1882 Samstag den 29. April erger Amts- und Anzeigeblatt siir den Kreis Gießen ♦ Erscheint täglich mit Ausnahme des Msntags. IlttPf-tV.: Schul st raße B. IS. «Mm soa COGOSESEKErS ilen. B Hrten llNgsvoll tisef tfWW*11 Eröffnung des 5icichstages. Berlin, 27. April. 7/28. GkllNLll WttttJtH.N nänöcrung, wswawm Ämdtt Commis s.WrmcinSpirsi oiortißen Eintritt r ie Branche kennen r) en, erhalten den •efirgt die Exped..'> Betreffend: Die polizeiliche Revision der Maße, Gewichte, Waagen und Schankgefäße. '-Lateinischs gf 1 «Club. ®tci^ vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringer.ahn. Durch die Post bezogen '.'iertelsährlich 2 Mart 50 Pt. ittags 4 Uhr, Gleibeig. ®tr$otN' rebene Ami SSM Der Reichstag wurde durch den Präsidenten des Reichskanzleramts, Staats- Äi« und König Wu mir den Aul- trna zu erlheilea geruht, die Sitzungen des Reichstags zu eröffnen- üesttzgeberischm ?Maben für w siche Ihre Tbätigksit tn Anspruch genommen wird, sind Ihnen bereu., surr, die'AUerhöchste Boffchafl vom 17. November v. I. an das Heiz gel gt worden- T):e Retchsaesdtzgebung hat die Bestrebungen zur Abhilfe socialer Schaden,^welche die faferlidic Botschaft in Aussicht nimmt, mit dem Gesetzentwurf über Versicherung der Arbeiter gegen Unfälle begonnen. Aus den vorjährigen Berathungen des Reichstages über diesem Gegen,tand haben die verbündeten Regierungen den Anlaß genommen rhre rü -re Bo,B einer Umgestaltung zrr unterziehen. Tie gegen d-e früher m Ausstcht aen»mmene Rerchsversicherungsanste.lt erhobenen Bedenken haben dabei insofern Berück- Mauna gefunden als die Unfallversicherung derArbeiter nunmehr auf eme korporw ive und^ genossenschaftliche Organisation der in Betracht kommenden industriellen betriebe gegründet werden soll. Ter Gesetzentwurf gewährt den industriellen .jBen bcinbvn und Genosseuschasten eine auf die Verhütung von Betriebsunfällen aerrchtete Autonomie. Er geht von dem Bestreben aus, die verwaltende Thatigkeit thunlichst zu locßlifnen die finanzielle Belastung dagegen auf möglichst breite Unterlagen zu ver- tb.ilcn- Eine nothwcndtge Ergänzung finden die Ihnen auf diesem Ecblete vor- luleaenden Maßnahmen rn einer anderwettcn Regelung der jetzt bestehenden §ilf5faffen- Lfitzgebung urd in der beabsichtigten Ausdehnung der Krankenonsicherung An Ltelle^des bisherigen bedingten, wird Ihnen d e Einführung eines unbedingten Zwang s M Versicherung gegen die wirthschaftlichen Folgen von Kiankhestsfallen sür alle Arbeiter vorg-schlageu werden, für welche die Durchführung dieser Maßregel möglich scheint. Sest Jahren ist m allen Theilen des Reichs mit steigender Drmg.ichkeit das KIfniß nach einer Revision der über den Gewerbebetrieb rm Umherzrehen gclllnden Lorschrfflen der Gewerbeordnung hervorgetrcten. Die verbündeten Regierungen yaben beschlossen, Ihnen einen Gesetzentwurf vorzulegen, durch welchen die Giwerveordnung in dem Sinne abgeändert wird, daß den mit dem Gewerbebetrieb im Umherzu Herr auf dem Gebiete der öffentlichen Sicherheit, Ordnung und Sittlichkeit verknüpften Gefahren w . , milfsorner als bisher beaeanet werden kann. Auf dem Gebiete der Steuerreform hat ter Zusicherffl I ^«höchste Botschaft vom 17. November v. I. die Abschaffung^drückender direcrer kandessteuein und der Zuschläge in Aussicht genommen, durch welche Gemeinden und andere Commanalverbärrde bisher genöihigt sind, den hatten und' ungleichwukendm ?)ruck dieser Steuern zu verstärken. Diese wohlmeinende Absicht zu verwirklichen, kann wr dadurch möglich werden, daß das Reich durch Erhöhung der seiner Gesetzgebung aerbebaltenen indirecten Steuern sich rn die Lage bringt- auf Matr>kularbe>t.age zu lunchten oder die bisher dazu erforderlichen oder eventuell auch höhere Betiage den nnzewen Staaten herauszuzahlen, damit sie zur Verminderung der Landes- und Com- inunalsteuern verfügbar werden. Wenn ein Bedürfniß hierzu der den E'nzelstaaten und ihren Communalverbänden nicht empfunden wurde so läge auch. kein An aß vo , eue Erhöhung der indirecten Reichseinnahmen zu erstreben, ist em solches Bedüifntz aber vorhanden, so kann es nur durch größere Ergiebigkeit der indirecten Emnahm^ quellen des Reiches befriedigt werden. Die verbündeten Negierungen sind von dem Vorhandensein des Bedürfnisses überzeugt und beantragen Erhöhung der Re^chs^m nahmen, um ihren Unterthanen Steuererleichterungen1 gewahrm zu k°vmn. Unter den mr Besteuerung durch das Reich geeigneten Gegenständen stehtderTabaknersier L,c - nicht hierüber, sondern nur über die Form, in welcher eine höhere Best uerung lieses Genußmittels herbeizuführen sei, gehen die Meinungen IM Reich auoi nan und wird eme Entscheidung durch die Gesetzgebung herbeizuführen sem. Die DUb- st der mrbündetrn Neuerungen hält die Form des Monopols für diejen'ge we che die znteresscn der Consumenten und der Tabaksbauer am meisten schont un Ergiebigkeit alle anderen Formen der Besteuerung übertrifft. Bolks- anderen Vorschlägen erst übergehen, wenn sie die Aussicht«aufZArmmung^^ meber fh slaaten v-rzichten müssen, welche als em Bedü sNovember v. I- von Sr- 0™ gieiungen seit Jahren erkannt und in der Bostch st Zolltarifgesetzes ge- tv~- o Maj. dem Kaffer verheißen sind. Die. °er Anwenou^^,^^ emcr Ausfuhr- A, 3. machten Erfahrungen haben für die MühUmn st ie^o 2lenbetung bEr Tarifsätze als erleichterung und einige andere P^ducttonszw g gntwurf eine§ Gesetzes hierüber wünschenswert ergeben. Es wird Ihnen daher r . abgeschlossener Consular- # vorgelegt werden. Ein zwischen dem Reich und Br°stlten ^'t werden. Die aus- 2S vertrag wird Sbrer »erf1JVA1 „VJ, je9ber Richtung hin das Vertrauen wärtigm Verhältnisse des Reiches fahreni fort, cy .^Hungen zu rechtfertigen, von i> auf die Dauer der friedlichen und freundsch t q $ Zxugniß ablegte. Je größer »* denen die Allerhöchste Botschaft vom • Roo £erren, erwarten, desto mehr Ver- , die Tragweite der Arbest ist, welche ^i , g y hingehenden Thätigkett mst )00 trauen haben die verbündeten Regierung , . „ um die es sich handelt, einer für ilbfftE W' Gottes Hilfe gelingen wer de d iegr oß A rtg b;e gedeihliche Entwickelung n über d,e Eonsolidirung unserer nationalen Emn^ng^^^ Namen der verbündeten m-1-f*61 d-s K°ff--s und Königs d°n . Reichstag für eröffnet. ZK 99 " nM| »Uls (hl, !* ii9s* L^änier, etntet/sS■ t gtI Es ist die Wahrnehmung gemacht worden, daß in ^Her^Stadt mele ^ch'en^MN^Hestt^a^ sämmtlicher Waagen 2c. unter lichem Zustande sich befinden, und haben wu dre Absicht, nach T veranlaßt aus diese demnächst stattfindende Revision ausdrücklich vorher aufmerksam =56 ~ - >...—«— - •* Mi Ä ......." ”* ***^*®^e ’ Freseniu s. ___ gE!1—1 Kcutschland. . 25 Avril lieber die gestrige Bundesrathssitzung wird nachträglich -mlaend ! Lrnt?' Die vertagte Debatte üb?r den § 1 des Tabakmonopols, welcher SsskäSS» ISIsSOBSli » l«n ‘Ägwj K'XWSgHpÄta abgemüht. Ein Zus0^0109^ *n Langte zu?Annahme. Der Entwurf Eintritt in den Zollverein vorbehaltm ward , g g der Novelle zur Gewerbe- ist sofort an den Reichstag ubetmittilt roo aeieat werben. Bezüglich des letzteren Ordnung demselben bei seinem^Zufamm^|n9übtun0 der Arbeitsbücher vom Gegenstandes ist die von Vapern g Iw Entwürfe über die Statistik der Bundesrath nicht angenommen word n. Viehseuchengesetz wurden an- Ern.e-Erlräge und ble 1“S&e 5« Ä U»,°Ä°i und d.n ,-n-mm-u. B°Ä-Huug dir Eröffnung d-s R-ichslags in hem Alberter - Krankenkassen. Tie o z - u ß-rffbemurta Seit der Eröffnung des Sitzungssaale desselben ist eme voülig neue^E^^ch> 1847 jst jede Session ersten vereinigten Landtags der preuysim n könialicken Schlosses entweder durch der st-affich-n eröffnet morden, den Mon-rchen oder den ।««m-ermm,ffer 0» V ® norddeutschen Bundes, des ^e,8"?“6 d s deutsch u R kchslng^ B -or etoa einem J-h-,-hn, erso.,,- ms «L; ^Fortsetzung der ^bststssion wttd Alles zu nach der Paßstraße hin mit einer zwischen- hohen Masten gespannten Wan L-ÄrÄr ÄSÄtis-a ä SüSs-rü gestrigen Tag an, erwies sich aber, rote dtes gewöhnlich Dem Reisedisposittonen des Reichskanzlers zu sem psteg , ( wieder zum Kur- Vernehmen nach soll sich Fürst Bismarck auch tu diesem ^ayrc ö gebrauche nach Kissingen begeben. Rackr" aeschrieben: Zur deut- - Aus Pesth roird den „Berl. Polst. Nachr.bemerkens- schen Schulsrage in Ungarn ist eine Aeußerung Übungen der Deutschen in merth, welcher in der „Krönst. ^Ztg. über 9 ^ä^arer Kern ent- Uugarn Folgendes schreibt: „^n vielen dersi t J richtigen Behauptung, ■ halten, uänilich neben der für manche Gegend : daß der Gebrauch der deutschen Sprachei mch in Kirche, Schule, i werde, kommt der Entschluß Zum übrigend moralische Fol- Getneinde sestzuhalten. Diese Demon, t ni^t§ roemger als günstig sein gen haben, welche den MagyarffiN g das Bewußtseiii der Deutschen werden. Die zahlreichen und ihrer Kraft sehr roesentlich trotz alledem gestärkt, die Erkenntnis Y B ^lleitäten, welche zwar m Abrede verbreitet und die WideUtan f h g^ jehr gesteigert." ...... gestellt werden, aber doch vvrhano n i ^ben, daß ein Artikel der ofsictosen 9 - AusRomw^obtgetCorresp.9^^ bieje ^erlich für die Allianz „Rassegna" einiges Aussiycn Erreich eintritt und es als nothwendig bezetch- Jtaliens nut Deutschland^^^ jeinen Verbündeten roerthvoll erscheine, .hlllerstr«8 5atHnSer'. jW feine Wehrkraft erhöhe. Das officiöse Blatt zieht zugleich eine Parallele zwischen der Bedeutung einer italienisch-französischen und einer italienisch-deutschösterreichischen Allianz zu Gunsten letzterer. Mannheim, 26. April. Die Petitionen gegen das Tabakmonopol mehren sich, je näher die Stunde der Entscheidung tritt. Vor einigen Tagen hat der in zahlreichen Orten Nord- und Süddeutschlands vertretene Gewerk- verem der Cigarren- und Tabakarbeiter in dem Vertrauen, daß der Reichstag stets geneigt sein wird, die Interessen nicht „blos der Großindustrie, sondern zum Mindesten ebenso die des Kleinbetriebes und Tausender in beiden beschäftigten Arbeiter im Auge zn behalten, zu schützen und womöglich zu fördern", die Bitte an den Reichstag gerichtet, 1) darauf bedacht zu sein, daß nicht das allseitig verderbliche und deutschem Sinne durchaus widerwärtige Tabakmonopol im deutschen Reiche eingeführt werde; 2) abzuwenden, daß nicht, offenbar behufs Vorbereitung der geplanten Einführung desselben, durch stete Beunruhigung und schwere Bedrückung des gesummten Tabakgeschäfts Tausende von Existenzen in diesem Geschäftszweige, groß und klein geschädigt und schließlich geradezu unterdrückt werden. In der eingehenden Begründung der Petition heißt es u. A.: „Dem Privat-Capital, dem großen und dem kleinen, würde durch das Monopol ein bedeutendes Gebiet, auf welchem es bisher bei Thätigkeit und Fleiß dem Inhaber eine entsprechende Rente oder ein ausreichendes Stück Brod abwarf, entzogen werden. Durch den Uebergang eines so bedeutenden Geschäftsbetriebes, welcher in den Händen Vieler, den vielen Tausenden von darin beschäftigten Arbeitern den Vortheil der Concurrenz der die Arbeitskräfte gebrauchenden Unternehmer gewährte, in die eine Hand der fiskalischen Staatsverwaltung würden alle diese Arbeiter der Aussicht auf Selbstständigmachung beraubt und ohne Schutz gegen wirthschaftliche Ausbeutung und staatsbürgerlichen Druck in die unbedingte Abhängigkeit von der Regierung geliefert werden. Arankreich. Paris, 24. April. Unter den vielen parlamentarischen und extraparlamentarischen Commissionen, welche der französische Unterrichtsminister Paul Bert in dem kurzen Zeitraum seines Ministeriums eingesetzt hatte, befand sich auch ein großer Ausschuß für die militärische Erziehung der Jugend. In seiner exaltirten Weise hatte Herr Paul Bert ein ganzes Programm entworfen, wie der Jugend durch Gewehre und Bücher, durch Bilder und Gesänge, Schieß- und Waffenübungen, Turnerei und Ausflüge, Revuen und Feste ein ganz unbändiger Patriotismus einzuimpfen wäre. Herr Jules Ferry, nüchterner als sein Vorgänger, wollte diese Commission nicht gerade auflösen, aber doch ihr Programm im Wesentlichen. auf einen eifriger gepflegten Turnunterricht beschränken. Eines der racheschnaubendsten Mitglieder dieses Ausschusses mar nun der bekannte militärische Poet Paul Deroulöde. Voll Begeisterung war er auf die Ideen des Herrn Paul Bert eingegangen und hatte im Verein mit dem Schlachtenmaler Detaille ein ganzes Project ausgearbeitet, wie die Gymnasien in ebenso viele Kasernen umzuwandeln wären und dem Zögling von früh bis spät kein anderer Gedanke, als der eines Revanchekrieges eingetrichtert werden sollte. Herr Jules Ferry hatte den schlechten Geschmack, diese Vorschläge lächelnd als idealistisch und unausführbar zurückzuweisen. Sofort gaben die beiden Eisenfresser ihre Entlassung und Herr Paul Deroulöde griff nach seiner schärfiten Feder, um dem Unterrichtsminister in einer Broschüre in höchst alberner und ungezogener Weise den Text zu lesen. England. London, 25. April. Die Leiche des verstorbenen Naturforschers Charles Darwin wird in der Westminster-Abtei beigesetzt, und zwar zunächst dem Grabe Sir Isaac Newtons. Die Begräbnißfeierlichkeit findet morgen um die Mittagsstunde statt. — Ein neuer agrarischer Mord wird aus der Grafschaft Longford gemeldet, wo am Sonntag Abend auf der Landstraße unweit Granaro ein Pächter Namens Thomas Brady erschossen wurde. Vier der That verdächtige Personen sind verhaftet worden. London, 26. April. Der Staatssecretär des Innern, Harcourt, hat die aus Amerika bereits eingetroffenen Schriftstücke über den Geisteszustand des Dr. Lamson geprüft und beschlossen, keine Aenderung des Urtheilsspruches vorzunehmen. Die Hinrichtung Lamson's findet am Freitag statt. Windsor, 26. April. Die Königin hat dem Könige der Niederlande den Hosenbandorden verliehen. Telegraphische Depeschen. Wotff's telegr. Correspondenz-Bureau. Wiesbaden, 27. April. Heute Vormittag 11 Uhr fand auf dem Kursaal-Platze eine Parade der hiesigen und der Biebricher Garnison vor Sr. Rias, dem Kaiser statt, welcher Ihre Maj. die Kaiserin und der Statthalter Feldmarschall v. Manteuffel beiwohnten. Nach der Parade besuchten Ihre Majestäten die Kaiser-Wilhelms-Heilanstalt. Der Oberpräsident von Hesfen- Nassau, Graf zu Eulenburg, ist hier eingetroffen. Berlin, 27. April. Die Prov.-Corr. schreibt: Die große Mehrheit, mit welcher der Bundesraty sich für Eindringung der Monopolvorlage im Reichstage erklärte, darf als ein neuer Beweis gelten, daß das Monopol, seitdem Fürst Bismarck dasselbe im allgemeinen Interesse des Reichs ins Auge faßte, von einer wachsenden Zahl von Regierungen in seinen großen Vorzügen erkannt ist. Hoffentlich werden sich diese auch bei der weiteren Berathung eine immer allgemeinere Anerkennung im deutschen Volke erwerben. — Einer gegentheiligen Meldung der Vossischen Zeitung über den Hamburgischen Senatssecretär Dr. Eckardt gegenüber erklärt die Nordd. Allg. Ztg., der russische Botschafter habe niemals eine amtliche oder veitrauliche Andeutung über die deutsche Presse gemacht. Er würde dazu auch nicht in der Lage gewesen sein, ohne Gegenbemerkungen Uber die russische Presse zu piovociren. Die Diplomatie Preußens wie des Reichs kenne noch heute elwaige Vorgänge in Hamburg bezüglich Eckardt's nur aus den öffenl- ltchen Blättern, sie habe keinerlei amtliche Kenntniß derselben. Selbst vertrauliche Versuche, den Sachverhalt soweit festzustellen, daß dem deutschen Botschafter in Petersburg eine Mittheilung gemacht werden könnte, blieben erfolglos. — Der Reichstag wurde im Rerchstagsgedäude durch den Staatsminister v. Bötticher e:öffnet Das Haus hörte die Eröffnungsrede stehend an. Präsident Levetzow brachte ein dreimaliges enthusiastisch aufgenommenes Hoch auf den Kaiser aus. Der Namc-.saufruf ergab die Anwesenheit von 199 Mitgliedern, damit eben die Beschlußfähigke t des Hauses. Eingegangen sind die Monopolvorlage, Gewerbenovelle und die Verordnung über den Petroleumhandel. — Das Abgeordnetenhaus erledigte eine Reihe von Petitionen und überwies die Petition bit lölnischen Justizsubalterndeamten und die Petition der hannoverschen und rheinischen Gertchtsdtener wegen Thcuerungszulagen der Regierung zur Erwägung. München, 27. April. Die Fraktion der Rechten hat den Professor Sickenberger, Schriftführer und Vertreter Münchens in der Kammer, aus ihrer Mitte ausgeschlossen, weil derselbe in der letzten Sitzung gegen die Fraklin gestimmt hat. Ulm, 27. April. Die Dombaumeister haben die Erklärung abgegeben, daß dem Ausbau des Münsterthurms keine Hindernisse entgegenftänöen. Wien, 27. April. Der „Polit. Corresp." zufolge conftatirt bd Proclamation des Feldmarschall - Lieutenants Dahlen, daß die Jnsiu- rection niedergeworfen und der Zeitpunkt der Rückkehr der Bevölkerung zu friedlicher Arbeit gekommen sei und daß die letztere hierbei kräftigst von der Regierung unterstützt werden folle. Zugleich werden die Abwesenden aufgeforbert zurückzukehren, der Regierung sei bekannt, daß die Abwesenden meist aus Furch; Zwang oder Bethöruug ihre Pflichten vergessen hätten, die Regierung roetin Milde gegen dieselben walten lassen. — Bei der heutigen Verhandlung im Ringtheater-Processe deponirten dii vernommenen Zeugen, meistentheils Theaterarbeiter, über ihre Thätigkeit unb ihr Verhalten am Brandabende. Aus ihren Depositionen ist kein wesentliche; Moment hervorzuhebem Paris, 27. April, Abends Die Regierung hat eine Commission ernannt, welo sich mit der Prüfung der Ausführbarkeit eines Binnenmeeres in den Schotts dci Südtunis und Algier beschäftigen soll. Zu den Mitgliedern dieser Commission gehöre^ v. Lesseps, General Chanzy, Dupuy de Lome, Dumas, Becquerel und einige anötri Mitglieder des Instituts. — Zur Unterstützung des Spanier in Saida hat die französische Regierung eine Summe von 90000 Frcs. zugesichert, die spanische Regierunj hat ihrerseits eine Entschädigung der französischen Staatsangehörigen zugesagt, welch; bei dem kantonalistischen und karlistischen Aufstande, sowie bei dem Aufstande auf Cch zu Schaden gekommen sind. — Nach hier eingegangenen Nachrichten hat der Sulim von Marokko eine Convention unterzeichnet, welche die französischen Truppen ermächtigt, Aufständische, welche Einfälle in das Gebiet von Algier unternahmen, nach den bi- nachbarten Gebieten zu verfolgen. Gleichzeitig hat der Sultan zur Entschädigum der Opfer des letzten Einfalles in Algier eine Abschlagszahlung von 100 000 FrS. gele stet. London, 27. April. Die Trauung des Prinzen Leopold, Herzogs von Albany, und der Prinzessin Helene von Waldeck ist heute Mittag um 1 Uhr vollzogen worden. — Unterhaus. Auf eine Anfrage des Deputaten Worms erwiderte bei Unterstaatssecretür Dilke, nach einem Berichte des englischen ViceconfulS in Odessa fei bei den Vorgängen in Balta ein Jude getöbtet, viele andere seien schwer verletzt worden, auch sei ein Fall von Schändung einer Frau conftatii; Kinder seien nicht errnordert worden; der durch Zerstörung von Privateigch thum angerichtete Schaden werde auf circa 1 Million Rubel geschätzt. M russischen Behörden feien angelegentlichst bemüht, die Schuldigen zu verhaften. Von Deutschland fei in der russischen Judenfrage eine Collectivnote der europäischen Mächte nicht angeregt worden. Riga, 27. April. Vor dem hiesigen Kriegsgericht findet mit Ausschluß der Oeffentlichkeit der Proceß gegen den lettischen Officier Aisup statt, weichet der Aufreizung der Letten zur Sprengung des Ritterhaufes in Riga an= geklagt ist. Schiffsbericht. Mitgetheilt von dem Agenten des Norddeutschen Lloyd ii Bremen, C W. Dietz Nachfolger Gießen. Bremen, 26. April. Der Postdampfer Rhein, Capt. H. A F. Neynaber, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 15. April von Newyork abgegangen war, ist gestern 2 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Southampton angekommen und fat nach Landung der für doit bestimmten Passagiere, Post und Ladung 3‘/z W Nachmittags die Reise nach hier fortgesetzt. Derselbe überbringt 186 Passagiere unb volle Ladung. Handel und Verkehr. Limburg, 26. April. (Fruchtmarkt.) Nother Weizen JL 2110, Weiß-, Weizen JL 2100, Korn J4 15.00, Gerste JL 11,35, Saatgerste 12, Hafer JL 8,61 Erbsen <Ä 00,00, Kartoffeln °: äüscht sehen. & VOGLtB Auskunft einfo* itter auf Grund re h ertheilt Bekanntmachung. Das neue Schuljahr für die Volksschulen beginnt Montag den 1 Mai Die Ausnahme ber schulpflichtigen Kinder b. h. ber Kinder, bie das sechste Lebensjahr erreicht haben ober bis zum 30. September erreichen werben, findet für die Knaben im Schulsaal Nr. VII in der Schulstraße, für die Mädchen im Schulfaal Nr. 7 auf dem Oswaldsberg, Vormittags von 8—12 Uhr statt. Erforderlich bei der Aufnahme ist die Beibringung des Impfscheins, sowie eine genaue Angabe des Geburtstags des Kindes und des Standes und Namens des Vaters oder Pflegers resp. der Mutter. Das Schulgeld beträgt 4 g iv: $5""* 2710 __________________ Bekanntmachung. Balthasar Schwalm s Eheleute von Wismar haben dem Magnus Schreiner von Ruttershausen die Wiese Flur XXII Nr. 59 in der Gemarkung Wieseck am 29. Oktober 1831 für ein Darlehen von 100 st. verpfändet. Die Erben Des Gläubigers haben erklärt, daß sie nichts mehr zu fordern haben; es kann aber die Obligation nicht beigebracht werden. Wer Ansprache aus derselben bilden kann, hat dieselben so gewiß binnen 6 Wochen hier anzumelden, als sonst die Schuld als abgetragen angesehen und die Hypothek gelöscht werden soll. Gießen, den 25. April 1882. Großh. Amtsgericht Gießen. 8075 Langsdorfs. Iagdverpachtung. Donnerstag den 4. Mai L I., Nachmittags 2 Uhr, soll die Waldjagd der Gemeinde Leihgestern auf dem Rathhaus daselbst einer nochmaligen Verpachtung ausgesetzt werden. Leihgestern, den 27. April 1882. Großh. Bürgermeisterei Leihgestern. 3074 Heß. Merpressilillkn nach neuester Construction werden schnell und prompt ausgeführt von der Filiale P. Graes in Gießen, Neuenbäue 82.3094 3092 Vom 30. April bis 2. Mai stehen 22 Stück ollsries. Kühe zum Verkauf bei Gastwirth Bärrn. ____Gebrüder Bachenheimer. Portland - Cement srische Sendung in bester Qualität eingetroffen bei 3082 August ZSrölL Iiir Confirmanden gebe, um damit zu räumen, Glace- Handschuhe ganz billig ab. Todes-Anzeige. Heute Nacht um 2 V2 Uhr verschied hier in Folge eines wiederholten Schlaganfalles unser lieber Vater, der Grossh. Landrichter i. P. Job. Joseph Giillleiscli im 71. Lebensjahre. Schmerzbewegt theile ich dies statt besonderer Meldung hierdurch mit und bitte um stilles Beileid. Darmstadt, den 27. April 1882. Für die trauernden Hinterbliebenen: soso Dr. Entfleisch, Rechtsanwalt in Giessen. irs in in ds. Blattes abzngeben. 3089 sich während seiner freien Zeit mit der eschäktigen. Anfan ff 4 Uhr Entree SL Pfff Führung von Büchern 31t be Sängerkranz 3084 Exped. ds. Bl. niederzulegen. 2990 des ein Das Comite. Butzbach. Verarüwortliche Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen. Alt-Buseck: W. Körber II. Ettingshausen: S. Löweuberg Gießen: Ferd. Hoffmann Groß-Buseck: B. Stephan I. Grünberg: W Kurtz. Grunin gen: Gg Hrch.'Bender. Mar Klimbad) hubringm rochEA EbcrsM MWuscn styoldeno Brille verloren vom Seltersweg zur Bahn. Gegen Belohnung in der Expedition Vermischte Anzeigen. 3086 Ein Mädchen, das kochen kann und die Hausarbeit gründlich versteht, wird im Pfarrhaus zu Bad-Nauheim gesucht. Näheres bei Fräul. Land mann, Löberstraße 175^/ivo. ausgeführt von der ganzen Capelle des 2. Grossh. Hess. Inf.-Regts. Nr. 116 unter Leitung ihres Capelhneisters Hrn. C. Krausse. die anBettnäffen u Blasenschw. gelitten, verdanken ihre rasche Heilung mein. Special- verfahr. Prosp. u. begl.Zeugn. gratis durch 1858 F. 0 Bauer, Wertheim a. M. . Dichff Neven und die 1 Näher Eine Wirthschast^-R^ „Feldschlößchen".3048 ' Orünbtrß 25 muiüngm A ifearbad) matknrob f vpaujtn <9 Mchelhüm 30 Ihch.W 31 hoWm 32 Hungen 33 unheiben 34 Messelhch 3a iLangb 36 Nang-Gons Bei ungünstiger Witterung im Saal. Anfang V25 Uhr. 3100 3NE* Bier im Ge-las. “3MD 2485 Möblirte Zimmer, auf Wunsch mit Pension, billigst im „Frankfurter Hof". 2830 Möblirte Zimmer zu vermiethen. _______________Wilh. Rudolph. 3061 Ein möblirtes Zimmer vermiethet Chr. 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General - Versammlung Dienstag den 2 Mai, Abends 8 Uhr, im „Cafe Ebel". Tagesordnung. 1) Eingänge. 2) Vortrag des Herrn Dr. Engelmann: Fortsetzung über „Die Tariffrage" und Schluß. Der Vorstand. Auch Nichtmitglieder haben Zutritt. 3096 2939 Ein möbl. Zimmer mit od. ohne Kabinet, nach dem Markt gehend, ist an einen Studenten oder Kaufmann zu ver- miethen.__Markt B. 32. 2979 Möblirtes Zimmer vermiethet Fr. Bieler Wwe., Kreuz 114, 2. St. 2438 Zwei große ineinandergehende Zimmer, gut möblirt, und ein kleineres zu vermiethen. Bleichstraße G.J^. 3038 Ein unmöblirtes Zimmer zu ver- miethen.____________Neue-Bäue B. 84. 1775 Der erste Stock meines Hauses, 4 Zimmer mit Zubehör, ist per 15. Juni (event. auch früher) anderweit zu vermiethen. __Franz Gerbode,^Kaplansgasse. 1940 Südanlage 30 ist der unterste Stock vom 1. Juli ab zu vermiethen. ___________ Prof. Naumann. 2820 Die obere Etage meines Hauses ist zu vermiethen. _________Jnstns 8enz am Bahnhof. 3043 Die 3. Etage meines Hauses, bestehend in 5 Zimmern, Küche rc. ist anderweit an eine ruhige Familie zu ver- miethen. Dornseiff, Rechtsanwalt. 3047 Ein Logis im 1. Stock, 5 Zimmer nebst allem Zubehör, per 1. Juni zu vcrmiethen.^Jsaak Strauß, Wallthorstraße. 3042 Ein kleines Logis für 2—3 Per- sonen (im Vorderhaus) sofort zu vermiethen. I.G. Unverzagt, Gartfeld. 2461 Ein kleines Familienlogis zu vermiethen. Rothenberger, Kaplansgasse.