dtr. 172. Donnerstag den 27. Juli 1882. Gießener Anzeiger Amts- unb Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. : Schulstraße B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringcrlob' Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pi. Deutschland. Berlin, 24. Juli. Wir entnehmen den „Berl. Polit. Nachr." : Seit den Tagen des Krimkrieges sind England und Frankreich noch nicht wieder Arm in Arm auf der orientalischen Kriegsbühne erschienen. Jetzt steht Europa am Vorabende einer militärischen Aktion der Westmächte; diese aber proklamiren nunmehr Tendenzen, welche den damals verkündigten schnurstracks zuwiderlaufen und außerhalb des englisch-französischen Jdeenkreises nicht immer auf Sympathien stoßen. Damals focht Piemont mit den Alliirten Schulter an Schulter. Das heutige Italien hat die Erbschaft der sardinischen Politik im Innern angetreten; ob es bezüglich der auswärtigen Dinge ebenso handelt, wird sich alsbald Herausstellen lnüssen. Bislang hatten die Velleitäten der römischen Staatsmänner sich in den Geleisen der ostmächtlichen Anschauungen bewegt. Hypersensitive Beobachter wollen jedoch die Entdeckung gemacht haben, daß die neulichen Plaidoyers zu Gunsten Englands, trotz aller ihrer Neservirtheit, in Italien böses Blut erregt und den Quirinal mehr in das westmächtliche Fahrwasser gedrängt hätten. Vorderhand gründet sich diese Vermuthung anscheinend lediglich auf einige Situations-Artikel parteilich beeinflußter italienischer Preßorgane, aus denen ein sicherer Schluß auf die Absichten des Cabinets durchaus nicht gezogen werden darf. Welchem Schauspiele wir in Egypten nun auch entgegen gehen mögen, Deutschland wohnt demselben als gänzlich desinteressirter Zuschauer bei. Es kennt den Einsatz und die Bedingungen des Spieles. An jenem hat es keinen Antheil, und diese machen ihm keine Sorge. Der endliche Beitritt der Pforte zu der Botschafts-Conferenz ist ein bedeutsames Faktum, welches seinen Werth nicht verlieren wird, mögen auch immerhin im Nilthale die Kanonen zu brummen ansangen. England und Frankreich werden nicht zögern, ihre Machtstellung gegen Arabi Pascha zur Geltung zu bringen. Dieser Eventualität gegenüber hat die Psorten-Politik, indem sie sich hinter die Deckung der Conferenz begab, einen äußerst geschickten diplomatischen Schachzug gethan, der den Beziehungen der Türkei zu Europa Vorschub leistet und so volle Freiheit läßt, ihr Interesse am Nil zu überwachen, ohne daß es dazu einer gebundenen Marschroute bedürfte. — Es ist schon mitgetheilt worden, daß Seitens des Vereins deutscher Papierfabrikanten dahin gestrebt wird, eine einheitliche, auf dem Decinialsystem beruhende Neueintheilung der Bogenzahl des Papiers zu erzielen. Es wurden bereits diesbezügliche Anträge an den Bundesrath gerichtet, dieselben hatten aber nicht den geringsten Erfolg, da namentlich von Setten der württembergi- schen Negierung darauf hingewiesen wurde, daß innerhalb der Interessenten der Papierbranche die Meinungen über diesen Punkt noch sehr auseinandergingen. Jetzt ist der Antrag gestellt worden, die Reichsregierung zu ersuchen, bei all' ihren Submissionen und Einkäufen von Behörden das Neuries zu 1000 Bogen zu Grunde zu legen. Es ist kaum zu zweifeln, daß der Bundesrath hierauf eingehen wird, da er, wie schon erwähnt, Geneigtheit hierzu zu erkennen gegeben hat, wenn die Einigkeit unter den Fabrikanten erzielt würde, und diese ist jetzt — mit Bezug auf obigen Antrag, erzielt. — Hinsichtlich der Frage über die mißbräuchliche Ausnutzung der Handlungs-Lehrlinge als kostenfreie Kraft während ihrer besten Entwickelungsjahre und über die mangelhafte Ausbildung, welche in Folge dessen bei jungen Kaufleuten so häufig zu Tage tritt, spricht sich der Jahresbericht der Handels- Genossenschaft zu Konstanz ebenfalls aus. Er betont, daß die Ueberzahl der auf folche Weise herangebildeten mittelmäßigen, ja sogar geringen Arbeitskräfte nicht allein den Handelsstand, sondern sogar die öffentliche Wohlfahrt im Allgemeinen beschwere und stellt in Erwägung, ob nicht die Handelskammern auf Einführung strenger Lehrlingsprüfungen hinzuwirken berufen seien. Die Konstanzer Handelskammer allerdings verkennt die Gefahr nicht, die in dieser Weise darin liegen würde, die gesetzliche Autorität des Staates für Jnternttäten des freien Handelsstandes in Anspruch zu nehmen, aber jedenfalls beweist auch der Umstand, daß aus den Handelskammern selbst heraus diese Frage jetzt zur Debatte gestellt wird, wie dringend geboten eine Lösung derselben erscheint. — Unter dem directen Impulse der englischen Politik beginnen die Dinge in Egypten wieder ein geschwinderes Entwickelungs-Tempo anzunehmen. Man hat es in London glücklich herausgebracht, daß der Suezkanal eine ganz aparte Sache ist, welcher mit dem egyptischen Problem nur so weit zusammenhängt, als England dies gelten lassen will. Hierin dürfte aber John Bull die Rechnung ohne den Wirth — nämlich ohne Frankreich, gemacht haben. Herr de Lesseps, der französische Erbauer des Kanals, weilt bekanntlich seit Kurzem an den Gestaden jener Wasserstraße, und ist schon jetzt zu Anschauungen gelangt, welche zu seinem noch unlängst zu London vertretenen Standpunkte in scharfem Gegensätze stehen. Herr de Lesseps plaidirt jetzt mit rührendem Eifer für eine beschleunigte Intervention, und es versteht sich bei einem Franzosen ganz von selbst, daß er sein Vaterland mindestens auf gleichem Fuße behandelt sehen will, als dessen „uneigennützigen" Alliirten. Frankreich also wird auf jeden Fall mit von der egyptischen Partei sein, und wäre es auch nur, um dem britischen Löwen auf Schritt und Tritt gegenwärtig zu halten, daß er im egyptischen Regime nicht der allein Jagdberechtigte ist. Es mag ein zufälliges Zusammentreffen sein, daß gerade jetzt, wo Frankreich sich zum Handeln anschickt, mit Ostentation von militärischen Vorbereitungen der Pforte, und zwar von der Mobilisirung eines ganzen Armee-Corps Aegypten. London 25 Juli Das „Reuter'sche Bureau" läßt sich aus Aleran- drien telearaphiren, dem Khedive sei die Anzeige zugegangen, daß herumstreifendes Bolk aus Alexandrien, bereit zu brennen und zu plündern, nach Kairo a aanaen sek- n Kairo herrschten große Befürchtungen. Von den englischen gesprochen wird. Rüstungen kosten Geld, mögen sie nun zu kriegerischen, oder blos zu demonstrativen Zwecken vorgenommen werden — und im Tresor der Hohen Pforte liegen gerade keine überflüssigen Schätze aufgespeichert. Aber man bemerkt plötzlich in den Kreisen der englischen Bondholders eine bis dahin nicht vorhanden gewesene Geneigtheit, der Türkei finanzielles Entgegenkommen zu bekunden, und kann sich des Gedankens kaum erwehren, daß zwischen diesen Prädispositionen der türkischen Staatsgläubiger englischen Stammes und den Mobi- lisirungs-Gelüsten der osmanischen Heeresverwaltung irgend welcher ursächliche Zusammenhang bestehe. „Die Partie um den egypptischen Einsatz" — meinte Jemand, der in politicis kein Neuling ist — „hat, mutatis mutandis, verzweifelte Ähnlichkeit mit dem berüchtigten „Kümmelblättchen", nur daß die theilneh- menden Spieler an Gewandtheit einander so ziemlich die Wage halten." England. London, 23. Juli. Der Ausbruch der Feindseligkeiten zwischen dem englischen und egyptischen Heere läßt sich kaum lange mehr Hinhalten. Der Krieg ist thatsächlich längst erklärt; die Einmischung ist ebenso zur unableugbaren Gewißheit geworden; Schüsse zwischen den Vorposten werden gewechselt; der eine Theil schneidet dem andern das Trinkwaffer ab; und eines Morgens wird Europa von einem größern Gefechte hören, bei welchem es sich Herausstellen dürfte, daß die egyptischen Infanteristen ebensowenig zu verachten seien, wie die Artilleristen. General Sir A. Alison ist mit zwei Regimentern Infanterie und einer Schwadron Reitern auf dem Wege nach den Verschanzungen Arabi's. Das Wasser im Mahmudie-Kanal ist um einige Zoll gesunken, ein Beweis, daß Arabi's Abdämmung desselben ihre Wirkung auszuüben anfängt. Die Nachrichten über den bedenklichen Zustand im Innern mehren sich. Arabi hat den heiligen Krieg verkündigt, seine Sendboten predigen die Ausrottung der Christen; Niedermetzelungen im kleinen Maßstabe scheinen allenthalben vorgekommen zu sein. Alle Europäer haben Kairo verlassen. Das Land ist der Gesetzlosigkeit verfallen. In Alexandrien fand im Hause des österreichischen Generalconsuls eine Versammlung der übrigen Consuln statt.' Jener schlug vor, vor jedes Con- sulat eine Wache von 25 Mann zu stellen, die der Mannschaft der Schiffe der verschiedenen Nationalitäten entnommen werden sollten. Beim Fort Guemil, 6 Meilen von Port Said entfernt, haben die Egypter neue Erdwerke aufgeworfen und erhalten Truppenzuzüge aus dem Innern. Um allen weiteren Verbindungen Arabi's mit den verdächtigen Personen aus der Umgebung Arabi's ein Ende zu machen, sind die Telegraphendrähte von Alexandrien nach dein Innern sämmtlich ourchgeschnitten worden. Tewfik scheut sich noch immer, mit seiner Erklärung, daß Arabi ein Meuterer sei, vor die Oeffentlichkeit zu treten (das Absetzungsdecret gegen Arabi ist inzwischen erlassen); dagegen ist Arabi weniger rücksichtsvoll, denn er hat Tewfik einfach für einen Verräther an Egypten in einer öffentlichen an die arabische Bevölkerung gerichteten Proklamation ausaeaeben London, 25. Juli. Unterhaus Gladstone beantragt, die Berathung über d.e Creditvorlage fortzusetzen. Elcho bekämpft diesen Antrag und beantragt eine Resolution, besagend die Kammer, obwohl bereit, Gelder zu bewilligen, um den Khedive und den Suezkanal zu schützen, sei doch nicht bereit, bet der jetzigen Stellung Englands, als muhamedanische Macht in einen Krieg zur Wiederherstellung der Autorität des Khedive zu ziehen, es sei denn in Gemeinschaft mit den Truppen des Sultans. Gladstone spricht gegen diese Resolution, welche nur England die Hände binden würde. Die Conferenz könne wesentlichere Resultate haben, als Elcho vermuthe. Der Sultan habe die Entsendung von Truppen nicht verweigert, ja, es käme der Wahrheit sogar näh^, zu sagen, der Sultan habe sich im Principe bereit erklärt, Truppen zu senden. Er (Gladstone) könne nicht sagen, daß keine europäische Macht an den militärischen Maßregeln parttctpire. Frankreich thue das an einem gewissen Punkte. Elcho's Antrag, der keine Unterstützung findet, wird hierauf ohne Abstimmung verworfen und me Berathung der Creditvorlage fortgesetzt. Stanley billigt die Aktion und grbt dem Wunsche Ausdruck, daß dieselbe prompt und wirksam sein möge. Der Premier Gladstone legte die Botschaft der Königin vor, welche me Einberufung der Reserven oder eines Theiles derselben ankündigt, da die ^Ytanoe l Egypten Schritte zur Wiederherstellung der Ruhe und Ordnung und /um Schutze des Khedive und der Interessen des Reiches notwendig machten. Es ser somit der?^rmg- lichkeitsfall conftatirt. Gladstone kündigt an, er werde «°rg°n beantragen, die Vot- schäft in Erwägung zu ziehen- Campbell (lib.) theilte mit, er werde den Antrag Hartington's, die Kosten für die Verwendung indischer Truppen außerhalb Indiens aus den indischen R-v-nuen zu bestreiten, durch den Gegenantrag b-kampfen, daß es unzweckmäßig und ungerecht sei, die Kosten für eine Intervention in die inneren An gelegenheiten Egyptens Indien aufzubürden. Italien. Rom 25 ^uli Der „Diritto" bespricht die durch die Besetzung des Suezkanals Seitens Englands und Frankreichs ^^esabr"?in°ae- w£n Sn "Eslei °AreE Üß JtalSsich° aus diese nnßltche Angelegen- SISÄÄpc jL MäK LSk anVk ALL L Lch7 ohne Zweifel S passenden Zeitpunkte diesem seinem Verhalten Rech- nung tragen würden. ____ Behörden sei die türkische Telegraphen-Verbindung von Egypten nach Stambul aufaehoben. London, 2d. Juli. Die Conferenz hielt gestern eine Sitzung auf der italienischen Bolschaft zu Therapia; Said und Assym Pascha wohnten derselben bei. Lord Dufferin bestand auf sofortiger Beschlußfassung über die Frage der türkischen Jntervent'on; England könne keinen Aufschub mehr geben und seine Bewegung nicht weiter $at nur no£$ auf fünf Tage Wasser. Die Engländer schnitten di- türkische Telegraphenlinie nach Konstantinopel ab. Der englische General'-Consul verlangte vom Khedive die Absetzung und Verhaftung Ragheb Paschas, weil derselbe heimlich eine Proklamation in Circulation gesetzt habe, roortn behauptet wird, England habe den Egyptern den Krieg erklärt. — Die gestrige, mit einem höchst unbedeutenden Geplänkel verknüpfte Besetzung des Hügels und des Wasserwerks Ramleh durch die Engländer geschah hauptsächlich wegen der militärischen Bedeutung des Hügels, welcher die Alexandrien mit dem In- lande vereinende Landzunge zwischen Marcotis und dem Aboukirsee beherrscht. Die Engländer verschanzten sich sofort, die Egypter desgleichen am anderen Ende der Landzunge. Die Stellung der Egypter erscheint indeß unhaltbar. — Zwei in Alexandrien angekommene Abgesandte der Notabelnversammlung sagen aus, daß der Premier-Minister Ragheb hinter dem Rücken des Khedive eine Proklamation verbreitet, daß England an das gesammte Egypten den Krieg erklärt habe. Dieselben berichteten, Arabt macht umfassende Vorbereitungen zur Uebclfluthung des Landes, sobald der Nil steigt. Hierdurch würde das Vorrücken der Briten erheblich erschwert. — Die „Daily News" erfährt, die Conferenz beschäftige sich mit dem Vorschläge, den Sultan aufzufordern, Arabi Pascha durch eine Proklamation als Rebellen zu erklären. — Demselben Blatte wird aus Alexandrien gemeldet, der englische Vertreter habe den Khedive davon verständigt, daß England das gegenwärtige egyptische Ministerium anerkenne, der Khedive möge möglichst schnell einen neuen Kriegsminister an Stelle Arabi Pascha's ernennen. Konstantinopel, 25. Juli. In der gestrigen zehnten Conferenz- Sitzung haben die türkischen Commiffare erklärt, daß die Pforte im Princlp bereit ist, Truppen nach Egypten zu schicken. Die Aeußerung über die Modalitäten, welche nach der identischen Note vom 15. ds. an diese Sendung sich knüpfen würden, haben die Commiffare sich bis zu der nächsten, morgen stattfindenden Sitzung vorbehalten. Konstantinopel, 25. Juli. Gestern Abend fand in Therapia eine Conferenz- sitzung unter dem Vorsitze Saids statt, wobei auch Assym als Vertreter der Pforte fungirte. Die nächste Conferenzsitzung findet am Mittwoch statt. Die wegen Verschwörung gegen Arabi aus Egypten ausgewiesenen 42 tscherkessischen Officiere begeben sich mit Erlaubniß des Sultans sofort nach Alexandrien zum Khedive. Telegraphische Depeschen. Wolffs telegr. Correspondenz-Bureair. Berlin, 25. Juli. Der Obersteuermann Meiling ist durch kriegsgerichtliches Erkenntnis vom 12. Juli er., bestätigt von Sr. Excellenz dem Herrn Chef der Admiralität unterm 23. Juli er. wegen Landesverrats unter Entfernung aus der Marine mit Zuchthausstrafe von 6 Jahren und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf gleiche Dauer bestraft worren. Raffel, 25. Juli. Der vierte deutsche Lehrertag wurde heute Vormittag im Saale des Stadtparkes eröffnet. Es waren etwa 1OOO Lehrer und Lehrerinnen aus allen Thellen Deutschlands anwesend. Zu Vorsitzenden wurden gewählt die Lehrer Tiersch (Berlin), Liebermann (Kassel) und Hoppenstätter. Regierungs- und Schulrath Dr. Falkenheiner begrüßte die Versammlung Namens der Regierung, Oberbürgermeister Weise Namens der Stadt Kassel. Loyale-. Gießen, 26. Juli. Die Einwohnerschaft unserer Stadl wurde heute Nacht nach 2 Uhr aus ihrer Ruhe aufgeweckt. Um die angegebene Zeit ertönte auf einmal das Signal des „Ganzen", d. h. Alarmirung der ganzen Garnison. Se. Großherzogliche Hoheit Prinz Heinrich, der Commanoeur der 25. (Großh.Hess) Division, traf von Butzbach kommend hier ein und liefe durch einen mitgebrachten Dragoner-Trompeter das betr. Signal blasen. Dafe dasselbe große Aufregung hervorries, braucht wohl nicht versichert zu werden, ist doch eine solche Alarmirung und zwar zur Nachtzeit in unserer Stadt seit langen Jahren nicht dagewesen. Man sah neben eilenden Militärs auch diverse Feuerwehrleute auf den Straßen. Selbst unserem Thürmer war die Sache zu bunt, denn derselbe erkundigte sich von oben lebhaft nach dem „Feuerlärni da unten". Die Mannschaft des Regiments marschirte nach dem Bahnhof, wohin Se. Grofeh. Hoheit sich nach der Alarmirung begeben hatten. Gießen, 26. Juli. (Sterblichkeit m ©iefeen.J Die Zahl der Todesfälle belief sich während der Woche vom 16. bis 22. Juli im Ganzen auf 6. Unter den Gestorbenen befanden sich zwei erwachsene Personen, von denen eine an Lungenschwindsucht, die andere an Gehirnerweichung starb. Ein vierjähriges Kind starb an den Folgen des Keuchhustens. Von drei Kindern im ersten Lebensjahre erlag das eine einer Lungenentzündung, das zweite einer Gehirnentzündung und das dritte konnte wegen angeborener Schwäche sein Leben nicht fortsetzen. G. Vermischtes. Grünberg, 22. Juli. In dem benachbarten Dorfe Weickartshain entzündete bei dem in der Nacht vom 20. zum 21. Juli über die hiesige Gegend ziehenden Gewitter der Blitz die Scheuer des Johann Stein, welche total niederbrannte. Gleichzeitig tödtete ein sogen- kalter Blitzschlag in dem Stalle der dortigen Einwohner Johs. Schmidt III. und Peter Thraum zwei Kühe, während zwei weitere Kühe und zwei Kälber in demselben Stalle verschont blieben- — Auf der Ziegelei bei Grofe-Eichen wurde Konrad Knöfe von Weickartshain bei dem Einfahren von Heu von der Wagendeichsel erfaßt und wider die Wand gedrückt, wobei er so starke Verletzungen erhielt, daß sein Tod kurze Zeit darauf eintrat. — Am Donnerstag Abend verbrannten außerhalb des Ortes Stockhausen etwa 7 Raummeter Holz. Böswillige Brandstiftung wird mrmuthet. Möchte es gelingen, den Thäter ausfindig zu machen, damit er Gelegenheit bekäme, am geeigneten Ort über seine Heldenthat nachdenken zu können. — In Wettsaasen schlug der Blitz am 21. d. in ein unbewohntes Haus und in einen Baum ein, ohne weiteren Schaden anzurichten. — Bet demselben Gewitter schlug es auch in dem hiesigen Stadtwald ein. Laubach. Bei dem am 21. d. stattgehabten Gewitter schlug der Blitz in das Gräfliche Schloß ein, glücklicherweise ohne zu zünden- Langsdorf. In der Nacht vom 20. auf den 21. Juli schlug der Blitz in zwei Scheuern ein, ohne zu zünden- (Gründ Anz.) Mainz, 19- Juli. Auf dem Brückenbauplatze am Rhein wurde gestern Nachmittag bei einer Tiefe von über 7 Meter wahrend der Ausgrabungen des ersten „Brunnens" eine Menge Gegenstände aus älterer und jüngerer Zeit aufgefunden. Außer einigen eigenthümlich geformten römischen Töpserwaaren wurde auch eine Anzahl Vollkugeln zu Tage gefördert, sowie verschiedene Messer, deren Hefte die Jahreszahl 1807 tragen und reich mit Schnitzereien versehen waren, die eine Seile des Heftes war mit einem französischen Adler, die andere mit einer Darstellung der Kreuzigung Christi verziert- Außerdem wurden verschiedene Geräthe, besonders Handwerkszeug, zu Tage gefördert. Auffallend war aber das Auffinden von weit über 100 Pserdeschäbeln und emer solchen Menge von Thierhörnern, daß die Knochenreste wagcnlabungsweise verkauft wurden. Die Brückenbauverwaltung ist verpflichtet, sämmtllche Funde, welche von den Arbeitern gemacht werden, der Großh- Regierung zu überlassen. Heute Vormittag wurde mit der Anlegung des zweiten „Brunnenrostes" begonnen. Mainz, 23. Juli. Unterhalb der Eifenbahnbrücke der Hessischen Ludwigsbahn sank heute Morgen um V27 Uhr das mit Mehl beladene Schiff eines Schiffers von Gernsheim- Das Schiff kam von Nierstein, wo es sehr früh weggefahren war und war dasselbe bereits unter der Brücke durchgetrieocn, als das Hintertheil des 6000 (Str. haltenden Fahrzeuges auf den Rost eines der Bi ückenpfeiler trieb, wodurch ein bebeutenDer Leck entstand und in kaum 10 Minuten saß das Schiff auf dem Grund, so daß nur noch die beiden Maste aus dem Wasserspugel heraussahen Der Schiffer hatte noch gerade Zeit, sein Geld aus der Cajüte heraus zu holen und seine Frau und seine Kinder in einen Nachen aufzunehmen; noch ehe er das Land erreicht hatte, war das Schiff bereits gesunken. Die Ladung des Schiffes, welche aus Mehl bestand, trieb bald rheinabwärts und war fast der ganze Rhein mit schwimmenden Mehlsäcken undSchiffs- trümmern besät; ein großer Theil des haoarirten Gutes wurde von Schiffsleuten und dem Brückenpeisonal gerettet. Wie wir erfahren, ist die Waare versichert, doch erleidet der Schiffer noch immer einen bedeutenden Schaden. Berlin, 19. Juli. Von einem hiesigen vielbeschäftigten Arzte, der seines frischen Humors wegen allgemein beliebt ist, wird folgender hübsche Scherz erzählt. Es war einer Dame, welche häufig von den heftigsten Kopfschmerzen geplagt wurde, ein ft von einer Bekannten gerochen, sie solle sich, wenn das Leiden sich wieder einftelle, den Kopf ganz und gar mit Sauerkraut bedecken, da dies die auffteigenbe Hitze in sich aufnehme. Hoch erfreut ob dieses neuen, bis jetzt noch gänzlich unbekannten Mittels, befragte die Dame einen ihr bekannten Arzt, ob er besagtes Mittel wirklich dafür geeignet hielte. Bedächtig wiegte der Doctor fein Haupt hin und her und erst nach reiflichem Ueberlegen tönte es ernsthaft von seinen L'ppen: „Ja, meine Gnädige, das Sauerkraut allem thut’s nicht, wenn Sie nicht oben auf eine Bratwurst legen, wird das Mittel wohl wirkungslos sein." — sDen Geruch der Rosen zu conferöiren.J Das „Bull." des Gartenbauvereins zu Cote d’Or veröffentlicht folgendes einfache Mittel: Man nehme ein luftdicht zu verschließendes Glas, lege auf den Boden desselben eine dünne Lage von den wohlriechendsten Rosenblättern und fülle so schichtenweise das Glas bis obenan voll, verschließe es dann so fest als möglich und hebe es an einem trockenen, wenig warmen Orte auf. Im Winter genügt es dann, dieses Glas zu öffnen, um in irgend welchem Raume den köstlichen Nosenduft zu verbreiten. Gelnhausen, 20. Juli. Mittelst einer Stellangel fing gestern der Jagdaufseher Erkrat dahier in der Kinzig einen Hecht, der nicht weniger als 24 Pfund wiegt. Trotzdem die Kinzig sehr fischreich ist, glaubt man doch, daß der Fisch durch das Hochwasser sich verirrt habe. Der Fisch hat die Länge eines Mannsarmes und einen Umfang, daß ein Mann feinen Arm in den Nachen stecken konnte. — Wieder ist ein beklagenswerthes Unglück aus der Nähe zu verzeichnen. In dem benachbarten Roth ertrank gestern Abend der Musikus Engelhart von dort, wahrscheinlich durch eigene Unvorsichtigkeit, in der Kinzig. Wiesbaden, 22. Juli. Vor längerer Zeit wurde von Herrn Auctionator Müller hier auf der von ihm geleiteten Versteigerung im Badehotel zum „Englischen Hof" ein einfaches tannenes Pult, für das sich sonst kein Liebhaber fand, für 3 Mark ersteigert. Wie es heißt, wurde in diesem Pulte am Montag ein Geheimfach gefunden. In letzterem lagen 5 Rollen versiegelter Papiere; nachdem die Siegel gelost waren, zeigte es sich, daß die Papiere holländische Staatspapiere aus dem Jahre 1814 sind, leber Schein lautet auf 1000 Gulben, in jeher ber 5 Rollen befinben sich circa 300 solcher Scheine. Wenn die Papiere ächt' sind und noch Cours haben, was bis jetzt noch nicht festgestellt ist, so ist der ganz coloffale Fund von 1500000 holländischen Gulden gemacht worden. Langenschwalbach, 24. Juli. Gestern Nachmittag wurden die Leute in der Nähe der Herber’schen Villa durch einen Schüfe und darauf ertönenden entsetzlichen Schrei tief erschreckt. Man eilte herbei, drang in das Haus und fand das Dienstmädchen der Familie in feinem Blute liegen. Der junge Herber, ein Knabe von neun Jahren, hatte sich mit dem Mäochen, wie es scheint, überworfen, darauf das Gewehr seines Vaters genommen, es, wie man erzählt, geladen und die Unglückliche durch einen Schüfe niedergestreckt. Dieselbe lebte gestern Abend noch. Hanau, 23. Juli. Der Cassirer einer hier bestehenden sogenannten Steinkohlenkasse hat sich mit einem dieser Kasse entnommenen Betrage von nahezu 2OOO Mark heimlich von hier entfernt. — In dem benachbarten Windecken wurde vor einigen Tagen ein älterer Einwohner verhaftet, welcher feine Frau Nachts im Bett überfiel und zu ermorden suchte. Auf ihre Hülfernfe waren Nachbarsleute herbeigeeilt und befreiten die Frau aus den Händen ihres zärtlichen Gatten. In Folge der Würgversuche ist die Frau noch schwer erkrankt und leidet insbesondere an Krämpfen. — (Berliner Kraftausdrücke.) Der „Bär" veröffentlicht nachstehende Zusammenstellung von Kraftausdrücken, die der „richtige Berliner" mit Vorliebe für'Abweisungen und Verneinungen gebraucht: Js nicht Hat sich wat! Wird nich perzappt! Na bet fehlte! Ick nu schon mal jar nich! Nu stabe nich! Dieses weniger! Det feilt mir jar nich (ober nich in’n Traum) in! Nich sehn! Ick wer bir wat husten! Damit kommen Se mir nich! Det paßt mir nich! Damit ist' Essig! Den Zahn lafe bir man ausziebn! Bilbe bir feene Schwachheiten in! Det is nischt vor mein’n Vater sein'n Sohn! Englisch umgekehrt: that’s your sort, das ist etwas für Sie- Wenn de det denkst, denn bist de schief jewickelt! Da könnt ’n jeder kommen! Davon nach neine! sd. h. nie). Ja Übermorien! (Und übermorgen sagt er wieder so) In einem „Bums" stand früher angeschrieben: Guten Morgen! Willst Du borgen, Komm doch morgen. Speter pöteter! (Später peut etre.) Alle Dage is nich Sonndag, d. h. beute gibt cs das Gewünschte nicht- „Er winkt Schippen" (b. h. er lehnt es ab) und sagt: Appelkuchen! Ja, Kirschkuchen! Ja, Kuchen! Da wirfte keen Jlück mit haben- Det zieht nich (übt keinen Einfluß auf mich). Gegensatz englisch: to take, ziehen, z. B. von einer neuen Oper. Du kannst dir uf’n Kopp stellen (ick duh’t doch nich). Bleiben Se mir jewogen' (lassen Sie mich damit unbehelligt). Bei einer ©elbforberung: Ick kann’t mir doch nich aus de Ribben schneiden! Stoß dir man nich (verrechne dich nur nicht!) Steck man’n Plock zurück (mäßige deine Ansprüche); englisch: take down a peg or two. Auf die Frage nach irgend etwas antwortet man: „Keene Ahnung", wenn man über die Sache nichts weiß. Statt „Nichts" sagt man im blühenden Stil der Volkssprache: Keene Laus, nich de blasse Laus! Keene Spur! nich'n Schimmer! Englich: I have not Leen the colour of bis money (ich habe von seinem Geld (das er zahlen sollte) nicht die Farbe g sehen ) Nich de Bohne! Du verstehft’n Dreck (gar nichts) davon. Keen Fester ist nich da, feen Salz, feen janischt — Niemand! „Det kann ja feen Schwein lesen." Nicht! Im jeringften janich- Det liegt janich drin. — [@tne Mordergrube.j In Palermo fommt demnächst ein Prozeß vor die Geschworenen, in welchem eine Bande von etwa 20 „Mafiosi" sich über ein Dutzend Mordthaten zu verantworten haben wird- Mafia heißt in Sicilien. was Camorra in Neapel, eine geheime Verbindung zu verbrecherischen Zwecken, welche mit Lift, Einschüchterung und Gewalt arbeitet und vor Allem die Genossen vor Entdeckung und Strafe zu schützen bemüht ist. In Palermo lebte eine ber Mafia angehörige Familie Namens Amoroso, bei ber man nicht recht wußte, woher ihr Vermögen und Unterhalt stamme. Es gehören zu derselben fünf Brüder, welche offen Gärtnerei und Gemüsehandel, im Geheimen jedoch bas Mörberhandwerk betrieben. Sie lockten, wenn es ohne augenfällige Gefahr anging, bie Verkäufer von Gemüsen oder andere Personen tn ihre Behausung, brachten dieselben um und verscharrten sie in einem anflatzenden Grundstücke oder wo es sonst leicht angmg. Einer ihrer Helfershelfer, ein unter Polizeiaufsicht stehender Mensch, wurde nun vor einiger Zeit seiner schlechten Aufführung wegen nach der kleinen Insel Farignana verbannt und hatte seine Frau an bie Brüder Amoroso verwiesen, welche ihr alle Monate eine gewisse Geldunterftützung zuwenden würden. Die Frau konnte jedoch von denselben nichts erhalten und Iheitte das in ihrer Nothlage dem Manne brieflich mit- Nun enthüllte dieser aus Rache das verbrecherische Treiben seiner geizigen Spießgesellen. Der Polizeid'-rcctor von Palermo liefe dieselben plötzlich festnehmen und dann in ihrem Garten Nachgrabungen vornehmen, wobei man, wie ein Bericht sich ausdrückt, so viele Leichenreste fand, als ob man ein Schlachtfeld aufgegraben hätte, darunter auch die Leiche eines Priesters, einer Frau und eines Kindes — Bei dem vor einigen Wochen in Meerane (Königreich Sachsen) vorgenommenen Abbruche her alten Stadtkirche und der darauf folgenden Versteigerung des gewonnenen alten Baumaterials u. s- w. kam auch die Kanzel als „altes Holz" unter den Hammer. Ein dortiger Bürger kaufte die Kanzel für 6 Mark, nicht um daS Holz zu verbrennen sondern um sie — hoch oben auf einem hölzernen Unterbau, zu dem eine Treppe führt — auf feinem auf einer Anhöhe liegenden Grundstücke als — Aussichtsthurm herzurichten. Die Kanzel, mit einem grünen Anstrich versehen, ladet von dort aus zwar nicht zum Beten, so doch zu einem herrlichen Fernblick in Gottes freie Natur ein. — sMutter Schulze.) „Der Name mufe mir angeboren sind", erklärte eine I 54jährige Rixdorferin vor der 3 Strafkammer des Landgerichts Berlin I. „Ick heefee egenilich Mutter Martin, aber überall uf’n Marcht un wenn ick sonst meine Kunden ' , °°0lStr. l «6 nur n?,tk "°ch fei’, ? roür das trieb bald » erleidet L^'chm r Es war Iküt ÖOn T'denÄopf AWwJme. 5' JW die SeeigR^lte ^mUeb^Cn >uerkiaut L 's Mittels lrienbauvereins luftdicht zu Der; Wohlriechendsten streße es dann Orte auf. Im m Raume den ln der Iagd- als 24 Pfund der Uch durch lnnsarmes und • - Wieder ist m benachbarten scheinlich durch rn Auciionator im «Englischen ib, für 3 Mark imfach gefundeu. el gelöst waren, Zähre 1814 sind, n sich circa 3ft/ i, was bis $ 00 Hollands die Leute in der iben eMichen and M Dienst- habt von neun nif das Gewehr '[id)t durch einen nannten Stein- chezuMMark rhe vor einigen ui Seit überfiel {[beigeeilt unb je her Würg- impfen. <ÄdwMngen El- t>kt ' Det feilt nm husten! Dam't m WÄ ior mein n Dater Sie- Wmude ,ni Davon nach r fo.) I" einem gen, Komm doch Sonnbag, b. J- lehnt es ab) und Jlück mit habende ziehen. W 81nS toke down VneAhnE". ’ blühenden Sst il'n Schimmer! ^Mdsdaser L'n Drecks stehst “Jai ,Det •S-bf. mas Eam gin, che mit J ’ ynb r Entde ng^MrM muMrunS stenA«^ xLZ L'S?S «S- "‘„bd i?.W" Gewerbliche und technische Notizen. - Kinen bewährten Anstrich für nässende Mauern erhält man nach dem „Pract. Masch. Coirstr.", wenn man für 200 Q-Fuß anzustreichende Oberfläche 50 Md- Pech, 30 Pfd. .Harz, 6 Pfd. engl. Roth und 12 Pfd- Ziegelmehl in einem Kessel kocht, tüchtig umrührt und die Masse in kochendem Zustande sorgfältig mit einem Pinsel auf die Mauer streicht, fo daß de Auftrag ein durchaus gleichmäßiger, ca. 1 Millimeter stark ist. Von der Mauer ist vorher aller Putz abzuschlagen und sämmtliche Fugen sind mit gewöhnlichem Mörtel zuzustreichen. „ — sKttt für Eisen und (Stein.] Nach mehrjähriger Erfahrung des Werkführers Pollack in Boutz'n (Oberlauf. Gewerbebl.) erhält man für Eifen- und Steinverbindungen besuche, nennen sie mir Mutter Schulzen. Uebr'gens habe ick jute Maare, von Bedrug is aar keene Rede bei mir." Präsident: „Aber Sie sind doch des Betruges angeklagt und zwar im wiederholten Rückfalle." Angeklagtei „Ick wer' Ihnen det mal erklären. Ä stehe also det Abens an irjend eene Ecke - et war mir einigermaßen neblig, denn £ hatte 'nen iuten Fretnd jetroffen — UN weene so vor mir hin, weil ick noch gar Ät verkooft und zu Hause 'nen kranken Mann hatte. Uff eenrnal fragt mir eene Dame, warum ick weene. un ick wer ihr mein Le'd ooch vortragen. I, sagte die Dame, kommen Se gelegentlich man in meine Wohnung tn die Perlebergerstraße, Mutterken, ick koofe Ihnen en Pfund Butter, en Schock Eier un och wat Ines ab. Jut, sagte ck, Madamken. ick were kommen - meine Maare 's Mt, verlassen Sie sich uf mir. Andern Dags also hin nach de Perlebergerstraße. In de Wohnung frage ick nach de Madame, un als mir en Herr sagt, se wäre nich da, erzählte ick ihm, det se mir her- bestellt hat. Er nennt mir ooch Mutter Schulzen, nimmt mir 6 Liter Jries ab un h’ nrat mir die mit 3 Mark- Det is Allens, meine Maare is jut, bedrogen habe ick nie nich" Die Beweisaufnahme ergibt jedoch, daß Mutier Martin die 6 Liter ordinären Kriesmebls unter Vorspiegelung falscher Thatsachen und zu einem viel zu hohen Preise kn den Mann gebracht ha? Sie wird deshalb wegen Betruges im wiederholten Rückfalle m 3 Monaten Gefängniß verurtheilt, obwohl sie bis zum letzten Augenblick betheuert, daß ihre Maare sehr jut und von Bedrug kene Rede" gewesen^ einen sehr haltbaren Kitt durch eine Vermischung von Glycerin mit Bleiglätte, welche zu einem Brei vermengt, rasch zu verbrauchen ist, da die Masse schnell erhärtet. Dieselbe eignet sich sehr gut zum Dichten von Eisen auf Eifen, zum Verkitten von Eifen in Stein, für welchen letzteren Zweck sie allen anderen bisher gebräuchlichen Mitteln vorzuziehen sein soll. Der Kitt ist um so haltbarer, je mehr Wasser die Bleiglätte aufsaugt, bei mehr trockener Glätte bindet er nicht so gut; zu seiner Bereitung darf nur ganz reine Glätte verwendet werden. — (Glasschalen zu vergolden.] Glasschalen lassen sich am leichtesten und dauerhaftesten folgendermaßen vergolden: Man bestreicht die Stelle mittelst eines Haarpinsels dünn mit einer Wasserglaslösung von 33pCt.; daraus legt man vorsichtig echtes Blattgold und drückt es mit einem trockenen Pinsel oder Watte gleichmäßig an- Nun erwärmt man die Schale allmälig bis zu 30° R- und glättet den vergoldeten Rand mit einem Knochen ober bergt Das überstehende Gold radirt man nun fort und läßt es in erhöhter Temperatur völlig austrvcknen. Zu beachten ist, daß man das überstehende Gold fortrabtren mutz, bevor bte Wasserglaslösung völlig trocken ist, weil es sich sonst schwer fortbringen läßt und die Vergoldung ungleich ausfällt. (Wasserglas- Untergrund für das Aufträgen von Bronze hat bekanntlich R. Böttger schon vor circa 10 Jahren angegeben ) 731) üeber die Höhe der Kosten, welche die Einrückung einer Anzeige in eine oder mehre Zeitungon verursacht, wird man sich niemals enttäuscht sehen, wenn man von der Annoncen - Expedition von HAANEÄ'STElIV de VOG1LEH in Frankfurt a. M. (Karlsruhe, Stuttgart oder München) zuvor Auskunft ein fordert, die auch hinsichte der für den feweiligen Zweck geeigneten Blätter auf Grand reicher Erfahrungen und gründlicher Beobachtungen zuverlässigen Bath ertheilt Wafferwärme der Lahn. Am 26. Juli, Mittags zwischen 11 und 12 Uhr: 4-16° R-, Luftwärme + 15 R- L. Cjh r. Rübs am en. Ladung. Nachstehend bezeichnete Personen: 1) Geometer Heinrich Fatum auH Lindenstruth, Kreis Gießen, zuletzt daselbst, geb. am 24. Juli 1847, 2) Schuhmacher Philipp Melchior Zimmer aus Geilshausen, Kreis Gießen, zuletzt daselbst, geb. am 30. Mai 1853, 3) Knecht Johann Ludwig Dickel aus Ober-Ohmen, Kreis Alsfeld, zuletzt daselbst, geb. am 29. Januar 1851, jetzt sämmtlich unbekannten Aufenthaltsorts, werden beschuldigt: als beurlaubte Reservisten bezw. Wehrleute der Landwehr ohne Erlaubniß ausgewandert zu sein , — Übertretung gegen § 360,3 St. G. B. Dieselben werden aus Mittwoch den 4. Oktober 1882, Vormittags 8 Uhr, vor das Großh. Schöffengericht zu Gründergzur Hauptverhandlung geladen. Bei unentschuldigtem Ausbleiben werden dieselben auf Grund der nach § 472 St. P. O. von dem Großh. Bezirks- Commanoo Gießen ausgestellten Erklärung verurtheilt werden. Alsfeld, den 24. Juli 1882. Der Großh. Amtsanwalt. 4972 Sandmann. Oeffenttiche Zustellung. Der Darlehnskaffen-Verein (eingetragene Genossenschaft) zu Dorlar, vertreten durch Rechts-Anwalt Dürr in Wetzlar, klagt gegen die Eheleute Andreas Döring und Margarethe, geb. Bender von Gleiberg, jetzt ohne bekannten Aufenthalt, wegen rückstän- btger Zinsen des Darlehns - Capitals von 1700 JL laut gerichtlicher Schuld- UAd Pfandverschreibung vom 9. November 1880 für die Zeit vom 15. Mai 1880 bis dahin 1881'mit dem Anträge auf kostenfällige Verurtheilung der verklagten Eheleute zur Zahlung von 93 Jl. 50 H an Kläger, unter solidarischer Haftbarkeit, und ladet die Beklagten zur mündlichen Verhandlung des Rechtsstreits vor das Königliche Amtsgericht zu Wetzlar auf den 31. Oktober 1882, Vormittags 9 Uhr. ' Zum Zweck der öffentlichen Zustellung wird dieser Auszug der Klage bekannt gemacht. Wetzlar, den 15. Juli 1882. Der Gerichtsschreiber des Königlichen Amtsgerichts. I. V.: 4-971 Münch. Zum Emmachen empfiehlt guten, haltbaren Weinessig, Zucker und seine Gewürze 4881 Karl HolTmaun. Allgemeiner Anzeiger. Donnerstag den 3. August und die folgenden Tage, Vormittags von 9 bis 12 Uhr und Nachmittags von 2 bis 5 Uhr, wird im Saal des Gasthauses „Zum Einhorn" dahier das zur Stückrath'jchen Concursmasse gehörige M.öbeUaget\ bestehend in Buffets, Glasschränken, Herren- und Damenschreibtischen, Spiegeln, Tischen, und Polstermöbeln aller Art, Schlafzimmereinrichtungen, Salonmöbel, lakirten Möbel, Nippsachen, Goldleisten, Gallerieen, Vorhängen und sonstigen Möbelstücken, sowie einem feuerfesten Kaffenschrank öffentlich gegen Baarzahlung versteigert. Die zu versteigernden Gegenstände können Mittwoch den 2. August von Nachmittags 2 Uhr an, angesehen werden. Gießen, den 26. Juli 1882. 50t. Pilger, Concursverwalter. 4974 coööQöäöäöööSööäöööööääööäö^roGGöoääD § Kaffee zu Engros-Preisen aus Hamburg 8 ö - Zoll und Porto frei, gegen Nachnahme — Q 8 in Säckchen von 9l/2 Pfd. netto. H Feinschmeckender Rio........per 9'/z Pfd- 8,50, k D höchst Campinas Santos u- afr. 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Juli er., Vormittags 10 Uhr, findet die Verdingung der in der Zeughauskaserne erforderlichen Schreinerund Glaserarbeiten, veranschlagt zu 2300 «A;. in dem Bureau der Garnisonverwaltung in öffentlicher Submission statt, wozu qualificirte Unternehmer mit dem Bemerken eingeladen werden, daß Kostenanschlag und Bedingungen in dem bezeichneten Bureau zur Einsichtnahme ausgüegt sind. 4865 Gießen, den 21. Juli 1882. Grohh. Garnisonverwaltung. Mobilien-Verfleigerung. Donnerstag den 27. Juli l. I., Nachnnttags 2 Uhr, werden im Hause des Herrn Gg. Lüde- king, Teufelslustgättchen C- 167, wegzugshalber Möbel, als: Kommode, Sopha, Tische, Stühle, Kleiderschränke, Bettstellen, 1 Kinderwagen, Küchenschrank mit Glasaufsatz, Küchengeräthe, Bütten, Einmachfässer, sowie eine Parthie Küferwerkzeug gegen Baarzahlung versteigert. Gießen, den 23. Juli 1882. Hoffmann, 4897 Ortsgerichtsmanm AeitzeSotES. 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Mit Porträt. — Kleine Bilder aus England- Von Ludwig Frei: Herrn von Ompteda- IV. Der Kaufmann von Liverpool. — Am Familientifch: Ein Hilferuf aus Kroatien. — B ischof Martensen über Jakob Böhmens Mystik. — Zum Namen Taufik- — Gefrorene Thiere. — Schleichpatrouille. Zu dem Bilde von Th Rocholl. — Gesundheitsrath. Mit zwei illustrirten Beilagen: Der Straßenkampf in Alexandrien. Mit W bildung: Die Unruhen „ in Aegypten: Stürmung eines Europäern gehörigen Ladens in Alexandrien durch Eingeborene. — In unserer Spiell'cke. — Dre Ver- theidigung des Kieler Hafens. Von Hanns v-Spielberg- Mtt zwei Abbildungen. Leere Lhampagnerslaschkir werden gekauft von Otto Luft nn „Löwen".___________________M 4932 Ein braves Mädchen vom Lande im Alter von 14 bis 16 Jahren wird zr miethen gesucht. JZBo ? sagt die_Exped- d._Bl-I Ankauf von Lumpen und Knochen, Papier, Akten. 3763 Louis Rothenberger, Neuenweg 194., Billets » 60 H, für Hin- und Rückfahrt gültig, werden bis zum Sonntag Mittag 12 Uhr bei Herrn Wilhelm Herbert, Marktplatz, und Carl Lüdeking, Seltersweg, spater am Bahnhof ausgegeben. Kinder unter 12 Jahren fahren frei.Der Vorstand. Sonntag den 3». Juli im Rt n n' schen G a r t e n Concert von dem Gesangverein „Eintracht" Die so beliebten Jilet-Unterkleider (Jacken und Hosen), sowie leichte Unterhosen und Unterjacken in Seide, Wolle und Baumwolle in allen Größen und Weiten empfiehlt zu billigen Preisen 3419 U. Rübsamen. Krausen 85 Kragen empfiehlt in großer Auswahl 4822 A. Fangmann. Wenzel s Garten Donnerstag den 27. Juli: 6. u. letztes ibonnement-ConMiit Die Str fitz eingehend e die Interessen $ geringem Maße der „Köln. Ztg. welcher der Ged M tischen Frac Die Ani Regierung und vatore Nomano' Mundstück des $ Frieden noch nii Gesandtschaft b Wchoss-Sitze ft dm. Man müs dach hierbei schw wünsche nichts l aber wch an $ Der Mch Der . NWt Dar. Die in P dieitztage haben Mhe emngen W in Landch 5469 Stimmen AchtenegMvvtz An Passau erhie geben wurden, ' lages beitreten, n Sn Ocfti JufurgsordnM *n Cmdidatm "chuweisen Hal d"z-chen, me Unwerfität nern Vui unb ein n l*1 di- Prüf be M * '^Herie am 373 Alle Schirmreparaturen, sowie das Neu-Ueberzieken von Regenschirmen wird bestens besorgt von Je Weitzenkorn, ___ Schulstraße 19.________ Tüchtig^Schreiner sucht Chr. Weiß.4888 Negligehaaben in großer Auswahl empfiehlt billigst 4817 A. Fangmann« Zwiebelkuehen Montag, Mittwoch und Freitag Morgens um 9 Uhr. 4439 Fr. Hennings, Seltersweg. 4975 Das Einrahmen von Bildern und Anfertigen von Spiegeln in allen Größen wird gut ausgeführt bei Glaser Luh, Neuenweg. '4970 Ein junger, kräftiger Bursche als Knecht gesucht von Georg Jeffel, Pferdehändler. Weilburg, den 25- Juli 1882. Zu dem am 30. Juli stattfindenden BALLE laden ergebenst ein Salzhausen. 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Rhein-, Nahe- & Moselweine Bei ungünstiger Witterung findet das Concert im Saal statt. Anfang 9 I hr. — JEntree 90 Vfg. NB Die Abonnementskarten sind an der Kasse abzugeben. 49*2 4973 Ein Familienlogis im Vorderhaus und ein Familienlogis im Hinterhaus zu verNriethen. Louis Lonh, Marktstr. 1483 Kleines Logis zu vermiethen. Adolf Hotz, Schützenstraße. 4980 Ein kleines Logis zu vermiethen. Sonnenstraße B- 106. 4933 Ein Logis, Stube, Kabinet und Küche nebst Zubehör, zu vermiethen. ______Gg. Unverzagt, Kaplansgasse^ 4929 Zwei möblirte Zimmer nebst Burschenstube sind in der Nähe des Ludwigsplatzes an einen Offizier zu Der; miethen. Näheres bei der Exped. ds. Bl- 4870 Ein kleines Logis an ruhige Leute vermiethet_________E. Noll, Neustadt. 4814 Ein kleines Logis zu vermiethen- ___________, I. Retter, Neustadt. 2461 Ein kleines Familienlogis zu Der; miethen. Rothenberger, Kaplansgasse. 4603 Familienlogis zu vermiethen bei ______________I. 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