»Ner *’8äft • e«„ a r*lUse, Me 3415 'Seibel. abier, •18%, undBramtv^, ltoafcr empfiehlt Neufick D. 62. ^iÜar?istWg 1 dcrExped.ds.U Ster? saus 1» nach Angabe mit musterhafter Aus- 218 ochstätter. »9 ituilg. 10. Ziltzrgang. Zeitung, in Berlin Deutschland tjorjuo?- en Kreisen der $r iTleute u. verbreitej, LnslayesürJM , sür die IgesMm ellt ist, von gonjbt ürtsawkeit. in - bie für Mr- Vermögen, - die für den Lein s 9M Wt Ä, nM «tM .eMenZurisicn »onnenten kostentrei lle Börsenrcsereiiten tnng den Lesern eine Vttliner Tases- rteiische Kritiken den namhaftesten !undschau aus der leuchtet in anerkan Tages. Der vor- Jacfmore, ivelcher eutschland mM A intEÄ atz gkbl9M'l , 1.80; M« ()•< 1 p* . / y*f Bureaur Schulftraße B. ib. fityrt hat. ^ dudavüsth, 21. Juni, wird den „Verl. Polit. Nachr." geschrieben: Keit Wochen hält der mysteriöse Fall Tisza-Eslür ganz Ungarn in Span- nuna und sind die Wandlungen dieser Angelegenheit ganz dazu geeignet, die Gcmüther nicht zur Ruhe kommen zu lassen. An die Mythe, daßdasEhnsteN' Mädchen Esther Solymossi zu rituellen Zwecken vom israelitischen Schächter geopfert worden wäre, glaubt kein vernünftiger Mensch, unerklärlich ift es aber bafe bie beiden Söhn- des Schächters gegen ihren Vater zeugen, obwohl - we man aus ganz authentischer Quelle erfährt - besonderes Augenmerk darauf adeat wurde daß die Aussagen dieser Zeugen ohne ein Merkinal von Pression m Stand kmnen Kurz und gut, das räthselhaste Loos der Verschwundenen ist Tn* immer nicht aufgeklärt, dafür aber wird eine falsche Esther Solymossi ast von Woche zu Woche bisher als Lebende und zuletzt als Leiche gefunden. A s inan "diese Woche einen halb verwesten Mädchenkörper mit den Kleidern der Verickiwundenen anqethan aus den Wellen der Theiß zog und m ihrem an die Land gebundenen Tuche noch Ueberbleibsel der Farbe fand, um welche ste auf ihrem letzten Gange in den Laden geschickt worden war, glaubte man das Räthsel endlich gelöst. Nun aber stellt es sich heraus datz es nicht d,e Leiche des Mädchens sondern eine fremde Leiche ist, wahrscheinlich schon als solche in's Wasser geworsen und in Kleider gesteckt, die ,enen ähnlich oder gar dieselben sind, welche das verschwundene Mädchen getragen hat. Wer da der Thäter ist, was seine Motive waren, laßt sich zur Stunde noch nicht bestunmen. Die antisemitische Partei benützt nun diese fortwährende Erneuerung derselben Angelegenheit und die damit verbundene Irritation der östentlichen Meinung,um aeaen die Juden zu Hetzen, in Brandfchriften, die zu Tausenden unter das Volt aeicknckt werden, und es ist wirklich ein Beweis friedlicher Anlagen, daß das Volk um Tisza-Eslär herum bisher sich trotz alledem auch nicht die kleinste Unordnung zu Schulden kommen ließ. Zmn Glück ist, der Schauplatz eme magyarsiche Gegend, eine slavifche Bevölkerung hätte sich schon langst zu That- lichkeiten hinreißen lassen. -------- «rei» viertelfichrlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Erscheint täglich mit Ausnahme des Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mari 50 P - Die Nachrichten hiesiger Morgenblätter, daß in der Angelegenheit der Ministerkrise bereits die Allerhöchste Entscheidung getroffen ser, bestätigt sich mcht. Das Entlassungsgesuch des Finanzministers bildet zur Zett noch Gegenstand der Verhandlungen von Ems aus, wo bekanntlich der Kaiser augenblicklich wei t , allerdings wird aber für die nächsten Tage schon eme Entscheidung erwartet. Die Combinationen über den Nachfolger des Ministers Bitter mehren sich wenngleich nach wie vor der Staatssecretär im Reuhsschatzantt Herr Scholz m erster^Neihe hierbei steht. So wird von einer Seite daran festgehalten, daß Mrst Bisinarck selbst die oberste Leitung des Finanzministeriums memgstens für die Zeit übernehtnen würde, als die Fiaanzreform im Vordergründe e). maßaebenden Kreisen findet diese Coinbmation übrigens keme Bestätigung. 1 Berlin, 25. Juni. Der Architect Paul Wallot m Frankfurt a. M. erbielt für seinen allgemeine Bewunderung erregenden Entwurf zum Neichstags- <. .. /'svvßttn • Mr Staat und Stadt") den ersten Preis Mit fast an Omstim- miakeit grenzender Majorität. Morgen werden von der Jury biejmigen Eitt- würfe welche angekauft werden sollen, ausgewählt. Die unentgeltliche Besichtigung der Entwürfe in dem provisorischen Kunstausstellungsgebaude findet voni 281 ^Straßburg"? 24.^Juni. Dem „Frkftr. Journ." wird von hier aus telearavbirt' Ich halte meine Nachricht von der Intervention des Kagers zu Gunsten^ der Verrufs stellen des Inhabers Braun in Münster trotz des Dementis in ihrem ganzen Umfange aufrecht. England. e 95 cjimt Der Observer" meldet aus Alexandrien vom stÄ s «t ssm ÄSni sichert^werde da? die ^au? den Wasserwerken stationirten Geschütze mcht feuern. (Frkftr. Ztg.). Türkei. KonNantinopcl. 24. Juni. Anläßlich der officiellen Notification von . SStt Conferenz gab der Botschafter Graf Corti gegenüber dem Minister des Aeußern dem Bedauern Ausdruck, daß ein Vertreter der Türkei nicht zugegen gewesen und fügte hinzu, daß Konstantinopel als Conferenz- ort gewählt fei, um die Verhandlungen zu erleichtern und zu fordern. Telegraphische Depeschen. Wolff s telegr. Correfpondenz'Brrrearr. 25 Juni. Der heute stattgehabten großen Regatta wohnte Se. WterVaM der Veranda des Kursaales ben Der Ehrenpreise. Majestät wurde von der Frankfurter „Germaniabig 700 sperfonen Berlin, 25. Juni. Eme Vormittags ftattgepabte Reichstag um besuchte Aib-it-rv-rsamwlung, behuss ®^Ont06eit|ta?e§ wurde polizeilich uusgelöst Einführung eines gesetzlich geregelten Normalard g , $ Eonrad. auf Grund des Soeialtstengesetzes wegen einer Red- de , wird aus Kairo Frankfurt a. M., 25. Juni. Zer „Frankfurter ^enung w£)rin eT gemeldet, der Khedlve habe einen offenen Brief an Ragh ^elc^e dem Handel und die massenhafte Auswanderung der Europäer beklagt, d ch^ ^ebiüe befiehlt die Wandel Egyptens ein großer Schaber‘ ber stuSf<&rettun0«t »om 11- Suhi strengste Untersuchung zur Ermittelung der Uryeoer verworfen werden, anzustellen. Dieselben sollen einer exemplarischen meIbet/ daß die vier 5 Marseille, 25. Juni. Ein Telegramm au ex „ Don ben „Messagenes Transportschiffe „Jnnon", „Correze , ,, Emigrirten an Bord sich auf dem maritimes“ und der „Compagnie fraissinet mu Wege nach Marseille befinden. be§ General-Gouverneurs von Odesfa 6 Petersburg, 25 Juni. Auf Anttag ^hodoxen Priestern und K.rchen- sind durch Synodalverfügung vom 16 d. Mis um Beilegung der Judenexceste dienern in den südrussischen Eparchreen, ^^hnungen verliehen wordni. — Das im Mai 1881 besonders verdient S^acht, ^ ^ Vabi Pgscha's, sich dem Befehle „Journal de St. Petersburg" meint., d»e W ^rung wdl bie Armee dagegen ser, des Sultans gemäß nach ^Herstellung geordneter Zustande tn Egypten hinzuwirkm.b _ etger« veröffentlicht die durch kaiserlichen Tagesbefehl - Der „Regierungsanzeiger v i Warschauer Gensdarmerie-Beznks vom 24. ds. erfolgte Ernennungs des des Innern un er Zuzahlung Generalmajors Orschewsky z b t>e§ Finanzministers besagt, daß die von ewigen zum Generalstab. Ein Eomutumq .^^z^nisterium beabsichtige auf den Export von Zeitungen gebrachte ^^^n, vollkommen unbegründet sei. Getreide einen Zoll zu l 0 & Ruhe wieder hergestellt ist, werden Alexandrren, Aeutslylttud. »»Ä» 8S» Ä mm Vorttag dm Staatsminister Frhrn. v. Starck, ben Munst-nalprasid-nt @^leieÄ9abt,@M.3un^ der Großh. Staatsminister Frhr. „ StaTck si" a-st-rn nach mehrwöchiger Abwesenheit wwöer hier emgetroff m Berlin 23. Juni. Soeben ist dem englischen Parlammte em neues ?3°Äai reicht Trotzdem^ ^«(ato'SS 3 M-Lg^e E sfe «st orientalischen Aspirationen der aUiirten Republik, verdient aber Beachtung als Beitrag zur Klärung — und vielleicht zur Vereinfachung der allgemeinen Situation, ^ne ^deutsame Nachricht überbringt uns der electrische Draht aus St Petersburg Graf Tolstop, der neue Minister des Innern, hat an die Gouverneurs des Czarenreichs ein Rundschreiben versendet, welches den elben die volle Verantwortung sür etwa fortgesetzte Judenverfolgungen aufburdet und alle Beamten mit strengster Ahndung bedroht, ivelche, un Widerspruch mit dem Geist und den Pflichten ihrer Stellung, sich fernerhin zu Werkzeugen der antl- femitifchen Agitation hergeben. Dieser Erlaß des Grafen Tolstoy wird, wie er dem Charakter und der Geschäftsführung des Ministers zur hohen Ehre^^ge- reickt auch nicht verfehlen, in der civilisirten Welt den besten Eindruck zu machen, welch' letztere, wie sie auch sonst über Berechtigung und Opportumtat der ioa Judenfrage" denken mag, den Abscheu niemals verheimlicht Hat , den ihr das Jgnatieff-sche Reeept zur Lösung jener „Frage" alleze t erweckte Hoffen mir daß es dem Grafen Tolstoy gelingen möge, den moralischen Bankerott zu redresstren, welchem sein Anttsvorgänger das russische Staatswesen entgegenge- Bekanntmachung. r 1() JE lNKgeHK und Bienenzucht-Geräthen zu veranstalten Gießen, den 24. Ium 1«»2. Boekmanm — 146 Dienstag den 27. Juni 18821 ii'hener Anzeiger Amis- imb Anzeigeblati für den Kreis Gießen. die auswärtigen Geschwader ihren Aufenthalt in den egyptischen Gewässern üoi> aussichtlich nicht lange ausdehnen. Mauersteine aus granulirten Hochofenschlacken (Schlackensand). Im Auftrage der Königlichen Regierung zu Arnsberg hat der Baurath Häge in Siegen vor Kurzem ein Gutachten über die Siegener Hochofenschlackensteine aus- gearbettet und dasselbe als Broschüre veröffentlicht. Wir theilen aus dem Inhalte des in mancher Hinsicht interessanten Heftchens, welches sich sehr ausführlich über die Herstellung, Eigenschaft und Verwendbarkeit der Schlackensteine als Baumaterial verbreitet, Einiges mit, da dieses Fabrikat seit Kurzem auch auf der hiesigen „Margarethenhütte" durch die Firma Albrecht Stein hergestellt wird, demnach auch für unsere Gegend von Bedeutung zu werden verspricht. Seit Langem schon war es ein Hauptbestreben der Hüttentechniker, in irgend einer Weise für die von Jahr zu Jahr zunehmenden Schlackenmasscn eine geeignete Verwendung zu finden. Die in gewöhnlicher Weise fabricirten Schlacken waren fast ganz werthlos und verursachten außerdem den Hüttenbesitzern meist große Kosten für Abfuhr und Lagerplätze. Ihr Verbrauch bet Wegebauten war ein ganz unerheblicher. Erst als man das Verfahren anwandte, die Schlacke glühend in einen lebhaften Strom kalten Wassers zu letten, gelang es, sie zu einem gleichmäßigen Korn zu granu- liren und dadurch einen Sand herzustellen, der tn der Verbindung mit Kalk einen Mörtel von größter Festigkeit, welcher dem Cementmörtel nur wenig nachsteht, abgtbt. Eine wettere Benutzung erfuhr der durch die Granulirung gewonnene Sand bet Pflasterungen. Schon früher war der Versuch gemacht worden, Schlacke zur Herstellung von Mauersteinen zu verwenden. Das erste Unternehmen dieser Art mißlang aber, weil die absolute Undurchdringlichkeit der aus purer flüssiger Schlacke hergestcllten Steine deren Gebrauch bei Bauten nicht zuließ; ein zweiter Versuch, Steine aus gepochter oder gemahlener Schlacke unter Zusatz von Kalk herzustellen, scheiterte, weil das Zerkleinern der Schlacke (das Verfahren des Granulirens war damals noch nicht bekannt) sich als zu kostspielig erwies. Erst als man billig granultren gelernt hatte, wurden die Versuche wieder ausgenommen und zwar diesmal mit bedeutendem Erfolg. Das Erhärten der aus granulirter Schlacke (Schlackensand) in Verbindung mit Kalk hergestellten Steine geht rasch vor sich. Die getrockneten Steine haben eine grauweiße, ziemlich gleichmäßige Farbe, ein grobes Korn und da sie nicht gebrannt werden, sehr scharfe Kanten und absolut grade Flächen, was sehr wesentlich, da das Vermauern bei bedeutend geringerem Mörreloerbrauch leicht und rasch von Statten geht. Das Abputzen der fertigen Mauern mit verdünnter Schwefelsäure gibt denselben eine hübsche perlgraue Farbe; übrigens nehmen die Steine auch jede beliebige Kalk- und Cementfarbe begierig auf und halten sie fest. Die Beständigkeit der Steine gegen Wetter und Wind gilt in der Osnabrücker Gegend, wo sie zuerst verwendet wurden, als unzweifelhaft erprobt und sind die Steine dort bei dem Bau zahlreicher Wohnhäuser, industrieller Anlagen u. s. w. gebraucht worden; sogar zur Herstellung von Kaminen und selbst zur Ausmauerung von Kalkbrennöfen und zur Einmauerung von Dampfkesseln haben sie gedient. Die von Herrn Häge auszüglich mitgetheilten Ergebnisse der Untersuchung der Schlackensteine durch die Versuchsstation für Festigkeit von Bausteinen in der Gewerbe- Akademie zu Berlin lassen eine ganz bedeutende Festigkeit dieses Baumaterials erkennen, wie sich aus nachstehender Tabelle ergibt. Auszug aus dem Versuchs-Journal der Station zur Prüfung der Festigkeit von Bausteinen in der Königlichen Gewerbe-Akademie zu Berlin Einsender der Proben: Herm. Lück tn Haardt a. d. Sieg. Resultat der Prüfung: Zeigte Risse Ward zerstört bet Kilo pro Dem. bet Kilo pro Dem. Durchschnittsresultat von 5 Schlackensteine I. 144,9 186,2 „ „ 5 „ II. 116,2 148,3 „ „ 5 Ztegelst., weiche 58,9 90,9 „ „ 5 „ harte 84,6 97,8 „ „ 10 „ sehr harte 95,2 117,2 gez. Dr. Boehme. Die Durchlässigkeit der Baumaterialien ist bekanntlich für die Gesundheit unserer Wohnungen von hervorragender Bedeutung, ein gutes Baumaterial muß sowohl für Luft als Wasser durchlässig fein. In dieser Hinsicht lautet nun das Urtheil eines Fachmannes, welcher in Osnabrück fabricirte Schlackensteine einer Untersuchung unterworfen hatte, wie folgt: 1) Die in Rede stehenden Steine sind fast doppelt so durchlässig als Mörtel; in trockenem Zustande werden sie hierin nur vom Kalktuffstein übertroffen ; 2) dieselben saugen Wasser durch Capillarttät sehr langsam auf, und 3) geben das aufgenommene Wasser sehr rasch ab. Sie entsprechen demnach vollständig den Anforderungen, welche man vom Standpunkte der Hygieine aus an Baumaterialien stellt. Daß die Schlackensteine in der That sich als ein außerordentlich brauchbares Baumaterial herausgestellt, beweisen ferner zwei Gutachten des Osnabrücker Technikervereins, welche derselbe der Königlichen Landdrostet daselbst tn Bezug auf die auf der Georgs-Marienhütte fabricirten Steine einreichte und infolge deren die genannte König!. Behörde sich veranlaßt sah, die Aufmerksamkeit der Localbaubeamten auf dieses Materal hinzulenken Auch die Versuchsrefultate der von H. Lück zu Haardt bet Siegen fabricirten Schlackensteine stellen sich als außerordentlich günstige dar. An verschiedenen Wohnhäusern zeigten sich, trotzdem dieselben in theilwetse ungünstiger Zett gebaut wurden, weder feuchte Tapeten oder Wandstellen, noch irgend welche Veränderungen des Mauerwerks. Ebenso sehr bewährten sich die Steine bei der Verwendung zu Gartenmauern, Futtermauern und Feuerungsanlagen. Herr Häge faßt sein Urtheil über die Verwendbarkeit der Schlackensteine wie folgt zusammen: a. Die Schlackensteine erscheinen zur Erbauung von Wohnhäusern und besonders zur Erzielung gesunder, trockener Wohnungen vorzüglich geeignet, selbst bet dürftigsten Baumitteln, es ist dies in einer Gegend, wo die Ziegelsteine diesen Anforderungen nicht entsprechen, von großer Wichtigkeit. b. Die Schlackensteine empfehlen sich zum Robbau der Fa?aden, wofür sie, besonders mit anders gefärbten Lisenen eingefaßt, ein passendes helles Eolorit haben und wofür eoent. das Eolorit in sehr billiger und leichter Weise, durch Tränkung mit gefärbtem Mörtel oder Abwaschen mit Schwefelsäure, modt- ficirt werden kann. c. Die Schlackensteine sind verwendbar zu kleineren Wasserbauten, also Canälen, kleineren Brücken u. s. w. d. Die Schlackensteine sind zulässig zu jedem in Wohnhäusern vorkommenden Schornsteinbau und zulässig für größere Schornstein- und Feuerungs-Anlagen, bei denen die RothglÜhhitze eben erreicht wird. Man sieht wir besitzen in den Hochofenschlackensteinen ein Baumaterial, welches namentlich für Gegenden, tn denen andere Materialien schwer zu erlangen sind, von Bedeutung zu werden verspricht. Lokales. Gießen, 26. Juni. Schwurgerichtssitzung am 24 Juni gegen Kaspar Winter's Eh'frau von Effolderbach wegen Meineids. Dieselbe ist beschuldigt: daß sie in der Privatklagesache des Heinrich Sellheim von Effolderbach gegen die Ehefrau des Heinrich Hahn daselbst wegen Verläumdung vor zur Abnahme von Eiden zuständigen Behörden, nämlich am 31. Januar I. I. vor dem Großh. Schöffengericht zu Ortenberg und am 19. Mai l. I. vor der Sttafkammer Großh. Landgerichts zu Gießen den vor ihrer Vernehmung geleisteten Eid wissentlich durch ein falsches Zeugniß verletzt habe. Die Geschworenen bejahten die Schuldfrage und wurde daher die Angeschuldigte in eine Zuchthausstrafe von l1/» Jahren verurtheilt. Gießen, 26. Juni. In der Aula der Realschule wurde gestern Vormittag 10 Uhr die Jahresversammlung der mittelrheinischen Volksbildungs- vereine abgehalten. Nachmittags vereinigte die Theilnehmer ein Festessen im Hotel Kühne lieber die Verhandlungen des Verbandstages hoffen wir unfern Lesern ein ausführliches Referat demnächst bringen zu können. ' — Bei der gestern in Bad Ems unter colossalem Andrang des Publikums, sowie begünstigt von dem herrlichsten Wetter stattgehabten Kaiser-Regatta gelang es unserer hiesigen Rudergesellschast mit 4-6 Bootslängen gegen den Mainzer Ruderclub zu siegen; der gleichzeitig concurrirende Berncasteler Ruderclub zog vor dem Rennen seine Anmeldung zurück. Die betreffende Mannschaft hatte die hohe Ehre, Seiner Majestät vorgestellt zu werden und den Ehrenpreis der Curoerwaltung, bestehend aus einem versilbert und vergoldeten Trinkbecher, von unserem Kaiser persönlich überreicht zu bekommen. Vermischtes. Darmstadt, 24. Juni. sLandwirthschaftliche Landesausstellung.) Wie aus vielen bei dem Centralausschusse erfolgenden Anfragen zu entnehmen ist, scheint es noch nicht hinlänglich bekannt zu fein, welche Gegenstände die Ausstellung umsaßt. Wir glauben daher die Interessenten, insbesondere die Gewerbetreibenden darauf aufmerksam machen zu sollen, daß sich zur Ausstellung außer den landwtrthschaftltchen Gegenständen eignen: 1) das Fabrikat der Gespinnstpflanzen in den verschiedenen Stadien bis zur fertigen Waare; 2) Hopfendarren, Horden u. s. w.; 3) Flechtwaaren; 4) Obstdarren; 5) Samencollectionen; 6) forstliche Erzeugnisse, Kohle, gehobelte Zündhölzer, Schachtel- spähne, Geräthe, Maschinen und Instrumente zum Zwecke des Waldbaues, der Forstbenutzung, der Forsttaxation; 7) Jagdgeräthschaften, Fangzeug, Geräthe zum Fisch- und Krebsfang; 8) Honigschleudern, Wachspressen, Geräthe und Werkzeuge zur Bienenzucht; 9) Gegenstände der Brennerei, Brauerei, Müllerei, Preßhefefabrtkation, Stärke- und Sagofabrikatton, Essigfabrikation, Conservation von Nahrungsmitteln; 10) Maschinen und Geräthe aller Art, welche in der Milchwirthschaft gebraucht werden, sowie wissenschaftliche Instrumente; 11) landwirtyschaftliche Maschinen und Geräthe jeder Art; 12) hauswirthschaftliche Gegenstände, als Kochheerde und Kochgeräthe, Waschgeräthe, Feuerungs- und Beleuchtungsapparate jeder Art; 13) Producte der Küferei, Wagnerei, Sattlerei; 14) Materialien zu landwirtschaftlichen Bauten; 15) Lehrbücher für den Unterricht und Lehrmittel für den Anschauungsunterricht in den Grundwissenschaften und landwirthschaftlichen Disciplinm. Für alle vorstehend aufgeführten Gegenstände sind Preise, Medaillen und Diplome vorgesehen. Anmeldungen haben bis zum 1. Jult zu erfolgen. Ems, 25. Juni. Die auf heute festgesetzten Versuchsrennen ergaben folgendes Resultat: In dem Rennen 3 Outrigged Gigs für Juniors ist der Berncasteler Ruderclub ausgeschteden. Im Rennen 3 vierrudrige Jnrigged Raceboote fällt der Frankfurter Ruderverein aus, ebenso in Rennen 6 merruderige Outrigged Raceboote. Der Ruderverein wird also bet der Regatta gar nicht thätig sein. Das letzte Rennen, emruberige Skiffs, wird nur zwischen der Frankfurter Germania und der Gießener Rudergesellschaft stattfinden. Um den Kaiserpreis, Trinkhorn auf silbernem Fuß, wird von der Germania und der Rudergesellschaft Sachsenhausen gestritten werden. Sonstige Preise sind: Silberne Pokale, Krüge, Nadeln. 1) Vierrudrige Jnrigged Racebooke für Juniors: Offenbacher Ruderverein 12,24 Min., Mainzer Ruderoerein 12,42 Mm. 2) Vierrudrige Outrigged Gigs: Rudergesellschaft Oberrad 12,2 Min; Koblenzer Ruder- gesellschaft giebt das Rennen auf. 3) Vterruderige Outrigged Gtgs Juniors: Gießener Rudergesellschaft 12,3 Minuten, Mainzer Ruderclub 12,26 Min. Rudergeseltfchaft Germania gewann soeben in prachtvoller Race dm Kaiserpreis gegen die Rudergesellschaft Sachsenhausen mit 24 Secunden Differenz Auch das 4. Rennen wurde von der Germania gegen den Offenbacher Ruderverem gewonnen. (Fr. Ztg.) — Ueber das Alter der Vögel finden wir in einem Feuilleton des „Hamb. Corr." folgende interessante Mittheilungen. Vom Schwan behauptet man, daß er 300 Jahre alt werde. Naumann führt in seinem Werke „Die Vögel Deutschlands" Beispiele hierzu an und auch von anderer Seite wird diese fast unglaubliche Angabe bestätigt. Ihm am nächsten steht der Falke, von dem Knauer in seinem „Naturhistoriker" bemerkt, daß man Vögel dieser Art gekannt habe, die 162 Jahre alt geworden seien. (Sin ähnlich hohes Alter, vielleicht auch ein höheres, erreichen die Geter und Adler. So starb im Jahre 1719 ein Steinadler, der 104 Jahre vorher gefangen worden war und vielleicht vor dieser Zeit schon eine Reihe von Jahren gelebt hatte. Ein weißköpfiger Geier, den man 1706 eingefangen hatte, starb in der Menagerie zu Schönbrunn bei Wien im Jahre 1824, erreichte also das respectable Alter von 118 Jahren in der Gefangenschaft. Schinz erzählt von einem Lämmergeier, den man oft auf einem Steinblock mittem tm Eismeer bei Grindelwald sitzen sah und den die ältesten Männer des genannten Ortes in ihrer Jugend schon auf der nämlichen Stelle bemerkt hatten. Auch Papageien sollen selbst in der Gefangenschaft 100 Jahre und darüber ausgedauett haben A. v. Humboldt erzählt von dem Aturen-Papaget, die Indianer behaupteten, sie verständen ihn deshalb nicht, weil er die Sprache des untergegangenen Aturcy- stammes spreche. Wie die Raubvögel und Papageien, so sehen auch die See- und Sumpfvögel ganze Geschlechter der Menschen kommen und gehen. Eidergänse will man über 100 Jahre beobachtet haben. Auch der von Jung und Alt gern gehörte Frühlingsbote Kuckuck erreicht ein ganz ansehnliches Alter. Man hörte einen solchen, der an einem etwas fehlerhaften Rufe leicht erkenntlich war, 32 Jahre nach einander in demselben Waldbezirke. Eine lehr lange Lebensdauer hat auch der Rabe. Der schon oben erwähnte Naturforscher Naumann behaupte:, daß derselbe 106 Jahre alt werde und von Elstern hat man Beispiele, daß dieselben 20 bis 25 Jahre in der Gefangenschaft aushielten. Im Freien leben sie ohne Zweifel aber noch viel länger. Von unserem Haushuhn wissen wir, daß dasselbe 15 bis 20 Jahre lebt. Der Fasan kann sein Leben auf 15, der Truthahn auf 16 und die Taube das ihre auf 10 Jahre bringen- Nach den Beobachtungen, die an den kleineren Singvögeln gemacht wurden. leben dieselben 8 dis 18 Jahre. Eine Nachtigall hält in der Gefangenschaft höchstens 8 bis 10 Jahre und die Amsel 12 bis 15 Jahre aus, doch weiß man, daß dieselben in der Freiheit weit länger dauern. Der zu einem wahren Stubengenossen gewordene und bei uns in ganz veränderter Farbe erscheinende Kanarienvogel erreicht bekanntlich ein Alter von 12 bis 15 Jahren, lebt aber in feiner eigentlichen Heimath auf den kanarischen Inseln, wo er eine grünliche Färbung hat, ebenfalls länger. Würzburg, 2C. Juni. In der Infanterie-Kaserne vor dem Zellerthor trug sich ein Ereigniß zu, das von den schlimmsten Folgen hätte begleitet sein können. Rasch nach einander erkrankte eine Anzahl der z. Z einberufenen Landwehrleute unter dem deutlichen Zeichen einer Vergiftung Sofort beschaffte ärztliche Hülfe ordnete das Darretchen von Milch rc. an und ist zu hoffen, daß von den 49 Mann, welche erkrankt sind, keiner bleibende Folgen davontragen wird. Die Untersuchung hat ergeben, daß die Mannschaften von einem Salate genossen hatten der rinige Zeit tn einem kupfernen Waschgefätz aufbewahrt worden war, das in seinem Innern sich mit Grünspan überzogen erwies. Danzig, 20. Juni. Ein gräßliches Verbrechen hat am Freitag Abend der Pionier Knebel der 3. Compagnie des hiesigen Bataillons an der Schneiderin Malwine v. Miliowski begangen. Der Unmensch schnitt genannter Dame die Kehle durch, steckte ihr ein Messer in den Mund und schnitt derselben, vom linken Mundwinkel ausgehend, die Backe auf, fuhr um den Hals herum und endete erst an der rechten Backe. Knebel hatte geglaubt, eine größere Geldsumme bei der Dame zu finden. Er fand jedoch nur ein Portemonnaie mit 6 X Inhalt vor und entwendete vermuthlich eine Uhr. — (Mittel gegen die Staube.) Ueber ein Mittel gegen die Staube berichtet die „Neue deutsche Jagdzettung" Folgendes: Die Staube ober Hundeseuche ist eine Krankheit, die wohl jeder Hund durchzumachen hat und die, sofern der Kranke Überhaupt am Leben bleibt, leicht dauernde Nachtheile für die fernere Brauchbarkeit desselben zurück- läßt. Ich wende schon feit Jahren mit gutem Erfolge als Hauptmittel dagegen Ricinusöl in Gaben von 2—3 Eßlöffeln voll täglich an, die dem kranken Hund mit Gewalt einaeführt werden müssen, indem man einen Blechlöffel zuvor zum dritten Thetl mit Wasser füllt und bann das Ricinusöl darauf gießt, da es dann weniger an dem Löffel kleben bleibt. Als Nahrung gebe man dem Hund sauere Milch und frisches rohes Fleisch. Wird dieses Verfahren gleich bei der Entstehung der Staude angewendet, so ist der Hund bald geheilt, ist jedoch die Krankheit so hochgradig geworden, daß das Thier schon kreuzlahm ober doch sehr mitgenommen und schwach ist, so habe ich dann außer dem angegebenen Heilverfahren noch mit bestem Erfolge Dampfbäder angewendet, indem ich springend kochendes Wasser tn ein hölzernes Gefäß goß, über dasselbe ein Sieb (bei größeren Hunden hölzerne Querleisten) und auf dieses mehrere wollene Decken legte. Dann wird der Hund auf diese gelegt und wiederum mit wollenen Isy«: ««ÄS; M'LL ,on11* «Sf; b&ä: ZE,- D2nen Stabien big, EU10*«« M°lzer, Sch«^ Balbbaueg, der farr erSthe zum Fischs, Wbrikatwa, Stadt Mrln; 10) Maschig wtrben, sowie mifia lb Gerathe jeder Sri jcratbe, Waschgeri^ !rJtIet Wagnar ') Lehrbücher für k tn Grundwissenschmr lMltm (Segenfiiti haben bis zum 1.^ men ergaben folgend verncastelerRudercki fällt der Kranksurta iaceboote. Der Mw &te Rennen, einruderize eßener MergeseWasi wikdoon b«@trmania SonMe Preise sind.' kachle für Juniors: 12,42 M'n. 2) Bin- n ,' Soblmzer Mer- gged Glgs $«5: Mainzer RudnÄ prachtvoller Am l Secunden Wieoz Ambacher Awnm che.W , eton des,pamd.M m, bahr 300 W ’mtf ütifpiilt H agabt biftätigt. > inbiftorita* btmtr* geworden \mxi 6> itter unh Wer. 2i> «en xoWn«r^= St. <&m uw irtt zu Schönbmn ie m 118 Ich--» an oft °»I--»--»» « Mm K*. Stelle bemerkt Hakmd darüber ausgedac e Indianer behauB -ntergegangenen M > eben auch die vee> a ..den. Eidergänse» g und Alt L hörte einen M 32 Zabre nai «1®? !$$.» w*’ W*1- T.«fl03*6rl$ !> & unuri« .ehe iAt erkrank t dieE gzgeheA bl-e'Än-«'«^ v-rd'^r ffefÄ jfiäÄgÖ ■tfSÄS ÄÄj Decken belegt, doch muß man stets die bloße Hand unter die Decke beim Hunde hinein- ftecken, damit man das Thier nicht verbrüht und läßt nun dasselbe so lange darin, bis es unverkennbare Zeichen giebt, daß die Hitze zu stark wird- Dabei darf jedoch der Kopf nicht bedeckt werben, um das Athmen nicht zu erschweren. Sobald die Beendigung des Dampfbades angezeigt erscheint, was in der Regel nach 10-20 Minuten geschieht, wird der Hund herausgenommen und in trockene wollene Decken gehüllt, -worauf er dann in der Regel den Schlaf der Genesung schläft. Eine dreimalige Wiederholung dieses Verfahrens in etwa 10 Stunden Zwischenraum hat mir noch nie den Dienst versagt, sogar bei kranken Hunden, die schon völlig kreuzlahm waren. — Eiserne Spirttussässer, wie sie seit einiger Zeit sich namentlich wegen ihrer -großen Haltbarkeit recht gut bewährt haben, werden jetzt auch vom Kesselfabrikant Held in Dresden gefertigt- Diese Fässer besitzen die Gestalt der bisherigen hölzernen Fässer und haben jedes Mal 2 metallene Schraubenverschlüsse zum bequemen Füllen und Entleeren. Fabrikant Held fertigt dieselben zu jedem gewünschten Fassungsraume und in jeder Gestalt unter Garantie der Dichtheit und Haltbarkeit. Hauptsächlich sei aber darauf hingewiesen, daß derselbe bereits jetzt Spiritusfässer nach dem neuen (metrischen) Maßsystem, wie es demnächst zur Ausführung kommt, baut. Diese Fässer zu 100 und 200 Liter Inhalt werden dem Spiritusproducenten, wie dem 'Verkäufer einen sehr erwünschten Ueberblick über die neue Maßeinheit geben, können auch bezüglich des Preises empfohlen werden- — Auch bei Ehr. Schubarth u. Hesse in Dresden kann ein von Held gefertigtes eisernes Faß in Augenschein genommen werden. Handel und Derkebr. Grünberg, 24. Juni. lFruchtpreise vom 24. Juni.) Weizen JL 25.74, -Korn JL. 18.64, Gerste JL 16.36, Hafer Ji. 16.14, Erbsen —.—, Lein Ji. —, •Samen JL —.—, Kartoffeln JL 4.50. Frankfurt, 24. Juni. Auf dem heutigen Markt kostete der Centner Heu je nach Qualität Jl 3.00—4.50, Stroh JL 2.30—3.00, Eier des Hundert JL 4.30—5.40, Butter 1. Qualität JL 1.10, 2. Qualität 1—0.95, neue Kartoffeln das Gescheid 15—20 4, ErK" das Pfd. 20 H, Bohnen JL 0.60-1, Wirsing 15-25 H Blumen- kohl 20—60 H das Stuck. Schinken per Pfd. JL 1.10—120 Ochsenffei/ck Der Md 65-75^ ^^^bisch4o-55, Rindfleisch50-60H, Kalbfleisch50-60Schmestrefl^sch 02—7d Hammelfleisch 35—65 H, 1 Hahn