1SSS Freitag den 3i. Marz irr. 77- Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Betreffend: Nack, & 85 der Verordnung vom 1. Februar 1882 z. -nx—. ti'tr Neubauten der baupolizeilichen Genehniignng für deren Benutzung, b. zulassen. mit nnd die Erlangung enthalten: a. Angabe der Wasserlaufe, Eigenthuins- . Die Ausführung der allgemeinen Bauordnung vom 30. April 1881. Bekanntmachung. i. -y-» WL SHÄ *5 Neubauten und Hauptveränderungen bet der unterzeicyneren Bureau: Schulstraße B. 18. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Ps. mit Bringerloh». Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark aO Ps. "tn allen Plänen sind die Wesentlichsten Dimensionen der Gebäude der einzelnen Räume derselben und der Constructronstherle mtt deutlichen Zahlen einzllfchreiben. Jedem Plan muß em Maßstab belgesetzt werden. 3 Außer den vorstehend bezeichneten Plänen können, insoweit solches zur Nrüsuna und Beurtheilunq eines Bauprofectes erforderlich erscheint, Detailplane in größerem Maßstabe von Gebäudetheilen, Feuerungsanlagen, 6onftructionen tc., sowie Nivellements des Bauplatzes nnd der angrenzenden Straßen verlangt werbtn‘ H Zureichenden Pläne ist dauerhaftes Material zu verwenden, und i/der Regel?nd dieselben in Actenformat. - 33 Centrmeter Hohe und 21 Zentimeter Breite — zusammengelegt emzuretchen. Dio Situationsvläne sind von Demjenigen, welcher sie gefertigt hat, die Baurisse aber von dem Bauherrn uild dem Techniker, von we chem sie herruhren, unter Anaabe des Datums äu unterzeichnen. - Die Unterzeichner sind für die Richtigkeit der Pläne tmd der eingetragenen Alaßverhaltnisse verantwortlich. Für Eisenconstructionen, für ungewöhnliche Bauten, oder sonst auf Er- iordem können zu den Bauplänen schriftliche Erläuterungen revisidnsfahige Festiakeitsberechnungen re. verlangt werden. Nach Lage der Verhältnisse kann Mc Polizeibehörde auch andere Maßstäbe, als die zu ö, c, <1 und e bezeichneten, Der Kaiser von Rußland und sein Haus sind sichtlich bemüht Deutschlands und Oesterreichs Herrschern gegenüber wieder gut zu machen was die vanslavistischen Hetzereien verschuldet haben. Die verschiedenen Aufmertsam- keiten welche Czar Alexander »I. dem deutschen Kaiser anläßlich dessen Geburts- taaes 'erwies sind ein bedeutsames Zeichen, daß der russische Herrsscher dw traditionellen freundschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Oesterrech aufrecht zu erhalten wünscht. Auch seinem Lande gegenüber laßt der russische Kass r über feine Sympathien für Deutschland und dessen Kaiserhaus keinen stmeisel denn der offizielle „Russische Invalide" berichtet m ausführlicher Wesse über den bekannten Toast des Czaren bei dem Frühstück nut ben Ofstcreren zu Gatschina. Ferner ist die Anwesenheit des Großfürsten Wladimir m -bien niibt ohne Bedeutung, denn die Skobeleff'schen Brandreden richteten sich ja mich gegen Oesterreich und der Besuch eines so angesehenen Mitgliedes der russischen Kaiserfamilie am Wiener Hofe deutet augenschemlich daraus hin, daß man m Petersburg den üblen Eindruck der Skobeless scheu Auslassungen auch Oe terrelch gegenüber möglichst zu mildern bemüht ist. Gegenüber ben Meldungen der Großfürst Wladimir sei der Träger wichtiger Anträge der russischenRegwrung an den Kaiser von Oesterreich, versichert das Wiener „sremdenblatt aus Bestimmteste, daß der Großfürst mit feiner Specialmission betrau en Die rumänische Deputirtenkammer begann mit Montag iie Berathung des Gesetzentwurfs, welche eine gründliche Verbesserung er t von den Großgrundbesitzern noch ganz abhängigen Bauern 'nRmmnen Der erste Artikel wurde mit 65 gegen 19 Stimmen j dem Entwürfe günstigen Mitglieder der Oppositionspartei Majorität. _______________ -____ ichcner Anzeiger Agzts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. und Ansichten sind in dem Maßstaö von oarzmieaeu. , ■ ™ machen daß wir die vom 1. April l. I. an Wir sehen uns veranlaßt, auf vorstehende Bestimmungen mit ™ &>^“^ma“äbe,ro Vervollständigung zurückgeben werden. bei uns eingereichten Pläne, welche mch,. diesen Bestimmungen Ml 0 angeführten Verordnung den Feuerv.fitator «tto Zugleich bringen mit 8« Ausführung zugezogen haben. »*- -E s 8fWi&***** tfe Situation des Bauplatzes und desstn Umgebung, Himmelsgegenden, der anstoßenden Straßen, Wege sowie bestehender oder projectirter Baulinien; aremen, benachbarte Gebäude nut Bezeichnung ....... 6öbe Bauart und Eigenthümer. Diese Situation ist^in dem Maß- stabe'von der natürlichen Größe darznstellen. Für Neubauten ist der Situationsplan von einem Geometer zu fertigen. Grundrisse für jedes einzelne Stockwerk voin Keller bis zuni Dach- rauiii mit Angabe der Feuerungseinrichtungen. Mindestens einen Vertikaldurchschnitt durch jedes Gebäude, nut Angabe der Terrainhöhe nnd der Höhe der betreffenden ^tiaße. d Ansicht nach der Straße und, wenn das Bauwesen von mehreren ' Straßen aus sichtbar wird, Ansichten von diesen Straßen aus e Bei Bauveränderungen ist der bestehende und der künftige Zustand deutlich und durch verschiedene Farben kenntlich zu machen. _ Neue Bauten sind mit rother, bestehende Bauten aber, soweit ste em Aenderung nicht erfahren, mit schwarzer und, soweit sie beseitigt werden lollen, init gelber Fnrbe zu be^eidiuen. _ Die unter b, c, d und e bezeichneten Grundrisse, Durchschnitte und Aüsichten sind in dem Maßstab von '/io« darzusteUen. Politische Uebersicht. Giesten, 30. März. Die in voriger Woche erfolgte Abreise des Fürsten Bismarck nach Friedrichsruhe ist ein entschiedenes Anzeichen dafür, daß zur Zeit auf dem Gebiete der hohen Politik keinerlei ernstere Verwickelungen zu besorM nd denn sonst würde unser Reichskanzler .fid) schwerlich aus der Reichshauptstadt und damit vom Mittelpunkte der politischen Geschäfte entfernt haben. Wie verlautet würde der Aufenthalt des Fürsten Bismarck m Fnedrichi-ruhe^ etwa 4 Wochen dauern und es sind daher auch m Bezug auf die Wvebenden Fragen unserer inneren Politik vor der Wckkehr unseres leckenden Staatsmannes nach Berlin keinerlei Entscheidungen zu erwarten. Da auch die Vertagung dev p ß scheu Abgeordnetenhauses unmittelbar bevorsteht Hasselbe wud e 1 17. April seine Sitzungen wieder aufnehmen — so wirb erÜ °e g ) leit, unter Hinblick ferner auf bie alsbann herannahenbe Fruhiahrs-Session des Reichstages, der Wellenschlag des politischen Lebens wieder em siaiterer werden^. n d es südska v is ch en Au sst andes, au einem Punkte erstickt, lodern an anderen Stellen desto hoher empor und die öfter ) U. Regierung kann deshalb noch lange nicht daran denken, die Zahl ihrer ve Crivoscie und Herzegowina stehenden Tnippen herabzummdern Du a mal g^ Einberufung der österreichisch-ungarsschen Delegationen behufs BemMgung, m Nachtrags-Credits ist hierdurch nothwendig geworden und ungarische I wollen bereits ivisien, daß bie Einberufung der Delegationen zwischen । m M unb 17. April erfolgen werbe, lieber bie Hohe des Nachtrags'Credit rv nur Vermuthuugen laut, boch wirb die von der Regierung z Summe voraussichtlich den ersten Credck von drei Biillionen betracym) übersteMii. welche Oambetta hinui,tersch^ucken mußte, als er in der französische,. Deputirtenkammer be der Wchl de^Buög^ Commission eine so entschiedene Niederlage erlitt, l. W h U Wilson der besonders unangenehmen Nachgeschmack gewesen - Bekann^ch.st ^Ison einer der erklärtesten Gegner des gestürzten Mmssteipraß e g , f ..- man aus diesem Umstande die Empfindungen Gambettaund sem^ Pa s^ne über die Wahl Wilsoists ermessen. Aus jeden Fall haben diese ;i Neuem bewiesen, daß das Cabinet Freycinet trotz seines erst kurzeI uori; schon recht fest im Sattel sitzt und daß es den Machinationen Ganck ett läufig nicht gelingen wird, dasselbe aus dem Sattel zu heben. - afritailischen Besitzungen der Franzosen, am Senegal, wurden in fitz 3 wiederholt durch Uebersälle der Eingeboienen gedroht. Die und tz g Stämme, welche den französischen Posten m Sedhrou am Senegal hatten, sind nun empfindlich gezüchtigt worden. Darmstadt, 29. März. ®er ®”.^r>3“0n "begeben, um der tag mit den Prinzessinnen Victoria und Elisabeth ) beg Punzen Leopolv Feier der Confirrnatiou der Prinzessin Victo beizuwohnen. .,,,An.rpr Mrft Bismarck beschäftigt sich Berkin, 28. Riärz. Der Reichskanz er Eifrigste mit den auch während feiner Villegiatur in. Fn Fy ^Emtlich ist es das Arbeiter- dem Jieichstage vorzulegenden G^etzentwu 1• . Fürsten Bismarck in Unfallversicherungs-Gesetz, welches, me-iu^ ^braihungen des Volkswirthschafis- Anspruch nimmt, umsomehr als ° 11 blassen hat und der Kanzler diese raths nur nach erheblichen Ame S BoUenbenben Gesetzentwurs zu verso viel als möglich für ben balöign zu werthen wünscht. irb ben „Bert. Polck. Nachr." geschrieben: Der — Aus Budapes auS bem Wege geräumt worben, mdem der Stein des Anstoßes °°u cy, 6m Mittelschul-Gesetzentwurf mit 7 gegen ?et2ZenUSnte? Somit ist nun auch aller Wahrscheinlichkeit nach dessen ben Erwartungen enlipreche und zwar eben in Folge der Haltung der Pait-^genossen Parnell s. Es |eien aber viele Mordthaten und andere G-wallihaten durch diese Gesetze verhindert worden und wenn es nöihig «erde müßten die Regierung und da« Parlament noch Urengerc Maßregeln beschließen. Die Rede Forster'S wurde Mit anhaltendem Beifall ausgenommen. Dublin, 29. März. In Folge der in einem Wirthshause erfolgten Ermordung eines jungen Mannes fanden hier mehrere Verhaftungen statt. Der Mord wird einer geheimen politischen Gesellschaft zur Last gelegt. In der Wohnung eines der Verhafteten wurden von der Polizei viele Gewehre, Revol- ver, Bayonelte und Patronen vorgefunden. 3? » « m t e « — Di- zwischen Preußen und dem Großh.-rzogthum Hessen bestehende Landes- grenze längs der Kreise Hünfeld, Fulda, Schlüchtern, Gelnhausen und Hanau einerseits und der Kreise Butzbach, Schotten. Büdingen und Friedberg anderseits wird im Laufe d eses Jahres neu vermessen, uei fteint nnb kartirt werden durch einen gemeinschaftlichen Geometer und zwar durch den Großh Hess. Geometer Ludwig Hohler, welcher zu diesem Bchufe auch für Preußen vereidet worden ist. — Nach den statistischen Ermittelungen des Vereins deutscher Eilen- nnd Stahlindustrieller belief sich die Robeisenproduction des deutschen Reichs (einschließlich Luxemburgs) im Februar 1882 aus 241 600 Tonnen, darunter 148155 Tonnen Puddelroheisen, 11 599 Tonnen Spiegeieisen, 58109 Tonnen Bessemer und 19 237 Tonnen Gießereiroheisen. Die Production im Februar 1881 betrug 212 868 Tonnen. Die Revanche für Marseille. „Revanche für Marseille", dieser Rus ist in Italien seit den bekannten Marseiller Excesfen un vergangenen Jahre nicht mehr zum Stillschweigen gekommen und mit der ganzen Leiden,chastlichkeit ihres südlichen Temperaments Haden ,n ihm die Italienerin? Xa2. pendle benachbarte, ehemals ihnen so freundschastliche Republik genährt, llme doch die Neigungen der Nationen zu einander durch em einziges politisches Ereia- mß gellort werden können. 1870/71 eilte Garibaldi, der altersschwach gewordene Liebling seines Volkes, den republikanischen Franzosen zu Hilfe gegen die Deutschen und setzt, nach kaum mehr denn zehn Jahren, steht derselbe Garibaldi an der Spitze ^"",""«wn°len" Feier ganz unerhörter Art. die direct gegen Frankreich gerichtet ist und leicht dazu beitragen kann, arge Zwischenfälle Hervorzurusen. Wir haben in einer unserer letzten Nummern Mitgetheilt, daß Garibaldi Neapel !>»- «" und nach Siethen gereist ist, um sich nach Palermo zu begeben, wo heute r, ari) ble fechshundertsährige Wiederkehr der sicilianischen Vesper gefeiert wird. „Massacre gegen Massacre", das ist hier die Paiole, und die Versicherung der IiciUanischen «läster, daß man lediglich das Unabhängigkeitsgefühl des Volkes stärken und feine andere Nation verletzen wolle, erscheint wenig glaubhaft. Die Italiener haben die Tage von Marseille, m denen der schon seit hundeit Jahren bekannte Pöbel dieser Stadl aus einer unglücklichen Verwechselung Anlaß nahm, ,n aller Form eine Jtalienerhetze herbeizuführen, die sich im Kleinen über ganz Frankreich ausbreitete ebensowenig vergessen, wie die Annexion Tunesiens, die ja bie Ursache zu biefer tiefgehenden Fembschast der beiden Volker bildete. Der französische Pöbel hat in Mar- ,e'?e b.!13'a tener in seiner blinden Wuth todtgeschlagen und als passende Revanche bietet sich setzt den rachsüchtigen Südländern die Feier der siciliawschen Vesper, jenes Blutbades, durch welches die Sictliauer schließlich ihre Befreiung vom drückenden Joche Karl von Ansou's herbeisührteu. Der letztere hatte bekanntlich dem Hohenstaufen Manfred sein subitalienisch-sicitianisches Königreich entrissen, später durch Enthauptung des letzten Hohenstaufen Konrabin seine Herrschaft für einen Augenblick gefestigt unb ein io bruckenbes Regiment eingeführt, baß die Gebuld seiner Unteithanen zuletzt riß unb eine offene Empörung folgte. Auf Sicilien brach ber Aufstand zunächst aus und in der blutigen Vesper wurden alle Franzosen, deren man habhaft werden konnte, schonungslos ermordet. Mit Unterstützung Peters von Arragonien gelang es den Aufständischen, u treten "J°*e ÄQtl’§ 0011 ani°u iu befreien und unter spanische Herrschaft Ist so die sicilianische Vesper, deren 600jährige Wiedeikehr in diesem Jahre mit au§brü(fltcber Genehmigung der italienischen Regierung festlich begangen wird, zwar als die Erinnerung an eine nationale Erhebung zu bezeichnen, so machen sie doch die entsetzlichen Nebenumstände keineswegs geeignet für eine Feier, wie sie jetzt zum ersten Mal geplant ist. Nur der bitterste Haß gegen die F anzosen, der Wunsch, diesen die Tage von Marseille zu vergelten, kann die Erklärung für ein in der Geschichte fo un« "hoites Jubelfest bieten. Der Umstand, daß ber „Alle von Eaprera" auf bemfelben Oie Hauptrolle spielt, erngt nur noch mehr Bebenken, beim Garibaldi wird gewiß bas Semtge bazu beitragen, bic erregte Menge noch mehr anzufeuern. Rechnet man zu biefen Momenten noch ferner hinzu, baß es in Sicilien zu regelrechten Erneuten unb Krawallen gekommen ist, so kann man Mit Spannung bem Verlauf der Gebenkseier • ntgcgenMen unb gewiß wirb die italienische Regierung gut thiin, wenn sie für alle Eventualitäten eine genügende Zahl von Soldaten beisammen hält Bei Gar,baloi's Eifer für die Republik kann sich aus dieser anti-s.anzöfischen Demonstration, welche die italienischen Staatsmänner im Geheimen gar nicht ungern sehen, wenn sie dies auch öffentlich aus bas heftigste bestreiten, gerabe wie bie Zeitungen, eine weniger liedsame anti-monarchische eniwickeln, die von weittragenden Folg n für die in Italien herrschende Währung sein würde. Jedenfalls bauen also König Hunibeit's Minister klüger gelben an ihre Erlaubnis; zur Begehung des Tages einige Eoncesstonen zu knüpfen. Von großer Bedeutung wirb das Ereigniß selbstverständlich aus die Beziehungen Italiens zu Frankreich sein. Wenn auch offene Erklärungen, sobald es in Palermo nicht zu allzu großen Ausschreitungen kommt, von beiden Seiten wohlweislich vermieden werden dürsten, so wird sich der Eindruck doch nicht verwischen lassen. Die Gedenkfeier der siciliamfchen V-sper schneid t auf Jahre hinaus das Taieltuch zwischen Frankreich und Italien vollkommen entzwei und bedingt des legieren Anschluß, mögen bie Jtalieriissimi damit nun einverstanden sein oder nicht, an Deutschland unb Oesterreich. Garibaldi unb feine Leute U Sinnen freilich von einem Weltreich Italien, es ist bas aber ein Traum, bem eines Tages ein schreckliches Erwachen folgen könnte. Die Leistungen der Italiener im Kriege von 1866 gegen Oesterreich sind noch unoergessen und Custozza sollte ein warnendes Mene Tekel sein, auf bie eigene Macht nicht allzu sehr zu bauen Schicksal int Parlamente umsomehr besiegelt, als die Regierung aus dessen Durchdringen kein Gewicht mehr legt. Aus der Debatte im lknterrichtsaus- schusse muß hervorgehoben werden, daß Cultusminister Tresort in Folge einer Bemerkung des Sachsen Bausnern dagegen protestirte, als ob die ungarische Regierung der deutschen Cultur feindlich gesinnt wäre, indem er auf seine bisherige Politik und auf die Angriffe hinwies, denen er auf chauvinistischer Seite ausgesetzt sei, worauf Guido Bausnern seine Worte dahin interpretirte, er habe nicht von der magparisirenden Tendenz des Ministers gesprochen, sondern von jener radikalen Strömung, die dieselbe fordert. Arankreich. Paris, 27. März. Dieser Tage sind weitere Einzelheiten über die Austreibung der Benedictiner von Solesmes eingetroffen. Es wurde ungefähr dasselbe Schauspiel aufgeführt, wie von den übrigen Ordensgefellschasten, die in Folge der Dekrete vom 29. März aus ihren Klöstern vertrieben wurden. Sie hatten den Eingang zum Kloster versperrt und ein Schlosser mußte die Thür aufsprengen. Die Mönche selbst, 80 an der Zahl, hatten sich in der Kapelle versammelt und sangen das Miserere, als der Präfekt der Sarthe mit seinen Leuten erschien. Man mußte Jeden von 4 Mann Gensd'armen hinaustragen laffen. Die Regierung hatte dem Abt von Solesmes anbieten lassen, die Bewachung der Abtei, wie auch früher, 7 Mönchen zu überlassen; der Abt gab aber keine Antwort, so daß jetzt das Kloster 3 Gensd'armen als Besatzung bekommen hat. Der Präfekt hatte sich von einer Compagnie Infanterie, die ein Major befehligte, und 50 Gensd'armen begleiten lassen. Diese Maßregeln erwiesen sich aber als überflüssig, da die Bevölkerung vollständig ruhig blieb. Dieselbe hatte eingesehen, daß, da es mit der Macht der Mönche zu Ende ist, die Regierung mit Recht die Ausführung der Gesetze handhabt. Selbst die Klerikalen der Umgegend hatten sich nicht, wie dies bei der ersten Austreibung der Fall war, den Mönchen zugesellt, um mit ihnen Einspruch zu erheben. Die Trappisten des Ain-Departements wurden zum ziveiten Male ausgetrieben. Dieselben hatten sich wieder in größerer Anzahl zusammengethan, als man es ihnen gestattet. Sie leisteten jedoch keinen Widerstand, erhoben nur Einspruch und zogen ab. Telegraphische Depeschen. Wolff's telcgr. Corresponbenz-Burcau. Berlin, 29. März. Das Abgeordnetenhaus genehmigte das Gesetz über die Fürsorge für die Wittiven und Waisen unmittelbarer Staatsbeamten in zweiter Lesung durchweg nach den Commissions-Anträgen. Dirichlet begründet den Antrag bezüglich Aufhebung des Welfeufonds. Der Finanzminister erklärt Namens der Staatsregierung, dieselbe habe keinen Anlaß, dem Antrag Dirichlet zuzustimmen. Die Regierung sei der Ansicht, daß die Verordnung vom 2. März 1868 in vollem Umfange fortbestehe und die ihr eingeräumte Verfügung nach ivie vor zu belassen sei. Er ersuche Namens der Regierung um Ablehnung. Bennigsen beantragt motivirte Tagesordnung und hofft, es werde den Verwandten des Herzogs v. Cumberland gelingen, einen Ausgleich mit der Krone Preußens Herbeizuführen. Die Herausgabe des Vermögens werbe Cumberland zu einem weniger gefährlichen Prätendenten machen und von allen Parteien Hannovers als ein Akt von Staatsweisheit der preußischen Regierung begrüßt werden. Das Haus nahm den Antrag Rauchhaupt auf einfache Tagesordnung an. — Morgen Kirchenvorlage. — Die „Prov.-Corresp." sagt, indem sie den Geburtstags-Glückwunsch und den Toast des russischen Kaisers und das Antwort-Telegramm des Kaisers Wilhelm mittheilt: Dieser Austausch freundschaftlicher Versicherungen, welcher beweist, daß das beide Herrscherhäuser verbindende Band in alter Innigkeit be- fteht, werde dazu beitragen, die seit einiger Zeit in der öffentlichen Meinung durch Aeußerungen von unbefugter und unberufener Stelle erzeugten Besorgnisse zu beschwichtigen. — Dieselbe Correspondenz sagt, die Erklärungen des Cultusministers in der kirchenpolitischen Commission reprodueirend, dieselben würben auch für Die wieber anzustrebenbe Verständigung von grundlegender Bedeutung fein, indem die Regierung nach wie vor an den Hauptgrundsätzen der Vorlage festhalte. Die maßgebenden Parteien würden in ber zweiten Berathung Zu diesen Grundsätzen und ben einzelnen Bestimmungen Stellung zu nehmen unb ben Versuch zu machen haben, zu einem Emverstänbmß zu gelangen. Auf Grund dieses Versuchs werbe bie Staatsregierung engiltige Beschlüsse fassen können. — An anderer Stelle sagt die „Prov.-Corresp.", der Reichstag werde erst Ende April ooer Anfang Mai einberufen werden, ein Zufammentagen von Landtag und Reichstag auf einige Zeit werbe unvermeiblich fein. ,, München, 29. März. Abgeordnetenkammer. Berathung bes Bubgets tür bas 6ultu4mini|l£riuui. Die Gencrcllbebatte wirb von bem Abg. Mittler eingeleitet welcher ausführt, baß bas Placet ber göttlich-n Lehrfrecheit ber Kirche wiberstreite. Die Rc- gierung fei in manchen Punkten entgegengekommen und bie Kammermehrheit begrüße bies als einen Schritt zum Frieben, gleichwohl müsse bie Kammermehrheit ihre bisherige Stellung aufrecht erhalten unb unausgesetzt bie Erreichung bes ganzen Jieles nnftreben. Der Abg. v. Schwer bittet, von Fragen abzusehen, bereit (Srörteruna ab« lolut unpraklstch fei, die Regierung sei bis zu der Grenze des Möglichen entgegen- gekommen, wenn alle Forderungen ber Kammermajorität erfüllt werden sollten, bevor bieidbe Frieden schließe, werde der Frieden in Bayern niemals einkehren. Das Placet bestehe auch m allen andern Staaten unb außer bei katholischen Kirche gebe es auch noch anbere Neligionsgenostenschastin Der Abg. Hafenbrädl erklärt, baß bie äußerste Rechte von bem Gange ber Opposition gegen ben Cultusminister nicht befriebtgt fei unb daß dieselbe beßhalb ihre Abstimmung immer nur von Fall zu Fall einrichten werde. Abg Schcls kündigt einen Antrag auf Auflösung des Kultusministeriums und Vertheiluiig der Geschäfte desselben an bas Justizministerium uns bas Dlinifteifu -i des Ziwern an unb bemerkt, baß es dadurch vielleicht möglich werde, das System Lutz zu befestigen. Redner führt eine Reihe von Klagen gegen Lutz auf dem Gebiete ber Kirche unb Lchule an unb me nt, ber Cultusminister bleibe ber Alte, von ihm sei keine Abhilfe zu erwarten; auch Bayerns Selbststänbigkett wahre er in ungenügenber Weise' Cultusminister v Lutz erHäit, es würde jedem beliebigen bayerischen Minister uumöa- lich sein, sämmtliche Wünsche des Abg. Rittler zu erfüllen. Daß die Summe seiner Zugeständnisse nicht eine größere sei, liege Darin, daß die katholische Kirche in Bauern last Alles schon habe. Würden Rsttler's Friedensbebinguiigen accept-rt, so gäbe es erst recht feinen Frieden. Er, ber Minister, könne eine wesentliche Mobification feiner kirchenpolstischen unb staatsrechtlichen Anschauungen nicht versprechen; er reiche aber bie Hanb zu einem Modus vivendi auf thatsächlichern Gebiete. Ein solcher fei j doch unmöglich, wenn ber Friede nur von einer (Seite gehalten, von ber andern ber Krieg fortgesetzt werde. Den Antrag Schels ernstlich zu bekämpfen, werde ihm Niemand >u- mutheu. Sei übrigens Schels sicher, ob er (Lutz) nicht Justizminister würbe? London, 29. März Unterhaus Der Premier Gladstone antwortet auf eine Anfrage Sextous, es fei unmöglich, Partiell, Dillon und O'Kelly die Th.'ilnahme an ber Abstimmung über die Reform der Geschäftsordnung zu gestatten. Hieran schloß sich eine lebhafte Debatte, in deren Verlaufe ber Generalsecretär für Irland, Foi ster aus das Schärfste die Haltung der Parteigenossen Parnell's fabelte, welche Jilanb mit Schande bedeckten. Der Redner gibt zu, daß ber Erfolg ber Zwangsgesetz- nicht Handel und Verkehr. Limburg, 29. März. irb qemij bas ledtnrt man ju Erneuten unb >tr (Sebenfi'eier in fit lüi allt •i StMWS m, mW b\t dies auch mztr litblame reu hetrschmde klüger gtthan, Pfen. je Btjithungtn es in Palermo Weislich °er- tn (offen. Die eltuch jmito® ifiM mögen ib unb Oefter- rjralien, es '[* i könnte. Die ich unoetfleffen ad)t nicht allju ehenbe Lande- tanou einerf- mirb im £“11 meinsch-M lch-r jü W® scher 6*je,?g 5"Ä> ""Tin ei'“ t^ea» ®fn iO .ß ® di» Ot«»1 »*Ä «,iS s«S ist,» Es werden ans den Distr. Höringsteich und Steinberg: 12—37 8—12 rm Ällüppel rm Wellen 7 6 2135 2269 Seltersweg. 2322 Farben, 2066 zu 18 14 24 16 4 22 125 86 1600 3400 Montag Länge, Nadel-Stämme „ „ Derbstangen,, versteigert. Die Zusammenkunft findet Vor- von Odenhausen nach Rüddingshausen, ganz Aeilgeöotenes. 2323 Eine Parthie Baumwolle, die Lage non 12 $ an, zu haben im Billigen Laden, Neuenweg 127. Schwarzloch Nr. 1. Hohensolms, den 25. März 1882. Fürstliche Oberförsterei Hohensolms. Dörmer, Revierförster. 2256 zu bedeutend herabgesetzten Preisen. llermfiitit K«l®^ C. 186. Sclterswcg C 186. Stockholz, Reisholz, Forstreiser 1. unb Gebhardt, Zur Beglaubigung: Neidhart, Gerichtsschreiber. Mr Confirmanden empfehle: Corsctten, weiße, gestickte und glatte Unterröcke, Glace - Handschuhe. 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Da Christine Pein nunmehr das siebenzigste Lebensjahr zurückgelegt hat, so werden auf Antrag des Curators, G e o r g P e in 11. von Nieder-Befsingen, genannte C h r i st i n e P e i n refp. deren Leibes- oder Testaments-Erben hiermit aufgefordert, im Termin Dienstag den 16. Mai Ifd. 38., Vormittags 9 Uhr, ihre Ansprüche an das hier curatorisch verwaltete Verntögen anzuinelden, als sonst dasselbe den sich ineldenden nächsten Verwandten ausgeliefert werden würde. Die Letzteren werden ebenfalls auf- gesordert, ihre Ansprüche bei Meldung der Nichtberücksichtigung spätestens m dein obigen Aufgebotsterinin bei dem unterzeichneten Gericht geltend zu machen. Lich, den 18. März 1882. Großh. Amtsgericht Lich. 2314 Langermann. Konkursverfahren. lieber fdas Vermögen des Glaser- itieisters und Dampfsägewerk-Besitzers Heinrich Keck von Gießen wird heute am 29. März 1882, Vormittags <)i/„ Uhr, das Konkursverfahren eröffnet. Der Herr Max Pilger zu Gießen wird zum Konkursverwalter ernannt. Kontürsforderungen sind bis zum 2. Mai 1882 bei dein Gericht anzu- melden. Es wird zur Beschlußfassung über die Wahl eines anderen Verwalters, sowie über die Bestellung eines Gläu- digerausschusseS und eintretenden Falls über die in 8 120 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände und zur Prüfung der angemeldeten Forderungen Dienstag den 16. Mai 1882, Nachmittags 3 Uhr, vor dem unterzeichneten Gericht Termin anberaumt. Allen Personen, welche eine zur Konkursmasse gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmasse etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gemeinschuldner zu verabfolgen ll>der zu leisten, auch die Verpflichtung anferlegt, von dem Besitz der Sache and von den Forderungen,, für welche sie aus der Sache abgesonderte Be- jriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 2. Mai Anzeige zu machen. Gießen, den 29. März 1882. Das Großh. Amtsgericht Gießen. Stammreisig rm 208 88 48 126 Kindergarten. 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Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen. 30, SqtwdK • Nachmittag SUr KmeidW ’ Gi-ß allem Zubehör per . „. Georg Sertel, Franksurterstr. E. 59V,o. I 2221 Ein Familienlogis sofort zu ver- Wir empfehlen unser großes Lager in HucksKm- unÖ Mtelolstoffen Theater in fließen. (Cafe reib.) Freitag den 31. März 1882. Letzte Vorstellung. Ein Lustspiel oder: Die Junggesellen. Preis-Lustspiel in 4Sitten von Roderich Benedix. Traner-flnzeige. Auf das Tiefste erschüttert, bringen wir hierdurch Verwandten und Freunden zur Anzeige, daß meine liebe Frau und unsere gute Mutter und Schwiegermutter Frau Wilhelmine Thorwart, geb Wirth, 60 Jahre alt, nach nur zweitägigem Krankenlager heute Nacht ganz schmerzlos und sanft entschlafen ist. Gießen, den 30. März 1882. Im Namen der tief betrübten Hinterbliebenen: Todes-Anzeige. Statt jeder besonderen Anzeige Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht von dem Hinscheiden unseres Sohnes, Bruders, Enkels und Neffen fleorp flngug flofjmeier, sw* nach schwerem Leiden im Alter von 28 Jahren. Um stille Theilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Samstag Nachmittag 2'/2 Uhr vom Sterbehause (Katharinengasse) aus statt. 2325 Bürgerclub. Freitag den 28. März, Abends 8'/2 Uhr, 2318 l Meine Wohnung befindet sich von heute an in dem Hause des Herrn Gärtner T db a u SR , welches im Garten steht, >4 Di »""eins »tte ** 45 Wermischle Anzeigen. 2334 Ein 'Schuhmacher-Lehrling gesucht. Näh. i.i der Exped. ds. Bl. 2335 Eine geübte Büglerin sucht Bk schäftigung in und außer dem Hause. Näheres in der Exped. ds. Bl. 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Mai zu vermiethen. i ™ Aufforderung. Beim Schluß der Saison ersuche ich höflichst, wer an mich oder eines meiner Mitglieder irgend eine Forderung z» machen Hai, dieselbe längstens bis 31. März an den Betreffenden geltend zu machen. Achtungsvoll I. C. Sch ibert. 9 Katzenelnbogen Giessen g im März 1882. 2329 g oooDooaooooaaQoaao 2309 Ein gut empfohlenes Zweit- mädcbcn, ivelches bereits gedient hat, für alle häuslichen Arbeiten gesucht von Frau W. Sicpmann, Südanlage 37*. 2326 Zwei Tchreinergesellcn sucht Kockcrbeck. qoaöaoaoo ooacx odou Haroline Zorn, - August Moll Verlobte. Eiileil Tdjrliiig sucht Karl Mette, Uhrmacher. 2254 2255 Ein solides, gut empfohlenes Mädchen für Küche und Hausarbeit gesucht. Näh. in der Exped. ds. Bl. 2259 Ein geräumiges, nnmöblirtes Mansardenzimmer am Kirchenplatz ist au eine ruhige Person per 1. Mai zu ver- | miethen. Näh, in der Exped. ds. Bl. 2271 Einige möbl. Zimmer zu ver- i miethen bei Pauly & Schmidt, Wallthorstr. 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