22 Donnerstag den 26. Januar Midiener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Bureart: Schulstraße 8. 18. Deutschland. Berlin, 24. Januar. Dem Abgeordnttenhause ist nunmehr der (Gesetzentwurf, betreffend den weiteren Erwerb von Prwat-Elsenbahnen für den Staat zugegangen. Der Gesetzentwurf enthält 11 Paragraphen und fordert den Erwerb der Bergisch- Märkischen Eisenbahn, der Thüringischen Bahn, der Berlin-Gorlcher Bahn, der Cottbus-Großenhamer Bahn, der Märkisch Posener Bahn und der Rhein-Nahe-Bahn. Aus den sehr eingehend g.haltenen, sowohl die allgemeine Frage des Staats- babnsustems wie die einzelnen in Rede siebenden Bert'äge erschöpfend behandelnden Motiven entnehmen wir zunächst den Hinweis auf die Grunolosigkeit der Befürchtungen, die von mancher Sette in Betreff des ungünstigen Einflusses der Eisenbahnverstaat- lichunaen auf den Staatscredtt gehegt worden sind. , Durch den Umtausch der Actien und Prioritätsobligationen der verstaatlichten Baünen ist bis jetzt ein Gesammtbetrag von Staatsichuldverschreibungen in Höhe von mehr al§ 420,000 000 X zur Ausgabe gelangt, ohne daß der Kurs der letzteren irgend welche nennenswerthe Schwankung gezeigt hat. Weder die bisherigen Emissionen noch die Rücksicht aus die bevorstehende noch umsangreichere Emission hat den Staa scredit in irgend nachthetliaer Weise beeinflussen können Ebenso wen g hat die Umwandlung des Actienkapitals in feste Rententit l -rgend welche bedenkliche Verschwbungen in den Verhältnissen des Geldma-ktes zur Folge gehabt. Im Geg>nthe>l chemen die V-i- bältnisse des Geldmarktes seit der Einleitung der gegenwärtigen Staatseisenbahi poeim eine wesentlich solidere Gestaltnng anzunehmen. Die zeitweise Erregung, welche durch die Erwartung bevoistehender weiterer Verstaatlichungen auf dem Eisenbahnmartt herbeigesührt worden Ist und ungeachtet wiedei Holter E>kläiui>gen, daß zur Zeit weiter« Bahnankäufe nicht in Aussicht genommen word.n sind zum The,l noch so>tb-steht, M dagegen lediglich eine begleitende Erscheinung solcher Operationen, welche an sich unvermeidlich erst mit dem Abschluß der letzteren ihr Ende erreicht. Der allgemeine Tbeil der Motive schließt mit dem Hinweis, daß di« Regierung getreu der von ihr vertretenen, von dem Lande gebilligten Eisenbahnpolitik es als ihre Pflicht erkennt, der Durchsührung des Staatsbahnsystcms weiteren Fortgang ju geben. --—------------------- ■ Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags- Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark SO P Soweit sich bis jetzt die Deputirtenkammer mit _ben Reformen fetauibelta s beschäftigt hat, stehen die Chancen für ihn herzlich schlecht, denn die Mit der Vorberathuna der Gambetta'schen Reformprojekte betraute Kammer-Commrssron hat mit großer Mehrheit dieselben verworfen und diese 33 Mitglieder der Commission bestanden meistentheils aus Vertrauensmännern der Limen und ehrmalt- qen Anhängern Gambetta's. Fast scheint es auch, als ob alle politischen falteten Frankreichs, ja selbst alle maßgebenden Banqmers und hervorragenden Geschäftsleute dieses Landes, hinter Gambetta's Reformplanen nur Schlimmes für die Zukunft Frankreichs oder doch für ihre JnteressenpolMk fürchteten, denn die republikanische Linke, ivie die gemäßigten Republikaner treten gegen Gam- betta auf, die Radikalen haben sich mit den Monarchisten gegen ihn verbündet und die Pariser Banquiers und einflußreichen Kaufleute scheinen auch «türm gegen Gainbetta zu laufen, denn die sonst immer m Rosenfarben strahlende Pariser Börse zeigte am Ende voriger Woche ein Sinken der Course, welches einem allgemeinen „Krach" sehr ähnlich sah. ... , Und wie verhält sich dieser allgemeinen Opposition gegenüber Gainbetta. — Er ist jetzt offenbar in der Lage wie Julius Cäsar, der seine Legionen mit dem Rufe über den Rubikon geführt hatte: Junta est alea . Der Würfel ist gefallen! — Gainbetta, der ehrgeizige Streber, kann und will nicht mehr zurück, er verlangt die Annahme seiner Reformprojekte von der Kammer oder will Mit seinen Ministern geschlossen zurücktreten. Der letztere Fall wäre ein so großartiges Fiasko für den sonst so gewandten und klugen Gainbetta, datz man es sich nur durch eine kolossale Verblendung erklären könnte, die des klugen Gambetta's Geist in Folge seiner früheren Erfolge umdüstert hat. Oder sollte Gainbetta in der Kammer dennoch eine treue Mameluckenschaar haben, die nut einigen Stimmen Mehrheit seine Pläne durchbringt? Das wäre eine sehr ver- hängnißvolle Begebenheit im Staate Frankreich und die dritte französische Republik wäre wieder einmal in das Stadium gerochen, wo ihr em kühner Imperator den Kopf herunterhaut. Nun, die nächsten Tage müssen es zeigen, wohin die französische Republik steuert. — Zum Begräbnisse des verstorbenen ehemaligen Reichstagsabgeordneten Dr Völk wurde Seitens der nationalliberalen Fraktion der Abg Dr. Rillst als Mitglied des Vorstandes und der Abg. Holzmann Äs Nichtbayer nach Augsburg delegirt. Die Herren haben heute Nachmittag Bersin verlassen^und werden auch in, Auftrage der beiden anderen liberalen Fraktionen, der Fortschrittspartei und der liberalen Vereinigung Kränze auf dem «arge des Ber- Große Krisis in Frankreich. Die durch das rücksichtslose und eigenwillige Vorwartsdrangen Gambetta s schon seit einigen Wochen in bedenkliche Schwankungen gerathene politische Lage in Frankreich zeigt gegenwärtig einen offenen Confsict, begleitet von> «ne schweren politischen und finanziellen Krisis, und der Kern der ganzen Krisisit die Frage des Sturzes Gambetta's. Dieser von ehrgeizigen Planen erfüllte Staatsmann hält trotz des ablehnenden Votums, welches ihm bereits Dor einigen Monaten die Deputirtenkammer in der Angelegenheit der Listenwahlen ertheüte, an der Einführung derselben und der anderweitigen Verfassungs-Reformen fest, und Gambetta scheint dabei zu glauben, daß er für die Franzosen bereits vollständig unentbehrlich geworden ist und daß er für seine ReformproM unter allen Umständen eine Kammer-Mehrheit finden wurde aber wenn nicht. alle An'eichen die neuerdings über den Stand der politischen Geschäfte in Paris bemerkt wurden, trügen, so giebt sich Gambetta hinsichtlich seiner selbitherrsicheit Neigungen einer schweren Täuschung hin und wird^wahrscheinlich seinen Ueber- muth und seine dictatorischen Gelüste mit seinem Sturze als Ministerpräsident An die Großh. Bürgermeistereien Garbeitteich, Hansen, Heuchelheim, Lang-Göns und Steinbach. Wir erinnern Sie an die alsbaldige Einsendung bei Brandkataster. Großherzogliches Steuer-Commissariat Gießen. Gießen, den 23. Januar 1882. Süffert. blichenen niederlegen. - Aus London wird den „Berl. Polit. Nachr." geschrieben: Alle Gerüchte, daß England im Vereine mit Frankreich ober nut dem Mandate Frankreichs ausgestattet in Egypten einzuschreiten beabsichage, erweisen sich Angesichts der durch die finanzielle und innere Krisis Frankreichs veränderte dortige Situation augenblicklich als haltlos. Niemand kann Angesichts der französischen Verhältnisse von heute auf morgen etwas Positives über den Bestand und die Aussichten der englisch-französischen Entente sagen. . — Endlich ist nun die Stärke der verschiedenen Parteien im Reichstage definitiv festgestellt. Es zählen darnach die conservativen Parteien .6, die liberalen 168 Mitglieder. Im Speciellen gehören an: den Deutschconservativen 4. > darunter als Hospitanten die Minister v. Goßler und v. Puttkamer), der deut- ichen Reichspartei 27, dem Centrum 107 (darunter die 9 wölfischen Hospitanten v Adelepsen, v. Alten, beide v. Arenswaldt, Graf Bennigsen, Graf Bernstorfs, Dr Brühl, Frhr. v. Scheele, Frhr. v. Wangenheim); den Polen 18; den Nationalliberalen 45; der liberalen Vereinigung 47 (darunter die 4 Hofpitanten Grieninqer Frieß, Dr. Gutfleisch und Warmuth); der Fortschrittspartei 58 (der Abg. Philipps ist der Fraktion beigetreten); der Volkspartei 8, ben Socialbemokraten 12; ferner 15 Elsaß-Lothringer; 10 Wilde, nämlich v. Bockum- Doltts v Bühler Johannsen, Frhr. Langwerth v. «nnmern, v. Levetzow, $&£ D? Schi»,," ir. en.Kt. -. M*. Du. ***#*• vierten schleswig-holsteinischen Wahlbezirk ist erledigt. —~ Der der Fortschrittspartei angehörige Reichstagsabgeordnete Eysoldt ist am Dyphus schwer erkrankt und mußte in diesen Tagen in ein Krankenhaus übergefuhrt werden. — Eine Opposition gegen das Tabaksmonopol bereitet sich jetzt in Bayern vor Aus München wird der „Voss. Ztg." nämlich gemeldet, daß der Abg. Schels in der zweiten Kammer den Antrag eingebracht die Kammer wolle beschließen, an die Krone die Bitte zu richten, daß der Bevollmächtigte Bayerns im Bundesrath beauftragt werde, einer auf Einführung des --Lababmonopo. abzielenden Gesetzesvorlage nicht zuzustimmen. Berlin, 23. Januar. Der Nihilistenspuk in Rußland scheint aus den Geisteszustand einzelner Individuen einen unheilvollen Einfluß> zu. uben^ der sich vahin äußert, daß sie sich zu hohen Missionen berufen 5^“; hier durch die Aufmerksamkeit der politischen Polizei em Individuum, welches durch Briefe und Depeschen, die es an hohe Personen geworden war, in dem Augenblicke festgenommen.als cs sich }ii i Sronpwn begeben wollte. Die Behörde stellte fest, daß der Verhaftete em jub ger Camo . Klisson aus fliußland sei, ivelcher an gememgesahrsichem Irrsinn leidet. Unglückliche wurde nach der Charitö gebracht arosiartige Ein anderer Russe hält sich hier leit einiger 2°"^^ welcher grotzaNM Erfindungen gemacht haben und das Problem zur Hers e ß scheint sein dens gelöst haben will. _(§r belästigt zwar manche hohe g '' rcnten Geisteszustand minder gefährlicher Natur als der ferne zu sein. England. Limerick, 23. 3«™«,. Au. Abend gegen 700 Pfund Dynamit gestohlen; der Dieb,tatu hat g p regung verursacht. Amerika. „ . on cxnnuar (Proceß Guiteau). In der heutigen Washington, 20. Ianua . jeine Bertheidigungsrede zum Verhandlung gegen Guiteau knüpfte Guiteau ein Gespräch mit Abschluß. Nach Vertagung der. 6Jer Aufforderung des Gefangenwär- seinem Vertheidiger an und weig Als der Gefangenwätter ters, die Anklagebank ZU vettasi n^S ) beä Gerichtssaales zu veranlaffen, Zwang auwandte, um eimm Schlag auf die Brust. ’S'SSS U> we ■* «*" * *"*■ Berlin, 23 Januar. Die nationalliberale Frattion hielt heute Vormittag eine Besprechung ab, welche den Zweck hatte, die nationalliberale Partei im Großen und Ganzen straffer zu organifiren Es wurde, wie wir Horen, beschlossen, in Berlin eine Centralstelle, eine Art geschaftsfuhrenden Ausschuß zu schaffen, von wo aus die Leitung der Partei im Lande erfolgen soll. Mit den Details der Ausführung dieses Beschlusses wurde ver Gesammtvorstand der König von Preußen gar nicht zu trennen sei Deutschland. Man habe die Behauptung aufgestel Der präsidirende Richter Cox hat beschlossen, Guiteau zu gestatten, eine Rede zu seiner Vertheidigung zu halten. Deutscher Reichstag. 33. Plenarsitzung. Dienstag den 24. Januar 1882, Vorm. 1t Uhr. Präsident v. Levetzom eröffnet die Sitzung um 11V4 Uhr. Am Tische des Bundesraths: v. Bötticher, v. Puttkamer u. A. Vor Eintritt in die Tages-Ordnung nimmt das Wort Abg. Mayer (Stuttgart) zu einer Erklärung, in welcher er die in einem französischen Blatte enthaltene Beschuldigung der Volksparter und des Abg. Sonnemann, alr* strebten sie die Republik an, zurückmeist. TagU-Ordnung: 1. Berathung des Berichtes der Reichsschuldenkommission. — Derselbe geht an bte Rechnungskommission. — 2. Erste und zweite Berathung der am 28. Mai 1881 in Galatz unterzeichneten Zusatzakte zur Schifffahrtsakte für die Donaumündungen. Dieselbe wird angenommen. 3. Dritte Berathung des Etats in Verbindung mit dem Anleihegesetz und einem Nachtragsetat für das Jahr 1882—83. In der allgemeinen Besprechung erhält zunächst das Wort der Abg. Dr. Hä ne l, um die allgemeine politische Lage und mit derselben den Königl. Erlaß vom 4. Januar einer Besprechung zu unterziehen. Wenn man das formelle Recht des Reichstages, diesen Erlaß hier zu erörtern, in Zweifel gezogen habe, so erwidere er darauf, daß der König von Preußen gar nicht zu trennen sei von der Person des Kaisers von Deutschland. Man habe die Behauptung aufgestellt, als ob der Erlaß dazu bestimmt sei, die Rechte der Monarchie in Preußen und in Deutschland gegcii Angriffe und Eingriffe von Seiten der konstitutionellen Körperschaften zu schützen. Das seien Winkelzüge, um andere Bestrebungen dahinter zu verstecken. Wenn irgend etwas charakteristisch für untere gegenwärtige Lage, so ist es dieses, daß die konstitutionellen Rechte m einer schweren Defensive begriffen sind. Ich beklage diesen Erlaß unter diesem Gesichtspunkt, ich beklage ihn im Interesse der wahren Macht und der höchsten Würde des Königthums selbst. Ich beklage ihn aber auch, weil ich in demselben für das Verfahren, welches er decken soll, eine aenügende verfassungsmäßige Rechtfertigung iiicht finden kann. Redner wendet sich sodann zum zweiten Theile des Erlasses, der von der Stellung der Beamten zur Wahlbewegung handelt. Jeder Beamte, führt Redner aus, welcher Kategorie er auch angehörcn möge, habe die Pflicht, sich von einer Wahlbeeinflussung mit amtlichen Mitteln fern zu halten, aber im Uebrigcn sei es unmöglich, die Beamten schlechthin von jeder Wahlagitation fern zn halten. Es gäbe nur eine bestimmte Grenze und zwar die, welche ihnen ihr Amt unmittelbar auferlegt. Er beklage auch diesen Tbeil des Erlasses, für welchen keine politische Veranlassung vorliegr. ^ch sage es geradezu heraus, ich sehe in einer derartigen Kundgebuiig eher eine Gefahr als eine Förderung der Stellung des Kaisers und Königs in Deutschland und Preußen und deshalb tragen Diejenigen, welche für denselben cingetretcn, eine große, eine schwere Verantwortlichkeit. (Beifalls links.) Reichskanzler Fürst Bismarck (der mährend der Rede des Vorredners in das Haus eingetreten ist). Der Vorredner sei über seine Legitimation, den Erlaß zur Erörterung zu ziehen, zweifelhaft gewesen; er (der Kanzler) sei darüber nicht zweifelhaft. Er erscheine hier als Mitglied des Bundesraths und sei mit Vergnügen bereit, den von ihm als preußischer Ministerpräsident gegcngezeichnetcn Erlaß vorn 4. d. Mts. zu vertreten. Der Erlaß habe in keiner Weise den Zweck gehabt, neues Recht zu schaffen, stelle auch in keiner Weise einen Konflikt in Aussicht. Wenn der Vorredner vom verstorbenen König von Bayern gesagt, er wolle Frieden mit seinem Volke, so erwidere er, daß der König von Preußen diesen Frieden in vollem Maße hat (Beifall rechts), wenn auch nicht mit einigen Fraktionen. Wir wünschen auch keinen Konflikt, und wenn Sie ihn wünschen, dann sollen Sie ihn doch nicht haben. Gegen Konflikte übernehme ich die Garantie. Wenii der Erlaß ein neues Recht iiicht hat schaffeii wollen, w hat er dagegen den Zweck, die Verdunkelung des alten zu verhüten, die konstitutw- nellc Legende zu beseitigen, welche sich wie wucherische Schlingpflanzen um den klaren Wortlaut der Verfassung legt, als ob aiißer dem geschriebenen noch ein aiideres Recht belteht. Das Ergebmß dieser Legendenbildung, die wir ja in den Redcii des ßerrn Vorredners vor uns haben, geht dahin, daß der König zwar regiert, aber daß die Re- gierungsgewalt tn der Hand einer ministeriellen Regierungsgcwalt liegt, die getragen wird von der Mehrheit einer oder mehrerer Parteien; die Monarchie soll zu der RoÄe ernes scheinbaren Königthums herabgedrückt werden. Man erhebt gegen mich den Vorwurf, als ob dem Könige eine Art konstitutioneller Hausmeierei an die Seite gesetzt werden sollen. Es ist ein beschämendes Gefühl für mich, wenn ich namentlich von einem Gelehrten von dem Rufe des Herrn Professor Mommsen in dieser Weise reden höre und ich kann »ur annehmen, daß die Vertiefung in eine zweitausendjährige Geschichte seinen Blick für die Gegenwart getrübt hat. r.. dR. H., ich trete für alle Handlungen der Regierung mit meiner vollen Verantwortlichkeit em, sowohl für die, welche ich gegenzeichne, als auch für die, welche ich nicht WbstMchne. Die Regierungsacte, welche zu ihrer Giltigkeit die Gegenzeichnung der Minister bedürfen, sind Regierungsacte des Königs. Ob dies mit Ihren konstitutio- nellen Theorien ubereinstimmt, ist mir gleichgültig, es steht das in der Verfassung. Se Maiestat der König hat den Eindruck gehabt, als ob die Rechte des Königs einigermaßen verkannt werden und hat das Bedürfniß gehabt, das verfassungsmäßige Recht, niir es ja Alle, auch der König, beschworen haben, in seiner ganzen nüchternen Nacktheit klar zu legen. Die preußischen Traditionen entsprechen vollständig den Bestimmungen der Verfassung. Unsere preußischen Könige haben nicht geglaubt, daß sie 1 i an ?er Spitze des Staates stehcii, sondern sic finb im Gefühle sbrer Regentenpflicht gewesen und diese Regentenpflicht hat Friedrich der Große in jenem bekannten Aussprüche zusammengefaßt, daß er sich selbst als der erste Diener des Staates erklarte. ^.iese Traditionen sind in dein preußischen Köiiigshause in dem Maße lebendig, das; in der That bei uns in Preußen der König befiehlt und die Minister gehorchen, so lange sie glauben die Verantwortlichkeit für die Befehle des Königs tragen ,u können : können sie das nicht mehr, so treten sie zurück. Es ist ja ein- große 2lus- wahl vorhanden (Heiterkeit) und sehr leicht, Minister zu finden, welche die Berant- wortlichkeit übernehmen. Der eigentliche Ministerpräsident in Preußen ist der Könia Es ist dies cm großes Glück, daß dem so ist. Nehmen Sic an, daß von 1860 ab sich die Ma,oritat des Landtages gefügt hätte und es für angezcigt gehalten hätte, ine Minister diesen Anschauungen gemäß zu ernennen, dann hatten wir zunächst keine Reorganisation der Armee gehabt, denn wunderbarer Weise verstand die damalige Majorität die neupreußische Situation so wenig, daß sie glaubte, die Einigung Deutschlands auch ohne eine starke preußische Armee durchführen zu können. Eine weitere Folge wäre gewesen, daß mir 1863 unter der Leitung des damaligen Vicepräsidenten Berendt für die polnische Jnsurrection gegen Rußland einaetreten wären- Weiter im Jahre 1864 tn Bezug auf die Elbhcrzogthümer würde Preußen in den Dienst des Frankfurter Bundcsraths gestellt worden sein. Dadurch, daß der König von Preußen Minister gefunden hat, die sich von der Aengstlichkeit ihrer Vorgänger losgesagt und eine nationale Politik durchzuführen sich entschlossen hatten, allein ist es möglich gewesen die deutsche Einigung herzustellen. Dem preußischen Königthum hat der freie Verkehr' die Wechselwirkung mit dem Volke noch nie geschadet; Sie aber wollen (zur Linken) dem Könige die directe Beziehung zum Volke verkümmern, wozu aber alle Beredsamkeit nicht ausreichen wird. Und weil ich das weiß, weil ich aus meinen eigenen Erlebnissen, aus der preußischen Geschichte, aus den Traditionen meiner Väter die Roth- wendigkeit dieses persönlichen Verkehrs kenne, darum trete ich dafür ein und bin entschlossen, für die Rechte des Königs einzutreten. Der Reichskanzler weist mit großer Entschiedenheit die Behauptung zurück, als wollten die Minister den König als Schild gegen die Angriffe des Parlaments benutzen. Er findet diesen Vorwurf geradezu unglaublich. Wer ihn kenne, wie er seit länger denn zwanzig Jahren auf der Bresche gestanden und wie er, wie wenige, jederzeit bereit gewesen, das Königthum zu decken und für dessen Rechte einzutreten, der könne einen solchen Vorwurf gar nicht gegen ihn erheben oder er müsse die Geschichte der letzten 20 Jahre gar nicht kennen. Was haben denn die Herren (von der Linken) für Beweise von Muth gegeben; sie Haben große Reden gehalten. Und sie wagen gegen einen Mann den Vormurs zu erbeben, daß er sich mit der Person des Königs zu decken sucht? (Zischen links.) ‘ Der Reichskanzler geht schrittweise bis zur linken Seite des Saales und bittet, daß sich Diejenigen nennen mögen, welche ihm soeben den Vorwurf der Feigheit gemacht haben. (Die Abgg. Richter und Hänel erklären, daß ein solcher Vorwurf von der linken Seite des Hauses nicht erhoben "worden ist.) Redner fortfahrend: Dann danken Sie Gott! (Bewegung.) Der Reichskanzler bittet, doch Alles, was niet- und nagelfest ist, zu schonen und dazu gehöre auch das Recht des Königs, direct zum Volk zu reden. Es liege in der Tradition der Zeit, anzunehmen, alle Personen wiegen gleichschwer, ein Unterschied bestehe nicht. Es sei dies auch so eine Legende, eine Fiktion, die beseitigt werden müsse. Wenn man immer auf England verweise, so möchte ich bitten, uns erst ein englisches Oberhaus und englische Parteien zu schaffen; dann ließe sich darüber reden. Aber man dürfe doch nicht vergessen, daß wir es bei uns mit zehn Fraktionen Hun und so sei es ein Glück, daß ein solcher König vorhanden ist, der die Zustande intakt erhält. Der Reichskanzler wendet sich nunmehr zum zweiten Theil des Erlasses vom 4. Januar. Er erklärt, daß der Erlaß ausdrücklich betone, daß die persönliche Wahlfreiheit der Beamten überhaupt unberührt bleiben solle, daß für die Beamten mir die Pflicht statuirt würde, die Regierung gegen Lüge und Verleumdung zu vertheidigen. Ich übernehme die Verantwortlichkeit für alle Handlungen des Königs und werde dem König stets treu zur Seite stehen, aber als Diener, nicht als Vormund. (Beifall rechts.) Abg. Hänel: Der Herr Reichskanzler hat vorher in sehr erregtem Tone sich gegen den Vorwurf der Feigheit verwahrt und zwar so, als ob der Vorwurf von mir erhoben worden wäre. Ich habe aber nicht mit einem Worte einen solchen Vorwurf oder etwas dem Aehnliches geäußert. Der Vorwurf besteht einzig in der Phantasie des Reichskanzlers, welcher wohl das Bedürfniß gehabt hat, für seine Rede einen effektvollen Schluß zu gewinnen. Die Behauptung, als hätte ich gegen den Herrn Reichskanzler den Vorwurf der Feigheit erhoben, weise ich als unwahr zurück. Reichskanzler Fürst Bismarck: Wenn der Herr Vorredner gesagt hat, daß ich für meine Amtshandlungen Deckung hinter der Person des Königs suche, so wirft er nur Feigheit im Amte vor. Dieser Vorwurf wird dadurch nicht beseitigt, daß er abgeleugnet wird. yibg. ir eit fdjfe: Es ist zu bedauern, daß ein solcher Erlaß noth wendig geworden ist. In demselben steht nur das, was von jeher monarchisches Staatscecht in Preußen uno Deutschland gewesen ist. Die Liberalen decken >hre Verantwo tlichkeit mit dem SchUde der Unverantwortlichkeit der Monarchie. Ich kann tn dem Erlaß schlechterdings nichts anderes finden, als was in Deutschland zu allen Zeiten Recht war. Danken wir Gott, daß wir ein Königthum haben, und halten wir es hoch. W.'ster bleibt Redner auf der Journalistentribüne unverständlich „ .. Abg.- 0; Mennig fen: Der Reichskanzler hat davon gesprochen, daß die auswärtigen Gerüchte von einem Verfassungs Conflicte grundlos seien, und diese Erklärung konnte etwas Beruhigendes haben, wenn der Reichskanzler wenigstens aus den Ver- handlungen sich der Leidenschaftlichkeit, mit bn Äbcnd Herr Ärch.tekt Hug einen Vortrag über „Su bmission swcsen", e,n Thema, dessen Erörterung für alle Gewerbetreibenden von nicht zu unterschätzender Wichtigkeit ist, und das gewiß zu der Hoffnung berechtigte, ein: zahlreich-Zuhörerschaft aus den Kreisen der G-werblre'benden zu finden; leider war die Versammlung nur mittelmäßig besucht. - Herr Hug wies, nachdem er das gesamvsie Submffsion?ivefiu in 3 Hauptarten (beschränkte und unbeschränkte Submission und Bergebung aus freier Hand, getheilt, aus die Nachth-Il- hi", welche dem Staat und der Gesellschaft durch die Art und Weise des heutigen Subm'sstonsversahrens erwachsen, lad Ite namentlich das Verfahren vieler Handwerker, welche den Preis der Arbeit um ,-den Preis herab- drüeken nur um sie einem Ander-m zu entreißen und kam schließlich au» auf die Mängel und Fehler in den bestehenden Subm'ssionsbedingungen zu sprechen, die sowohl von Behörden ure Privaten oft zum Nachtheil der Uebernehmer gehandhabt wurden und deren V-rvess-rung er für nöthig halte unter Hinweis auf die von der Preuß. Regierung f. 8 erlassenen Submissionsbedingungen, welche in manchen Theilen besser seien als in Hessen. Bei der hierauf eröffneten Diskussion wurde ein weiteres Heran- treien an diese Frage in Aussicht gestellt und wird es demnach der hiesige Gewerbe- verein sich angelegen sein lassen, die vorbereitenden Schritte zur Verbesserung der Er- werbsverbältnisse in dieser Hinsicht zu thun. Im Interesse der ehrlichen Arbeit gewiß sehr erwünscht. — In der gestern Abend ttattgefundenen General-Versammlung des Handelsvereines hielt Herr vr. I. Engelmann einen sehr gediegenen Vortrag über Haftpflicht und Unfallversicherung und fand derselbe die vollste Anerkennung. Jn se nem Vortrag warf Redner zuerst einen Blick auf die historische Entwickelung der emschlagenden Gesetzgebung und Gesetzentwürfe, indem er dabei den fundamentalen Gegensatz zwischen den Anschauungen her liberalen Parteien und der Reichsregierung hervorhob. Erstere waren seit Jahren bemüht, das 1871 erlassene, aber vielfach unzureichende Haftpfl chtgesch zu erweitern und zu ergänzen ohne den Boden des Prioatrechts und der Selbsthülfe zu verlass n, während die Reichsregierung bekanntlich seit den Attentaten auf den Kaiser die sociale Frage von Regierungswegen zu lösen sich bestrebte, um die gesammte Arbeiterclasse zur Dankbarkeit gegen die Regierung heran- zuziehen. Redner zeigte dabei im Einzelnen, wie die gegen den Grundgedanken des bestehenden Haftpfl'chtgesetzes und namentlich die gegen die Privat-Unfallversicherungs- Gesellschaften geschleuderten Vorwürfe durchaus unbegründet seien, indem bereits ein großer Theil der Arbeiter in gefährlichen Betrieben von den Arbeitgebern gegen alle Unfälle versichert worden sei und erläuterte gleichzeitig die rechtlichen Bestimmungen des neuen Gesetz-ntwurfs der liberalen Parteien. Rach dem Vortrag entspann sich eine Diskusion über das behandelte Thema und gab der Herr Redner nach allen Seiten hin die gewünschte Auskunft und Aufklärung. Schiffsbericht. Mitgetheilt von dem Agenten des Norddeutschen Lloyd in Bremen, C W. Dietz Nachfolger Gießen. Bremen. 21. Januar. (Per transatlantischen Telegraph). Der Postdampfer Main, Capt. I. Barre, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 8. Januar von Bremen und am 10. Januar von Southampton abgegangen war, ist heute 9 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen. Bremen, 20. Januar. Der Postdampfer Mosel, Capt. I. Hesse, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 7. Januar von Newyork abgegangen war, ist am 18. Januar 6 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Southampton angekommen und hat nach Landung der für dort bestimmten Passagiere, Post und Ladung 12 Uhr Nachts die Reise nach hier fortgesetzt. Derselbe überbringt 99 Passagiere und volle Ladung. Dampfer Mosel wurde in Southampton durch starken Nebel an der We ter- reise gehindert. — Wichtige Nachricht. Laut Urthstl vom 30. November 1881 hat die Strafkammer desersten Instanz-Gerichts in Bernburg, Max Jannasch von Bernüurg und Emil Petschmann von Wernigerode, gegenwärtig in Magdeburg, wegen Nachahmung der Schutzmarken der Societe anonyme de la Destillerie de la Liqueur-Bene- dictine der Abtei zu Fecamp (Frankreich), jeden zu JL 200.— Strafe oder 20 Tage Gefängniß und in die Kosten verurtheilt. 731) Ueber die Höhe der Kosten, welche die Einrücknng einer Anzeige in ein* oder mehre Zeitungen verursacht, wird man sich niemals enttäuscht sehen, wenn man 7on der Annoncen - Expedition von «t? V1LiE in Frankfurt a. M. (Karlsruhe, Stuttgart oder München) zuvor Auskunft einfordert, die auch hinsichts der für den jeweiligen Zweck geeigneten Blätter auf Grund reicher Erfahrungen und gründlicher Beobachtungen zuverlässigen Rath «rtheilt I Kirchliche Anzeigen der evsng. Gemeinde Gießen. Donnerstag den 26. Januar, Abends 6 Uhr: Im Saale des Gymnasiums: Bibelstunde. Pfarrer Schlosser. 1 (Das Gleichniß vom Feigenbaum. Luc. 13,6-9.) Holzversteigerung in der Ober- sörsterei Krofdorf nicht genehmigt. Die am 13. er. zu Krofdorf abgchaltene Versteigerung über das Holz in den fiskalischen Districten Lindenschied 72 abc und Hohenschied 77 a ist nicht genehmigt worden, was hiermit zur Kenntniß der Käufer gebracht wird. Krofdorf, den 23. Januar 1882. Der König!. Oberförster. 599 Müller. Jagdverpachlung. Samstag den 11. Februar, Nachmittags 1 Uhr, soll die hiesige Wald- und Feldjagd in dem zweiten Schulsaal dahier auf 6 Jahre verpachtet werden. Beuern, den 23. Januar 1882. Großh. Bürgermeisterei Beuern. 562 Ranft. Holzveriteigerunq in der kgl- Oberförstern Krofdorf. Donnerstag den 2. Februar, Vormittags um 10 Uhr, werden zu Salzböden bei Wirth Weiß- brod aus dem Königlichen Forste nachstehend bezeichnete Holzsortimente öffentlich meistbietend versteigert: Schutzbezirk Salzböden. District Schloßbera„ 71 ab: Buchen: 3 Stämme vorzügl. Güte mit 5,34 Fstm. K.-J., 344 Rm. Scheit, 19 Rm. Schert (Anbruch), 37 Rm. Knüppel, 26 Rm. Stockholz, 369 Rm. Reiser. Schutzbezirk Wißmar. District Lindenschied 72abc: Abermals Buchen: 327 Rm. Scheit, 35 Rm. Schert (Anbruch), 20 Rm. Rnüppel, 42,5 Rm. Stockholz, 414 Rm. Reiser. Krofdorf, den 24. Januar 1882. Der König!. Oberförster. 598 Mütter. jiamftag den 28. Januar, Nachmittags 2 Uhr, läßt Herr Karl Kämmerer in seinem Hause, Löwengasse 153, seine sämmtlichen Weißbindergeräthe, einige schöne Bütten, Stangen rc., sowie eine Parthie Farben, Lacke und schöne Stukkmodelle gegen Baarzahlung versteigern. 580 Hoffmann, Ortsgerichtsmann. Allgemeiner Anzeiger. Zur Ball-Saison empfiehlt in großer Auswahl Blumen, Krausen, Spitzen, das Neueste in Spitzen- und Atlaskragen, Fichus, Dor- steeker, -Handsckube u. s. w. Robert Maa*) Keltersweg C. 59. NB. Die noch vorräthigen Wolltücher, weiß und farbig, werden zu herabgesetzten Preisen verkauft. _428 Cokes. Gegenwärtiger Preis in der Gasfobrik M. -.95 per Gentner, „ „ aus Hans geliefert „ 1. - „ „ Wird das Zerkleinern für Füttöfcn gewünscht, so werden hierfür 5 Pf. per Gentner berechnet. Der Transport an das Haus erfolgt von der Gasfabrik aus bei Ab- "ahme von mindestens 5 Centner, von Herrn Emil Pistor auch in kleineren Ouantitäten. ___________________________131 AitÄverlifietf / | Damenwinterwäntel verkaufe, um gänzlich zu räumen, A bedeutend unter Preis. 380 5^ Moritz Heichelheim. Ausverkauf. 362 Durch Verkauf meines Geschäftes findet der von mir schon früher annoncirte Ausverkauf noch bis 1. Mai statt und erlasse ich meine fämmtlidien Artikel, da damit vollständig räumen muß, zu enorm billigen Preisen. II #//#. Sch'tnaM Fensterleder, Schwämme, Scheuertücher, Bürstenwaaren billiget bei 20 Fr. Seibel. Ia Zwetschenhouig, neue Maare, wieder eingetroffen. 481 II. F. Nassauer. 318 Einige sehr gnt gelegene Bauplätze zu verkaufen. Näh. bei der Exped. ds. Bl. Donnerstag den 2. Februar, von Vormittags 10 Uhr an, sollen im hiesigen Gemeindewald, Schlag Gräus und Hessengalgen 27 Eichen-Nutzholz-Stämme vorzüglicher Qualität, von 8—16 Mtr. Länge u. 25—87 Ctm. Durchm. verkauft werden. Die Zusammenkunft findet bei Wirth Rücker statt. 584 Weipoltshausen, 24 Januar 1882. Willershausen, Bürgermeister. Dienstag den 31. Januar, Nachmittags 2 Uhr, soll auf hiesigem Ortsgericht auf freiwilliges Ansinnen des Hin. Jakob Martin in Boppard das frühere Besitzthum des Jakob Wagner dahier: Flur 25 Nr. 76« 1OO, 144 Mtr. Hofraithe auf der Warthe und Chaussee, „ 25 Nr. 76”/10.., 881 Mtr. Grabaarten daselbst unter sehr günsttgen Bedingungen nochmals versteigert werden. Nähere Auskunft ertheilt Herr Masseverwalter Pilger. Gießen, den 23. Januar 1882. Großh. Ortsgericht Gießen. 555 Mütter. AeitzeöoKmes. 590 Einige Meter Buchenholz ju verkaufen. Frankfurter-Str. 337, 2. St. Irische Schellfische in EiS empfehlen 600 j. A. Busch Söhne. 601 Verschiedene gute Sorten Kartoffel zu verkaufen nach Marktpreis in Litcrmaaß und gewogen bei Gg.Lampus II., Seltersweg C. 69. 1 593 Das bekannte und bewährte ■ Hofapotheker Boxberger's Hiihneraiigen-Pflaster Preis pro Rolle 50 H Vorräthig in Gießen in der Hirsch- I apothrke. Achmer Loncerl-Verein. Viertes Concert am Sonntag den 29. Januar 1882, Abends präcis*) 5 Uhr, im Saale des Gesellschastsvereins unter gefälliger Mitwirkung der Fräulein Hermine Spiess, Concert- sängerin aus Wiesbaden, des königl. Musikdirectors Herrn Bernhard Scholz aus Breslau und der Herren Concertmeister Hugo Heermann und Valentin Müller aus Frankfurt a. M. 548 PROGRAMM. i) 2) 3) 4) 5) 6) Sonate für Violine und Clavier. A-moll (Manuscript) . . . . von Bernh. Scholz. (Vorgetragen von Herrn Heermann und dem Componisten ) a. Lied des Harfners . . von Franz Schubert b. Holder Blülhenmai . „ Ohr. v. Gluck. (Gesungen von Fräulein Spiess ) Clavierstücke: a. Margareth I ~ cr> j b. Entschluss I aus °P- 52 . . . „ B Scholz c. Ländler aus 0p. 50 ) (Vorgetragen vom Componisten.) II. Trio für Pianoforte, Violine und Violoncell, Es-dur, Op. 70 Nr 2 . . . . von L v. Beethoven» a. Poco sostenuto. Allegro ma non troppo. b. Allegrelto. c. Allegretto ma non troppo. d. Finale. Allegro (Vorgetragen von den Herren Scholz, Heermann und Müller.) Lieder: a. Die Höhle des Trophonius b. Frühling, Liebster c. Die Schuldlose - Op. 34 von B. Scholz. (Gesungen von Fräulein Spiess ) a. Melodie arabe / - X7. .. n o b. Zapateado l fur Viohne ' ' von P' Sarasate (Vorgetragen von Herrn Heermann.) Der Flügel von B lüthner ist aus dem W. R u do 1 p h’schen Pianofortelager Eintrittskarten für Nichtmitglieder sind in der Ricke r’schen Buchhandlung (Sonntags nur bis 12 Uhr) und in der W. Rudo 1ph’schen Musikalienhandlung ä cM 2.50 (Sperrsitz ä JL 3.50) zu haben. *1 Der Zutritt zum Concertsaal findet nur durch den Nebensaal* statt; während der Aufführung eines Stückes ist auch dieser geschlossen. — Um das Gedränge am Schlüsse des Concertes möglichst zu vermeiden^ wird gebeten, dass die Inhaber der Saalplätze die Entleerung der Neben- sääle und Gallerien zuerst geschehen lassen. Gebrcmitler litifl*ee« Nr. 1. Ceylon - Perl mit braun Menado, feinste Wiener Mischung, per Psd. «X 1 80, Nr. 3a. Java-Perl . . /, „ „ 160, Nr. 5. Java . • • „ „ «> 1 empfiehlt, außer 3 weiteren Sorten im Preise von Jl. 1 40, 1.60, 1.70, als besonders hochfeine und preiswürdige Qualitäten Fr. Seibel. Extras. Neapol. Maccaroni, Fst. Ia franz, do. „ „ „ Gemüfenudeln, „ „ deutsche do., I® Amerik. Apfelspalten, „ getrockn. Zwetschen empfiehlt billigst H. F. Nassauer, 482 Kreuz B. 114. Spiegelschränke, Chiffonnieres, ein- und zweithürige Kleiderfchränke, Spiegel rc. zu sehr billigen Preisen. 333 J. 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