MA Bitten on ^ttüAs 'n t )et 1881k 'könnt jintf I- und Jluf; -'»lagen gc- Samstag den 30. December 1882. Nr. 3OK icßcitcr Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. BNrcuu: Lchuistraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. gesetzten Einblicks in den gestimmten Geschäftsbetrieb der Manufaktur wird endlich Seitens des Ministeriums in gleicher Weise, wie vor der Betriebserweiterung, ein RegieruNgs-Commissar zu bestellen sein, für welchen jedoch im Etat der Manufaktur besondere Mittel nicht vorzusehen sind." Ob es möglich sein wird, den Etat inne zu halten, läßt sich natürlich nicht übersehen, bevor der Commissarius der Oberrechnungskammer seine Ausgabe beendigt Hot, die beispiellos verfahrenen Verhältnisse des Muster-Instituts durch seinen Bericht klarzustellen. Der Ueberschuß des laufenden Jahres war mit 800,000 «X *in Rechnung gestellt; auf das Jst-Ergebniß darf man wohl gespannt sein. Im Reichstage hat Herr Unterstaatssecretär v. Mayr geäußert, die Manufaktur habe den Versuch machen müssen, ihren Absatz über die Grenzen des Reichslandes auszudehnen, weil sie sonst zu einer genügenden Rentabilität nicht habe gelangen können. Dies Wort wird bei der jetzt zu treffenden Entscheidung schwer in das Gewicht fallen. Es wird sich nur fragen, ob der Lan- desausschuß der Aufgabe, die jetzt an ihn herantritt, gewachsen sein wird. Berlin, 28. December. Wie die „Börsen-Ztg." mittheilt, ist die Denkschrift des Aeltesten-Collegiums der Kaufmannschaft gegen den Wedell'schen Börsensteuer-Antrag nunmehr fertig gestellt und wird wahrscheinlich schon inorgen in Druck gegeben, Die Denkschrift soll bis zur Vertheilung im Reichstag streng geheim gehalten werden. Greiz. Der Landtag hat ein Gesetz angenommen über die Einführung einer Abgabe für gemeinnützige Zwecke im Interesse des Feuerlöschwesens und der Feuersicherheit. Danach haben die im Fürstenthum zugelassenen Feuerversicherungs-Anstalten alljährlich für je volle 1000 «X des versicherten Kapitals eine Abgabe von 6 on die Landeskasse zu entrichten. Diese Beträge dürfen die Feuerversicherungs-Anstalten sich von den einzelnen Versicherten nicht erstatten lassen, etwaige Verträge in dieser Richtung hin sind nichtig. -Das Geld, das der Staat dadurch gewinnt, soll zu gemeinnützigen Zwecken für Feuerlöschwesen, für im Dienste verunglückte Lösch- und Feuerwehr-Mannschaften, sowie für ihre Hinterbliebenen, zu Unterstützungen von Gemeinden, zu Prämien an Lösch- und Rettungs-Maschinen 2c. verwendet werden. Italien. Nom, 27. Decbr. Die „Agenzia Stefani" bringt folgendes Telegramm aus Palermo: Der Minister v. Giers empfing den Journalisten aus Neapel, Lazzaro, welcher den Wunsch ausgedrückt hatte, sich ihm als ein von der russischen Negierung wegen Theilnahme an dem letzten Feldzug decorirter Offtcier vorzustellen. Lazzaro erhielt die von dem Minister erbetene Ermächtigung, das Gerücht zu dementiren, welches dem Minister eine besondere Mission bei einigen Regierungen zuschrieb. Der übrige Theil seiner Erzählung über die Unterredung mit Herrn v. Giers giebt die Ideen des russischen Ministers nicht wieder. w. sen lU, sicher (WM ein? und Brust Mausen- 8530 tohnung Mcu;t>. (fette. : sucht (per Wock i) >r,Dillenburg, üngejübrte Feuersucht einen Per- incnde Agenturen aen werden tönneii. leben der Offerten, resp. Attest inner enthalt e ' i «bilbit »"g® i 1 e«d) 51® ''^Vtihna^^Sk'e ' i E i 16 . - 16 i, ■ 20 4 > iHL Hochwasser. Mainz, 28. December. Der Stand des Rhens beträgt gegenwärtig 4,50, der Rheinquat ist bereits überschwemmt. Die Bürgermeisterei fordert zur Räumung aller von der Uederschwemmung bedrohten Lokalitäten auf, damit einer Ueb^rraschuna wie bei der letzten Ueberschwemmung vorgebeugt werde. Auch alle sonst erforderlichen Vorsichtsmaßregeln werden getroffen. Kassel, 28. Decembcr. Eine neue Ueberschwemmung ist hier eingetreten, das Wasser der Fulda ist fortdauernd im Steigen. Köln, 28. December. ES herrscht noch ununterbrochenes Regenwetter bei 10 Grad Wärme Reaumur und Sturm aus Westen. Der Rheinpegel, welcher gestern Abend 6,03 betrug, zeigt heute einen Wasserstand von 6.90. Ber Koblenz beträgt der Wasserstand 6,35 Meter und steigt stündlich um 9 Ctm., bei Bingerbrück ist der Stand des Rheins 4,26 Mtr. In Köln ist der Rhein bereits über die Ufer getreten und hat die niedriger gelegenen Stadtthetle überschwemmt. Die Schiffbrücke soll heute Nachmittag abgefahren werden. . r _ Mainz, 28. December. Seit heute Abend steigt der Rhein wieder stark. Stand 470 M. Der Verkehr zwischen Rosengarten und Worms ist emgestellt. — Die Bewohner von Laubenheim, Bodenheim und Nackenheim, die beim letzten Male von Hochwasser heimgesuchl waren, räumen bereits wieder ihre Wohnungen, um im Nothfalle rasch flüchten zu können- Der bei Laubenheim durchstochene Damm ist seit gestern Mittag überfluthet, so daß die Arbeiten an demselben eingestellt werden mußten; an dem durchbrochenen Damm bei Bodenheim arbeiten über 250 Mann Dag und Nacht um die Fertigstellung zu beschleunigen; gestern Nachmittag wurden alle arbeitsfähigen Männer in Bodenheim aufgedoten, nach dem Damm zu eilen und cs ist bis jetzt auch glücklicherweise gelungen, einen zweiten Durchbruch zu vermeiden, geklagt wurde aber darüber, daß noch heute Morgen mehrere Schleppdampfer die Bruchstelle passirten so daß durch den Wellenschlag merkliche Schwankungen am Damm beobachtet wurden- Die Brückenarbe'ten mußten hier gestern, schon zum vierten Male in diesem Jahre, wieder eingestellt werden- Kastel 28. December- Auch hier steht das Wasser schon wieder auf Den Straßen und sind unsere Bewohner allenthalben mit dem Ausräumen beschäftigt- Bingen, 28 December- Der Rhein ist heute nahezu einen Meter gewachsen. Einige Straßen sind schon überschwemmt. Der Güterverkehr auf der Ludwigsbahn ist ^^^onnheim, 28. December. Heute früh 4 Uhr wurden wir durch Alarmsignale der Wasserwehr aus dem Schlafe geweckt. Der Neckardamm zwischen Flutz und Schlachthaus wurde zwei Mal von dcn tosenden Wassermassen durchbrochen. Schon gestern Abend wurden wirksame Maßregeln getroffen, um ein Unglück zu verhüten und wirklich, Dank der energischen Hilfe der Feuerwehr, Pronicre rc-, wird d.cse Calamität für die Stadt Mannheim soweit glücklich vorübergehen. Ich begab mich heute srüh selbst an den Ort des Unglückes, um Ihnen Näheres berichten zu können. Das Wasser steht höher als tm Jahre 1845 und steigt rapid. Solche Wassermassen habe ich noch nie gesehen. Das städtische Schlachthaus. Schießhaus, Fettv.eh-Halle, Turnhalle, das neue Schulhaus (Schwetzingergärten), alle diese Gebäude stehen vollständig unter Wasser. Der ganze Holzhof ist weggeschwemmt. Tausende von Scheite fj eßen in dem großen See herum, der sich vom Neckar über die ganze Ebene nach der Deutschland. Berlin, 27. December. Der Minister der öffentlichen Arbeiten hat gestattet, Kartoffeltransporte nach solchen Kreisen der Rheinprovinz, welche in Folge der diesjährigen Kartoffel-Mißernte ihren Bedarf an Kartoffeln und Saatgut von auswärts beziehen müssen, eine Frachtermäßigung bis zu 50 pCt. ein- treten zu lassen, wenn der Kreis-Landrath bescheinigt, daß solche Transporte auf seine Veranlassung stattfinden und zur Versorgung hülfsbedürftizer Kreiseingesessener bestimmt sind. — Dem Vernehmen nach wird in Düsseldorf eine Petition an den Landtag vorbereitet, welche dort die Erbauung einer festen Rheinbrücke zum Zwecke hat. — Es verlautet, daß den Franziskanerinnen zu Gladbach die Eröffnung einer Kleinkinder - Bewahranstalt gestattet worden ist und wird dieselbe bereits in den ersten Tagen des neuen Jahres ihre Thätigkeit beginnen. — Die Gegner des Impfzwangs, welche sich mit Petitionen an den Reichstag gewandt haben, werden auch diesmal ihr Ziel verfehlen, da die Petitions-Commission mit weit überwiegender (Zweidrittel-) Wahrheit beschlossen hat, dem Reichstag den Uebergang zur Tagesordnung zu empfehlen. In der Commission hat sowohl der Director des Reichsgesundheitsamtes, Geh. Ober- regierungsrath Dr. Struck, als der Geh. Regierungsrath Dr. Koch, der Auffinder der Tuberkulose-Bakterie, sich gegen Aufhebung des Impfzwangs ausgesprochen, und die Autorität des letztgenannten Gelehrten dürste wohl von Entscheidung gewesen sein. — Behufs einheitlicher Bezeichnung der Einschreib-Sendungen im Weltpostverkehr sind die Vereinsverwaltungen übereingekommen, in den Aufgabe- zettel, beziehentlich den besonderen Stempel, durch welchen die Einschreib-Sendungen als solche kenntlich gemacht werden, den Buchstaben R (Recommandirt) in lateinischer Schrift aufzunehmen. Diese Maßregel komnit im Reichspostgebiete vom 1. k. Mts. ab allgemein zur Anwendung. Die aus andern Ländern des Weltpostvereins eingehenden Einschreib-Sendungen bleiben in der angegebenen Bezeichnung, werden also von den Gienzpostsendungen nicht mehr neu bezettelt. — Ueber das Befinden des Fürsten Bismarck meldet die „Post" : Der Kreis der Thätigkeit des Reichskanzlers ist geschäftlich nicht beschränkter, als er seit Jahren bei seiner Anwesenheit zu sein pflegte, eher umfänglicher. Amtücye Besuche haben schon seit Jahren von ihm weder gemacht noch empfangen werden können. Der geschäftliche Verkehr mit den Ministern und Vorständen der inländischen Centralstellen geht seinen regelmäßigen Gang wie immer, nur etwas erschwert durch Verminderung des mündlichen Verkehrs, da die Gesichtsschmerzen, an denen der Fürst leidet, hauptsächlich durch lautes und anhaltendes Sprechen hervorgerufen werden. Dies allein wird auch den Grund bilden, warum der Kanzler darauf verzichtet hat, den Sitzungen des Reichs- und Landtages beizuwohnen, wie es bei der Ankunft in Berlin seine Absicht war. — In einer Eingabe an den Minister der öffentlichen Arbeiten hat die Handelskammer von Frankfurt a. M. im Anschluß an eine Vorlage der Mainzer Handelskammer den Bau einer directen Eisenbahnverbindung von Brüssel durch die Eifel nach Mainz und Frankfurt begründet und dringend befürwortet. — Mit dem Landeshaushalte der Reichslande für das bevorstehende Etatsjahr ist auch eine Denkschrift, betr. den Voranschlag der Einnahmen und Ausgaben der Tabakmanufaktur zu Straßburg, für denselben Zeitraum veröffentlicht worden. Die Einnahmen für Tabakfabrikate sind auf 2,616,000 ^X veranschlagt, während sie für das lausende Jahr mit 5,688,000 «X in Rechnung gestellt waren. Die Ausgaben, die für das lausende Jahr auf 4,855,000 -X. veranschlagt waren, werden in Folge der bedeutenden Einschränkungen des Betriebs nur mit 2,000,800 -X. in Aussicht genommen. Der Ueberschuß, der für den Landeshaushalt flüssig gemacht werden kann, wird auf 615,200 «X. veranschlagt. Dabei ist aber eine Besteuerung des zu verwendenden Rohmaterials nicht in Rechnung gestellt, weil die Manufaktur beabsichtigt, dasselbe in einer steuerfreien Niederlage aufzubewahren, so daß sie für ein Etatsjahr diese Kosten erspart, die selbstverständlich in späteren Etatsjahren wieder erscheinen werden. Betreffend Die Organisation der Leitung der Manufaktur wird Fol- aendes bemerkt: „Es lag die Erwägung nahe, ob die Stelle des administrativen Directors, für deren Creirung insbesondere die vielfachen Beziehungen mit den auswärtigen Fabrik-Filialen, sowie die Bedeutung des Geschäfts überhaupt maßgebend war, fernerhin noch nothwendig sein möchte, sowie ob es überhaupt der jetzigen Sach- laae noch entspreche, die Oberleitung der Manufaktur ausschließlich in den Händen eines Verwaltungsbeamten zu concentriren. Die Entwickelung des Geschäfts in der letzten Zeit weist vielmehr darauf hin, der kaufmännischen Seite des Betriebs hervorragende Berücksichtigung zuzuwenden und dabei zugleich auf tbunlichste Befreiung des technischen Directors von allen kaufmännischen Ge- fckästen Bedacht zu nehmen, um dessen volle Krast der technischen Leitung und Ueberwachung des Betriebs zuzuwenden. Es erschien hiernach zweckmäßig, auf die Stelle eines administrativen Directors für die Folge zu verzichten, dagegen die Ausstellung eines kaufmännischen Directors in Aussicht zu nehmen und hierfür 'eine entsprechende Position aufzunehmen, ohne jedoch eine etatsmäßige stelle zu schaffen. Dem kaufmännischen Director würde, unbeschadet der Leitung rT ^abrikbetriebes durch den technischen Director, die Leitung des gesammten ^-fckiäftsbetriebes des Etablissements zusallen. Zur Sicherung der n)ünic^en^ JÄÄnfHmmunB fischen dem Betriebe der Manufaktur und den allgemeinen Grundsätzen der Staatsverwaltung, sowie zur Gewährung eines fort Heidelberger Straße und dem Bahnhof hin erstreckt. Dazwischen hört man die Noth- schüsse der umliegenden Ortschaften. Auch von der oberen Neckargegend wird große Wassersnoth gemeldet, wie Neckargemünd, Schlierbach und Ziegelhausen. Wir wollen hoffen, daß das Unglück so rasch vergeht, wie es gekommen ist. Denn so rasch wie diesmal das Wasser kam, ist es noch nie gekommen Der Rhein ist zur Stunde noch nicht gefährlich, steigt aber fortwährend. Mannheim, 28. December. Der Rhein ist stark steigend und bis zu den Getreidehallen vor gegangen; die Gärten am Neckar, sowie die Schwetzinger Vorstadt sind durch einen Dauimdruch des Neckars bedroht. Der Neckar ist bis in den Neckar- Hafen und die Jungbusch-Straßen gestiegen, hat somit den Stand vom Jahre 1824 erreicht. Bet Heldelberg war der Stand des Neckars Morgens 7 Mir., Mittags 6,70, fallend; des Rheins bei Kehl 5,18, steigend, bet Waldshut 5,60, steigend, bei Philippsburg 6,90, steigt. In Mannheim war Nachmittags der Stand des Rheins 8,85, steigt, der des Neckars 10,16, steigt noch etwas. — Der Neckar i|t bei Heidelberg seit Morgens 10 bis Abends 6 Uhr 30 Ctm. gefallen. Hier fällt er noch n cht, doch ist zu erwarten, daß er im Laufe der Nacht fallen werde. Bci ruhigem Welter und nicht ungünstiger Windrichtung ist Hoffnung, daß die Nothdämme halten, sonst dürste die Lage sehr ernst werden. Der Neckar hat den höchsten Wasserstand, der h er vorgekommen, um einen halben Meter überstiegen. Wird der Schlachthausdamm durchbrochen, so ist die Vorstadt Schwetzingen, das Dorf Neckarau und die Neckar-Vorstadt bedroht; man hofft aber, sie einerseits durch Erhöhung der Straße nach Seckenheim, anderseits durch Erhöhung der Chaussee nach Käferthal zu schützen. In der inneren Stadt steht das Wasser zwischen dem Heidelberger Thor und dem Bahnhof fast dis zum Straßendamm. Die ganze Lage wird sehr ernst aufgefaßt. Das Theater bleibt deßhalb geschlossen. In den hiesigen Blättern erläßt der Stadtdirektor und Oberbürgermeister einen Aufruf an die Bürgerschaft, den bedrohten Stadttheilen zur Hülfe zu eilen. — Der Rhein ist bei Kehl und Maxau stark steigend und hat den 1876er Wasserstand bereits überstiegen. Von Walds Hut wird dagegen heute Abend Fallen des Wassers gemeldet. Hier steigt der Rhein voraussichtlich bis übermorgen. Karlsruhe, 28. December. Nach den eingegangenen Berichten ist der Bodensee bei Konstanz seit gestern von 3,43 auf 3,67 und der Rhein bei Waldshut auf 5,60 gestiegen. Die Wiese-Hausener Brücke ist zerstört, ebenso der DÜmm bei Schopfheim; die Brücke Lörrach-Wiese ist zusammengestürzt und sollen dabei auch Menschen verunglückt sein. Zerstört sind ferner die Brücken bet Utzenfeld, Zell und Wehr. Die Dreisam ist bet Freiburg auf 1,55 gestiegen, an der Freiburger Steinbrücke ist ein Ufereinbruch erfolgt- Von der Elz wurde die Kastellbrücke bei Waldkirch und die kleine Langenbrücke bei Emmendingen zerstört, der Kinzigdamm unter der Offenburger Etsen- bahnbrücke ist gebrochen, die Vorstadt von Offenburg ist überflutet. Bet Kehl ist der Rhein seit gestern von 4,05 auf 5,18 gestiegen, die Murg zeigt bei Rastatt 5,20 und übersteigt die Dämme um 1.59 Ctm-, die Rothenfelser Brücke ist zerstört. Bei Maxau ist der Rhein seit gestern von 5,58 auf 6,79 gestiegen, bei Mannheim zeigt derselbe 9,67 und ist in weiterem Steigen begriffen. Der Neckar zeigt bei Deidesheim 8,32, ist aber im Fallen. Die Neckarelzer Schiffbrücke ist abgetrieben, wurde aber wieder gelandet. Der Wasserstand des Neckar bei Mannheim ist 9,72, bei dem Schlachthaus erfolgte ein Dammbruch, die Straßendämme nach Käserthal und Seckenheim wurden durch das zur Hilfe herbeibeorderte Militär erhöht. Der Main ist bei Wertheim mit 4,90 zum Stillstand gelangt. Karlsruhe, 27. December. Der Verkehr auf der Wiesenthal-Bahn von Basel nach Zell ist in Folge der Rhein-Ueberschwemmung unterbrochen und der Betrieb auf der Strecke Kehl-Kork heute Abend eingestellt worden. Die Züge von Wien nach Paris gehen in Folge dessen von heute Abend ab über Maxau. Karlsruhe, 28 December. Bei dem Zusammenbruch der Lörracher Wiesenbrücke sind 20 Menschen in die Fluthen gestürzt, nur wenige davon wurden gerettet. Bei dem heute früh ausgeführten Versuch, einen Zug von Appenweier nach Kork, zu fahren, entgleiste die Locomotive. Ein Reisender wurde dabei getödtet und drei Eisenbahnbeamten verletzt. Die Bahnstrecke von dem Hauptbahnhof von Mannheim nach Käferthal ist unfahrbar. Auch der Güterbahnhof in Mannheim ist überfluthet und die Verbindungsbahn zwischen dem Personenbahnhof und Güterbahnhof oberhalb der Rheinbrücke ist bedroht. Mainz, 28. December. Unter den Bewohnern der unteren Stadttheile herrscht eine förmliche Panik. Während bei der letzten Ueberschwemmung der Rhein verhält- nißmäßig langsam gestiegen war, wächst das Wasser eben mit einer solchen Schnelligkeit, daß sich von Minute zu Minute ein anderer Pegelstand wahrnehmen läßt. Von 8 Uhr heute Morgen an bis jetzt, 2 Uhr Nachmittags, ist das Wasser 32 Zentimeter gestiegen, was per Stunde einem Wachsen von über 5 Zentimeter gleichkommt Das Ufer längs der Stadt ist wieder durchweg überschwemmt, Lagerhäuser und Krahnen stehen bereits vollständig unter Wasser. In Folge der schlimmen Erfahrungen bei der ersten Katastrophe sind die Bewohner wie auch die Behörden nach jeder Richtung hin bedeutend vorsichtiger und thatkräfliger geworden. In allen Gegenden sicht man sowohl Schutzvorrichtungen treffen, wie auch Zommunikationsmittel für den Fall einer Ueber- sluthung schaffen Sehr vortheilhaft ist der von der Stadt eingerichtete Nachrichtendienst, stündlich werden Depeichen über den Wasserstand vom Oberrhein und Main publiciit. Durch Erhöhung des Emgangsschachts der Pumpstation^ hofft man dieselbe bis zu einem Pegelstanv von 6 Meter in Function halten zu können. Der Bahnverkehr nach der Richtung nach Bingen dürfte bei weiterem Steigen bald gestört fein, indem die städtische Veiwaltung gewillt ist, unter Zuhilfenahme des Kreisamts, selbst gegen den Willen der Bahnverwaliung, den Bahndamm im Gartenfeld zum Schutze dieses Stadttheiles erhöhen und verstärken zu lassen. Der Trajectverkehr der Nassauischen Bahn wird wahrscheinlich schon heute Abend eingestellt werden müssen. Wien, 28. December. Wegen des außerordentlichen Steigens des Donau- Canals wurden Vorkehrungen zum E nhängen des Sperrschiffs getroffen. Prag, 28 December. Alle Flüsse Böhmens steigen, in Prag ist noch keine Gefahr. Im Jnundationsgebicte sind alle Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Im Vororte Liegen mußten 30 Delogirungen vorgenommen werden. Lokale- Gießen, 29. December. Die auf gestern Abend in Wenzel’s Saalbau ein- berufene außerordentliche Generalversammlung der Gewebebank war sehr stark besucht. Es waren 394 Mitglieder anwesend. Nachdem der Vorsitzende des Aufsichtsraths Pos. I. und IL der Tages-Ordnung: Unterstützung der Wasserbeschädigtcn im Groß- herzogthum mit 300 J4, sowie Beitrag an die hiesige Kleinkinderschule mit 200 JL dah in als erledigt erklärte, daß er der Versammlung zur Kenntniß brachte, der Auf- sichtsrath habe beschlossen, diese Gelder zu verwilligen und der Versammlung hiervon Mittheilung zu machen, schritt man zur Erledigung von Pos. III. der Tages-Ordnung: Wahl eines Controleurs. Der vom Aufsichtsrath vorgeschlagene Herr Carl Jug Hardt erhielt nicht die nöthige Stimmenzahl (von 394 Stimmen er hielt derselbe 135 Ja, 257 Nein) und mußte nach längerer zum Theil höchst erregter Debatte die eoent. weitere Wahl bis zu einer nächste Woche abzuhaltenden außerordentlichen Generalversammlung vertagt werden. Pos. IV. der Tages-Ordnung: „Verträge mit dem Vorstande" wurde dahin erledigt, daß die Versammlung dcm Aufsichtsrath Vollmacht ertheiltc, provisorische Verträge mit den neu anzustellenden Vorstandsmitgliedern abzuschließen. Vermischtes. — Zum Weihnachtsfeste und zum bevorstehenden Jahreswechsel möchten mir bet unseren Lesern ein gutes Wort für die Briefträger und Postboten einlegen. Jahr aus, Jahr ein, Tag für Tag, unbekümmert um Gunst ober Ungunst der Witterung gehen diese Männer ihrem beschwerlichen Berufe nach und leisten dem Leser durch ihre Regelmäßigkeit und Pünktlichkeit unschätzbare Dienste. Wir glauben deshalb nur eine Pflicht M erfüllen, wenn wir tn dieser fröhlichen Festzeit darauf Hinweisen, wo eine Gratifikation wohl verdient und wohl angebracht ist. Wetzlar, 27. December. Vor einigen Tagen wurde im Altenberger Walde, Diftrict Bornkistenkopf, ein Rud l von 8 Stück Wildschweinen aufgespürt. Auf eine bezügliche Meldung nach Braunfels fanden sich am Tage nachher einige Herren von dort ein, um auf die schwarzen Gesellen Jagd zu machen. Die Jäger trafen die Thiere auch noch an und dem fürstlichen Forstbeamten Krauß gelang es sogar, eins der Thiere anzuschießen; seitdem ist aber jede Spur der gefährlichen Gäste verloren gegangen. Marburg, 23. December. Dieser Tage verstarb auf der Jrrenheilanstalt die etwa neunjährige Tochter eines daselbst Bediensteten unter heftigen Schmerzen an den Folgen einer Blutvergiftung, welche sich das Kind dadurch zugezogen hatte, daß in eine am Fuß entstandene kleine Wunde von den rothen Strümpfen, welche das Kind trug, giftige Beftandtheile in den Körper eingetreten waren. — Nach den statistischen Ermittelungen des Vereins deutscher Eisen-und Stahl- industrieller belief sich die Roheisenproduction des deutschen Reichs (einschließlich Luxemburgs) im Monat November 1882 auf 276 761 Tonnen, darunter 175 809 Tonnen Puddelroheisen, 8420 Tonnen Spiegeleisen, 64694 Tonnen Bessemer und 23 238 Tonnen Gießereiroheisen. Die Production im November 1881 betrug 262369 Tonnen. Vom 1. Januar 1882 wurden producut 2514741 Tonnen gegen 2 500 349 Tonnen im Vorjahre. — Ein interessantes Documer.t ist bei Gelegenheit des Spielabends für die Ueberschwemmten an das Tageslicht gekommen- In einem Berliner Restaurant in der Kömgstraße suchte man naml'ch die Sammlungen für die Heimgesuchlen am Rhein noch dadurch zu erhöhen, daß man auch eine kleine Auciion Deianftaltete. Den Gegenstand der Versteigerung bildete ein 153 Jahre altes Dokument, das namentlich für alle Raucher von hohem Interesse war, denn es versetzte dieselben, im Gegensatz zu den heutigen schönen Tagen, in jene unbequeme Zeit, wo die Erlaubniß zum Rauchen erst höchst umständlich von einer hohen Obrigkeit erbeten werden mußte. Um jene Zeit herrschte in ganz Deutschland ein Gesetz, demzufolge man nur mit einem Berechtigungsschein versehen sich mit einer Pfeife auf die Straße ober auch nur an bas Fenster seiner Wohnung wagen durfte. Die betreffenbe Urfunbe, bie ein Arzt für 128 Mark erstand, lautet wörtlich: „Vorzeiger dieses, Karl Graß zu Bingen, Oberamt Mainz, hat die Erlaubniß uff ein Jahr, Tabak zu rauchen, gegen die Landschrerberei bezahlte Gebühr, als 18 Kreutzer teutscher Kours. Zweibrücken, den 23. des Augustmonats 1729. W- Stein." Gegen jene Zeiten verliert selbst das Tabakmonopol feine Schrecken Aus den Reichslanden, im December. In einem Städtchen von Unter- Elsaß verbreitete sich jüngst die Kunde, die Hexen trieben wieder ihr Spiel. Besonders einem früheren Zweifler, der oft ihrer gespottet, trachteten sie zu schaden, so v el wie möglich. Im Stalle, tn Küche und Keller, überall spukte es, überall wollte man auch die Beweis, sehen, daß es nicht mehr richtig. Was thun? In dem Nachbarstädtchen lebt trotz Gymnasium und anderen höheren Schulen heute noch ein „Hexenmeister", den ruft man zu Hilfe. Er erscheint; beim Eintritt tn das Haus hat er es schon heraus, daß die bösen Geister gewaltig hier herrschen. Die Milch wird auf den Herd gestellt, trotz eines höllischen Feuers bleibt sie unbeweglich, sie kommt nicht in Wallung. Der große Mann schiebt in den Keller — die Kartoffeln sind grün unbausgewachsen; er läßt sich Wein holen — der ist trüb und ungenießbar. Zu zweifeln ist nicht mehr, nur gut, daß es noch Hexenmeister gibt, die die bösen Geister unschädlich machen können- Unser Hexenmeister erprobt denn auch hier seine Kunst, sie besteht die Probe. Nach mehrtägigem Kampf mit den Geistern erscheint er wieder, und siehe da. feine „Künste" haben geholfen — die Milch ist wieder wie andere Milch, die Kartoffeln wie andere Kartoffeln, der Wein fließt krystallhell und köstlich mundet er. Daß die bewährte Kunst reichliche Belohnung gefunden, steht außer Zweifel. Und dieser ganze Hocuspocus hat sich n d)t bei einem armen Bäuerlein zugetragen; ein Meister der Schule, ein Lehrer des „Lichts" erzählt steif und fest: früher hätte er nicht an Hexen geglaubt, jetzt habe er aber selbst die Erfahrung gemacht, daß sie nicht der Vergangenheit angehören, sondern auch noch in der Gegenwart wirken- Köln Ein humoristisches Intermezzo aus der Kölner Wassersnoth, welches zugleich den Beweis liefert, daß die Kölner selbst unter den traurigsten Verhältnissen nicht den Humor verlieren, stellt der unten geschilderte Vorfall dar. Am alten Ufer fuhren ein katholischer Caplan und ein Israelit, um gemeinschaftlich Gaben zu ver- theilen, von Haus zu Haus. Plötzlich strauchelte der Israelit und fiel in das 4 Fuß tiefe Wasser. Da er sich an der Schulter schwer verletzt hatte und allein nicht im Stande war, das unsreiwill qe Bad zu verlassen, sprang der Geistliche sofort nach, nahm den kleinen Herrn auf seine Arme und trug ihn aus dem Wasser. Da rief eintiefe Stimme aus einem der nahen Fenster: „Seht ens do, ’n neue Kumpromiß! Chresten und Jüdde halt’ sich leeb!" Bern, 24. December. Seit einigen Tagen ist der Director der Discontokasse in Interlaken, Namens Burgi, verschwunden. Man spricht von großen Kassenlücken und einem bevorstehenden allgemeinen Krach Da Director Burgi der Schwager des kürzlich hier in her Aare ertrunkenen Oberst Oit ist, tauchen neuerdings die verschiedenartlasten Gerückte wieder auf. — Auguste Lehmann, die Mörderin der Pfarrerin von Glattfelden im Kanton Zürich, ist zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe verurthetlt worden. Berlin, 27. December. sGattenmorboersuch und Selbstmord.) Ein erschütterndes Familiendrama spielte sich heute Vormittag gegen 10 Uhr in dem Hause Große Friedrichstraße Nr. 111 ab. Um die angegebene Zeit wurden die Bewohner des genannten Hauses plötzlich durch zwei SckÜsse erschreckt, die in der Wohnung eines dort in der zweiten Etage wohnenden Schriftstellers und R-dacteurs Dr. Maron fielen. Gleichzeitig stürzte das bei Dr M. in Condition stehende Dienstmädchen laut um Hülfe rufend und mit der Mittheilung, daß ihr Dienstherr sich und ferne Frau er- ichießen wolle, auf b'e Treppe. Beim Einbring n in bie Wohnung fanb man bie Angaben bes Mädchens vollinhaltlich bestätigt. Dr. M- lag, einen noch geladenen Revolver krampfhaft in der Hand haltend, entseelt auf der Erde des Zimmers, während seine Ehefrau laut röchelnd, anscheinend im Todeskampfe auf dem Sopha hingestreckt war. Der sofort hinzugerufene Reviervorstand stellte den obigen Thatbeftanb fest. Ferner wurde ermittelt, daß das Dienstmädchen von Dr. M. unmittelbar vor der That mit einem Brief auf das betreffende Polizeirevier geschickt worden- Zufälliger Weise hielt sich das Mädchen noch so lange auf, bis der erste Schuß, den Dr. M auf seine Frau feuerte, fiel. Als das Mädchen hierauf in das Zimmer trat, drohte ihr Dr. M-, daß er sie, wenn sie ihren Auftrag nicht sofort ausführen würde', ebenfalls tobischießen würbe. Erst nachdem bas Mädchen das Zimmer verlassen feuerte Dr- M- den tobte lieben Schuß gegen sich selbst ab. lieber bie Veranlassung zu ber unseligen That cursiren bie verschiebensten Gerüchte. Das glaubroürbigfte scheint bas zu fein, baß eine anhaltenbe Krankheit Dr. M. zu bem verzweifelten Entschluß getrieben. Ein polizeilich requirirter Arzt conftatirte bei ber Frau noch Lebenszeichen und ordnete nach Anlegung eines Nothverbanbes ihre sofortige Überführung nach bem königlichen Klinikum an. Die Leiche bes Mannes ist nach bem Obbuktionshause geschafft worben. — Zur Erleichterung ber Durchfahrt von Schiffen im Suezkanal hat bie Suezcanal-Gesellschaft in Paris mit Zustimmung ber englischen Mttglieber ber Direction beschlossen, bret neue große Stationen, und zwar in Kantara, Timsah unb am süb- lichen äußersten Enbe bes Bittern Sees (Kilometerstation 133) zu errichten. Eine jede dieser Stationen ober Bassins wirb, ber „Times" zufolge, einen Umfang von 40 Qkrn. ober 25 englische Quabratmeilen haben Da ber Canal nur 100 englische Meilen lang ist, so würbe biefe Neuerung bie Durchstechung eines 25 Meilen breiten Meeresarmes von Port-Saib nach Suez tn sich schließen. Eine jebe b'eser Stationen soll groß genug sein, um 50 ober 60 Schiffe zu beherbergen. Außerbern soll in Port-Saib ein neues Dock gebaut unb ber Canal soll künftighin wirkungsvoll erleuchtet werben, wahrscheinlich burch electrisches Licht, bamit ber Schiffsverkehr nicht, wie jetzt, bes Nachts unterbrochen zu werben braucht. Zur Ausführung ber geplanten Verbesserungen sind Baggermaschinen im Werthe von 5 Millionen Frcs. bestellt worden. In Kaniara wird das Becken wahrscheinlich entweder durch Vertiefung der Balah-Seen im Osten ober des Menzaleh-Sees im Westen hergestellt werden. Bei Jsmailia liefert ber Timsah- See ein fast fertiges Becken. Das brüte Becken roirb burch Vertiefung des südlichen Endes des kleinen Bitteren Sees hergestellt werben. Die erste Station wirb 28 Meilen von Port-Saib, bie zweite 50 Meilen unb bie brüte 83 oder 17 Meilen von Suez entfernt sein. Gegenwärtig ist ber Canal nur für einen Schiffsverkehr von 6 Millionen Tonnen aus’s Jahr beredmet. Die in Aussicht gestellten Verbesserungen werben einen Verkehr von 12 Millionen Tonnen ermöglichen unb Herr v Lesseps glaubt zuversichtlich baß ber Canal so vergrößert werben kann, um einem Verkehr von 24 Millionen Tonnen Genüge zu leisten Die mit biefen Verbesserungen verknüpften Kosten sind auf 23 Mill. Frcs. veranschlagt. — Gegen Hasenfraß an Bäumen veröffentlicht bie „Sächs. lanbw. Zig.": Vor Anfang des Winters ober Schneefalles nehme ,ch Speckschwarte, streiche mit ber Fleisch- feite an ben Stämmen einige Male herauf unb herunter unb bies genügt, baß den ganzen Winter hinburch kein Hase bie damit bestrichenen Bäume benagt. Auch gebrauche ich die sonst ziemlich wertblosen Speckschwarten beim Kohlpflanzen. Hier hange ich solche an l-li/2 Meter hohe Pfähle, welche fest in den Boden gesteckt sind, bamtt ber Wind sie nicht umwirft, unb habe gefunben, baß bie Hasen bas auf solche Ißej umgrenzte Krautstück meiden. Billiger unb bequemer gibt es wohl kein Mtttel. oenn mit einer Speckschwarte kann man 50—100 Bäume, je nach deren Starke, beftre cy n unb habet ist es bem Stamme nicht schäblich. — Prof. E- Stone W'ggins, „der Astronom des kanadischen Finanzministeriums", Hat an den Präsidenten Arthur ein Schreiben gerichtet, in welchem das Auftreten eines gewaltigen Sturmes während des Monats März 1883 prophezeit wird. Nach der Behauptung des Prof. Wigg-ns wird dieser Sturm sich in der Nacht des 9. März im Golf von Mexico erheben und am 11. März die atlantische Küste erreichen. „Kein im Bereiche dieses Sturmes befindliches Schiff wird außerhalb des Hafens sicher sein und Lein kleines Fahrzeug der Gewalt des Sturmes, welcher der verheerendste seit dem letzten Jahrhundert sein wird, widerstehen können " — Ein originelles Mittel, Pferden das Schlagen abzugewöhnen, ist jedenfalls folgendes: Das Pferd stand in einem Kastenstandhart hinter demselben und zwar so, daß es die Kote berührte, wurde in Rollen und Stricken ein ziemlich steif gestopfter Strohsack oufgehängt. Natürlich schlug das Pferde danach, ebenso natürlich kam der Strohsack zurück und gab dem Pferde einen Schlag. Das Spiel wiederholte sich fast eine Stunde lang, während welcher das Pferd stch unablässig abarbeitete, seinen ebenso unablässig wiederkehrenden Gegner fortzmchlagen. Selbstverständlich vergebens. Ermattet gab der Gaul den Kampf auf. Der Sack wurde jetzt bis zum Sprunggelenk in die Höhe gezogen. Abermals schlug das Pferd, aber mit wett geringerer Kraft als vorher und höchstens ein Dutzend mal. Dann bereits ließ es vom Kampfe ab. Der Sack wurde nunmehr bis zur Achillessehne gezogen. Das Pferd ließ den Sack geduldig hängen, ebenso als er danach vor die Hmterbacke gezogen wurde. Hier blieb der Sack -eine Stunde hängen, dann wurde er, bald schneller, bald langsamer, so auf und niedergerollt, daß er das Pferd fortwährend berührte, was dasselbe geduldig und ohne wieder zu schlagen, geschehen ließ. Das Pferd hat nach der vorbemerkten Procedur niemals wieder geschlagen. — Das „Celestial Empire" in Schanghai erzählt: Der Komet, der tm October am Himmel sichtbar war, wurde in Peking zufällig zuerst vom Minister des Auswärtigen, Li-hong Lang, gerade als er nach Mitternacht von einer Audienz beim Kaiser -nach Hause ging, erblickt- Der Minister lief nun schnell zurück zum «Kaiser und theilte ihm mit, daß ein unheilverkündender Götterbote am Himmel erschienen sei. Kaiser Quang-su ließ sogleich die Hof-Astrologen zu sich bescheiden. Diese erklärten dann ihrem Herrscher, das Erscheinen des Kometen bedeute, daß die Götter mit dem Cultus- und mir dem Unterrichtsmtnister höchst unzufrieden seien. Wenige Stunden nachher hatten beide Minister richtig ihre Entlassung in Händen. Kirchliche Anzeigen der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst: Sonntag den 31. Dezember (Sylvestertag). Vormittags 9*/r Uhr: Pfarrer Schlosser. Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Dinaeldey. Montag den 1. Januar 1883. Neujahrsfest. Vormittags 9*/r Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Schlosser. Nach beiden Gottesdiensten Kollekte für die Armen der Gemeinde. Am Sonntag, den 7. Januar, als dem 1. Sonntag nach Epiphanias, wird das Landes missionsfest gefeiert werden. Die an diesem Tage zu erhebende Kirchenkollekte ist für die Heidenmission bestimmt. Anmerkung. Für den Kirchenbaufonds sind bis jetzt eingegangen: Anonym zugeschickt 5 X, durch H. Prof. H. von Ungenannt 10 X, aus der Opferbüchse in der Kirche X 18.46. Die Pfarrgeschäfte in der Woche vom 31. Dezember bis 6. Januar besorgt Pfarrer Schlosser. Katholische Gemeinde. Sonntag in der Weihnachts-Octav. Von 7 Uhr an Beichte. 8 Uhr: Frühmesse und Austheilung der hl. Communion. ValO IHjr: Hochamt, ’/gß Uhr: Predigt, hierauf Dank- und Bittandacht (Nr. 39). Neujahrstag. Von 7 Uhr an: Beichte. 8 Uhr: Frühmesse und Austheilung der h. Communion. Vrl0 Uhr: Hochamt und Predigt. 2 Uhr: Andacht (Nr. 39). Collecte zur Aufbesserung des Armenfonds. Gottesdienst in der Synagoge. Freitag Abend 4 Uhr, Samstag Morgen 830 Uhr, Samstag Mittag 3 Uhr. Samstag Abend 5 Uhr. Oessentl. Aufforderung. Die hiesige Handlungsfirma I. A. "Busch Söhne hat unterm 25. April 1881 zur Sicherung übernommener Lieferungen für das hiesige Garnison- Lazareth eine Obligation der Freimaurerloge Ludwig zur Treue de 1857 Lit. A Nr. 62 über 50 ft. — sch«he. 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Völker nebst Frau und Kinder 8556 Gießen, den 28. Dezember 1882. 8536 Nr. 66 ■****%£ Techniker rc. placirt schnell das Bureau "hT-» AOk hat den Käfig ge- Dresden. 8542 ***■ Tö sonnen. 8535 2 Kaufleute, Oekonomen, Förster, Gärtner, Brauer, Brenner, Aufseher, Danksagung. Für die vielen Beweise der herzlichen Theilnahme bei dem Krankenlager und der Beerdigung unseres unvergeßlichen Walter Theodor Zinsser sagen Allen den innigsten Dank Die trauernden Hinterbliebenen. Todes-Anzeige. Allen Verwandten und Bekannten die schmerzliche Nachricht, daß unser geliebtes Töchterchen und Schwesterchen Marie heute Abend 91/* Uhr nach kurzem schwerem Leiden sanft entschlafen ist. Gießen, den 28. December 1882. Verantwortliche Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'scben Druckerei (Fr. Ebr. Bietsch in Gießen.