Samstag den 28. Oktober 1SS2 Nr. 2S2 Garten- 11 werben Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS. Bureau: Schulstraße 7. i, ft ertheileir * 29 die [del. \tM H Preis viert«^ührlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. zu ist am "e\ üo-t w iMr ntz von ang ^er Gemeinde a()rl. rdinguM Aufechalt ’n bis Telegraphische Depeschen. Wolff's telegr. Eorrespondem-Bureau. Berlin, 26. October. Bis jetzt sind 417 Wahlen bekannt, noch ausstehend unter andern Frankfurt, Halle, Hohenzollern, Beuthen, Oberlahnkreis. Unter den Gewählten befinden sich die Minister Maybach (zweimal), Puttkamer, Lucius, Kameke, Bötticher. Nach der Parteistellung ca. 130 Conservative (früher 114), 54 Freiconservative (früher 52), 87 Centrum (früher 99), 65 Nationalliberal (früher 85), 19 Secessionisten (früher 20), 36 Fortschrittler (früher 38), 17 Polen (früher 19), 2 Dänen, 3 Partikularsten, 4 unbekannter Richtung. »ach ver ein- eten, it in der tunL u er- Oesterreich. Pesth, 25. Octbr. Polizeimannschaften durchziehen die Straßen, weil die Studentenschaft in Folge des angeblich brutalen Benehmens der Polizei anläßlich der gestrigen Leichenfeier des Dichters , Arany beabsichtigt, vor der Wohnung des Oberstadthauptmanns zu demonstriren. Größere Abtheilungen von Studenten zerstreuten sich, doch blieben die Polizeimannschaften consignirt. Schweiz. Bern. Die schweizerische Nationalbahn ist bankerott geworden und hat dadurch den Concurs von vier Städten: Winterthur, Baden, Zofingen und Lenzburg, welche seiner Zeit eine Garantie für die Obligationen der Bahn übernommen hatten, herbeigeführt. Der Concurs von Baden ist im „Aargauischen Amtsblatte" schon ausgeschrieben, der von Lenzburg und Zofingen wird täglich erwartet In Winterthur ist die Versteigerung des Wasser-Gaswerks und der Weine des sonst so berühmten Herren- oder Rathskellers ausgeschrieben. Auch das übrige Eigenthum der Stadt wird nach und nach zur Versteigerung gelangen. Deutschland. Berlin, 25. Octbr. Der bekannte württembergische Abg. v. Bühler hat bei der Friedens-Conferenz in Brüssel u. A. folgenden an ihn gerichteten Brief des deutschen Reichskanzlers verlesen: Euer Hochwohlgeboren danke ich ergebenst für die Mittheilung Ihres Abrüstungsantrags. Ich bin leider durch die praktischen und dringlichen Geschäfte der Gegenwart so in Anspruch genommen, daß ich mich mit der Möglichkeit einer Zukunft nicht befassen kann, die, wie ich fürchte, wir Beide nicht erleben werden. Erst nachdem es Euer Hochwohlgeboren gelungen sein wird, unsere Nachbarn für Ihre Pläne zu gewinnen, könnte ich oder ein anderer deutscher Kanzler für unser stets defensives Vaterland die Verantwortlichkeit für analoge Anregungen übernehmen. Aber auch dann fürchte ich, daß die gegenseitige Controle der Völker über den Rüstungsstand der Nachbarn schwierig und unsicher bleiben und daß ein Forum, welches sie wirksam handhaben könnte, L S s:a schwer zu beschaffen sein wird. Berlin, 2. März 1882. v. Bismarck. — Der Güterverkehr auf der Gotthardbahn hat einen solchen Aufschwung genommen, daß bei den oberitalienischen Bahnen Wagenmangel eingetreten ist und die Haftbarkeit für kurze Lieferfristen eingestellt wurde. In Winterthur mußten sechs neue schwere Locomotiven bestellt werden. Im italienischen Grenzbahnhofe nimmt die Ueberfüllung mit Frachtgütern täglich zu, theils wegen der Betriebs-Unterbrechung auf der Brennerbahn, theils weil das Zollpersonal kein ist, um Alles zu bewältigen. Die zweite italienische Grenzstation Luino noch nicht im Gange; die Hauptlinie Pino-Novara (Genua) soll erst 1. November oder gar erst am 14. November eröffnet werden. — Nach der „Tribüne" hat die Sachverständigen - Commission für Vorkommnisse der Straßburger Tabaksmanufaktur am Ende der letzten Woche ihre Demission eingereicht und diesen Schritt damit motivirt, daß ihr nur durch beschönigende Darstellung die schlimme Lage der Straßburger Tabaksmanufaktur verheimlicht werden konnte. — An viele liberale Wahlmänner ist von den Conservativen ein gedrucktes Krankreich. Paris, 24. Oktober. Die Vorgänge im südöstlichen Frankreich werden mit jedem Tage bedenklicher, die Minister werden immer uneiniger über Ursache und Ziele Vt Dynamitbanden und die besitzenden Classen unruhiger. Ist es nur die „InterCircular gesandt, in welchem es heißt: „Geehrter Herr! Sie sind durch das Vertrauen Ihrer Mitbürger zu dem Ehrenamte eines Wahlmannes berufen worden. Lediglich eine Frage erlauben wir uns, Ihnen bet diesem Anlasse vorzulegen, die Frage: Können Sie, als Deutscher, es mit Ihrem Gewissen vereinbaren, bei der am 26. d. Mts. stattfindenden Hauptwahl einem Juden Ihre Stimme zu geben?" Die Conservativen treten in diesem Briefe nicht mehr als Antifortschrittler auf, sondern nur noch als Antisemiten. Sie sagen den Wahlmännern: Mitbürger, wählen Sie liberal, wählen Sie fortschrittlich, wenn Ihre politische Ueberzeugung es Ihnen gebietet, aber wählen Sie keinen Juden! Berlin, 26. Octbr. Das Wahlbureau der Fortschrittspartei constatirt, daß die Fortschrittspartei unverändert bleibt; vielleicht wird ein Mandat verloren. Die Partei verlor bis jetzt 12 Plätze und gewann 11. Die Secessionisten werden vielleicht 25 zählen. (Siehe jedoch telegr. Depeschen.) Berlin, 24. Oktober. An der Freilegung des Bauplatzes für das Reichstagsgebäude wird jetzt mit Macht gearbeitet- Der Grundstein soll am Geburtstage des Kaisers gelegt werden. Der Baumeister Wallot hat der Subcommission für den Bau bereits seine abgeänderten Pläne oorgelegt und der Reichstag wird demnächst die erste Rat- für die Kosten zu bewilligen haben, die zugleich eine Billigung des Bauplanes in sich birgt. — Eine eigentümliche Erscheinung wird aus Rußland berichtet. Auf die Nachricht der bevorstehenden Schließung der medicinischen Frauencurse tft eine großartige Sammlung für deren Erhaltung in Gang gefetzt. Ein einziger Kaufmann in Moskau hat sich anheischig gemacht, gegen 200,000 Rubel zu spenden, wenn die Petersburger Stadtduma die Sorge für die Curse übernehme. Erne Kaufmannsfrau in Moskau hat 5000 Rubel jährlich gezeichnet. Die weiblichen Aerzte sollen sich namentlich auf dem Lande nützlich beweisen. Die neue Gesetzgebung für die Juden m Rußland wird nach der „Moskauer Zeitung' nicht vor zwei Jahren ausgearbeitet sein. nationale" und rührt der ganze Spektakel von Genf her, wo der Nihilismus, diese neue rnssische Lehre, seinen Sitz hat? Oder spielen auch die Jesuiten und Legitimisten mit? Wenigstens gibt es Stimmen genug, die, weil die „schwarze Bande" den „Schwarzen und den Weißen" schleßlich vielleicht wieder zur Bewältigung der Republik dienen kann, behaupten, sie ständen im Hintergründe und der Himmel bediene sich der Hölle, um die Gottlosen zu stürzen. Rur die gerichtliche Untersuchung, die jetzt überall im Gange ist, kann zuverlässige Antwort geben, obgleich auch in dieser Hinsicht Mißtrauen herrscht, weil viele Richter für Thron und Altar eiferten und der ganze Stand keine Ursache habe, für die Republik zu schwärmen, die einen so frivolen Begriff von der Ehre und Würde der Richter zeige. Der „Temps", der mit dem Minister des Innern geht, meldet heute ganz bestimmt, die Regierung habe Beweise in Menge in Händen, daß das russische Rlhilistencomite den ganzen Schwindel leite Die „Liberte" spricht dies ganz bestimmt aus. Während die „Patrie" pathetisch ausruft: „L'etendard Bangland est lev6!u, um dann ebenso hochtönend wie thöricht die Bürger zu den Waffen zu rufen: „Aux armes, citoyöns!“ So weit ist es denn doch wohl noch Nicht, daß die Besitzenden sich selber mit dem Revolver in der Hand wehren und das Land säubern müßten, weil die Regierung nicht den Muth habe, zuzuschlagen oder nicht wisse, woh n sie aushauen solle. Dafür, mit welcher Frivolität gewisse Skandalblätter tn Paris die Sache behandeln, mag als Beispiel dienen, daß der „Gaulois" ein förmliches „Recept, um Bomben zu machen", sodann eine Anleitung, „wie man sich brr Bomben bedient" veröffentlicht und diese Artikel mit -er Einleitung versieht: „W^r sind also tn die entscheidende Propagandaperiode „durch Thatsachen", durch die Dynamitbombe, eingerückt und haben uns darauf gefaßt zu machen, überall Sprengungen zu sehen. Die Bombe wird unfehlbar alsbald auch in Paris Propaganda machen; es ist daher an der Zeit, das Recept dieses Zerstörungswerkes zu geben." Die Dynamitbomben sind allerdings nicht nur auf das Kohlenbecken und den Hüttenbezirk des Saone- und Loire-Departements beschränkt, Bomben wurden gelegt in Lyon in einem Kaffeehause, in Montpellier im Garten der Präfektur; Brandstiftungen erfolgten in Begleitung von Drohbriefen in Amiens und Umsturz-Maueranschläge verbreiten sich immer weiter in's Land- Am grellsten wird die Scene beleuchtet durch den Vorfall in der Kirche Saint Bonaventura: Morgens 6 Uhr tritt ein Mann von 60 Jahren in dem Augenblicke, wo ein Priester die Messe hält, in die Kirche, den Hut auf dem Kopfe, geht auf den Altar zu, ergreift den Kelch und schleudert ihn mit dem Rufe zu Boden: „Ce voilä assez! II faut quecette com6die finisse!“ Die Arbeitseinstellung in Paris ist auch ein unheimliches Zeichen der Gährung; die Möbelschreiner bleiben bis jetzt fest, Arbeitgeber und Arbeiter; die Tapezierer dagegen haben Aussicht, ihre Forderungen durchzusetzen, da ein Theil der größeren Geschäfte, die ihrer gerade zu Anfang der Wintereinrichtungen sehr bedarf, ihren Bedingungen sich gefügt hat, darunter die Magazine des Louvre der Place Chichi und das Geschäft Landry. (Köln. Ztg.) Servien. Belgrad, 25. Octbr. Der Revolver, dessen sich die Wittwe Markovic bei Verübung des Attentats bediente, ist von ungewöhnlichem Kaliber und trägt eine Inschrift in russischer Sprache. Heute Nacht sind drei der Mitschuld au dem Attentate Verdächtige von Semlin, wohin sie geflohen waren, hierher gebracht worden. — Der österreichisch-ungarische Gesandte, Graf Khevenhüller, ist von seinem Urlaub wieder hier eingetroffen. Aegypten. Kairo, 25. October. Die Untersuchungscommission hat heute Ali Bey Rushdi vernommen, welcher zur Zeit des Bombardements von Alexandrien daselbst die Wache in dem Gebäude befehligte, wo sich der Gerichtshof erster Instanz und der Appellationshof befanden. Ali Bey Rushdi hatte am 12. Juli von Suleiman Daoud den Befehl erhalten, das Gebäude in Brand zu stecken, nachdem sich Arabi mit seinen Truppen nach Kafre-Dowar zurückgezogen hätte. Der Zeuge war jedoch dorthin gefolgt, ohne den Befehl ausgeführt zu haben. In Kafre-Dowar eingetroffen, war er vor Arabi geführt worden, welcher ihn fragte, ob er dem Befehl nachgekommen sei. Aus Furcht hatte der Zeuge mit „Ja" geantwortet. Arabi hatte darauf ausgerusen: „Gott sei gelobt, nun haben wir den größten Theil der Christen und ihre Hauptgebäude vernichtet." Irgend eine andere Zeugenaussage, durch welche Arabi direct mit der Feuersbrunst in Alexandrien in Verbindung gebracht wurde, liegt indeß bis jetzt noch nicht vor. — lieber die Zustände im Sudan hat Professer Schweinfurth folgenden Bericht nach Kairo gelangen lassen: Im Juni wurden 6000 egyptische Soldaten, die ohne Lebensmittel und ermüdet waren, t on den Anhängern des Mahdi oder falschen Propheten umzingelt und niedergemetzelt. Die Nachrichten vom 15. September lauten wie folgt: Abd-el-Kader ist in Verzweiflung darüber, daß er nicht Verstärkungen empfängt. Er bittet um Remingtongewehre und Schießbedarf Khartum ist befestigt, aber die Soldaten sind durch wiederholte Niederlagen demoralisirt. Die Bevölkerung ist im Geheimen dem Mahdi zugethan; 8000 Soldaten sind, wie man glaubt, in den Kämpfen am 15. September umgekommen. El Obeig, die Hauptstadt von Kordofan, ist vierzig Tage belagert worden. Die Einnahme des Platzes wird erwartet und ein Angriff auf Khartum wird folgen. Die Verbindung mit Darfur hat aufgehört. Der Schutaurige- Stamm allein bleibt treu. Berber und Dongola verhalten sich ruhig, aber ihre Treue ist ungewiß. Professor Schweinfurth erklärt schließlich, daß der Ernst der Lage im Sudan Arabt's Erhebung völlig in den Schatten stellt. Wenn es den feindlichen Stämmen gelingt, Khartum zu nehmen, dürfte ganz Oberegypten die Fahne der Empörung aufpflanzen. ») -7 i bei «ne® t R®a t« i?*5 ** * . Der JS » a'i® L btir»bit ___ Se. Maj. der Kaiser ist heute Nachmittag um 2 Uhr nach Ludwigs- | lu|t abgererst.^ ^^chs-Anz." veröffentlicht die Bekanntmachungen über die Verlängerung des Kleinen Belagerungszustandes zu Jamburg, Altona, Harburg und in verschiedenen Theilen der benachbarten Gebiete. — Bei der heutigen Wahl zum Abgeordnetenhause wurden Hierselbst die Candidaten der Fortschrittspartei mit ungefähr zwei Drittel Majorität gewählt. Bremen, 26. Oktober. Die Rettungsstation Imst der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger telegraphlrt: Am 25. Oktober von der deutschen Tjalk Gertrude" Capuän Mohrhoff, gesunken an der hohen Plate, beladen mit Sand, 1 Person gerettet durch das Rettungsboot „Leer" der Station Juist-Ostland, Capitän ertrunken, Sturm aus Südwest. , _ „ _ . . . _ , . , . Pesth, 26. Oktober. Die Ansprache Smolka's bei dem Empfang durch den Kaiser drückt unwandelbare'Treue, Anhänglichkeit und Ergebenheit für den Kaiser und das kaiserliche Haus aus und die Bereitwilligkeit, die unabwetslichen Anforderungen zur Wahrung einer achtunggebietenden Stellung der Monarchie, zur Schaffung der sichersten Gewähr für die Erhaltung eines dauerhaften Friedens durch Instandhaltung und Steigerung der Wehrfähigkeit und Schlagfertigkeit der tapferen Armee, welche durch Wiederherstellung der Staatsautorität an der Südgrenze ein Anrecht auf unvergängliche Dankbarkeit des Reiches erworben, zuzugestehen. Die Delegation hofft, die Interessen der (Steuerträger des Reiches in gerechten Einklang bringen zu können, damit sie den hochherzigen Intentionen des Kaisers entsprechen. Die Ansprache Ludwig Tisza's vertraut, die Regierung werde verhindern, daß die weitere Entwickelung der Weltereignisse eine für die Monarchie ungünstige Richtung nehme. Sie werde fernerhin den Frieden bewahren, dessen die Monarchie bedarf, um den gesteigerten Anforderungen an den Culturstaat zu entsprechen. Das Gleichgewicht des Staatshaushaltes ohne eine größere Belastung der Steuerträger herzustellen, was außer der wachsamen Fürsorge für die Sicherheit der Monarchie das eigentliche Ziel für die Legislative der Regierung bildet, betont ferner mit warmen Worten die Treue der Ungarn, welche zu den weitgehendsten Opfern bereit ist, wenn die Verthetdtgung des Thrones und Vaterlandes dies erheische. Paris, 26. Oktober. Der „Temps" meldet: Die Demission Floquets ist von der Regierung angenommen worden Der Ministerrath billigt das Verfahren der richterlichen Behörde in Chalon, welche den Prozeß in Montceau vertagte. Der Prozeß wird von einem anderen Schwurgerichtshof beschleunigt verhandelt, damit die Haft der Angefchuldigten nicht verlängert wird. Der Correspondent der „Temps" bestätigt aus Montceau, daß die internationale Verbindung, welche in der Schweiz ihren Sitz haben, die Vorgänge in Lyon und Montceau leite. Die neuerlichen Ergebnisse und die angestellten Nachforschungen bewiesen, daß russische Nihilisten, insbesondere Fürst Kropotkin, sich an der Organisation der französischen Anarchisten beteiligten. „Paris" veröffentlicht eine Liste der in Paris und der Bannmeile organtfirten anarchistischen Gruppen. Die Gesammtzahl der Affiliirlen beträgt 1229. — Der „Telegraphe" glaubt, Desmichels werde in Rom, Tiby in Madrid zum Botschafter ernannt. — Das Syndikat der Wechselagenten in Lyon erhielt ein Schreiben, worin gedroht wird, die Börse in die Luft zu sprengen. London, 26. Oktober. Unterhaus. Dilke antwortet auf mehrere Anfragen: Es sei keine Convention, betr. die Kosten der Okkupationsarmee, abgeschlossen. Die Frage sei unter Erwägung; ferner feien keine officiellen Nachrichten über einen tunesisch- französischen Vertrag eingelaufen. Bis der Regierung die Bedingungen bekannt seien, sei es unmöglich, die Ansichten darüber auszudrücken. Die Regierung informirte Malet auf dessen Anfrage, daß, wenn es der persönliche Wunsch des Khedive sei, den General Baker zum Befehlshaber seiner Armee zu ernennen, die Regierung keinen Einspruch erhebe. Dcr Khedive erwiderte, es sei nicht nur sein persönlicher Wunsch, sondern seine Bitte und er und seine Minister seien einig in dem Gesuche, daß er bald komme. — Heber die von Egypten gethanen Schritte zur Rekrutirung der egypttschen Armee wurde England nicht konsultirt. Zweifellos seien im Sudan die Zustände zerstört, aber es sei Grund da, zu glauben, daß die Zeitungsnachrichten darüber übertrieben seien. Die Sache findet Beachtung in Kairo. Chamberlain erklärt, daß keine officiellen Nachrichten eingelaufen feien, daß die Tunnelarbeiten von der französischen Küste aus betrieben werden. Es sei übrigens Nicht zu befürchten, daß der Tunnel ohne Zustimmung oder gegen den Wunsch Englands conftruirt werde. Daher sei es nutzlos und unwürdig, bet der französischen Regierung vorstellig zu werden. London, 26 Oktober. Oberhaus. Granville beantragte und Salisbury unterstützte mit warmen Worten das Dankesvotum für den Admiral, Heerführer, die Flotte und die Armee in Egypten, das einstimmig angenommen wurde. Morley erwähnt, daß Stanley nicht die Absicht habe Baker wieder in die Armeeliste einzureihen. Hieraus folgte Salisbury's Interpellation und die Antwort Granvilles Hierauf wurde das Oberhaus bis zum 10. Noa. vertagt. — Unterhaus. Gladstone beantragte ein Dankesvotum und erklärt, zu gehöriger Zeit werde er eine Leibrente für Seymour und Wolseley proponniren; Northcote unterstützt das Dankesvotum. Lawson beantragt Uebergang zur Vorfrage; dieser Antrag wurde mit 354 gegen 17, ebenso Molloy's Antrag, in dem Votum die Worte „Unterdrückung militärischer Rebellion gegen den Khe- dive" zu streichen, mit 230 gegen 25 verworfen. Hieraus wurde das Dankesvotum abstimmungslos angenommen. DasHaus setzte die Debatte über die Geschäftsordnungsreform fort. London, 26. Octbr. Die „Times" meint, das Endresultat der Reorganisation Egyptens werde wahrscheinlich eher eine Einschränkung, als eine Vergrößerung der Autorität der Pforte in Egypten sein. — Dasselbe Blatt erfährt, die englische Regierung habe Frankreich eröffnet, sie erhebe keine Einwendungen gegen die Aushebung der Capitulationen und die Bildung französischer Tribunale in Tunis, sie könne aber keine Beeinträchtigung des englisch-tunesischen Handelsvertrags dulden. Christiania, 26. Oktober. Die Storthingswahl ist hier vollständig konservativ ausgefallen. Petersburg, 26. Oktober. Nach einer veröffentlichten Mittheilung des Finanzministers flössen per 1. Juli an direkten Steuern ein von 51 Gouvernements 51/! Mill, gegen 48 Mllionen in gleicher Zeit des Vorjahres. Berlin, 27. Oct. (Privat-Depesche). Bis heute Morgen sind 425 Wahlen bekannt; davon 133 Conservative, 46 Freiconservative, 92 Centrum, 63 Nationalliberale, 19 Secessionisten, 38 Fortschrittler, 17 Polen, 2 Dänen, 3 Welfen, 5 sonstige Liberale, 1 Demokrat. auf eine annehmbare Höhe gestiegen. Für die alte Ohm, 160 Liter, werden 35 bis 40 X bezahlt. Heppenheim, 24. Oktober. Die Preise für den neuen Wein stellen sich zum Schaden der Welnbergbesitzer sehr niedrig, namentlich auch weil sehr wenige Käufer vorhanden waren. Für den rauhen Most wurden per Ohm hier wie tn Hambach zwischen 25 und 58 X gelöst; für gekelterten Most per Ohm 42 bis 50 X, ein Preis, wobei der Bauersmann nicht bestehen kann. In den Wirthschaften, sowie tn zahlreichen Straußwirthschastcn wird der Schoppen Wein mit 20 und 30 H bezahlt. — Heber den Einsturz der Draubrücke bei Essegg bringt das Centralblatt der Bauverwaltung noch einige Einzelnheiten, die in einem in der Wochenschrift des österreichischen Architecten- und Jngenieurvereins veröffentlichten Bericht des Ingenieurs Gregersen, des Bauleiters der oberhalb der eingestürzten hölzernen Eisenbahnbrücke im Bau befindlichen eisernen Brücke, entnommen sind, welcher sich während der Katastrophe zufällig auf dem eingestürzten Brückenfelde befand und sich durch einen Sprung ins Wasser rettete. Infolge der gewaltigen Wolkenbrüche in Tyrol und Kärnthen stieg der Wasferstand der Drau in der Zeit vom 18.—23. September nahezu dis zu dem bis jetzt bekannten höchsten Hochwasser, während gleichzeitig die Donau niedriges Wasser führte. Die Drau hat die Eigenschaft, bet höherem Wafserstande Stämme, Bäume u. f. w. von den dicht bewaldeten Ufern mitzuführen; die Stämme sind in der gewöhnlichen Größe l M-, ja selbst bis zu 1,5 M- dick und 5—8 M-, nicht selten auch bis zu 15 und 20 M- lang. Die neue Eisenbahnbrücke wird auf einem Gerüste monttrt, welches aus 9,6 M. von einander entfernten einfachen Pfahlreihen besteht; oberhalb dieses bereits fertigen Gerüstes war noch ein kleiner Transportsteg ausgeführt, welcher das Ufer mit dem nächstgelegenen, ebenfalls fertigen Strompfeiler verband und dessen Pfähle 4 M. von einander geschlagen waren. Durch diese enge Durchfahrt mußte alles Holz- und Strauchwerk hindurchtreiben und es waren, um dies zu bewerkstelligen, 50 Arbeiter mit Feuerhaken und dergleichen angeftellt worden. In der Nacht bei starkem Regen konnten die Stämme jedoch nicht gesehen werden und so kam es, daß sich 600—800 derselben nebst Strauchwerk vor den Transportsteg und das Montirungs- gerüft der Brückenöffnung legten und hier — unmittelbar oberhalb des später zerstörten Joches der hölzernen Brücke — eine bis auf die Fußsohle reichende feste Wand bildeten, welche zuerst den Transportsteg abwärts gegen das Montirungsgerüst und dann dieses gegen die hölzerne Eisendahnbrücke drückte. Es wurde noch an der Wegschaffung der Stämme gearbeitet, als diese, in der Nacht auf den 22 September sich Luft machend, die Gerüste der neuen Brücke fortrissen. Der Sectionsingenieur der Alsöldbahn l>cß hierauf eine Locomotioe kommen mit welcher er die alte Brücke befuhr, infolge welcher Probe der Verkehr aufrecht erhalten blieb Es gingen auch bis zur Katastrophe noch vier Züge über die Brücke, ohne daß das Zugpersonal oder die an der Brücke beschäftigten Ingenieure und Arbeiter verdächtige Anzeichen bemerkt hätten. Das Wasser stieg nun noch weiter und führte noch tuinur Stämme zu. Am 23. September, Nachmittags 2 Uhr 10 Min., fuhr dann der von Essegg kommende Personenzug sehr langsam über die Brücke. Die Locomotive hatte ungefähr die Mitte der siebenten Oeffnung (vom rechten nach dem linken Ufer gerechnet) erreicht, als das sechste Brückenjoch, welches dem Druck der aufgestauten Stämme und dem dadurch entstandenen Strudel ausgesetzt gewesen war, sich langsam umlegte, worauf die hölzernen Träger sich beinahe bis zum Wasserspiegel, fast 5 Meter tief einsenkten und bann unmittelbar über ben angrenzenden Jochen durchbrachen, so baß bas sechste und siebente Brückenfeld zum Einsturz kam und b;n darüber befindlichen Theil des Eismbabnzugs mit in die Tiefe riß. Die Joche bestehen aus je 26 in drei Reihen eingerammten Pfählen, welche in Niedrigwasserhöhe abgeschnitten und mit dem aufgesetzten Jochtheile verbunden sind. Man hat den aufgesetzten Theil des zerstörten Joches zwei Meilen unterhalb'der Unfallstelle beinahe unbeschädigt aufgefunden. Das Holz der Construction war noch m gutem Zustande, nur einzelne nebensächliche Constructionsthelle waren verfault- Nach dieser Schilderung wird man die Ursache des Einsturzes in der Unterwaschung des Joches suchen dürfen, und die gerichtliche Untersuchung soll in der That an der Stelle des zerstörten Joches eine Auskolkung von 6 Meter ergeben haben. Vor dem Zusammenbruch waren die vorgeschriebencn Peilungen und Untersuchungen allmonatlich vorgenommen worden; leider hat man es während des Hochwassers versäumt, solche anzustellen, wodurch man die Gefahr ohne Zweifel sofort erkannt haben mürbe — [Seltene Ehrlichkeit.) Vor einiger Zeit erhielten die Directoren der Bank von England einen anonymen Brief, der ihnen anzeigte, daß die Person, die ihn geschrieben, sie an dem Tag und Stunde, die sie selbst angeben würden, in dem Zimmer treffen wollte, welches die Werthobjecte der Bank enthielt, und das man so uneinnehmbar hielt wie Gibraltar. Zuerst achtete man nicht auf den geheimnißoollen Briesschreiber; aber als die Briefe sich wiederholten, willigten einige Directoren ein, zu antworten und die Einladung zur Begegnung in dieser Schatzkammer anzunehmen. Zur festgesetzten Stunde in der Nacht traten sie in dieses abgelegene Zimmer ein und sahen mit großer Bestürzung einen als Arbeiter gekleideten Mann mit einer Laterne in der Hand vor sich Das Näthsel war bald gelöst; der Fremde zeigte auf den Fußboden, in welchem sich ein Loch befand, groß genug, um einen Mann durchzulassen. „Dieses Loch, meine Herren", sagte er, „steht mit einem Abzugscanal in Verbindung; ich habe denselben früher ausgebefsert und dabei entdeckt, daß es sehr leicht sein müßte, auf diese Weise in das Zimmer einzudringm, das man für so wohlverwahrt hielt." Die Directoren nahmen alle möglichen Vorsichtsmaßregeln, um die Wiederholung solchen Besuches zu verhindern und gaben dem Manne, der sie davon benachrichtigt, 1000 Pfund Sterling Belohnung. Glücklicherweise war cs ein ehrlicher Mann gewesen, sonst hätte er sein Geheimniß sehr treuer an Leute verkaufen können, welche von Raub und Diebstahl leben. Petersburg. Vor einigen Tagen langte in Kronstadt der aus Hüll kommende Dampfer Quito" an, welcher die elf Metallfärge an Bord führt, die zur Aufnahme der verunglückten Nordpolfahrer von der Jeannette bestimmt sind. Die Särge werden von amerikanischen Offizinen bis nach Orenburg geleitet, woselbst die Einsargung ^ottfinden soll. Es ist anzunehmen, daß die im Lena-Delta begrabenen Körper der verstorbenen Polarforscher ganz wohlerhalten angetroffen werden und daß sie in den eigenartig conftruirten Särgen auch die Reise bis nach Amerika gut überstehen. De Long und feine verhungerten zehn Genossen sehen zwar, wie mir Augenzeugen von der Jeannette-Expedition berichteten, bis zur Unkenntlichkeit abgemagert aus und ihre Hautfarbe soll der des Schnees wenig nachgeben, aber die im Eise und Schnee erstarrten Leichname waren im llebrigen ganz außerordentlich gut erhalten. — Der Winter rückt immer näher. Aus verschiedenen Nachbargouvernements werden bereits bis zu 14 Grad Kälte gemeldet und die „Nowoje Wremja" behauptete gestern, wir gingen einem harten Winter entgegen, weil sich in der nächsten Umgegend Petersburgs jetzt schon eine Menge Bären gezeigt hätten. Ein Gutsbesitzer, in der Nähe der Bahnstation Siwerskaja ansässig, stieß in seinem Bezirk auf drei Bären, vor denen er sich kaum zu retten vermochte, und vorgestern wurde auf der Treibjagd von Sardje ein Bär erlegt. cyn Petersburg schwankt das Thermometer beständig noch zwischen Null und 6 Grad Kälte. (K. Z.) Lokales. Gießen, 27. Oktober. Mit allgemeinem Interesse dürste der Vortrag aufgenommen werden, welchen der Afrikareisende Gerhard Rohlfs nächsten Mittwoch, Abends 7 Uhr, in der großen Aula der Universität über seine auf Befehl Seiner Majestät des Kaisers 1880/81 unternommene Reise nach Abessinien halten wird. Herr Rohlfs ist uns nicht ganz unbekannt, durch einen früheren Vortrag über seine Reise nach dem Tsad-See in Inner-Afrika hat er auch hier das Interesse für den »dunkeln Erdtheil" geweckt und gefördert. Verwischtes. Darmstadt, 25. Oktober. [Militärdienstnachrichten.j Budde, Premierlieutenant vom 2. Großh Jnf.-Ngt. (Großherzog) Nr. 116, unter Stellung ä. la suite des 2. Hess. Jnf.-Rgts. Nr. 82, in den Nebenetat des Großen Generalstabes, Hiepe, Premierlieutenant vom 3. Hannoverschen Jnf.-Ngt. Nr. 79, in das 2. Großh. Jnf.- Ngt. (Großherzog) Nr. 116 — versetzt. , Nidda, 23. Oktober. Bei dem heutigen Gewitter schlug der Blitz in eine Scheuer in Fauerbach ein, welche sofort in Flammen stand und auch vollständig niederbrannte. Es gelang jedoch, das Feuer auf seinen Herd zu beschränken. Die Anstrengungen der Niddaer freiwilligen Feuerwehr müssen hierbei rühmend hervorgehoben werden. Bensheim, 23. Oktober. Der Preis des 1882er Mostes, welchem die Rheinpfälzer den Titel „Arabi" verliehen haben, ist ungeachtet verschiedener Manipulationen — Die Anlage einer Zahnradbahn von Konigswinter auf den Drachenfels ist nach langen Verhandlungen nunmehr als gesichert anzusehen und es wird mit der Ausführung des Baues noch in diesem Jahre begonnen werden. Die Bahn hat eine Länge von 1520 Meter und eine Gesammtsteigung von 220 Meter. Am unteren Anfangspunkte liegen die Geleise auf 50 Meter in der Horizontalen, so daß sich die Gefammtst'igung auf 1470 Meter vertheilt, woraus sich eine mittlere Steigung von 1:6,7 (15Proc.) ergibt Die größten Steigungen betragen 1:5 (20Proc.) auf 93 Mtr. und 1:5 5 (18,2 Proc.) auf 183 und 303 Meter Länge. Die vorkommenden Curven haben Radien von 180 und 220 Meter. Die Bahn wird eingeleisig mit 1 Meter Spurweite angelegt. Der untere Anfangspunkt der Bahn liegt etwa 6 Minuten von dem Bahnhofe der rechtsrheinischen Eisenbahn und ungefähr 8 Minuten von der Landebrücke der Dampfschiffe entfernt; der obere Endpunkt ist auf der Höhe des Denkmals und der Restauration links neben der Chaussee gelegen. Die vorgesehenen Betriebsmittel und die Anordnung der Geleise an den beiden Endpunkten ermöglichen als größte Leistung die Beförderung von 500 Personen in der Stunde zu Berg und zu Thal, so daß auch beim stärksten Andrange eine schnelle Beförderung gesichert ist. Der Bau der Bahn wird, fofern nicht allzu ungünstige Witterung eintritt, derart beschleunigt werden, daß die Eröffnung des Betriebs Anfangs nächsten Sommers stattfinden kann. Die Bahn wird von der „Deutschen Local- und Straßenbahn-Gesellschaft in Berlin" gebaut. — [Nach der Unterrichtsstunde.) Unterofficlcr: „Kerls, bedenkt, daß Ihr, wenn Ihr Euch immer propper haltet, bei den Mädels besonderes Glück habt. Jedes hübsche Mädchen muß Euch, wie dem alten Römer, sogleich mit einem „veni, vidi, wuppti“ an den Hals fliegen!" 7101 Gartfeld 8 8 Gartfeld Frankfurter Würsten empfiehlt 6720 Emil Elschbach* Auswanderer £. Hoffmann 7078 1894 tlWIffll Spiesheim in Gymnasium: danken haben, Die Pfarrgeschäfte in Pfarrer Schlosser. Kollekte für die Gustao-Adolf-Stiftung erhoben werden. der Woche vom 29. Oktober bis 4. November besorgt Nach beiden Gottesdiensten Kollekte für die arme Gemeinde Rheinhessen Donnerstag, den 2. November, Abends 8 Uhr, im Missionsstunde: Die Ernte, für welche wir in der Mission zu Feierabend für Lehrlinge. Sonntag den 29. Oktober d. I., Abends 8 Uhr, wird der Feierabend für Lehrlinge eröffnet werden. Wir bitten die Lehrlinge, sich um diese Zeit in dem Saal des alten Rathhauses einzufinden. Der Vorstand des Vereins zur Förderung der Sonntagsfeier. Dr. Naumann- Neue Erbsen, Bohnen, )mscn ' und Grünkern empfieIälir. Wallenfels- Kirchliche Anzeigen der Stadt Gießen Evangelische Gemeinde. Gottesdienst: Sonntag den 29. Oktober (21. nach Trinitatis). Ernte -Dankfest. Vormittags 9V2 Uhr: Pfarrer Schlosser. Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Xliickraths Möbelfabrik und Bau-Tischierei empfiehlt sich zur Lieferung von completen Ausstattungen in polir- ten, lackirten Möbeln und Polster-Arbeiten aller. Art. Ueber- nahme von Bau-Arbeiten unter Zusicherung solider Arbeit zu billigen Preisen. 6385 nach Amerika befördert billigst Ohr. Wallenfels _ falsch verstanden.) Juwelier: „Die Broche iS drei Mark werth, jedoch ein Liebhaber könnte - der Arbeit wegen - mehr dafür geben." Dlestmadchen: „Ich habe noch keinen Liebhaber." Kartoffeln. Durch vielseitige Anfragen nach guten Speisshartoffeln veranlaßt, habe ich Gerrn C. G. Klein- Henn, Seltersweg Mr. afc, gebeten, Bestellungen für meine Kartoffeln in Empfang zu nehmen, Proben der W verschiedenen Sorten abzugeben und über Preise nähere Aufschlüsse zu er- theilen. Hof-Gill b. Sich. Schiffsbericht. Mitgetheilt von dem Agenten des Norddeutschen Lloyd in Bremen, E- W. Dietz Nachfolger, Gießen. Bremen 25. Oktober. Der Postdampfer Neckar, Capt. R. Bussins, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 14. Oktober von Newyork abgegangen war, ist heute 12Vr Uhr Mittags wohlbehalten m Southampton angekommen und hat nach Landung der für dort bestimmten Passagiere, Post und Ladung 3 Uhr Nachmittags die Reise nach hier fortgesetzt. Derselbe überbringt 104 Passagiere und volle Ladung. ~ £ Bremen 26. Oktober. sPer transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Salier Cavt. C. Wiegand, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 11. Oktober von Bremen abgegangen war, ist gestern wohlbehalten in Baltimore angekommen. . .. Bekanntmachung. Die Realschulgelder pro II. Quartal 1882>83 — Juli, Auoust, September — können in den nächsten 8 Tagen noch ohne Kosten an de/Zahltagen: Dienstag, Donnerstag und Samstag zur hiesigen Kaffe bezahlt werden. Gießen, den 26. Oktober 1882. Der Realfchulkafserechner: Pferde-Decken in allen Größen und Qualitäten empfiehlt billigst 6994x Hand noi in welchem ’ Loch, meine ibe denselben s diese Weife ie Directoren Besuches zu 1000 PM u, sonst Hütte nBub und ^kommende rr ** arge werben ßinsarM Kör?n der ft sie rn den :B(iberft^r ans und lyu meeerftürrg hinter rü-fl ’S«*“ ginerShi11 ", ritt® flnb6®'«b 7096 ________________ Lieferung. Die Lieferung von zwei Extinctruren und zwei leinenen Sprihenschläuchen a 38 Mtr. lang, sowie verschiedener Fohlenkasten, Schaufeln und Schürhaken für das akademische Hospital sollen aus dem Wege der Submission vergeben werden. Offerten sind bis zum 5. November ds. Jahres auf das Verwaltungsbureau genannter Anstalt, woselbst die Bedingungen offen liegen, einzusenden. Gießen, den 26. Oktober 1882. Großh. Verwaltung des akad. Hospitals. 7090 Keller. SK ’• SS •) Wveo iend^. Ion1,601 s- trotzt6 ud) Soü d66 4S>>?» Regenschirme i in schöner Auswahl zu billigsten ! Preisen bei Joh. Zufall, ' ^068 21 Neuen-Bäuen 21. Reparaturen sowie Ueberziehen der Schirme werden sogleich ausgeführt. D. O. Handel und Verkehr. «Heften. 25. Oktober. Auf dem heute und gestern dahier obgehaltenen Viehmarkte waren aufgetrieben: 710 Stück Rindvieh und 1252 Stück Schweine. Daß diesmal der Markt mit Rindvieh nicht so stark befahren war wie sonst, mag fernen Grund in der ungünstigen Witterung sowohl, als auch darin haben, daß an denselben Tagen in mehreren Städten Oberhessens Viehmarkte abgehalten wurden. Die Preise bei Rindvieh waren etwas niedriger, dagegen bet Schweinen hoher als am letzten Markte. Ä Nächster Markt Dienstag den 7. November d. I. Frankfurt a. M.. 27. Oktober, Nachmittags 2 Mr - Min. (Telegraphischer tsoursbericht. Mitgetheilt durch das Baukgeichäft Albert Kausmaun w Gkchen) Creditactien 262>/2, Staatsbahnactien 2g4Vs, Ga mer M-/«, Lombarden llM/4, Nord- westbahnactien 175, Darmstädt-r-Bankakt^n 157, r)'-Nchl-stsch- E-B^Act 256 Oesterr. Silberrente 65»/,«, 4"/0 Ungar. Goldrente 74'/°, Wo 1880er «Ruffen .0/e 50/' 1877t Russen —, 2. Orient-Anleihe 55’/,6, Spanier 63’/g, 5°/0 Rumanilche Rente 92*/2, 4% Unisic. Egypter 71’/,g, Diskonto (Sointn. 2053/4, Gotthardbahnactien 94%- Tendenz —■ Katholische Gemeinde. 22. Sonntag nach Pfingsten. Von 7 Uhr an Beichte. 8 Uhr: Frühmesse und Austheilung der hl. Communion. V2IO Uhr: Hochamt und Predigt: Pfarrer Rady. 2 Uhr: Andacht. Mittwoch den 1. November (Allerheiligen). Von 7 Uhr: Beichte. 8 Uhr: Frühmüsse und Austheilung der hl. Communion. V2IO Uhr: Hochamt und Festpredigt: Pfarrer Rady. 2 Uhr: Festandacht; nach derselben Andacht für die Abgestorbenen. Allerseelen. 8 Uhr: Todtenamt für die Abgestorbenen unserer Gemeinde. Gottesdienst in der Synagoge. Freitag Abend 4^ Uhr, Samstag Morgen 830 Uhr, Samstag Mittag 3 Uhr, Samstag Abend 535’ Annonce. Eine zwar gebrauchte, aber sehr gut gehaltene, zweispännige, halbverdeckte ™ Ciiaise ™ soll wegen Mangel an Platz billig verkauft werden. Reflectanten belieben ihre Anfragen unter Nr. 7105 an die Exped. d. Bl. gelangen zu lassen. 7105 Hoclncolte per Pfund von «A 1.20 an, Strickwolle in allen Farben und Qualitäten empfiehlt sehr billig 6006 Julius Schulze. Italien. Maronen empfiehlt 6953 Grg. Wilh. Weidig. 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Da der Verein, der seit einigen Jahren von seinen Mitgliedern keine Beiträge erhoben hat, weil die anderweitigen Einnahmen die Ausgaben völlig deckten, in diesem Jahr besonders durch Neuanschaffungen genöthigt ist, größere Mittel zu beschaffen, so hat der unterzeichnete Vorstand beschlossen, im kommenden Winter 5 öffentliche Vorträge, die im November beginnen, in einem Saal des Gymnasiums dahier abhalten zu lassen, deren Erträgnisse allein dem Alice-Verein zu gut kommen. Wir laden zum Besuche dieser Vorlesungen ergebenst ein. Der Preis der Eintrittskarte zu den 5 Vorträgen beträgt für 1 Person 2 A, Familienkarten für 2 Personen 3 «A, für 3 Personen 4 A u. s. w. Der Preis für eine Karte zu einer einzelnen Vorlesung beträgt 1 A Herren und Damen, welche Karten von 2 A. an lösen, treten auf Wunsch damit als Mitglieder dem Verein bei. In der Liste, welche in den ersten Tagen circuliren wird, befinden sich hinter den Namen 2 Columnen, in die erste I zunächst den Namen bitten wir die Zahl der Eintrittskarten, in die zweite II bitten wir solche, die auf die Theilnahme an den Vorträgen verzichten oder noch besondere Gaben spenden wollen, ihre Beiträge einzuschreiben. Wir bitten um recht zahlreiche Betheiligung an der Sammlung zu Gunsten eines Vereins, der seit der Zeit seines Bestehens (Herbst 1878) im Ganzen 561 Schülerinnen, darunter 27 Handarbeitslehrerinnen, ausgebildet hat, von denen bereits 16 an öffentlichen Schulen oder Privatinstituten Anstellung gefunden haben. Gießen, den 25. Oktober 1882. Der Vorstand: Frau W. Haustein, Präsidentin. „ M. B r a m m. „ L. Bratuscheck. „ M. Buchner. „ M. Kauf. Fräul. E. Langermann. Frau M. Weiffenbach. Der Verwaltungsrath: Büchner, Kreis-Schulinspector, Vorsitzender. Baist, Rechtsanwalt. Bramm, Bürgermeister. Dr. Bratuscheck, Professor. I. Haustein, Fabrikant. Dr. Naumann, Pfarrer. 7012 Sängerkranz. Sonntag den 29. Dktober: Abendunterhaltung mit Tans in Wenzels Garten. 7106 Der Vorstand. Coneert-Verein. Samstag den 28. Oktober, Abends 6 Uhr, im ffiafe Ebel, 7097 Verloosung der Sperrsitze. Gießener Journal-Lesezirkel Ur. 3. Beliebige Blätter werden nach eigener Wahl der Abonnenten in ganz neuem Zustande zu Stößigem Gebrauche ausgeliehen. — Der Preis des Abonnements richtet sich nach dem Preise des Journals. Es würde z. B- ein vierteljährliches Abonnement auf: Fliegende Blätter, Daheim, Familienblatt, Neber Land und Meer, Wefterrnann's Monatshefte, Leipz. illustr. Zeitung A 3.50 kosten. Oder auf: Gartenlaube, Kladderadatsch, Illustr. Modenzeitung, Romanbibliothek, Deutsche Rundschau, Schatt, Vom Fels z. Meer = A 4.20., Es steht in dem Belieben eines jeden Abonnenten, sich auszuwählen, welche und wie viele Journale er zu lesen wünscht. Zu jeder näheren Auskunft bin ich mit Vergnügen bereit. Gießen, September 1882. 6160 Fr. E. Fehsenfeid, Buchhandlung und Antiquariat. Mittwoch, den 1. Uovbr. 1. Jwj, Abends 7 Uhr in der großen Aula der Universität: Vortrag des Afrikareisenden Gerhard RohllS über seine 1880/81 aus Besehl Sr. Majestät des Kaisers unternommene Reise nach Abessinien. Nummerirte Sperrsitze ä A 1.50, Saalbillets ä A 1.—, Familien^ karten für beide Plätze und Karten für die Herren Studirenden zu ermäßigtem Preisen, Schülerkarten s 70 H in der 7104 Ferber'schen Univ-Buchhandlung, Gießen. Gescllsehalt „Canaria“ Darmstadt. II8 • Ausstellung mit Verloosung selb stge zücht et er feiner Canarien im Gartensaale des Darmstädter Hofeö am 16., 17. und 18. December 1882. Loose a 50 H sind zu haben bei Herrn Generalagent Ohnacker, Rheinstr. 16. Die Verloosung findet am 18. December, Abends 8 Uhr, im Ausstellungslocal statt. (7086) Der Vorstand. Zum Taxiren und zur Arrangirung von Der- fteigerungen empfiehlt fidr 6793 7102 M Metzel W suppe.. Kitte lese«! Geld - CourS. Die trauernden Hinterbliebenen. Das Begräbniß findet Samstag Nachmittag um 4 Uhr statt. 7107 Ein ordentliches Mädchen vorn Lande wird gesucht von Frau Kappes auf der Liebigshöhe. Louis Rothenberger, Neuenweg 22 20-Francs-Stücke . . do. in i/z Englische Souvereigns Russische Imperiales . Ducaten . . . . . Dollars in Gold . . Frau Charlotte Geist, gkb. Bmder. Gießen, den 27 Oktober 1882. Todes-Anzeige. Gestern Morgen entschlief sanft nach längerem Leiden unsere liebe Gattin und Mutter 7013 Ein Student (tbeol. oder phil.), welcher die Unterrichtsstunden für einen Schüler gibt, der sich für das Seminar vorbereiten will, wird gesucht gegen freie ^NB1U1(ftma§ Musik erwünscht. Näheres in der Exped. ds. Bl. Theater-Anzeige. (Cafe Leib.) Sonntag den 29. Oktober 1882: Mein Leopold»7095 „Für Bekannte erbitte noch einige der kleinen Bücher „Krankenfreund", denn in Folge meiner unerwattet schnellen Genesung wollen Alle das Buch lesen re." Diese Zeilen eines glücklich Gebellten sprechen für sich selbst; wir machen daher nur darauf aufmerksam, daß her „Krankenfreund" auf Wunsch von'Richtetts Verlags-Anstalt in Leipzig gratis und fianca versandt wird. Hi ui hu ■ । wm ... - .7098 Ein kräftiger Hausbursche wird im Gasthaus „Zum Löwen" angenommen. „ZumScliiffenberger-ThaL“ Samstag Abend: A 16 20—24 16 18—22 20 34—39 16 70-75 9 65-70 4 17—21 Verantwortliche Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brüh loschen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen.