Dienstag den 25 Juli L88L. Gießener Anzeiger Amts- unb Anzngeblatt für den Kreis Gießen. Schulstraße 8. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montag-. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher Iheit. Bekanntmachung. Das Landes-Comit6 der Bayrischen Landes-Industrie-, Gewerbe- und Kunst-Ausstellung, welche im laufenden Jahre zu Nürnberg abgehalten wird, hat die Erlaubniß erhalten, eine Berloosung von Ausstellungsgegenständen zu veranstalten. Es werden 400,000 Loose ä 1 jt. ausgegeben und 250,000 Jl. zum Ankauf von Ausstellungsgegenständen verwendet. Die Zahl der Gewinne beträgt 4000, der größte hat einen Werth von 25,000 J&, keiner aber unter 10 «X Die Gewinnziehung findet spätestens am 15. November d. I. statt. Der Vertrieb der Loose im Großherzogthum Hessen ist von Großherzoglichem Ministerium des Innern und der Justiz gestattet worden. Gießen, am 21. Juli 1882. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. Aeutschland. Berlin, 23. Juli. Die „Verl. Polit. Rachr." schreiben: Das Schicksal der neuesten türkischen Note, worin die Pforte ihre Bereitwilligkeit, der Conferenz beizutreten, ausdrückt, ist anscheinend schon im Voraus besiegelt. Es handelt sich gegenwärtig gar nicht um die Fortsetzung diplomatischer Besprechungen rein akademischen Charakters der um ein theilnehmendes Mitglied vergrößerten Conferenz, sondern um die Feststellung der Interventions-Bedingungen, also um einen sehr concreten Gegenstand. Europa verlangt von der Pforte eine Erklärung darüber, ob sie zur militärischen Intervention am Nile die Hand bieten will, und die Pforte setzt sich über diesen Cardinalpunkt der schwebenden Constellation mit souveräner Nichtachtung hinweg. Niemandem kommt dieser Wmkelzug der ottomanischen Staatsweisheit mehr zu Passe, als dem Cabinet von St. James. Letzeres betrachtet die in Rede stehende türkische Erwiderung einfach als Makulatur und besteht darauf, daß bei der Vereinbarung des wetteren Aktionsprogramms in Egypten von der Pforte und ihrer Mitwirkung endgiltig abstrahirt werde. Diejenigen Mächte, welche auf Beihllfe der Türkei zur Pacificirung Egyptens nur ungern verzichten, werden Angesichts der dllatorischen Allüren der Pforte allerdings nicht umhin können, sich mit der Eventualität einer Beiseit- setzung des Sultans in den egyptischen Dingen vertrauter zu machen. Sie werden dem Drängen Englands bis zu einem gewissen Punkte entgegenkommen. England besitzt nun einmal in Egypten vitale Interessen ersten Ranges. Verhilft man dem britischen Volke dazu, diese Interessen im Nahmen des europäischen Einvernehmens gesichert zu missen, so ist damit ein Keim zu vielleicht sehr ernsten Verwickelungen aus der Welt geschafft. Freilich wird man in London nicht daran denken dürfen, Englands prävalirende Stellung am Nil in eine dominirende oder gar excludirende umzuwandeln. Das als Sprachrohr der russischen auswärtigen Politik zu betrachtende „Journal de St. Petersbourg" erläßt diesbetreffs soeben einen sehr deutlichen Wink, der in Downing-Street sicherlich verstanden, hoffentlich auch beherzigt werden wird. — In letzter Zeit haben inehrfach deutsche Handel- und Gewerbetreibende durch Creditgeben an rumänische Kaufleute empfindliche Verluste erlitten. Leider giebt es in Rumänien eine sehr große Anzahl von Firmen, denen gegenüber besondere Vorsicht beim Eingehen einer Geschäftsverbindung geboten erscheint. Wir halten es daher für unsere Pflicht, die deutschen Kaufleute und Fabrikanten, welche Geschäftsverbindungen mit Rumänien unterhalten, vor solchen Firmen, die nicht als reell und leistungsfähig bekannt sind, ernstlich zu warnen. Wie wir hören, dürfte der Centralverband deutscher Industrieller bei seinen zahlreichen Beziehungen in der Lage sein, über einschlägige Verhältnisse Auskunft zu geben und würde der Centralverband bereit sein, den Geschäftstreibenden auf die einfache Anfrage schon an die Hand zu gehen. Berlin, 22. Juli. Der „Retchs-Anz." publicirt die internationale Reblaus - Convention und die Ernennung Aschenborn's zum Director im Reichspostamt. Berlin, 21. Juli. Die öffentliche Meinung wird wohl daran thun, sich mit dem Gedanken vertraut zu machen, daß die gegenwärtige egyptische Frage nicht unbedingt als eine europäische betrachtet werden muß. Deutschland hat mit derselben tatsächlich sehr wenig zu thun. Unsere Betheiligung an der Schifffahrt im Suezcanal beträgt etwa 1 pCt. der Gesammtschifffahrt, die der Engländer über 75 pCt. Für England ist die Sicherstellung des Suezcanals eine Lebensfrage; uns interessirt diesilbe nur in geringem Grade. Eine große Nation hält ihre Politik jederzeit innerhalb der Grenzen ihrer eigenen Interessen; sie wird ihren Einfluß nicht in den Dienst der Interessen anderer Nationen stellen und keine Mitverantwortlichkeit für die Mittel übernehmen, durch welche diese sich veranlaßt finden können, ihre Interessen sicherzustellen. Die deutsche Politik vermeidet jede Parteinahme und läßt sich, wie bereits an beachtenswerter Stelle gesagt, durch das Beispiel des Napoleonischen Frankreich warnen, in Europa eine Art Sensoren- oder Schulmeisterrolle anderen Mächten gegenüber üben zu wollen. Deutschland sieht seine Interessen, sowie den europäischen Frieden durch die Vorgänge am Nil nicht gefährdet; nirgends macht sich auch nur im Entferntesten die Absicht erkennbar, die deutschen Interessen zu schädigen. Jede andere Politik außer derjenigen, die ausschließlich die deutschen Interessen berücksichtigt, würde die Regierung vor dem deutschen Volke nicht vertreten können. Deßhald ist auch mit Sicherheit anzunehmen, einerseits, daß Deutschland den Westmächten kein Mandat erteilen wird, in Egypten ohne die Türkei vorzugehcn, andererseits, daß Deutschland, Frankreich und England nicht zu verhindern suchen wird, in Egypten das zu thun, was ihnen im französischen, beziehungsweise englischem Interesse geboten erscheint. Handelte Deutschland anders, sei es, daß cs seinen Einfluß zu Gunsten der Türker oder zu Gunsten der Westmächte geltend machen wollte, so würde es damit ohne Nutzen für sich und ohne gebietende Notwendigkeit befreundete Mächte, sei es England und Frankreich, sei es die Türkii, verletzen. England hat in Südafrika mit den Boeren, Frankreich in Nordafrika mit den Eingeborenen Krieg geführt, ohne daß Deutschland ein Wort dazu gesagt hätte und ohne daß durch sein Schweigen die deutschen Interessen verletzt wären. Deutschland kann ruhig mitansehen, was die vereinigten Westmächte oder England und Frankreich, jedes vereinzelt in Nordostafrika zur Verteidigung ihrer Interessen vorzunehmen für gut finden. Es wäre zu wünschen, daß diese Auffassung in weiten Kreisen Verständniß finde, damit die Beunruhigung, welche sich augenblicklich ganz Europas zu bemächtigen droht, gebührendermaßen localisirt werde. Stettin, 22. Juli. Der Oberpräsident Frhr. v. Münchhausen ist gestern Abend plötzlich gestorben. Kassel, 22. Juli. Wie die „Hess. Morgen-Ztg." vernimmt, ist Sr. Königl. Hoheit dem Prinzen Karl der Drahtverband abgenommen und durch einen leichteren Verband ersetzt worden. Die Uebersiedelung Sr. Königl. Hoheit nach Wilhelmshöhe soll in den nächsten Tagen erfolgen. Kiel, 22. Juli. Ihre Königl. Hoheit die Frau Erbprinzessin von Meiningen traf auf der Rückreise von Schweden heute früh hier ein und wurde von Sr. Königl. Hoheit dem Prinzen Heinrich von Preußen empfangen und nach dem königlichen Schlosse geleitet. Krankrerch. Paris, 20. Juli. Es sind von Herrn v. Lesseps Depeschen eingelaufen, aus- welchen hervorgeht, daß der neue Aufenthalt, den er in Egypten genommen, seine ersten Eindrücke bezüglich der Zweckmäßigkeit einer europäischen Jnterven- tton im Nilthale vollständig geändert hat. Früher ein Gegner der Intervention, si.M Herr v. Lesseps sie jetzt als ganz unerläßlich dar. Die ganze Lage in Egypten scheint ihm eine äußerst gefährliche. Toulon, 21. Juli. Die Militärbehörden erhielten diese Nacht Befehl, Caserne- ments für die Marine-Infanterie von Brest, Cherbourg und Lorient vorzubereiten, da dieselbe sich in Toulon sammeln soll. Das egyptische Expeditionscorps, welches in der Bildung begriffen, wird aus einer Brigade Marine-Infanterie und einer Brigade Zuaven und Tirailleurs bestehen und in Algier noch zwei Regimenter Infanterie ausnehmen. General Thomassin wird daselbst befehligen; wenn die Unternehmung einen größeren Umfang annimmt, wird Marquis Gallifet das Commando übernehmen. England. Dublin, 20. Juli. Auf der Waterford-Limerick-Bahn wurde auf der Station Waterford ein Eisenbahnwagen erbrochen. Der Inhalt, bestehend aus Militärgewehren und Munition, wurde geraubt und ist trotz sorgfältigster Nachforschungen spurlos verschwunden. Da es geheim gehalten worden war,, was der Wagen enthielt, so war auch kein militärischer Sicherheitsposten dabei aufgestellt worden. London, 22. Juli. Der „Times" wird aus Paris vom 21. ds. gemeldet , das französische Cabinet habe sich an die englische Regierung gewendet, um deren Ansicht über die Thunlichkeit, Italien zur Theilnahme an der englischfranzösischen Expedition nach Egypten einzuladen, zu ermitteln. Man glaube, England werde sich der Einladung an eine dritte Macht zur Betheiligung an der Expedition bereitwillig anschließen. — Das englische Expeditions-Corps wird etwa 14,000 Mann stark sein. — Die Armee-Reserve ist theilweise einberufen worden, die Mannschaften haben sich spätestens am 2. August bei der Fahne einzufinden. — Unterhaus. Der Staatssecretär des Krieges, Childers, erklärte, der zum Zwecke der Vermehrung des Heeres um 10,000 Mann verlangte Credit betrage 1,300,000 Pfd. Sterl. London, 21. Juli. Die Conferevz gilt hier nach engüscher Auffassung Attisch für beendigt. Man ist sonderbarerweise verstimmt über die Weigerung dec Großmacktt und besonders Deutschlands und Oesterreichs, das Vorgehen der Weltmächte bezüglich Egyptens ausdrücklich zu billigen. Doch trägt England selbst dieSchuld,.wenn es die Billigung Deutschlands erwartete, da doch Deutschland olficteU ftet§ ^tonirl daß es weder direct noch indirect in die fernltegenden AngeleMheiten Egyptens e n- greifen werde. Bismarck gab bekanntlich den wohlgemeinten Rath,Zu -Zwern nach Egypten zu gehen, um einem orientalischen ben aber dieser Rath durch das neueste französisch-englische Emverncymen m aen Lumo geschlagen worden zu sein scheint, so verbleibt Deutschland> die^Rolle °'N-r M°cht welche ausschließlich für ihre eigenen Interessen sorgt und bei der egyptstchen Frage nur den Zuschauer voraussichtltch morgen oder übermorgen seine Ferien- reife fortsetzen. Italien. Rom 22 ^uli Der „Osservatore Romano" bestreitet, daß die «er- handlnnaen zwischen dem Vatikan und der preußischen R-gierung m ^olge der übertriebenen^ Ansprüche der Kurie, die sogar die Beibehaltung der preußischen Gesandtschaft beün heiligen Stuhle unmöglich machen konnten abgebrochen seien. Das Blatt qieb zu , daß man zu einem vollständigen und dauerhafteni Frieden * 2 ' m()tT sei aber man habe doch einen großen schritt auf de" Wege zur Anbahnung des Friedens gethan durch die Wiederherstellung der Gesandtschaft und durch die Wiederbesetzung mehrerer erledigter Bischofs-Lutze. . Man müsse die weiteren Resultate der Verhandlungen abwarten und bedenken, daß sie sich auf Fragen erstreckten, ivelche ebenso schwerwiegend als complrcirt seien. Der Vatikan wünsche nichts sehnlicher, als daß dieselben zu einer Verständigung führten. Kossand. Amsterdam, 22. Juli. Wie ein vom „Handelsblad" herausgegebenes Extrablatt aus Maaßlms meldet, ist der Monitor „Adder" südöstlich von Scheve- ningen aus 10 Klafter Tiefe, das Oberste zu Unterst gekehrt, von Tauchern aufgefunden worden. Wußtand. Petersburg, 22. Juli. Das „Journal de St. Petersbourg" meint, die Betheiligung der Pforte an der Conferenz dürfe nicht dazu benutzt werden, die Action der europäifchen Mächte lahmzulegen. Es sei nothwendig, den Suezkanal vor den Aufständischen zu schützen. Wenn die Pforte allein rm Stande sei, dies ohne Verzug zu bewirken, so möge ihr die Sorge dafür überlassen werden, wenn nicht, so werde sich die Conferenz damit zu befassen haben. Uebri- aens würden die ottomanischen Delegirten alsbald in die Lage versetzt werden, sich über die Absichten der Pforte betreffs Wiederherstellung des Status quo in Egypten zu erklären. „ L c m r — Der Botschafter v. Nowikoff ist zum Mrtglrede des Retchsrathes ernannt worden. Türkei. Konstantinopel, 22. Juli. Assym Pascha ist zum alleinigen Vertreter der Pforte aus der Conferenz ernannt worden. Konstantinopel, 22. Juli. Derwisch Pascha ist hier eingetroffen. — Die Conferenz wird, wie verlautet, ihre nächste Sitzung erst Montag abhalten. Wie es heißt, würde der zum alleinigen Vertreter der Pforte bei der Conferenz ernannte Assym Pascha das Präsidium beanspruchen und den Vorschlag machen, die Con- ferenz in Stambul tagen zu laffen. Aegypten. Marseille, 23. Juli. Meldungen aus Algier zufolge würden zur Bil- dung des Expeditions-Corps für Egypten hauptsächlich Theile des in Algier stationirten 19. Armee-Corps verwendet werden. Der Effektivbestand der unter General Lambert zu formirenden Brigade würde aus 8 Infanterie-Bataillonen 4 Schwadronen Kavallerie nebst einigen Feldbatterien bestehen' Triest, 22. Juli. Die griechische Dacht „Amphitrite" ist gestern nach dem Piräus abgedampft. Telegraphische Depeschen. Wotff'S telegr. Corresporrderrz-Vrrreair. Gastein, 23. Juli. Se. Maj. der Kaiser setzt in gewohnter Regelmäßigkeit den Kurgebrauch fort, unternimmt Promenaden und Ausfahrten. Se. Majestät nahm gestern den Thee beim Grafen Lehndorff-Steinort ein, empfing heute die Chefs des Civil- und Mllitär-Cabinets, sowie den Wirkt. Geh. Lega- tionsrath v. Bülow zum Vortrag und besuchte später die Predigt des Hospre- digers Frommet in der evangelischen Kapelle._______________ Lokale-. Gießen, 24. Juli. Der am Samstag Abend Herrn Professer Dr. Will von Seiten der Studirenden gebrachte Fackelzug war großartig zu nennen. Zwei Musikcorps begleiteten denselben. Vor der Wohnung des in Ruhestand tretenden Herrn Professors, sowie vor dem chemischen Laboratorium beleuchteten große bengalische Flammen den flotten Zug, sowie eine unabsehbare Menschenmenge, welche vor und hinter demselben die Begleitung bildete. An den Zug schloß sich ein Commers in Wenzels Garten an. Gießen, 24. Juli. Am Samstag Nachmittag wurde hier ein vor 14 Tagen tn Mainz desertlrier Artillerist verhaftet und dem hiesigen Regiment überliefert. Am Morgen desselben Tages ließ sich derselbe einen schweren Diebstahl zum Nachtheil eines armen Bergmanns in Königsberg zu Schulden kommen. — Ein Baumfrevler wurde tn der Nacht vom Samstag auf Sonntag erwischt, als er auf der Süd-Anlage von einem Bäumchen einen Ast abriß. In derselben Nacht gelang es, einen Laternenstürmer wieder einmal festzustellen. — Ein Dienstmädchen wurde tn der Freiagnacht tn einem hiesigen Hause unter Umständen, welche auf einen Selbstmordversuch schließen lassen, schwer verbrannt aufgefunden. Es wurde in die Klimk verbracht. — In voriger Woche wurde einem Manne dahier eine Haarkette nebst Medaillon gestohlen. Die Diebin, 13 Jahre alt, hatte dieselbe an einen Soldaten für 10 Pf. verkauft; die Mutter derselben erhielt das Geld und schwieg, trotzdem sie vom Bestohlenen darauf gefragt wurde. — Die Proclamation Arabi Paschas an die Statthalter (Mudirs) der egyptischen Provinzen hat folgenden Wortlaut: Der Khedive begab sich nach Ras-el-Tin und verlangte Soldaten von den Engländern zu seiner Bewachung und diese vertheilte er in allen Quartieren der Stadt. Er nahm auch die Minister mit sich und verhinderte dieselben, sich auf ihre Posten zu begeben und sie in-Uebereinftimmung mit seinen Machtnationen, welche gleichbedeutend mit den Absichten der Engländer sind, zu gebrauchen- Auf sein Anstiften tödteten die Engländer mit Schwert und Geschossen solLe unserer Soldaten, die zur Bewachung der Stadt zurückgelassen worden, beraubten sie ihrer Waffen und erschlugen alle unsere Truppen, auf welche sie stießen. Dieser Khedive, dessen Leben das Land bis zur Stunde geschont hat, hat sich nun dem Feinde in dem Angriffe auf die egyptischen Moslems angeschlossen und beide plündern und tobten alle Diejenigen, die in ihre Hände fallen und die Stadt betreten. Der Khedive verbringt die Nacht mit seinen Frauen auf dem Meere unter den Engländern und bei Tage kehrt er an das Gestade zurück, um die fortgesetzte Niedermetzelung der Moslems in den Straßen von Alexandrien anzubefehlen. Aus diesem Grunde erlasse ich meinen Befehl, um Euch zu kräftigeren Thaten anzufeuern und Euch aufzufordern, Euren religiösen und patriotischen Eifer auszuüben. Wisset demnach, daß das ganze Land nach wie vor unter dem Belagerungszustand bleibt, daß Ihr gemahnt werdet, meine Befehle auszuführen und denselben nicht im Mindesten zuwiderzuhandeln, noch irgend welchen Befehlen Gehorsam zu leisten, dte nicht von mir herrühren. Setzt die Aushebung von Soldaten und alle Rüstungen fort wie Euch dies vorher anbefohlen worden; und alle Solche, die mir nicht gehorchen, werden sicherlich die Strafe erleiden, welche das Militärgesetz vorschretbt- In einer zweiten Proklamation Arabis heißt es am Schlüsse: Die Vertheidigung unseres Landes und unseres Glaubens ist nach moslemitischem Gesetz und Glauben obligatorisch. Zwischen uns und den Engländern besteht ein unversöhnlicher Krieg und alle Diejenigen, welche sich als Verräther an ihrem Lande crweisen, unterliegen nicht allein der strengsten Bestrafung in Gemäßheit der Militärgesetze, sondern sie werden auch in einer zukünftigen Welt auf immer verdammt fern. — Nach der Aussage eines am 20. d. M. zu den Engländern übergegangenen Deserteurs soll Arabi Pascha mit 6000 Mann Infanterie, 3000 Matrosen, einem Regiment Cavallerie, 6 Batterien gezogener Geschütze und einer Batterie Gatling-Kanonen bei Kafr-Dowar verschanzt sein und gegen Alexandrien oorzurücken beabsichtigen. Bombay, 22. Juli. Zwei Transportdampfer sind mit Truppen nach Egypten abgegangen. Alexandrien, 22. Juli. Heute früh wurden 250 englische Chasseurs detachirt, um zu recognosciren und in einer Entfernung von 6 englischen Meilen von Alexandrien die Eisenbahn zu zerstören. Das Detachement stieß auf eine Kavallerie-Abtheilung Arabi Pafcha's und wechselte mit derselben einige Gewehrschüsse. Die Egypter flohen und ließen zwei Todte auf dem Platze. Die Chasseurs vollendeten sodann ihre Arbeit und zogen sich zurück. Die englischen Truppen besetzten heute Abukir und werden morgen Ramleh occupiren. Arabi Pascha hat eine Kriegssteuer von einer halben Million Pfd. Sterl. ausgeschrieben. Nach Berichten, die der Khedive erhalten hat, soll Arabi Pascha mit Proviant und Munition gut versehen sein, aber seine Armee verstärke sich nicht und es fänden in derselben viele Desertionen statt. Alexandrien, 22. Juli. Dem Vernehmen nach hätte Arabi Pascha in Kairo ein neues Ministerium gebildet, dem auch Mahmud Pascha als Mitglied anaehören soll. Alexandrien, 23. Juli. Ein Decret des Khedive spricht die Absetzung Arabi Pascha's aus und erklärt denselben für einen Rebellen. In einer Proklamation an die Armee verbietet der Khedive derselben, dem Befehle Arabi's zu gehorchen, in einer zweiten Proklamation, welche an das Volk gerichtet ist, befiehlt der Khedive, die durch Arabi auserlegte Kriegssteuer nicht zu zahlen. — Ein Paketboot, welches von Konstantinopel eingetroffen war, wurde durch die Behörde mit Beschlag belegt und der Capitän desselben unter dem Verdachte, Briefe für Arabi mit sich zu führen, verhaftet. — In Kairo herrscht wieder Ruhe, die dortige Polizei ist eifrig bemüht, die Ordnung aufrechtzuhalten. — 'Nachrichten aus Kafr-Dowar zufolge soll die Armee Arabi Pascha's bereits 12,000 Mann stark sein. Es wird ferner berichtet, daß das Wasser des Mah- mudieh-Kanals trotz des von den Engländern aufgeworfenen Dammes in raschem Fallen in der Richtung nach der Meeresküste begriffen sei. Paris, 23. Juli. Heute Vormittag hat ein Ministerrath stattgefunden, welcher sich mit der Berathung der zum Schutze des Suezkanals zu ergreifenden Maßregeln befaßte. Die Creditvorlage wird voraussichtlich morgen eingebracht werden. Toulon, 22. Juli. 5000 Mann Infanterie und Marinefoldaten, welche die Avantgarde des Expeditions-Corps für Egypten bilden sollen, werden demnächst hier eingeschifft werden. vermischte *♦ Darmstadt, 22. Juli. sMilitärdienstnachricht.) Mühlenfeld, Pr.-Lt. vom 2. Großh. Jnf.-Regt. (Großherzog) Nr. 116, der Abschied bewllligt--- Stuttgart, 20. Juli. Die Ferienkammer des hiesigen Landgerichts als Strafkammer hatte heute über einen Fall der schweren Körperverletzung abzuurtheilen, der vielleicht einzig in den gerichtsärztlichen Annalen dasteht und wie er in seinen Consequenzen nicht entsetzlicher gedacht werden kann. Die Frau eines hiesigen Handlungsdieners hatte einem 12jährigen Knaben, Der nach Gassenbubenart ihr kleines bjähriges Pflegekind einer Bagaielle wegen drangsalme und mit Schlägen bedrohte, Vorhalte über dieses unschöne Benehmen gemacht und sich^ es einfallen lassen, als ihr als einzige Antwort eine ganze Serie dec unfläthigsten iL-chimpsworte mit neuen Drohungen gegen ihr Mädchen ins Gesicht geschleudert wurde, den ungezogenen Buben zweimal derb bei den Ohren zu nehmen, wodurch dieser nach wenigen Augenblicken die Sprache verlor und zu Hause angekommen sofort in Convulsionen verfiel, so daß offenbar eine Gehirnblutung eingetreten sein mußte. Das Befinden des gezüchtigten Knaben ist zur Zeit, genau Drei Monate nach der erhaltenen M-ßhandlung, ein geradezu trostloses, indem demselben bis heute das Sprachoermögen nicht nur nicht zurückgekehrt ist, sondern auch beide Beine des Knaben vollständig gelähmt und überdies mehrere äußerst schmerzhafte Stellen am Rückgrate vorhanden sind, so daß derselbe ärztlichem Gutachten zufolge wohl nie wieder gesund werden, sondern m Siechthum verfallen wird, da die Krankheit bis zur Stunde eher zu- als abgenommen hat- Beide Sachverständige, die geladen sind, die Doctoreu Stadtdirectionsarzt Gußmann und Obermedicinalrath von Landen- berger sprechen sich dahin aus, daß dieser rm Verhältniß zu seiner Ursache ganz abnorme Zustand des Knaben unter allen Umständen durch das heftige Zerren der Angeklagten an einem oder beiden Ohren desselben herbeigeführt worden sei, wenngleich eine derartige Consequenz unter hundert, ja tausend Fällen einer solchen, leider zum Usus gewordenen Mißhandlung oder Züchtigung kaum ein einziges Mal eintrete. In Folge dieser Gutachten plaidirt selbst der Staatsanwalt für mildernde Umstände, so daß das Urthetl nur auf 6 Wochen Gefängniß lautet- — Wir wollen bei dieser Gelegenheit doch zur Vorsicht ermahnen, mdem wir auf diesen, in feinen Folgen so gräßlichen Fall Hinweisen, umsomehr, als uns erst kürzlich die Mittheilung gemacht wurde, daß ein hiesiger Lehrer, einer unserer celebrated Zuchtruthecandidaten, einen Schüler derart beim Ohr gepackt hat, daß, wir sagen nur die reine Wahrheit — ein Wundarzt das zum Theil abgerissene Ohr wieder annähen mußte. Gerichtliche Klage wird ohne jeden Zweifel gegen diesen Prügelpädagogen erhoben werden. (Franks. Z.) Hanau, 21. Juli. Der „H. A." berichtet: Die vergangene Nacht war eine der aufregendsten feit langer Zeit- Wenn auch in derselben Nacht des Vorjahres (vom 20. auf den 21. Juli 1881) ein heftiges Gewitter hier und in der Umgegend sich entlud (damals schlug es in Auheim ein) so kann dies an Heftigkeit doch nicht den Vergleich mit denen vergangener Nacht aushalten. Kurz nach 11 Uhr schon zogen sich über Stadt und Umgegend mehrere Gewitter zusammen, die in kurzen Pausen bis gegen 5 Uhr Morgens andauerten. Daß hierdurch Viele statt des stärkenden Schlafes zu genießen, eine ängstlich durchwachte Nacht verlebten, ist selbstverständlich. Dabei goß der Regen in Strömen, so daß u. A- die Steinheimerstraße beim Schweisgut'schen Hause vollständig unpassirbar und der Keller des Metzger Grünwald'schen Hauses mit Wasser ungefüllt wurde; in der Schützengasse drang sogar in verschiedenen Häusern das Wasser von den höher gelegenen Höfen aus in die Wohnungen. Ein aufmerksamer Beobachter will bemerkt haben, daß es 19mal eingeschlagen hat, glücklicherweise nur kalte Schläge. Bis heute Morgen 10 Uhr wurden uns folgende Mittheilungen: Im Sattlermeister Ziegler'schen Hause in der Kirchgasse fuhr ein Strahl in den Schornstein des Hinterhauses, schlängelte sich in verschiedenen Windungen durch die Wohnräume des 3-Stockwerkes, zerriß in verschiedenen Zimmern die Ofenrohre rc- und nahm seinen Ausweg durch das Schlafzimmer des Herrn Zahnarztes Kling, zu welchem Raume der Strahl die Wand durchgeschlagen. In das Theatergebäude schlug der Butz anscheinend zweimal, verursachte leichte Verletzungen an einem Schornstein, den Ziegeln einer von dem Schornstein entfernt liegenden Dachfläche, dem Corridor der Galerreloge und spaltete in seiner ganzen Länge einen Pfosten des Stockwerks; tn ben unteren Theaterräumen ist nichts zu bemerken und der Schaden Überhaupt nicht von großer Bedeutung. In der „Schwedischen Krone" zerriß der Strahl den Schornstein des Hinterbaues, sowie eine Wand; hier sind die beschädigten Stellen geschwärzt. Wetter finden sich Spuren eines kalten Schlages an dem Backer Kißner schen Hause in der Glockengüsse In der Nähe beS NochtwachepostenS beim „ßolb neu Löwen" in der Vorstadt fuhr der Strahl mehrere Mal in den Stadtgraben, auch wurden dort verschiedene Laternen vom Lustdrucke ausgelöscht In einem Hause zu Rückingen rieqtete ein kalter Schlag Verheerungen in Stube und Küche eines Hauses an. Auch erfahren wir noch, daß es in einem benachbarten Orte gebrannt haben soll; nähere Mittheilungen konnten wir indeß nicht erlangen. Bei der Pulverfabrik fchlug der Blitz in einen Baum und aus einem Felde zwischen Langendiebach und Ravolzhausen in einen Korn- Haufen ein, der letztere ist niedergebrannt. , __ Zürich. Unsere Stobt war am letzten Mittwoch der Schauplatz einer ganz monströsen Katzenmusik, welche dem dortigen Professor der italienischen Sprache am Züricher Polytechnikum, Corrado Corradino, gebracht wurde. Derselbe hat in der in Turin erscheinenden „Gazetta Piemontese" eine Reihe von Artikeln über schweizerische und speciell Züricher Verhältnisse geschrieben. Vor einiger Zeit veröffentlichte die ! „Neue Züricher Zeitung" die Uebersetzung eines seiner Artikel, betitelt „Italien und ! oie Schweiz". Die Polytechniker sprachen von einer Demonstration, warteten aber, da ' eine Erklärung Corradino's in Aussicht stand. Diese erschien und beruhigte die Ge- 85« N Nm Hem "'M 5'W und <940 Sä' ÄS' ’Ä«*1 SÄW*8 unbbrdto tinin SE «ft ulet etile ** hat, wie diese, i|t 1 9 - Eine für mWI. Md eines tut 2oti M-s-ndm Dame, richtet-« Sch°bm° mußte sich daher ge mitzugehen- Dort Letzteren angestren, getretene (Satte u sondern Bezahlung Kenntlich in§ Tr nach dem Anträge 96 Mark unter A Denen zur Warnt hort dieselben ohw Georg Klinke hat am 12. Jan Weigerung vecku RutterslMM bie Nr. 201 an M M 4 42 an WniU, film 13h Becker II- Die vor Ä dir beiden ersten, adn ohne Beglanl letzte ist M Fracht. Da« ist, ohne einen Ber zulassen, imb seir bekannt ist, so bie Kausschillinge machen zu könne selben so gewiß \ geltend zu machen, K. geschehen an. Eichung des besc leserliche Versü. wird. Wen, den 1( ^GWches < _^_^nnnle Arbeite . 8® EiMu d-e Mei etS N-n werben Maurerarbeit Vera Säsfc 4915 billigst 4939 I. Weiset. A. Haubacli 4921 Mütter. 4936 Ranft. 4925 JL 150.— — Bergmann’s — 4926 4906 4935 Gerichtsvollzieher. 41940 n 11 11 11 1! 11 11 11 11 11 II ft 11 II 11 Bekannt gemacht. Kümmel, Gerichtsschreiber. Müller, Ortsgerichtsmann- I. A. Seuling, Bezirksbauausfeh er. 44.90 561.10 85.- 102.— 228.85 Zimmerarbeit, Schreinerarbeit, Schlosserarbeit, Glaferarbeit, Weißbinderarbeit, vr-Will von DCI MMorps tjwinmen den "ter btmMbtn « Garten an. r kl Tagen tn «fett. Am "achtheil eines ^ntag erwischt, derselben Nacht hiesigen Hause hwer verbrannt nebst Medaillon atm für 10 Pf. )om Gestohlenen 731) Ueber die Höhe der Koeten, welche die Einrückung einer Anzeige in eine (Hier mehre Zeitungen verursacht, wird man eich niemals enttäuscht sehen, wenn man von der Annoncen - Expedition von M-A.A.MÄÄ’STEMX u oerSfsenilichen. So erschien benn eine Uebersctzung rinzugehen unb deu Att.kel nicht »u » W 4 Die Damen Zürichs erhielten baoon in der »3ür>«etjoft Dom UBten geali6 nod) „ie öffentlich Eomplimente, wie sre n ch g^unb(c6rcibctn, geschweige denn non wohlgedilbeten gemacht würben, nicht emmar von swuna^ , » > Züricher Verhältnis e. strotzte Professoren Der Artikel war voll von> UnkennMg durch bie Stabt. Im Mit Gemeinheiten unb Lügen. ® . ber Züricher Post" angeschlagen unb eine Laltztechn.kum wurden mehrere Erempla« ^"^tatorien würben Nachmittags bie monumentale Katzenmusik otgaM • g bcn,egte sich ber Zug ber Poly- Instrumente sabricirt und g l äoo—600 Mann stark, gegen die Plattenstraße, wo WAta unb Uniuet^ «üben Ä MTbatten sich dort eivgefunben. In Corrabino wohnte. Wohl EM concettirten fünf Minuten lang in aller Stille langten die Demonfiranten an uno e keine Vor- strammer Ordnung. Wer noch nie ein Katzenmu tr Stille log man bann st-Lung von dies^schuubrrhast-nTo^ Znschauermenqe. Aus bent Wols- ob unter dem lebhaften der^stets wam ^„„5nb7n Per-at zerstreuten sich die bochplatz war Halt und nachr^ininlocalen denProfessor noch vollends zu richten und Demonstranten um in^threr S “ ein junger Mann von zwei- die Damen Zürichs ^chleben z ji • . Studenten um. Die Züricher Gesell- urddreißig Jahren ^t> ging en -ßr /Lt fein 2öort deutsch, so daß er das Material zu rMi.TÄÄ’Ä»;®5"”; — Eine für Hundebesitzer beachtenswerthe Entscheidung ist kürzlich vom Amts- rtpr-irftt I in Berlin gefällt worden. In einem Garten-Restaurant verunremigte der ^nd^eines im Lo^al anwesenden Gastes das Kleid einer mit ihrem Ehemann ebenfalls Lesenden Dame. Der Ehemann forderte den Gast auf, den durch den Hund ange- ttckteten Schaden durch Bezahlung einer geringen Summe, die nur sür einen Thell des bt-rchrtbiotcn Kleides gefordert wurde, zu ersetzen. Dies wergerte sich der Gast und maßte sich daher gefallen lassen, nach der Polizeiwache, zur Feststellung seiner Personalien mieden. Dort legitimirte sich derselbe als ein Gerichtsassessor. In dem «egen den Lesiter^en angestrengten Prozesse verlangte nun der sür seineEhesrau als Klager auf- neh-etene Gatte nickt mehr Schadenersatz für den beschädigten Theil des Kleides, sondern Bezah ung für das ganze Kleid. Der Verklagte, welcher seine ganzen Mnstischen Kinntmsse ins Treffen führte, um von der Ersatzpflichttgkeit sich«frei zu machen, ist noch dem Anträge des Klägers zum vollständigen Ersatz des Schadens in Hohe von üti Mark unter Auflegung der Kosten verurtherlt worden- Möge dieser Fall allen Denen zur Warnung dienen, die ihre Vierfüßler gerne in die Bierlokale mttsührenstnd dort dieselben ohne Aufsicht umherlaufen lassen._____________ Lang-Gons, den 22. Juli 1882. Großh. Bürgermeisterei Lang-Göns. Konkursverfahren. Ueber das Vermögen des Kaufmanns Heinrich Bingel zu Darmstadt, Rheinstraße 2, wurde am 30. Mai 1882, Nachmittags 4Vr Uhr, das Konkursverfahren eröffnet. Der Kaufmann Heinrich Storger hier wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 18. September 1882 einschl. bei dem Gerichte anzumelden. Es wird zur Beschlußfaffung über die Wahl des Verwalters, sowie über die Bestellung eines Gläubigerausschusses, und, eintretenden Falls, über die in § 120 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände und zur Prüfung der angemeldeten Forderungen auf Montag den 28. Sept. 1882, Nachmittags 3 Uhr, vor dem unterzeichneten Gericht Termin anberaumt. Allen Personen, welche eine zur Konkursmasse gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmaffe etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gemeinschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auserlegt, von dem Besitz der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 18. Sept. 1882 einschließlich Anzeige zu machen. Darmstadt, den 11. Juli 1882. Großherzogl. Amtsgericht Darmstadt I. Handel und Verkehr. Frankfurt, 22. Juli. Auf dem heutigen Markt kostete der Centuer Heu X 4.60, neues X 2.80, Stroh X 2.00—2.40, Eier des Hundert X 4.50—5.50, Butter 1 Qualität X 1.30, 2. Qualität X 1.05, neue Kartoffeln das Gescheid 10—12 Erbsen das Pfund 00-00 Bohnen per Pfund 18—20 H, Wirsing 7—8 H, Blumenkohl 15—65 $ das Stück, Schinken per Pfd. X 1.10—1.20, Ochsenfleisch per Pfd. 65—70H, Kuhfleisch 45—60, Rindfleisch 45—60 H, Kalbfleisch50—60^, Schwemeflersch 65—75 H, Hammelfleisch 45—65 H, 1 Hahn X 0.00—0.00, 1 Huhn X 0.—0.00, 1 Poularde X 0—0.00, 1 Ente X 2.00, 1 Taube 00 .H, 1 Welschen X 8—12, 1 Gans X 4.50—5. Grünberg, 22. Juli. lFruchtpreise vom 22. Juli.) Weizen X 25.20, Korn X 18.80, Gerste X 16.70, Hafer X 15.80, Erbsen X 19.38, Lein X —, Samen X 28.36, Kartoffeln X 4.04. Dienstag den 25. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, werden in der F l e t t 'schen Hofraithe dahier folgende Gegenstände öffentlich meistbietend gegen Baarzahlung versteigert: 1 Spieldose, 3 Nähmaschinen, 2 Sophas, 2 Kommoden, 1 Silberschrank, 1 Spiegel, 3 Bilder, 1 runder Tisch, 1 Wanduhr, 2 Chaisen, 4 Pferde- $ Gießen, den 23. Juli 1882. Bühner, 4944 Gerichtsvollzieher zu Gießen. _ Mittwoch den 26. Juli, Nachmittags 2 Uhr, sollen in der Wohnung des Schuhmacher^ PH. Walther in der Wetzsteingasie Hausgeräthe, Möbel, Bettivert re- öffentlich meistbietend gegen gleich vaare. Zahlung versteigert werden- Gießen, den 24. Juli 1882. I. A-: — sJn Brand geratene Oele zu löschen.) Die Anwendung von Wasser ist ausgeschlossen und jene von Erde und Sand nicht empfehlenswerth, weil die Oele durch beides verunreinigt werden. Dagegen ist die Anwendung eines engmaschigen Drahlsiebes von der Größe des Siedkessels zu empfehlen, das in jeder Firnißsiederet rc. vorräthtg gehalten werden kann- In demselben Augenblicke, in welchem das Sieb auf die brennende Oberfläche gesetzt wird, erlischt sofort die Flamme und zwar aus dem Grunde, weil sie eine in Glühhitze befindliche Gasmasse ist, die der Eisendraht schnell so weit abkühlt, daß sie nicht mehr glühen kann- — Durch die Feuersbrunst in Smyrna sind 1400 Häuser eingeäschert und 6000 Personen obdachlos geworden. Ein Todesfall ist vorgekommen. Das Feuer wüthete sieben Stunden, ehe es gelöscht werden konnte. Der angertchtete Eigenthum- schaden ist enorm- SchiffSbericht. Mitgetheilt von dem Agenten des Norddeutschen Lloyd in Bremen, C- W- Dietz Nachfolger Gießen. Bremen, 22. Juli. [$er transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Main, Capt. O- Heimbruch, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 9. Juli von Bremen und am 11. Juli von Southampton abgegangen war, ist gestern 6 Uhr Abends wohlbehalten in Newyork angekommen. Theerschwesel-Scife "SS bedeutend wirksamer als Theerseife, vernichtet sie unbedingt alle Arten Hautunreinigkeiten und erzeugt rn kürzester Frrst ggSöSeBa 'legligehaiiben in großer Auswahl empfiehlt billigst 4817 A. Fangaiaaa. Mem Wohnhaus nebst Statt und Garten, sowie Land Wegzugs halber zu verkaufen. 3644 Jacob Dörr, Mühlgaffe 81. Bekanntmachung. Georg Kliukel von Ruttershausen Hal am 12. Januar 1854 durch Versteigerung verkauft in der Gemarkung Ruttershausen die Grundstücke Flur 2 Rr. 201 an Ludwig Moos Eheleute, Mr 4 Nr. 4 2 an Kaspar Hofmanns Eheleute, Flur 1 Nr. 600 an Johannes Zecker II Die vorgelegten Kaufbriefe sür die beiden ersten Items sind guittirt, aber ohne Beglaubigung. Für das letzte Item ist gar kein Kaufbrief ber- gebracht. Da Verkäufer ausgewandert ist. ohne einen Bevollmächtigten zurückzulassen, und sein Aufenthaltsort unbekannt ist, so werden alle, welche an die Kaussäiillinge glauben Ansprüche machen zu können, aufgefordert, dieselben so gewiß binnen 2 Monaten hier aeltend zu machen, als sonst die Zahlung als geschehen angesehen und die zur Löschung des beschränkten Eintrags er- sorderliche Verfügung erlasien werden wird. . 4920 Gießen, den 15. Juli 1882. Grobherzogliches ^Amtsgericht Gießen. Stamm ter, Amtsrichter. -ArbeitsvergebMgT- Zur Einrichtung eines Schulsaals im Gemeindehaus zu Lang-Göns sollen die hierbei erforderlichen Arbeiten, wie nachstehend, Donnerstag den 27. d. M., Vormittags 10 Uhr, im vorgenannten Gebäude durch Versteigerung in Accord 4919 Zwei junge, zugfefte Arbeitspferde mit Geschirr und ein vierzölliger Eifenfteinwagen stehen zu verkaufen bei Anton Schweitzer in Wetzlar^ Neues Grünkorn empfiehlt 4918_______Karl Hoffmann. Krausen $ Kragen empfiehlt in großer Auswahl 4822 A Fangmann. Aermietstungen. 4941 Gut möbl. Parterrezimmer mit schöner Aussicht, in der Nähe sämmtlicher Verkehrsanstalten, zu vermiethen. Zöckler, Güterexpeditor, Westanlage. 4943 In der oberen Etage meines Hauses ist eine Wohnung von 5 Zimmern, Küche, Bodenkammer rc., mit abgeschloss. Corridor, sofort beziehbar, zu vermiethen. __________________Otto Kempff. 4933 Ein Logis, Stube, Kabinet und Küche nebst Zubehör, zu vermiethen. Gg. Unverzagt, Kaplansgasse. Gin Manfardenlogi- zu vermiethen und sofort zu beziehen bei L. K ö n i g Wwe., 4930______________Nordanlage. 4814 Ein kleines Logis zu vermiethen- ________________I. Retter, Neustadt. 4922 Eine schöne Wohnung, 3 Zimmer mit Cabinet, abgeschloss. Corridor rc., gleich beziehbar, an eine ruhige Familie zu vermiethen. Auf Wunsch Gartenantheil. ___________Fr. Heß, Lahnstraße 116. 4929 Zwei möblirte Zimmer nebst Burschenstube sind in der Nähe des Ludwigsplatzes an einen Offizier zu ver- miethen. Näheres bei der Exped. ds. Bl. 4718 Der 1. Stock meines Hauses, 4 Zimmer mit Zubehör, per 1. Oktober zu vermiethen. _______Joseph Herz, Neuen-Bäuen. 4507 , Eine Mansardenwohnung an eine stille Familie per 1. August bei __.__________Kart Bogt, Wallthor. ?*4501 Ein kl. möblirtes Zimmer ist zu vermiethen bei Heinrich Kinkel, Marktstr, 205. 4815 Eine möblirte Stube zu ver- miethen._________I. Retter, Neustadt. 4641 Möbl. Zimmer mit Kabinet,'zunächst der Klinik und Post, zu vermiethen. ______Stegmayer, Eisenbahnbaumeister. 4844 Die seither von Herrn Dr. Gut- tlench mnegehabte Wohnung ist anderst zu vermiethen. I. Schellenberg. 4923 Drei möblirte Zimmer zu vermiethen. Monatspreis 12—20 JL ___________Fr. Heß, Lahnstraße 116. 3977 Ein elegant möblirtes Zimmer Mit Cabinet zu vermiethen bei I. Weitzenkorn, Schulstraüe.^ 4699 Ein möbl. Zimmer zu vermiethen. ________Ludw. Orth, Neuen-Bäuen. 4655 Grünbergerstraße B. 1665 ist im Hintergebäude ein Logis an eine ruhige Familie zu vermiethen und am 7. Oktober zu beziehen.___________________ 4607 Das von Herrn Premierlieutenant Mühlenfeld bewohnte Mansardenlogis nebst Pferdestall ist zu vermiethen. _.______________ W. Seuling. 4603 Familienlogis zu vermiethen bei ______________I. Mannberger. 3162 Der erste Stock, 5 Zimmer, Wasserleitung, Bleichplatz rc. per 1. August anderweit zu vermiethen. Chr. Zimmer, Bahnhofstraße. 2461 Ein kleines Familienlogis zu oers miethen. Rothenberger, Kaplansgasse. 3634 Ein Familienlogis mit 5 Zimmern per 1. September zu vermiethen. ________PH Bauer II., Bahnhofstraße. 4379 Möbl. Zimmer und Kabinet zu vermiethen. , Mäusburg D. 16^ 4846 Ein größeres und ein kleines Famlienlogis zu vermiethen und alsbald zu beziehen im „Darmstädter Haus". 4493 Ein Logis im Vorderhaus zu vermiethen. _ Louis Benner, Schoor. 4870 Ein kleines Logis an ruhige Leute vermiethet_________E. Noll, Neustadt. 4700 Der untere Stock meines Hauses auf dem Neuenweg ist per August zu ver- miethen.______________Ludw. Orth. 4504 Im Hochstätter'schen Hause am Brand ist ein möblirtes Zimmer zu vermiethen._______ Heller. 4719 Sehr großer Kellerraum sofort zu vermiethen Joseph Herz, Neuen-Bäuen. Iennisschte Anzeigen. Gesucht zu September Wohnung von 4 Zimmern. Offerten |mit Preisangabe unter 8 H. an die Exped. ds. Bl.__ 4942 4932 Ein braves Mädchen vom Lande im Alter von 14 bis 16 Jahren wird zu miethen gesucht. Wo? sagt die Exped. d.^Bst___________ 4931 Ein schwarzer Umhang am Samstag Nachmittag gefunden. Abzuholen bei 4931 Carl Heil, Schützenstraße. 4946 Der trauernde Gatte W. Peters. Die Beerdigung findet Dienstag den 25. Juli, Abends 5 ühr, vom Sterbehause (Forstmeister Schmitt, Westanlage) aus statt. Langsdorf, den 23. Juli 1882. Der Ausschuss des Vorschuss- und CreditVereins (Eingetragene Genossenschaft) zu Langsdorf. Todes-Anzeige. Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, allen Freunden unseres Vereins das Ableben unseres Mitgliedes und verehrten Vereinspräsidenten, des Herrn Jakob Köhler, ergebenst anzuzeigen. — In ihm verliert der Verein eines seiner thätigsten Mitglieder. Derselbe verschied nach langem, schwerem Leiden heute Morgen früh 6 Uhr in kaum vollendetem 49. Lebensjahre. — Sein Andenken bleibt in Ehren. — Sei ihm die Erde leicht! — Statt jeder besonderen Anzeige die traurige Mittheilung, dass heute Abend 8% Uhr nach 10 tägigem Leiden unsere innigstgeliebte Gattin, Mutter, Tochter und Schwester Lina Pelers, geh. Schmitt, am Typhus hier verschieden ist. Für die schwergeprüften Hinterbliebenen: 4938 Giessen, den 23. Juli 1882. Turnverein. ordentliche Hauptversammlung Dienstag den 25. Juli 1882, Abends 8V2 Ahr: im Restaurant Schnell. Tagesordnung: 1) Bericht über Verein, Gau und Kreis. 2) Neuwieder Fest. 3) Uebernahme des Mittelrheinfestes pro 1883. 4) 37. Stiftungsfest. 5) Wahl eines 2. Turnwarts. 6) Allgemeine Vereinsangelegenheiten- 4843_______________________Der Dorstand. Kurhaus Bad Nauheim. Mittwoch den 26. d. M., Abends 8 XJhr: 4860 Ein Dienstmädchen, welches Hausarbeit versteht, wird auf sofort ge- sucht- Wo? sagt die Exped- ds. Bl- Verloren. Ein Korallenarmband ist auf dem Wege vom Philosophenwald über den Trieb durch die alte Anlage verloren gegangen- Gegen gute Belohnung abzugeben auf der Expedition d- Bst 4934 4868 Ein tüchtiger Schmiedegesette, am liebsten vom Lande, findet dauernde Beschäftigung bei Philipp Bepperling ür Ruttershausen 4895 Ein Mädchen, welches alle Haus- arbeit versteht, sucht Stelle als Hausoder Kindermädchen- Näheres bei der Exped. ds- Bl. 4904 Ein Mädchen, welches vollständig das Kochen versteht und sich allen häuslichen Arbeiten unterzieht, wird zu sofortigem Eintritt zu miethen gesucht- Zu erfragen in der Exped- ds- Bl. Ein Wort an Alle, Frei-Concert der Tyroler National - Sänger - Gesellschaft Jacob Schöpfer d (aus dem Pusterthal). Concert