Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gieße«. _ Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlehn. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Gambetta und der Krach in Paris. Auf Paris sind in den letzten Tagen die üfiujen aller Politiker und Finanzmanner gerichtet gewesen, und in der Staatspolitik, wie in der Börfen- volitik bat es Ueberraschungen in Hülle und Zulle gegeben. Nahezu wichtiger fast als Garnbetta's unerwartete Niederlage ist der Börsenkrach, der m^vren einen Rückschlag sand; doch betrachten wir zunächst Garnbetta's PchUwn. Durch die bekannte Abstimmung der Dreiunddreißiger -Commission, welche,das Lrsien- Scrutiniunl entschieden verwarf, hat Gambetta, das ist nicht zu bestreiten, eine schwere Niederlage erlitte:!, die er kaum wieder durch ein ihm günstiges Evn- areßvotum wird auswetzen können. Von der Deputtrlenkarnrner, Vie zusammen mit dem Senat den Congreß zur Berathung der Verfassungsrevistons-Borlage bilden wird, hätte Gambetta schließlich Alles verlangen können, nur nicht dre Listenlvahl. Der Diinisterpräsident hat sich zu viele Blößen gegeben und dre Devutirten haben zu genau erkannt, was das ganze Projekt bedeutet,, fo daß sie sich durchaus auf Nichts mehr einlassen wollen. Gambetta verbuchte alle möglichen Pressionen, er drohte mit seinem Rücktritt, verkündigte, daß nach rhm sich überhaupt kein Ministerium wieder finden würde, alle diese Einschüchterungs- Bersuche sind jedoch bisher machtlos von der Kammer abgeprallt, der es diesmal darauf ankommt, ihre Selbstständigkeit zu vertheidigen und ihre Rechte für dre Zukunft zu wahren. Ein neuer Zwischenfall hat jetzt den Zwist nicht gebestert, sondern noch verschlimmert. In der Conferenz der Commission mit Gambetta ist es zu einer überaus heftigen Scene gekommen. Es handelte sich um die Frage, ob der Congreß nur über eine von den Kammern vorgelegte Frage berathen dürfe, wie Gambetia erklärt, oder ob er souverän sei. „Gas würden Sie thun?" fragte Barodet, von der äußersten Linken, den Ministerpräsidenten, „wenn der Congreß sich über diese Grenze hinwegsetzt *?" „Was er außerhalb dieser Grenze thäte", antwortete Gambetta, „wäre ungesetzlich." Legrand' „Was würde hierauf geschehen?" Gauibetta: „Was gegenwärtig über allen revolutionären Maßregeln geschieht." Legrand: „Würden Sie sich für berechtigt halten, dm Congreß aufzulösen?" Gambetta: „Ich kann darauf mdjt antworten." Nach kurzem Zögern setzte er hinzu: „Das wäre Sache des Präsidenten der Republik." Clernenceau: „Aber um zu handeln, braucht der Präsident einen Minister." Gambetta: „Man würde immer Minister finden." Hierauf rief Langlois: „Das ist die organisirte Jnsurrection— Nahezu sämmtliche Blätter betrachten diese Aeußerung Gambetta's als die Ankündigung eines Staatsstreiches. Die Resolution der Commission, welche diesem Zwischenfalle folgte und die sich für eine Revision der Verfassung aussprach, aber auch das Listen-Scrutmium beseitigte, befriedigt Gambetta nicht, und ebensowenig des Letztem Auftreten die Kammern. Die Depuürtenkarnrner wird mm am Donnerstag über die Vorlage der Cominission sich entscheiden, und spricht sie sich dafür aus, streicht sie also das Listen-Scrutinium, so ist Ganlbetta's Absicht sehlgeschlagen und er wird sich dann über sein ferneres Bleiben entscheiden müssen. (Nach den neuesten Nachrichten hat die Kammer die Vorlage der Kommission mit 262 gegen 91 Stimmen angenommen und hierauf Gambetta dem Präsidenten der Republik die Collektiv-Demision desKabi- netS überreicht. Red.) Mehr noch fast als mit der politischen ist aber Frankreich mit der finanziellen Krise beschäftigt, welche plötzlich über Nacht hereingebrochen ist und zwar unabhängig von der Gambetta'schen Politik. , Allein die fabelhafte Höhe, auf welche gewisse Mode -Speculations- Papiere, besonders die der Bontoux'jchen Union Generale, einer klerikalen Gründung, an der besonders die Legitimisten, Ultramontanen ic. betheiligt sind, die großartige Unternehmungen betreibt und besonders auch im Orient und Oesterreich-Ungarn engagirt ist, betrieben worden, hat den Krach veranlaßt. Die Papiere sind erst gering und dann ganz rapide gestürzt, so daß die Differenzen kolossal geworden sind. So z. B. siel Union Generale von 3000 auf 1000. Die Wirkungen dieses Schlages haben sich besonders in Paris, in Wien und in Lyon geäußert. Man schreibt, daß in Wien die Bestürzung nicht geringer gewesen i'ei, als im Jahre 1873 nach dem großen Krach. In Lyon, wo besonders lebhaft speculirt worden, soll die Lage eine gräßliche sein; die ganze Stadt befindet sich in Deroute. Mit allgemeiner Spannung sieht man der Ulürno-Regu- lirung, wo sich die Verluste Herausstellen müssen, entgegen und trägt sich mit den schwärzesten Befürchtungen. Fällt die Union Generale, mit der zahllose kleinere Unternehmungen liirt sind, so ist ein allgeineiner Sturz unverrneidlich. Die letzte Depesche aus Paris klingt freilich etwas tröstlicher und meint, daß die Union Generale in der Lage sein wird, ihren Verbindlichkeiten einigerinaßen gerecht zu werden, aber dann würden nur die Großen gerettet sein, während die Keinen Kapitalisten doch enorme Verluste zu tragen haben. Es ist nur zu wünschen, daß dieser Börsenkrach, von dein wir glücklicherweise nur in geringem Maße betroffen sind, auch bei uns endlich genügende Beachtung finden und Viele von dem wahnsinnigen Börsen-Speculiren, dein der Gedanke „schnell und leicht reich zu werden" zu Grunde liegt, curiren mögen. Deutschland. Berlin, 25. Januar. Wie heute im Reichstage verlautete, hat die gensischte Commission zur Vorberathung des Reichstagsbaues in ihrer gestrigen Sitzung den Beschluß gefaßt, eine allgemeine Concurrenz auszuschrechen und nur die Beschränkung eintreten zu lassen, daß die zur Concurrenz zuzulassenden Architecten und Baumeister deutscher Nationalität sein müssen. Auf die vier preisgekrönten Projecte, welche sich im Besitze der Neichsregierung befinden, soll inforoeit Rücksicht genommen werben, bah bie betr. Architecten, welche bte Preise erhalten haben, besonders anfgeforbert werben, sich an der neuen Concurrenz ;u beteiligen. Das Subcomstv der gemischten Commission hat bie ihm übertragen gewesene Aufgabe ber Feststellung des Bauprogramms gelöst. . Es sind über die Gestaltung' der Innern Räume des Reichstagsgebäudes Festsetzungen erfolgt, wobei wir besonders hervorheben wollen, daß die Journalisten--rribüne um 20 Plätze mehr, als bie des jetzigen provisorischen Reichstagsgebäudes erhalten soll. Die concurrirenben Architecten werben somit in Bezug aus die innere Raumvertheilmtg gebunden sein. England. Lonlon. 26. Januar. Der gestrige ungewöhnlich dichte Nebel verursachte mehrsache Unfälle, deren schlimmster ein Zusammenstoß auf der Statron Hornsen im Norden Londons ist. Der Nebel hatte sich gegen Abend ausgeklart, kam aber so plötzlich wieder herunter, daß die Nebel-Signale nicht schleunig genug gelegt werden konnten. Ein Zug von Kings Croß nach Enpeld stand in Hornsen-Station; ein nachfolgender Zug von Barnet, dessen Locomotivluhrer die Haltesignale nicht hatte sehen können, rannte mit halber Kraft gegen ersteren zerschmetterte den meist mit heimkehrenden Arbeitern gefüllten Schlufiwagen desselben. Todt sind 1 Maurer und I junges Mädchen, schwer verwundet 11 Personen, leicht ebensoviel. ' Telegraphische Depesche». Wolff s lelegr. Corresponvenz-Bureau. Berlin, 26. Januar. Das „Deutsche Tageblatt" hört, der Minister v Puttkamer sei zum Capitular-Vicar des Dornsüftzes in Naumburg ernannt - Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt, indem sie die vorgesinge Rede des Aba. Bennigsen bespricht, Bennigsen habe zugegeben, daß vor 1866 der Komg und seine Minister weiter und richtiger sahen, als bie große Mehrzahl der Volksvertreter. Die damalige Lage sei der jetzigen ähnlich, es galt damals um die '-Befreiung des Staates ans einer mierträglichen politischen Lage, die gegen- '. 'ärtiae äle^b schwer zu entscheidende 'Ausgabe des preußischen Kömgthums hi es, die arbeitenden Klassen mit dem Staate auszusöhnen und der focralen Revolution vorzubeugen, der Liberalismus sei wie im Jahre 1866 unfahrg, dre Auf- gnbe des Staates zu begreifen. Welche andere Kraft jolle den ^rstaick der in der öffentlichen Meinung, der Preffe und - agesliteratur herrickunden Oestll- schaitsklasse brechen, als das starke angejtammte Komgihum? Daffelbe setze seine persönliche Autorität ein, nicht als Schachzug gegen ein beliebiges conlti» tutionelles Dogma, sondern im Bewußtsein der Pflicht das Staatsschist vor Gefahren zu schützen, welche die im engen Gesichtskreise des Heute und Morgen kf"9" «* «'*'*■ wmiibet| „,16, g„W„ Rede Puttkamer's eine Hindeutung auf etwa bevorstehende internatiouale Verwickelungen gefunden hatte, sagt bie „Norbbeutjche , wie aus ben letzten Awrttn der Rede hervorgehe, sei die Absicht des Redners ausjchlietzlich dahm gegangen, auf die aus den internationalen Umsturzbestrebungen für die Ruhe und -sidiei- beit Europas heranziehenden Gefahren aufmerksam zu machen. ... Berlin, 26. Jan. Der R e i ch s t a g erledigte mehrere Wahlpnstungen nach den Anträgen der Commission und lehnte den Antrag Hirsch, den Bestimmungen des Bundesraths über die Bejchästigung Mgendlicher Arbeiter auf den Steinkohlenbergwerken die Zustimmung zu versagen, ab und g^ehmiflte den Antrag Franz, wonach die gedachten Bestimmungen nur für d e unmittelbar mit der Förderung beschäftigten jugendlichen Arbeiter gelten sollem Bei ie folgenden dritten Beratung des Etats trat der Knegsmimster,Kameckeaus politischen und mllitärischen GiÄnden für den Antrag Aiass -, zweiten Lesung des Etats gestrichene Etatsposi tur em Msiitar-Knabernnstitut und eine Unterofficier-Vorschule in Neubreisach wieder herzujtellen. Abg. Benda emvfalü einen Antrag, von dem Niilitär-Knabenmjtitut abzusehen mW nur eine ÄSÄi&fi» mW» . D-- MM Marti mit 118 gegen 113 Stimmen an die Budgetcornmifsion ^uruäv 5 ‘"Ä»X» nach Irland erhalten. — Wie dre „^unes erfahrt, h Ankauf der Telephon-Leitungen beschlossen. # Tiflis vom DetcrSdura, 26. Januar. Dem „Golos » J « 25. ds. gemeldet: Entgegen der Behauptung ™9 l,^C era[ Rohrberg, daß die sützung von Aschabad 8000 Mann betrage, / bei Eroberung der Besatzung bedeutend geringer sei, als pe ^F ^Ltter über das Vorrückcn Stadt gewesen. Auch die Nachricht engisch»^ russischer Truppen gegen Ateuv wird a errichtet, von dem aus die Nahe von Aschabad, ist em unbebeutende Po^^ 2[^a6ab und den Scho- Voruntersuchungen für die 3n,'f*en Äi| l u§gefüf,rt werden. General rochanskischen Provinzen zu bauende Monprape Rvhrberg ist heute nach ‘ 1J (guiteauj. Nach der gestrigen Washinüton, 26 allt in welcher er auf das Eingehendste l’/Jtünbigen Rede des -W1-10. jfi irnge stehende Verbrechen auseinander- die Gesetzesbestlmmungen ul er aben Angeklagten hervorhob, zog sich aözugeben, durch welches Guiteau der Ermordung des Präsidenten Garsield huldig befunden wird. um Bei einer solchen Anlage müssen wir aber schon wemn sowie des leichter en Materials halber, viel langsamer I um um Der Antrag Kugler stellt den Sekundärbetrieb, wie er ihn für die Obers hessischen Bahnen vorschlägt, freilich in ein anderes Licht- Nach den dem Antrag beigegebenen Motiven soll es bei Einführung des vollständigen Secundärbetriebs nach dem Muster der Thüringischen Feldabahn möglich fein, auf beiden Linien der Oberhesfischen Bahnen im Winter sogar noch einen Zug mehr als gegenwärtig zu fahren Als Geschwindigkeit der Züge der Feldabahn geben die Motive 25 Kilometer per Stunde an. des übrigen Straßenverkehrs, Vl„ luIlu.ainer fahren, als die Eisenbahn im eigentlichen Sinne. Hai dies seine Schattenseiten so ersparen wir dafür gleichseitig das sonst nöthige große Beamten- und Bahnwärter- personal und erlangen einen Eigen Betrieb. Wenn bei demselben nur eine Geschwindigkeit von 15 bis 20 Kilometer in der Stunde gestaltet ist (laut der oben angeführten Bahnordnung), d. h. annähernd die Geschwindigkeit emes rasch fahrenden Postwagens, so ist es doch immer besser als der bisherige Zustand." Unter solchen Voraussetzungen hat der Sekundärbetrieb entschieden seine Be- . rechtigung. Da aber, wo die Hauptkosten für die Herstellung des Bahnkörpers einer Vollbahn, für die Beschaffung des gesammten schweren Materials rc. bereits getragen worden sind, wo über 1 Million dafür unt r allen Umstanden jährlich ausgegeben werden muß, als Zinsen nämlich für das Baukapital, da erscheint die Einführung des Secundärbetriebs geradezu unbegreiflich, denn es heißt nichts anderes als außer auf die doch einmal ausgegebenen Millionen, nun auch noch auf tun unschätzbaren volkswirthschaftlichen Nutzen zu verzichten, den der Betrieb einer Vollbahn als des heute vollkommensten Verkehrsmittels für das Land im Gefolge hat- Wahrend an allen Orten die Sekundärbahn nur als ein kleiner Anfang betrachtet wirb, von welchem man bei steigendem wirthschaftlichem Gedeihen nach und nach zu dem Vollbahnbau und Betrieb überzugehen hofft, sollen wir in Oberhessen den umgekehrten Schritt thun, wir sollen auf die Vortheile der vorhandenen Eisenbahn verzichten und zu den Anfängen des Eisenbahnwesens zurückkehren, und das Alles, um im besten Falle einige Tausend Mark zu sparen- Lokale-. 27. Januar. (Schluß der Eingabe Großh. Handelskammer Gießen an die II. Kammer Der Landstände.) D IV. Schon im Eingänge dieser Ausführungen wiesen wir darauf hin, daß sich der Eisenbahnen und ihr Nutzen nicht mit dem jährlich aus gebenden Reinerträge deckt. Ihre Einwirkung auf Hebung der Ge- l€iS Handels, damit aber auch auf Hebung des allgemeinen Wohl- standes laßt sich nicht genau tn Ziffern darstellen, sie ist aber trotzdem unbestreitbar und auch nachweisbar. *U berücksichtigen, daß seit dem Uebergange des Eigenthums der Oberhesnschen Bahnen auf den Staat die früher auf jene treffenden Communalsteuern ma?htollen 1inb/ melcbei der Gemeinde Gießen allein 2,507 fl. Steuerkapital aus! . , Diese Zunahme der Steuerkraft in den von den Eisenbahnen durchzogenen Be- kommt hauptsächlich dem Staate zu gut und wiegt gewiß einen Theil des Be- 5.™^, ber Verzinsung für die Oberhessische Et; en bahnschuld aus. Abgesehen davon sich der Versandt der landwirthichastlichen, sorftwirthschaftlichen und anderer ^ro- fett dem Bestehen der E-senbahnen verzehn- und verzwanzigfacht, b^Ahresberlchte der Oberhessischen Eisenbahnen lehrt. Da der Staat (frventyumer des größten Therles der Wälder in der Provinz Obe» Hessen ist, so fließt etaatö[oiien dtrect ein großer Theil der durch die Eisenbahnen h.rooigenlfenen Werthstelgerung der Landesprodukte zu. y viyctiqcncn ergiebt sich gewiß, daß der in Mark und Pfennigen ausgerechnete der Oberhessischen Eisenbahnen nicht allein zu berücksichtigen ist, wenn es sich n^ben Nutzen dieser Verkehrsmittel für das Land handelt. Ihre nrdirecten Vortheile auch für den Staat sind weit größer. Nur nebenbei wollen wir daran erinnern, daß die Provinz Oberhessen, auch sonst nicht blos der empfangende Theil ist. Zu derLandes- Brand-Verstcherungskaste z. B. zahlt sie regelmäßig Beträge von weit über 100,000 X (in Den beiden letzten Rechiiungsiahren 164,483 X und 123,726 X) mehr ein als sie empfangt, da notorisch die Brandschäden unserer Provinz weit hinter denen der beiden anderen Provinzen zurückst.hen Aber wie schon gesagt, auf solche Weise dürfen Einrichtungen, welche das Gemeinwohl fördern, überhaupt nicht beurteilt werden- v. Nach ^sen allae'u^nen Betrachtungen, hervorgerufen durch das Betonen der geringen Erträge der Oberhesfischen Bahnen wenden wir uns dem Anträge des Ab». Kugler selbst zu. Dieser Antrag läuft, wie bereits bemerkt, darauf hinaus, statt des welcher im Ganzen dem der Übrigen deutschen Vollbahnen bl h^ür den Personenverkehr eure durchschnittliche Geschwindigkeit von 45 Kilometer per Stunde einhalt, den sog. Sekundärbetrieb, wie er für Bahnen zweiter Orbnung bereits mehrfach eingerichtet und durch den Erlaß des Bundesraths vom 12. jünuar 1878 betr. dre "Vahnordnung für deutsche Eisenbahnen untergeordneter Bedeutung geregelt ist, einzuführen, um durch die damit verbundene Verminderung der Ausgaben für Verwaltung und Betrieb günstigere finanzielle Resultate zu erMen ^-Kugler berechnet den auf diese Weise zu erzielenden Reinertrag auf ^80,000 X SDaß ist dieselbe Summe, welche bereits früher ein Consort um, die Herren Krauß und Donner der Großh- Regierung als Pacht für die Oberhessischen Eifen- babnen anboten, roenn sie auf denselben den Sekundärbetrieb einsüyren Dürften Das Iroßh. Ministerium der Finanzen hat die finanzielle Seite dieses Angebots bereits hm- langlich beleuchtet und zwar in einer Mittheilung an den Präsidenten des Finanz- ausschustes der 2. Kammer der Landstände. Es wird in dieser Mittheilung nachgewiesen, daß in Folge einer Reihe von Vorbehalten, welche die Pachtgesellschaft mit Kezug ous den Verkauf des vorhandenen Materials macht, ferner in Folge der bei Annahme der Offerte nothwendigen Pensiontrung von s/10 her Beamten der Ober- hessischen Bahnen die Summe von 280,000 X sich auf 60.000.U4 herabmindern wurde roabrenb boeb der Vollbetneb ber letzten Jahre R-inerträge von 98,000 und 93,000 X ergab. Diese Seite der Frage können wir beßhalb übergehen. Dagegen erfordert eine andere unsere Beachtung. 1 Der Antrag K u gier scheint bie Eigenthümlichkeiten des Sekundärbetricbs n cht senüsend zu würdigen. Bisher ist der Sekundär.Betrieb nicht als etwas in seiner Weise Vollkommenes und deßhalb Wünschenswerthes angesehen worden, sondern als ein kleineres liebel, welches man tn den Kauf nehmen mußte, wenn man mit möglichst wemg Kosten emen Schienenweg zu erhalten suchte, der etwas mehr Voriheile bot, als die gewöhnliche Steinftraße. Man rechnete dabei ungefähr so: da es nach Lage ber Sache zur Zeit aussichtslos scheint, für diese oder jene Strecke eine Vollbahn erneuert. B Da nach § 29 der mchrerwähnten Bahnordnung „Betriebsmittel, welche auf Bahnen übergehen, für roe che das Bahnpolizei-Reglement unb die Signalorbnuag für dre Eisenbahnen Deutschlands Geltung haben, ben für biese Bahnen erlassenen Vor- et10Pred)en müsicn", so fiele der sofortige Uebergang unserer Güter auf bie Nachbarbrhnen weg. Für bie nothwenbige Umladung müßten selbftverstänblich noch Umlabungsgebühren entrichtet werben so baß. wie gesagt, zu ber Hemmung des Verkehrs auch noch eine Vertheuerung desselben käme. b . . ^.Der Antrag Kugler geht über diese unausbleiblichen Folgen einer Einkühruna A^undarbetriebs aur d.n Oberhessischen Bahnen mit der B merkung hinweg Die Ob-.h-ssischen Bahnen besaßen ja nur den Character von Localbahnen es käme al.o blos oaraus nn, den Localoeikehr zu ermöglichen, das übrige sei Nebensache t Dem ^ssvuber kann ntchr genug betont werden, daß es vollständig unrichtig in die Ober- Wftf<6rn Eisenbahnen als Lokalbahnen zu betrachten und danach behandeln zu wollen Trotz ihrer fehlerharten Anlage und Ausführung sind sie heute so innig mit den sie von allen Seiten einfchließenden ui.b begrenzenden großen internationalen Vollbahnen verwachsen daß sie ein wichtiges und fast unentbehrliches Glied in dem deutschen b-ld'n und unmöglich aus demselben herausgelöst werden Pr°vmL w7des aanlen Staatk? aller Handels- und Verkehrsinterefsen der P^^i^ dafür liefert wohl bie Thatsache, daß in bem Etatsjahr 1880/81 oon Oberhestrschen Wagen auf fremden Bahnen im Ganzen 3,764,966 Achskilometer SÄSiÄ»" " «>»»<» >«"»»-» 2,«0,830 W, sammtlrchen beuticben ^hnen finden wir auch bie niederländischen, die belgischen dir französischen schweizer scheu, österreichischen unb ungarischen Bahn n vertreten '-?ü, bloße „Localbahnen" und bloßen „Localverkehr" sind bas boch rech? resp alle »er kehrs- unb Handelsoerbmbungen. iqucdaoie Servil. Die Provinz Oberhessen hat endlich auch einen gewissen Recktsnrffn ««.c k Fvrkbetrleb der Oberhessilchen Linien als Vollbahnen. Das Gesetz vom Ä Auinst isa? legt im Interesse des Zustandekommens von Eisenbahnen, m l Rücksicht ansÄ theile, welche den dadurch begünstigten Orten aus diesem^ Verkehrs^^^nittel denienigen Gemeinden, welche nicht weiter als 15U0 Klafter von einer ' einer Haltestelle entfernt liegen, die Verpflichtung auf, zu den Kost», t£l Erwerbs eine gewisse Quote beizuttagen ® n Ä0'tCTl @elönbe= Die Zuschüsse der beteiligten Gemeinden zu ben Saufnftptt hessischen Eisenbahnen sinb nach langen, durch ben bamaliaen Golbmann zu Darmstadt als Regierungs Commissar gekiteten^erb^nMun^^ einen tm ^eember 1872 abgeschlossenen Vertrag m.fcgen bett ÄHW w7atUnmOib«.® bCr e6e'naliflen Ob-rh-sfischen Eisenbahn-Gesells^ft Auf die an ber Lmie Gießen Gelnhausen liegenden beitraasntt»^r,n.n . Distel im Ganzen bie Summe von 150,249 fl. 50'/r fr auf6 bie beOma^ff Irben ®emeinben ber Linie Gießen-Fulba bie Summe von 169882 fl 56 fr l^en welche bie einzelnen Gemeinben babei zu leisten hatten, legten bemeiben sck^^"wge, auf- Gießen mußte z. B. zur Linie Gießen-Gelnbauser! 41022 fl 15 nT* ^fer Gießen Fulba 43,033 fl- 11 fr. Icften, L'ch 8,O2O fl N'bba 5 593fl aurCmie Steinbach 3,069 fl, Langsdorf 3,481 fl., Bliichenbach 2 424 fl ?'^8 Grünberg 7.983 fl, Nieber^Obmen 3,343 fl, Zell 2 900 fl Äomrob rÄ 5n033 N'^mand denkt heute daran, auf Sekuildärbahnen das Erpropriallo»a - . „ anwendbar M erklär.». In denjenigen Staaten, welche den Bast von Rab ^^Etz für Ordnung selbft tn die Hand nehmen, wird wohl häusig die »ebinnm« "8“16Ilcn »weiter bethetltgt.n Gemeinden einen Beitrag zu den Baukosten lnstm sollen^ ba6 bic bem freien Willen der G-meinden Überlassen, darauf ein,uaeben ob-^ . .3f6er es bleibt di-V°rtheile der Bahnanlage für g-rivg-Valsd°kihm'?an fi° ftc kurz Nein, unb damit ist die Sach abgetan. 8 'vnnen. Opfer, so sagen Wenn es sich seiner Ze.t darum gehandelt hätte, statt der d-» • bahnen im <^oßhcrzogthum qualitativ gleichstehenden beiden Vollbabnlim^'L^ bahnen von Gieß-» nach Gelnhausen und nach Fulda za bauen so Sekundär- Großh. Regierung die Heranziehung ber Gemeinden zu den Eafl-n weder die Erproprmtionsg.setzes gestatteu, noch werden sich hi?^°"be-Er- ^brknge°n°7eNhL? °Pfcr für »«««■««* un.ergeLe^ Luwng es unt«nsb3naÄbÄ"?en b” 6onciffion fflr bie Ob-rh-ssisch-n Eisenbahnen" heißt au,"chunbchste"Ue^7e'insiimmung° mi! B-'riebsmat-rials soll bahnen geltenden Grundsätzen geflben unb n°Uf ben Anschluß, richtung getroffen werden, daß an den An chlußoun?,'"^'^6ie ®fn= Kirchliche Anzeigen irr e»angeltschen«emeinde,u«ietzen. Gottesdienst: Sonntag den 29. Januar (4. nach Epiphanias): Morgens 91/? Uhr: Pfarrer Schlosser. Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer vr. Naumann. Donnerstag den 2. Februar: Im Gymnasium Bibelstunde, Abends 6 Uhr: Pfarrer Schlosser. (Das königliche Hochzeitsmahl. Matth. 22,1—14.) Am Sonntag den 5 Februar wird das heilige Abendmahl gefeiert werden. Die Beichte findet in Verbindung mit dem Abendmahl unmittelbar vor demselben statt. Die Psarrgeschäfte m der Woche vom 29. Januar bis 4. Februar besorgt , Pfarrer Schlosser. Frankfurt a. M., 27. Januar, Nachmittags 2 Uhr — Min. (Telegraphischer Coursbericht. Mitgetheilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen) Creditactien 238V2, Staatsbahnacticn 244V4, Galizier MA, Oesterr Silberrente 63^, 4o/g Ung. Goldrente 71 Vr, 4% 1880er Russen 69%,, 2. Orient-Anleihe 57%, 50/0 Rumänische Rente 85, Lombarden 97%. Tendenz matt. _______ Nach übereinstimmenden Ürtheilen und Gutachten mehrerer medicinischen Fachzeitschriften und vieler praktischen Aerzte haben sich die von Apotheker Rich Brandt Largestellten Schweizerpillen, in Folge der umfassendsten damit angestellten Versuche als eines der zuverlässigsten Heilmittel bei Verdauungsstörungen und deren Folgekrankheiten, wie: Verstopfung, Blähungen, Appetitlosigkeit, Kopf chmerzen Blutandrang, Herzklopfen, Leber- und Gallenleiden, Hämorrhoiden, Blutarmuth (Bleichsucht) re. aufs glänzendste bewährt; sie haben ferner auch den großen Vortheil vor vielen anderen ähnlichen Mitteln voraus, bafc fie milbe rotrfen, btt franfett Organe nicht erschlaffen, sonbern stärken und absolut unschädlich find Der billige Preis ermöglicht auch dem weniger Bemittelten den Ankauf dieses wahrhaften Volksmittels. Die ächten Schweizerpillen sind in Blechdosen, 50 Pillen für 1 J4, unb Heinen Versuchsschachteln, 15 Pillen für 35 H, welche als Etiquette das weiße Schweizerkreuz mit dem Namenszug Rich. Brandt im rothen Felde tragen verpaß in.den bekannten Apotheken vorräthig, woselbst auch die ausführlichen Prospekte nut den ärztlichen Aufsätzen oder Besprechungen gratis erhältlich find. bd4 M•— w- ■»-5SÄ8sTSKttK SS U «Ä» 1*67 .Ul dl, '>« •<- Ob.«r.|d><" 6'1—1"'" dnwenbbar erflärt. heth-,legten G-m-ind-n somit zwang weit über gerecht wurde. Eisenbahnen sich in den Händen einer Privat- £S“ä S-ÄÄ-i»’ *«»*. »4.»- m. isB MS «SÄ1» ME» Edi« auch Ek.?^^,as^aft""Äa6trel'en.b" Di"°seiner Seit zu einem Beitrag an die Dichtungen dieser Gesellschcht na tl^ ®emeirt> n h >tten vollen rechtlichen Aktiengesellschast durch Staat Y-r na-z g Oberhissischen Eisenbohng s-ll- Änspruch dar-uf, daß d>° betreff nden t m n ß beb DDm Jahre 1868 er- '°Sik °b-n dteffm Anspruch gewiß Ut dadurch verloren, daß spater der Staat an die Stelle der Gesellschaft »-treten ist! Aus diesen Gründen stellen Gesuch.^^e dem Antrag Ku g l er auf E^führung^des Sekundärbet/tebs auf den Oberhefiischen Eisenbahnen ihre Zustimmung versagen Die Grohherzogliche Handelskammer Gießen. Edn^ Meisen. D,.ÄÄ:«ntt wcWe» K einem solchen Manöver ertappt und zur Anzeige gebracht. — Se. König!. Hoh. der Großherzog passirte gestern Mittag 1 die hiesige Station behufs Weiterreise nach Kassel. S e t tu i f H . 26 Januar. Am 21. ds. Mts. glitt der Taglöhner Leonhard M MW M und ertrank. (S-.lftnbaf)U in den Baumgipfeln ist eine von den Absondeilichketten KKÄÄMLHWM te* E-senbahn Verw." meint, wühl einzig m ihrer Ait sein durste — Für beklagte Schuldner wird Folgendes von Interesse sein: W.nn h'r (Ä rickt weae-i enier Forderung verklagt ist und d-e Forderung ist richtig, so ist es Ilrtheiltaxe den ganzen Betrag. Es lohnt sich demnach gewiß, die übrigen Ao ZU sparen. - Hat ein Gläubiger einen Zahlungsbefehl seinem Schuldner erwirkt, so dürfte es sich empfehl n, denselben vor Ablauf der von der Zustellung an laufenden sechs- monotltchen iFrist für vollstreckbar erklären zu lassen, da man dadurch tm eventuellen Fall die Kosten eines durch den Verfall des ersten Zahlungsbefehls zu erwirkenden uveiten spart und sich keinen Weitläufigkeiten aussetzt- Selbstverständlich liegt etz in des Gläubigers Händen, sowie es ihm beliebt, die Vollstreckung zur Ausführung bringen ru lassen. - ■ — Schiffsbericht^ Mitgetheilt vcn dem Agenten des Norddeutschen Lloyd in Bremen. C W- Dietz Nachfolger Gießen. Bremen, 25. Januar. Der Postdampfer Rhein, Capt. H. Winter, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 14- Januar von Newyork abgegangen war, ist gestern 11 Uhr Abends wohlbehalten in Southampton angekommen und hat nach Landung bet für boit bestimmten Passagiere, Post und Ladung 8 Uhr Morgens die Reise nach hier fortgesetzt- Derselbe überbringt 92 Passagiere und volle Ladung. Allgemeiner Anzeiger. Betreffend: Die Mathildenstiftung für Oberhessen. Bekanntmachung. In dem Voranschlag der Mathildenstiftung für Oberhessen sind für das Jahr 1881 700 n*L^°^nun0 in angenehmer Lage ^0-250 «X Schrift!. Offerten unter Nr. /O befördert die Exped. ds. Bl, Wir beabsichtigen, allenthalben Nieder- lagen unserer holländischen Fabrikate' Rauchtabake ä-Cigarren zu errichten, berücksichtigen aber nur Offerten mit Angabe bester Referenda «na & Cowp., 609 Nees a. d. Holland. 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