Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Mittwoch den 26. Juli JL882. r Schulstraße B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. politische Uebersicht. Gießen, 25. Juli. In der inneren preußischen Politik gewinnt die kirchenpolitische Frage durch verschiedene Vorfälle der jüngsten Zeit, wie durch den Zwist zwischen Centrum und Welfen, die Ablehnung der Bittschrift rheinischer Katholiken um Zurückberufung des Erzbischofs Melchers von Köln und die Reise des preußischen Gesandten beim Vatikan, Herrn v.Schlözer, von Rom nach Berlin resy. Varzin, wieder an Bedeutung. Wenn die ersterwähnte Angelegenheit vielleicht auch nicht die Bedeutung hat, welche ihr von mancher Seite beigemessen wird, so ist der häusliche Conflict zwischen der Centrumspartei und deren welfischen Freunden doch nicht ohne Interesse und dürfte wahrscheinlich zu größeren Spaltungen im ultramontanen Lager führen. Von Wichtigkeit aber ist der ablehnende Bescheid, den das Gesuch um Rückberufung des Herrn Melchers an Allerhöchster Stelle gefunden hat, denn die preußische Negierung erklärt hierdurch, daß jetzt die Grenze ihrer Zugeständnisse an den Vatikan und die Kurie erreicht sei und daß man auf letzterer Seite nichts mehr zu erwarten habe, wenn man noch länger zögere, die preußischen Gegenforderungen zu erfüllen. Daß die Rückkehr des Herrn v. Schlözer aus Nom mit der neuesten Wendung der preußischen Kirchenpolitik zusammenhängt, ist unzweifelhaft, wenn aber manche Blätter annehmen, daß Herr v. Schlözer gar nicht mehr auf seinen Posten beim Vatikan zurückkehren werde, so scheint uns diese Annahme über das Ziel hinauszuschießen. Der genannte Diplomat wird sich jedenfalls nur neue Instructionen beim Fürsten Bismarck holen und dann vermuthlich nach Rom zurückreisen. Der bayerische Ministerpräsident und Cultusminister v. Lutz hat plötzlich eine befremdliche Schwenkung nach der ultramontanen Seite hin gemacht. Dieselbe tritt in verschiedenen Maßregeln gegen die drei bayerischen Landes-Universitäten hervor. Den altkatholischen Professor Friedrichen der Universität München versetzte Herr v. Lutz aus der theologischen in oie philosophische Fakultät, trotz des Protestes des Senates der Universität. Die Universität Würzburg hatte für eine an ihr erledigte Professorstelle einen freisinnigen Philosophen in Vorschlag gebracht, Herr v. Lutz aber will die Stelle mit einer ultramontan angehauchten Persönlichkeit besetzen und ein ähnlicher Fall spielt bezüglich der Universität Erlangen. Glaubt vielleicht Herr v. Lutz, sich durch ein derartiges Verfahren seine Gegner in der Münchener Abgeordnetenkammer geneigt zu machen? England hat in der vergangenen Woche die Vorbereitungen zur Absendung des nach Egypten bestimmten Expeditions-Corps zum Abschluß gebracht. Zum Oberstcommandirenden desselben wurde von der Königin General Wolseley, der Sieger im Zulukriege, und zu seinem Generalstabs-Chef General- lieutenant Ady ernannt. Die Stärke der Expeditionstruppen wird sich einstweilen auf etwa 14,000 Mann belaufen, von denen ein Theil bereits am Sonnabend, den 22. ds., eingeschifft worden sein soll. Ueber die Thellnahme Frankreichs an der Expedition verlautet noch nichts Näheres, dagegen tauchen ziemlich bestimmte Gerüchte über die eventuelle Theilnahme Italiens auf. Man glaubt, England werde sich der Einladung an eine dritte Macht (Italien) zur Betheiligung an dem Unternehmen bereitwillig anschließen. Von Indien, und zwar von Bombay aus, sind bereits am vergangenen Freitag zwei große Transportdampfer mit indischen Truppen nach Egypten abgegangen. Die Engländer werden sich demnach binnen kürzester Zeit in den Stand gesetzt sehen, gegen Arabi Pascha, der in den letzten Tagen bedeutende Verstärkungen an sich gezogen haben soll, die Offensive zu ergreifen. Die Position des egyptischen Dictators soll indessen eine äußerst starke sein, so daß die Engländer wahrscheinlich einem harten Strauße entgegengehen. — Das englische Unterhaus hat am vorigen Freitag die irische Pachtrückstands-Bill mit 285 gegen 177 St. in dritter Lesung angenommen, was man in Irland wohl mit Genugthuung begrüßen wird. Die russische Regierung ist nun endlich aus der Reserve, welche sie bis jetzt in den egyptischen Angelegenheiten einnahm, herausgetreten. Das officiöse „Journal de St. Pötersbourg" bemerkt bezüglich des neulichen Artikels der ,sTimes" über die ablehnende Haltung der Pforte, wenn die Ablehnung der Einladung zur Intervention offiziell constatirt sei, dann werde die Conferenz andere Mittel üsis Auge zu fassen haben. Die englische Negierung könne annehmen , daß man die englischen Truppen auffordern werde, an der Pacification Egyptens theilzunehmen. Die „Times" scheine aber andeuten zu wollen, daß das englische Cabinet aus eigener Initiative handeln und sich an Stelle der Mächte setzen wolle. Man hat wohl nicht mit Unrecht in dieser Aeußerung des russischen Regierungsblattes eine Mahnung an England zu erkennen, in Egypten nicht allzusehr auf eigene Faust zu handeln. Die nun endlich vorliegende Antwort der Pforte auf die Einladung der Conferenz zur Intervention in Egyten ist eine wahre Musterleistung orientalischen Diplomaten-Styls. Die Conferenz hatte von der Pforte ein bündiges Ja oder Rein verlangt, statt dessen aber rücken die türkischen Staatsmänner unter allerlei schwülstigen Redewendungen mit der geradezu verblüffenden Erklärung heraus, daß die Türkei jetzt, in der elften Stunde, an der Conferenz thellnehmen wolle! Zugleich wird aus Konstantinopel gemeldet, daß die Pforte den Mächten Gegenvorschläge machen wolle; entweder sollen türkische Commissare das westmächtliche Crpeditions-Corps nach Egypten begleiten oder die Türken sollen Kairo und .xandrien besetzen und die europäischen Truppen den Suezkanal decken. HcyMtlich lassen sich aber die Mächte der Türkei gegenüber auf nichts mehr ein. Arabi Pascha, der Dictator Egyptens, hat den „Krieg bis auf's Messer" gegen die Engländer proklamirt. Er versandte eine hierauf bezügliche Kundgebung an die Gouverneure der Provinzen und drohte allen denen, welche das Vaterland verriethen, indem sie den Engländern Hilfe leisteten, die strengste Bestrafung an. Alle noch in Ober- und Mittel-Egypten befindlichen Truppen haben Befehl erhalten, unverzüglich nach Kairo abzumarschiren und sich dort zu concentriren. Ueber die Stärke der unter Arabi Pascha im Lager von Kasre - el - Dawar stehenden Truppen lauten die Angaben verschieden, doch hat der Dictator mindestens 10,000 Mann unter sich, welche durch die Ulemas gehörig fanatisirt und entschlossen sind, den Engländern den äußersten Widerstand zu leisten. Deutschland. Darmstadt, 24. Juli. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 16. Juli den ordentlichen Professor Dr. Stade zu Gießen zum Rector der Landes-Universität für die Zeit vom 1. October 1882 bis dahin 1883 zu ernennen. Berlin, 22. Juli. Soeben ist als eine hochbedeutsame Publikation der Bericht über die Ergebnisse der Reichspost- und Telegraphenverwaltung während der Jahre 1879 bis 1881 ausgegeben worden. Wir entnehmen demselben, daß auch in diesem Zeitraum das Post- und Telegraphenwesen des Reiches einen erfreulichen Aufschwung genommen hat. Unter den Segnungen des Friedens haben die Umgestaltungen in der Verwaltung und m dem Betriebe, welche durch eine Verschmelzung der beiden Zweige des Reichsdtenstes, durch die Errichtung des Weltpostvereins und durch den umfassenden Ausbau der Post- und Telegraphenanlagen eingeleitet waren, zum gedeihlichen Abschluß gebracht werden können. Durch die Wiederbelebung der industriellen und gewerblichen Thätigkeit, sowie durch die Vermehrung und Vervollkommnung der Verkehrsanlagen und Einrichtungen hat der Post- und Telcgraphenverkehr eine erhebliche Steigerung erfahren. Die Beförderungsleistung der Postverwaltung ist von 1224 Millionen Sendungen im Jahre 1878 auf 1441 Millionen Stück im Jahre 1881 gestiegen. Der Telegrammverkehr weist während desselben Zeitraums eine Zunahme von 3,853,512 Stück, d. h. von annähernd 36 pCt. auf. t t , Der reine Ueberschuß der Verwaltung hat innerhalb des letzten dreijährigen Zeitraums 51,944,900 betragen gegen 27,545,105 ^ondere daher jeder Einsichtnahme von Briefen sich gewrss-nhaft zu beachten sondere daher ^itte-ung etwaiger F °nth°lten Was die WMgL Gegenstände im Allgemeinen be- m den Briefposien emgefuhrter zollpfnch g j ben Bundesrath trifft f° nchtet sich das ^ach den mit dem Reichsfinanzamt be chlossenen Zusatze »m P°str-gm° der Mitwirkung der Zollbeamten getroffenen Berembarunge s ^^„ abhängig gemacht werden und die von dem Vorliegen tt un[i^te® Vermeidung jeder Störung des Postbetriebs Mitwirkung selbst uni tt^ q^ ber ßoCgefäUe Erforderlichen nicht hmaus- gchm Me Postanstalten haben den genannten Beamten eintretenden Falls bei Erfüllung ihrer Obliegenheiten in willfähriger Weise zu begegnen. Im Uebrigen vertraue ich, daß die Postanstalten bei Ausführung der obigen Bestimmungen mit Umsicht und gehöriger Unterscheidung der Fälle verfahren werden." Als zollpflichtig erkannte Waarenproben aus mehrerwähnten Gebieten sind der betr. Zollstelle, nicht dem Adressaten, zu überweisen. Berlin, 24. Juli. In seinem Bescheide auf die Vorstellung des Vorsitzenden des hiesigen jüdischen Gemeindevorstandes, Commerzienrath Magnus, wegen eines s. Z. von der Ostendzeitung herausgegebenen Extrablattes bezüglich der Tisza-Eszlarer Affaire erwiderte der Minister Puttkamer den Abendzeitungen zufolge, auch er verurthelle das verwerfliche Machwerk und unterschätze keineswegs die Gefahren, welche die Verbreitung solcher Preßerzeugnisse bewirken könne, die Polizei habe correct verfahren, indem sie, da sie zu einer selbstständigen vorläufigen Beschlagnahme des Extrablattes nicht befugt war, sofort die erforderlichen Anträge bei der Staatsanwaltschaft stellte. Die letztere habe gegen den Redacteur der Ostendzeitung wegen Vergehen gegen den § 166 des Strafgesetzbuchs Anklage erhoben und gleichzeitig die Beschlagnahme des Extrablattes angeordnet. AranKreich. Paris, 24. Juli. Die „Agence Havas" erfährt, die Regierung werde zur Zeit nach Egypten nur 5000—6000 Mann Marine-Infanterie zum Schutze oes Suezkanals schicken. Aegypten. London, 24. Juli. Arabi richtete an die Pforte eine Erklärung, in welcher es heißt, daß er den Islam von den Ungläubigen befreien werde. Er bittet den Sultan, keine Truppen zu senden und mit den Ungläubigen nicht gemeinsame Sache zu machen. Wenn er doch Truppen sende, werde Hunger und Pestilenz gegen sie kämpfen. Aus Kairo sind 8000 Menschen geflüchtet und lagern hungernd und obdachlos vor der Vorstadt Esbekieh. — In Port-Said sind die ersten französischen Truppen gelandet. (F. Z.) — Aus Konstantinopel wird gemeldet, daß Said und Assym Pascha gestern Nachmittag einer Sitzung der Confercnz beim Grafen Cortt in Therapia beigewohnt haben. — Arabi's Streitmacht wird nunmehr nach aufgefangenen Depeschen zuverlässig auf 8000 Mann, 36 Feldgeschütze, 6 Gatling-Kanonen und einer Anzahl kleinerer Kanonen in den Erdwerken geschätzt. (F. Z.) — Aus Alexandrien wird vom gestrigen Tage gemeldet: Um dem Wassermangel vorzubeugen, werden unter Anderm Baumwollpressen zur Condensirung des Salzwassers angewendet. — Ein Frontangriff gegen Arabi rst äußerst schwierig, daher wird wahrscheinlich versucht, von Abukir aus denselben im Rücken anzugreifen. Der „Minotaur" bewacht dort bereits die Küste. Der „Agincourt" fährt nach Port-Said behufs Verstärkung des dortigen Geschwaders. Die Kanonenboote „Beacon" und „Penelope" sind nach Jsmailia beordert, um den Canal und die Einwohner zu schützen. (F. Z.) — Aus Alexandrien wird gemeldet: Der „Inflexible" hat den Befehl erhalten, am Montag Arabi's Cavallerie mit Granaten aus der Nähe von Ramleh zu vertreiben. Ein britisches Detachement ist in Folge dessen abgegangen, um unter dem Schutze der Schiffsgeschütze den Feind anzugreifen. (F. Z.) London, 24. Juli. Die Infanterie des egyptischen Expeditionscorps wird am 4. August, die Cavallerie am 9. August eingeschifft. Die Truppen gehen direct nach Alexandrien. General Willis wird die erste Division, General Hamley die zweite Division, Generalmajor Drury Löwe die Cavallerie, Oberst Goodenough die Artillerie Oberst Nugent die Genietruppen befehligen. Konstantinopel, 23. April. Außer Assym ist nunmehr auch Said Pascha zum Vertreter der Pforte auf der Conferenz ernannt. Es verlautet, die Conferenz würde am Montag bei Corti tagen und Said Pascha das Präsidium führen. — Der Minister des Aeußeren, Said Pascha, wurde anstatt Assym Paschas zum Delegirten bei der Conferenz ernannt; demzufolge ist die auf den 23. d. festgesetzt gewesene Sitzung vertagt worden. — Derwisch Pascha ist hier eingetroffen. Alexandrien, 24. Juli. Das Truppentransportschiff „Malahar" ist mit 1100 Mann britischer Truppen hier angekommen. Die englischen Panzerschiffe „Agin court" und „Orion" begaben sich nach Port-Said, wo sie vis auf Weiteres verbleiben. 9 englische Kriegskorvetten befinden sich im Suez-Canal. Den letzten Nachrichten aus Kairo vom Freitag zufolge herrscht dort Ruhe, aber ein großer Theil der Bevölkerung ist ohne Unterhalt und die Sterblichkeit hat stark zugenommen. Arabi stellte gestern bei der Pumpstation, welche Ramleh mit Wasser versorgt, 700 Mann Cavallerie und ein Feldgeschütz auf; die Zerstörung der Pumpstation wird befürchtet. Es heißt, die Stellung Arabi's bei Kafrdowar werde täglich stärker; entgegen anderweitigen Meldungen wäre seine Armee seit dem 12. Juli auf's Doppelte gewachsen. Das Wasser des Mahmudie-Canals ist während 48 Stunden um 14 Zoll gefallen. Alexandrien, 24. Juli. Heute Morgen gingen englische Jäger von hier ab, um Ramleh zu besetzen, dieselben sind augenblicklich mit dem Feinde engagirt, ein Regiment Infanterie rückt zur Unterstützung der Jäger aus. — Der größte Theil von Arabi Pascha's Infanterie soll bei Damiette concentrirt sein, die bei Kafrdowar postirten egyptischen Truppen sollen vorwiegend aus Kavallerie und Artillerie bestchen. Arabi Pascha hat eine neue Aushebung angeordnet. — Die englischen Truppen haben heute Morgen Ramleh besetzt. Bei dem Zusammentreffen mit dem Feinde fanden keine Verluste statt. London, 24. Juli. Die „Times" publicirt ein Schreiben Arabi Pascha's an den Premier Gladstone, datirt vom 2. Juli, welches Letzterer erst nach dem Bombardement empfing. In dem Schreiben erklärt Arabi, England dürfe versichert sein, daß der erste englische Schuß Egypten von allen Verträgen entbinden werde. Die Controle über die Staatsschuld werde aufhören, das Eigenthum der Europäer werde confiscirt, die Kanäle würden zerstört, die Verbindungen abgeschnitten, von dem Fanatismus der Mohamedaner Gebrauch ge- .nacht und der Glaubenskrieg sodann in Syrien, Arabien und Indien gepredigt werden. — Der zum Generalstabs-Chef für das englische Expeditions-Corps nach Egypten ernannte Generallieutenant Adye reist heute Abend nach Paris, um mit den französischen Mllitärbehörden den Plan einer gemeinsamen Expedition nach Egypten zu berathen. — Unterhaus. Hartington kündigte an, er werde morgen beantragen, daß die Kosten für die Verwendung indischer Truppen außerhalb Indiens aus den Revenuen Indiens bestritten werden sollen. Englands Streitkräfte. Angesichts der kriegerischen Vorbereitungen, zu welchen die egyptische Ver- w'ckelung England veranlaßt hat, dürfte es nicht ohne Interesse sein, einen Blick auf die Verhältnisse der englischen Armee zu werfen. Dieselbe weicht in sehr wesentlichen Stücken von den Einrichtungen der übrigen europäischen Staaten ab und verdient unter den jetzigen Zeitverhältnissen eine ganz besondere Beachtung, wo die auf der Grundlage der allgemeinen Wehrpflicht aufgebauten Heeres - Organisationen zweier europäischer Staaten sich als unzureichend erwiesen haben beim Eintritt aus- Verwickelungen. Es ist bekannt, daß die französische acttve Armee sich bei der Ausrüstung der Expedition nach Tunis so sehr schwächte, daß einzelne Linien- Compagmeen kaum 10 Mann zum Dienste hatten und daß daher von einer sachgemäßen Ausbildung nicht mehr die Rede sein konnte. Ebenso bekannt ist, daß die kriegerischen Ereignisse in der Herzegowina und Süddalmatien den Beweis geliefert haben, daß die österreichischen Heeres-Einrichtungen nicht ausreichen, um neben einer ausreichenden Besatzung der occupirten Provinzen eine hinreichend schnelle und genügende Entfaltung der gesammten Wehrkräfte zu gestatten. Beide Staaten Frankreich sowohl als Oesterreich sehen sich daher genöthigt, Aenderungen in ihrem Heerwesen vorzunehmen, um nötigenfalls besser zur Behauptung ihrer auswärtigen Besitzungen gerüstet zu sein. Daß der letztere Punkt bei der vorigjährigen Reorganisation der englischen Armee eine Hauptrolle gespielt hat, liegt auf der Hand. Es galt also damals, eine Armee zu schaffen, welche ohne wesentliche Störung sofort zur Verwendung außer Landes bereit sei und andererseits geeignet erscheine, den heimatdlichen Boden selbst zu ver- theidigen. Der Lage der Verhältnisse nach war es natürlich ausgeschlossen, daß man bei der Schaffung einer auswärtigen offensiven Armee die Möglichkeit eines Angriffes in's Auge fassen konnte, welcher gegen einen der großen Militärstaaten gerichtet wäre. Dazu würden Englands gesammte Streitkräfte nicht ausreichen, und selbst wenn es 1878 zum Kriege gegen Rußland gekommen wäre, würden die englischen Truppen doch immer nur die Rolle von Hülfstruppen bei der türkischen Armee gespielt haben. Es handelte sich vielmehr darum, Streitkräfte berettzuftellen, welche zu solchen Zwecken ausreichten, wie sie z. B. Frankreich in Tunis verfolgte. Hierzu konnte man immerhin active Truppen in genügender Zahl bereit halten, während zur Abwehr eines directen Angriffes auf England selber mit inactiven Mannschaften gerechnet werden mußte. Denn man konnte unmöglich daran denken, schon im Frieden eine so zahl- reiche Armee zu unterhalten, wie sie zur ausreichenden Sicherung so verschiedener -Ziele nöthig gewesen wäre. Man unterscheidet daher in England wie in den übrigen europäischen Militärstaaten zwischen einer Linientruppe und einer Landwehrtruppe, welch letztere dort den Namen Milizarmee führt. Beide setzen sich indeß lediglich aus Leuten zusammen, welche sich freiwillig gemeldet haben, und unterscheiden sich wesentlich dadurch, daß die Miliz überhaupt nicht außer Landes verwandt werden darf. (Es kann nur einzelnen Bataillonen, falls sie das Ansuchen stellen, die Erlaubniß zur Theilnahme an auswärtigen Kämpfen seitens des Parlaments ertheilt werden.) Sie soll vielmehr lediglich zur Verstärkung derjenigen activen Truppen dienen, welche zur Verthetdigung der englischen Küsten berufen sind. Was die Organisation anbelangt, so ähnelt sie einigermaßen der unserigen vor 1859. Zu jedem Linien-Regiment (meist zu zwei Bataillonen) gehören ein bis zwei Milizbataillone, so daß die letzteren also nicht in größeren geschlossenen Verbänden auftreten. Auch die Linienarmee wird indessen nicht im Frieden vollständig auf Kriegsfuß gehalten, sondern die nach siebenjähriger Dienstzeit aus ihr ausscheidenden Mannschaften müssen noch fünf Jahre der ersten Reserveklasse angehören und jederzeit bereit stehen, zur Vervollständigung ihrer activen Regimenter wieder einzurücken. Außer der so gebildeten Reserve werden auch noch Miliztruppen zu demselben Zwecke besonders angeworben und führen dann den Namen Milizreseroe, die aber in die Armee eingereiht werden. Für die im Lande verwandten Linientruppen steht dann noch die zweite Reserve- klasse der Armee zur Vervollständigung bereit. Was die Zahl anbelangt, so ist die Miliz ungefähr 120 000 Mann stark. Hierzu kommt noch die Armee der Freiwilligen (Rifle volunteere), welche etwa 210000 Mann stellen kann. Nach Abzug der Truppen des ersten Armeecorps und der Besatzungen in den Colonteen, von denen später die Rede sein wird, bleiben noch etwa 58 Bataillone, welche mit entsprechender Cavallerie und anderen Specialtruppen ausgestattet etwa 70000 Mann stark sein werden, so daß bei der eigentlichen Vertheidigungsarmee die Linientruppen nur einen geringen Bruchtheil ausmachen. Wie schon hervorgehoben, wurde bei der Neugestaltung der Armee besonders der Fall ins Auge gefaßt, daß jederzeit Truppen auf Kriegsfuß bereit ständen, um sofort außer Landes verwandt werden zu können. Daraus folgt, daß die Stärke der einzelnen Truppenthetle verschieden bemessen ist und in der That schwankt sie bei den Jnfanteriebataillonen zwischen 480 und 950 Mann, bei den Cavallerie- Regimentern zwischen 300 und 400 Pferden. Von besonderem Interesse sind hier nur die Truppen, welche sofort außer Landes verwandt werden sollen. Bestimmt hierzu sind 21 Bataillone Infanterie, 6 Regimenter Cavallerie, 4 rettende und 13 Fußbatterieen, welche den erhöhten Effectivbestand haben. Aus ihnen soll ein Armeecorps, das sogenannte 1., formirt werden, welches sich aus 3 Infanterie-Divisionen und einer Cavallerie-Brigade zusammensetzt und mit Specialtruppen etwa 27 000 Mann stark ist. Von den 21 Bataillonen garnisoniren 6 in den Besitzungen des Mittelländischen Meeres, so daß sie für den gegenwärtigen Fall sofort zur Verfügung ständen. Sie sind 800 Mann stark und erhalten die noch fehlenden 200 Mann von den entsprechenden Bataillonen ihres Regiments, welches in England verblieben ist. Auf diese Weise ist es England möglich geworden, jederzeit mindestens 30000 Mann seines Heeres auswärts zu verwenden, ohne daß die Verhältnisse der einheimischen Truppen dadurch wesentlich verändert werden. Natürlich kann nach einiger Zeit diesen ersten Truppen, falls das Mutterland nicht bedroht erscheint, eine zweite Serie folgen. Außer den schon aufgezählten Truppen kann England außer Landes auch noch indische Truppen verwenden. Es unterhält in Indien eine Armee von 120000 Ein- gebornen, welche zu Regimentern zusammengezogen sind und nur 7 Offiziere (darunter den Commandeur) in ihren Reihen zählen. Die ebenfalls daselbst stehenden europäischen Regimenter (etwa 60000 Mann) sind außer Landes nicht zu verwenden. Aus dem Gesagten erhellt, daß die englischen Wehrkräfte immerhin bedeutend genannt werden können, wenn sie gegen kleinere Staaten, wie Afghanistan oder Aegypten verwandt werden sollen, und daß sie immerhin für einen solchen Fall sehr viel besser eingerichtet und vorbereitet sind, als seinerzeit die französischen Truppen bet der Expedition gegen Tunis. (Köln. Ztg.) Lokales. Gießen, 25. Juli. Tagesordnung für die Stadtverordneten-Sitzung am Donnerstag den 27. Juli 1882, Nachmittags 4 Uhr. 1. Die Vergebung der Hastischen Stiftungszinsen. 2. Den Umguß einer Glocke betr. 3. Die periodische Untersuchung der Blitzableiter. 4. Gesuch des Wirths Heinrich Kirchner um Erlaubntß zur Aufstellung eines Wirthsstandes tm Oswald'schen Garten. 5. Gesuch der Erben des Commerzienraths Georg Karl Gail um Erlaubniß zur Anlegung eines Thors. 6. Die Holzernte vom Jahre 1882. * Gießen, 25. Juli. Am Sonntag passirte die hiesige Station die erste Sendung von Kohlen aus dem Ruhrgebiet bestimmt, direct durch den St. Gotthard nach Italien zu fahren. Die Zeche „Luise Tiefbau" sendete 12 Wagen Kohlen und Bnquetts. Die Wagen waren mit Tannenbäumchen und Fahnen decorirt und erregten allsettig die Aufmerksamkeit des Publikums. Möge es gelingen, der deutschen Kohle in Italien, entgegen der englischen Concurrenz, Eingang zu verschaffen. Vermischte Nürnberg, 21. Juli. (Bayrische Landes-Industrie-, Gewerbe- und Kunst- Ausstellung in Nürnberg 1882.] Zu den hervorragendsten kunstgewerblichen Gegenständen der bayrischen Landesausstellung gehört eine Reihe herrlicher Elfenbeinschnitzereien, welche selbst die Erzeugnisse des altberühmten Geißlingen in Schatten stellen. Unter den verschiedenen Ausstellern dieser Branche nehmen F. G- Behl aus Nürnberg und Anton Dietz! aus München den Ehrenplatz ein, obgleich auch Andere, wie z. B- Georg Mtnkler aus Fürth, Karl Lütow aus Nürnberg, Christian Frank aus Fürth mit Auszeichnung genannt werden müssen Die künstlerisch vollendetsten und geradezu entzückenden Elfenbeinschnitzereien aber enthalten die Arrangements von Behl und Dießl. Es gewährt einen wahren Kunstgenuß, vor den Arbeiten des elfteren betrachtend zu stehen und sie einzeln mit prüfendem Auge zu mustern. Da ist eine Delicatesse in der Ausführung, eine Zartheit in den Gegenständen, eine Pracht des Ensemble s, daß man sich nicht satt zu sehen vermag. Es ist gleichviel, welche Objecte man herausgreift, sie sind alle von der gleichen Vollendung, die Fächer sowohl, wie die Damenschmuckgegenstände, die Spiegelrahmen, die plastischen Gruppen und namentlich die reizenden Rosen. Die Schnitzereien, welche Anton Dießl ausgestellt hat, sind in gewisser Beziehung noch edler und seiner gehalten; namentlich wirkt der Umstand wohl- thuend, daß dieselben nicht blank polirt, sondern matt gehalten sind, wodurch die Muskulatur und überhaupt alle Formen um so deutlicher zu Tage treten. Noch hübscher »'«Sebeiei* diesem 3^ 8*2« 6ttmi Ä“nl SS i« -Ä« Gieße»- 25; jl OS-UO, ^ Mt ptr St. 5—9 Taube Die diesjäl Donnerstag t im alten Rath geimpften Kinder ZmpMchti Kinder, sowie die Kinder, die erst euch Erwachsene - Es korm Institut zur! Wir laden mit dem Bemerke, Einzelnen unentgel eigene Men bie j V? MnSityeit NN mgM Gießen, den 4835 , ( Lad, Sontab Wei bet am9 pohn t>on 8ahc Elisabetha gel D Jahren rerM l. Roven Mw curatorisch PR N verfüge, r® angenommen Mr Erben M ber Untetitettuna' N nicht anqtiei, •NÄ .Mmelden, inzh- senden, gesetzlich Ä ' Wende SS 2 Mal1“1*- Ä*» M®* Ni Mtwoch h k j? ättM« " M .jUffteW«'1"*8 d, Md ä im», ®üf'«l’ F««L B i ** a*,f5 >L”>S sLS e zweite Reserve- angt, so ist die der Freiwilligen tg der Truppen denen später die ender Caoallerie werden^ so daß tngenBruchtheil Irmce besonders bereit ständen, folgt, daß die r L-at fch wankt beit GaoaHerit: ? finb hier nur •fliatttit W jußbatteriem. M ME start MMändischm inbtn. Sie sind n entsprechenden if diese Weise ist Heeres auswärts Mich ** ippeit, f<® KÄS Lto b-d-U""b StrSIWP« rf sehr viel bester b->d«E°" (»■ 3Uj_ r«»3Us “gS-^efra Besitzungen W4tn Armee ' ""-Armee L°b°s be- £>« KL «M«Sf , Abwehr eines dehnet werden IJW fO jflM: Mener Ziele . 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Die fortwährend ^nkommende8n"Ertrazüäe bringen Fremde aus allen Gauen Deutschlands; ebenso treffen Seiirten Bauerns fortwährend Schulen und die Arbeiter größerer ©tabXtffe» ±Ä®»jeI*e^^UntTfa*betft8nbi8er Leitung die Ausstellung besuchen und studtren. StaatsminiNenum des Innern ist an sämmtliche Regierungsprasidien die ^n^rucllon^rgaimen, die'j^eisreserenten für Gewerbesachen zur Landesausstellung in nFininrbnen um darüber unter specieller Berücksichtigung des betreffenden tu erstatten. In der verflossenen Woche weilte Herr Sectionsrath ?on Sckm^e^vom Kal ungarischen Handelsministerium im speciellen Auftrag Behufs Sludttims^er Landesausstellung in Nürnberg. Derselbe hat sich äußerst anerkennend flhpr hie Ausstellung ausgesprochen. Die von der österrerchrschen Regierung delegrrte lt^mmissiork^hat die8Ausstellung ebenfalls eingehend besichtigt. Außerdem waren in der Äfc m Besuche in Nürnberg der Herzog Ernst von Sachsen-Coburg-Gotha and Hofmarschall Gras von Püekler aus Berlin. Handel und Verkehr. Gießen, 25. Juli. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter per Pfd. M 0.95-110, Hühnereier 5-6 und 2 Stuck 0 H, Enteneier per Stuck 6-7 H, lsäse per St. 5—9 Käsematte per Stuck 3 Erbfen 1 Liter 00 Linsen 1 'iter 00 Tauben das Paar 65—90 Hühner per Stuck 0.90—1.30, Hahnen er Stück ^ö.65-l°20, Enten per Stück Äl./0-2.00 Ochsenfleisch per Pfund 62 66^, Aich- und Rindfleisch 54—56 Kalbfleisch 44 bis 50^, Schweinefleisch 62—64 Hammelfleisch 60—70 4, Kartoffeln per 100 Kilo JL 4.00—0.00, Zwiebeln per Centner JL 8—10, Milch per Liter 14—184, Kirschen per Pfund 20—25 4. Ganse JL 3—3.50. Frankfurt, 24. Juli. (Getreide-Preise.) Weizen eff. hiesiger und Wetterauer JL 00—00, fremder JL 23—25, Roggen eff. hies. JL 19, fremder JL 16Vz—19, Gerste eff. hies. und Wetterauer JL 00—00, fremde JL 00—00, Hafer eff. hies. JL 16—17, fremder JL 153 4—17. Rüböl eff. ohne Faß hiesiges in Parthien von 50 Ctr. JL 33 Vz- Branntwein eff. ohne Faß JL 43. Frankfurt, 24. Juli. Der heutige Viehmarkt war ziemlich befahren. Angetrieben waren ca. 370 Ochsen u. Stiere, 300 Kühe u. Rinder, 200 Kälber u. 180 Hammel. Die Preise stellten sich per 100 Pfund Fleischgewicht: Ochsen 1. Qual. JL 68. 2. Qual. JL 62—64, Kühe 1. Qual. JL 58—60, 2. Qual. JL 45—50, Kälber je nach Qualität JL 40—60, Hämmel 1. Qual. JL 60—62, 2 Qual. JL 40—SO. Frankfurt a. M., 25. Juli, Nachmittags 2 Uhr — Min. (Telegraphischer Coursbericht. Mitgetheilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen.) Creditactten 270Vg, Staatsbahnactien 2867/8. Galizier 271 Vz, Lombarden 117, Nord- westbahnactien 181%, Darmstädter-Bankactten 1573/4, Oberschlesische E.-B.-Act. 247Vz, Oesterr. Silberrente 653/4, 4% Ungar. Goldrente 75Vie, 4% 1880er Russen 69, 5% 1877r Russen 853/4, 2. Orient-Anleihe 569/ie, Spanier 277/8, 5% Rumänische Rente —, 40/0 Unific. Egypter 493/8. Tendenz —. Schiffsbericht. Mitgetheilt von dem Agenten des Norddeutschen Lloyd in Bremen, C- W. Dietz Nachfolger Gießen. Bremen, 21. Juli. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Straßburg, Capt. H. Heinecke, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 5. Juli von Bremen abgegangen war, ist heute 1 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen. Bremen, 24. Juli. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Straßburg, Capt. H. Heinecke, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen ist gestern Morgen wohlbehalten in Baltimore angekommen. Wafferwärwe der Lahn. Am 25. Juli, Mittags zwischen 11 und 12 Uhr: 4- 16V? R-, Luftwärme + 15 R. L. Chr. Rübsamen. Allgemeiner Anzeiger. Oeffentliche Impfung. Die diesjährige Impfung wird Donnerstag den 27. Juli und Donnerstag den 3. August d. I., jedesmal Nachmittags 3 Uhr im alten Nathhaus abgehalten werden, und die Nachschau, zu welcher dre aeinwften Kinder nochmals erscheinen müssen, 8 Tage später. Jmpfpflichtig im laufenden Jahre sind die im Jahre 1881 geborenen Kmder, sowie die Rückständigen aus früheren Jahren- Es dürfen jedoch auch Kinder, die erst in 1882 geboren sind, zur Impfung gebracht werden und auch Erwachsene werden aus ihren Wunsch geimpft. ES kommt nur Kälberlymphe auS dem Landes-Impf- Institut zur Verwendung. r . Wir laden die hiesigen Einwohner zur Benutzung dieser Termine em, mit dem Bemerken, daß alle in denselben vorgenommenen Impfungen für den Einzelnen unentgeldlich sind. Wer die Termine nicht benutzen will, muß auf eiaene Kosten die Impfung vornehmen lassen- Kinder, deren Zurückstellung mzen Kränklichkeit beansprucht wird, können in den Terminen gleichfalls dem Lnrvfarzt vorgestellt werden. Gießen, den 19. Juli 1882. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. 4835 , __________ A. Bramm. ____________________ Ladung. Konrad Wentzel von Lang- ßöns, der am 9.Februar 1812 geb. Sohn von Kaspar Wentzel II. und klisabetha geb. Heß, seit etwa 45 Jahren verschollen, wird aufgefordert, zum 1. November 1882 über sein dahier curatorisch verwaltetes Vermögen zu verfügen, widrigenfalls sein Tod angenommen und sein Vermögen M seine Erben ausgeliefert werden wirb. Binnen gleicher Frist sind bei Meidung -er Unterstellung des Verzichts etwaige noch nicht angezeigte Evbansprüche auf den Nachlaß des Vorgenannten dahier mzumelden, insbesondere Seitens der sagenden, an unbekannten Orten mllenden gesetzlichen Erben: 1) Der Kinder des Bruders Johannes Wentzel V. von Lang-Göns: a. Johannes Wentzel (zuletzt angeblich in London), fc. Anton Wentzel, < Anna Elisabetha Wentzel (zuletzt angeblich als William Louis Frau in Columbia, Staat Ohio), d. Katharina Wentzel, e. Konrad Wentzel V.; 2) des Sohnes der Schwester Anna Äüse, Heinrich Waldschmidt's Frau in Wetzlar, Friedrich Waldschmidt. Gießen, den 7. Juli 1882. Großh. Amtsgericht Gießen. 46779 Dr. Gilmer. Mittwoch den 26. Inti, Nachmittags 2 Uhr, Iota in der Wohnung des Schuhmachers B. Walther in der Wetzsteingasse Hausgeräthe, Möbel, Bettwerk rc. öffentlich meistbietend gegen gleich baare ZMung versteigert werden. ließen, den 24. Juli 1882. I- A-: Müller, teo Ortsgerichtsmann. Holzverfteigerung im Gießener Stadtwaid. Montag den 31. Juli 1882, von Vormittags 9 Uhr an, soll im Gießener Stadtwald in den Districten Waldshute und Hegstrauch nachverzeichnetes Holz versteigert werden: Brennholz. Scheith. Prügelh. Stockh. Reish. Rm. Rm. Rm- Wellen. Nadel 6,7 272,7 6 1960 Bau-, Werk- und Nutzholz: 80 Fichtenstämme mit 15,60 Fstm., 354 Fichtenstangen „ 18,13 „ Die Zusammenkunft ist auf der Chaussee nach Lich an der 1. Schneise. Gießen, den 24. Juli 1882. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. 4955 Bramm. Arbeitsvergebüng. Zur Einrichtung eines Schulsaals im Gemeindehaus zu Lang-Göns sollen die hierbei erforderlichen Arbeiten, wie nachstehend, Donnerstag den 27. d. M., Vormittags 10 Uhr, im vorgenannten Gebäude durch Versteigerung in Accord gegeben werden: Maurerarbeit, veranschl. zu JL 150 — Zimmerarbeit, „ „ „ 44.90 Schreinerarbeit, „ „ „ 561.10 Schlofferarbeit, „ „ „ 85.- Glaserarbeit, „ „ „ 102.— Weißbinderarbeit, „ „ „ 228.85 Lang-Göns, den 22. Juli 1882. Großh. Bürgermeisterei Lana-Göns. I. A. Seuling, 4906 Bezirksbauaufs eher. Mittwoch drn 26. Juli, Nachmittags 2 Uhr, werden in der F l e t t'scheu Hofraithe dahier verschiedene Möbel, sowie eine Parthie Kehlhobel öffentlich meistbietend versteigert. Gießen, den 25. Juli 1882. Bauer, 4961 Großh. Gerichtsvollzieher. Bekanntmachung. Die verehrlichen Mitglieder des Spar- und Leihkaffevereins zu Gießen werden zu einer Generalversammlung auf Freitag den 44. August d. Js., Nachmittags 5 Uhr, in das Sparkaffehaus eingeladen. Tagesordnung: 1) Gesuch um Bewilligung eines Ehrenpreises für die landwirthschaftliche Landesausstellung in Darmstadt. 2) Ersatzwahl des Vorstandes. Gießen, den 25. Juli 1882. Der Director des Spar- und Leihkaffevereins zu Gießen. H a b e r k orn- Mittwoch den 26. d. M., Nachmittags 2 Uhr, sollen in der Flett'schen Hofraithe dahier 1 Kleiderschrank meistbietend versteigert werden. Gießen, den 24. Juli 1882. Geißler, 4940 Gerichtsvollzieher. Ieilqeöolenes. Kochgeschirre, roh, verzinnt und emaMrt, offerirt zu bMgsten Preisen Wilhelm Seibert, 4513 Marktstraße. Prima 4674 Limburger Käse bei Robert Stuhl, Neustadt D. 60. 4916 Zwei gut erhaltene Wagen (Break) billig zu verkaufen- _________________Louis Senner. GkbranntkKaffckS, gute Qualitäten, bei Robert Stuhl, Neustadt D. 60.__4672 4907 24 Hühner und 1 Hahn sind preiswerth zu verkaufen. Nordanlage 1153- Gartcnmöbel, Rasenmäher, Eisschränke, Eis. Ilaschenschränke. 4875 Emil Pistor« DI LINCK'S Eine aroße Parthie .. baumwollene Bit mir r Strumpfe und Baumwolle verkauft zu ermäßigten Preisen 4673 Homert Stuhle Neustadt D. 60. scHüTZ;MARKE~|Nur ächt Kaffee, roh, per Psd. 80 JL 1.—, JL 1.20, JL 1.40, JL. 1.50. gebrannt, stets frisch, per Pfd. JL 1.20., JL. 1.40, JL. 1.60 MUTTEM JL 1.80. Für reinen und kräftigen Geschmack wird garantirt. 4503 Wilhelm Seibert, Marktftraße. W UniverfitätsapotheKe „Zum goldenen Engel", von H. Collmann empfiehlt: Alten Malaga, direct bezogen, zu Mk. 2,50 und 1,25. Griechische Weine zu Mk. 2.—, 2,50 und 3,—. Vorzüglichen Tokayer zu M. 3,—, 1,50 und 7o Pfg- Emser Pastillen zu 80 Pfg. „_rpil ä . ^rk Feinste Parfüms: Luu Sv bersM, San» Pareil^ a 1 Mark. Billigstes Wasch- und Reinigungsmittel! Bester ^“F/absoiufunsohädHoh Besseyl Öl'. 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Oktober anderweitig zu vermiethen, auf Verlangen auch früher beziehbar. Näheres bei A. Rüsing in der Nähe des Bahnhofs.__________________________ 4280 Ein gut möbl. Zimmer zu ver- miethen bei C. Fr. Conrad, Friseur. 4850 Eine Mansardenwohnung per 1. Oktober zu vermiethen. _______________C. Lolh, Brandgasse. 4798 Eine Familienwohnung zu ver- miethen bei Schreiner Schäfer, Wallthor. 4394 Ein kleines Familienlogis ist zu vermiethen. A. Wallenfels Wttw. 4849 Ein möbl. Zimmer zu vermiethen- __C. Loth, Brandgasse. 3515 Ein Logis, 3 Zimmer und Zubehör, per 1. Oktbr. zu vermiethen. _____Franz Gerbode, Kaplansgasse. 3509 Laden mit Wohnung zu vermiethen. ______Chr. Zimmer, Bahnhofstraße. 4267 Eine große Scheuer mit Stallung billigst zu vermiethen bei ________ Robert Stuhl, Neustadt. 4950 Ein schöner Pferdestall (f- 2 Pferde) mit Burschenstube sofort zu vermiethen. Nordanlage 1222. Vermischte Anzeigen. 4949 Sollte ein kleines brasilianisches Vögelchen, grau, mit rother Brust und Bauch, Jemand zugeflogen sein, so wird gebeten, es abzugeben gegen 3 JL Belohnung bei Fräulein v. Rieff, hinter der Kirche.______________________________ 4962 Ein braves Mädchen zu Kindern gesucht. Neuen-Bäuen 86. Todes-Anzeige 4960 Die Beerdigung findet Statt: Mittwoch Nachmittags 4 Uhr. Gestern Abend 11 Uhr verschied nach kurzem, aber schwerem Krankenlager unser innigstgeliebter Vater, Grossvater, Bruder, Schwager, Onkel und Schwiegervater Herr Kaufniaun Wilhelm Husch in seinem 60. Lebensjahre, was wir tiefbetrübt mit der Bitte um stilles Beileid Verwandten und Bekannten jnittheilen. Die trauerndes! Angehörigen. Giessen, den 25. Juli 1882. 4947 Ein tüchtiger Hausbursche für ein Gasthaus gesucht. Näheres in der Exped- ds- Bl-________ Iür Schneider! Hosen- und Westenarbeiter gesucht. __M. Weiner. 4952 Ein tüchtiges Mädchen wird per sofort gesucht. Nähere Auskunft bei der Exped. ds. Bl-___________________________ Leere Champagnerflaschen werden gekauft von Otto Luft im „Löwen". 4957 4959 Eine gesunde Amme sucht Stelle. Näheres durch Sophie Pfeifer in Grüningen-____ 4932 Ein braves Mädchen vom Lande im Alter von 14 bis 16 Jahren wird zu miethen gesucht. Wo? sagt die Exped- d- Bl- Gesucht eine Haushälterin im Alter von 35 bis 40 Jahren zum 1. August- Schriftliche Offerten besorgt die Exped. ds- Bl- 4927 4904 Ein Mädchen, welches vollständig das Kochen versteht und sich allen häuslichen Arbeiten unterzieht, wird zu sofortigem Eintritt zu miethen gesucht- Zu erfragen in der Exped- ds. Bl- WartburgiäT Donnerstag Abend: Lony’s Bierkeller. ______T--O-: Braunsels m. G- 4868 Ein tüchtiger Schmiedegeselle, am liebsten vom Lande, findet dauernde Beschäftigung bei Philipp Bepperling in Ruttershausen. Alte Briefe. Couverts mit eingeprägten Marken von Thurn u. Taxis, lila Druck auf der Rückseite kaufe 2.50, solche v. 1848 ä .al 10. Falck, Walpodenstraße 21, Mainz. Andere Couverts, gut erhalten, kaufe auch. Ankauf von Lumpen und Knochen, Papier, Akten. 3763 Louis Rothenberger, Neuenweg 194. Gteer R*-teellsiM Sonntag Öen 30. Inti, Jladjm. 3S Ahr auf dem Teiche su Bad Nauheim Grosses RihM’sI mit ScMfl ea'st«cf&en unter Betheiligung verschiedener fremder Rudervereine. "Während der Wettfahrten GROSSES MIUTÄR-GONCERT ausgeführt von der ganzen Kapelle des 81. Inf.-Regiments aus Frankfurt a. M. unter persönlicher Leitung ihres Kapellmeisters Herrn W ass mann. Preise der Plätze: Nummerirter Sitzplatz 2 Mk.t Terassen- Sitzplatz 1 Mk., 1. Platz 50 Pfg. Eintrittskarten sind von Sonnabend den 29. d. M. im Kurhaus, sowie Sonntags an den Kassen zu haben. Abends 9 Uhr: Bsunion im Kurhaussaal. NB. Unsere aktiven und passiven Mitglieder nebst Familien haben freien Zutritt. 4963 Das Comite. Gänzlicher Ausverkauf nachstehender Artikel wegen Aufgabe derselben: Krausen, Vorfiecker, Lavalieres, seid. 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