1883 Samstag den 1. December Mr. 280 Erscheint täglich mit Ausnahme deS Montags. Dttreaur Schulstraße 7. zsaeocEE 'S SS iebeneu irgeit 4 Um M- I r l zu feiner Dank aus. Beamten, |o treulich - V\ betn M Ab <846 lStht, Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Poft bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Telegraphische Depeschen. Woisf'S teie ar. Corrcspo«drnz-Br»rea«. Berlin, 29. November. Der Staatsminister Bötticher ist Nachmittags nach Friedrichsruhe abgereist. . London. 29. Nov. Gestern Abend wurde hier em Franzoie verhaftet, welcher mit dem wegen Besitzes von Erplostonsstoffen verhafteten Wolff in Beziehung stand. London, 29. November. Bei der heutigen Verhandlung gegen Wolff und den Franzosen Bondurand vor dem Polizeigericht in Bowstreet erklärte der Staatsprokurator die beiden Verhafteten nicht beschuldigt, als Mandatare einer politischen Gesellschaft die Herbeiführung einer Explosion gegen die deutsche Bot- schäft beabsichtigt zu haben, sondern vielmehr des Complottes zu dem Zwecke, die Polizei von einer angeblich beabsichtigten Explosion in Kenntniß zu setzen, um für die diesbezüglichen Mittheilungen dann eine Belohnung in Anspruch zu nehmen. 3 sibonnemtnt. <***& ,.Brau^ ssamMmDriz ; fleuftatt lö. _ SÄ1 15, mtitlJtoL ot -er Slyiuek- N) istE ||gpetrUll. rgehk»d!, tüi". । i«ir(fer6W Mim««' dir W-d^. Politische Ueberficht. Gießen, 30. November. Der Kaiser empfing am Dienstag das Präsidium der Abgeordneten- Hauses und drückte hierbei seine volle Befriedigung über die auswärtige Lage und namentlich über die glückliche Regelung des deutsch - russischen Verhältnisses aus. Das preußische Abgeordnetenhaus hat am Dienstag nach zweitägiger Debattejdie erste Lesung des Etats zu Ende geführt. Wie üblich, so wurden auch diesmal allerhand Dinge in die Debatte hineingezogen, welche gerade nicht in eine Budgetdebatte gehören. So schweiften die Redner des Cenlrums, die Herren Windthorst, v. Schorlcmer-Alst und Mooren immer wieder auf das längst ab- gearaste Gebiet des Culturkampfes ab und der letzgenannte Abgeordnete verlangte geradezu die unbedingte Aufhebung der Culturkampfes im Sinne des Centrums. Im Uebrigen halten die klerikalen Redner an dem Budgetentwurf des Finanzministers Scholz vielerlei auszusetzen und auch Rickert von Seiten dec Secessionisten und der fortschrittliche Abg. BUchtemann griffen den Budgetentwurf lebhaft an, wobei Herr Rickert zugleich die gesammte Wirlhschaftspolitik des Reichskanzlers abfällig kritisirte, während Herr Büchtemann sich mehr gegen das Eisenbahn.Systeni der preußischen Negierung wendete. In etwas gemäßig- tcrer Form opponirte Abg. v. Benda (nat.-liber.) gegen das Finanz-Expofö de» Herrn Scholz und erklärte, er und seine Freunde könnten nicht für preußische Bedürfnisse „einen Wechsel auf das Reich ziehen." Unbedingte Zustimmung fanden die Ausführungen des Finanzministers von Seiten des conseruativsn Führers v. Minnigerode, welcher sich namentlich befriedigt über die günstige Finanzlage Preußens aussprach. Ihm secundirte am Dienstag sein Fractions- College Prof. Wagner, welcher u. A. auch die Kapital-Rentensteuer energisch vertheidigte und bemerkte, es könne sich hierbei nur um eine stärkere Heran- Ziehung des beweglichen Vermögens handeln, welches gegenüber dem Grundbesitz «in Vortheil sei. Die Bauern litten nicht durch landwirthschastliche Schutzzölle, sondern durch jüdische Auswucherung. Weiter sagte Wagner, bezugnehmend auf «ine Bemerkung Schorlemer'S, es sei „verdammte Pflicht und Schuldigkeit" der Katholiken, das Vaterland im Nothfalls zu vertheidigen und forderte schließlich das HauS auf zur Bildung zweier Parteien, einer rechten, welche Bismarck folge, und einer secessionistifch-fortschrittlichen. Nach einigen Schlußbemerkungen des Finanzministers wurden wie gewöhnlich verschiedene Theile des Etats der Budqetcommission überwiesen; am Mittwoch begann das Haus die erste Be- rathung der Vorlage, betr. die Verstaatlichung weiterer Privatbahnen. Die Spannung zwischen Magyaren und Kroaten wird demnächst äußerlich wieder ausgeglichen sein. Der osficiöse „Pesti Naplo" meldet auf das Bestimmteste, daß die Ernennung des FeldzeugmeisterL Philippovics -um Bonus von Kroatien in diesen Tagen erfolgen und daß dann gleichzeitig auch der Ausnahmezustand in Kroatien solle aufgehoben werden. Die Er- nemlung Philippovics zum BanuS (Statthalter) von Kroatien bedeutet einen offenbaren Rückzug der ungarischen Regierung in der kroatischen Frage, denn Philippovics hat die Uebernahme dieses Postens von gewißen Zugeständnissen der Pesther Regierung abhängig gemacht. Ob nun hiermit aber alle Differenzen zwischen Ungarn und Kroatien für die Zukunft beseitigt sind, ist noch sehr zweifelhaft. der Conflict mit China jetzt mehr wie je auf der politischen Tagesordnung. Die kriegerischen Anwandlungen und unter» sch edlichen Drohungen, in denen sich die chinesische Regierung Frankreich gegenüber gefällt, lassen^ eine Lösung der Tongkingsrage durch das Schwert nicht unwahrscheinlich erscheinen, zumal die französische Regierung fest entschlossen ist, es aus'-s Aeußerste ankommen zu lassen. Um allen Eventualitäten zu begegnen, sollen demnächst abermals Verstärkungen nach Tongkmg in der Hohe von 5400 Mann abqehen. Ferner hat der Conseilpräfident Ferry >m Laufe der Bllathung über das Budget, welche am Montag von der Deputirteukammer bcadnucn worden ist, eine weitere Erhöhung der Creditvorlage für Tongkmg beantragt ^Daß die ursprünglich für diesen Zweck geforderten 9 Mill Frcs. von der Kammer bewilligt werden, unterliegt feinem Zweifel und glaubt man, daß dieselbe auch einem Nachtragskredit zustimmen werde. — .,n der fungsten 0 ' HO. , 1 ,, F,10- W. ...rill«™ dieser Position ihre Angriffe gegen das Cabinei de Pretis eröffnen. Kennev der italienischen parlamentarischen Verhältniffe behaupten, daß die Opposition hierbei ein glänzendes Fiasko machen würde. Die gesammte Presse Madrids und des übrigen Spaniens, soweit sie nicht im Dienste des Radikalismus steht, äußert sich fortgesetzt sehr sympathisch über den deutschen Kronprinzen. Mit besonderer Genuglhuung heben die Blätter hervor, daß der Kronprinz, wie aus seinen Aeußerungen her- vorgehe, ein lebhaftes Interesse für Spanien und das spanische Volk bekunde- Das Madrider Journal „Union" sagt, die Persönlichkeit des deutschen Kronprinzen mache einen tiefen Eindruck auf die Bevölkerung. Er erscheine als die Verkörperung hohen militärischen Ruhmes und der Größe des erlauchten Hohen- zollernhauses, berufen, dereinst eine große Rolle in der Politik Europas zu spielen. Man darf wohl annehmen, daß diese Aeußerungen den Gesinnungen des überwiegenden Theiles der spanischen Bevölkerung durchaus entsprechen. Am 26. November 1783 verließen die englischen Truppen auf immer New-Dork und wurde die hundertjährige Wiederkehr diefes für die Union denk- würdigen Tages am Montag in New-Dork durch einen großartigen Umzug zu Lande und Parade der Schiffe gefeiert. Am Abend sand aus gleichem Anlaß die Enthüllung Der Washington-Statue statt. Mohammed Achmet, der Mahdi oder „falsche Prophet", i,i heute der unbestrittene Herrscher des Sudans. Nur die eigenlliche Hauptstadt des Sudans, die wichtige Handelsstadt Khartum, ist noch in den Händen der egyptischen Truppen, aber schon die nächsten Tage können uns die Nachricht bringen, daß die fanalisitten und siegberauschten Schaaren des Mahdi in Khartum einge- zoaen sind. In Kairo herrscht begreiflicherweise große Bestürzung, zumal auf die' eingeborenen egyptischen Truppen kein Verlaß mehr ist. Es wird dem Khedive nichts übrig bleiben, als die Hülfe der Engländer, wie s. Z. gegen Arabl Pascha, so jetzt gegen den „falschen Propheten" in Anspruch zu nehmen. Dessen Ansehen unter der ganzen muselmännischen Bevölkerung Egyptens ist aber durch seinen Sieg über Hicks Pascha gewaltig gestiegen, sodaß die Engländer kein leichtes Spiel mit ihm haben dürften. Darmstadt, 29. November. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 17. Novbr. dem Steuercommissär des Steuercommiflariats Offenbach Steuerrath Johannes Heinrich Balzer das Ritterkreuz 1. Klaffe des Verdienst- Ordens Philipps des Großmüthigen, dem Gefangenwärter am Haftlocale zu Reinheim Johannes Heinrich Kleinschmidt das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: „Für 50jährige treue Dienste", am 19. Novbr. dem Second-Lieutenant im 3. Infanterie-Regiment (Leib- Negiment) Nr. 117 Hermann Schimpfs II. und dem Second-Lieutenant im 4. Infanterie-Regiment (Prinz Karl) Nr. 118 Wilhelm Weinert das Ehrenzeichen für Verdienste während der Waffersnoth 1882/83 und am 22. Novbr. dem kaiserl. und königl. öftere. Hauptmann a. D. Friedrich Heyer v. Rosenfeld das Ritterkreuz 2. Klaffe des Ludewigs-Ordens — zu verleihen. — Se Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 17. Novbr. Den außerordentlichen Professor Dr. Johs. Schmidt zu Halle zum ordentlichen Professor in der philosophischen Fakultät der Landes- Universität, insbesondere für das Lehrfachs der klassischen Philologie, zu ernennen und in der gedachten Eigenschaft zu berufen. rr Darmstadt, 29. Novbr. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: r. . Am 18. Novbr. dem Protokollisten und Regrstratur-Gehulfen ber dem Oberconsistorium Emil Gerhardt den Charakter als „Buchhalter", am 28. Novbr. dem Maler August Becker zu Düsseldorf den Charakter als „Professor" zu verleihen. 9*4*. IO15-1' , 11 ***** Lehrer-Conferen; des Conferenzbezirks Gießen: Mittwoch den 5. December, Vormittags 10 Uhr, in Gießen; des Conferenzbezirks Lich-Hungen: Donnerstag den 6. December, Vormittags 10 Uhr, in -ich. Gießen, den 29. November 1883. Büchner, Kreisschulinspector. — Die Gerichtsverhandlung in Bowstreet gegen Wolff und Bondurand wurde aus 8 Tage vertagt. — Das Gerücht, daß ein Eisenbahnunfall bei Wolverhampton stattgefun- den habe, bestätigt sich nicht. Es sind allerdings einige Holzbalken in böser Absicht auf die Schienen gelegt worden, dieselben wurden jedoch rechtzeitig bemerkt und fortgeschafft. Wenn man hierbei von einem aus Gladstone beabsichtigten Attentate spricht, so ist zu bemerken, daß Gladstone sich nicht in dem Zuge befunden hat. Madrid, 28. November. Der Kronprinz stattete gestern Mittag dem König seine Gratulation zum Geburtstage ab und überreichte als Geschenk eine Broncestatur dcS Großen Kurfürsten. Heute, zum Hochzeitstag, wird der Kronprinz der Königin als kaiserliches Geschenk 4 prachtvolle Basen überreichen. Morgen dintren der König und der Kronprinz bet Graf Solms. — Die Mitglieder des Bureaus der Rechtsakademie beschlossen, dem Kron- Prinzen für die Kronprinzessin ein Album mit Emzetchnungen aller Mitglieder der Akademie zu überreichen. — Zum gestrigen Geburtstage des spanischen Königs sandte der deutsche Kaiser ein Glückwunschtelegramm, worin er seine Freude und feinen Dank für den herzlichen Empfang des Kronprinzen ausdrückte. — Der Kronprinz besuchte noch das naturhiftorische Cabinet und die Akademie der schönen Künste. Dem abendlichen Empfang und Concert wohnten 2000 Personen dei, darunter die höchsten Würdenttäg er und verschiedene politische Größen. Die Stadt war glänzend tllumttrtrt. Die Jagd in Casacampo bet Madrid ist auf den Freitag verschoben. ES verlautet, der Kronprinz wohne auch der Enthüllung des Denkmals Jsabclla's der Katholischen bei. — Der Kronprinz besuchte auch den päpstlichen NuntiuS und den ConseilS- präsidenten. — Bet der gestrigen musikalischen Soiree im Köntgßschloß unterhielt sich der Kronprinz längere Zett mit Canoöas und Sagasta. — DaS Comite der Rechtsakademie beschloß, zum Andenken an die Theil- vahme des Königs und des Kronprinzen an der jüngsten Feier eine Medaille prägen -u lassen. — Die Commission des m litärischen Vereins ernannte sämmtliche Officiere im Gefolge des Kronprinzen zu Ehrenmttglredern und stellte dem General Blumenthal die betreffenden Diplome zu. Für die neuen Ehrenmitglieder wird eine Festlichkeit vorbereitet. — In dem GeburtstagSglückwunsch-Telegramm deS Kaisers Wilhelm an König Alsons heißt es: „AIS Andenken an den Aufenthalt Ew. Majestät in Preußen habe ich meinen Sohn, den Kronprinzen, beauftragt, daß er Ihnen heute das Netterstandbtld deS großen Kurfürsten überreiche, jenes Helden, der die Grundlagen zur Wohlfahrt meines Hauses und meiner Familie begonnen. Ich erlaube mir gleichzeitig, meinen ganzen tiefgefühlten Dank für die Art und Weife auszudrücken, wie Ew. Majestät meinen Sohn auSzuzetchnen geruht, der mich bet Ew. Majestät vertritt, da meine vorgerückten Jahre mir nicht erlauben, persönlich den angenehmen Besuch zu erwidern, dess.n Andenken sich immer unter uns erhalten wird. Die Nachrichten, welche ich täglich von Madrid erhalte, beweisen, biS zu welchem Grade Sie dem Kronprinzen Ihre Sympathien zu widmen geruhen, denen die Freundschaft glctchsteht, welche ich Ihnen sür meine Lebensdauer gewidmet habe." — Die Zeitungen veröffentlichen den Wortlaut deS Glückwunsch-Telegramms deS deutschen Kaisers an König Alfons. „Imperial" sagt, der Kaiser drückte sich sehr herzlich, ohne die Formalitäten, an die man in ähnlichen Fällen gewöhnt ist, auS. ES sei nicht möglich in würdigerer, klarerer Weise Wünsche kundzugeben, als durch den erhabenen Begründer der deutschen Einheit für das Wohlergehen des Königs und die spanische Nation geschehen. Letzteres sei sehr dankbar für den Beweis einer so besonderen Auszeichnung, di- ihr durch den Kaiser zu Theil geworden. — An dem heutigen Dejeuner auf der deutschen Gesandtschaft nahmen auch daS diplomatische Corps, die Minister des Auswärtignr, sowie die Municipalität von Madrid Theil. Es wird zu Ehre« des Kronprinzen eine große Festlichkeit vorbereitet, woran der König und di: Königliche Familie thettnehmen werden. — Der Kronprinz besuchte heute abermals bte Gemäldegallerie, woselbst er 2 Stunden verweilte. — An daS Diner in der deutschen Gesandtschaft schloß sich ein Empfang an. Karthagena, 29. November. Im militärischen Casino fand gestern Ahend ein Fest statt, zu dem die Officiere des »Prinz Adalbert" und der „Sophie^'geladen waren. Das Reichsgesetz, betreffend die Krankenversicherung der Arbeiter, vom 15. Juni 1883. Der wesentl'che Inhalt dieses wichtigen Gesetzes läßt sich in folgenden Sätzen kurz zusammenfassen: Das Gesetz geht davon aus, daß der Arbeiter und seine Familie durch Krankheit und daraus hervorgehende Erwerbsunfähigkeit am häufigsten in Notb versetzt werden. Die wirthschaftltchen Nachtheile, welche sich daran anreihen, können in würdiger und ausreichender Weise nur durch Versicherung der Arbeiter gegen Krankheit und damit zusammenhängende Erwerbsunfähigkeit abgewendet oder gemildert werden. Die Versicherung muh unter staatlicher Autorität und unter Bctheiligung der Arbeitgeber herbeigefüh't werden. Aus der Nothwendigkeit der Versicherung ergibt sich das Bedlttsniß, sie überall zu erzwingen, wo der Zwang angezetgt und durchführbar Ist. Das Gesetz hat daher den gesetzlichen Versicherungszwang (§ 1) für fast alle tn dauerndem Arbeitsverhältnttz stehenden Arbeitern in der Industrie, dem Handel und dem Handwerk, für welche der Zwang angezeigt und durchführbar er- schent, aufgestellt, sowie bte Möglichkeit eines statutartschen Versicherungszwanges (S 2) für solche Kategorien, für welche jene Voraussetzungen, wie es unter Anderm bet btn Arbeitern der Land- Und Forstwirthschaft und bet den Hausindustriellen der Fall ist, nicht allgemein, sondern nur unter besonderen örtlichen Verhältnissen vorhanden stnd, zugelassen. Während das Gesetz aber Zwang anordnet, läßt es innerhalb desselben den Versicherungspflichtigen freie Wahl. Von dem Eintritt in die für sein Gewerbe errichtete Kasse kann sich jeder Versicherungspflichtige dadurch befreien, daß er einer die Mindestleistungen gewährenden eingeschriebenen oder freien Hülfskosse beitritt. In erster Reihe wird die gegenseitige, auf Selbstverwaltung beruhende Krankenversicherung der Berufsgenossen in corporattoen Verbänden angestrebt. Zur Durchführung derselben werden die bestehenden Knappschaftskassen (§ 74), die für Gesellen und L'hrltnge der Jnnungsmitglttder errichteten, durch das Reichs- gesetz vom 18. Juli 1881 neu geregelten Jnnungskrankenkassen (§ 73), und die aus freien Vereinigungen der Arbeiter hervorgegangenen Hülfskassen ohne Bettrittszwavg (§ 75), welche entweder etngeschrtebene Hülfskassen nach Maßgabe des Reichs- gesetzes vom 7. April 1876 oder freie, auf Grund landesgesetzlicher Vorschriften errichtete Hülfskassen sind, bestimmt. Versicherungspflichtige, welche einer dieser Kossen nicht angehören, sind in locale, möglichst die nämlichen Berufszweige enthaltende Krankenkassen etnzutheilen. Zu diesem Zwecke werden neben den oben erwähnten Kassen Orts Krankenkassen (§ 16) und Betriebs-Krankenkassen (§ 59) eingerichtet. Ortskrankenkassen werden für die in einzelnen Gemeinden oder Bezirken beschäftigten Versicherungspflichtigen hergestellt. Für jeden Gewerbszweig soll, soweit dies ohne Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit möglich ist, eine Krankenkasse für die Berufsgenossen bestehen. Doch können auch mehrere Gewerbszweige in einer Kasse vereinigt werden. Betriebs-(Fabrik-)Krankenkassen, wie sie schon vielfach bestehen, sollen für die Arbeiter je eines größeren Unternehmens eingerichtet sein. Endlich ist noch die Möglichkeit gegeben, für die Arbeiter bei größeren Bauten Baukrankenkassen einzurichten. Für alle versicherungspfltchtigen Arbeiter, welche einer bisher genannten Kosse, also einer Knappschafts-, Jnnungtz-, eingeschriebenen Hülfskosse, freien Hülfskosse, Orts-, Betriebs- oder Bau-Krankenkasse nicht angehören, tritt die Gemeinde-Krankenversicherung ein (8 4 rc.). Die Gemeinde- Kranker. Versicherung, keine besondere Krankrnkasse, sondern eine Einrichtung der Gemeinde, tft für olle Gemeinden, soweit n-d)t für bte Versicherungs- Pflichtigen emderwett gesorgt wird, obligatorisch. Jede Geme'Nde ist unmittelbar kraft des Gesetzes und ohne daß die Betheiltgten oder d>e Behörde die Errichtung derselben beschließen müssen, verpflichtet, jedem tn ihrem Bezirk« beschäftigten, dcm Krank n- versicherungszwange unterworfenen Arbeiter, welcher keiner der organisuttn Krankenk. ssen zugewiesen werden kann, für den Fall der durch Krankheit bedingen ErwerbSnnfähig- keit eine nach Höhe und Dauer gesetzlich bemessene Unterstützung zu gewähren. Für diese Verpflichtung steht ihr das Recht zu, einen gesetzlich bemessenen Versicherungsbeitrag zu erheben. Während die Gemeindekrankenversicheruna die subsidiäre Einrichtung ist, welche alle in dem System der organisirten Kossen bestehenden Lücken ausfüllen soll, wendet bas Gesetz seine vorzüglichste Sorge d-r Organtsation der OrtS« und Betrtebs-(Fabrtk-) Krankenkasse zu. Es versucht bet düsen Kassen die Betheiltgten zur möglichst aus- aiebtgen Mitwirkung heranzuziehen, die Leistungen hoch, die Beiträge niedrig zu bemessen und den Gemeinden Interesse für die Olts- und Betriebs - Krankenkassen einzuflötze». Die Versicherten sollen bei mäßigen Beiträgen eine sichere und ausreichende Unterstützung in Krankheitsfällen während mindestens dreizehn Wochen zu beanspruchen haben. Für die Unterstützung in Krankheitsfällen ist ein Mindestbetrag vorgefchrieben. Doch sind auch Grenzen vorgefchrieben, über welche die Unterstützungen nicht htnaus- gehen dürfen. Die Mindestleistung-n müssen bestehen in freier ärztlicher Behandlung, freier Arznei und kleinen Heilmitteln, welche vom Beginn der Krankheit an zu leisten sind, so»ie tm Falle der Erwerbsunfähigkeit, aber erst vom dritten Tage rach Eintritt der Krankheit ab, tn einem Krankengeld von mindestens 50 pEü desjenigen DurchschmttS- lohnes, nach welchem die Beiträge bemessen werden, oder statt dieser Leistung tn freier Kur und Verpflegung in eine» Krankenhaus, neben welchem unter Umstünden ein Bruchtheil deS Krankengeldes zu verabreichen ist (8 6 rc). Außerdem gehört zu den Mindestleistungen der organisirten Krankenkassen ein Sterbegeld im mindestens 20fachen Betrage des ortsüblichen TagrlohnS gewöhnlicher Lagearbeiter und gewöhnliche Krankenunterstütznng an versicherte Wöchnerinnen auf die Dauer von drei Wochen nach ihrer Niederkunft ($ 20). Die Mindestleistungen dürfen bei der Gemeinde-Krankenversicherung, bet OrtS«, Betriebs-, Bau- und Knapp- schsflSkassen für neu eintretende versicherungspflichtige Mitglieder von einer Carrenzzctt nicht abhängig gemacht werden. Nur für freiwillige, nicht versicherungspflichtige Mitglieder darf eine kurze Carrenz- zeit durch Beschluß oder Statut eingeführt werden. Weitergehende Leistungen können innerhalb der im 821 bestimmten Obergrenzen durch die Statuten vorgesehen werden. Nur bet den Knappschaftskassen und dm Hülfskassen ohne Beitragszwang unterläßt daS Gesetz eine Fixirung der Beiträge, beschränkt dieselben aber für die Versicherungspflichtigen der Gemeindekrankenverstcherung (8 9) auf 1 Procent bts höchstens IVs Procent des ortsüblichen TagelohneS gewöhnlicher Tagearbettee und für die Mitglieder der Orts-, Betriebs-, Bau- und JnnunöSkrankrnkassen auf 2 dis höchstens- 3 Procent des DurchschntttSlohneß derjenigen Klasse von Arbeitern, für welche die Kasse errichtet wird (8 20 und 31). Jedoch darf dieser Darchschntttslohn nur insoweit in Rechnung gezogen werden, als er im Durchschnitt Drei Mark und bet klassenwetser Abstufung Vier Mark für ben Arbeitstag nicht übersteigt. Außer diesen Beiträgen der VersicherungSpflfchtigen haben die Arbeitgeber Beiträge von 50 Procmt des Beittags der VersicherungSpflichtigen zu leisten (8 52), so daß die Arbeitgeber Vs der Kesammtbeittäge aus eigenen Mitteln aufdrtngen und diese Gesammtbetträze auf 2 Procent, bezw. 4Vs Procent tm Höchstbetrag sich belaufen. Nichtverficherungspflichtige Mitglieder haben auf diesen Antheil der Arbeitgeber keinen Anspruch. Reichen die Höchstbettäge dieser Gesammtbeiträge zu den nöthigen Leistungen nicht aus, so treten verschiedene Folgen ein. Bei der Gemeinde-KrankenvcrsicherunA muß die Gemeinde die fehlenden Mtttrl, vorbehältlich demnächftiger eventueller Erstattung auS etwaigen fpateren Ueberschüssen, vorf ch teßen (8 9), bet Betriebs- Krankenkassen muß der Fabrikherr, bei Jnnungskrankenkassen die Innung, bet Bau- Krankenkaffrn der Bauherr die erforderlichen Mittel ohne Anspruch auf demnächfttge Erstattung zuschießen (SS 64 und 72). Bei den Ortskrankenkassen endlich muß im Falle der Jnsufficienz die Kasse geschlossen werden (8 47). Für den Abschluß und das Bestehenbleibrn des Vkrsicherungsverhältnifses hat der Veisicherungspfl cht.ge keine Thät!gkcit eintreten zu lassm. Es bedarf keiner Meldung durch ihn und keiner Zahlung der Beiträge durch ihn. Er tritt mit betn Beginn der die Versicherung begründenden Beschäst:gung kraft des Gesetzes in die betreffende Krankenkasse ein. Eine Erklärung braucht er nur dann abzugeben, wenn er der Kaffe nicht angeyören will. Er muß dann Nachweisen, daß und welcher anderen. Krankenkasse er angehört. Die bei der Gemeindekrankenversicherung und den Ortskrankenksssen nöihiqe An- und Abmeldung versicherungspfl'chtiger Arbeiter liegt dem Arbeitgeber ob (8 49)- Nichterfüllung dieser Pflicht zieht Strafe und Ersatzverbindlichkeiten nach sich. Der Arbeitgeber hat auch die ganzen Beiträge einzuzahlen und bringt bet der regelmäßigen Lohnzahlung der Versicherungspflichtigrn den auf diese entfallenden Antheil in Abzug. Der Versicherungdzwang, welchm dos Reichsgesetz einkührt, hat namentlich iw Arbeiterkreisen irrige Vorstellungen entstehen lassen. Häufig wird derselbe als eines freien Mannes unwürdig erklärt, welchen man sich entziehen müsse. Als Mittel, um diesem Zwange zu entgehen, wird der Eintritt in eine eingeschriebene HÜlsskasse empfohlen. Es ist daher von Interesse, die Gleichartigkeiten und die Unterschiede der verschiedenen Kaffen nebeneinander zu stellen und darauf ein Urtheil zu gründen. Eingeschriebene und auf Grund des Gesetzes zu errichtende Kassen haben mit einander gemein, daß ihre Mitglieder dem Versicherungszwang unterliegen, die Mitglieder der eingeschriebenen Hülfskassen erfüllen die Verpflichtung durch ihren Beitritt zu der eingeschriebenen HÜlsskasse, die Mitglieder der aus Grund des Gesetzes errichteten Kaffen durch Beitritt zu einer dieser Kassen. Für dm keiner Kasse angehörigen Arbeiter tritt die Gemeinde-Kronkenversichesung em. Gemeinsam ist den Mitgliedern aller Kassen, daß sie Beiträge zahlen müssen. Die Mitglieder aller Kassen, der eingeschriebenen und der übrigen Kassrn, können an der Generalversammlung Theil nehmen und in den Kassen-Vorstanb gewählt werden. Nicht blos die auf Grund des Gesetzes errichteten Kassen, sondern auch die eingeschriebenen Hülfskassen sind der Aufsichtsbehörde unterstellt. Für diese wie für jene Kassen sind die Mindestleistungen in Krankheitsfällen der Vetsicherten festgesetzt. Die Unterschiede bestehen aber in Folgendem: In der Generalversammlung unt> in dem Vorstand der eingeschriebenen HÜlsskasse sitzen die Versicherten allein. Dafür haben sie auch die Beiträge allein zu zahlen. In ben anderen, auf Grund des Reichsgesetzes errichteten Kassen haben die Arbeitgeber Anspruch auf Vertretung in der Generaloersammlung und im Vorstand, aber höchstens bis zu einem Drittel der Stimmen. Dafür müssen sie aber auch die Hälfte der Beiträge ihrer Arbeitnehmer bezahlen. Dem Mitglied der eingeschriebenen HÜlsskasse kommt nicht zu gut die unentgeltliche Verwaltung der Kasse, zu welcher die Gemeinden bei der Gemeindekrankenversicherung, die Betriebs- und die Bauherren bei der Betriebs- (Fabrik-) und bet den Baukranttnkassen verpflichtet sind. Aus Vorstehendem geht wobl hervor, daß in der Regel die Mitglieder freier Hülfskassen keine niedrigeren Beiträge zu zahlen haben, als die Mitglieder der auf Grund des Reichsgesetzes errichteten Kassen, daß sie aber bei gleichen Beiträgen geringere Unterstützung tm Krankheitsfälle erhalten, als die Mitglieder der auf Grund des Reichsgesetzes errichteten Kassen. Lokale-. Gießen, 30. November. In der gestrigen S'tzung des „Oberhessischen Vereins für Localgeschichte" rc. hielt Herr Professor vr. Ritgen einen Vortrag über die mittelalterlichen Burgbauten. Herr Professor Dr. Gar eis legte, weil durch seine atmlichen Geschäfte als Kanzler in Anspruch genommen, den Vorsitz nieder und- Darmstai luf.n, welche eine . MeMt zu st löten werden kam Ininen, würde e n Mg mit GElh ben staatlichen Or, Ulfen der sog. „La vohnsitz in einer b Stnttgar! om Raubmord in Pforzheim festgenoi l-leunigster Fahnl ferner wird gefahi finb mit geladenen zu Sußerflem Wide des geraubten Gel! bidjtlgen kann W 21. b. Mts. haben ßlemer, Schneidei Fmz Kreutzer, M übernachtet. Der 1000 Mark im Bef rock in höchster Le für V\6 große Geht ^dann zu E16 m den $!tl $orl DI. W» S< JJuMr ab der „ morgen obi, S®" Aftsj w 1 Uhr »itt, Süniliße Ä < Groß im Sac Montag dei anfangend, wird i e c - in nur neue 0- .eine gr Lauser»2u-2ö, , 2) ca. ißo ’n Cmyrna, Tor , 3) 75 öcüi .... 5'ö Btt! lauf er; q. . r?) eine ö Mtaslestoff, Re "“iW. ZUW örtlich g Umwegen f St, i Sw *'**.•»! M in dran, 80r6^Mtn. 1 nl4t «tts'LL n*,t(lbar ttL 7«« &' * "^lcherungz- ’s 'H, weite .'Oll, werdet ^-lFabri!-) 'glichst nus- 1 ^edrig ju anluno, iu lristrn sind, "d Eintrtlt der Durchschnitt 1 ung In freier Umftfinben ein unkenkassen ein >S gewöhnlicher -chnerinnen auf ludefilelstnngrn li und Knapp» "er Carrenzzctt kurze Carrenz- m Obergrenzen g^jwang unters für die Lernt btS höchstens ib für die Mil- 2 bis höchstevr für welche die hn nur insoweit »et klassenwetser lrbeitgeber Bei- leisten (S 52), lein ausdiivgen )5chstbetrag sich der Arbeitgeber jigen Leistungen nkenotlsichrrung mut* Sr- bti Äetriebs- 1110, bd Bau- if demachsttge nbl| M w bedarf keiner fr tritt mit dem rsrtzeS in die be- i (ben, mnn er welcher anderem s »2 aws ■t tiatatnl"* j Mbt «18 ?' SB M'»5 tfjtrte bet ««'- Nrs ffiiss E jft«, Loil'»»"'" die eiu- erit«»» MS seff'" ,6t ßjä* g*j 6d» des ,6Bbaii (ehemalige Effecten societät, Junghosstraste 19), Frankfurt a. M- öffentlich gegen gleich baare Zahlung an den Meistbietenden versteigert- SSuttiiimm & Co», Auctionatoren. ZHW" Ausstellung: Sonntag den 2. December, Vormittags 10V2 Uhr bis 1 Uhr Mittags daselbst. 7863 M* Günstige Gelegenheit für paffende und praktische Weihnachtsgeschenke. Große Versteigerung von elegantem Herrschafts-Mobiliar in Frankfurt a. M. DI-n-t-g ->-n u. lÄÄW'SÄK wird wegen Berkaus einer herrschaftlichen Villa die hochelegante Einrichtung von 14 Zimmern, Salons rc. nebst 1 s. Pianino, 1 Cassaschrank, Lüftres, Pendulen, Oelgemälden, Antiquitäten rc., als: Möbel in geschnitztem Eichenholz in R enaissance- styl: 1 Buffet, 1 Divan in gewirktem Stoffbezug und mit Gesimsaufsatz, 1 Tafeltisch, 6 Rohrlehnstühle, 1 Nähtisch und Spieltisch, 1 Prunk-Etagere, 2 r. Tischchen mit gewundenen Säulen, 1 Credenztischchen, 1 Vorplatz-Gar^erobegeftell und 2 reichgeschnitzte Bauernstühle, 2 elegante Salon-Einrichtungen in schwarzem Holz, als: 2 Polstergarnituren in Seide und Plüschbezug, Verticoos, Salontische, fein gravirt und mit Marmorplatten, 1 Schmuckschränkchen, 1 Blumentisch, 2 Gueridons, 1 Dame«schreib- tifch 2 Säulen, 2 Blumenständer, Spiegel, mehrere Fantasiestühle rc. Möbel in Nutzholz: 1 elegante Schlafzimmer-Einrichtung mit 2 franz. Betten, 1 engl. 3theiligen Garderobeschrank mit Cristallspiegel, 1 Chaifelonguc rc-, Sophas mit Sessel und mit Stühlen, Rohrstühle, Tische und Ausziehtische, 1 Herren-Schreib-Bureau, 1 Bücherschrank, 1 Damenschreibtisch, 1 Pfeilerschrank, 5 französische Bettstellen mit Sprungfedermatratzen, Waschcommoden und Waschschränke mit Marmorplatten, Nachttische mit desgl., hohe Spiegelschränke, Kleiderschränke rc., sodann Vormittags HO,, uyr präcis das kreuzsait. Pianino, ein Cassaschrank, verschiedene Gaslüstres, Pendulen, Vorhänge rc. und Nachmittags 3 Uhr präcis sämmtliche Oclgemälde, Antiquitäten in Bronze, Eisen, Zinn, Fayence, Prunksachen in Cuivre poli, 1 Glockenstuhl in geschmiedetem Eisen, 1 Schmuckschrärckchen, 1 Kerzenleuchter trn Saalbau (ehemal. Effecte rr-Ä^cLetät), Junghofsirape 19 öffentlich gegen gleich baare Zahlung meistbietend versteigert. Kuttmann & Co. Anzufehen Sonntag den 2. December, Vormittags IOV2 Uhr bis 1 Uhr, sowie Montag den 3. December, Vormittags 11 Uhr bis Abends 6 Uhr im Saalbau in Frankfurt a. M. ^64 Jcb zahle für alte deutsche Postcouverts ISClIIÜvCitCv mit eingeprägten Marken (a. 0. Jahren 1852—1866) wie: Thurn und Taxis, Baden, Hannover, Preußen, Braunschweig. Mecklenburg, Oldenburg, Lübeck, Bremen, Hamburg, von 5 Pfennig bis zu 20 Mark per Stück je nachdem die Couverts selten und gut erhallen sino. Auch kaufe ich Brrefmarken obiger Länder. Baarzahlung sofort nach Erhalt. E4elnric8a Horstmann, Verleger des „General-Anzeiger" in Frankfurt a. M. 6632 Versteigerung. Auf Anstehen des Herrn Carl Vogt II. zu Gießen werden im Saale der Nestauration 33ramm dahier Dienstag den 4. und Mittwoch den 5. Decbr. I. X, jedesmal Nachmittags 2 Nhr anfargenv, versteigert: Kiragen, Manschetten, Cravatten, Handschuhe, Knöpfe, Zwirn, Krausen, Dorstecker, Corsets, seidene Halstücher, Herren-, Damen- und Ltinderwäsche, Taschentücher, Unterhosen, Unterjacken, Untcrröcke re. Die Versteigerung findet bestimmt statt und werden die aus- gebotenen Gegenstände zu jedem eingelegt werdenden Gebot: zugeschlagen. Gießen, den 29. November 1883. 7845 Bühner, Gerichtsvollzieher. Bekanntmachung. In unserem Firmenregister wurde heute eingetragen, daß Abraham Meyerhofs und Israel Goslar zu Siegen, Inhaber des daselbst unter der Firma Meyerhofs 65 Goslar in offener Handelsgesellschaft bestehenden Geschäfts, in Gießen eine Zweigniederlassung gegründet haben. Gießen, den 28. November 1883. Großh. Amtsgericht Gießen. I. V.: 7857 Dr Berchelmann. Die am 22. ds. Mts. abgehaltene Versteigerung ist genehmigt worden. Gießen, den 29. November 1883. Großh. Universitäts-Rentamt. 7869 Schmitt. Jeilgeöotenes. Zu nrrkaufen zwei kräftige Wagenpferde, Wallache, braun ohne Abzeichen, 4 bis öjährig, zu jedem Gebrauch tauglich, besonders für Oekonomie, bei 7862 Dr. Leissler in Grünberg. Seidensammet. Rester a 10, 20, 30, 40 H bei 7867 Auguste Frieffe. Schellfisch, Cabliuu empfiehlt 7870 Erail Fischbach. Vermischte Anzeigen. 7860 Ein kleiner hellgelber Huud, „Per ci", hat sich am Mittwoch verlaufen. Überbringer gute Belohnung Frankfurter- Straßes.__________________________ 7861 Ein Dienstmädchen, welches selbstständig kochen kann, sich allen Hausarbeiten unterzieht und gute Zeugnisse hat, sucht für Anfang Februar Frau Professor Noack. — a - oc5 -<3.» 2. c? Die Nr. 8 enthält: Er lebt! (Fortsetzung.) Eine Erzählung von E. Oswald (Bernhardine Schulze- Smidt). — Auch ein Wilddieb. Bild von C- Sellmer. — Haus und Schule in Frankreich. Skizzen von Stephan Waetzoldt. I. Aus der Pariser Bourgeoisie. — Die preußische Ruhmeshalle. Von Hanns von Spielberg. Mit neun Illustrationen. — Am Familientische: Unterschriften der Schreiber im Mittelalter. — Eine gute Militärzeitung. Von Henmann Vogt. — Chinesische Briefmarken. — Weihnachtsvorboten. — Luthers wahrer Geburtstag. Von Karl Kiesewetter. — Gesundheitsrath. — In unserer Spielecke. Mit zwei illusttirten Beilagen: Umschan aus gewerblichem Gebiet. — Graf Wilhelm von Redern. Mit Porträt. — Lieutenant Wißmann's Afrikareisen. Mit Abbildung: Lieutenant Wißmann wird durch die Wahha überfallen. 7858 Wohnungen von 2—3 Zimmern, Küche und Zubehör per sofort gesucht. Schriftl. Offerten unter 0. W. durch die Exped. ds. Bl. 7858 7866 i svrraur Sch 7819 werden elegant und. rasch bei billigsten Preisen angefertigt. ♦ 7856 Carl Mette, Uhrmacher. 7873 Leipzig. 7868 7859 und Hosen An- 3709 Fr. Seibel* H. Rübfamen. 6353 <8> mit unb ♦ 0 0 0 0 0 ♦ 0 C. .A Hoch/ß Verlag. 1 weißes unb 1 Gießt Die Beerdigung findet Samstag den 1.December, Nachmittags ^3 Uhr, vom Sterbehause (Bahnhofstraße 62) aus statt. Die trauernden Kinder: Emma. Mathilde. Louis. Gießen, den 30. November 1883. Wohrmn^s-Beränderung. Mein Putz- und Modewau-ren-tSesehäft befindet sich von heute ab Hierdurch die ergebene Mittheilung, daß ich heute neben meinem Uhrenlager ein Lager Ralhenowrr Brillen und Pincene? errichtet habe, und halte mich bei Bedarf unter Zusicherung reeller Bedienung und billigen Preisen bestens empfohlen; besonders erlaube mir noch auf eine hochfeine Brille und Pincenez in Nickel aufmerksam zu machen- Gleichzeitig bringe noch für Weihnachten mein llhvenlager guter und bester Qualitäten in empfehlende Erinnerung. Achtungsvoll Wallthorstsrasse 1 (Ecke des Lindenplshes) Hochachtungsvoll Anthm Weigern«!^ seit 10 Jahren Oberkellner im Hotel „Adler" zu Hanau. Kaufmännische Formulare aller Art IMitie Druckerei (Fr. Clir. PM) Verlag und Expedition des Giessener Anzeigers. Praktisch und leicht fasslich. Parlez-VOUS franpais ? (Franz.) 12. Aufl. Geh. M. 1.80) geb. M. 2.40. Do you speak English? (Engi.) ||. Aufl. Geh. M. 1.20, geb. M. 1.80. Parlate italiano? (Ital.) 5. Aufl. Geh. M. 1.20, cart. M. 150. ^Habia V. Castellano? (Span.) 3. Aufl. Geh.M. 1.20, cart. M. 1.50. Falla Vmce portuguez? (Portug.) Geh. M. 2.50. Spreekt Gij de Hollandsche taal? (Holl.) 2. Aufl. Geh. M. 1.50. Taler De Dansk? (Dän.) Geh. M. 1.50. Talar Ni svenska? (Schwed.) Geh. M. 1.50. Tud ön magyarul ? (Ungar.) Geh. M. 1.50. MÖWISZ Pan po polsku ? (Poln.) Mit Aussprache. Geh. M. 2. Sprechen Sie russisch? 2. Aufl. Mit Aussprache. Geh. M. 2.50. Jürkdsche söjlemisiniz? (Türk.) Geh. M. 2.50. cOp.tXetTs cEXXrjvtxa; (Neugriech.) Geh. M. 2.50. Snake Jim Hollunder? (Helgoländisch.) 2. Aufl. Geh. M. 1.20. Rente«, u. Lebensverfieherungs Anstatt zu Darmstadt. Von heute ab bis Ende December werden die Renten an jedem Dienstag, Donnerstag und Samstag, Vormittags von 9—12 und Nachmittags von 2—4 Uhr, in meiner Wohnung ^Bahnhofstraße 64) gegen Einhändigung der 1883er Coupons ausbezahlt. Die Rentenbezugsberechtigten, welche mir nicht bekannt find, haben ihre Coupons auf der Rückseite mit den Lebens- und Aufenthalts-Attesten versehen zu lassen; auch können neue Einlagen gemacht und Nachzahlungen geleistet werden. Gießen, den 1. December 1883. Der Bevollmächtigte: I» Ph. Müller. und erlaube ich mir, mich in allen in mein Geschäft einschlagenden Artikeln «ergebenst zu empfehlen.JohtMlflm iL&Blg« Verantwortliche Redaction: A. Scheydcu — Druck und Verlaa der Brüb lachen Druckerei (Fr. Ebr. Pietsch) in Gieren. Die heutige Nummer enthält 1 Blatt und eine Beilage. Alle Sorte« Farbe«. -trocken und auf das Feinste in Oel gerieben, wie überhaupt alle zum streichen rc. erforderlichen Artikel kauft man gut und billig bei Die neuesten inter-Uebevziehsr und Kaifermäutel für Herren und Knaben empfiehlt in größter Auswahl billigst Statt jeder besonderen Anzeige. Todes-Anzeige. Tiefbetrübt theilen wir Freunden und Bekannten mit daß unser unvergeßlicher Vater Octroi- Erheber Heinrich Frech im 59. Lebensjahre heute früh Uhr sanft dem Herrn entschlafen ist. Geschäfts - Uebernahme. Hierdurch beehre ich mich, die ergebene Mittheilung zu machen, Daß ich das hiesige Motel zum Rappen käuflich übernommen habe und am 1. December er. antrete. Ich werde auf das Eingehendste bemüht sein, meinen Mitbürgern durch aufmerksame Bedienung, sowie vorzügliche Speisen und Weine den Aufenthalt in meinem Hause so angenehm als möglich zu machen. 0 0 Samstag den 1. December, Abends 8 Nhr auf Bierlieller« Tages-Ordnung: Die Social-Neform der Reichsregierung besonderer Berücksichtigung der Kranken- Unfallversicherung. Referent: Herr Reichstags-Abgeordneter K. Frohme. Alle Arbeiter sind freundlichst eingeladen. Die Einberufer. Mi«, Reise des Kron; Der sörde unb der leitende dens und eine f gehört seit lange mehr bestehen. Wiederherstellun, von dem deutsch Herbst dieses Ja hat die Nation ligen Beziehung Baters dem tö 1883 seinen G Kronprinzen se Theil geworden die vorherrschen genug verbünde anzujehen. Bei der t Mutötom & Mg freunb^Qj Zauber ab woh ^ler diesem Ges W Mesch dem Verl verschiedenen G mner weiteren Mer, die an bi nämlichen fi N der Erde" N aller im V ch von seiner d-" -erstand- M dchca Bj “13lNeii Erde S? ll°ben, I 1b IHe Suft e-Ä“ Winjen S L'L-L «Jtit i1"”1 Hefe §ofe & < ^berz °-Ken di «ntiiul-Wtn ja ... M Damen und Herren empfiehlt ? Hermunn Mnts^ int früher Heickelheim'schcn Geschäft. Allgemeine Arbeiter-Versammlung Gesucht ein feines, tüchtiges Hausmädchen. 7872 Lahnstraße 5. 7871 Ein tüchtiges Dienstmädchen, sowie ein junges Mädchen zu einem Kinde sofort gesucht von H. Kühn, Seltersweg 36. Kirchenbaufonds. Nachdem das Comitä zur Vorbereitung der Lutherfeier als Ertrag der von ihm veranstalteten Hauskollekte eine Festgabe von 3SN3 Mk. 10 Pfg. für unseren Kirchenbaufond uns übergehen hat, sagen wir diesem Comitä selbst und allen freundlichen Gebern und Geberinnen auch unsererseits den herzlichsten Dank. Es ist von mehreren Seiten bemerkt worden, daß die Sammler nicht in allen Familien gewesen seien; dies konnte nur irrthümlicher Weise geschehen sein, denn sie sollten und wollten in jedes evangelische Haus gehen. Wer noch nachträglich eine Gabe für den Kirchenbaufonds bestimmen will, wolle sie nur an einen der Pfarrer oder der anderen Herren im Kirchenvorstand gelangen lasten, sie wird jeder Zeit mit Dank angenommen werden. 7865 Gießen, den 30. November 1883. Der evang. Dirchenvorstand. __________________________________ Dr. Naumann, Pfarrer. 00000000004>00000 0000 00000000000000000