1882 Sonntag den 31. December Erstes Blatt. Nr. sos für den Kreis Gießen Amts- und Erscheint täglich mit Ausnahme des Moutagö. Bureau r Schu^straße 7. Verhältnisse Englands; alle Erfolge, welche das Cabinet Gladstone I einzig mit dem Unterschied, daß die Scheinregierung des Khedive Tewfik Pascha die inneren Prki» vierteljährlich 2 Mart 20 Pf. mit Bringerlohv. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mari 50 Pf. Wenden wir uns nun zu den Staaten zweiten und dritten Ranges, so ist es wieder die Balkan Halbinsel mit ihrem bunten Staaten« gesüge, welche zu mancherlei Betrachtungen heraussordert. Die kleineren Staaten entwickeln sich unläugbar zu immer lebensfähigeren Organismen, wenn auch hierbei noch nicht der Maßstab ernstlicher Bildung und Cultur angelegt werden darf Indessen gährt es hier und da noch immer in einer Weise, welche für das betr. Land noch mancherlei Bedenklichkeiten zu Tage fördern kann. So wüthet namentlich in Serbien seit Jahr und Tag zwischen dem Ministerium Pirotschanatz und der radikal-ltberalen Partei ein heftiger Kamps, dessen Aus- qang zu Gunsten der jetzigen serbischen Regierung noch zweifelhaft erscheint. Das gegen König Milan in der Kathedrale zu Belgrad von der Frau eines Hingerichteten serbischen Officiers begangene Attentat hat zwar persönliche Motwe zur birecten Ursache, doch scheint es trotzdem, als ob verschledene Anhänger der Oppositionspartei mit um das Attentat gewußt haben. Was den Hauptbalkanstaat die Türkei, anbelangt, so sind derselben außerordentliche Erschütterungen im vergangenen Jahre erfpart geblieben, indessen erhellt aus verschiedenen Umständen, daß der Zusammensturz des morschen türkischen Staatsgebäudes nur zu verzögern, nicht aber gänzlich auszuhalten ist und alle Veränderungen im türkischen Cabinete, wovon wir noch vor wenig Wochen so überraschende Beispiele erlebten, vermögen dem faulenden türkischen Staatskörper kein frisches Blut mehr einzuflößen. — Von den andern europäischen Staaten, wie Spanien undPortugal, Holland unb Setgien, die Schweiz, Scandinavien. und Dänemark, ist nichts von allgemeinerem Interesse zu erwähnen und weder die Gegensätze zwischen der Regierung und der radikalen Partei in Schweden, Norwegen, sowie in Dänemark, noch die Parteiumtriebe der Serranisten in Spanien gegen das liberale Cabinet Sagasta brachten irgendwelche Eindrücke in der hohen Politik hervor. Es erübrigt nun noch, einen Blick auf die außereuropäischen Länder zu wersen. Der Beendigung des egpp tisch en Krieges durch die englischen Siege haben wir schon flüchtig gedacht; nn Uebngen beginnen die Verhältnisse im Pharaonenlande wieder in ihr altes Geleise zurückzukehren, Politische Jahres-Rundschau. 30. December. auch im Parlamente davongetragen hat, vermögen nicht, den düsteren irischen Verhältnissen ein helleres Relief zu verleihen und so nimmt denn England die irische Frage ungelöst mit in’ä neue Jahr hinüber. Schließlich sei noch der Veränderungen im englischen Cabinet gedacht, daß durch den Eintritt von Lord Derby und Sir Charles Dllke um zwei Mitglieder vermehrt wurde. Aus dem Czarenreiche war im vergangenen Jahre merkwürdiger Weise wenig von der Thätigkeit der Nihllisten zu melden, allerdings kann man nicht behaupten, daß die russischen Revolutionäre gesonnen seien, auf die Mitwirkung von Dynamit und sonstigen unheimlichen Dingen bei der Durchführung ihrer geheimen Pläne zu verzichten, aber daß sie sich so verhältnißmäßig ruhig verhalten haben, ist immerhin schon ein Gewinn. Da machte das wüste Treiben der Panslavisten viel mehr von sich zu reden, bereu Kreuzzug gegen alles Deutsche nur zu beutlich barauf hinweist, wessen sich bas Deutschthum in- unD außerhalb Rußlands vom Pauslavismus zu versehen hat, wenn derselbe jemals ftr Vetersburg an's Ruder gelangen sollte. Eine gewisse Beruhigung muß daher für uns Deutsche das Ableben des Generals Skobeleff haben, des Apostels des Panslavismus, den ein jäher Tod abrief, gerade als wenn die Vorsehung selbst seinem Wirken habe ein Ziel setzen wollen. Leider wirkt aber der von Skobeleff ausgestreute Saame weiter und die fortgesetzten Verfolgungen der Deutschen in den russischen Ostsee-Provinzen zeigen, welche Früchte Vieser Saame zu tragen beginnt. Als letzte der europäischen Großmächte bleibt noch Italien übrig, von dem jedoch im vergangenen Jahre im Ganzen wenig zu berichten war Ein hervorstechendes Ereigniß für die innere italienische Politik bildeten die Neuwahlen zur italienischen Deputirtenkammer, die zum ersten Male auf Grund des neuen und erweiterten Wahlgesetzes erfolgten; die Wahlen ergaben eine beträchtliche Mehrheit für das Ministerium de Pretis, wodurch natürlich dessen Stellung aufs Neue befestigt erscheint. Auf das Verhältniß Italiens zu Oesterreich konnten die irredentistischen Wühlereien nur vorübergehend verstimmend wirken, die italienische Regierung stand denselben offenbar fern und in Wien wußte man dies loyale Verhalten zu würdigen. Gefundene Gegenstände: 1 Stück Leinen, 1 Glacehandschuh, 2 Taschentücher, 1 kupferner Ring, 1 Schleier, 1 Schürze, mehrere Schlüssel. Gießen, den 30. December 1882. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. _____________________________Fres enius. __ Abermals find wir im ewigen Kreislauf der Zeit an den Punkt gelangt, an welchem das alte Jahr hinabsinkt in das Meer der Vergangenheit und fein junger Nachfolger lächelnd an der Schwelle des neuen Zeitabschnittes erscheint. Wie nun der Mensch im bürgerlichen Leben am Jahreswechsel noch einen Blick auf das abgelaufene Jahr zurücksendet, so pflegt auch der Politiker am Jahresschlüsse noch einmal auf den vergangenen kurzen und doch auch wieder so langen Zeitraum zurückzublicken, den ein Jahr umschließt; gerade in den Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr fließt der politische Born in Folge der vorangegangenen Festtage mit am dürftigsten und es verliert die Politik den Charakter der Einzelheiten, so daß schon aus diesem Grunde sich eine Rückschau auf die politische Vergangenheit des Jahres rechtfertigt. — Wenn wir nun zunächst auf Deutschland blicken, so gilt es vor Allem, unsers erhabenen Kaiserhauses unb hierbei in erster Linie wiederum unsers greifen Kaiseis Wilhelm zu gedenken. Noch immer hält derselbe trotz seiner 86 Jahre mit fräftiger Hand das Scepter des Reiches und auch im vergangenen Jahre kehrte er von seinen vielen Reisen neu gekräftigt nach Berlin zurück, so daß wir uns der Hoffnung hingeben dürfen, Kaiser Wilhelm auch im neuen Jahre nod) rüstig an der Spitze der Geschäfte zu sehen. Unter Den wichtigeren Ereignissen der innern Politik sind die Ablehnung des Tabakmonopols durch den Reichstag, sowie die Neuwahlen zum preußischen Abgeordnetenhause zu erwähnen, weiche letzteren zwar einen Sieg der conservativen Partei, trotzdem aber keine wesentliche Umgestaltung der Parteiverhältnisse im preußischen Abgeordnetenhause ergaben. Was die auswärtige Politik des deutschen Reiches anbelangt, so hat dieselbe unter der bewährten und zielbewußten Leitung des Fürsten Bismarck auch im vergangenen Jahre entschieden mit dazu beigetragen, das friedliche Ver- bältniß der europäischen Mächte zu einander zu erhalten, namentlich ist aber die Zusammenkunft Kaiser Wilhelms mit Kaiser Franz Josef zu Ischl als eine Bürgschaft für die Erhaltung des allgemeinen Friedens zu betrachten und diese Bürgschaft wird hoffentlich auch im neuen Jahre ihre Kraft bewähren. Von Deutfchlanb gleitet der Blick naturgemäß zu Oesterreich- Ungarn hinüber, als dem Allürteu des deutschen Reiches. Leider ist aus dem Donaureiche nicht allzuviel Erfreuliches zu berichten; die Versöhnungspolitik des Grafen Taaffe geht noch immer auf Kosten des liberalen Deutschthums ihre eiaenthümlichen Wege und besonders den Czechen gegenüber beweist das Ministerium Taaffe ein Entgegenkommen, das mit der Zweitheilung der Prager Universität noch lange nicht seinen Höhepunkt erreicht zu haben scheint. Während so im Innern der Nationalitätenstreit noch weiter glimmt, arbeiteten auch «nn Außen gewisse Elemente, dem österreichischen Staate Verlegenheiten zu bereiten wobei die irredentistischen Putschversuche und Attentate — wie das von Triest' gelegentlich der Eröffnung der Ausstellung — vor Allem hervortraten. Mit Ausstandsversuchen hatte sich Oesterreich auch im vergangenen Jahre zu befassen unb noch heute scheint in der Herzegowina und Bosnien noch nicht ANes aam in Ordnung zu sein. A In Frankreich muß als das wichtigste Ereigniß des Jahres die Er- i->wma des Ministeriums Freycinet durch das Cabinet Duclerc bezeichnet roercen, »üb’ letzteres indessen nur ein Verlegenheits-Ministerium genannt werden kann, ro ,7 § „der Wahrscheinlichkeit nach das Ende des Jahres 1883 nicht erleben Uebrigen legten die Verhandlungen der Deputirtenkammer dar, daß ü « alte Gegensatz zwischen den französischen Parteien noch in voller Schärfe ? rfheftebt' indessen sind weder die Fraktionen der Rechten, noch auch die Ultra- Gfalen 'vom Schlage der Clemencea« und Genossen stark genug, um das - «iösische Staatsschiff in das monarchistische, resp. in das radikale Fahrwasser r Imten so daß gegründete Hoffnung vorhanden ist, daß die gemäßigt-repubtt- f i lieben Elemente in Frankreich auch ferner die Oberhand behalten werden. "" Mit Genngthuung kann, was die auswärtige Politik an- . , (Snalanb auf das verflossene Jahr zurückschauen, denn daffelbe brachte W hen tunen und glücklichen egyptischen Feldzug Ruhm und Ehre für die t>uicv„ Mosten während zugleich die dominirende Stellung, welche das br>- bI,1, cy«Mreidi am Nil nunmehr einnimmt, die gebrachten Opfer an Geld und U' "»enleben reichlich aufwiegt. Weniger erfreulich Jft dagegen der Blick auf Großh. Ministerium de« Innern und der Justiz hat genehmigt, daß mit dem nächstjährigen Friedberger Fruhiahrs- und Serb|tpferbemarfte je eine ?>t n loofung von Pferden und sonstigen Gegenständen verbunden wird. Bei dem Frühja hrsmarkte dürfen höchstens 8000 Loose öl 50 H ausgegeben und müssen 7200 M. zum Ankauf von Gewinn-Gegenständen verwendet werden; bei dem Herb st markte darf die Zalst von 12000 Loosen 1 oC nidjt überschritten werden und sind 10800 M. für den Ankauf von Gewinn-Gegenständen zu verausgaben. Der Verkauf der Loose un Großherzogthum ist gestattet worden. Gießen, den 27. December 1882. Großherzogliches Kreisamt Gießen. vr. Boekmann. _______________ noch mehr wie sonst zu Tage tritt, während England als der eigentliche Herrscher am Nil betrachtet werden muß. — Der endliche Tod des durch Mörderhand getroffenen edlen Garfield war für die Vereinigten Staaten von Nord-Amerika ein tiefschmerzliches Ereigniß, welches weit über die Grenzen der großen transatlantischen Republik hinaus allgemeine Theilnahme erweckte. Ob es dem Nachfolger Garfielo's, dem jetzigen Präsidenten Mr. Arthur, gelingen wird, die sonst so gesunde nordamerikanische Republik von ihren Auswüchsen, der Corrumpirtheit und Bestechlichkeit des Beamtenthums, zu befreien, muß abgewartet werden. — In Süd-Amerika ist der mehrjährige Kriegszustand zwischen Bolivia-Peru einer- und Chlle anderseits durch einen zwischen Bolwia und Chlle abgeschlossenen Friedensvertrag beendigt worden; auch zwischen Peru und Chlle schweben neuerdings Verhandlungen, welche das baldige Zustandekommen eines definitiven Friedens zwischen diesen Mächten als sehr wahrscheinlich in Aussicht stellen, so daß man sich der Hoffnung hingeben darf, an der Westküste Süd-Amerikas demnächst friedlichere Verhältnisse eintreten zu sehen. Darmstadt, 29. December. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 19. December im Königlich Preußischen Hessischen Pionier-Bataillon Nr. 11 in Mainz dem Hauptmann von Pöllnttz und dem Hauptmann Betz hold das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmüthtgen, dem Premier- Lreutenant Geißler II. und dem Secondelteutenant Quasowskt das Ritterkreuz 2. Klasse desselben Ordens, dem Sergeanten Gies ecke, dem Unterofficier Lillig, dem Gefreiten Welcker und dem Pionier Wilke das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: „Für Rettung von Menschenleben" zu verleihen. Telegraphische Depeschen. Wolff'- telegr. Eorresponderrz-Vureau. Berlin, 29. December. Die „Nordd. Allg. Ztg." ist ermächtigt, alle Erzählungen über einen in den letzten Wochen stattgehabten Briefwechsel zwischen dem Fürsten Bismarck und dem Grafen Kalnoky für unwahr zu erklären mit der Hinzufügung, daß in der auswärtigen Politik Nichts vorliegt oder vorgelegen hat, was auf den Gedanken eines derartigen Briefwechsels hätte bringen können. Mannheim, 29. December. Der Erbgroßherzog ist im Auftrage des Großherzogs heute früh von Karlsruhe hier eingetroffen und hat Die Schutzarbeiten gegen das Hochwasser in Augenschein genommen. Brüssel, 29. Decbr. Gestern Abend sprang in einer Fabrik zu Dison in der Nähe von Verviers der Dampfkessel, während der Fabrikbetrieb in voller Thätigkeit war. Bis jetzt sind drei Kinder tobt hervorgezogen worden, die Zahl der übrigen Opfer konnte noch nicht festgestellt werden. Bradford, 29. Decbr. Durch den gestern stattgehabten Einsturz eines großen Schornsteins, der auf mehrere Baumwoll-Werkstätten niederfiel, sind 24 Personen getödtet und gegen 40 schwer verletzt worden. Die Mehrzahl der Opfer besteht aus Frauen und Kindern. Riga, 29. December. Durch das Eis ist die Passage für Schiffe bei Domesnäs aus's Neue gesperrt. Konstantinopel, 29. December. Aleko Pascha hat der Pforte angezeigt, daß er die. persönlichen Beziehungen zu dem russischen Consul Krebel abgebrochen habe, welcher im Einverständniß mit einzelnen Mitgliedern der ^o- vinzial-Versammlung gegen ihn agitirt habe. — Im Kriegsministerium werden neue Instructionen für den Commissar zur Feststellung der türkisch-montenegrinischen Grenze, Vetri Bey, vorbereitet. Es soll damit dem Wunsche des Fürsten von Montenegro entsprochen werden, welcher anstatt des bisherigen, die theilweise Regulirung der bestehenden Grenze bezweckenden Antrages die Vorschläge der Pforte zur vollständigen Delimitirung aller noch in der Schwebe befindlichen Theile des türkisch-montenegrinischen Grenzgebietes zu kennen verlangt. — Der französische Botschafter, Marquis de Noailles, hat vom Sultan eine Einladung zum Diner für nächsten Sonnabend erhalten. Hochwasser. Frankfurt, 29. December. Der Wasserstand des Mains betrug heute Vormittag 10 Uhr 4.45 Mtr. Die an den Main grenzenden niedrig gelegenen Straßen sind überschwemmt. Um 8 Uhr Morgens zeigte der Pegel des Mains in Würzbura 5,26, in Lohr 5,60, in Wertheim 5,65, in Aschaffenburg 4,24 Mtr., in Haßfurt um 9 Uhr früh 4,16 Mtr., langsam fallend. J Mainz, 29. December. Der Wasserstand beträgt hier Mtr. 5 30. Durch Höherlegung der Pumpstation ist die Stadt wasserfrei. Von Kehl und Maxau wird Steigen gemeldet. Der Aufforderung der Bürgermeisterei, daß bei 5,30 Mtr. der Verkehr nach Bingen eingestellt werde, weil man wieder einen Dammbruch befürchtet, will die Lud- wigsbahn nicht Folge leisten. Vor übermorgen ist ein Fallen des Rheinstromes nicht zu erwarten. — Heute Nachmittag 5 Uhr ist der Bahndamm bei Oppenheim gebrochen. Der Schaden, den das Wasser dort angertchtet, ist sehr bedeutend. Mainz, 29. December. Der Rhein ist auf 5,45 gestiegen, der Eisenbahnverkehr nach Worms ist eingestellt. Das städtische Pumpwerk arbeitet noch, die Canalschachte werden ummauert. Das Wetter ist warm und ichön wie im Frühling. Mainz, 29. December. Wasserstand seit 2 Uhr 5,48 Meter. Nicht mehr gestiegen, vermuthlich wegen des Dammbrnchs bei Rosengarten (Worms). Die Pump- station hält bis jetzt den Wasserstand im Hauptabfangskanal circa 3 Meter unter dein Rheinwasserstand. Durch die Vorkehrungen des Stadtbauamtes ist Gartenseld und Altstadt noch wasserlos. An den tiefgelegenen Theilen der Altstadt sind die Kanaleinläuse abgedämmt. Im Gartenseld sind Schutzdämme gezogen längs dem Bahndämme zwischen Raimundi- und Rheintbor, ferner Querdämme ru beiden Seiten des alten Winterhafens- Das Rheinthor ist geschlossen und vorbereitet zum wasserdichten Verschluß. Die Kanaleinläufe sind ebenfalls verschlossen. Heute Abend wird noch eine Reservepumpe aufgestellt werden. Der Bahnverkehr aus der Ludwigsbahn nach Bingen ist noch nicht eingestellt worden- Im vorigen Monat standen bereits bei 5,20 Meter die niedrig gelegenen Straßen unter Wasser- Offenbach, 29. December. Das Wasser ist seit gestern um 67 Ctm. gestiegen Heute Mittag 4,75 Stund am Pegel. Ueberfluthet ist der Weg nach Bürgel, die Schloßgrabengasse und der untere Thetl der Schloßstraße. Worms, 28 December, Abends. Der Rhein ist hier sehr bedeutend und plötzlich gestiegen, der Wasserstand beträgt 5,70 Mtr. Abends brach der Hammelsdamm wodurch sämmtliche unteren Stadttheile mehrere Fuß hoch überschwemmt wurden. Die Bewohner retten sich vielfach fluchtartig. — 29. Dec. Der ganze untere Stadttheil bis in die Nähe des Amtsgerichts und des Paulus-Museums steht unter Wasser. In Folge des Dammbruchs steht dasselbe in der Stadt höher als es durch die Rheinhöhe bedingt wäre. Die Straße nach dem Rhein und Frankenthal steht gleichfalls unter Wasser. Die Nachrichten vom Oberrhein lassen noch weiteres Steigen erwarten. Eine Bekanntmachung durch die Schelle stellt die Schulhäufer zur Verfügung der Bedrängten und bittet um weitere Lokalitäten. Worms, 29. December. Vom Thurm der Marktkirche aus sieht man im ostnchen Halbkreis, welcher von der Frankenthaler Straße aus, die Orte Lampertheim Dürstadt, Hofheim und Biblis bis zum Lorscher Wald einschließt, nichts als Wasser' die Straßen sind nur an den Baumreihen erkennbar. In der Stadt nimmt das Wasser etwas ab, ob dauernd, ist sehr zweifelhaft. Der Pegelstand ist unbekannt. , Bo den he im, 29. December. Der angefangene Nothdamm ist gestern Mittag Megen, letzt steigt er langsamer. Die unteren Stadttheile sind im Wasser. Auf der Strecke Nlederlahnstetn-Trotsdorf ist der Betrieb eingestellt. DaS Wetter ist klar die Gefahr nimmt hier ab. 11 uar- Dlc , Mannheim, 28. December. Der Frachtverkehr ist, ausgenommen für Lebens- 5er immer im Wachsen. Die Etsenbahnbrücke bet Maxau Bruchsal^ÄSÄt. P°r's-Wi°n-r Eis-nbahnzüg- v°rk-hr-n nunmehr über „„ Karlsru h e, 28. December. Auf der Strecke der badischen Hauptbahn -wischen Offenburg und Dinglmgcn ist wegen des bedenklichen Zustandes eines Pfeilers an b.cr Mühlencanalbrücke bei Offenburg der Verkehr für die bevorstehende Nacht eingestellt. , . £9. Dezember. Nach hier eingegaugenen Berichten ist der Rhein «rr ^aldshut gestern Abend auf 5,38 und heute früh auf 4,61 gefallen, bei Kehl aestern Abend auf 6,32 und heute auf 7 54 gestiegen. — Der Neckar ist bei Deidesheim^ heute auf 7,1s, bei Heldelbera gestern Abend auf 6,70 gefallen. Bei Mannheim hat daaeaen der Neckar mit 10,16jfyeute feen höchsten Stand des Jahrhunderts erreicht, das Wasser steht hoher als un Jahre 1824. — Die Murgdämme bei Rastatt sind über- fülthet, dre links,eckige Vorstadt ist überschwemmt; in der rechtsseitigen Stadt steht das ^herrscht große SeYorgnif;.' “ ist bei Wertheim heute auf 5,67 gestiegen, . . Ludwigshafen, 29. December. An der Ringstraße ertrank Nachmittags ein q?r?ÄAahnges Mädchen rm Hochwasser. Bei Ludwigshafen stebt der Rhein sehr hoch. imm?r^fenftraße lst ganz unter Wasser, ebenso feie Anlagen. Der Rhein steigt noch 29. December. Wegen der Ueberschwemmung des Bahnhofs Caste! ist der Eisenbahnverkehr mit Frankfurt a. M. unterbrochen. Auch der Verkehr müssen ^chtsrhetnischen Eisenbahn Niederlahnstein-Oberkassel hat eingestellt werden R . AaneL i9/ December^ Die Fulda, welche gestern Nachmittag gefallen war, fW seit der Nacht wieder anhaltend, trotzdem der Regen aufqehört hat. Würzburg', 28. December. Der Main ist über die Ufer getreten, hat die zunächst liegende Straße der Stadt unter Wasser gesetzt und ist in weiterem raschen Zunehmen begriffen. - 29. December. Nachrichten, welche der „Ostdeutschen Presse" aus Russisch-Polen zugingen, melden, daß feie Warthe daselbst über die Ufer getreten ist. ' 0 cx t Artz, 29. December. Die Mosel hat heute früh her den höchsten Stand vom Jahre 18R) erreicht, seitdem ist ein Stillstand eingetreten; vom oberen Laufe der Mosel wird ein Fallen des Wassers gemeldet. Lokale-. m k- SUfrib 30. December. [Water.] Der Freitag Abend brachte uns Paul Lindaus „Gräfin Lea." Es gewährt uns große Befriedigung, constattren zu können daß die Aufführung durch unsere strebsame Theatergesellschafl wenig zu wünschen ar 0-J1 o Es gehört wahrlich große Selbstbeherrschung und Leistungsfähigkeit dazu Angesichts eines nur schwach besetzten Hauses mit Lust und Liebe auf die Wiedergabe von Rollen einzugehen, die durch die Brette des Dialogs an sich höchst anstrengend und ermüdend wirken. Die Verkürzungen, die das Stück durch den Griffel des Regisseurs erfahren hatte, vermochten der Wirkung des Ganzen keinen Eintrag zu thun. Indem S r fuXd?e Wiedergabe des Sujets verzichten, da wir voraussetzen, daß der Inhalt dieses Tendenzstückes, das zur Zett seines Erscheinens so viele „Für und Wider" heroor- gerufen hat, allgemein bekannt ist, wenden wir uns der Aufführung selbst zu. Fräulein $mrAenofron überraschte uns durch die vorzügliche Wiedergabe der Titelrolle. Diese „Gräfin Lea" war in allen Zügen das Bild einer edeldenkenden, feinfühlenden Frauenseele, die sich ihrer Würde bewußt, selbst in den Augenblicken der höchsten Erregung nie zu emer entwürdigenden Handlung hinreißen läßt. Die Scene mit Paula im 3. Acte gewahrte uns durch das maßvolle Spiel und die warmen Herzenstöne des Fräulein Herzenskron einen so ungetrübten Genuß, daß wir der Dame unsere größte Anerkennung zollen müssen. — Frau Hauptmann wußte die Salonintriguantin Freifrau v.Leesen wirk,am wiederzugeben und trug zum Gelingen des Ganzen wesentlich bet. Das Gleiche gilt von Fräulein Hauptmann I. als „Paula. — Herr Ab a tu ra bot in der Rolle des Grafen Erich Fregge das vollendete Bild des blasirten, gelangweilten Aristokraten, der keine andere Lebensaufgabe kennt, als Spiel und thatenloses Hinträumen und der sich von seiner Schwester als willenloses Werkzeug ihrer Pläne gebrauchen läßt Die Partie des Rechtsanwalts Freiherrn v. Deckers befand sich bei Herrn Director Schubert tn besten Händen und auch die Darsteller der kleinen Rollen thaten ihr Möglichstes, um dem Stücke zu seinem Erfolge zu verhelfen Wir können somit nur bedauern, daß der pecuniäre Erfolg des Abends dem künstlerischen so wenig gleich- zukommen vermochte. b Vermischtes. . r^Wten, 27. December. [Ein Urenkel Andreas Hofers erschossen.] Von einem tragischen Geschicke wurde am 20. d. Mts. feer Linienschiffs-Fähnrich Andreas Edler v. Hofer, ein Urenkel fees Sandwirthes AnferaeS Hofer, ereilt. Linienschiffs-Fähnrich Edler v. Hofer, welcher seit einiger Zeit tn Pola in Garnison ist, wohnte am 20. d M. °U' dem dortigen Schteßstand^einem Versuchsschießen bei. Plötzlich entlud sich durch Zufall das Gewehr eines. Etniahrig-Fretwilligen, die Kugel drang dem Fähnrich in den Untccl-ib und p-rl-tzt° ,hn Icb-nsg-sährllch Nach zwcttSg.gcr Krankheit'l°I°g b-r junge seiner Wunde. Von der Sandwirthsfamilie sind nur mehr zwei männliche Namenstrager am Leben, der Vater und der Bruder des nun Verstorbenen Es ist Geschick in der Familie Hofer, daß verhällnißmäßig viele Mit- ! ben ^Omb(“hC6 finben- Der Großvater des Lmiensch'ffs- Unrichs sowie zwei Brüder seines Vaters fielen als Offiziere auf italienischen Schlachtfeldern -in Bruder seines Vaters wurde in Italien durch einen Schuß schwer verwundet und nun fand -in fünftes Mitglied dieser Familie seinen Tod durch vinv jiUQvi. , London, 26. December. Im Woolwicher Arsenal wird eine lOzöllige kreisförmige Granate auf ein hölzernes Postament gestellt, welches folgende Inschrift tragen Qrtfk 011 rot« OVI nlri flfHkanf.u - L V i 1 P^ittzen von Wales, von Admckal «r- C ?! aU1l>a§ Bombardement von Alexandrien am 12. Juli 1882. Diese Granate durchbohrte die Backbordsette von Ihrer Majestät Schiff „Alexandra'' o^l'halb des Panzcrs drang durch bie' Kajüte des Torpedo-Lieutenants, schlug fn den Maschinenraum ein und rollte das Hauptverdeck entlang, wo Mr. Harding. ^r^Bombardier, dieselbe in einen Kübel mit Wasser warf, wofür er das Victoria- 27. December. Der zweite Weihnachtstag hat uns einen neuen Brand fl oracht und zwar wiederum tn dem berühmten Allerweltsmagazin von Whiteley tn nmpZ miS Wochen für 100,000 L. Waare von einer Feuersbrunst verzehrt wurde Diesmal brach das Feuer aus in der Möbel- und Pianoforte-Ab- hnt X kÄ mit ijren fiolwefüaten Werkstätten der Flamme üppige Nahrung b°k- D«^ Schaden wird diesmal auf 20,000 L- (400,000 JÄ) angesetzt. Der Ursprung des Feuers ist gerade so geheimnißvoll wie das erste Mal. Seit Samstag roar autter flS Beamten keine lebende Seele im Magazin gewesen, am allerwenigsten fflnnJ WHhnnSk b e Arbeiter am Samstag Nachmittag verließen, um die anzutreten. Uebrigens sind noch zwei Brände zu Derjeicfenen: fealt au?LneSrHrf5n^H^^m°J)ie ^ry Louise, ein Schiff von 12CK) Tonnen Ge- m§^uer fing und halb verbrannte, und ein zweiter vor -örtftol, wo die Fahre Julia von den Flammen so plötzlich ergriffen ward daß sie vor iTKbn^r±mannf?aft f°"k - In London wud aug?nblicklich e^ Bewegung kla®mn?r9Cbra^t' eine große Versammlung nach St. James Hall zu berufen und ^n^r Einmischung in die Londoner Feuerwehrangelegenheiten zu bewegen. Ihre Unzulänglichkeit ist längst erwiesen, ebenso weiß jeder daß die Feuer- finb*^aUfebfnCTftt?gegenwärtigen Zustand der Dinge höchst zuffieden aeleisthten^^k/«-?/^» 7" der darauf folgenden Bekanntmachung des von ihnen aua nb ckki^^n E// dnc !^ue Reclame für fie .st. London allein zahlt ihnen augenblicklich an Prämien um 40 pCt. mehr als die Kosten für die gesammte Haupt- städtische Polizei von 11,000 Mann betragen, nämlich 1,370,000 L. Wenn ein Theil dieses Betrages der Feuerwehr zu gute käme, die sehr stiefmütterlich bedacht ist, würde der Scbaden, der dem Nattonaleigenthum zugefügt wird (er beläuft sich in Großbritannien auf 9,100,000 L) erheblich verringert werden. Aber — wie heute die „Times" bemerkt — man läßt sich die Raubzüge des Feuerkönigs -benso geduldig gefallen, wie man sich im Mittelalter mit den Einfällen des Beys von Algier absand, und verwendete gern große Summen auf die Beobachtung des Durchganges des Venus, während man die Feuerwehreinrichtungen ebenso ungern bezahlt wie die Doctorrechnungen. SchiffSbericht. Mitgethetlt von dem Agenten des Norddeutschen Lloyd in Bremen, C- W. Dietz Nachfolger, Gießen. Bremen, 29. December. Der Postdampfer Salier, Capt. C- Wiegand, vom "Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 16. December von Newyork abgegangen war, ist gestern 7 Uhr Abends wohlbehalten in Southampton angekommen und hat nach Landung der für dort bestimmten Passagiere, Post und Ladung 9 Uhr Abends die Reise nach hier fortgesetzt. Derselbe überbringt 111 Passagiere und volle Ladung. Beachtenswerth. Wenn man sich der tage-, ja oft wochenlangen Unerträglichkeit erinnert, die von einem Schnupfen oder Katarrh unzertrennlich waren, so findet man die Lösung des Räthsels erklärt, warum die Apotheker W- Voß'schen Katarrhpillen, welche auf Grund neuerer wissenschaftlicher Ergebnisse (über das eigentliche Wesen katarrhalischer Erkrankungen und deren rationelle Beseitigung in kürzester Zeit) dargestellten und von bedeutenden Medtcinern wie SanitätSratb Dr. Blumenseld, Sanitätsrath Dr. Boeddiker, Dr. Lucca, Dr. Hansen rc. warm empfohlenen Apotheker W- Voß'schen Katarrhpillen in verhältnißmäßig kurzer Zeit eine so große Verbreitung resp. Anwendung gefunden und fast vollständig alle übrigen Mittel, welche man früher gegen diese Erkrankungen gebrauchte, verdrängt haben. Durch diese W. Voß'schen Katarrhpillen wird nunmehr aber auch der Schnupfen binnen wenigen Stunden beseitigt und schwerere Katarrhe, die mit Husten, Heiserkeit, Verschleimung, Fieber rc. verknüpft sind, alsbald in die mildeste Form übergeführt, um binnen einigen Tagen ebenfalls vollständig beseitigt zu sein. Man achte jedoch darauf, die ächten W. Voß'schen Katarrhpillen zu erhalten, welche auf dem Etiquette die Namen Apotheker W- Voß und Dr. medio. Wittlinger tragen müssen. Zu haben ä Schachtel 1 X in den meisten deutschen Apotheken. 8558 Handel und Verkehr. Gießen, 30. Dezember. Auf dem heutigen Markt kostete: Butter -per Pfund X 1.10—1.20, Hühnereier per Stück 7—9 Käse per Stück 5—9 X Kasematte per Stück 3 H, Erbsen 1 Liter 20 H, Linsen 1 Liter 24 H, Tauben das Paar 60—65 Hühner per Stück X 0.90—1.20, Hahnen per Stück X 0.70 bis X 1.30, Enten per Stück X 1.70—2.00, Ochsenfleisch per Pfund 66-70 4 Kuh- und Rindfleisch 56—60 H, Kalbfleisch 54 bis 56 Schweinefleisch 62—64 H, Hammelfleisch 60—66 Kartoffeln per 100 Kilo X 5.50—6.00, Zwiebeln per Centner X 3.00, Milch per Liter 14—18 H. Gänse per Pfd. 60—80 H. Weißkraut 100 Stück X 4—7.00. __________ Frankfurt a. M., 30. December, Nachmittags 2 Uhr — Min. (Telegraphischer Coursbericht. Mitgetheilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen.) E-reditactten 2385/e, Staatsbahnactien 2883/e, Galizier 249%, Lombarden HoVa, Rord- n'estbahnactien 165%, Darmstädter-Bankactien 1523/4, Oberschlesische E.-B.-Act. —, Oesterr. Silberrente 65, 4% Ungar. Goldrente 72'/2, 4°/0 1880er Russen 68Vs, 5Vo 1877r Russen 86V2, 2. Orient-Anleihe 53 72, Spanier 61V2, 5°/ß Rumänische Rente 91V2, 4% Unific. Egypter 70'Vis, Disconto Comm. 192, Gotthardbahnactien 1097/3. Tendenz: still. Auszug aus den Standesamtsregistern des Standesauits Gießen. Aufgebote. December. 27. Bäcker Friedrich Karl Christian Jean Noll mit Marie Philippine Karoline Lenz, Tochter des Bäckermeisters Martin Lenz von Gießen. 27. Johannes Winnecker, Arbeiter von Rödgen mit Margaretha Schütz, Tochter des verstorbenen Taglöhners Gotthard Schütz von Leidenhofen. Eheschließungen. December. 27. Schloffer Friedrich Philipp Bindewald von Ziegenberg mit Theodore Karoline Henriette Stamm, Tochter des verstorbenen Zimmermetsters Balthasar Stamm von Gießen. 29. Gepäckträger Johann Adam, genannt Georg Leich, Wittwer von Gleiberg mit Luise Bender, Tochter des verstorbenen Müllers Peter Bender von Rieder-Wetz. Geborene. December. 18 Dem Schuhmacher Heinrich Krausmüller ein Sohn, Heinrich -Eberhard. 18 Dem Posthilfsbote Seraphim Staubach ein Sohn. 19. Dem Mechanikus W'lhelm Graf eine Tochter. 19. Ein Sohn von auswärts, Johann Georg. 20. Ein Sohn von auswärts, Karl Heinrich. 21. Dem Bäckermeister Wilhelm Löber VI. ein Sohn, Otto. 21. Dem Arbeiter Gustav Schuchardt ein Sohn, Heinrich Wilhelm Ernst Martin Konrad. c22. Dem Schreiner Adolf Laudon ein Sohn, Wilhelm Louis. 23. Dem Schaffner bet der Oberhessischen Bahn Konrad Kuhl ein Sohn, Adam Anton. 23. Dem Kutscher Karl Stroh ein Sohn, Karl Julius. 23. Dem Schutzmann Adam Hinter ein Sohn, Johann Wilhelm. 24. Dem Stations-Assistenten bei der Main- Weser-Bahn Philipp Blumenau ein Sohn, Carl Ferdinand Hermann Curt. 24. Ein Sohn von auswärts, Friedrich. 25. Ein Sohn von auswärts, Heinrich. 25. Eine Tochter von auswärts, Anna Elise. 25. Dem Schreiner Philipp Steinmetz ein Sohn. 26. Eine Tochter von auswärts. Marie. 26. Dem Spezereihändler Johannes Hilgärtner ein Sohn. 29. Dem Kaufmann Moritz Friedberger eine Tochter, Paula. Gestorbene. December. 21. Theater-Director Johann Christoph Schubert, 52 Jahre alt. 24- Friedrich Wilhelm, 11 Monate alt, Sohn des Arbeiters Gustav Schuchardt. 26. Spengler Walter Theodor Zinser, 69 Jahre alt. 27. Louis, 6 Jahre alt, Sohn des Schneiders Kaspar Weis. 27. Karoline Elise Auguste, 1 Jahr alt, Tochter des Weichenstellers Karl Ulm. 28. Marie Elise, 4 Jahre alt, Tochter des Weißbinder- meisters Hermann Völker. 29. Karl Christian, 2 Jahre alt, Sohn des Schneiders Kaspar Weis. Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Getraute. Den 27. December. Friedrich Philipp Bindewald, Schlosser zu Gießen und Theodore Caroline Henriette Stamm, ledige Tochter des verstorbenen Zimmermanns "Balthasar Stamm zu Gießen. Den 29. December. Johann Adam, genannt Georg Lesch, Gepäckträger zu Gießen, ein Wittwer, und Luise Bender, ledige Tochter des verstorbenen Müllers Peter Bender zu Nieder-Wetz. Getaufte. Den 24. December. Eine außereheliche Tochter, Emilie Luise Anna Elisabeth, geboren den 10. Oktober. Denselben. Dem Kupferschmied Louis Vollmete ein Sohn, Johann Emil, -geboren den 5. Oktober. .. Von Herrn Rentamtmann Lyncker i. P. wurden in diesem Jahre nachstehende Betrage an die Kletnkinder-Bewahranstalt baar abgeliefert: 1. Erlös aus gesammelten Cigarren-Abschnitten nach Abzug der Kosten 19,80 X 2. Von dem Oberkellner im Gasthaus zum Einhorn gesammelt 2,13 „ 3. Erlös aus Flaschenkapseln 1,85 4. Die zur Ersparung der üblichen Neujahrsbesuche gesammelten milden Gaben mit 41,— ®ifobE»e, ge^n3B',6dm dne Achter, fleboren$,benC1lon«o®embelf.d,relnet ®C°r8 cln S°h", Georg August Fran» Louis. geboren^den^M.^Oklobe" Dem Bierbrauer Peter Worch ein Sohn, Heinrich P-ier, geboren^den W."'Okwb7r ®au,botfi $eind$ ®9crt eln Sohn, Wilhelm Adam Heinrich, Denselben. Dem Optiker Otto Rühl ein Sohn, Carl Ferdinand Gustav, geboren den 24. April 1881 und eine Tochter, Elise Emilie Johanna, geboren bcn y November. «> Denselben. Dem Gastwirth Georg Jung ein Sohn, Wilhelm, geboren den lo. November. Denselben. Dem Schuhmacher Heinrich Thielemann ein- Tochter, Gertrude Katharme, geboren den 31. Oktober. Denselben. Dem Magazinsarbeiter Christoph Hahn -ine Tochter, Emma, geboren den lo. November. Denselben. Dem Schriftsetzer Albert Wolff eine Tochter, Anna Elisabeth Caroline, geboren den 18. September. Denselben. Dem Dreher Julius Ludwig Pimper eine Tochter, Marie Christiane Henriette, geboren den 3. November. 7 Den 26. December. Dem Lackirer Johannes Röhnig eine Tochter, Emma Marie, geboren den 14. Oktober. . D-ns-lb-n. Dem Bierbrauer Wilhelm Zipp -tn Sohn, Carl August, geboren den 21. November. Denselben. Dem Bremser Johannes Höser -in Sohn, Emil Hermann Nikolaus, geboren den 26. September. Denselben. Dem Kaufmann Carl Merkel ein Sohn, Carl, geboren den lo. November. . „Denselben. Dem Taglöhner Earl Wagner eine Tochter, Anna H-nrtett-, geboren den 28. November. ö Denselben. Dem Bahnarbe.ter Heinrich Carl Otter Zwillingstöchter, Minna und Maria, geboren den 31. Oktober. Denselben. Dem Bremser Konrad Müller ein Sohn, Louis Georg, geboren den o. November. ° ö Denselben. Dem Schreiner Hermann Kröcker ein Sohn, Carl, gehörenden 9. Oktober. D-n 28. December. Dem Hautboisten Johann Heinrich Gröninger ein Sohn, August Friedrich, geboren den 29. Oktober. 29. December. Dem Rechtsanwalt August Metz ein Sohn, Hermann Wilhelm, geboren den 10. Juni. ™ Beerdigte. - , De» 23. December. Elisabeth Stork, geb. Jungk, Ehefrau des Bremsers Ludwig e>torf, alt 41 Jahre, starb am 21. December. Den 24. December. Johann Christoph Schubert, Theaterdirector, alt 53 Jahre, starb am 21. December. ^Den 2Z. December. Walter Theodor Ziußer, Rentner, alt 69 Jahre, starb am 26. December. _ r in Summa 64,78 X Folgende Herren haben diese milde Gaben gespendet: 1. Mühlenbesitzer H. Schudt aen., 2. Rentner ß. Bücking, 3. Tabakfabrikant Schaumann, 4. Remner I. Bapst, 5. Weinhändler Schwan, 6. Rentner Bender aen. 7. Ungenannt v. H., 8. Ungenannt Sch-, 9. Kaufmann Treff, 10. Banauier Kaufmann' 11. Freiherr von Rabenau, 12. Prof. Dr. Oncken, 13. Regierungsrath Haberkorn, ^'^ntnerEmmerlch, 15. Rechtsanwalt Batst, 16. Buchdrucker Keller, 17. Buchhändler Acker, 18. Bierbrauer N. N-, 19. Landgerichtsrath Pfannmüller, 20. St uerrath Engisch 21. Rentner F. Gail, 22. Forstmeister Haberkorn, 23. Kaufmann Kraatz, 24. Hütten- besitzer K. Buderus, 25. Präsident Dr. Buff, 26. Rechtsanwalt Dornseiff, 27. Director Vigelius, 28. Buchhändler Ferber, 29. Rentamtmann Lyncker, 30. Zahnarzt Koch 31. Rechtsanwalt Diery, 32. Kaufmann Bannas, 33. Dr. Schmidthenner 34 Fabrikant O. Kempff, 35. Präsident Dr. Knorr, 36. Kaufmann Fr. Koch. Bemerkt wird noch besonders, daß sich das im vorigen Jahre in die hiesig- Spar-und Leihkasse gegen Zinsen eingelegte Kapital von 50 X in diesem Jahre durch milde Beitrage, Straf- und Spielgelder auf den Betrag von 169,03 X erhöht hat und in der Sparkasse zinstragend verbleibt. Weiter haben folgende Herren zur Enthebung von Neujahre besuchen unserer Anstalt Gaben zugewendet: Gastwirth Balth. Lenz, Professor Dr. Baltzer, Rechtsanwalt Dornseiff aus Nidda, Bürgermeister Bramm, Gymnasiallehrer Scherer, Gymnasiallehrer Dr. Drehl, Accessist Schlapp, Lehrer Jung, Bankvorstand Wortmann, E. Pistoraen H. Haßler, Pfarrer Schlosser, Pfarrer Dtngeldey. Pfarrer Dr. Naumann. Für alle Gaben sagen wir den herzlichsten Dank; und ganz besonders danken wir noch Herrn Rentamtmann Lyncker für alle seine gütigen Bemühungen zum Betten unserer Anstalt. Gießen, den 30. December 1882. Der Vorstand der Kleinkinder-Bewahranstalt. Dr. Naumann, Pfarrer. Brodpreise vom 31. December 1882 bis 13. Januar 1883. der Bäcker der Brodverkäufer 4 1 Kgr. (2 Pfd.) Weißbrod .... 30 ,60 1 Kgr. (2 Pfd.) Weißbrod .... 30 2 w (4 " ) ~ " .... 2 „ (4 „ ) ....... 60 1 ii V- ii ) Schwarzbrod 1. Sorte ? " Ö " < U H 27 54 1 ,/ (2 „ ) Schwarzbrod 1. Sorte bei Hch. Rain 27 23 2 " ^4 " , " 2* " 3 „ (6 Pfd.) Schwarzbrod 2. Sorte bei Fr. W. Hartmamr, L. Keil, Karl Wallenfels II., Martin Lenz, 24 I48 2 „ (4 „ ) Schwarzbrod 1. Sorte bei Hch. Rain 3 „ (6 „ ) Schwarzbrod 1. Sorte 1 H (2 „ ) Schwarzbrod 2. Sorte bei Hch. Rain 54 (46 24 22 L. Kroneberg und L. Schneider bei Gg. Müller und Konrad Haas .70 72 2 „ (4 „ ) Schwarzbrod 2. ©orte bei Hch. Rain o h (6 „ ) Schwarzbrod 2. Sorte 48 44 [70 Gießen, den 30. December 1882. Großherzogliches Polizeiamt Gießen Frese nius. A. Saame „Weimaal" empfiehlt Koth- und Weißweine in bekannter Güte. 8584 Allgemeiner Anzeiger. Irische Schellfische auf Eis eingetroffen. 8442 J. A. Busch Söhne. Der Feierabend für Lehrlinge bleibt am Sonntag den 31. December geschlossen, ist aber am Neu- jahrStage, Abends von 6 bis 10 Uhr geöffnet. 8565 -Dr« Naumann^ Pfarrer. Lieferung von Schlackensand. Dienstag den 2- Januar 1883, Nachmittags 3 Uhr, soll in der Restauration Bramm dahier die Lieferung von ca. 500 cbm Schlackcnsand auf die Staatsstraßen in der Nähe von Gießen loosweise versteigert werden. Gießen, der 30. December 1882. Großherzogliches Kreisbauamt Gießen. Walter. 8576 Nächsten Montag den '8. Januar, Mittags 2 Uhr, soll aus hiesigem Ortsgericht eine Lo- comobllehalle, 13 V- Meter lang und 103/4 Meter breit, auf den Abbruch verkauft werden, event. auch mit dazu gehörigem Grund und Boden. Wieseck, den 30. December 1882. Lang, Bürgermeister. Jeilgeöotenes. Echt Culmbacher Bock-Bier. 8585_______A* Saame. Coaks. Pro 1. Semester 1883 ist noch ein Pöstchen Coppee Coats prima Qualität von ca. 100 Centner pro Arbeitstag billig zu kaufen. Gesl. Offerten unter 6. W. 27 befördert die Expedition der „Hagener Zeitung", Hagen i. W. 8566 Für den Sylvester - Abend empfehle mein Lager in allen Sorten Choeoladen, „ „ Punsch-Essenzen, Reingchmtenen Weinen, Champagner rc. re. (Satt) besonders erlaube mir eine vorzügliche Maiwein-Essenz zu empfehlen. 8581 Gff. Weütlg. 1TB, Der Laden bleibt bis nach 12 llbr offen. In der Privatklagsache des Rechtsanwalts Weidig gegen Bürgermeister Bramm und Cons. ist im vorigen Monat endgültige Entscheidung erfolgt. Nachdem der im Mai beantragte, gesetzlich vorgeschriebene. Termin zum Sühneversuch bis Ende Juli verzögert morden war, wurde Anfangs August die Klage erhoben. Dieselbe wurde gegen Ende September aus dem Grunde zurückgewiesen, weil 1) der angefochtene Beschluß des Gemeinderaths nur mit 9 gegen 9 Stimmen gefaßt worden war, Kläger aber nicht hatte angeben können, welche der von ihn: insgesammt verklagten Mitglieder der Versammlung mit „ja" gestimmt hatten, 2) well auch weder nach Form noch Inhalt eine Beleidigung vorliegend erscheine, wie solche die Beklagten auch entschieden in Abrede gestellt hätten. Aus hiergegen verfolgte sofortige Beschwerde hat die Strafkammer diese Verfügung lediglich bestätigt._______________________________________________8575 Am 1. Januar 1883: 8580 Tanzmusik in der Restauration Schmidt, Grünbergrrstraße. ia Zwelschenhonig, Apfelkrant, Syrup frisch in Anbruch genommen. Carl Petri 8561______(vorm. G. C. Spruck). Regenschirme in Seide, Halbseide, Gloria und Zanella empfiehlt zu sehr billigen, festen Preisen A. Schwarzschild., 8587 6. Neustadt 6. Folgende Objecte sind durch mich preiswürdig ,}u verkaufen: Zwei Häuser, worin seit vielen Jahren flotte Spezereigeschäfte betrieben werden. Zwei schöne Wohnhäuser in der Bahnhofstraße. Ein schönes Haus mit großem Garten in der Ostanlage. Ein flottgehendes feines Restaurant. Ein Haus in bester Lage mit gutgehender Wirthschaft. Ein großes Wohnhaus in den Neuen- Bäuen. Ein Haus an der Heuchelheimer-Chaussee. Eine guteingerichtete Brauerei. 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Zimmer, mit oder ohne Cabinet, zu vermiethen Kanzleiberg 16 (im Hause des Herrn Brück).__ 8570 Der seither von Herrn P. Gräf innegehabte Laden ist per 1. April mit oder ohne Logis anderweit zu vermiethen. Ludw. Orth, Photograph, _____Neuen-Bäue^ IL____ Theater in Gießen. (Cafe Leib.) Sonntag den 31. Dezember 1882: 24. Vorstellung im Abonnement. Der Tambour von Metz. Charakterbild in 4 Akten mit Gesang. Wegen Sylvesterabend heute Anfang 1/V7 Uhr. „ Montag den 1. Iannar 1883: 25' und letzte Vorstellung im 1. Abonnement. Das Mädel ohne Geld. 8571 Posse mit Gesang in 4 Akten. Theater in Griessen. Mittwoch den 3. Januar 1883: 8586 Benefiz für Frl. Uictorine Hmcnskron Verantwortliche Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl^schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen. Da» nächste Blatt, Nr. 1 für 1883, erscheint Dienstag Abend. Hierzu ein zweite» Blatt und eine Beilage.