N R empfi, 7125 Ne ohne «öni von l gekrör mit g vielen Ha, insbef Grini beulei nebst Th vereir Schw Wall 72 zu ve Beilage M Nr. 255 des „Gießener Anzeiger". Das Zubmisfionsmesen. (Schluß aus Nr- 253.) EZ liegt aber auf der Hand, daß der Mangel an technischer und finanzieller nual'ficatlon, selbst wenn derselbe offenkundig ist, nur in den wenigsten Fällen unter Nemeis gestellt werden kann- Sodann ist es für den betreffenden Beamten in hohem Mabe peinlich, in einer so delikaten Angelegenheit ein schriftliches Votum abzugeben, srer submitttrende Beamte kann unter solchen Umständen nur für den Mindestfordernden notiren- Die vorgesetzte Behörde aber, welche die moralische Basis des abzuschließenden Geschäfts ebenfalls nicht prüft, nimmt deßhalb keinen Anstand, den sonderbarsten und Kandareiflich falsch calculirten Offerten den Zuschlag zu ertheilen, unbekümmert um die Nerluste, welche dem Submittenten oder dritten Personen hierdurch auferlegt werden. Trotz gegentheiliger Bestimmung der Submtsstonsbedingungen erhält also durchgängig der Mindestsordernde den Zuschlag, und zwar au8 dem alleinigen Grunde, weil er Mindestfordernder ist. Das Bestreben der Submittenten ist daher auch vorwiegend darauf gerichtet, aus dem Termine als Mtndestsordernder hervorzugehen. Die Auf- reckterhaltung reeller Gcschästsgrundsätze, insbesondere das Bestreben auf Schaffung hervorragender Leistungen wird hiermit zur Unmöglichkeit, weil dieselben keinerlei Vor- tbeile sondern nur den Nachtheil verminderter Concurrenzsähigkeit hinsichtlich des alleinseligmachenden Preismtnimums bringen. Demgemäß kann von einem anständigen V-rtragsverhältntß nicht mehr die Rede sein; das Ganze nimmt vielmehr den Charakter eines Kampfes an- Ein weiteres, durchaus unreelles Element liegt in der schablonenartigen Aufstellung der Submisstons-Bedingungen. Die Bedingungen sind nämlich häufig ganz unerfüllbar: E!n ganzer Wald vermag häufig nicht einen bedingungsmäßigen Stamm zu liefern und ein ganzer Ofen enthält häufig nicht einen bedingungsmäßigen siegel. Jeder Submittent muß daher von vornherein darauf rechnen, daß bei der Ausführung an den Bedingungen ein Bestimmtes nachgelassm werde. Die Größe dieses Nachlasses wird von jedem Submittenten je nach dem Maße seiner Rechtlichkeit verschieden kalkulirt. Der rechtliche Concurrent nimmt die Lieferung der ortsüblich besten Qualität tn Aussicht, während der minder rechtliche darauf rechnet, daß der kontrolirende Beamte — da er doch einmal nachgeben muß — sich mit einer minder- werthi«en Qualität begnüge; der unredliche Concurrent befindet sich also bezüglich der Vreisforderung im Vortheil. Bei der heutigen Lage ist die Haltung des Magistrats der Stadt Guben als ein wirklicher Trost zu betrachten. Der Magistrat hat nämlich gelegentlich einer Submission auf Tischlerarbeit diejenigen Offerten znrückgcwiesen, welche die zu vergebenden Arbeiten handgreiflich unter Preis anboten, und denjenigen Submittenten den Zuschlag ertbeilt welche vernunftgemäße Preise sordern. Es ist in hohem Grade erfreulich, daß endlich wieder von einer Behörde die Grundsätze redlichen Geschäftsbetriebs als noth- wendtge Grundlage des Geschäftsabschlusses hingestellt werden. Wenn in einer benachbarten Stadt für die Ausführung einer auf c«. 20,000 X veranschlagten Arbeit Preisforderunaen von ca. 9000 bis 19,000 M. gestellt worden finb so muß man entweder dem Mindestfordernden oder den übrigen Submittenten nebst dem in Frage kommenden Beamtenpersonal einschließlich der Revistonsinstanzen jede Kenntniß deS betreff nden G ichäftszweigs absprechen. Ertheilt die Verwaltung einer solchen mindestfordernden Offerte den Zuschlag, so begeht sie entweder eine wissentliche Beschädigung des Vermögens anderer Personen oder sie besiegelt ibre eigene Unfähigkeit zur Bemtheilung der einschlägigen Verhältnisse. Da der letztere Fall nicht in Frage kommen kann, so verbleibt nur der erstere, dessen Beurtheilung In moralischer Hinsicht dem Leser überlassen bleiben mag. Was nun die Mittel zur Beseitigung oder Milderung der vorliegenden Schäden betrifft so müssen dieselben sich in nachstehend angegebener Richtung bewegen: 1. Der submitirende Beamte muß aus seiner heutigen Nothlage befreit und demselben die Möglichkeit geboten werden, seine wirkliche Meinung bezüglich der V-r- aebung der betreffenden Leistung bei ferner vorgesetzten Behörde auszusprechen. Insbesondere muß demselben zur Ermöglichung einer wirklichen QualisikationSprüfung die Motivirung seines Votums erlassen werden. . 2. Die Submissionsbedingungen müssen den thatsächlichen, insbesondere den örtlichen Verhältnissen entsprechen. Aus strenge Handhabung dieser erfüllbaren Bedingungen ist besonders zu achten. 3 Bei Ertheilung des Zuschlags muß die moralische Basis der Offerte, d, h. die Frage geprüft werden; ,sJst der Submittent bei rationellem Geschäftsbetrieb in der Lage, die ,u vergebende Leistung gegen Zahlung deS geforderten Preises auszuführen ohne sich oder dritte Personen an ihrem Vermögen zu schädigen?" 4. Dem Submittenten muß die U-berzeugung beigebracht werden, daß er that- sächlich den Zuschlag erlangen kann, ohne Mtndestsordernder zu sein. aur Erfüllung der unter 1 und 4 gestellten Bedingungen empfiehlt sich, neben der Erweiterung der B-sugnisse des submittirenden Beamten, eine mit den notbwendigen Schutzmaßregeln versehene Bestimmung, welche den M ndestfordernden grundsätzlich ausschließt. Als Schutz gegen Übermäßig hohe Preissorderung ist diese Bestimmung auch auf den Mindestfordernden auszudehnen. Die Bedingungen unter 2 und 3 sind lediglich technischer Statur und dürften bei der Tüchtigkeit unseres Beamtenpersonals keine erheblichen Schwierigkeiten bieten. Auf diese Weise könnte es gelingen, die Schäden des heutigen Submisstonswesens — welches sich zu einem Appell an die schlechten Instinkte entwickelt hat — zu beseitigen. Wir glauben im Sinne aller Redlichen zu handeln, wenn wir dieselben öffentlich zur Sprache bringen und halten es für eine Pflicht der Gesetzgebung, der Staatsverwaltung und der Presse, auf Beseitigung derselben hmzuwirken. Hoffen wir, daß auch auf diesem Gebiete des öffentlichen Lebens der verderbliche Grundsatz des „laisser faire“ bald durch die Grundsätze der Vernunft und Moral abgelöst und dadurch weiteren Kreisen der Bevölkerung die Möglichkeit ehrbaren Erwerbes erhalten bleibe. ----------LöifMnn - > mm«. . i. i Ult Landwirthschaftliches. Der Anbau der Zuckerrübe. in. Die höchsten Erträge ans Zuckerrüben werden dann erzielt, wenn neben guter Düngung und fonstiger sorgfältiger Cultur dem Landwtrth der Umstand zu gut kommt, daß sich in möglichster Nähe des mit Zuckerrüben zu bestellenden Landes eine Rübenzucker-Fabrik befindet und daß der Landwirth sich als Actionär an Gründung und Betrieb derselben betheiltgen kann- Diese Vereinigung der Rohproduction mit der Fabrikation muß bei Einführung des Zuckerrübenbaues tn erster Lmie anzu- streben fein. „ , Wenn aber in Folge der Ausdehnung des Rübenbaues und der allzu starken Ueberhandnahme der Glündung von Zuckerfabriken die Gefahr nahe liegt, daß alle nicht gut funbhten und richtig geleiteten Zuckerfabriken den voraussichtlichen Schwankungen deS Zuckermarktes und der drohenden ausländischen Concur.enz nicht gewachsen sind, wenn außerdem die der Landwirthschast ungünstigen Zeitverhältnisse cs der größeren Mehrzahl der Landwirthe nicht möglich machen, sich mit Kapital au Gründung einer Zuckerfabrik zu beteiligen, so muß es als ein für die Landwirthschast einer Gegend tn diesen Zesiverhältnissen höchst glückliches Ereigniß betrachtet werden.wenn eine bestehende gut fttuirte Zuckerfabrik das Anerbieten macht, aus eigenen Mitteln eine Zuckerfabrik zu gründen und zu betreiben, sobald nur bet Bedarf an Rüber', zum Betriebe derfelben auf einige Jahre annähernd gedeckt ist- _ Die Zuckerfabrik zu Waghäusel in Baden, eine der ältesten und wohisttuirtesten derartigen Fabriken, hat nun, wie bereits einem großen Theile der in der Nähe der Gießen-Gelnhausener Eisenbahn angefiffenen Landwirthe bekannt ist, das Amrb'.eten gemacht, an geeigneter Stelle in der Nähe von Hungen mit eignen Msiteln ei. e Zuckerfabrik zu erbauen und zu betreiben. Die Fabrik hat in Aussicht genommen, daß die Lieferung der zum Betriebe nöihigen Zuckerrüben der Hauptsache nach aus bet der genannten Gießen Gelnhausener Bahn nahe gelegenen Gegend zu erfolgen habe, daß aber auch aus dem an der Gießen- Fuldaet Bahn sowohl, wie der Main-Weser-Bahn von Gießen aus nördlich gelegenen Gebiet eine Beiheiligung anzuregen sei und es ist damit ein Gebiet abgegrenzt, welchem die Möglichkeit der Betheiligung arr bet Rübenltefetung zur Friedberger Fabrik so ziemlich cnizogen ist. Eine Schädigung der Wetterauer Zuckerfabrik bet Fr-edberg rst danach nicht zu erwarten, wenn die Fabrik bet Hungen zu Stande kommt- Die Bedingungen, unter denen die Waghäuseler Fabrik die Erbauung der Fabrik unternehmen will, sind der Hauptsache nach bereits festgesetzt und schon in zwer zu Hungen stattgehabten Versammlungen von Interessenten aus dem Stande der Landwirthe zur Besprechung und ptincipiellen Annahme gekommen. Die definitive Fesi- stellung derselben wird tn letzter Hälfte des Monats November d. I. erfolgen, nachdem die Verbandlungen zwischen den Aciianären der Waghäuseler Fabrik und der zum Betrieb der Angelegenheit ernannten Commission von Interessenten der Gegend zum endlichen Abschluß gekommen fein werden. — Mit Ende November d. I. wird also den Landwirthm des tn Frage kommenden Thesis der Provinz Oberhessen die Gelegenheit gegeben sein, durch Betheiligung an der Rübenlieferung das Unternehmen der Gründung einer Zuckerfabrik bei Hungen zu sichern- — Es gilt alsdann, alte Vor- urtheile abzuwerfen und d-m vortbeilhaften Angebote die Hand zu bieten- Würden b-e Landwirthe unserer Gegend in Verkennung ihrer höchsten Interessen entweder bmcb Ablehnung jeder Betheiligung, ober durch ungenügende Zeichnung von Rübenboden die Gründung der projectirten Fabrik unmöglich machen, so würben sie voraussichtlich für alle feiten auf bie Wohlihaten und Vortheile zu verzichten haben, welche die Einführung des auf eine zu gründende Zuckerfabrik zu basirenden Zuckerrübenbaues, wie schon früher nachgezeigt wurde, in hohem Maße zu bieten geeignet ist- In einem weiteren Artikel werden wir die bi§ jetzt für Gründung der Faorik vereinbarten Bedingungen veröffentlichen und dann eine nähere Beleuchtung derselben eintreten kaffen- __________L_|__j_ujjumJBm——ujiiii !ii!,ii i I niiiinniirnrTininiiirir~~i Aeikgeöotenes. 7088 Ein Porzellanofen zu verkaufen. Näheres in der Exped. ds- Bl.__ Vorzügliches Mainzer Sauerkraut, sauere Gurken. Neue holl. Bollhäringe, do. marinirte, Rollmöpse empfiehlt Carl Hosch, 7125 28 Soimenstraße 28- Derkesserte Theerseife, ohne den lästigen Theergeruch, aus der Königl. Bayer. Hofparfümeriefabrik von C. D. Wunderlich, Nürnberg, preisgekrönt B- Lds--Ausst-1882. Seit 19Jahren mit größtem Erfolg eingesührt und von vielen Aerzten empfohlen gegen Hautausschläge aller Art. insbesondere gegen Hautjucken, Flechten, Grind, Kopf- und Barifchuppen, Frostbeulen, Schmeißfüße und Krätze, b 35 nebst Anweisung. Theer - Schwefelseife, vereinigt die vorüglichen Wirkungen des Schwefel und Theer- d 50 bei Heinr. Wallach in Gießen-_____6759 7283 Ein Hausen guter Pferdemist zu verkaufen im „Darmstädter Haus". Allgemeiner Anzeiger. Eisengiesserei k Wangenfabrik von Carl Schenck, Darmstadt. , . . m Drcimal- Fuhrwerks- y unb waagen. j g X Centclimal- Viehwaagen. Zangen m Elsen. Butter- MUch- waagen. waagen. Dertreter für Gberhessen: A. Buch in Düngen. Prospekte gratis und franko. 4782 " Berns!.- iiihI Wintersaison. Sämmtliche Neuheiten in Knöpfen, Treffen, Sammtband, neueste Franzen, Chenillie- und Perlenbesatz, Spitzen und Ornaments sind eingetroffen, und empfiehlt zu sehr billigen Preisen 6626 Robert Ha«, Wollene Hemden, Unterjacken, Unterhosen, Socken, Leibbinden e'c. empfiehlt in allen Größen und Weiten 6253 SB Ri’lbsatnen. I>r. Paieisoti’s 6519 Gichtwatte, bestes Heilmittel gegen Gicht und Rheumatismen aller Art, als: Gesichts-, Brust-, Hals- unb Zahnschmerzen, Kopf-, Hand- und Fußgicht, Gliederreißen, Rücken- und Lendenweh. [H- 62371] In Packeten zu 1 M. und halben zu 60 bei Herrn Heinrich Wallach. Meinen feinschineckenden rohen Kaffee pr. Pfd. 1 M. sowie rein und kräftig schmeckenden gebrannten von M. 1—1.60 erinnere empfehlend. 7080 Chr. Wallenfels. Br e n n holz beste Qualität. . per Mtr Ctr. Tannenholz geschnitten . gehackt . ■ ■Jl. 700 „ 8.00 „ 9.00 „ 1.20 Buchenholz • • . „ „ „ 1.20 (Bei 10 Ctr- frei ins Haus geliefert.) 7051 *ndr, Euler. Nordanlage 5. ; : ■ - f-x I WM MU OsKM Zß7 raSMi b»m ati’MÄf isffeW#5 MW Alle 14 Tage ein Heft von 5 Bogen oder 40 Seiten größt Folio. Mit vielen prachtvollen Lllustrationen. Preis mir 50 Pfg. Allgemeine Illusteirte Zeitung. Sechsnnvzwanrigster Jahrgang. 1883 schmuck ziert jede Nummer- . All' dieses bietet „Neber Land und Meer", seinen Abonnenten für nur 3 Mk. vierteljährlich oder für nur 50 Pfg. pro Heft. So vereinigt „Neber Land und Meer" Gediegenheit, Schönheit und Reichhaltigkeit mit äußerster Billigkeit- Abonnements nehmen alle Buchhandlungen, alle Journal-Expeditionen und alle Postanstalten entgegen- Jeden Sonntag eine Nummer von 21/a Bogen oder 20 Seiten größt Folio. Preis vierteljährlich 3 Mark. Mit Postaufschlag Mk. 3.50. Dieses große, schöne, überaus reichhaltige und doch erstaunlich billige, illustrirte Familienjournal ladet zum Abonnement auf seinen neuen, den sechsundzwanzigsten Jahrgang ein. .. Derselbe wird eröffnet durch zwei unserer ersten und beliebtesten Erzähler: nut einer tiefergreifenden Herzensgeschichte ^Nora Sanfelice" von Ernst Eckstein und einer köstlich-humoristischen Hofgeschichte »Hoffarth* von Emile Erhard, denen eine Reihe weiterer vorzüglicher Romane und Novelle» folgen werden. An diesen reichen belletristischen Inhalt schließt sich eine große Zahl unterhaltender nnd belehrender Artikel an aus allen Gebieten des Wissens und Schaffens, der Literatur und Kunst, des wirthfchaftlichen und politischen Lebens, des geselligen Verkehrs und der Mode; ferner eine Chronik der Zeitereignisse mit Biographieen der hervorragendsten Zeitgenossen. Prächtiger Jllustrations- Flaschenbier per Vi Flasche 21 M - Vi „ II „ empfiehlt Carl Hofch, 7126 28 Sonnenstraße 28. 7058 Kreuz 6. ♦?: Thee. la schwarze Theefpitzen, pr. Pfd. 2 JL, la Souchon, pr. Pfund 2,75 ff. la Peekoe Sonchona, pr. Pfd. 4 JL, ” hochf. la Peckoe-Blüthen, pr. Pfd. 5 M., ’ la Imperial grün Perl, pr. Pfd. 3 Jt., in neuester Ernte empfiehlt H. P. Hassauei:, Cognac| ‘Deutsches ‘Product der ßxpoit- Sonip. |. ©ctitfcftcit >uc, elColit a. cRf.., garantirt frei von jeder künstl. Essenz, rein- schmeckendu. von feinem Aroma, ist ganz bedeutend billiger als franz. Er^eugniss gleicher Qualit. Vorräthig überall in den besten Geschäften der Branche; weitere Verkaufsstellen werden soliden W i e d e r v e r- käufern übertragen. 37oo . Die Erzeugnisse der Grossh. Hess., Kgl. Preuss. u. Kais. Gestern. Hof-Chocolade-Fabrikanten: Gebrüder Stollwerck in Cöln,i Filialen in Frankfurt a M., Breslau u. Wien, verdanken ihren Weltruf der gewissenhaften Verwendung von nur besten Rohmaterialien und deren sorgfältigster Bearbeitung. Die Orig.- Vt- u. ^-Pfund-Packungen sind mit Preisen u. Garantie-Marke (Rein Cacao und Zucker) versehen. Die Fabrik ist brevetirte Lieferantin: l.l. M.M. des Kaisers Wilhelm, der Kaiserin Augusta, Sr. K. u. K. Hoheit des Kronprinzen, Sr. Kaiserl. u. Königl. apostol. Majestät Franz Joseph, sowie der Höfe von England, Italien, der Türkei, Bayern, Sachsen, Holland, Belgien, Baden, Sachsen-Weimar, Mecklenburg, Anhalt, Rumänien, Lippe-Detmold, Schwarzburg und Schaumburg-Lippe. 21 goldene,silberme ir»d broncene SiedaiOest. Stollwerck’sche Chocoladen und Cacao’s sind in allen Städten Deutschlands zu haben, sowie an den Haupt- Bahnhof-Buffets, durch Depot-Schilder kenntlich In Giessen bei Louis Fronhäuser, F. 0 Henzerling, Carl Hoffmann, Conditor H. Kinkel, H F. Nassauer, Carl Schwaab und Georg Wilh. Weidig. In Allen do rf a. d. bei Apotheker R. Welker. In Lieh bei H. C. Bingmann 7311 Griechische Weine. Von der Firma EL A. Toovle in Cephalonia. mit dem Allein-Verkauf ihrer vorzüglichen Weine betraut, offerire ich hiermit Mount Enos Rombola Alter Moscato . - . Süßer Moseato . . . Corinthen Auslese Malvasier . . Lnxury ...... per Fl. Jt. 1.80 (herb) „ „ ,, 2.— (halbsüß) „ „ „ 2.20 (süß) „ „ » 2.301 „ „ „ 2.40) (ganz süß) „ n „ 2.50) Ich bemerke noch, daß ich nur die feinsten griechischen Weine importire, des hohen Zolles wegen der Import von billigen Wemen nicht rathsam ist. Carl Schwaab, Delicatessenhandlung. da Herr Wilh. Wenzel hier unterhält ebenfalls Lager von diesen Weinen und werden solche auch im Glas bei demselben verabreicht. 3231 Mainzer Kirchenbau-Lotterie. Die Loose zur II. Classe können in der Expedition des Gießener Anzeigers bis zum 10. November spätestens in Empfang genommen werden. Prima gewaschene Nusskohlen, Arrthraeitkohlerr wu Mohlscheid, Steinkohlen, Braunkohlen und Koh, Cokes, empfiehlt (7185) Emil PistOFi flöonnement8=(tonccrtp. Hierdurch erlaubt sich die Kapelle des 2. Großh. Heff. Inf.- NegiruentS Nr. 116 (Großherzog) zu den bisher üblichen Winter -Abonnements - Concerten ganz ergebenst einznladen. Die Concerte finden im Wenzel' schen Saalbau statt und wird der Anfang derselben durch den „Gießener Anzeiger" bekannt gemacht. Der Preis für die 6 Abonnements-Concerte beträgt: Familienbillets bis zu 4 Personen ä Jt. 7.— n ir ii '1 n ii ii 6. Personenbillets 2.20 Kaffenpreis „ „ —.50. Die Liste circulirt und liegt außerdem noch an der Kasse zum Abonniren bereit. Die Kapelle des 2. Groffh. Hess Inf-Kegts. Kr. 116. 7242 Krauße, Kapellmeister. J-b zahle für alte deutsche Postcouverts mit eingeprägten Marken (a. o Jayc-o 1852—1866) wie: Thurn und ToxiS, Baden, Hannover, Preußen, Braunschweig. Mecklenburg, Oldenburg, Lübeck, Bremen, Hamburg, von S Pfennig bis z« 20 Mark per Stück je nachdem bte Couverts selten und gut erhalten sind. Auch kaufe ich Briefmarken obiger Länder. Baarzahlung sofort nach Erhalt- Heinrich Horstmann, Verleger deS „General-Anzeiger" in Frankfurt a. M. 6632 Warme Bäder bei Andr, Euler, Nordanlage 5 täglich int Winter geöffnet an Wochentagen von Morgens *1 Uhr bis Abends 8 Uhr, „ Sonntagen „ „ *1 „ „ Mittags 1 Uhr. Die Zellen sind durch Dampf geheizt. Verschiedene Salze, Mutterlauge und Bade-Extracte sind in der Bade-Anstalt zu haben. Abonnements werden jederzeit angenommen. 7050 7081 Dampfräumen). Condensattonstöpft Patent Klein (zum automatischen Entwässern von 500 Stck. an eine einzige Fabrik geliefert. Klein, Schanzlin & Becker, Frankenthal (Rheinpfalz). Vermischte Anzeigen. 7275 Unterricht in einfacher und doppelter Buchhaltung, kaufm. Rechnen, sowie in en gl. und franz. Sprache wird billigst ertheilt. Bahnhofstraße 6, 3- St. Nähmaschinen aller Systeme | werden gut und schnell reparirt von Wilh. Gros, Mechaniker, Schloßgasfe 17. Vermiethbureau. Den verehrten Herrschaften und Dienstsuchenden zur Nachricht, daß ich ein Vermiethbureau errichtet habe und halte mich unter Zusicherung pünktlichster Bedienung bestens empfohlen. Frau Katharina Schultze, 7240 Wallthor 53. Pelzwaaren werden nach neuester Mode umgearbeitet, Reparaturen sowie alle ins Kürschnerfach einschlagendcn Arbeiten gut und billigst ausgeführt. 7156 Hch. Nübsameu. „ 7141 Ein stud theol. ertheilt gegen mäßiges Honorar Privatunterricht- Näheres in der Erped. ds. Bl. 7255 Ein braver Junge in die Lehre gesucht. Ph. Mootz, Schuhmacher, ___Neustadt 30- 51 Ankauf von Lumpen, Knochen, Papier und alten Akten. Louis Rothenberger,, Neuenweg 22. Verantwortliche Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr- Ehr. Pietsch) in Gießen.