AZr. 26. Dienstag den 31. Januar L88L. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. : Schul st raße B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Amtlicher HHeit. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Ps. ■■■isiizaaiHnKaBnBmvaBaiHBiHaMaMnQ Bekanntmachung. Großherzogliches Ministerium des Innern und der Justiz hat genehmigt, daß mit dem diesjährigen Friedberger Frühjahrs- und Herbst-Pferdemarkte je eine Verloosung von Pferden und sonstigen Gegenständen verbunden wird. Bei dem Frühjahrsmarkte dürfen höchstens 9000 Loose a 1 Jt. 50 P, ausgegeben unb müssen 5500 M. zum Ankauf der Gewinngegenstände verwendet werden; bei dem Herbstmarkte darf die Zahl von 12000 Loosen (a 1 „n. 50 H) nicht überschritten werden und sind 11000 Jt. für Gewinngegenstände zu verausgaben. Der Vertrieb der Loose im Großherzogthum wurde gestattet. Gießen, den 28. Januar 1882. Großherzogliches Kreisamt Gießen. »r. Boekmann. Bekanntmachung. Großherzogliches Ministerium des Innern und der Justiz ertheilte die Genehmigung zur Vornahme einer mit dem diesjährigen Frühjahrs - Iasselmarkte in Butzbach zu verbindenden Verloosung von Fasseln, Rindern, Schweinen und landwirthschastlichen Geräthen unter der Bedingung, daß höchstens 8000 Loose ä i m. ausgegeben und (abzüglich 250 M. für Prämiirung) 70% des Bruttoerlöses zum Ankäufe der Gewinn-Gegenstände verivendet werden. Der Vertrieb der Loose im Großherzogthum wurde gestattet. Gießen, am 28. Januar 1882. " Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. __ Nr. 3 des Reichs - Gesetzblatts, ausgegeben den 23. l. M., enthält: (Nr. 1457.) Bekanntmachung, betreffend die Uebereinkunft mit den 'Niederlanden wegen gegenseitigen Schutzes der Waarenzeichen. Gießen, den 28. Januar 1882. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. .......................................................................................................... Vom 19. Januar 188*2. ■ ........""t Deutschland. Berlin, 27. Januar. Bezüglich der Nachricht, daß das Tabaksmonopol bereits soweit gefördert sei, daß die betr. Vorlage den einzelnen Bundesregierungen zur Begutachtung übermittelt werden konnte, hören die „Berl. Polit. Nachr.", daß damit den Thatsachen weit vorausgeeilt wird. Die Vorlage ist keineswegs in allen ihren Details bereits feststehend und eine Entschließung in Bezug auf die Mittheilung derselben an die Einzelregietungen dürfte vor der definitiven Feststellung der Vorlage selbst kaum gefaßt sein. — Von den 435 Mandaten zum preußischen Abgeordnetenhause sind augenblicklich nur 3 vacant, und zwar Wiesbaden ( II ), Merseburg (V.) und Düsseldorf (Hl.) Nach dem den „Berl. Polit. Nachr." vorliegenden Fraktions- Verzeichniß ist die conservative Fraktion mit 109 Mitgliedern am stärksten; dann kommt das Centrum mit 95 Mitgliedern und 2 Hospitanten; die Rational- liberalen zählen 84 Mann und haben 1 Hospitanten, die Freiconservativen sind 49 Mann, die Fortschrittspartei 37 und die Polen 19 Mann stark; 35 Abgeordnete gehören keiner Fraktion an und setzen sich zusammen aus Secessionisten, den Ueberresten der Gruppen Löwe, 3 Ministern, 2 Dänen und dem Abgeordneten v. Bockum-Dolffs. — Aus Konstantinopel wird den „Berl. Polit. Nachr." berichtet, daß dem nunmehr beschlossenen Erlaß eines neuen RecrutirungsgesetzeS, durch welches auch die Christen in die türkische Armee eingereiht werden, das preußische Recrutirungsgesetz zu Grunde gelegt ist. — Auch das Wiener Witzblatt „Figaro" ist hier mit Beschlag belegt worden. Wie verlautet, dürfte die fernere Verbreitung des Blattes in Deutschland nicht mehr gestattet werden. Kefierreich. Wien, 27. Januar. Meldung der „Polit. Corresp." aus Sofia: Am 25. ds., Abends, sand bei dem früheren Minister des Auswärtigen, Zankoff, eine von 92 Personen besuchte Versammlung statt, in welcher Balabanow eine äußerst heftige Rede gegen die bestehende Ordnung hielt und zur Entfernung des Fürsten Alexander und zur Vertreibung der russischen Officiere aufsorderte. Die Behörden haben Vorsichtsmaßregeln ergriffen, die Verweisung Balabanow's außer Landes dürfte unmittelbar bevorstehen. Wie», 28. Januar. Bei der österreichischen Delegation wurde heute vom Minister des Auswärtigen, Grafen Kalnoky die Vorlage über das außerordentliche Heeres-Erforderniß von 8 Millionen eingebracht, welches zur Durchführung der militärischen Maßnahmen behufs Unterdrückung der im Süden der Monarchie und im Occupationsgebiete ausgebrochenen Bewegung für nothwendig erachtet wird. Die Vorlage wurde den Ausschüssen überwiesen. — Nach der officiellen Verlustliste beträgt der Gesammtverlust, welchen mehrere kleinere Truppen-Abtheilungen in acht Gefechten auf dem Jnsurrections- gebiete in der Zeit zwischen dem 16. und 26. d. Mts. erlitten: 2 Unterosficiere, 6 Mann tobt, 2 Officiere (Lieutenant Lalic ift inzwischen seinen Wunden erlegen), 1 Unterofficier, 12 Mann schwer verwundet, 10 Mann leicht verwundet, 3 Mann vermißt. Lemberg, 28. Jan. Gestern sind hier bei mehreren Personen Haussuchungen vorgenommen worden, welche zahlreiche Beweisstücke für eine Verbindung der hiesigen Socialisten mit den ausländischen Führern der Internationale geliefert haben. Es haben mehrere Verhaftungen stattgefunden. Sranrneich. Pari-, 28. Januar. Der Präsident Grövy hat das Entlassungsgesuch des Cabinets angenommen. Freycinet hat die Mssion, ein neues Cabinet zu bilden, noch nicht übernommen. Derselbe wird heute mit mehreren Persönlichkeiten Unterredungen haben. Gambetta hat die Zusage ertheilt, bei der Bildung eines neuen Cabinets keine Opposition zu leisten. Wie verlautet, würde Ferry es nicht ablehnen, in das neue Ministerium einzutreten. Viele Journale sprechen den Wunsch aus, daß Löon Say das Portefeuille des Finanzministe- rinnis übernehmen möge, um die Lösung der finanziellen Krisis zu erleichtern. ■ — Freycinct hat den Auftrag des Präsidenten Grövy zur Bildung eines neuen Cabinets nunmehr übernommen. Dem Vernehmen nach würde Ferry das Ministerium des Unterrichts wieder^übernehnien. Mit Löon Say sind wegen Wiederübernahme des Finanzministeriums Verhandlungen angeknüpst; man. hofft, daß dieselben von Erfolg sein werden. — Das „(Siede" sagt, Leon Say zögere, das Finanz-Portefeuille zu übernehmen wegen des wirthschaftlicheu Programmes Freycinet's in Betreff großer öffentlicher Arbeiten; aber es herrsche doch die Meinung ^vor, daß die Schwierigkeiten heute Abend würden gehoben werden. — Lson Say conferirte heute Abend mit dem Präsidenten Grövy. — Mehrere Blätter sagen, Tirard, Handelsminister, Goblet, Minister des Innern, Jauregurberry, Marineminister, Varroy, Minister für öffentliche Arbeiten, Campenon, Kriegsminister und Cochery, Postminister werden ihre Portefeuilles behalten. Es heißt, die Cabinetsbildung werde morgen vollendet sein. Kossand. Haag, 27. Januar. Die zweite Kammer hat den Haubelsvertmg mit Frankreich mit 46 gegen 32 Stimmen abgelehnt. Ael'gien. i 9R Januar. Durch Berorbnung von gestern ist die wegen ber Rinderpest bestehenbe Grenzsperre gegenüber Deutschland und Luxemburg vom 30. b. Mts. ab ausgehoben. Rußland. Petersburg, 28. Januar Das „Journal de St PeterSbourg" sckreibt das erste Ministerium Gambetta lei nunmehr vom Schauplatze abge- re en unb die Kammer zu Paris habe vollständig die Konsequenzen vomusge- sehen • die Schwierigkeit der Situation bestehe mass darin, ein neues Cabinet England. London. 28. Januar. Gambetta's Sturz wird hier verschieden beur- theilt. „Daily News" und „Times" äußern sich sympathisch für den Gefallenen. „Daily News" billigt sein Verfahren; Gambetta habe gesehen, daß sein Einfluß sich verminderte, und ein kräftiges Mittel zu dessen Wiederherstellung gewählt: entweder ein Sieg der Listenwahl oder seinen eigenen Rücktritt; als einfacher Deputirter könne er dann seine Neformpläne einbringen und auf einen neuen Sieg rechnen; denn trotz seiner Niederlage besitze er größere Popularität, als jemals Russell oder Palmerston sie besessen habe. Die „Times" fragt, was Frankreich durch Gambetta's Fall gewonnen habe. Seine Macht ist keineswegs zerstört und eine neue Zeit der Unruhe werde beginnen. Der „Standard" ur- theilt fehr streng; er findet im Gebaren Gambetta's den fbu furieux des Herrn Thiers wieder; wittert die Absicht, er habe augenblicklich die letzten Bam e des Amtes abfchütteln wollen, um später den Despotismus um so beguemer an*' üben zu können. „ .. . , , London, 28. Januar. Die Nachricht der „Times", die Regierung habe den Ankauf der Telephon-Leitungen beschlossen, wird officiell für unbegrnn- det erklärt. Zu bilden, sondern daß Gambetta wieder an die Spitze einer Opposition treten könne, gegen welche jedes Ministerium sich ohnmächtig erweisen würde. Gam- betta habe zwar sein Prestige verloren, aber er könne wieder zur Geltung kom- inen , wenn er bei seinem gegenwärtigen Mißgeschick Lehren aus seiner Haltung zu ziehen und dieselben zu benutzen verstehen werde. „Aus dem Grunde, be- merkt das „Journal", sagten wir, das erste Ministeriunl Gambetta sei vom Schauplatz abgetreten. Die letzte Krise zeige, daß wenn man auch die weit- gehendsten Aspirationen erfüllen will, inan sich damit doch nieder des Vertrauens der Radikalen, noch der Unterstützung derjenigen Interessen versichert, welche man angeblich durch Concessionen befestigen will. Angesichts dieser Agitationen des doctrmären Parlamentarismus empfindet man ein Gefühl der Ruhe und Erholung, wenn inan die jüngste machtvolle Parlamentsrede des Fürsten Bismarck liest." — Der „Reuen Zeit" zufolge findet die für dies Jahr projectirte Ausrüstung mehrerer russischer Festungen nicht statt, sondern ist auf einen für den Ausgabe-Etat des Kriegsressorts günstigeren Zeitpunkt verschoben worben. — In dem Befinden des Fürsten Suworoff ist eine Besserung eingetreten. — Der neue chinesische Geschäftsträger ist hier eingetroffen. Rumänien. Bukarest, 28. Januar. Kammer der Deputirten. Da Eogalniceano in der gestrigen Sitzung das Cabinet beschuldigt hatte, diplomatische Documente gefälscht zu haben, beantragte heute der Conseilpräsident, daß die Kammer zur Prüfung aller Documente und der gesammten diplomatischen Correspondenz eine parlamentarische Ilntersuchungs-Commission einsetze, welche berechtigt sei, alle Diejenigen vor ihre Schranken zu citiren, welche an den öffentlichen Geschäften theilgenommen haben, seit die liberale Partei am Ruder ist. Die Kammer nahm diesen Antrag an und ernannte die Commission, welcher mehrere Mitglieder ,be.r Opposition angehören. — Der Senat ernannte auf Antrag Gradiste- ano's gleichfalls eine solche Commission. Amerika. New-Aork, 28. Januar. Der „New-Iork-Herald" veröffentlicht eme Depesche aus Washington, demzufolge der bisherige Gesandte in Peru, Hurlbut, zurückberufen ist und sich bereits auf dem Wege nach New-Dork befinden dürfte. Dasselbe Blatt enthält einen Artikel, in welchem die Diplomatie des ehemaligen Staatssecretärs Blaine als unehrenhaft bezeichnet wird. Washington, 28. Januar. Eine telegraphische Depesche des amerikanischen Specialgesandten für Chili und Peru, Trescott, an den Staats- secretär des Aeußern, Frelinghuysen, sagt, Chili habe die guten Dienste der Bereinigten Staaten angenommen und dadurch eine Conferenz Trescott's mit irgendwelcher provisorischen Negierung von Peru, sofern nicht Calderon dieselbe repräsentire, erleichtert. Die von Chili geforderten Friedensbedingungen beständen in der unbedingten Abtretung des Districts von Tarapaca an Chili und in der Zahlung einer Kriegsentschädigung von 20 Mill. Dollars, ratenweise binnen 16 Jahren zahlbar, während welcher Zeit Chili Arica besetzt halten werde. Im Falle die Kriegsentschädigung nicht gezahlt werde, gelte Arica für abgetreten an Chili. Außerdem werde Chlli die Guano-Depots von Lobos nehmen. Wenn Peru die chilenischen Bedingungen nicht annimmt, wird Chili ein neues Anerbieten freundschaftlicher Intervention der Vereinigten Staaten ablehnen. Deutscher Reichstag. 37. Plenarsitzung Samstag den 28. Januar. Präsident v. Levetzow eröffnet die Sitzung um 1V4 Uhr. Am Tische des Bundesraths: o. Bötticher, Dr. Stephan u. A Tagesordnung: 1) Mündlicher Bericht der Budget-Commission über die Petition des deutschen Hovsenbauo.relns zu München-Nü nberg um Gewährung eines jährlichen Zuschusses von 20,000 rwiesen n Antrag Richter, die Ueberschüsse von 15 Millionen Mark aus b 11 Einnahmen b s laufenbm Jahres in ben Etat zur Deckung der Martrikularbeiträge einzustellen. Die Budgetkommission - Referent Abg. Löwe — empfiehlt die Annahme des Antrages Richter. Abg v. Wedell-Malchow erklält Namens eines Thnls feiner politischen Freunde, daß sie dem Anträge zuftimmen roüiben unb zwar weil fie einerseits eine Gefahr in b r Zustimmung zu berfdben n cht erblicken könnten und anbererseits, weil sie ber Meinung seien, baß es sich bei der ganzen Frage eigentlich nur um emeUeber- tragung aus bem Reich in b-e Finanzveiw.sttung ber Emzelstaaten h^nbele, unb baß unter Umftänben bie Einzelstaattn eine bessere Verwenbung für die Mehreinnahme finden könnten, als dies be einem Defizit von 5 Millionen möglich wäre. Schatzstkretair Scholz: Er müsse seine Ausführungen auch noch heute festhalten, ohne indeß dieselben heute zu wiederholen Nur das Eine wolle er betonen, baß burch berattige Anträge die Grundlage des Etats vollständig umgeworsen werbe, insbesondere seien diejenigen Anhaltspunkte, welche der Bundesrath durch die zweite Berathung gegeben, vollständig beseitigt. Aus diesem Gmnbe sei der Bundesrath noch nicht in der Lage gewesen, sich über den Antrag schlüssig zu machen unb bas Resultat sei nunmehr, baß ber erhoffte Schluß bes Reichstages heute noch nicht ernteten könne. Aög. Rickert erklärt sich auch heute gegen ben Antrag unb bemerkt bem Abg. Windhorst, baß er burch in Folge der Berathung bes Antrages bn-.ch bie Budgetkommission durchaus n cht kluger geworden sei. Abg. Richter (Hagen) erwidert dem Vorredner, die kommissarische Berathung sei nur deshalb so schnell gegangen, weil ber Antrag sehr einfach sei. Dem Herrn Schatzsekretär bemerke er. daß der Antrag schon mehrere Tage gedruckt vorliege. Eine Entschließung baiüber wäre daher dem Bundesrathe sehr wohl möglich gewesen. Ueb- rigens werde man sich nun überzeugen, daß die Fortschrittspartei noch etwas anderes als zu nörgeln verstehe. Wenn man so leicht ber Reichsregierung 10 Millionen abnehmen könne, bann stehe zu erwarten, baß noch viel mehr zu haben sei (Heiterkeit) baß also an neue Steuern gar nicht gebucht werden dürfe. Abg v. Benda erklärt sich nach ben Ausführungen bes Reg.-Kommissars für den Antrag. Aba. Frhr. v. Minnigerode erklärt, baß bieFortschrittspartei sich mit ener positiven Leistung nicht brüsten dürfe, denn ohne die Wlrthschaftspolitik der Regierung würde der Ueberschuß gar nicht zu erreichen gewesen sein. Abg. Richter (Hagen): Es freut mich, baß ber Abg. v. Minnig robe bie ent- scheibende Stimme bes Reichstages in Geldsachen anerkennt Wenn die Sache so einfach war, warum hat denn Herr v. Mmnigerobe nicht den Vai schlag gemacht? Unsere Finanzpolitik unterscheidet sich von der Jhngrn dadu ch. daß die Kons rvativen leichten Herzens Steuern bcmill'g-'n, aber schwer zur UebeiWeisung zu bewegen sind. Nach einigen Bemerkungen des Abg. R'ckert wird die Diskussion geschlossen unb ber Antrag Richter fast einstimmig angenommen. Der Etat wirb hieraus in E'naohme unb Ausgabe auf 610,632,707 JL, unb zwar an bane^nbe Ausqabin auf 531,829,028 «X unb an einmaligen auf 78 803 679 «x r: t setzt unb bas Etats- unb Anleihegesetz genehmigt. Schlußsitzung, Montag 10V2 Uhr. Schluß 43/4 Uhr. TelkqraWiche ^>pcschfn. Wolff's tekflt. tzorrcspondcn,-Burcau. Berlin, 30. Januar. Reichstag. Der Staatsjecretär Bötticher theilt die Zustnninung des Bundesraths zur erfolgten Etatsfeststellung mit und spricht die Erwartung aus, daß die in letzter Stunde beschlossene Annahme des Rich- ter'schen Antrags, worin die Bundesregierungen eine ungerechtfertigte Abweichung von deni bisher ümegehaltenen Gange der Etatsberathungen erblickten nicht als cm Präcedenzfall gelte. Er verliest sodann die Kaiserliche Botschaft 'welche den Reichstagvschlnß ausspricht. Der Präsident schließt die Sitzungen mit einem dreifachen eitthnfrastischen Hoch auf den Kaiser. Paris, 30. ^anuar. Zwischen Frepcinet und Leon Say ist eine Verständigung über ein wirthschaftliches Programni erreicht. Say übernahm den Posten eines Fmanzmimsters. Das neue Cabinet ist nunmehr also zusaminen- gesetzt. Arepeinet, Präsident und Auswärtiges, Leon Sap, Finanzen Ferry, Unterricht, Goblet, Inneres, Humbert, Justiz, Billot, Krieg' Jauregniberry, Alarme, Varroy, Arbeiten, Tirard, Landmirthschast Cochery, Posten. London, 29. Jan. Dem „Observer" wirb aus Dublin das Fallssse- ment eines großen Fondsmaklers gemeldet. Die Passiva desselben sollen über 200,000 Pfd. sterling betragen. Weitere Fallissements würden befürchtet. L o k a l e Ä. . r ^0- Ja uar. sDas Concert vom 29. Januar.) Das vierte Concert ^er .uscnden Saison brachte uns Kammermusik unb war in seinem größten Theile ausgnullt mtt Compostttouen bes Herrn Scholz, Musikdirektor aus Breslau, theils tur Klavier ober Klavier mit Violine theils für Gesang Herr Scholz ist offenbar au§ ^brem Beruf Componist unb ein solcher von eigenartig r Natur. Er giebt durch seine PsObucttonenAnlap zu Beifall, ohne gerabe burch glänzendes und pointiertes Klongwestn detselb n gesteigertes Staunen zu erreg-n Solche Erscheinungen tbun aber barum n-ebt minder roobl Scholz wirkte weniger sprühend electrisirenb als melmeht rnilb galvan'sirenb. Seine Sonite für Violine unb Klavier in A-moll roar tn bem rrften Satze einförmig, wenig packenb, das Andante war eher verschwommen und verlies tm ®enbe ohne merklichen Effect, dagegen gewann er durch den dritten eeherzändo gehaltenen Satz den ungeihe lten Beifall der Hörer, der im Endsatz sich zu lauter . ewuudeiung steigerte. In feinen durchaus originell ausgeführten Klavieren war fern Entschluß" aus Op. 52 uno der „Ländler" aus Op. 50 von durchschlagender Wirkung. Dte Palme des Abends trug Beeth o v en's Trio für Piano, Violine und Violincello in Es-dur davon. An der ged egenen Aus^ füyrung desselben nahm, neben Scholz, unser wohlbekannter H?r? Heer- mann imd Müller hervorragenden Antheil. Herr Heermann hat außer- m 0 rasates „Melodie arabe“ und in bem anbern Violinstück des spant' scheu Virtuosen e8 offenbar diesem vortrefflich abgesehen und abgelauscht; sonst hätte tr dieses geradezu bezaubernde (£ont schwer Es wäre für das Publ'kum, namentlich für die Eltern von W'chiigkett, das Rcsnltat der Hierüber anzust.ll^nden Untersuchung und die Ui fache der Erkrankung zu ersah, en. .... ..... Hl |.,| —MM—1 r II I I Handel und Verkehr. (Fruchlpreise vom 27. Januar.) Weizen M. 29.70, Aorn .*2010, Werlte M. 1646 Hafer M. 16 40, Erbsen M. 21.52, Lein JL 00.00, Samen JL 00.00, Kartoffeln JL 00.00. Frankfurt, 28. Januar. Auf dem heutigen Markte kostete der Gentner Heu V 'wch Qualität M 4.00—5 00, Stroh M. 3.50—4 20, Eier das Hundert M. 6.00—9 Ochsenfle'sch das Pfund 65—70 Kuh- und Rindfleisch 45-55 Kalbfleisch 40 b's 55 Hammefleisch 40—65 Schweinefleisch 70—80 L, 1 Hahn Ji- 1.00—0 1 Hulm M 1.50—2.00, 1 Poularde JL 2 30—2.50, 1 Gans 5.00—9.00, 1 Taube 30—6 i H, Reh per Pfund 75 4, 1 Hase JL 2.00-2.50, Butter 1. Qual, im Detail Jt- 1 20, 2. Qualität Jt- 110, Handkäö 45—50 $ das Pfund,, Kartoffeln das Malter J4 4 50—6.0o, Kopfsalat 15—20 gelbe Rüben das Gebund 6—12, Romainsalat 10—20 Rettig das Stück 6—8 4« Sellerie der Kopf 10-20 Blumenkohl 20 bis 60 Wirsing 8-15 .H, Weißkraut 15-20 4 das Stück, Rothkraut 20-34 Kohl- kraut lo z^, Kohlrabi 6—8 Endivien 10-11, Zwiebel 5—10 4 das Pfund. Frankfurt a. M., 30. Januar^ Nachinittags 2 Uhr — Min. (Telegraphischer Coursbencht. Mitgetheilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen) Creditactien 245Vz, Staatsbahnactien 253, Galizier 246, .Oesterr Silberrente 64//,, 4o/o Ung. Goldrente 72, 4o/o 1880er Russen 702. Orient-Anleihe 58, 50/0 Rumänische Rente 86, Lombarden 102V4. Tendenz anfangs sehr fest, später ab- geschwücht, da verlautet, daß Union generale Zahlungen einstelle. Iagdverpachtung. Montag den 6, Februar, Mittags 12 Uhr, wird die hiesige Jagd im Rathhaussaal auf weitere 6 Jahre verpachtet. Nieder-Bessingen, 27. Jan. 1882. Gr. Bürgermeisterei Rieder-Bessingen. 672 Horst. Geffeutliche Aufforderung. Forderungen und Ansprüche jeder Art an den voraussichtlich überschuldeten Nachlaß des verlebten Pfarrverwalters Johann Georg Backhaus, früher in Ober-Semen und zuletzt in Güttersbach, sind in 14 Tagen dahier anzumelden, wenn sie bei Regnlirung des Nachlasses berücksichtigt werden sollen. Beerfelden, den 27. Januar 1882. Großh. Amtsgericht Beerfelden. Bauer, Öberamtsrichter. 673 Kalt, Gerichtsschreiber. Holwrrftkigrrun«. Im Hattenröder Gemeindewald kommt Mittwoch den 1. Februar folgendes Holz zur Versteigerung: 59 Stämme Eichen-Bau- u. Werkholz von 16—38 (Stni. Durchm. und bis zu 10 Mtr. Länge, 140 Stämme Fichten - Bauholz von 15—32 (Stm. Durchm. und bis 21 Mtr. Länge, Birken-, 2 Aspen- u. 20Kiefern- Stämme von 16—28 Ctmtr. Durchm. und bis 11 Mtr. Länge, 140 Fichten-Derbstangen von 8—12 (Stni. Durchm. und bis 16 Mr. Länge, 135 Eichen-Wagnerstangen, 140 Buchen-Stangen (Pferchpfähle), 1250 Fichten-Neisstngn. (Bohnenstgn.). Sodann kommen Donnerstag den 2. Februar zur Versteigerung: 4 Rm. Buchen-Scheitholz, 303 „ Buchen-, Eichen- u. Nadel- Prügelholz, 62 Rm. Buchen-, Eichen- u. Nadel- Stöcke, 5330 Wellen Buchen-, Eichen- u. Nadel- Reisholz, 12 Haufen Fichten-Neisholz. Die Zusammenkunft ist Morgens 9 Uhr im Dorf. Hattenrod, 25. Januar 1882. Großh. Bürgermeisterei Hattenrod. ^2 Mangel. Arbeitsbersteigmmg. Samstag den 4. Febr. 1. Is., Vormittags 11 Uhr, sollen auf dem hiesigen Rathhaus die Schreinerarbeiten zum Neubau des Schulhauses, veranschlagt zu 2303.16 nochmals durch Versteigerung in Accord gegeben werden. Ober-Bessingen, den 28. Jan. 1882. Großh. Bürgermeisterei Ober-Bessinaen. 683 I. A.: K. Schön, Bezirksbauausseher. Allgemeiner Anzeiger. Hohverstrigerung in der Oberförsterer Wahlen. Montag den 6., Dirnstag den 7., Mittwoch den 8. und Donneritag den 9 Februar komMl in den Distrikten Klein- und Großhege, Kirchhainerhag, Grebenhainshecken, Herzerhege, Unteres Jungholz, Hofshege, Unter-Schmitterhege und Hohe- halt der Forstwarteien Wahlen, Lehrbach 1 und II folgende Holzsortimente zur öffentlichen Versteigerung: 882 Eichen-Stämme mit — 850 cbm, einzelne bis 16 m lang, andere bis zu 108 cm im Vkittel stark, 418 Nadel - Stämme mit — 410 cbm, darunter solche von 60 cm mittleren Durchmesser und solche von 18 m Länge, 9 Birken-Stämme und 76 Eichen-Derbstangen, 8 rm Buchen- und Birken-, 354 rm Eichen - und 32 rm Nadel- und Aspen-Scheiter, 304 rm Buchen-, Birken-, Eichen- und Ngdel-Knüppel, 3004 ,, „ „ „ „ „ -Reisig. 190 „ Eichen- und Nadel-Stöcke. Am Montag kommen etwa 500 Eichen- und nur etwa 20 Nadel-Stämme, am Dienstag und Mittwoch kommen die Birken-, sowie die übrigen Eichen- und Radel-Stämme nebst den Derbstangen und am Donnerstag die Brenn- holzsortimente zum Ausgebot. Stämme und Stangen werden an Ort und Stelle, die Brennholzsortimente — zum größten Theile in der Forstwartei Lehrbach II lagernd — in Lehrbach versteigert, letztere jedoch Interessenten auf Wunsch durch die Forstwarte W,alter und Reeg in Lehrbach vor dem Verkaufstermine vorgezeigt. Die Zusammenkunft findet Statt am ersten Tage in der Abtheilung Hohehalt 5 neben der Rudolphswiese, am zweiten Tage auf der Staatsstraße zwischen Lehrbach und Schmitthof bei der Abthellung Hofshege 5 (am s. g. Rad), am dritten Tage auf dem Lehrbach-Wahlener Vicinalweg, da, wo die Distrikte Herzer- und Schreibershege an einander grenzen, und am vierten Tage bei Wirth Decher in Lehrbach, und zwar jedesmal Morgens präcis um 9 Uhr. Ausländischen Steigerern aus den benachbarten preußischen Orten wird gegen Stellung sicherer inländischer — hessischer — Bürgen Credit in gleicher Weise wie Inländern gewährt. Wahlen, am 27. Januar 1882. Großherzogliche Oberförsterei Wahlen. 675 Stumpf Ho ^Versteigerungen in der Oberförstern Eicheisdorf. Es werben versteigert aus den Tkstricten Fischwäsem, Großer Jrrhauskopf, Fichten-Stämme von 28—38 cm Durchmesser und 20—26 Eichen-Derbstange von 12 cm Durchmesser und 4 m Länge mit 0,05 fm, Reisig Stöcke m 680 Heyer 2 1 14 64 43,5 15,3. t e r 280 94 349 Knüppel R a u m 151 63 211 Buchen-Derbstangen, Holzart Buchen Eichen 261 Mein in der Bachgasse gelegenes Wohnhaus bin ich Willens zu verkaufen. Messerschmied Schwan Wwe. Scheiter 119 1 :, zu Lenkwieden 2C. geeignet. 2. Dienstag den 14. Februar Plätze zu verkaufen. Näh. bet der Exped. ds. Bl. Hirtsprung, Tiefestruth und Kühunner: 1. Montag den 13. Februar Eichen-Stämme von 14—48 cm Durchmesser und 2—11 m Länge mit 58,00 fm, Kiefern-Stämme von 18—41 cm Durchmesser und 5—18 m Länge mit 247,09 fm, Lärchen-Stämme von 19—41 cm Durchmesser und 5—21 m Länge mit 35,49 fm, Fichten-Stämme von 28—38 cm Durchmesser und 20—26 m Länge mit 4,18 fm, 236 403 35 318 Einige sehr gut gelegene Bau- Die Versteigerungen beginnen an beiden Tagen Morgens 91/2 Uhr, sie finden am 13. Februar im Holzschlag und am 14. Februar bei Bürgermeister Blum in Eichelsdorf statt, das Brennholz sowie die beiden Fichten-Stämme in Tiefestruth werden bei der Versteigerung nicht vorgezeigt, Forstwart 'N u m r i ch in Eichelsdorf ertheilt wegen des Holzes nähere Auskunft, dasselbe sitzt meist nmnittelbnr an der Eichelsdorf- Glashütter Chaussee, etwa ll/2 Stunden von der Eisenbahn-Station Nidda und ist auf durchaus chaussirten Wegen gut abfahrbar. Das mit Kalk gespritzte Holz wird nicht versteigert. Sollte d^s Bauholz am 13. Februar nicht sämmtlich versteigert werden können, so wollen die Steigliebhaber den verbleibenden Rest, welcher dann am 14. Februar ebenfalls bei Bürgermeister Blum zum Ausgebot kommt, vorher einsehen. Zusammenkunft am 13. Februar im Distrikt Fischwäsem bei Stammholz Nr. 1. Die Nadel-Stämme sind großentheils zu Eisenbahnschwellen geeignet. Eichelsdors, den 20. Januar 1882. Großherzogliche Oberförsterei Eichelsdorf. Nadelholz ____ Bei den Eichen-Knüvpeln befinden sich 35 Rm. in Schichten von 3 Mt. Länge, bei den R'adel-Knüppeln 130 Rm. in Schichten von 3—4 Mt. Länge, zu Grubenholz rc. geeignet. Mittwoch den 1. Februar, von Vormittags 9 Uhr ab, sollen im hiesigen Gemeinde- und Markwald 100 Rmtr. Buchen-Scheitholz, 20 „ „ Knüppel, 50 „ „ Stockholz, 80 „ Kiefern- u. Eichen-Knüppel, 20 „ „ „ „ Stockhlz., 80 „ Buchen-Durchforstgs.-Reiser, 1000 Buchen-Wellen, 1800 Kiefern- und Eichen-Wellen, 15 -Buchen-Stämme von 44 bis 60 Ctm. Durchm. und 4—12 Mtr. Länge, 27 Fstm. 8 Stück Hackklötze für Metzger, 78 Ctm. Durchm., 40 Fstm. Kiefern- u. Fichten-Stämme und Stangen versteigert werden. Die Zusammenkunft ist im Ort. Bettenhausen, den 25. Januar 1882- Großh. Bürgermeisterei Bettenhausen. 655 Rücket. Mobilienversteigerung. Montag den 6. Februar und wenn nöthig den folgenden Tag, werden von Morgens 9 Uhr an auf denr Speicher des Spritzenhauses am Lahnthor im Auftrag des Herrn Karl Flach II durch den Unterzeichneten gegen gleichbaare Zahlung versteigert: 1 Kleiderschrank, zweithürig, 2 Kommoden, 3 Tische, darunter 1 runder, 3 Nußbaum-Bettstellen, 1 Küchenschrank, 1 Parthie Polster- und Rohrstühle, 1 große Waschbütte, Spiegel- und Bilder, 1 Haferkasten und 1 Häckselbank, Große Parthien Küchen-, Garten- und Oekonomiegeräthe, 1 Wagen (ein- und zweispännig zu fahren), 1 Pritschenwagen, Mehrere sehr gut erhaltene Fenster, 1 neue Butter eier, Branntweinfässer in verschied. Größen, 1 Schaufel-, 1 Spitz- und 1 Häufler pflüg, 1 Vogelhecke, 1 Marderfalle und ein Schmierbock, Ketten und Wagenseile, Diverse Pferdegeschirre und 2 Reitsättel, Parthien Säcke und graue Körbe, Ca. 400 Stück Stiel- und Stallbesen, 5 Stück Nußbäume, zu 3zölligen Bohlen geschnitten. Butzbach, den 14. Januar 1882. 671 H. Forbach. Dienstag ben 31. Januar, Nachmittags 2 Uhr, werden in der Flett'schen Hofraithe ,da- hier nachverzeichnete Gegenstände, als: 1 Silberschrank, 3 Spiegel, 3 Sopha, 1 ovaler Tisch, 2 Kommoden, 1 Waschtisch nut Kommode und Marmorplatte, 12 Stühle, 2 Oeldruckbilder, 1 kleines rundes Tischchen, 1 runder Tisch, 1 Sessel, 1 Nähmaschine, 2 Regulator, 1 Pianino, 1 Lchrcibsecretär, 1 Etaaäre, 2 vollständige Betten und 2 Kleiderschränke öffentlich meistbietend gegen Baarzahlunversteigert. Gießen, den 30. Januar 1882. Bühner, 685 Großh. Gerichtsvollzieher. HichversteMrung. Freitag den 3. Febr. 1882 soll im Steinbacher Geinemdewald, Disirict Heghecken- und Ameisenkopf folgendes Gehölz versteigert werden: 92 Rmtr. Buchen-Scheitholz, 102 „ „ Knüppelholz, 56 „ „ Stockholz, 1460 Wellen „ Reisholz, 30 Rmtr. Eichen-Scheitholz, 32 „ „ Knüppelholz, 51 „ „ Stockholz, 600 Wellen „ Reisholz, 38 Rmtr. Kiesern-Scheitholz, 193 „ „ Knüppelholz, 88 „ „ Stockholz, 3400 Wellen „ Reisholz, 24 Eichen-Baustämme von 40 bis 96 Ctm. Dnrchm. und bis 10 Mtr. Länge, 44,65 66m., 6 Eichen-Werkholzklötze, 6 Fichten-Stämme v. 30—50 Ctm. Dnrchm., 16—19 Mtr. Länge, 12,14 66m., 232 Fichten- und Kiefern-Stäinrne von 15—29 Ctm. Durchm., bis 18 M. Länge, 69,24 66m., 266 Fichten-Derbstangen bis 16 Mr. Länge, 35,47 Cbm., 145 Fichten-Reisstangen. Der Anfang ist Morgens 9 Uhr am Kiefern-Brandholz in der Heghecke an der ersten Schneiße am Fernewald. Sämintliches Bauholz kommt nach 12 Uhr zur Bersteigerung. Steinbach, den 28. Januar 1882. Großh. Bürgermeisterei Steinbach. 674 Nicolaus. Holzverfteigermg in der fürstl. Oberförstern Sich. Dienstag b