Nr 3V2. Donnerstag den 28. December 1882. Gießener Anzeiger Arnis- und Anzcigeblatt für dm Kreis Gießen. Bureaur Schulstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher Hßeil. Betreffend: Collecten und Gaben für kirchliche Armenpflege. Lang-Göns, den 26. December 1882. Das Großherzogliche evangelische Dekanat Gießen an sämmtliche Pfarrämter de- Dekanat-. Sie wollen sich einrichten, daß Sie beim Rundgang des Dekanatsboten in die mitgegebene Tabelle eintragen können, wieviel in 1882 für kirchliche Armenpflege eingegangen sind: a. durch die Neujahrs-Collecte, b. durch Opfer bei Taufen u. f. w. c. durch den Klingelbeutel oder sonstige Kirchenopfer, wenn solche für die Armen bestimmt sind. Haben solche eine andere Bestimmung, so wollen Sie das bemerken, d. durch andere Gaben. Strack. Politische Ueberstcht. Gießen, 27. December. Von allen Seiten hat sich der politische Horizont wieder geklärt, aber noch umlagern denselben dunkele Streifen und eine gewisse Verstimmung ist nicht nur in den leitenden Regionen, sondern auch in der öffentlichen Meinung zurückgeblieben. Man fragt sich erstaunt, zu welchem Zwecke denn der ganze Sturm, welcher in den letzten Wochen die Spalten der deutschen, österreichischen und russischen Blätter durchtobte, entfesselt mar, auf welcher Basis eigentlich jene sensationelle Artikel: „Krieg in Sicht", „Russische Rüstungen", „Kriegerische Aussichten" u. s. w. wurzelten? Unzweifelhaft sind die ersten kriegerischen Posaunen- stöße von der „Rordd. Allg. Ztg." ausgegangen und ihr secundirte dann die „Köln. Ztg.", nachdem vorher das rheinische Blatt die merkwürdigen Enthüllungen über das deutsch-österrerchische Bündniß gebracht hatte; die genannten Blätter haben hierbei, wenigstens bei dem Charakter der „Rordd. Allg. Ztg." kann man dies als ganz sicher bei diesem Blatte annehmen, officio)en Winken und Andeutungen gefolgt. Ueber die eigentlichen Ursachen dieses Zeitungssturmes wird man einstweilen wohl noch im Unklaren bleiben, jedenfalls aber kann man aus der ganzen deutsch-österreichisch-russischen Affäre entnehmen, daß indem gegenseitigen Verhältniß der betheiligten Dichte nicht Alles den bisherigen Darstellungen der osficiösen Organe entspricht, daß aber dieses Verhältniß noch weit entfernt ist, sich zu einem gespannten zu gestalten, erscheint sicher und so wird sich hoffentlich auch die nicht wenig erregte öffentliche Meinung wieder beruhigen. Die am 20. December stattgefundenen Neuwahlen zur württembergischen Abgeordnetenkammer haben im Allgemeinen eine Niederlage des württembergischen Flügels der süddeutschen Volkspartei gegenüber der deutschen Reichspartei ergeben. In Stuttgart-Stadt, Eßlingen, Göppingen, Tübingen Krailsheim, Heidesheim und auch wahrscheinlich in manchen ländlichen Wahlbezirken siegten die Candivaten der Reichspartei gegenüber den bisherigen demokratischen Vertretern. Bekanntlich verlor die deutsche Reichspartei bei Den letzten Reichstagswahlen gerade in Württemberg eine große Anzahl ihrer Sitze an die Volkspartei, sie hat demnach diese Niederlage durch ihren Sieg bei den Landtagswahlen einigermaßen wieder wett gemacht. Freilich ist hiermit noch nicht gesagt, daß die deutsche Reichspartei auch bei den nächsten Reichstagswahlen im Jahre 1884 ihre württembergischen Sitze zurückerobern wird, da ja hier noch andere Faktoren mitspielen, als bei den Landtagsmahlen. Die Wiener Osficiösen athmen von dem Drucke, den die schroffen Erklärungen der „Rordd. Allg. Ztg." über das deutsch-österreichische Bündniß auf sie unverkennbar ausübten, allmälig wieder auf. Die „Wiener Abendpost" wie das „Fremdenbl." nehmen von den jüngsten beruhigenden Versicherungen des genannten Blattes über die deutsch-österreichischen Beziehungen Kenntniß und die „Wiener Abendpost" meint, daß hierdurch die leidenschaftliche Discussion eines Themas, das für jeden ernsten Politiker außerhalb aller Controverfe stehe, einen nach allen Richtungen beruhigenden und befriedigenden Abschluß gefunden haben dürfte. Wir wollen es hoffen! Die französische Expedition nach Tonking wird nun doch in's Leben treten. In einer vergangene Woche abgehaltenen Sitzung hat das französische Ministerium die Expedition im Princip definitiv angenommen und bereits die einleitenden Schritte zur Ausführung dieses Unternehmens gethan. Ruch Toulon ist der Befehl zur Ausrüstung eines Transportschiffes abgegangen, das die nothwendigen Verstärkungen nach Tonking überführen soll. Ueber die Ursachen der Expedition nach Tonking sei kurz Folgendes bemerkt: Das Reich Tonking in Hinter-Jndien stand bisher in einem Schutzverhältnisse zu China, das allerdings nur sehr locker war. Neuerdings besetzten nun die chinesischen Truppen Tonking, um den von hier ausgehenden Räubereien ein Ende zu machen, da erinnert sich plötzlich Frankreich, daß es das Protektorat über das Kaiserthum Anam und mithin auch über Tonking, welches wiederum einen Theil von Anam bildet, besitzt und da Frankreich in Hinter-Jndien bereits Cochin- China besitzt, so wird es ihm nicht schwer fallen, dieses „Protectorat" geltend zu machen. Die chinesischen Truppen haben sich nun zwar aus Tonking wieder zurückgezogen, nichtsdestoweniger will aber die französische Regierung die Expedition nach Tonking in Scene setzen, um allen weiteren Ansprüchen Chinas auf dieses Land ein Ende zu machen. Es ist darum die Befürchtung nicht ausgeschlossen, daß die Tonking-Affäre noch zu kriegerischen Verwickelungen zwischen Frankreich und dem „Reiche der Mitte" führen kann. Deutschland. Darmstadt, 24 December. Der GrMerzog hat folgenden Erlaß an den Provinzlaldirtktor Küchler zu Mainz gerichtet: „Aus dem, was ich bet meiner persönlichen Anwesenheit in den am Ende vorigen Monats von dem Hochwcsser des Rheins besonders schwer betroffenen Gemeinden erfahren und aus Ihren Berichten habe ich mit lebhafter Genugthuung entnommen, wie die Bewohner von Laubenheim, Bodenheim und Nackenheim in opferwilliger Nächstenliebe und Ihatkräfliger Besonnenheit gewetteifert haben, ihren bedrängten Mitbürgern zur Rettung von Leben und Eigenthum beizustehen. Es ist mir ein Bedürs- niß, diese Thann bürgerlichen Muthes und selbstvergessender Hingabe für andere ausdrücklich anzuerkennen. Da aber die Zahl derer, die sich in solcher Weise verdient gemacht, zu groß ift, daß bei jeder Auswahl die Gefahr nicht ausgeschlossen werden könnte, gleiche Verdunste unabsichtlich zu übergehen, so habe ich beschlost'en, den brd Bürgermeistern: Möhn zu Laubenheim, Schöll er zu Bodenheim und Mann zu Nackenheim, welche an Umsicht und Thatkraft ihren Ortsangehörigen vorangel-uchtet haben als Vertreter ihrer Gemeinden das Ritterkreuz zweiter Klasse meines Verdienstordens Philipps des Großmüthigen zu verleihen." m. Darmstadt, 26. November. Der Abgeordnete Metz hat bei dem Bureau der zweiten Kammer einen Antrag folgenden Wortl-uts übergeben: „Zu Anfang Januar 1880 Hube ich bereits Großh. Regierung wegen unverzüglicher Wiederherstellung des Rhein-Landdammes interpellirt und nach Beantwortung dieser Interpellation gleichzeitig mit den Gemeindevorständen von Groß-Rohrhetm und Biblis einen Antrag wegen Verstärkung des Rhein- und Weschnitzdommes eingebrachl. Eine Anzahl hessischer Gemeinden und Grundbesitzer füh'te im März 1880 bei hoher zweiter Kammer Beschwerde wegen der durch die Hochwasser des Rheines hervorgerufenen Eigenthumsbeschädtgungen. Diese Anträge führten am 25. und 26. November 1880 zu einer zweitäg'gen Debatte dieses Hauses und zu dem nahezu einstimmigen Beschluß eines Ersuchens an die Regierung um Untersuchung der Strombauverhältnisse des Rheines und Aufstellung eines einheitlichen Planes für die Stromregulirung von der Landesgrenze bis Bingen. In der Diskussion halte sich der Regierungscommissär den Wünschen der Beschwerdeführer entgegenkommend bewiesen. Am 15. März 1881 kam diese Angelegenheit in der zweiten Kammer wiederholt zur Verhandlung und Ad- ft'.mmung, die Kammer beharrte einstimmig auf dem Ersuchen um Aufstellung eines Planes über die Regulirung des Nheinstromes von Worms bis Bingen. Auch hier erklärte wiederum die Regierung ihre Absicht, die Sache gründlich zu untersuchen und den Beschwerden, soweit thunlich, Rechnung zu tragen; „die Vorarbeiten" (bemerkte der Regierungscommissär) „sind in Betrieb und werden emsig fortgesetzt." Obwohl damals die Vorarbeiten in Betrieb waren und emsig fortgesetzt wurden, dauerte es über 13 Monate, bis endlich am 22. und 24. April 1882 die Landescommission zu Mainz zusammentrat. Die vrelfoch zahlreichere Reichscommission in Biebrich war seiner Zeit binnen 6V2 Monaten nach dem Beschluß des Reichstags von dem Reichskanzler eins berufen worden. Seit April d. I. sind wiederum nahezu 3/4 Jahre verflossen, ohne daß über die Beschlüsse der Comm'ssion officiell etwas bekannt geworden wäre. Privaten M'ttheilungen zufolge hat die Commission ihr Gutachten seit Juli l. I. Großh. Regierung eingereicht und darin wichtige Regulirungsarbeiten in Vorschlag gebracht. Bis jetzt ist aber weder die Denkschrift der Commission noch ein Regulirungsplan Seitens der Regierung den Kammern mitgetheilt worden. Gleichwohl hatte der Vertreter der Regierung in der Sitzung der Commission vom 22. April die Erklärung abgegeben, daß die Vorschläge der Commission demnächst zur Ausführung gelangen sollten. Die Verzögerung ist um so bedauerlicher, als die fast alljährlich wiederkehrenden Uebcr- schwemrnungen einen dauernden Nothstand in den betreffenden Gemeinden Hervorrufen müssen, wenn nicht endlich Abhilfe geschaffen wird. Auch eine nur geringe Verzögerung begründet große Verantwortung. Ich beantrage: „Hohe Kammer wolle Großh. Regierung dringend um schleunige Vorlage des Planes über bi? Regulirung des Rheinstromcs von Worms bis Bingen (eventuell Worms bis Mainz» unter Berücksichtigung der alsbald zu veröffeut- Uchenden Denkschrift der erwähnten Landescommission, sowie um unverzügliche Einbringung der zur Ansführang dieses Planes erforderlichen Präpositionen ersuchen" Ich werde demnächst die Dringlichkeit für diesen Antrag beanivruchen und ihn eintretenden Falles auf Entschädigung der von Wasserschäden betroffenen Gemeinden, insbesondere auch durch Erlaß der Steuer auf den überschwemmten, ertragsunfähigen Liegenschaften ausdehnen." Berlin, 24. December. Die „Nordd. Allg. Zig." bringt einen Weihnachtsartikel, in welchem zur Einkehr in den Frieden aufgefordert wird. „Es fei der Leitung der deutschen Politik zu danken, daß sie durch ihre Standhaftigkeit im Wollen und Verzichten volles Vertrauen zu ihrer Friedensliebe erworben und durch weise Vorsicht dafür gesorgt habe, daß auch der üble Wille vor der Unnahbarkeit des mit OesUrreich- Ungarn aufgerichteten Bündnisses zurückschrecken muß. Deutschland ist der Friede!! Aber Deutschland wäre nicht der Friede, wenn es nicht im Besitze der Mittel wäre, jeden Angriff wirksam zurückzuweisen und allezeit auf der Wacht zu sein, um eine drohende Gefahr rechtzeitig zu signalisiren und durch Anruf zurückzuscheuchen. Die Beunruhigungen der letzten Tage haben uns gerade den Werth der Garantie schätzen gelehrt, auf welche Deutschland seine Friedenspolitik sichergestellt hat. Hesterreich. Wien, 23. Decbr. Gegenüber der Unterstellnüg italienischer Zeitungen, daß mein in Berlin und Wien dem italienischen Cabinete gegenüber eine küble Zurückhaltung bewahre, erklätt das „Fremdenbl.", dies widerspreche durchaus den thatsächlichen Verhältnissen. Gerade jetzt werde dem italienischen Cabmet mit mehr Cordialität und größerem Vertrauen begegnet, als in den letzten Jahren. In allen die europäischen Interessen berührenden Fragen, die in der letzten Zeit austauchten, habe stets ein vertraulicher Meinungsaustausch mit Italien zum Zwecke eines einverständlichen Vorgehens stattgefunden. Prag, 23. December. In dem Socialistenproceß wurde heute nach Zwöchentlicher geheimer Verhandlung das Urtheil publicirt. Von den 51 Angeklagten wurden 6 freigesprochen, einer erhielt zweijährigen schweren Kerker, 44 mit strengem Fasten verschärften Arrest von 14 Tagen bis zu 6 Monaten. Sranüreich. Paris, 23. December. Gambetta hat eine gute Nacht gehabt, die Befferung in seinem Befinden scheint anzuhalten. Bordeaux, 23. December. Der Erzbischof Cardinal Donnet ist heute früh gestorben. Riom, 23. December. In dem Proceß gegen die Ruhestörer von Montceau-les-Mines wurden 14 Angeklagte freigesprochen, 9 Angeklagte zu Ge- fängnißstrafen von 1 bis zu 5 Jahren verurtheilt. Von den Geschworenen wurde ein Begnadigungsgesuch für die Verurthellten beschlossen und unterzeichnet. England. London, 23. Decbr. Der „Times" wird aus Paris gemeldet, die englische Regierung beabsichtige an sämmtliche Großmächte eine Note zu richten, in welcher erklärt werden soll, was England für den Schutz aller Interessen, die Herstellung der Ordnung und oie endglltige Reorganisation Egyptens zu thun gedenke. — Eine der Admiralität aus Suez zugegangene Depesche meldet, daß zwei der Beduinen, welche den Professor Palmer ermordet haben, in der Wüste gefangen genommen worden sind und daß die Ergreifung aller Uebrigen binnen 14 Tagen erwartet wird. Dublin, 24. December. Gestern Abend wurde die gestrige Nummer des Wochenblatts „United Jreland" wegen eines darin enthaltenen Artikels des Deputirten O'Brien, durch welchen zu Gewaltthätigkeiten und Einschüchterung ausgefordert wird, mit Beschlag belegt. Der Eigenthümer des Blattes veranstaltete eine neue Auflage, welche großen Absatz fand. O'Brien soll gerichtlich belangt werden. Dublin, 26. December. Ein in Columbia auf Selbstanklage, an dem Morde Lord Cavendish' theilgenommen zu haben, Verhafteter, Namens Westgate, ist wieder freigelassen wordee, da der Staatsanwalt erklärte, derselbe könne an dem Verbrechen nicht theilgenommen haben. Melgien. Brüssel, 22. Decbr. Proceß Peltzer. Die Jury bejahte alle an sie gerichteten Schuldfragen. Der Gerichtshof sprach darauf gegen Löon und Armand Peltzer die Todesstrafe aus. Dre Verurthellten unterzeichneten alsbald ein Cassationsgesuch. — Leon Peltzer erklärte bei Verkündigung des Wahrspruchs der Geschworenen, er habe erhalten, was er verdiene, in Bezug auf seinen Bruder aber begehe die Jury ein Justizverbrechen; Armand Peltzer sagte, der Fluch seines Töchterchens möge die Geschworenen treffen. Italien. Rom, 22. December. Der „Moniteur de Rome" erklärt es auf das Entschiedenste für unrichtig, daß der Cardinal Simor mit einer Mission beim Papst beauftragt sei. — Aus Anlaß der in Triest erfolgten Hinrichtung Oberdank's hat hier eine Demonstration stattgefunden, welche die Polizei zum Einschreiten und zur Verhaftung von 7 Personen veranlaßte. Die Verhafteten werden sofort vor Gericht gestellt werden. Aus Mailand und Turin werben ähnliche unerhebliche Demonstrationen gemeldet. Die Präfekten sind von der Regierung angewiesen worden, mit der größten Strenge vorzugehen. Rom, 23. Decbr. Das hiesige Zuchtpolizeigericht hat gestern einen der Ruhestörer, welche anläßlich der Hinrichtung Oberdank's Demonstrationen versuchten, zu einem Monat Gefängniß und in die Kosten verurtheilt, die übrigen Angeklagten wurden sreigesprochen. Am Dienstag werden abermals 4 Personen, welche wegen ähnlicher Ruhestörungen gestern Abend verhaftet wurden, vor Gericht gestellt werden. Aegypten. Kairo, 25. December. Das Dekret des Khedive, durch welches Arabi, Abdellal, Ali Fehmi, Tulba, Mahmud Fehmi, Mahmud Sami und Jakub Sami degradirt werden, wurde heute Nachmittag im Kasernenhofe von Kasr-el-nll vor den Gefangenen und in Gegenwart weniger Zuschauer verlesen Die zur Deportation Verurthellten werden morgen früh von hier die Reise nach Ceylon antreten. L o k a L e Gießen, 27. December. ^Sterblichkeit in Gießens In der verflossenen Woche war dle Sterblichkeit in Gießen eine gleich geringe rote in der unmittelbar vorhergegangenen Woche. Es starben nämlich nur drei Personen und zwar nur erwachsene. Todesursache bei denselben war Typhus, Schlagfluß, Herzkrankheit je einmal. G. Verwischtes. Darmstadt, 23. December. Der Vorort des „evangelischen Kirchengesangvereins für Hessen" hat zum Weihnachtsfeste an die „evangeltschen Glaubensgenossen in Stadt und Land" folgenden Aufruf erlassen: „Die seitherigen Erfahrungen in Sachen der evangelischen Kirchengesangvereine lassen es als dringend roünschensroerth erscheinen, die Einnahmen des hessischen Landes- veretns, welche seither nur in den geringen Beiträgen der Ortsvereine (10, bezw. 5 Pf. jährlich pro acttves Mitglied) und der Chorschulen (50 Pf. jährlich) bestanden, auf einen höheren Gesammtbetrag zu bringen. Eine höhere Einnahme würde es insbesondere ermöglichen, die vorbereitenden Schritte zur Neubildung von Ortsvereinen zu fördern, bei der Veranstaltung von Kirchengesangfesten Beiträge zu den Kosten derselben zu gewähren und auf diesem Wege die seither unvermeidliche Erhebung eines Eintrittsgeldes allmählich entbehrlich zu machen, insbesondere aber die thunlichst billige Anschaffung von Chorsammlungen den Ortsvereinen immer mehr zu erleichtern. Die Möglichkeit einer solchen, dringend wünschenswertben Erhöhung der Einnahmen unseres Landesvereins ist aber, abgesehen von der stetig vorwärts schreitenden Gründung von neuen Ortsveretnen, in der Gewinnung von möglichst zahlreichen Einzelmttgltedern des Landesvereins gegeben. Wir haben hierbei hauptsächlich solche Angehörige der evangelischen Kirche im Auge, die nicht bereits als Mitglieder von Ortsvereinen Beiträge für die' Sache der evangelischen Kirchengesangveretne leisten, da wir unter keinen Umständen wünschen können, daß durch die Gewinnung von Einzelmttgliedern des Landesvereins die Einnahmeverhältnisse unserer Ortsveretne irgendwie beeinträchtigt werden- Der Beitrag eines Einzel-Mitgliedes des Landesvereines ist in Abänderung der seitherigen statutarischen Bestimmungen neuerdings auf „mindestens eine Mark jährlich" festgesetzt worden. Ein solches Mitglied erwirbt durch die Leistung des Beitrages das Recht auf den unentgeltlichen Bezug einer Eintrittskarte bet Ktrchengesangfesten des Landesveretns und auf den billigeren Bezugspreis der Musikalien des hessischen Landesvereins der zum südwestdeutschcde Vorlesung mit besonderer zu halten und für diese Vor- chule (Anfang sungen werden vermöge ihrer itritulation als n Vorlesungen im Preise von ^dern des ietnträchttgt ^una der Ehrlich" Men des !chen Landes, ud zahlrelLr : Sache bet lrages an die Ui-Adresse bl) gelangen on uns unter- Gilbung non ueßen wollen, „wir zugleich tlung. Schriftführer. Ministerial- ie Schilderung iplen, unlängst Das.grnanntk i voller Ladung >nders schneller stand, da einige werden können, t einen schweren Kurs vertrieben ,ten Salowons- östlichere Route )ie „Antoinette" , da die Wind; :n, sondern die Ueberfälle aus- öpfen bestehende auf das Schiff mem englischen rhanbtn warro, n Mm ta aß es M nur die schachte M wx\ W» ; «M uM Querte Capitan erreichte hiermit - nidjt r heranruderten. Siel nicht, und getroff-N \M wnrung, emm dre Raubn Jndeß hatten Denn doch chisisbord blicken Sm, d°« >unBS?S t 6 S S bad oe§ nach । d>e ’ifÄ® .hätten'Set SA« en d^oinette, der -Anr tti-s ;*Ä£ 'S-»»“ ÄeS** ÄS zula^'.^Haus^ ch babe sol^.koch a an, i ST 731) Ueber die Höhe der Kosten, welche die Einrückung einer Anzeige in eine oder mehre Zeitungen verursacht, wird man sieb niemals pnttäuscht sehen, wenn man von der Annoncen - Expedition von H.STE11U *4? VOGLEK in Frankfurt a. M. (Karlsruhe, Stuttgart oder München) zuvor Auskunft einfordert, die auch hinsichts der für den jeweiligen Zweck geeigneten Blätter auf Grund reicher Erfahrungen und gründlicher Beobachtungen zuverlässigen Rath ertheilt Zur gefl. Beachtung Schriftliche Anfragen wegen Auskunftsertherluug über Inserate rc. können wir nur dann beantworten, wenn denselben eine Freimarke für die Rückantwort beigelegt ist. Ueber Inserate bezüglich deren Offerten einzureichen sind, ist die Exp dition zu keinerlei Auskunftsertheilungen befugt. Offertenbriefe sind — soweit kerne bestimmten gegentheiligen Abmachungen getroffen wurden — in der Expedition abzuholen. Wir veröffentlichen nachstehende Quittung: Nr. 10880 An Polizei. die geehrte Expedition des Gießener Anzeigers in Gießen. Mit Bezugnahme auf das schätzbare Schreiben vom 7. December 1882 beehre ich mich den Empfang des Erträgnisses der durch die geehrte Expedition eingeleiteten Sammlung für unsere verunglückten Landsleute im Betrage pr. 392,03 JL zu bestätigen und für das so menschenfreundliche Wirken im Interesse der armen Verunglückten meinen wärmsten Dank auszusprechen, mit dem Beifügen, daß diese Spende seiner Bestimmung zugeführt wurde. Innsbruck, am 20. December 1882. Der Bürgermeister Felz. Allgemeiner Anzeiger. Betreffend: Die Stellung der Rechnung der Stadt Gießen für 1881/82. Die Rechnung der Stadt Gießen für das Jahr 1881/82 nebst Ver- waltungsrechenschaftsbericht liegt während acht Tagen zur Einsicht jedes Be- theitigten auf dem Bürgermeistereibureau offen. Gießen, den 27. Dezember 1882. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. 8506 A. Bramm. Edictalladung. Johannes Velten XII. von Lang- Göns hat die im Grundbuch ohne Erwerbtitel ihm zugeschriebene Hof- raite 1/563 in Lang-Göns veräußert ohne sein Eigenthum urkundlich nachweisen zu können. Es ergeht daher auf Antrag die Aufforderung, Ansprüche auf jene Hof- raithe binnen drei Monaten geltend zu machen, widrigenfalls das freie Eigenthum des Verkäufers vermuthet und der Verkauf vorbehaltlos bestätigt werden wird. Gießen, 16. Deeember 1882. Großherzogliches Amtsgericht. 8412 Dr. Gilmer._________ Donnerstag den 28. Dezember, Nachmittags 3 Uhr, sollen in dem Güterbahnhof der Main- Weserbahn dahier 10000 Kilogr. Nuß kohlen 2. Sorte öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 27. Dezember 1882. Königliche Güter-Expeoition. 8504 Fijcher. Widerruf. Die auf den 29. ds. Mts. anberaumte hiesige Jagdverpachtung kann wegen Verhinderungsgründen nicht abgehalten werden. Ein anderweitiger Termin zur qu. Verpachtung wird demnächst bekannt ilL($Ieeberg, den 23. Dezember 1882. Der Bürgermeister: 8502 Keil. Keitgevotenes. Ballortlew, in großer Auswahl bei 8514 Wilhelm Klee. 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Januar 18^3. — Zu der letzteren Vorlesung werden besondere Eintrittskarten zum Preise von 5 Mark ausgegeben. Näheres wegen der Theilnahme ist im Uebrigen von dem Secretariate der Anstalt zu erfahren. Darmstadt, December 1882. 8507 Direction der Grossh. technischen Hochschule. M. Weiner 7604 Durch Versetzung des Herrn 7487 Hülfsgerichtsschreiber Becker ist der 3. Stoch zu vermiethen. Knoll. 7494 Ein kleines Familienlogis zu ver- I. Bernhardt. miethen bei Prof. Oncken miethen. in größter den «496 um Mill Medi üs im fische in Soll Haus, Sandgasse 48, aus statt. 29/12Ali.7U.Bef.II.Gr. 851 Geld - Tours 4 eines Preis-Courants Abstand nehmen zu können. NB. Bezugnehmend auf Vorstehendes mache aufmerksam, daß mein 3Saass^esehäft fortbestehen bleibt und halte mein Stofflager mit den modernsten Mustern bei vorkommendem Bedarf unter Garantie bestens empfohlen Director Iaekel, Neue-Anlage 21. Zur Btt den bei bei angelegten Zähre? 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Kinimlmso* Die Mitglieder der Gewerbebank zu Gießen, eingetr. Genossenschaft, werden zu der Donnerstag den 28- December cr„ Abends 8 Uhr im Wenzel’schen Saalbau dahier abzuhaltenden Außcrordentl. Generalversammlung freundlichst eingeladen und, bei der Wichtigkeit der zur Verhandlung kornrnen- Liensta, Millwoi Donner! Samstag Tienstai Mittwo Donner Samsto Die Inte gei ordert, di Empfang zu zeigungdcr Zugleich Donnerstag Juteressenti bi: übrigen bestimmt si Die Herr sucht, dieses übliche 2ßei Gießen, d .Der Rechr Neuzahrsgeschenke für die Kleinkinder- Bewahranstalt. Seit einer Neche von Jahren haben Freunde und Wohlthäter der Kleinkinder-Bewahranstalt beim Jahreswechsel zur Enthebung von den üblichen Neujahrsbesuchen genannte Anstalt mit einer Gabe bedacht. Diejenigen Herren, welche auch in diesem Jahr solches zu thun gedenken, werden gebeten, ihre Gaben bei einem der Unterzeichneten abgeben zu wollen. Die Namen derselben werden beim Jahresschluß in diesem Blatt bekannt gemacht werden. Gießen, den 27. December 1882. Rentner Louis Bücking. Pfarrer Dingeldey. Lehrer Jung. Rentamtmann Lyncker. Pfarrer Dr. Naumann- Pfarrer Schlosser- Todes-Anzeige. Allen Freunden, Verwandten und Bekannten die traurige Mittheilung, daß es Gott gefallen hat, am 26. December den Herrn Walter Theodor Zinßer nach längerem, schweren Leiden in ein besseres Jenseits abzurufen. Gießen, den 27. Dezember 1882. Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Donnerstag Nachmittag 3 Uhr vom Sterbe- Ä 107 - DAM bedeutend fei bichtet sie । unreinigkeitei «ine reine, bl, ^Stück 50 Sa (M Ätz 7121 Eine Mansardenwohnung au ruhige Leute vermiethet __ Carl Vogt, Wallthorstraße. 7433 Ein Mansardenlogis an der Nord- anlage zu vermiethen. W. Seuling. ^eerschw Meise ^rbolsejfe Mlsäm Mnseise Meise , Em Äöni< , in a C 2O-Francs-Stücke . . do. in Vr Englische Souvereigns Russische Imperiales . Ducaten ..... Dollars in Gold . . 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