Freitag den 29. December Nr. 3OZ. Gießener Anzeiger Amts- und Anzcigcblatt für den Kreis Gießen. 188L. Bureaur Schulstraße 7. «1 WM , „ . r , x Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. £Ur$ bie w bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. . ___,,______ _______l.i» > Amtlicher Hh < il. 1. 2. 3. 4. Darmstadt, 26. Decbr. Das Großherzogliche Regierungsblatt (Beilage Nr. 27) enthält: 1. Bekanntmachung Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz, die Bildung der Amtsgerichtsbezirke Langen und Groß-Gerau betreffend. Nachdem des Großherzogs Königl. Hoheit Allerhöchst zu verordnen geruht haben, daß die seither zu den: Amtsgerichtsbezirk Langen gehörigen Gemarkungen Mörfelden (mit den in polizeilicher und adniinistrativer Hinsicht derselben zuge- theilten Gemarkungen Nauheimer Oberwald, Treburer Oberwald und Wiesenthal) und Walldorff (mit der in polizeilicher und administrativer Hinsicht derselben zugetheilten Gemarkung Gundhof mit Gundwald und Schlichtern) davon abgetrennt und dem Amtsgerichtsbezirk Groß-Gerau zugetheilt werden sollen, so wird diese Allerhöchste Anordnung mit dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die angeordnete Veränderung mit Wirkung vom 1. Januar 1883 in Kraft tritt. . 2. Bekanntmachung Großh. Ministeriums des Innern und der Justtz, die Erlassung einer neuen Arzneimitteltaxe für die Apotheken des Großherzogthums betreffend. 3. Bekanntmachung Großh. Ministeriums des Innern und der Jnstiz, die in den Apotheken des Großherzogthums vorräthig zu haltenden Arzneimittel betreffend. 4. Ordensverleihungen: Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 9. Decbr. dem Fuß-Gensd'armen i. P. Heinrich Wolf das silberne Kreuz des Verdienst-Ordens Philipps des Großmüthigen, am 14. Decbr. dem Bürgermeister der Bürgermeisterei Kriegsheim, im Kreise Worms, Johannes Mundorf II. das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: „Für langjährige treue Dienste" zu verleihen. 5. Ramensveranderungen. 6. Dienstnachrichten: Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 28. Novbr. dem evang. Pfarrer Heinrich Gombel zu Dudenhofen die erledigte evang. Pfarrstelle zu Beedenkirchen zu übertragen. Am 5. Decbr. wurde dem Schulamts-Aspiranten Johannes Gorr aus Ober-Hörgern die erledigte Lehrerstelle an der Gemeindejchule zu Bleidenrod übertragen; am 9. Decbr. wurde der vormalige Sergeant und Regiments- Tambour Johannes Roch aus Bosenheim zum Kanzleiwärter in dem südlichen Collegienhauje zu Darmstadt, an dems. Tage wurde der Amtsgerichtsdiener bei bem Amtsgerichte Wald-Michelbach Joh. Ludw. Wenchel zum Amtsgerichtsdiener bei dem Amtsgerichte Ulrichstein ernannt; am 14. Decbr. wurde dem Schullehrer Ludwig Schäfer zu Rüdingshain die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Götzen, an dems. Tage wurde dem Schulamts-Aspiranten Lorenz Kitz aus Holz- hailsen die erledigte Lehrerstelle an d^r Gemeindejchule zu Meiches übertragen. 7. Dienstentlassung. 8. Ruhestandsversetzungen: Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 26. Novbr. den evang. Pfarrer Adolf Welcker zu Ober-Gleen auf sein Nachsuchen in den Ruhestand zu versetzen. ,y ,r Am 9. Decbr. wurde der Amtsgerichtsdiener bet dem Amtsgerichte Ulrichstein Johannes Lerch in den Ruhestand versetzt. 9. Concurrenzeröffnungen: Erledigt ist: Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Büches mit einem jährlichen Gehalt von 900 «X; dem Herrn Fürsten zu Dsenburg und Büdingen zu Büdingen steht das Präsentationsrecht zu. Zwei Lehrerinnenstellen an der kath. Schule zu Dieburg mit einem nach dein Dienstalter der betr. Lehrerin sich bemessenden Gehalt von 900 bis 1100 Jt. Eine mit einem kath. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Ge- ineindeschule zu Gau-Algesheim mit einem Gehalt von 1200 Berlin, 25. December. Die gesannnte königliche Familie war gestern Abend im Palais des Kaisers wie alljährlich zur Weihnachtsbescheerung zusam- inen. Der Kaiser ist von seinem letzten Unwohlsein genesen und die Kaiserin schreitet erfreulicher Weise ihrer Besserung entgegen. Der Vortrag, den Fürst Bismarck am Samstag dem Kaiser gehalten hat, währte nahezu eine Stunde. Der Reichskanzler ist zwar noch nicht gänzlich von neuralgischen Schmerzen befreit, jedoch sind dieselben in Abnahme begriffen und es ist nunmehr die Aussicht gegeben, daß es demselben möglich sein möchte, an den par- lanientarischen Arbeiten der nächsten Zeit theilzunehmen. — Berlin ist unermüdlich im Spenden für die von Wassersnoth Heuu- gesuchten am Rhein; so ist, abgesehen von den Sammlungen der hiesigen Zeitungen, durch das vor kaum 3 Wochen gebildete Eentral-Eomito, an deffen Spitze der Oberbürgermeister v. Forckenbeck und der Abg. Dr. Hammacher stehen, die Summe von 45,000 «M. gesammelt und fast gauz sofort an die bedrängten Ortschaften versandt worden. Berlin 26. December. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: „Unsere Leser haben im heutigen Morgenblatte eine Mittheilung der „Germania", betr. ein Uebereinkommen zwifcben Rußland und dem heiligen L-tuhle, gelesen. Bei dm Beziehungen, welche die „Germania" zu Rom hat, nehmen mir an, bag sie aut unterrichtet ist. Wenn Letzteres auch in Bezug auf den dritten Artikel, der die Besetzung der Pfarreien zum Gegenstand hat, der Fall ist, so wurde Rußland gegenüber die Anzeigepflicht, um die sich bei uns der «Ltrett zunächst dreht, ohne Weiteres zugestanden sein. Wäre bezüglich dieses Zugestandnffse-o Preußen auf demselben Fuße wie Rußland vom römischen ^tuhl behandett worden, so ist anzunehmen, daß gegenwärtig auch der uns die katholische Geis.- lichkeit in einer ihren Wünschen besser entsprechenden Lage nch befinden wurde, als es der Fall ist." c . . ... - ,f . . __ Auf Grund eines Rescripts des Cultusmiiiisters vom 27. Detin, d. I. ist nuniuehr Anweisung ertheilt worden, die Turnspiele in bie Volksschulen e>n- Muhren und den örtlichen Schulbehörden insbesondere ausgegeben morden, dafür | zu sorgen daß der Inhalt des Ministerial-Rescripts zur Kenntniß sämmtlicher Bekanntmachung. Betreffend: Die Nachsnchnng der Berechtigung zum einjährig freiwilligen Drenst auf Grund von «d>ub ^Zn"daßln'd7m E Ur w ultgungs-Attest die Erklärnng des Vaters oder Vormundes, in der Lage zu sein, den Freiwillig.n während des einjährigen Dienstes unterhalten zu können, nicht fehlen darf. Zu pos. daß die Schulzeugnisse, mit Ausnahme der Neifezeugnisse sur die Universität und die der,elben glelchgestellten Reifez-ugmsie für die Prima der Gymnasien und Realschulen I. Ord-, sammtltch nach dem Schema 17 zur Erfatz-Ordnuug (I. Theü der Wehr-Ordnung vom 28. September 1875 - Reg.-Bl. Nr. 55 von 1875) ausgestellt sein müssen. Im Uebrigen wird aus die Bestimmungen der 88, 89, 90, 93 und 94 der angeführten Ersatz-Ordnung verwiesen. Großherzogliche Prüsungs-Commlssion für einjährig Freiwillige. Der Vorsitzende: Gros. ___ u, Das Gesuch muß von dem Betreffenden selbst geschrieben sein und ist hierzu ein Bogen in Actenformat (nicht Briefpapier) zu vei- wenden. Auch erscheint es zweckdienlich, wenn stets die nähere Adresse angegeben wird. Dem Gesuche sind folgende Papiere beizusügen: b. EUrw^llUgungs-Attest des Vaters oder Vormundes minder Erklärung über Bereitwilligkeit und Fähigkeit den Freiwilligen während einer einjährigen activen Dienstzeit zu bekleiden, auszurüsien und zu verpflegen; _ . c. ein Unbescho ltenheitszeugniß, welches für Zöglinge von höheren Schulen (Gymnasien, Realschulen, Progymnasien und Meten Bürgerschulen) durch den Director der Lehranstalt, für alle übrigen jungen Leute durch die Polizei-Obrigkeit oder ihre vorgesetzte Dienst, behörde auszustellen ist; ck. das Schu lzeugniß. Diejenigen jungen Leute/welch"'Grund ibret Schulzeugnisse die Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst nachsuchn, u oller, werden hierdurch aus die nachfolgenden, bei Anbringung der Gesuche zu beachtenden, Dorfchriften mit dem Anfugen aufmerksam gemacht, daß hiernach unvollständige Gesuche «ten Prüfungs-Commission nur dann auzubr.ngen, wenn der sich Meldend- im Großherzog- tbum Freiicn aestcllunaspfltchtig ist, d. h. seinen dauernden Aufenthaltsort hat. Die Berichtigung zum einjährig freiwilligen Dienst darf nicht vor v o Ilend e te ml 7. L eben s fahr e und> muß f p fit t ii i Bt8 jum 1. Februar des Jahres nachgesucht werden, in welchem der sich Meldende das 20. Lebensjahr vollendet. Ter Nachweis der Berechtigung zum einjährigen Dienst ist bei Verlust des Anrechts spätestens bis zum 1. April desselben Jahres ,u Schulinspectoren und Lehrer gelange und auch ihrerseits die Angelegenheit soweit gefördert werde, als es die Ortsverhältnisse irgend gestatten. In gegebener Frist ist den Regierungen zu berichten, ob und was in den einzelnen Bezirken zur Ausführung der Anordnung geschehen ist, welche auch unter den Einwohnern zu verbreiten ist. — Das italienische Königspaar wird sich, wie der „Voss. Ztg." ein Pnvat-Telegramm aus Rom weldet, zu der Silbernen Hochzeit des deutschen tronprinzlichen Paares nach Berlin begeben. Aegypten. Kairo, 26. December. Arabi und die sechs anderen nach Ceylon verbannten Hauptansufter der Insurrektion sind gestern Abend 11 Uhr nach Suez abgereist, um von dort nach Ceylon etngeschifft zu werden. — Das amtliche Blatt rotib morgen mehrere Dekrete des Khedive publictren, durch welche Hassan, El Akad und Alt Buki auf 20 Jahre nach Massawah, 3 andere Angeklagte auf kürzere Zeitfriften nach Sutzkim und Rifaat Bey mit 19 Genossen auf Zettfristen von verschiedener Dauer nach Orten außerhalb Egyptens verbannt, zwölf andere Angeklagte aber zur Jnternirung an ihren Wohnsitzen verurthetlt werden. Telegraphische Depesche«. Wolff'S telegr. Eorrespondenz-Vurrau. Berlin, 27. December. Der Kaiser hat dem Minister Puttkamer den Rothen Adler-Orden erster Klasse mit Eichenlaub verliehen. Elberfeld, 27. Decbr. Gestern Abend 9 Uhr fuhr der von Deutz nach Berlin gehende Kurierzug in dem Güterbahnhofe Elberfeld - Steinbeck aus den von Aachen nach Berlin gehenden Kurierzug, wobei der „Elberf. Ztg." zufolge 9 Personen theils schwer, theils leicht verwundet wurden. Wien, 27. December. Alle Blatter ohne Unterschied der Parteistellung bringen anläßlich des 600jährigen Jubiläums der Dynastie Habsburg Festartikel. Aus allen Theilen des Landes laufen Berichte über politische Feiern in den Kirchen und Schulen aller Confessionen ein. Hier wurde ein feierliches Hochamt celebrtrt, an welchem der Kaiser und die Mitglieder der kaiserlichen Familie theilnahmen. Später empfingen die Majestäten die verschiedenen Deputationen zur Entgegennahme der Glückwünsche. Dec Bürgermeister überreichte an der Spitze einer Deputation eine Huldigungsadresse; das Episkopal Ober-Oesterreichs und Nteder-Oesterreichs unter Führung des Erzbischofs Ganglbauer unterbreitete seine Glückwünsche. — Der Kaiser erwiderte auf die anläßlich des 600jährigen Jubiläums der Dynastie Habsburg an ihn gerichtete Ansprache des Bürgermeisters von Wien tn überaus huldvoller Weise. Wien sei seit Kaiser Rudolf mit dem österrelchtschen Stammlande unter der schirmenden Fürsorge seiner Vorfahren aus kleinen Anfängen zu der jetzigen Bedeutung und Größe herangewachscn. Er freue sich, daß es ihm vergönnt gewesen sei, mit dem der Stadtvertretung gegebenen Impulse die neue Aera der Blülhe und steigenden Wohlfahrt für seine geliebte Vaterstadt zu eröffnen, er erkenne mit innigem Danke an, daß die Bürger Wiens ihm und seinem Hause im Glück wie im Unglück die treueste Anhänglichkeit bewahrt und dieselbe, so oft cs Roth gethan, mit Gut und Blut besiegelt hätten. Rewyork, 27. December. Nach einer Depesche aus Panama sind die Frtedens- verhandlungen zwischen Bolivia und Chili gescheitert in Folge der Weigerung Chilis, den beiden Commissären Perus zu gestatten, den Conferenzen belzuwohnen. Vermischtes. 27' Me ,(l8* ■*“<« Lokale». Gießen, 28. December. Es dürfte nicht unzweckmäßig sein, auch an dieser Stelle auf die gegenwärtig veranstaltete Ausstellung der Schülerarbeiten der hiesigen Handwerkerschulen aufmerksam zu machen. — Diese Ausstellung umfaßt die tn den verschredenen Abthcilungen (Frethand- und geometrisches Zeichnen, darstellende Geometrie und bautechnisches Zeichnen) gefertigten Zeichnungen des letzten Schuljahres, sowie eine Anzahl der Arbeiten aus der vor einiger Zeit neu eingerichteten Abtheilung für Modelliren. Schreiber dieses hat fämmtliche Arbeiten mit Interesse besichtigt und darunter recht erfreuliche Leistungen gefunden. Möge dieses mit tüchtigen Lehrkräften und vorzüglichen , reichlich vorhandenen Unterrichtsmitteln ausgerüstete Institut immer mehr die Beachtung derjenigen finden, denen zu Liebe es begründet wurde. Die Ausstellung befindet sich im Vereinslocal am Asterweg und wird am 29. ds. geschlossen. -~n. ** Gießen, 28. December. [Ebeater.] Mutters egen oder die Perle von Savoyen von Friedrich. Ein echtes Tendenzstück, aber kcins von der schlinnnsten Sorte. Die Fabel enthält manche Unwahrscheinlichkeiten und Unmöglichkeiten, fußt aber auf realem Boden: dem Wanderzuge der Savoyarden nach Paris und athmet deutsche Innigkeit und Treue. Der Autor liebt es, durch den Conirast zu wirken, mitten in den sentimentalsten und rührseligsten Momenten werden wir zum Lachen gereizt — ©eenen, die beim Publikum stets in großer Gunst stehen. — Fräulein Herzenskron, die mit der Hauptrolle betraut war, können wir den vollen Tribut unserer Anerkennung nicht versagen. Sie führte ihre nicht leichte, aber zur Erzielung eines schauspielerischen Triumphes recht geeignete Aufgabe von Anfang bls zu Ende tn vortrefflicher Weise durch. — Nächst ihr verdient der Commandeur des Herrn Kubal e lobende Erwähnung. Er schuf eine charakteristische Figur aus der Zeit Ludwig XV., nur schienen uns manche seiner Witze neueren Datums zu sein. — Frau Hauptmann führte ihren Doppelpart (Pächterin und Marquise) nvt Reinheit durch. — F.au Schubert-Schneeberger spielte die leichtfertige, eßlustige und mit einem großen Fond von Gutmüthigkeit ausgestattete Chanchon recht zufriedenstellend. Leider hat sie sich Einiges durch allzu schnelles Sprechen verdorben. Als Sängerin brillirte Fran Schubert in dem zum letzten Acte eingelegten und im Bunde mit dem sich diesmal wacker haltenden Orchester reizend ausgeführten Liede. — Der Pfarrer fand in Herrn Abatura pasfmde Vertretung. — Ebenso der Pachter Lustalotte des Herrn Ernst. — Herr Pohl sand sich mit der undankbaren Rolle dcS Marquis ziemlich gut ab. — H.rr Kraatz war als Pierrot nicht übel, nur vergreist er sich öfters im Tone. Regie und Ausstatlung ließen nichts zu wünschen übrig; Kennerblicke bewunderten sogar die Eleganz und Pracht mancher Costüme. Das Zusammenspiel war mit Ausnahme einiger Darsteller, die sich allzusehr auf die „Stimme von unten" verl'eßen glatt und natürlich; wir durften also mit der Vorstellung im Ganzen sehr wob'l zufrieden sein. ’ Der Regie empfehlen wir wieder, auf die Abkürzung der ermüdenden Rroifdien? ßde und auf präcises Anfängen Bedacht zu nehmen. Gießen, 27. Dec. Am 2. Wetbnachtsfeiertage wurde einem Handwerksburschen auf der Herberge zur'Hetmath das Portemonnaie mit 3 Inhalt gestohlen. Der D.eb, welcher schon auf der Polizei visitirt worden war, ist heute auf der Schramm- schm Herberge im Besitze des gestohlenen Portemonnaies betroffen und verhaftet worden. ' . . ~ Heute Mittag bei der Wanderschaft der Dienstboten fiel einer Herrschaft k m iV ßr0$e Gepäck ihrer Dienstmagd auf. Bei näherer Durchsicht desselben unter dem Beisein eines Schutzmanns fand man eine Mass- der betreffenden Herrschaft gestohlener Kleidungsstücke, Wäsche, Bettüberzüge und Victualten aller Art aus dem Laden Im Gesammtwerthe von über 100 JL vor. , - Zufolge des ewigen R/genwetters, welches die Menschen bald zum Ver- *nbf und Wicseck wiederum sehr hoch angeschwollen und sollte 0 lotter anhatten, ist auch bei uns wieder eine Hochwasser-Cala- m- S. 11 t. ?aen Seiten wird heute über das Steigen der Flüsse und WrJtJh * a Überall lauten bte Nachrichten traurig und weiteres Unheil be- ?chLn Ruhm-°Zhr?^mEn."° blS ’Ur Stund- mch, äufnen, feinen, Mainz, 27. December. Der Oberrhein und der Neckar sind in starkem Steigen begriffen. Der Pegel zeigt hier 3,11 Meter, 54 Zentimeter mehr als gestern. Karlsruhe, 27. December. In Folge des gestern eingetretenen Südwestwindes herrscht hier andauerndes starkes Negenwetter. Die Flüsse sind in rapidem Steigen begriffen. Der Rhein ist bei Waldshut um 1 ’/2, bei Kehl um 1 Meter, der Neckar bei Heidelberg um 3, bei Mannheim um 2'/, Meter gestiegen. Köln, 27. December. In Folge des 36 Stunden fast ununterbrochen anhaltenden und noch fortdauernden Regens ist der Rhein seit Sonntag um 1,80 Meter gestiegen und steigt stündlich ca. 8 Ctm. Es werden viele neue Ueberschwemmungen befürchtet. 8 Grad Wärme. Mannheim, 27. Decbr. Der Bahnverkehr nach dem Neckarhafen ist heute früh eingestellt worden. Zwischen Kehl und Kork steht die Eisenbahn auf einer Strecke von 3 Kilom. unter Wasser. Der Eisenbahnverkehr zwischen Appenweier und Straßburg wird voraussichtlich heute Abend eingestellt werden. Gießen, 28. December. Wir erhalten folgende Privat-Depesche: In Köln ist in Folge ununterbrochenen Regens der Rhein in vergangener Nacht um 90 Ctm. gestiegen. Die niedriger gelegenen Stadttheile sind überschwemmt. — In Frankfurt ist ebenfalls Nachts der Main ausgetreten und hat einen Th eil des Quais und der Verbindungsbahn überschwemmt. — In Mannheim ist der Neckar bedeutend gestiegen. Feuerwehr und Militär wurden allarmirt. Wetzlar, 27. December. Die fröhliche Stimmung, welche das Wethnachtsfest regelmäßig vor allen übrigen Feiertagen auszuzeichnen pflegt, wurde diesmal durch das trübselige Wetter in etwas beeinträchtigt. Vom Montag Abend ab regnete es fast ununterbrochen, so daß die beiden unsere Stadt durchziehenden Flüsse abermals ganz bedeutend anschwollen. In der Langgasse und Neustadt sahen sich in Folge dessen die Bewohner wieder einmal genöthigt, vor dem eindringenden Wasser ihre Keller aus- zuräumen. F r a n k f u r t, 27. December. Dem hiesigen Ingenieur-Bureau gehen auf privatem Wege folgende Depeschen über den Wasserstand zu: Haßfurt, 27. December, 2 haben ihre Coupons auf der Rückseite mit den Lebens- und Aufenthalts-Attesten versehen zu lassen; auch können neue Einlagen gemacht und dtachzahSungen geleistet werden. Gießen, im December 1882. Der Bevollmächtigte: I. PH. Müller. 8518 S ü d-Anlage 16. 8519 Die tiefbetrübten Eltern: Carl Ulm und Frau GntlKuferr Ein junger Affenpinscher (Hündin), mausgrauer Farbe, Beine und Brust hellgrau, seit Mittwoch entlaufen. 8530 Wiederbringer eine Belohnung Kreuz 6. Müllergeselle. Einen tüchtigen Müller sucht (per Woche 10 J4. bei freier Station) 8527 A. Wächtter, Dillenburg. ~85Ö5 Eine alte, gut cingeführte Feuer- versicherungsgescllschast sucht einen Vertreter, dem auch lohnende Agenturen andererBranchen übertragen werden können. Wir bitten um Einreichcn der Offerten, versehen mit Referenzen resp. Attest unter Nr. 8505 an die Exped. ds- Bl. Todes-Anzeige Allen Freunden und Bekannten die schmerzliche Nachricht, daß heute Mittag i/212 Uhr unser liebes Töchterchen nach langem, schwerem Leiden sanft entschlafen ist. Gießen, den 27. Dezember 1882. Samstag ein? Stola. Abzuholen Wallthorstraße 10. 8125 Im Windecker'schen Hause am Kreuz ist die neuhergerichtete zwett- oberste Etage ganz oder in zwei Theilen zu veriniethen und alsbald zu beziehen. Näheres bei Herrn W. Tribus oder Rechtsanwalt Labroise._________________ "4589^Der 2. Stock (6 Zimmer rc.) ist d urch den Wegzug des Hrn. Pfarrer Wagiier anderweit zn vermiethen. 'S' BäawbacS*. Mermietyrmgen. 8528 Ein Mansardenlogis mit 4 Zimmern an der Westanlage zu vermiethen. __________ Chr. Haubach. Die 2. Ctage, aus 7 Zimmern nebst Zubehör, per 1. April 1883 zu vermiethen. Bahnhofstraße C. 126. 7744 Alicestraße 26 ist der 3. Stock, bestehend aus 6 Zimmern mit Zubehör, vom 1. März 1883 an zu vermiethen., Professor Dr. Tasche. mer, Kabinet, Küche, Speisekammer rc-, zu vermiethen. W.Fe^r^ttidenplatz. ' 8454 Gut möbl. Zimmer zu vermiethen. Neuenweg 31. 6648 Ein kleines Familienlogis^^im Vorderhaus, sowie zwei Dachstuben im Hinterhaus zu vermiethen tm „Darmstadter Haus . "510" Ein möblirtes Zimmer vek- miethet Eugen Kauffmann, Alicenstr. *"7409 Schulstraße 10 ist Laden mit Wohnung zu vermiethen. Mrmischte Anzeigen. 8520 Ein schwarzer Meßgerhund (Hündin) ist entlaufen. Dem Wieder- biingereineBelohnungbeiPhilippPirr, Metzger in Groß-Linden. Einen Zungen vom Lande suchen für leichte Hausarbeit 8517 Gebrüder Scheel, Gießen- Diejenigen, welche noch Forderungen an die verstorbene Wittwc Hedterich zu bilden haben, wollen solche binnen 8 Tagen bei dem Unterzeichneten anmelden, widrigenfalls dieselben keine Berücksichtigung finden. Gießen, den 27. Dezember 1882. 8525 Georg Otto, Glockengießer. BWWWWZ «j* , JSS Zum Erlernen der Liqueur-^ fabrikation wird ein fachkundiger 3 Mann gesucht. 8531 B Wo? sagt die Erped. ds. Bl. SWWWAWW1 8529 Ein zuverlässiger Pferdeknecht gegen guten Lohn gesucht. U Näheres bei der Exped. ds. Bl. t; a *o" Die Nr. 12 enthält: An der Krippe Christi. Gedicht von Oskar Pank. — ..Ein Licht auf meinen; Wege." Eine Weihnachtserzähluug aus den Halligen von Johannes Biernatzti. — Die Herren Studiosen am Weihnachls- abeno. Lu dem Bilde von M- Flashar- — Für die Wcihnachtsferien. I- Pfandauslösungen. H. Btagische Zahlenquadrate. — Deutsche Weihnachtsbilder und Wnh- nachtsspiele. Von Robert Koenig. — Em Weihnachtsschauspiel in Italien. Von Th. Trede. — Deutsche Weihnachtsfeier am Fuße des Libanon. Von P. Baarts. — — Weihnachten in Südafrika. Von A. Merensky. Mit Illustration von P. Woltze- — Die Kindheit Jesic nach den apogrypbeu Evangelien. Von Victor Schultze. — Am Fami'lientisch: Wie alt ist der Weihnachtv- baum? Von Robert Koenigs— Wie Frau Johanna Spyrie zttr Schriftstellerin wurde. Mit zwei illustrirten Beilagen: „Sttll. Es wird schon angczündet. (Jllustratioil.) — Weihnachtsspielccke. — Bremsen. Em Gesellschaftsspiel für die Weihnachtsfeiertage. Mit zwei Illustrationen. — Wie und wo das Spielzeug gemacht uurd- Mtt Abbildung: In der Werkstätte de^ Weihnachtsmannes : Ein Bild aus der Spiel- ivaarenindustrie im sächsischen Erzgebirge. Theater in Gieheu. (Cafe Leib.) 8522 Freitag den 29. Dezember: Gräfin Lea. Schauspiel in 4 Alten von P. Lindau. Geld - Cours. 20-Francs-Stücke . . do. in Vz Englische Souvereigns Russische Imperiales . Ducaten ..... Dollars in Gold . . Verantwortliche Redaction: A. Sche,da. - Druck und Verlag der Brühl'scken Druckerei (Fr. Chr. Pietsch in Gießen.