Ar. 123. Erstes Blatt Sonntag den 28. Mai 1882. Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Bureau: Schulstraße B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf mit Brinflerlchn. Durch Die Post bezogen viertel jährlich 2 Mart üo V- Amtlicher HHeiü Gefundene Gegenstände: 1 Aermel von einem Kleid, 1 Taschenmesser, 1 Hundemaulkorb, 1 Portemonnaie mit Inhalt, 1 Hose, 1 Milchkanne und mehrere Schlüssel. Gießen, am 27. Mai 1882. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. Pfingsten. Pfingsten, das wonnigste und lieblichste aller Feste, ist wieder in das Land gezogen! Begünstigt durch eine herrliche Jahreszeit, in welcher des Wtnlers Stürme verschwunden und in der Regel ein blauer, heiterer Himmel mit warmen Sonnenstrahlen dauernd Herrscher geworden sind, ist Pfingsten das eigentliche Frühlingsfest, die Krönungsieier des Lenzes. Wälder und Fluren prangen nun IN ihrem schönsten Schmucke und Mutter Erde zeigt ihr grünes und buntes Festgewand 'N voller Schöne. Das Erwachen und Auserstehen der Natur um die Osterzeit ist zu Pfingsten zur vollendeten Wahrheit geworden und selbst die Wiederkehr einiger rauhen Tage konnte die Segenspende nicht verhindern. Doch wenn wir am Pfingstseste uns des alljährlich wiederkehrenden Frühlingssegens freuen, so dürfen wir aber auch nicht vergessen, daß Pfingsten auch ein Fest ist von einer tiefen innersten Bedeutung für das menschliche Herz und die ganze Menschheit überhaupt. An dem ersten christlichen Pfingstseste war es, wo die kleine treue Schaar des gekreuzigten Jesus von seiner heiligen Begeisterung ergriffen wurde, die sie alsbald befähigte, die Heilbotschaft ihres großen Meisters in alle Länder zu tragen und wenn wir heute das Wachsihum und die Giöße der Christenheit bewundern, so müssen wir uns wobl auch eine erhabene, edle Vorstellung von der Begeisterung wachen, deren die Apostel Jesu am ersten Pfingsttage thcckhastig wurden. Das Wunder und die Segensihat, die damals für die ganze Menschheit geschah, kann aber auch noch heute für jeden einzelnen Menschen zur Wahrheit werden und besonders ist das Pfingstsest dazu angethan, eine erhabene Weihe und Begeisterung in das menschliche Herz zu tragen, wenn die Stimme des Herzens und der Sinn für das Erbabene nur nicht in Aeußerlichkeiten und materiellen Genüssen erstickt worden sind. Und selbst wo das Letztere zur betrübenden Thatsache gewoiden ist, so ist doch Gottes heirliche Natur oder ein wciheoolles Wort aus begeistertem Munde noch oft im Stande gewesen, verirrte Herzen anderen Sinnes zu machen. Mag daher auch das diesjährige Pfingstfest neben seiner Lust und Freude für Alt und Jung ein wahrer Segenspender für die menschlichen Herzen sein, mag jedes Her, einen Hauch von jener heiligen Begeisterung spüren, die uns släikt zu allen guten Werken und uns begreiflich macht, daß alles Vergängliche nur ein GIeichn>ß ist. Darmstadt, 26. Mai. Se. Königs. Hoheit der Großherzoq haben Mergnädigst geruht: Am 24. Mai den Ober-Amtsrichter August Klingelhöffer zum Landgerichtsrath bei dem Landgerichte der Provinz Starkenburg und den Amtsrichter August Bergsträßer zum Landrichter bei dem Landgerichte der Provinz Starkenburg zu ernennen; an deins. Tage den Kreisassessor bei dem Kreisamte Friedberg Wilhelm Küchler auf sein Nachsuchen aus dem Dienste zu entlassen. Telegraphische Depeschen. Wolff's telegr. Correfpondcnt-Bureau. Berlin, 26. Mai. Heute Vormittag sand vor dem Kaiser aus dem Tempelhofer Felde die Frühjahrsparave der Berliner und Spandauer Garnison statt, welcher die Mitglieder des kaiserlichen Hauses, der Fürst von Bulgarien und andere Fürstlichkeiten beiwohnten. Der Kaiser wurde auf der Hin- und Rückfahrt von der zahlreichen Volksinenge enthusiastisch begrüßt. Der Fürst von Bulgarien^vird voraussichtlich morgen nach Darmstadt abreisen. — Der Fürstbischof von Breslau und der Bischof von Osnabrück dinirten gestern bei dem Cultusminister und werden heute an dem Parade-Drner im Schlosse theilnehrnen. — Die Strafkammer des Landgerichts I verurtheilte den Justizrath Heilbronn wegen Unterschlagung von Mündelgeldern und Depositen zu sechs Jahren Gefängniß und fünf Jahren Ehrverlust. — Der „Reichs-Anz." veröffentlicht das Gesetz, betr. die Erweiterung und Ergänzung des Staats-Eisenbahnnetzes. Kiel, 26. Mai. Das aus den Schiffen „Friedrich Karl", „Friedrich der Große", „Kronprinz", „Preußen" und „Grille" bestehende Uebungsgeschwa- der ist heute ^Nachmittag 2 Uhr in den hiesigen Hafen eingelaufen. Meißen, 26. Mai. Nach dem nunmehr vorliegenden definitiven Er- gebniß der Reichstags-Ersatzwahl im hiesigen Wahlkreise erhielten von 11,864 im Ganzen abgegebenen Stimmen Schicken (Eons.) 4944 Stimmen, Kämpffer (Fortschr.) 4321 Stimmen, Geyer (Soc.) 2551 Stimmen. Zwischen den beiden ersten ist eine Stichwahl ersorderlich. Wien, 26. Mai. Die amtliche „Wiener Ztg." veröffentlchl ein Handschreiben des Kaisers an den Grafen Beust, durch welches dessen Bitte um Enthebung von dem Botschafterposten in Paris und Versetzung in den Ruhestand genehmigt wird. Gleichzeitig wird dem Grafen in den schmeichelhaftesten Ausdrücken für die hervorragenden Dienste, welche er dem Kaiser, dem kaiserlichen Hause und dem Staate geleistet, die vollste Anerkennung und der Dank des Kaisers ausgesprochen. Paris^ 26. Mai. Conseil - Präsident Freycinet empfing gestern den Besuch Leon Say's; die Unterhaltung war eine sehr herzliche. — Nachrichten aus Wien zufolge steht eine neue englisch-französische Eröffnung bezüglich Egyptens an die europäischen Mächte bevor. J,n Falle die friedliche Lösung, auf welche noch hingearbeitet wird, nicht gelingen sollte, würden England und Frankreich, wie es heißt, dem europäischen Coneert neue Maßregeln unterbreiten, welche bestimmt seien, den Widerstand des egyptischen Cabinets zu besiegen. — Wie aus Konstantinopel gemeldet wird, wäre es unrichtig, daß der französische und der englische Botschafter den Auftrag erhalten hätten, die Note der Pforte voin 17. Mai durch eine identische Mitthellung zu beantworten. Marquis de Noailles und Lord Dufferin hätten einfach vor'jener Note wie nachher, der Pforte freundschaftliche Aufschlüsse über den Charakter der englisch-französischen Intervention gegeben, welche lediglich den Zweck verfolge, den Status quo in Egypten aufrechtzuerhalten. Kairo, 26. Mai. (Meldung der „Agenee Havas"). Dem Vernehinen nach weigert sich das Ministerium, auf die 'von den Consuln Englands und Frankreichs gestellten Bedingungen einzugehen. Riga, 26. Mai. Gestern brach hier in der Moskauer Vorstadt in der Parquetfabrik von Schiers Feuer aus, durch welches über 40 Häuser eingeäschert wurden. Der Schaden wird auf '/3 Mill. Rubel geschätzt. An der Versicherung sind die meisten russischen Asseeuranzen betheiligt. London, 26. Mai. Unterbaus Anläßlich des von dem Premier Gladstone gestellten Antrages auf Vertagung des Hauses dis zum Donnerstag verlangt Lawson, die Regierung solle sich verpflichten, in Egypten keine Gewaltmaßregcln ohne vor- berige Einwilligung des Parlamentes anzuwenoen. Gladstone erwidert, es sei für die Regierung unmöglich, eine solch- Verpflichtung einzugehen, obschon keine sichtbare Wabrschemlichkeit einer Anwendung der Gewalt vo.Hunden sei. Die Souveränctät des Sultans müsse resvectir! wenden und jeder Versuch, dieselbe in solchen Fällen, wie in dem gegenwärtigen, zu stören, würde weder weise, noch auch mit den Ansichten der anderen Hfichte verträglich sein. Die jetzige Debatte könne nur nachhaltig wirken. Die englische und französische Regierung befänden sich in vollständiger Uebereinstimmung binsichtlich der Politik in Egypten, die Beziehungen zu Frankreich seien während des Krimkrieges nicht enger gewesen, als jetzt in Bezug aus Egypten Gladstone erklärt schließlich, er halte ohne Vorbehalt an den hoffnungsvollen, ja. selbst erfreulichen Ansichten fest, welche Dllke und Lord Granville hinsichtlich der wahrscheinlich eintretenden Ereignisse in Egypten ausgesprochen hätten. Northcote bemerkt, die Erklärung Glad- ston-'s seien nicht gerade beruhigend, aber es sei selbstverständlich, daß eine verfrühte Diskussion unerwünscht sein müsse. Konstantinopel, 26. Mai. In der der Pforte gestern mitgetheilten französisch- englischen Verbalnote wird zunächst ausgesührt, daß der rapide Verlauf der Ereignisse in Egypten die sosoitige Entsendung des Geschwaders nothwendig gemacht habe, um die den französischen und englischen Staatsangehörigen drohenden Gefahren zu beseitigen. Die Note besagt sodann im Wesentlichen, nach den Regierungs-Erklärungen in den französischen und englischen Parlamenten habe sich Niemand über Character und Ziel diefer Demonstrationen täuschen können, Frankreich und England seien nicht nach Egypt-n gegangen zu Zwecken einer egoistischen Politik, sondern ausschließlich zur Wabrnng der Interessen der g-sammten Mächte ohne Unterschied der Nationasttät und zur Aufrechterhaltung der Autorität des Khedive gemäß dem von den Mächten anerkannten Firman. Niemals hätten Frankreich und England beabsichtigt, Truppen in Egypten an's Land zu setzen oder Egypten militärisch zu besehen. Sobald die Ordnung wieder hergestellt und die Zukunft des Landes gesichert sei, würden dieselben das Geschwader wieder abberufen und Egypten sich selbst überlassen. Wenn jedoch gegen die Erwartung der englischen und sranzösischen Regierung eine friedliche Lösung nicht zu erreichen fein sollte, würden die beiden Reg'erungen sich mit den Mächten und der Türkei betreffs der Maßregeln, welche ihnen am besten erschienen, tn's Einvernehmen setzen. — Eine Abfchrist der Note wurde dem Minister des Aeußeren übergeaen. — Die Botschafter Marquis de Noailles und Lord Dufferin ließen der Pforte als Antwort aus deren Rundschreiben vom 17. ds. eine identische Mittheilung zugehen, in welcher es heißt, England und Frankreich hätten nicht die Absicht gehabt, die Rechte des Sultans durch eine militärische Expedition nach Egypten zu mißachten. Wenn es nöthig werden sollte, an die souveräne Autorität zu rekurriren, so werde man sich an die Pforte wenden. Bisher seien jedoch die Rechte des Sultans nicht in Frage gestellt und demnach auch eine Interventen der Pforte nicht nöthig gewesen. Vorkommenden Falles werde die Pforte zur Mitwirkung aufgefordert werden. England und Frankreich hofft damit das in dem Rundschreiben vom 17. ds. angedeutete Mißverständnis zu beseitigen. — Die Pforte hat dem Barrere'schen Anträge zugestimmt unter der B>- dingung, daß die Vollmachten der Donau Commission verlängert werden und der Delegirte Bulgariens durch Vermittelung der Pforte ernannt wird. — Die ans Egypten verbannten zwenindvierzig tscherkessischen Osficiere sind hier eingetroffen. Dieselben werden in den Kasernen internirt, wo sie ihrem Range gemäß behandelt werden. Lokale». Gießen, 27. Mat. (Rechenschaftsbericht über die Thätigkeit des Volksbildungs-Vereins im Winter 1881/82.) Der hiesige Volksbildungs- Verein hat auch im verflossenen Winter eine segensreiche Thätigkeit entfaltet. Am 5. November v. I. begannen bje Leseabende, in denen viele junge Leute während der Winterzeit wöchentlich zweimal eine nützliche Beschäftigung, Anregung und Belehrung fanden. Durch diese nun schon seit einer Reihe von Jahren bestehende Einrichtung, welche seitens der Stadt Gießen durch die unentgeltliche lliberlassung der erforderlichen Lokale mit Heizung und Beleuchtung dankenswert!) gefordert wurde, bietet der Verein besonders den hiesigen Lehrlingen Gelegenheit, rbre Kenntnisse durch Selbst- thät'gkeit zu erweitern und die ihnen noch srei bleibenden Winterabende nützlich zu verbringen. , Einem dringenden Bedürfniß ist der Verein entgegengekommen durch Einrichtung einer Volksbi bli ot h e k, die besonders im letzten Winter seitens des hiesigen Arbeiterund Handwerkerstandes in ausgedehnter Weise benutzt wurde. Der Zudrang war in der legtin Zeit so bedeutend, daß der Verein, will er allen Anforderungen, welche in dieser Hinsicht an ihn gestellt werden, entsprechen, zu ganz bedeutenden Neu- anschaffungen wird schreiten müssen. Zur Zeit umfaßt die Volksbibliolhek circa 1000 Bände. Als eine hervorragende Leistung müssen wir noch die Vorträge bezeichnen, durch die der Volksbildungs-Verein in Verbindung mit dem hiesigen Gewerbe-Verein allseitig belehrend und anregend gewirkt hat und fühlen uns zugleich verpflichtet, denjenigen Männein, deren Opserwilltgkert das Zustandekommen derselben ermöglichte, den Dank des Vereins auszusprechen. Im Ganzen wurden während des Winters 1881/82 acht Vorträge gehalten. Herr Architect Hug sprach zuerst über die mit der württembergischen Landes- Gewerbe-Ausstellung verbunden gewesenen Schülerarbeilen und erläuterte an ausgestellten Zeichenvorlagen die Unterrichtsmethode in den württembergischen Gewerbeschulen, denen er großes Lob spendete. In einem zweiten Vorträge beleuchtete derselbe das Submissionswesen und die bei dem hier zu Lande üblichen Verfahren hcrvortretenden Schäden. Herr Uhrmacher Baumann hielt einen Vortrag über Haustelcgraphie, indem er einen von ihm selbst versertigten Apparat vorsührte und erläuterte. Hierauf folgten zwei Vorträge des Herrn Professor vr. Ludwig, in denen derselbe in ebenso anziehender als belehrender Weise, durch Zeichnungen und Präparate unterstützt, einige Parasiten des menschlichen Körpers (Bandwürmer und Trichinen), die vielfach Angriffe auf Leben und Gesundheit des Menschen machen, vorführt-. In einer kurzen, aber interessanten, von Schier Vaterlandsliebe durchdrungenen Rede, einzelne Momente besonders hervorhebend, führte Herr l)r. Mensch die Geschichte des deutschen Volkes an den Augen der Zuhörer vorüber. Herr Professor Dr. Gareis sprach, anknüpfend an einige vorliegende, dem hiesigen historischen Vereine gehörend- Zunftbriefe und Zunstbücher über das Jn- nungswcsen. Zuletzt hielt Herr Professor Dr. Birnbaum einen Vortrag über das Geheimmittel-Unwesen, welches, auf Leichtgläubigkeit und einem natürlichen Drang nach Rettung und Hilfe basirend, von der Tagespresse in unverantwortlicher Weise vielfach unterstützt, den Geldbeutel und — was noch mehr ist — daS Leben und die Gesundheit vieler Hilfesuchenden aus schnöder Gewinnsucht aufs Empfindlichste schädigt. Die Vereinseinnahmen betrugen im Jahre 1881 566,70 X Davon wurden 256,60 X für die zur Abhaltung der Leseabende erforderlichen Bücher und zur Vergrößerung der Volksbibltothek verwandt. Der Rest der Einnahmen diente zur Be- ftreitung der Abonnements an Bildungsschriften (Bildungs-Verein, Concordia) zur Anschaffung von Prämien, Ertheilung von Remunerationen für Dienstleistungen, Bezahlung der Annoncen, sowie zur Bestreitung allgemeiner Vereinsangelegenheiten rc. Der Ausschuß des Volksbildungs-Vereins sagt allen freundlichen Gönnern, die an der guten Sache der Volksbildung auch im letzten Jahre mitgewirkt, allen denen, welche die Bibliothek mit Geschenken bedacht oder in sonstiger Weise den Verein und feine Bestrebungen gefördert haben, herzlichsten Dank und verbindet damit zugleich die Bitte um fernere freundliche Unterstützung. DstWischtes. Berlin. Der Magistrat und die Stadtverordneten wollen bis 300,000 X zur neuen Hygieine-Ausstellung beisteuern. — (Von der Hundeausstellung in Hannover.j Auf derselben befindet sich ein Hund, für welchen -in Preis von 200,000 X gefordert wird. Es ist das ein englischer Setter, der bereits sieben erste Preife und den Ehrenpreis in Birmingham gewonnen Hai. Der Besitzer heißt George Cartmel. Derselbe Herr hat noch einen andern Hund zu verkaufen, der aber nur 20,000 X kostet. Preis- zu 300, 500, 1000, auch 2000 X sind durchaus nicht ungewöhnlich. Danach mag man ermessen, welch großer Kapitalwerth selbst in dieser Hundeausstellung repräsentirt wird, und daß die Hundezüchterei, im großartigen Maßstabe betrieben, jedenfalls ein gutes Geschäft fein muß. — Aus den überschwemmten Bezirken Louisianas bringt die „Deutsche Zeitung" von New-Orleans IN einer ihrer neuesten Nummern folgenden günstigen Bericht: „Das Wasser ist überall im Fallen und sobald das Land zum Vorschein kommt, beeilen sich die Pflanzer, Mais ui-d Baumwolle auszusäen. Das Baumwollpflanzen geht rasch voran und bei der anhaltend günstigen Witterung hofft man aus eine reiche Ernte. Mehrere Pflanzer sind der Ansicht, daß ein großer Theil des überschwemmten Zuckerrohrs noch gerettet werden kann. Di- Witterung war bis jetzt frisch und kühl und man hegt die Hoffnung, daß die Beschädigungen der Zuckerfelder nicht so bedeutend sein werden. Ein großer Theil des überschwemmten Zuckerrohrs, das man bereits verloren gab, kommt nach dem Abzug des Wassers frisch und grün zum Vorschein, was die Pflanzer mit neuen Hoffnungen erfüllt." — (Unangenehme Verwechselung.j Ein Bürgermeister einer kleinen italienischen Stadt, der früher ein Richteramt bekleidete, sollte vor einigen Tagen eine Civil-Trauung vornehmen. Er wandte sich zuerst an tue Braut: „Mem Fräulein, sind Sie geneigt, den Herrn hier als Ihren Gatten anzunehmen?" Als er das Ja-Wort erhalten, richtete er zum Erstaunen Aller an den Bräutigam die Frage: „Und Sie, Angeklagter, was haben Sie zu Ihrer Vertheidigung vorzubringen?" — (Grobheit per Telephon.j Jemand unterhielt sich mit einem Andern per Telephon und empfing eine verkehrte Antwort. „Mit welchem Esel glauben Sie denn zu sprechen?" ries Jener ärgerlich. „Mit Ihnen, Herr Müller", war die prompte Antwort.____________________________________________________________________ Die Nähmaschinen-Jnbustrie. Zu welcher Blüthe diese erst seit ver- hältnißmäßig kurzer Zeit bestehende Industrie gelangt ist, davon giebt ein von Rew-Uork eingetroffenes Telegramm Kunde. Dasselbe bringt nämlich aus den Geschäftsberichten der Singer Manufacturing Co. die M>ttheilung, daß deren Verkäufe im vorigen Jahre die enorme Höhr von 561,306 Nähmaschinen erreichten. Eine solche Verkaufsziffer von einer einzigen Fabrik, die mehr als ein Drittel der gesammten Nähmaschinen-Production unserer Erde beträgt, hat ihre Bedeutung und spricht jedenfalls am besten für die Güte des Fabrikat-s, sowie für das unaufhörliche Bestreben der Singer Co., stets Besseres und Vollkommeneres zu leisten. Thalsächlich vergeht denn auch kein Jahr, in welchem diese Fabrik nicht Verbesserungen ihrer Maschinen vornimmi oder ganz neue Hülss- apparate und Maschinen conftruirt und ist es deshalb kein Wunder, daß deren Fabrikate sich einer allgemeinen Beliebtheit erfreuen und überall vorgezogen werden, zumal auch die geschäftlichen Einrichtungen des hiesigen Vertreters der Singer Co. den Ankauf b;r Maschinen außerordentlich erleichtern und die größte Garantie für Leistungsfähigkeit und immerwährende Instandhaltung derselben bieten. Handel und Verkehr. Gießen, 27. Mai. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter per Pfd. X- 0.90—1.05, Hühnereier 1 Stück 5 H und 2 Stück 9 H, Enteneier per Stück 5 4, Gänfeeicr per Stück 0—00 4, Käse per St. 5—12 4, Kasematte per Stück 3 Erbsen 1 Liter 22 «$, Linsen 1 Liter 30 H, Tauben das Paar 60—80 H, Hühner per Stück X 1.20—1.40, Hahnen per Stück X 1.50—1.70, Enten per Stück X 2.00—2.30, Ochs-nfleisch per Pfund 64—66 4, Kuh- und Rindfleisch 54—56 H, Kalbfleisch 46 bis 54 Schweinefleisch 62—64 -Ä, Hammelfleisch 60—70 H, Kartoffeln per 100 Kilo X 3.00—3.80, Zwiebeln per Gentner x 15—18, Milch per Liter 16—18 iTj.iiniijM Wuiiiaiii iihr— iti.ui'i i i.taM—rnaMM————m——a—bmb— Dem Oecouom Ludwig Euler eine Tochter, Johannette, geboren Den 26. Mai. den 15. April. Den 23. Mai. Sattlermeisterz Jakob Beerdigte. Sophie Schmidt, ledige Tochter des zu R-ichenfachsen verstorbenen . «Schmidt, alt 31 Jahre, gestorben den 21. Mai. Den 2a. Ma,. Emil Map, Rentner, alt 51 Jahre, gestorben den 23. Mai. Denselben Karl Griebel, Schuhmachermeister, alt 40 Jahre, gest. den 23. Mai. Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Getraute. ,., Den 21. Mast Christian Heinrich Schnautz, Brauer und Karoline Henb-ra-r ledige Tochter des Wagners Matern Herzberger von Queckborn. -v z g , Den 24 Mai. Georg Wilhelm Schwarz, Pfarrverwalter in Magdala, Gcoß- herzogthum Sachsen-Wennar und Marie Emilie Hagenlocher, Tochter des Rentners Gottlieb Adolf Hagenlocher zu Brooklyn, Nordamerika. .D-n 25. Mast Jakob Andreas Emil Karl Hohmeier, Schlosser zu Gießen und Kcetttng ju*®ieTen® '*Ereiling, ledige Tochter des Schlossermeisters Justus , r., ?^?b. Mai. Ludwig Kceuter, Schlosser und Johanna Johannette Meckert, ledige Tochter des Bergmanns Karl Meckert ju Haigcr. Getaufte. beit "8 März' ®em Schneider Reinhard Gceb eine Tochter, Elise, geboren Denselben Dem Brauer Christian Heinrich Schnautz ein Sohn, Karl Heinrich, geboren den 17. April. . „ Denselben. Dem Barbier Philipp Ster eine Tochter, Anna Maria, geboren den b. Mal. „ -Frankfurt a, M., 27. Mai, Nachmittags 2 Uhr — Min. (Telearavbifcher Coursberlcht. Mitgetheilt durch das Bankgeschäft Albert Kauf mann in Wen 4 Credttactiens 288s/4, Staatsbahnactien 2823/,, Galizier 270V- Lombarden 124^ snnri? westbahnactien 176-/t, Darmstädter-Bankactien 162Vr, Ob-rschlestsch- E-B-Act^ - °Cftei877r@,^iirennt8R65^' W CSerÄ^S’/e' JtaÄK"C&ft @Pa"ier 287/'6' 5% Rumänische Auszug aus den Standesamtsregistern des Standesamts Gießen. Aufgebote. u t Kupferschmied Jacob Wenzel von Seelenberg mit Marie fteufter ™ Phllipp Fenster von Rödgen. 26. Kausmann G ora Lotb non $arbo« mit Äatborme Äarnlme Elisabeth- Chtistiane Duill, Tochter des ver- storbenen Landwirihs Jacob August Duill von der Badenburg bei Wieseck. ™ Eheschließungen. Mat. 24. Psarrverwalter Georg Wilhelm Schwarz von Schlitz mit Marie H°«'nl°ch-r, Tochter des Rentners Gottlieb Adolf Hagenlocher von Caft-l be^ mir V'.r, a Jneob Andreas Emil Carl Hohmeier mit Auguste Karoline 26 be§ Schlossermeisters Justus Kreiling ^von Gießen des Se^äÄ^ß«'! 6ai^an"a Geborene. Mai. 13. Dem Rangirer Friedrich Bachmann ein Sohn, Karl Heinrich. 13. Ein Sohn von auswärts, Heinrich. 16. Dem Müller Heinrich Zell ein Sohn Wilhelm ,s?!'rab- Eine Tochter von auswärts, Elisabeth. 17. Ein Sohn von aus- warts, Adam. 18. Dem Cigarrenmacher Johannes Gilbert ein Sohn Karl Jacob Bureaugehülsen Christian Emil Peiri eine Tochter, Wilhelmine. 18.^Dem ®un*TUP’ cin Sohn, Karl. 18. Ein Sohn von auswärts, Emil, ai °£n Dem Metzgermeister Heinrich Georg Meister ein §?h.u - Friedrich Karl. 19. Dem Lackirer Christoph Schmidt em Sohn, Wilhelm Christoph. 19. Dem Taglohner Johannes Kreiling eine Tochter, Elise. 20 Dem Gestorbene. - , Mui. 20. Eine todtgeborene Tochter von auswärts. 21. Eine Tochter nun ms- »art§, Esjiobeihe, 4 Tage alt. 21. Katharine Hiebenthal, 68 Jahre alt. 21. Rätherin Sophie Schmidt, 31 Jahre alt. 21. Dem Zimmermann Gerhard Hassel von Reinbach -'n iodtgeborener Sohn. 23 Schuhmacher Karl Johann Ludwig Griebel, 40 Jahre qs 'cv2.3 Schm,edmeffter Emil May 51 Jahre alt. 23. Zimmermann Jacob Gilbert 38 Jahre alt, von Heuchelheim. 24. Marie Jöckel, geb Engel 48 Jabre alt Melbach. 24. Der Musketier im II. Großh. Hessischen Jnsanterie-Reaiinent Rr 116 Heinrich Christoph Wallenfels, 21 Jahre p-nswn'rt- P°stpnckmeis -r Johannes Reitz, 72 Jahre alt. 25. Otto Friedrich 3 Jahr! alt, Sohn des Hautboisten Gottlieb Richter. v Zur gefl. Beachtung Schriftliche Anfragen wegen Auskunstsertheilung über Inserate tc. können wir nur dann beantworten, wenn denselben eine Freimarke für di- Rückantwort beigelegl ist. lieber Inserate bezüglich deren Offerten -inzureicbeu sind, ist die Exp dition zu keinerlei Auskunftsertheilungen befugt. Offertenbriefe sind — soweit keine bestimmten gegeniheiligen Abmachungen getroffen wurden — in der Expedition abzuholen. Die Aufnahme von Inseraten jeder Art, sowohl von Behörden, Kaufleuten, Industriellen, als Privaten, in sämmtliche existirende Zeitungen und Zeit- schristeu der Welt, besorgen prompt und billigst zu Original; Zeitungspreisen Haasenstein & Vogler, Frankfurt a. M. Vertreter in Gießen: Julius Wallack. SW Bei größeren Aufträgen entsprechende Rabatt- Bewilligung. Kostenvoranschläge und Abfassung von Annoncen auf Wunsch gratis und franco. Waffetwätme der Lahn. Arn 27. Mai, Mittags zwischen 11 und 12 Uhr: + 14W R., Lustwärme + 17" R. L. Chr. Rübsamen. Allgemeiner Anzeiger. C. Weber, Weinhandlung Bleichstrasse C. 39,5. 1879t Weine per Liter 70 Pfg. 3592 1880t „ „ „80 „ 1881t „ „ „ 60 „ 1880t Rothweine per % Litet 110 Pfg. Aeltete Jahrgänge zu entsprechend ebenso billigen Preisen. Für die Reinheit sämmtlicher Weine wird jede Garantie geleistet und jedes Quantum frei ins Haus geliefert. — Auch einzelne Flaschen werden abgegeben. Süße Tafelbutter. Die Dampf-Molkerei F r i e d e l h a u s e n liefert zufolge der besten Methode des Entrahmens süßer Milch mittelst de Laval s Separator und unter Zuhilfenahme der neuesten Erfindungen auf dem Gebiet der Molkerei 3Ä* täglich frisch hergestellte süße Tafelbutter und wird verehrlichem Publikum etwas Vorzügliches geboten. Verkauf derselben nur allein bei Conditor Heinrich Kinkel. Marktstraße D. 205. 3680 Freiherr Adolf v. Rabenau. Arbeitsversteigerung. Stettag den 2. Juni ds. IS-, Nachmittags 2 Uhr, sollen in der Rathhausstube zu Leih- gesternUnterhaltungsarbeitenanVicinal- ftcaßen, als: Steinbrechen, Fahren, Setzen, Zerkleinern und Eindecken derselben, sowie die Herstellung eines Kanals, veranschlagt zusammen zu .X 311.63, durch Versteigerung in Accord gegeben werden. Außerdem wird in diesem Termin die Beschaffung von 4 Subselien und 1 Catheder öffentlich veraccordirt. Leihgestern, den 27. Mai 1882. Großh. Bürgermeisterei Lechgestern. 3743 Heß. Versteigerung. Freitag den 2. Juni ds. I»., Vormittags ','jlÖ Uhr (nicht am 8. Juni wie cs in der früheren Bekanntmachung hieß) sollen auf der „Mittelstmühle^ bei Groß- Buseck öffentlich meistbietend gegen Baar- zahlung versteigert werden: 12 Rinder, 5 Kühe, 3 Pferde, 3 vollständige Wagen. Das Rindvieh ist Schweizer, Berner, Allgäuer und Simmenthaler Race und ausgezeichnet gehalten. IieVerfteigerung wird bestimmt abgehalten. Gießen, den 26. Mai 1882. Bühner, 3745 Gerichtsvollzieher zu Gießen. Aeitgeöolenes. 3711 Eine Henne mit 10 jungen Hühnern zu verkaufen bei Oekonom August Noll. Stroh hüte für Herren, Knaben und Kinder empfiehlt zu billigem Preis A. Schultheis jr„ 3719 Seltersweg 10. 3718 Die Klee-Ernte auf meinem Acker im Altenfeld bin ich Willens zu verkaufen. I. K. Brühl, Sonnenstr. 75. 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Fulda 11», 4-», 10. Lauterbach 8“, ll35, 4-», 10. Gelnhausen 9-°, 33«, 6«. Nidda 636, 9“, 33s 6S6. * bedeutet Schnellzug. Die fetten Ziffern die Nachtstunden. Verantwortliche Redaetion: SL Schepda. — Druck und Verlag der Brühl'scben Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch in Gießen. SME" Die nächste Nummer d. Bl. erscheint Mittwoch Nachmittag. "3NE Hierzu ein zweite» und drittes Blatt.