Ur. 124. Samstag den s Juni 1888. Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Bttteaut Schulstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des MautagtS. PreiA vierteMhrkich 2 Mark 20 Pf. mit BringerlsHn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Marl 50 Pf. ^M»WMW»W«W>WWWMIWWWWWWWMW»WWWWWWMW« Politische Ueberskcht. Gießen, 1. Juni. Die Frühjahrs-Besichtigungen der Garde-Truppen, denen der Kaiser seit seiner Rückkehr aus Wiesbaden täglich beiwohnte, haben mit der großen Frühjahrsparade in Potsdam am 30. Mai ihr Ende erreicht. Die nächsten zwei Wochen gedenkt der Kaiser in seinem Sommerschlosse Neu-Babelsberg zu verbringen und sich dann nach Bad Ems zu begeben. Wahrscheinlich wird sich auch in diesem Jahre an den Aufenthalt in Ems die gewohnte Nachkur in Gastein schließen, doch sind hierüber zur Zeit noch keine bestimmten Dispositionen getroffen. Die Prinzessin Marianne der Niederlande, eine nahe Verwandte des preußischen Königshauses — sie war die Tochter des Königs Wilhelm der Niederlande und der Königin Wilhelmine, Schwester Königs Friedrich Wilhelm III. — ist am Dienstag auf Schloß Reinhardtshausen bei Erbach im Rheingau im Alter von 73 Jahren gestorben. Die gegenwärtig herrschende, schon ganz sommerliche Temperatur macht ihren Einfluß auch allmälig unter unsern Reichsboten geltend, denn mehr und mehr lichten sich die Reihen des Reichstages und selbst die definitive Beschlußfassung über eine so wichtige Vorlage, wie sie das Kranken- kassen-Gesetz ist, mußte wegen der Beschlußunfähigkett des Parlamentes aus voriger Woche in diese verschoben werden. Glücklicher Weise hat sich die erwähnte Calamität bei der am Montag begonnenen dritten Lesung der Novelle zur Gewerbeordnung bei keiner Abstimmung gezeigt, im Gegentheil waren die Bänke verhältnißmäßig gut besetzt. Ain genannten Tage führte wiederum § 33a der Novelle, der „Tingel>Tangel-Paragraph", zu einer längeren Discussion, welche damit endete, daß § 33a mit verschiedenen unerheblichen, von liberaler Seite beantragten Abänderungen angenommen wurde. Zu § 33b (Concession für die Musik-Ausführungen von Haus zu Haus, auf Straßen und Plätzen) hatte Abg. Ackermann (conserv.) beantragt, den Concessionszwang auch aus die Darstellungen in öffentlichen Localen auszudehnen, doch wurde dieser Antrag mit 153 gegen 129 Stimmen abgelehnt. Am Dienstag setzte das Haus die Specialberathung der Gewerbeordnungs-Novelle bei § 33c (Tanzlustbarkeiten) fort. Der genannte Paragraph bestimmt, daß es hinsichtlich der Tanzlustbarkeiten bei den landesrechtlichen Verordnungen sein Bewenden haben solle, wozu von den Abgg. Richter-Hagen, Büchtemann und Genossen ein Antrag vorlag, die Beschränkung der Tanzlustbarkeiten für einzelne Volksklassen als unzulässig zu erklären und Unterscheidungen zwischen Gastwirthen derselben Gemeinde bezüglich der Concessionsertheilung nicht zu machen. Es entwickelte sich über diesen Antrag eine äußerst lebhafte Debatte, in welcher die provocirende Redeweise des Abg. Richter-Hagen von verschiedenen Rednern scharf getadelt wurde. Das Haus lehnte schließlich beide Theile des Richter'schen Antrages ab und nahm § 33c nach den Beschlüssen der zweiten Lesung an. Bei § 35 (Tanz-, Turn- und Schwimmunterricht) fand der Antrag Ackermann, welcher die Versagung des Gewerbebetriebs schon wegen Unzuverlässigkeit des betr. Gewerbetreibenden fordert, im Gegensatz zu den hierzu gefaßten Beschlüssen zweiter Lesung die Zustimmung des Hauses. Die Berathung über die übrigen Paragraphen der Gewerbeordnungs-Novelle setzte der Reichstag am Mittwoch fort, während er noch am Dienstag den Nest der dritten Lesung des Krankenkassen-Gesetzes in einer Abendsitzung erledigte, und zwar durchaus nach den Bestimmungen der zweiten Lesung. Das Krankenkassen-Gesetz tritt mit dem 1. December 1884 in Kraft; die Schlußabstimmung über das ganze Gesetz selbst wurde aber noch verschoben. Das preußische Abgeordnetenhaus hielt am Dienstag eine Sitzung ab, in welcher der Gesetzentwurf, betr. die neue Subhastationsordnung, in dritter Lesung mit großer Majorität angenommen wurde; auch der Gesetzentwurf über die Gerichtskosten bei Zwangsvollstreckungen fand en bloc die Genehmigung des Hauses. Die Mittwochs-Sitzung war als ein „Schwerinstag" der Erledigung von Petitionen und Anträgen gewidmet. Ueber den Inhalt der päpstlichen Antwort auf die letzte preußische Note vom 5. Mai ift noch immer nichts Genaueres bekannt, doch lassen einzelne Andeutungen hierüber vermuthen, daß man im Vatikan an die Fortsetzung der bisherigen „dilatorischen" Methode denkt, womit aber die preußische Regierung schwerlich einverstanden sein wird. In Oesterreich haben jetzt, nach Schluß des Reichsrathes, die Landtage der Kronländer zum Theil ihre Thätigkeit wieder ausgenommen. In dreser Woche sind die Landtage von Salzburg, Steiermark, Schlesien und Nieder- Oesterreich zusammengetreten, während in Böhmen, Galizien, Tvrol, Kram und Kärnthen zunächst Neuwahlen stattzufinden haben. In Böhmen stehen sich Deutsche und Czechen, in Kram und Kärnthen Deutsche und Slovenen, in Galizien Polen und Ruthenen, in Tyrol Liberale und Klerikale im Wahlkamps gegenüber. Daß derselbe sowohl in Böhmen wie in Kram und Kärnthen zu Ungunsten der Deutschen enden wird, kann schon jetzt als gewiß betrachtet werden und somit entreißt die slavische Hochfluth in Oesterreich dem Deutschthum einen Stützpunkt nach dem andern. Für Frankreich hat die Tongking-Frage durch die Niederlage, welche der französischen Truppenabtheilung unter Oberst Riviere jüngst vor Hanoi (Tongking) von anamitischen und chinesischen Banden bereitet wurde, plötzlich eine ernste Gestalt angenommen. Die Katastrophe von Hanoi hat in Frankreich eine um so schmerzlichere Bewegung hervorgerufen, als sie gänzlich unerwartet gekommen ist und allerdings trifft nun die französische Regierung in aller Eile die umfassendsten militärischen Vorkehrungen, um den Flecken, welchen die Waffenehre Frankreichs im fernen Osten Asiens erhalten, wieder abzuwaschen, wenn aber diese Vorkehrungen zwei Monate früher irfis Werk gesetzt worden wären, so hätte sich die Niederlage überhaupt nicht ereignet. Unter dem Ein- drncke dieser Schlappe ist nun die französische Regierung genöthigt, die Tongking- Expedition zu beschleunigen, deren Ausgang aber immer zweifelhafter erscheint. Mit dürren Worten hat die chinesische Regierung erklärt, daß sie sich zwar nicht in die Angelegenheiten zwischen Frankreich und Anam mischen wolle, daß sie aber unter keiner Bedingung die Besitzergreifung Tongkings durch die Franzosen dulden werde. Es bedeutet dies einfach den Bruch zwischen China und Frankreich, da die Tongking-Expedition gerade die definitive Annexion Tongkings bezweckt und da bereits eine Armee von 60,000 Mann unter dem Oberbefehl Lehung-Chang's in den südlichen Provinzen Chinas zusammengezogen wird, so scheint ein kriegerischer Zusammenstoß zwischen Frankreich und dem „himmlischen Reiche der Mitte" kaum mehr abwendbar. Die Tongking-Expedition wird übrigens von den Engländern mit unverhohlenem Mißfallen betrachtet, denn es ist ihnen unerträglich, daß sich jetzt auch einmal eine andere Macht aus fremdem Boden festsetzen will, welches Privilegium England bekanntlich allein zu besitzen glaubt. Die Verhältnisse in Irland scheinen jetzt endlich normalere werden zu wollen. Im vergangenen April zählte man nur einen Gewaltakt gegen die Person — Durchprügelung eines Gerichtsbeamten — 17 Vergehen gegen fremdes Eigenthum und 53 Drohungen, zumeist durch anonyme Briefe; auch im Monat Mai sind keine schwereren agrarischen Ausschreitungen vorgekommen. Wenn man bedenkt, daß sich noch vor wenig Monaten die Mordthaten und Mordanfälle allein nach Dutzenden anführen ließen, so ist eine Besserung in den Zuständen auf der „grünen Insel" allerdings unverkennbar und wird dieselbe hoffentlich noch weitere Fortschritte machen. m. Darmstadt, 31. Mai. Die heutige Sitzung der zweiten Kammer findet unter dem Vorsitze des zweiten Präsidenten Muhl statt. Es tft eine Petition der Direclion der Spar- und Leihkasse zu Laubach in Betreff des Art. 11 des Emkommen- Tteuergesetzes eirgdaufen. Es folgt die Specialberathung des Gesetzesentwurfes, die allgemeine Einkommensteuer betreffend. Die Artikel 1—3 des Gesetzesentwurfs werden ohne Debatte einstimmig angenommen. Art. 4 lautet: „Aktiengesellschaften und Commandirgesellschaften auf Actien unterliegen hinsichtlich der Überschüsse, welche auf Acttenziehen oder Dividenden, gleich- viel unter welcher Benennung, unter die Mitglieder verthetlt oder zur Bildung von Reservefonds oder zur Schuldentilgung verwendet werden, als solche der Einkommensteuer. — Den Vorständen der Actiengesellschaften, als deren gesetzlichen Vertretern, liegt es ob, auf Verlangen der Steuerbehörde über das Einkommen der Gesellschaften vollständigen Aufschluß zu ertheilen." Der Ausschuß beantragt Annahme. — Abg. Böhm beantragt: „Die Ausführung des Art. 4 zu sistiren, so lange nicht im Königreich Preußen die Actiengesell- schaften mit ähnlichen Steuern belegt werden." — Abg. Kugler beantragt in erster Linie Strich des Art. 4, eventuell zwischen den Worten „hinsichtlich der" und „Ueberschüsse" einzuschalten „in ihren inländischen gewerblichen Niederlassungen erzielten". — Abg. Falk beantragt Einfügung folgender Bestimmung als Absatz 2: Das Einkommen einer Actiengesellschaft wird derart zur Steuer beigezogen, daß 11 pCt. des Gesammterträges das Stcuerkapiial bilden." — Abg. Diehl ist gegen Art. 4, weil er eine Auswanderung der Actiengesellschaften aus Hessen befürchtet. — Präsident Kugler begründet seinen Antrag eingehend unter Hinweis auf die principiellen Bedenken, welche der Besteuerung der Actiengesellschaften gegenüberstehen und darauf, daß es sich hier vorzugsweise nur um bte gemeinnützigen Unternehmen der Hessischen LudwigSbahn und der Darmstädter Bank handeln könne. — v. Wedekind beantragt in dem Artikel Strich der Worte „gleichviel unter welcher Benennung unter bte Mitglieder verthetlt oder" und Zusatz der Worte „und nicht unter die Mitglieder verthettt" zwischen die Worte „verwendet" und „werden". — Abg. Tecklenburg ist für den Antrag Böhm, indem er es als ein Unrecht bezeichnet, die ausländischen Actionäre einer Besteuerung zu unterwerfen. — Abg. Wolfs kehl führt aus, die principiellen Bedenken des Abg. Kugler werden von Männern der Wissenschaft nicht getheilt- Bezüglich des gefürchteten Wegzugs der Bank für Handel und Industrie bezieht sich Redner auf seine Ausführungen in der Generaldebatte und erklärt sich im Uebrigen mit dem eventuellen Antrag Kugler einverstanden, ist jedoch gegen die Anträge v. Wedekind und Falk, gegen welch letzteren er namentlich einwendet, daß die große Kapitalmacht der Actiengesellschaften eine Anwendung der Progression gerechtfertigt erscheinen lasse. — Abg. Osann ist für Art. 4 mit dem eventuellen Antrag Kugler und hält eine Vorlage über die Behandlung der neuen Steuerkspitalien für die Eommunalumlagen für nothwendig. — Ministerial- präsident Schleier mach er sagt in letzterer Beziehung ein Jnsbenehmentreten mit dem Staatsminister zu und erklärt sich im Uebrigen mit dem Eventualantrag Kugler, als der Intention der Regierung entsprechend, einverstanden. F l k empfiehlt seinen Antrag unter Hinweis auf die vielen kleinen Besitzer von Actten. — Die Abgeordneten Schröder, Maurer und Dittmar treten entschieden für Art. 4 der Vorlage ein, Letzterer namentlich mit der Bemerkung, daß es der Landesvertretung nicht würdig sei, bet Berathung eines Gesetzesartikels zu frag n, wie derselbe von einer einzigen Gesellschaft ausgenommen werde. — Schaum ist für Art. 4, ebenso Metz, ber ben Eventualantrag Kugler empfiehlt. - Präsident Äug Ier erwidert dem Abg^Dittmar, daß die fragliche Gesetzesbestimmung eigentlich speciell für die Darmstadter Bank und die Hess. Ludwtgsbahn gemacht sei. , m rn Ein Antrag auf Schluß der Debatte wird angenommen. Nach kurzer Befür- Wortung feines Antrages Seitens des Abg. Böhm und einem Schlußworte des Re- ferenten Möllinger welcher pure Annahme des Art. 4 empfiehlt, wird dieser Artikel vorbehältlich der Abstimmung über bte Amenbements gegen 4 Stimmen (v. Jungen- felb Jockei Kugler und Diehl) angenommen. — Der Eventualantrag Kugler wird mit 23 gegen 20, der Antrag Falk gegen 7 ber Antrag v. Webekinb gegen 1 unb ber Antrag Böhm gegen 7 Stimmen abgelehnt. Die Art. 5—10 geben zu principiellen Debatten keinen Anlaß unb werden meist Art 11 des Gesetzesentwurfs lautet: „Zum Zwecke der Beschaffung des vollständigen Materials für die Veranlagung der Einkommensteuer sind, auf Verlangen der betreffenden Bürgermeisterei ober ber Localsteuerbehörde zur Auskunftsertheilung in allen ihnen bekannten, die Einkommensteuerpflichtigkeit berührenden Beziehungen die Besitzer der bewohnten Gebäude oder deren Stellvertreter hinsichtlich der Bewohner derselben, die HaushaltungSvorslände hinsichtlich der zu ihrem Haushalt gehörigen Personen und die Gewerbtretbenden, sowie alle sonstigen Arbeitgeber hinsichtlich der bei ihnen beschäftigten, wenn auch anderwärts wohnenden Personen verpflichtet. — Dte Arbeitgeber ohne Ausnahme sind namentlich verbunden, auf Verlangen der Bürgermeisterei oder der Steuerbehörde dte Gehalte ihrer Beamten, sowie Löhne und sonstigen Bezüge der bet ihnen beschäftigten Personen, ferner eintretenden Falls abgesondert den Anschlag für Kost und Wohnung vollständig anzugeben. - Dte Vorstände der Sparund Leihkassen und ähnlicher Institute sind gehalten, der Steuerbehörde auf Verlangen über die Einlagen bestimmter, seitens der Steuerbehörde namhaft zu machender Personen Auskunft zu erlheilen." Hierzu beantragen dte Abgg. Molltnger, Theobald, Osann und Wolfskehl: A. zu Absatz 1: zu streichen dte Worte: „zur Auskunftserthetlung in allen ihnen bekannten die Einkommensteuerpflichtigkett berührenden Beziehungen"; einzuschalten vor „verpflichtet" die Worte: „zur Beantwortung bestimmter durch Formular vorgeschrtebener, auf dte Einkommensteuerpflichtigkett der betreffenden Personen sich beziehender Fragen, jedoch nur insoweit, als den Befragten dte einschlägigen Verhältnisse aus eigener Wahrnehmung bekannt sind." B. zu Absatz 3: an Stelle des Wortes „sind" zu setzen: „dagegen sind nur". Abg. Böhm beantragt Strich der Worte im ersten Absatz: „und die Ge- w erbtreibenden, sowie alle sonstigen Arbeitgeber hinsichtlich der bet ihnen beschäftigten, wenn auch anderwärts wohnenden Personen", ferner Strich der Absätze 2 und 3. Dte Abgg. Lautz und Grünewald beantragen Strich des Absatzes 3. Abg. Reinhart ist .für den Antrag Böhm, weil durch diesen GesetzeSarttkel das seither bestandene gute Verhäitntß zwischen Arbeitgebern und Arbeitern untergraben werde. — Lautz hebt für dte Aufhetzung des Abs. 3 insbesondere das Interesse der so überaus wohlthätig wirkenden Spar-und Lethkassen hervor. — Miniftertairath Müller erklärt sich Namens der Regierung mit dem Antrag Lautz, sowie mit den Anträgen Möllinger und Genossen einverstanden, hält jedoch den Antrag Böhm für zu wett gehend, da es sich lediglich um Ermittelung der Wahrheit handle. — Wolz theilt dte Befürchtungen deS Abg.Lautz nicht, während sich Möhn den AusführungenReinhart's anschließt. — Abg. Wasserburg ist für Beibehaltung des Abs. 3, um nicht in den Sparkassen für Diejenigen ein Asyl zu schaffen, welche ihr Einkommen und Vermögen der Besteuerung entziehen wollen. — Nach einer kurzen Befürwortung seines Antrags Seitens des Abg Böhm wird dte Debatte wegen vorgerückter Tageszeit abgebrochen. Fortsetzung derselben morgen Vormittag 9 Uhr. Telegraphische Depeschen. Wolsf'S telegr. Correspondenz-Bureau. Berlin, 31. Mai. In seiner heutigen Sitzung nahm der Reichstag das Krankenkassengesetz in Schlußabsttmmung mit 216 gegen 99 Stimmen an. Die Sozialisten hatten, einer vor der Tagesordnung von dem Abg. Dietz abgegebenen Erklärung gemäß, dagegen gestimmt. Dte SS 5v und 57 der Gewerbenovelle wurden unverändert angenommen. Zu S 57 (Versagung des Wander-Gewerbschetns) werden zwei Abschwächungs- Anträge Baumbach's angenommen. Zu S 57b wurde ein Antrag Baumbach-Schalscha mit großer Majorität angenommen, wonach die Zuchthaus- oder Gefängnißstrafe, auf Grund deren der Wandergewerbeschein versagbar ist, wegen ehrloser Verbrechen, Sttt- ltchkettsvergehen, Diebstahl verhängt sei und mindestens 3 Monate (anstatt 6 Wochen) betragen muß. Ein Antrag Ackermann, wonach der Wanderschein zu versagen ist, wenn der Nachsuchende nicht genügend für Unterhalt und Unterricht seiner Kinder gesorgt hat, wurde mit 169 gegen 143 Stimmen angenommen. — Das Abgeordnetenhaus nahm in zweiter Lesung den Gesetzentwurf, 6etr. die Landesbank in Wiesbaden, unverändert an. Minister v. Puttkamer bekämpfte den Zusatz der Commission auf Einführung persönlicher Bürgschaft neben hypothekarischer Sicherheit, sodann wurde dte 2. Berathung des Schuldbuch-Gesetzes begonnen und der erste Paragraph angenommen. — In der gestrigen Commissionsberathung des Milttärpensionsgesetzes äußerte der Kriegsminifter als seine persönliche Meinung, daß er das Gesetz auch mit dem Amendement Bennigsen - Hammer für unannehmbar halte. Einen Beschluß habe der Bundesrath zu treffen, dem er nicht vorgreifen wolle. Potsdam, 31. Mai. Die heutige Parade der Potsdamer Garnison vor Ihren Majestäten war vom herrlichsten Wetter begünstigt und verlief in der glänzendsten Weise. In der Parade standen: Das 1. Garderegiment z. F., in welches Prinz Friedrich Leopold und der Erbgroßherzog von Baden einge- treten waren, das Garde-Jäger-Bataillon, das Lehr-Jnsanterie-Bataillon und die Unterosficier-Schule, das Regiment Gardes du Corps, das 1. und 3. Garde- Ulanen- und Garde-Husaren-Regiment. In letzterem hielt Prinz Wilhelm unter den Stabsosficieren am rechten Flügel. Beim Vorbeimärsche cotoyirte Se. K. K. Hoheit der Kronprinz das 1. Garde-Regiment. Se. Maj. der Kaiser, in vollster körperlicher Frische, war mit der Kaiserin Vormittags halb 11 Uhr von Berlin mittelst Extrazuges eingetroffen. Ihre Maj. die Kaiserin wohnte mit Ihrer K. K. Hoheit der Kronprinzessin und deren Töchtern, der Prinzessin Wilhelm und den Prinzessinnen Friedrich Karl und Friedrich von Hohen- zollern von den Fenstern der etrurischen Kammern im Stadtschlosse aus der Parade bei. Neuwied, 31. Mai. Die Königin von Schweden ist heute Nachmittag zum Besuch der fürstlichen Familie hier eingetroffen, dieselbe wurde auf dem Bahnhofe vom Prinzen von Nassau, der Königin von Rumänien, der Fürstin und der Fürstinmutter von Wied empfangen. London, 31. Mai. Von Paris wird hierher gemeldet, m Kairo werde ein anonymes Circular verbreitet, worin von einer sog. patriotischen Liga die Rede ist, welche die Fremden vertreiben und anläßlich des Jahrestages des Bombardements von Alexandrien eine Manifestation veranstalten wolle. Unter den Eingeborenen herrsche große Aufregung. — Selbstverständlich wird diese Nachricht hier als eine lediglich aus die Beeinflussung der Börse berechnete Sensations-Nachricht betrachtet, wie wir im Laufe der letzten acht Tage deren ähnliche zu verzeichnen hatten, als: Explosion im Cabinet der Kaiserin in Petersburg, Giftmordversuch auf den Kaiser Alexander, Erkrankung des Kaisers Wilhelm, bedenkliche Verschlimmerung des Gesundheitszustandes des Fürsten Bismarck und Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen Frankreich und China. Mo-kau, 31. Mai. Se. Königl. Hoheit Prinz Albrecht von Preußen hat Moskau gestern Abend 11 Uhr verlassen. — Heute findet die Übertragung der kaiserlichen Regalien aus dem Thronsaal in die Rüstkammer statt, dann in Granowitaja Palata ein Festbanket für die Geistlichkeit und die Mitglieder beiderlei Geschlechts der ersten zwei Rangklaffen. Am Abend veranstaltet der Moskauer Adel einen Ball. Warschau, 31. Mai. Der Generalgouverneur von Warschau, General Albedinsky, ist heute Morgen 8 Uhr gestorben. New.Uork, 31. Mai. Bei der durch den falschen Lärm über das Einbrechen der neuen Brücke zwischen hier und Brooklyn entstandenen panikartigen Verwirrung haben, wie weiter verlautet, 12 Personen das Leben ein- gebüßt, 26 andere wurden mehr oder weniger schwer verletzt. L o ka l t 4 non Gestern Abend wurde ein Knecht der Actienbrauerei im Stall X 'Bfcrbe Sachlagen und dadurch schwer verletzt. Der Verunglückte wurde zur Klinik verbracht und ist ihm, wie wir hören, das Schlüsselbein sowie die Kinnlade, zerschmettert. Vermischtes. Frankfurt a. M-, 31. Mai. Die Deutsche Nähmaschinenfabrik, vormals Jos. Wertheim in Bornheim, ist heute Mittag zum großen Theil ein Raub der Flammen geworden. Die beiden Hauptflügel sind völlig ausgebrannt, die Mauern derselben zum Theil zusammengestürzt. Das Quergebäude, in welchem die Kessel und Maschinen stehen, ist bis auf das Dach, welches vom Feuer beschädigt wurde, unversehrt geblieben. Als das Feuer bemerkt wurde, suchten die Arbeiter, die von allen Seiten herbeieilten, desselben Herr zu werden, ohne daß, wie es scheint, die Berufsfeuerwehr sofort benachrichtigt worden ist. Wenigstens erschien erst eine halbe Stunde nach Ausbruch des Feuers unsere Berufsfeuerwehr, der aber in Folge deS mangelnden Wassers — es befinden sich in der Nähe der Fabrik nur zwei Hydranten — ein kräftiges Einschreiten sehr erschwert wurde. Später erschien die inzwischen alarmirte freiwillige Feuerwehr, eine Menge Gießfässer mit Wasser gefüllt fuhren heran und so herrschte denn bald auf der Brandstätte, die von Tausenden von Menschen umlagert war, eine fieberhafte Thätigkeit. Viel war da aber nicht mehr zu retten. Durch den hölzernen Verbindungsgang hatten sich die Flammen dem zweiten Flügel der Fabrik mitgetheilt und vernichteten innerhalb weniger Stunden das ziemlich leichte Mauerwerk detz Gebäudes. Namentlich wagte sich kein Mensch in die brennenden Gebäulichkeiten hinein, aus denen die Flammen haushoch emporloderten und deren Mauern hier und dort krachend zusammenstürzten. Das Quergebäude gelang es, wie gesagt, fast unversehrt zu erhalten, indem man es mit dem verfügbaren Wasier überschüttete und zeitig die Zugänge vermauerte. Letzteres war kein kleines Stück Arbeit in der unmittelbaren Nabe der Flammen, unter zusammenftürzevdem Gebälk und Mauerwerk und sprühendem Funkenregen. Gegen 3 Uhr gelang es endlich, des FeuerS Herr zu werden. Die Gebäulichkeiten sammt Inhalt sind beim Deutschen Phönix hier versichert. Die ein- tretende Betriebsstörung ist ein harter Schlag für das Unternehmen, daS übrigens, rote man uns mitgetheilt, im alleinigen Besitz des Herrn Wertheim ist. Mehr als 450 brave Arbeiter sind auf längere Zett brodlos geworden. ES war ein recht trauriger Anblick, wie die Arbeiter, nachdem sie sich vergeblich abgemüht, den Brand zu löschen, in dichten Reihen mit vielen ihrer herbeigeeilten Frauen und Kinder schweigsam, trüben Angesichts die ausgebrannte Stätte umstanden, die ihnen seither reichlichen und sicheren Verdienst gegeben hatte. (F. I.) Hersfeld, 28. Mai. Heute fand dahier der 21. Verbandstag der hessischen Vorschuß- und Credit-Vereine statt. Im Anschluß an den bereits im vorigen Jahre zu Friedberg gefaßten Beschluß, einen Verbandsrevisor anzustellen, wurde nach längerer Berathung Verbandsdirector Diehls (Kassel) mit der Revision der einzelnen Vereine betraut. Die weiteren Verhandlungen erstreckten sich besonders auf folgende, den einzelnen Vereinen vorgelegte Fragen: Besitzt der Verein Hypotheken? Beleiht derselbe Kaufschillinge? Genießen die Vorstandsmitglieder aus der Vereinskasse Credtt? Zum nächstjährigen Versammlungsort wurde Nauheim bestimmt. Handel und Verkehr. Gießen, 29. Mai. Auf den heutigen hiesigen Viehmarkt rourben aufgetrieben: 1056 Stück Rindvieh und 1428 Stück Schweine. Die Preise aller Viehgattungen, namentlich bei Schweinen, waren bedeutend niedriger als auf den vorhergehenden Märkten. Nächster Markt Dienstag den 19. und Mittwoch den 20. Juni d. I., am letzten Tage auch Krämermarkt. Witterungskunde.*) 2. Juni. Die Lage vom 1. Juni entwickelt sich deutlicher, frühmorgens trüb, bedeckt, regnerisch und verhältnißmäßig kühl, dann strichweise etwas aufgebessert, auf Mittag zu Haufenwolken oder Haufenschtchtwolken, Nachmittags besser, Abends bedeckt, bis zu Niederschlägen, Nachts, auch abgesehen von der mangelnden Insolation, kühler; namentlich im südlichen Deutschland wird das Temperaturminimum jetzt und in den folgenden Tagen stark herabgehen. Winde in Mittel-Eurapa frisch bis stark, örtlich stürmisch. Nach Osten und Norden zu ist es mehr gewitterhaft, nach Westen und Süden zu mehr allgemein bedeckt mit Niederschlägen. 3. Juni. Bet Sonnenaufgang kühl, schleierig, nachher zunehmend bedeckt bis regnerisch, Nachmittags aufgebessert bis ziemlich heiter. Die Abkühlung spät Abends laßt Niederschläge erwarten; dazu sind die Winde, in Nordeuropa Nordwest, in Mitteleuropa West bis Südweft, stark bis stürmisch, nach Osten zu sind Gewitter und Graupelböen zu erwarten, nach Süden zu starke Niederschläge. Die Wasserstände werden steigen in Mittel- und Westeuropa. Im Allgemeinen ist das Wetter kühl, windig, Regenschauer mit Sonnenblicken wechselnd. 4. Juni. Frühmorgens noch kühl, im günstigen Falle matt sonnig, nachher bedeckt, auf Mittag zu Haufenschichtwolken, Nachmittags aufgebessert bis ziemlich heiter, Nachts Niederschläge bei herabgehender Temperatur, Winde noch stark böig, zum Theil stürmisch, abwechselnd aus Südwest und Nordwest. Im Allgemeinen ist das Wetter in Mitteleuropa namentlich nach Süden zu kühl und regnerisch, nach Osten und Norden zu noch gewitterhaft. Auf Höhenlagen ist selbst leichter Schneefall nicht ausgeschlossen. Die Wasserstände steigen. *) Aus Dr. L. Overzier's Wetter-Prognose für den Monat Juni, abgeschlossen am 15. Mai (Verlag der M. Lengfeld'schen Buchhandlung in Köln, Preis 1 J4). — Nachdruck verboten. Kirchliche Anzeigen der Stadt Gieße«. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst r Sonntag den 3. Juni (2. nach Trinitatis). Vormittags 9V2 Uhr: Pfarrer Dingeldey. Nachmittags 2 Uhr: Pfarrer Schlosser- Kinderkirche: Vormittags 11 Uhr, Pfarrer Schlosser. . c Katechlsmuslehre für die neuconfirmirten Realschüler findet um halb 9 Uhr rn der Stadtkirche statt. Die Katechismuslehre für die neuconfirmirten Mädchen findet in der Friedhofkapelle Nachmittags 2 Uhr statt. Am Sonntag, den 10. Juni, wird das heil. Abendmahl gefeiert werden- Die Beichte findet am Tage zuvor, Nachmittags 2 Uhr, statt. Die Pfarrge schäfte in der Woche vom 3. bis 9. Juni besorgt Pfarrer Drngeldey. Katholische Gemeinde. . 3. Sonntag nach Pfingsten- m (Fest des h. Bonifacius, Patrons der Pfarrkirche.) .. Von 6 Uhr an: Beichte. 7 Uhr: Frühmesse und Austheilung der h. Commumon. V2IO Uhr: Hochamt und Festpredigt. 2 Uhr: Festandacht Nach dem Gottesdienst Collecte, deren Ergebniß für bedürftige katholische Gemeinden an Orten mit vorwiegend protestantischer Bevölkerung bestimmt ist. Freitag den 8. Juni. „ . o Großes Gebet. Um V28 Uhr: Hochamt. Nachmittags 6 Uhr: Schlußandacht mit Tedeum. Gottesdienst in der Synagoge. n5“«,1?8 ÄL7'5 U6r- Samstag Morgen 8 Uhr, Samstag Mittag 4 Uhr, Samstag Abend 8w Uhr. Wafferwärme der Lahn. Am 1. Juni, Mittags zwischen 11 und 12 Uhr: + 15»/.o R-, Luftwärme 4-21°^- L. Ehr. Rübsamen. OerheMe Clftndahnen. ctn Gemäßheit des vom Bundesrath in seiner Sitzung vom 31. März d. Js auf Grund des Art. 45 der Reichsverfassung gefaßten Beschlusses ift mit dem 1. Ma: d. I. eine Aenderung des $ 45, Absatz 1 des Betriebs-Reglements für die Eisenbahnen Deutschlands eingetreten. Nähere Auskunft ertheilen unsere Güterexpedrtionen. Gießen, den 26. Mai 1883. 3797 Grotzh Direktion. 300 340 4780 2930 790 veranschlagt zu sollen auf dem Wege einer allgemeinen 4515 2400 2110 4300 5030 1400 3700 750 Dachdeckerarbeit, Schreinerarbeit, Schlosserarbeit, Glaserarbeit, Weißbinderarbeit, 'M. 33130 ir fr ri if ii ii H II II ff II beiten, wie: Maurerarbeit, veranschlagt zu Lieferung und Verlegen einer Jsolirschicht, veranschlagt zu Lieferung und Verfüllen von Schlackensand, veranschl. zu Herstellung von Betongewölben und Cementfußböden, veranschlagt zu..... Steinhauerarbeit Loos I (Moellons piquöes und Treppen), veranschlagt zu . . . . Loos II (Glatte und pro- ftlirte Arbeit), veranschlagt zu .... Zimmerarbeit, veranschlagt zu Arbeitsvergebung. Die zur Erweiterung des Provinzialarresthauses dahier nothwendigen Ar- Spenglerarbeit, Pflaster- und Chaussirarbeit, Submission vergeben werden, wobei jedoch die freie Auswahl unter sämmt- lichen Submittenten ausdrücklich Vorbehalten bleibt. Pläne, Voranschläge und Bedingungen liegen vom 4. bis zum 9. Juni, Vormittags 10 Uhr, in unserem Bureau zur Einsicht offen, in welchem Termine die Eröffnung der eingelaufenen Anerbieten in Gegenwart der Interessenten stattfinden wird. Die Anerbieten, welche sich auf einzelne Arbeiten, auf eine Gruppe derselben oder auf das Ganze erstrecken fünnen, sind verschlossen und mit den entsprechenden Aufschriften, aus welchen die Art der Arbeit oder Lieferung zu erkennen ist, versehen bis dahin bei uns einzureichen. Voranschlagsauszüge können gegen Erstattung der Copialien bezogen werden. 3585 Gießen, den 23. Mai 1883. Größherzogliches Kreisbauamt Gießen. I. V.: Dr. Hesse, Bau-Accessist. Samstag den 2. ds. Mts, Nachmittags 2 Uhr, werden in der F l e t t' scheu Hofraithe dahier 1 Kleiderschrank, 1 Tisch, 8 Bilder, 1 Wanduhr, 1 Glasschrank, 2 Sopha, 1 Nähmaschine, 1 Spiegel rc., 1 Karren öffentlich meistbietend gegen Baarzahlung versteigert. Gießen, den 1. Juni 1883. Bühner, 3800_________Großh. Gerichtsvollzieher. Montag den 4. Juni, Morgens 10 Uhr, soll in der Wohnung der Chr. Eise- sellrr! Wwe. zu Hattenrod wegen Ableben ihres Mannes sämmtliches Schreinerwerkzeug nebst einer Quantität Eichen- und Tannen-Bohlen versteigert werden. 3799 Gefrorenes täglich in verschiedenen Sorten empfiehlt "die Conditorei von Heinrich Kinkel, -3633 Marktstraße. Allgemeiner Anzeiger. Holzversteigerung in -er Oberförsterei Schiffenberg. Donnerstag den 7, L sollen in der Abtheilung Stempelschlag versteigert werden: 6 Rm. Eichenschäl-Knüppel, 3330 Wellen „ Reisig, 231 Stück „ Derbstangen mit — 2.48 Fstm. 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Juni: 3790 Gutbesetzte Tanzmusik, wozu ergebens! einladet Für Schneider. Einen tüchtigen Arbeiter, sowie einen Lehrling sucht 3792 I. Becker, Bahnhofstraße 8. Auf Veranlassung mehrerer Herren berichte ich hierdurch über den Bruch meines Gebotes auf die Festhalle beim Turnfest. Es war am Tage nach der Submissionseröffnung, als am Morgen der Vorsitzende des Wirthschaftscomites zu mir kam und mir das Resultat der Submission mittheilte- Er sei ferner beauftragt, mich zu fragen, ob dies Gebot mein wirklicher Ernst sei, weil es ein überhohes wäre. Ich antwortete ihm: Jawohl. Mit verschiedenen, mich nicht beirrenden Redensarten empfahl er sich. Ich hörte später von einem Mitglied des fraglichen Comitä's, daß der Herr Vorsitzende gar nicht befugt gewesen sei, allein, sondern mit noch zwei anderen Herren Näheres mit mir zu besprechen. Ferner wurde mir von einem Mitglied des großen Comics ebenfalls das Herz erschwert und mir empfohlen, mein Gebot zurückzunehmen und ein geringeres Gebot einzureichen, was zulässig sei, denn es sei Niemand an sein Gebot gebunden. Hierauf begab ich mich zu dem Herrn Vorsitzenden des Wirthschaftscomites und brachte diesem vor, daß ich Willens wäre, ein Nachgebot einzureichen, worauf mir sofort Tinte, Feder und Papier zur Seite stand und mir Anleitung zum Nachgebot ertherlt wurde. Warum sollte ich als Geschäftsmann nicht damit einverstanden sein wenn ich statt ,5500 jl nur 2500 JL zu bezahlen brauchte? Daraufhin war am selben Abend noch Sitzung des Wirthschaftscomites, in welcher meine Submission dahin auf: Maßt wurde, daß mein erstes Gebot durch das nachfolgende aufgehoben sei, Nach geböte ledoch nicht angenommen werden könnten. — Ein Jeder mag urtheilen. 3793 _______________Otto Luft. Ball für Israeliten. Montag den 11. Juni findet im „Gasthaus zum Löwen" IS AUE statt, wozu freundlichst einladet 3794 Butzbach.Das Comite. Ankunft in Gießen von: Frankfurt 1", 813, 9^*, 1141 115* 2" 430, 715, 836*, 1045 1212*. ' Marburg 624, 721. Cassel 2zG, 513*,810*, 1129 429 gs * n s, Wetzlar 7z0,85, 94o, hbi 12* 416 432 gL 910*, 11'20, 12t*. ' ' Ems-Coblenz 94U, i2*/4ie ßss 940 121*, Deutz 115t, 43« 1420, ' ' ' Fulda 8'0, 240, 429# 10 Gelnhausen 9^, 33\ ß56. Nidda 630, 920, 335 eso. * bedeutet Schnellzug. Die fetten Ziffern die Nachtstunden. Gg, Wüh, Weidig, 3548 Ein gut erhaltenes Tafelclavier preiswürdig zu verkaufen bei Conrad Eienz, Garnbach. Eisfchränke in schöner Auswahl empfiehlt 3319 A. Hrölf Seltersweg. 3592 Ein Haus mit schönem Laden, inmitten der Stadt gelegen, ist zu verkaufen durch I. Blitz. Bad- u. Abreibe-Tücher empfehlen 3702 Gebrüder Scheel. Zither, gut erhalten (fast neu), billigst abzugeben. Näheres bei der Exped. ds. Bl. 3624 3728 Der 2. Stock ist zu verrniethen. 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