120. Elftes Blatt. Donnerstag den 25. Mai 1882. Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Dumm: Schulstraße L. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montag». Prei» vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher HHei 1*. Bekanntmachung. In Gemäßheit des § 9 des Gesetzes vom 13. Februar 1875 über die Naturalleistung für die bewaffnete Macht im Frieden werden hiermit nachstehende Durchschnittsmarktpreise vom Monat April 1882 veröffentlicht: Hafer Jl. 18, Heu M. 8,80, Stroh 8,25 per 100 Kilogramm. Gießen, den 24. Mai 1882. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Pr. Boekmann. Betreffend: Die Blldung eines Vereins zur Züchtung und Veredlung der Vogelsberger Rindviehrasse. Bekanntmachung. In Gemäßheit der in der Versammlung des landwirthschaftlichen Bezirksvereins vom 3. l. Mts. gefaßten Beschlüsse soll kommenden Freitag den 26. Mai, Nachmittag» l'/2 Uhr in Grünberg (im Gasthaus „Zum Hirsch") wegen Bildung eines Verein» zur Züchtung und Veredlung der Vogelsberger Rindviehraffe verhandelt werden. Indem ich noch bemerke, daß der Herr Landeskultur-Jnspector Dr. Klaas in der Versammlung erscheinen und die gewünschten Auffchlüsse erthellen wird, lade ich Diejenigen, welche sich für diese Sache interessiren, zu recht zahlreichem Besuche dieser Versaminlung ein. Gießen, am 20. Mai 1882. Der Director des landwirthschaftlichen Bezirksvereins Gießen. Pr. Boekmann. Zur Eröffnung der Gotthardtbahn. Ein Werk von erstaunlichster Kühnheit und Großartigkeit steht mit der Durchbrechung der Schweizer Centralalpen und der Herstellung einer unmittel- daren Schienenverbindung zwischen Deutschland und Italien fertig da und ist jetzt dem öffentlichen Verkehr übergeben worden. Niemals hat die Technik ein gewaltigeres Werk geschaffen, als mit dem Bau dieses Schienenweges durch den kolossalsten europäischen Gebirgsstock; der Arbeit von mehr als einem Jahrzehnt bedurfte es, diesen Ungeheuern Kunstbau auszusühren und der unendlichen Schwierigkeiten dieser spröden Bergnatur Herr zu werden. Zu einem Privat- kapital von gewaltigstent Umfang mußten große staatliche llnterstützungen dreier Gemeinwesen hinzukommen, um die Vollendung der Arbeiten zu sichern, und mehr als einmal mochten in der langen Zeit des Baues Ziveisel aufsteigen, ob es wirklich gelingen werde, dies Werk zu vollführen, das jetzt als stolzes Denkmal dessen, was Menschengeist und Menschenkraft vermag, vor uns steht. Wir leben in einer Zeit, wo man mehr von feindlichen als friedlichen Berührungen der Völker, mehr von Entfremdung und Abschließung als von freundschaftlicher Annäherung der Nationen wahrnimmt. Mit um so freudigerer Genugthuung wird man in solcher Zeit auf ein Werk blicken dürfen, das eine völkerverbindende, den friedlichen Wettbewerb, den Austausch geistiger und materieller Güter fördernde Absicht und Wirkung hat. In unserer Zeit der Absperrung der Grenzen, der gegenseitigen Eifersucht und des Mißtrauens der Nationen könnte man den neuen Schienenweg, der die Wand zwischen zwei großen Reichen nie« derreißt, gewissermaßen einen Anachronismus nennen, und wenn der Grund nicht in Zeiten freierer und weitherzigerer Begriffe über den Welt- und Völker- «rkehr gelegt worden wäre, wer iveiß, ob das Werk heutzutage noch solche Förderung von allen betheiligten Seilen gefunden hätte. Um so mehr dürfen mir uns dieses Friedenswerkes freuen, das nicht nur dem geistigen Verkehr zwi- schm zwei altbefreundeten Nationen neue Anregung geben, sondern auch von einer wirthschaftlichen Bedeutung werden wird, über deren Umfang man sich jnilich ein sicheres Urtheil heute noch nicht bilden kann, sich aber großen und wohlberechtigteil Hoffnungen hingeben darf. Aus dem italienischen Markt hat die deutsche Production bisher lange nicht den Absatz gefunden, den sie unter giinstigeren Verhältnissen hätte finden können, und einen großen Theü der Schuld an dieser Thatsache wird man der den Bedürfnissen des modernen Handels nicht mehr genügenden Verkehrsverbindung zwischen den beiden Ländern zuschreiben diirfen. Wir erinnern nur an die Bedeutung, welche die deutsche Kohle in Italien gewinnen könnte. Seitdem Oesterreich mit der Brennerbahn Frankreich mit Durchbrechung des Mont Cenis ihre directen Verbindungen mit Italien hergestellt haben, war es für Deutschland geradezu eine Nothwendiqkeit aewor- dlii, sich seinerseits einen Weg durch die Alpen nach Süden zu bahnen Eine für beide Theile vortheilhafte Belebung des Verkehrs und Austausches wird man mit Fug und Recht von der Gotthardtbahn erwarten dürfen Maa auch die Reute des neuen Unternehmens, hinsichtlich bereit man sich bekanntlich keines- negs überspannten Hoffnungen hingiebt, Anfangs eine sehr bescheidene jein die Lahn wird Vortheile der mannigfachsten Art im Gefolge haben die in' der Nhe der Dividenden vielleicht nicht zur Erscheinung kommen, dämm aber doch wohl zu erkennen sein werden, und die beseitigten Staaten haben wohl qetban »aß sie die vielen Millionen Subvention unter Bedingungen maeftanhpr, Afächlich der Gewährung ä fonds perdu gleichkommen. Den Segen eines solchen Werkes darf man nicht einfach »ach der Rente berechnen da er in der letzteren nur. sehr unvollständig zum Ausdruck kommt. Indessen' kann das Un- tmehmen wohl auch nach dieser Seite einer großen und sicheren siuknnit ent- Umgehen. So möge denn die neue Alpenstraße, die unter feieriidier Tlieil- $mt bep Behörden und Volksvertretungen der betheiligten Länder dem Verkehr vergeben worden, die m sic gesetzten Hoffnungen rechtfertigen- möge sie sich bewahren als em wirksames Mittel, freundschaftliche Bande um die Bö ker m 'singen und den friedlichen Austausch der Erzeugnisse des Geistes und Fleißes ” Ordern. (H. M.) Deutschland. Darmstadt, 22. Mai. Das Großherzogliche Regienmgsblatt (Beilage Nr. 11) enthält: 1. Bekanntmachung Großh. Civildiener-Wittwenkasse-Cominission, die Ergebnisse der Verwaltung der Civildiener - Wittwenkasse von den Etatsjahren 1879/80 und 1880/81. 2. Uebersicht bet für bas Jahr 1882/83 von Großh. Ministerium des Innern und der Justiz genehmigten Umlagen zur Bestreitung von Communal- Bedürfnissen in den Geineinden des Kreises Büdingen. 3. Ordensverleihungen. 4. Concurrenzeröffnungen: Erledigt sind: Die erledigte Pfarrstelle zu Dittelsheim; dotationsmäßiger Gehalt 2537 M. Eine Lehrerstelle an der eoang. Schule zu Nierstein mit einem nach dem Dienstalter des bett. Lehrers sich bemessenden Gehalt von 1000 bis 1150 Jt. Berlin, 22. Mai. Die „Berl. Polit. Nacht." schreiben: Wenn liberale Blätter davon sprechen, daß die Reichsregierung geneigt sei, die Vorschläge, welche der couservative Abg. v. Göhler zum Ersatz des Tabakmonopols bei der ersten Lesung dieser Vorlage gemacht hat, in Erwägung zu nehmen, so mag die Richtigkeit der Mittheilung dahingestellt bleiben. Ohne Zweifel wird die Finanzverwaltung, wenn sie auch planmäßig alle andern Projecte bis zur Entscheidung über das Tabakmonopol zurückgestellt hat, doch ihrerseits die erforderlichen Vorbereitungen getroffen haben, um mit anberroeiten Vorschlägen zur Füllung ber Lücke alsbald vortreten zu können. Daß dabei auch die Besteuerung des Branntweins nicht außer Betracht geblieben sein wird, darf als sicher angenommen werden. Will man aus demselben aber einen die jetzige Maischstener erheblich übersteigenden Betrag ziehen, so wird man ohne die schwerwiegendste Schädigung der Landwirthschast nicht daran denken können, die Steuer an die Fabrikation zu knüpfen, vielmehr dazu übergehen müssen, wie in Frankreich und Amerika, den Spiritus beim Uebergang in die Confumtion zu erfassen, lieber die Durchführbarkeit einer solchen Getränkesteuer von Reichswegen, welche zu Communal- zwecken vielfach in den neuen Provinzen, in Städten wie auf dem platten Lande bereits besteht und welche nach den dort gesammelten Erfahrungen erhebliche und dauernde Erträge verspricht, werden allerdings im Voraus sorgfältige Erhebungen veranstaltet werden müssen und wahrscheinlich schon veranstaltet. — Am letzten Freitag belief sich der Londoner Fonds für russisch-jüdische Auswanderung auf 72,000 Listrl. (ca. 1,500,000 Im Durchschnitt wurden bisher 500 bis 600 Personen in ber Woche nach ben Vereinigten Staaten und Kanada expedirt, in der letztverflossenen Woche aber 740 Personen. Der Fonds dürste bald erschöpft sein, beim viele Tausende harren noch ber Weiterbeförderung. — Ein drastisches Mittel zur Eintreibung von Steuern macht gegenwärtig in Sachsen wieder viel von sich reden. In dem nahe bei Leipzig bele- genen Leutzsch wurden die Wirthe aufgeforbert, an Steuerrückstänbige nichts zu verabfolgen unb sie kamen der Aufforderung pünktlich nach. Die Folge war, daß die Rückständigen ihre Steuern alsbald zahlten I — Die Hpgierne - Ausstellung kann in diesem Jahre schwerlich eröffnet werden. Im Frühjahr nächsten Jahres hofft man aber eine Ausstellung eröffnen zu können, die ber abgebrannten nicht nachsteht, sondern sie noch überflügelt. In einer geheimen Ausschußsitzung wurde beschlossen, daß die Ausstellung auf dem bisherigen Platze wieder errichtet werden soll, unb zwar entmeber mit bem verfügbar werdenden Lehrter Bahnhof als Hauptgebäude, ober aber im Falle einer zu erhoffenden sehr regen Betheiligung mit Benutzung des genannten Bahnhofes unter Neuerrichtung eines nicht feuergefährlichen, aus Glas ober Eisen zu conftruirenben Ausstellungs-Gebäudes, das auf bem Platze des abgebrannten errichtet werden soll. Die Stabt Berlin stellt einen Zuschuß zur neuen Ausstellung von 200,000 «M. in Aussicht. — Daß in der letzten Session des preufi. Abgeordnetenhauses eine ganz gehörige Menge Reden gehalten sind, ist bekannt aus den Sitzungen, und erst recht interessant wird es sein zu erfahren, wie ost die einzelnen hervorragenderen Parlamentarier in den 69 Sitzungen ihre Stimme erhoben haben. Non den Ministern gebührt dem Minister der geistlichen, Unterrichts- und Medicinal- Angelegenheiten d. Goßler die Krone, er sprach 55mal,, während der Finanzminister S3mal, der^Licepräsident des Staatsministeriums, Minister des Innern d. Puttkamer 39mal, der Minister der öffentlichen Arbeiten Maybach 37mal, der Minister der Landwirthschaft, Domänen und Forsten Dr. Lucius 30mal, der Justizminister Dr. Friedberg 12mal und der Kriegsminister p. Kemeke 3mal das Wort ergriff. Von den Abgeordneten hat Dr. Windthorst die meisten Reden gehalten, nämlich 105, ihm folgt zunächst der Abg. Eugen Richter mit 89, Dr. Hammacher (Essen) mit 69, Frhr. v. Minnigerode mit 60, Rickert und Büchtemamr mit je 56, Dirichlet mit 46, Dr. Virchow mit 40, v. Rauchhaupt mit 36, Dr. Reichensperger (Köln) mit 32, Dr. Franz mit 30, Gum- brecht mit 29, Berger, v. Eynern, Frhr. v. Hüne, Dr. Frhr. v. Schorlemer-Alst mit je 28, Frhr. v. Zedlitz-Neukirch mit 25, Kieschke, Dr. Köhler (Göttingen) mit je 24, v. Ludwig, Schmidt (Stettin) mit je 23, Sombart, Dr. Lieber mit je 22, Kantak mit 21, Dr. Röckerath mit 20, v. Benda, Hahn mit je 18, Kalle, v. Wedell-Malchow, v. Wedell-Piesdorf mit je 18, Strosser, v. Mayer (Arns- walde) mit je 17, Bachem, Dr. Wehr mit je 16, Francke mit 15, v. Tiedemann mit 14, v. Quast mit 13, v. Bennigsen, Bork, Graf Schack v. Wittenau, Dr. Seelig, Schröder (Lippstadt) mit je 12, Dr. Weber (Erfurt), Graf zu Limburg - Stirum, Schreiber mit je 11, Götting, Dr. Kropatscheck, Stöcker, Dr. Thilenius mit je 10, Dr. Frhr. p. Heeremann, v. Holtz, Schmidt (Sagau) mit je 9 Reden u. s. w. Mag man besonders über Windthorst denken, wie man will, im Reden hat er jedenfalls seine Schuldigkeit gethan. Schweiz. Luzern, 22. Mai. An dem heutigen Banket nahmen ca. SOU Personen Theil. Zur Rechten des Bundespräsidenten sah der Minister v. Bötticher, zur Linken desselben der 86 Jahre alte Präsident des italienischen Senats, Tecchio. Ihnen gegenüber hatten die Delegieren der einzelnen deutschen Staaien, die Minister, Diplomaten und Bundes- räthe Platz genommen. Präsident Sanier eröffnete die Reihe der Toaste mit einer Rede, in welcher derselbe aller Derer gedenkt, welche das große Werk geschaffen, der Arbeiter, welche dabei ihr Leben verloren, der Erbauer, der Staaten, welche thie Unterstützung liehen und sich jetzt durch friedliche Arbeit, durch die Vermittelung der Gott- hardbabn, näher getreten seien. Der Präsident begrüßt sodann Alle, welche zum Feste gekommen, die Deutschen, Italiener und Schweizer, und sagte: „Wir feier» ein Friedensfest, einen Triumph der Arbeit und Wissenschaft, ein Verbrüderungsfest. Ich trinke aus das Wohl des deutschen Kaisers und des Königs von Italien und ans den Frieden zwischen Germanen und Romanen." Der Director des Goithardunternehmens, Zmgg, gedenkt der Männer, welche an dem Unternehmen mitgewirkt haben, insbesondere der Bundesräthe Welt, und Escher, der Ingenieure und der Lausenven von Arbeitern, und sagt, der allgemeine Drang geht nach dem Süden, wir wollen die Herzen der Italiener erobern, aber keine Länder. Derselbe trinkt auf die Zukunft eines großen Friedensverbandes. Der deutsche Gesandte, General v. Röder, brachte ein Hoch auf die Schweiz und ihre Thatkrast aus. Der italienische Minister Baccanini wies in seinem Trinkspruche darauf hin, wie Deutschland, die Schweiz und Italien sich nunmehr näher gebracht seien. Der Präsident des deutschen Reichstags, v. Levetzow, erhob sich sodann und sagte: Der Deutsche Kaiser erklärte am 18. Februar 1871: „Meine Nachkommen werden Mehrer des Reichs fein für Wohlfahrt, Freiheit und Gesittung. Der Kaiser und das deutsche Reich erfreuen sich an der Vollendung des Riesenwerkes, v. Levetzow bringt schließlich ein Hoch auf die Arbeiter und die Gotthardbahn aus. Nach dem Bankett wurde ein Feuerwerk am See abgebrannt und die Spitzen der umliegenden Berge erleuchtet. Morgen um 7 Uhr erfolgt die Abfahrt »ach Mailand. Wußland. Moskau, 22. Mai. Die „Mosk. Ztg." conftatirt die verderblichen Folgen der Ausiveisung der jüdischen Bevölkerung aus Moskau in öconomischer Hinsicht und theilt mit, 70 hervorragende Moskauer Firmen hätten dem Finanzminister ein hierauf bezügliches Schriftstück vorgelegt. Aegypten. Kairo, 22. Mai. Die Vertreter Englands und Frankreichs, Malet und Sienkiewicz, haben bis jetzt keinerlei Forderungen in officieller Weise gestellt. Inzwischen hält der französische Konsul in Kairo, Monge, Besprechungen nicht officieller Natur mit den Generalen, einschließlich Arabi Bey's, um dieselben zu bestimmen, Egypten freiwillig zu verlassen, wobei er denselben versprochen haben soll, daß sie in diesem Falle ihren Rang und ihren Sold behalten würden. In Folge dieser Unterredungen hatte Arabi Bey heute eine dreistündige Conferenz mit dem französischen Vertreter Sienkiewicz. Telegraphische Depeschen. Wolff's telegr. Correspondenz-Bureau. Berlin, 23. Mai. S. M. Kbt. „Albatroß" hat im Großen Belt an der Nordwestspitze Seelands, auf der Reise von Kiel nach Plymouth, den Grund berührt. Von Kiel ist ein Dampfer abgesandt, um ihn flott zu machen. Stuttgart, 23. Mai. Der Schriftsteller Edmund Hoefer ist in Kann- statt gestorben. Baden-Baden, 23. Mai. Der Grohherzog und die Großherzogin haben heute Mittag unsere Stadt nach siebenmonatlichem Aufenthalt verlassen und sich nach Badenweiler begeben. Der Großherzog hat in einem huldvollen Schreiben an den Oberbürgermeister der Bevölkerung seinen Dank für ihre Theilnahme und zugleich die Hoffnung auf ein frohes Wiedersehen ausgesprochen. Lugano, 23. Mai. Um 2 Uhr trafen die Festtheilnehrner in 4 Zügen hier ein. Die Fahrt hierher verlief äußerst glänzend, auf allen Stationen fand festlicher Empfang statt. Bei Dem Banket in der offenen Halle am See hielten der Nationalrath Battaglini und der frühere italienische Minister Crispi Reden, in welchen sie die Verbrüderung durch die Gotthardtbahn feierten. Minister v. Bötticher brachte in einer enthusiastisch aufgenommenen Rede der Schweiz sein Hoch als Abschied beim Eintritt in Italien. Göschenen, 23. Mai. Die Theilnehmer an der Eröffnungsfeier der Gotthardtbahn trafen heute hier ein und wurden auf das Festlichste empfangen. Morgen wird der Prinz Amadeus in Mailand erwartet und findet sodann im Schlosse zu Ehren der Gäste ein Dejeuner statt. Pari-, 23. Mai. Der Ministerrath beschäftigte sich heute Vormittag mit der Demission L«wn Say's. Es herrscht der einmüthige Wunsch und die Hoffnung, dm Zwischenfall zu begleichen. Leon Say wohnte dem Ministerrath bei und hatte vorher mit dem Präsidenten der Republik conferirl. Der Mini- sterrath hat eine Commission von 36 Mitgliedern ernannt, welche den Plan eines Kanals vom atlantischen Ocean nach dem Mitlelineer prüfen soll. — Kammer. Der Zwischenfall betreffs der Demission Say's wurde von der Commission, welche das gestrige Votum veranlaßt hatte, zur Sprache gebracht. Die Erklärungen der Redner khaten dar, daß das gestrige Votum keineswegs eine feindliche Haltung gegen Say bedeute und das Gleichgewicht des Budgets Say's nicht dienten könne. Die einfache, von der Regierung bekämpfte Tagesordnung wurde mit 364 gegen 91 Stimmen abgelehnt, die von Say acceptirte Tagesordnung, welche Vertrauen zu Say ausdrückt, mit 302 gegen 36 Stimmen angenommen. Der Zwischenfall ist damit erleoigt. Moskau, 23. Mai. Die Eröffnung der Ausstellung ist auf den 1. Juni verlegt. Kairo, 23. Mai. Die gestrige Unterredung zwischen Arabi Bey und Sienkiewicz verlief ohne Resultat. Arabi erklärte, das Land sei mit ihm und begünstige energischen Widerstand, während Sienkiewicz erwiderte, daß Arabi davon schlecht unterrichtet, und daß die Notabelnkaimüer fast einstimmig gegen ihn sei. Lokale». Gießen, 24. Mai. (Sterblichkeit in Gießen) In der Wache vom 14. bis 20. Mat war die Sterblichkeit tn unserer Stadt eine fehr geringe, da nur 2 Personen gestorben sind, davon eine an Lungenschwindsucht. Der andere Fall war ein Selbstmord (Erhängen). G. — In einem Hause am Kreuzplatz gemahnen die Bewobner in vergangener Nacht, daß das ganze Haus mit dickem Rauch ungefüllt war. Die Nachforschungen nach her Ursache des Rauches ergaben, daß im Geschäftsladen auf eine bis jetzt unaufgeklärte Weise 1 Pack Düten in Brand gerathen und verkohlt war. Da sofort Abhilfe geschaffen und gelöscht worden, wurde einem Brandausbrüche vorgebeugt. Indem Laden befand sich eine Menge leicht Feuer fangender Gegenstände. — Heute Nacht brannte in Ltch ein mitten in der Stadt gelegenes alten Gebäude, weiches früher zum Brennen von Töpferwaaren betrugt worden, ab. Weiteren Schaden richtete das Feuer nicht an. Berwischt«». Mainz, 19 Mai. Am Mittwoch Mittag hat sich eine stadtbekannte Persönlichkeit ein absonderliches Vergnügen bereitet. Der betreffende Herr — ein Mitglied der Gesellschaft „17" — miethete sich einen Möbelwagen welcher mit 4 Pferden bespannt wurde; auf jedem Pferde nahm ein Fuhrmann mit einem neuen weißen Stroh Hut auf dem Kopfe Platz. Siebzehn „Freunde", darunter auch die unter dem Namen „der Rath" bekannte Persönlichkeit, bestiegen den Wagen, welcher auch 8 Musikanten ausnahm, und nun wurde, bei strömendem Regen, eine „Landparthie" unternommen, welche die ganze Nacht andauerte, denn erst am anderen Morgen 4 Uhr, nachdem der Wagen eine Reihe von Ortschaften besucht hatte, wurde die Gesellschaft hier wieder „ausgeladen". In dem durch Lampen erhellten Wagen selbst hatte es sich die Gesellschaft nach Bequemlichkeit und so wohnlich wie möglich eingerichtet; eine Menge Eß- waaren, Fleisch, Wurst, Schinken ic. war vorhanden, auch Wein und Bier im lieber: fing, so daß Niemand Mangel litt; wenigstens ließen dies die schwankenden Gestalten beim „Ausladen" nicht vermuthen. Zu bemerken ist noch, daß die Gesellschaft aus 17 Personen bestand, die Partie fand am 17. Mai statt und die Bedienung besorgte ein Dienstmann Nr. 17. Gewiß ein absonderliches Vergnügen! — Ein theures Andenken an den Brand der hygienischen Ausstellung in Berlin ist der Firma August Honig in Cöln zugesandt worden. Herr August Honig hatte die Ausstellung mit einer vier Waggonladungen umfassenden Sanrmlnng seiner Fabrikate, Feuerspritzen u. s. w., beschickt. Von alledem ist, wie es In einem ihm zugegangenen Briefe heißt, „nichts" mehr vorhanden; nur noch verbrannte und verbogene Röhren liegen umher. Das Andenken, welches der Firma an die bektagenswerthe Catastrophe übersandt wurde, besteht in einem Briefbeschwerer. Auf einer Platte von teigem Marmor ist ein halbgeschmolzenes und dadurch eigenartig gestaltetes „Mundstück" von einer Zubrinzeifpritze befestigt, welches aus den Trümmern der betagten Sammlung aufgelesen und in dieser Weise verwandt wurde. Die ausgestellten Spritzen hatten einen Werth von 20,000 X; zum Glück für das Geschäft waren sie versichert. — (Die Fraktiiifchrift) Nächst den Ostslaven erfreuen sich die Deutschen der Ehr-, eme besondere Schriit zu haben; ihre Kmder machen in der Schule eine intensivere Bekanntschaft m t Schriftformen, als die k einen Franzosen, Italiener :c„ da sie neben den laternifchen Alphabeten noch baS große und kleine ABC der Fraktur und der deutsche» Currentschrist lernen und sich somit schon in den ersten Elementarklassen durch Gelehrsamkeit und Vielseitigkeit auszeichnen. Wie Professor Faulmann in feiner jetzt erschein »den „Jllustrirten Geschichte der Buchdr uckerkunst" nachweist, bestand tm 15. Jahrhundert noch kein Schristunterschied unter den westlichen Völkern Europas. Die qothtscke Mönchschrist wurde von den Deutschen, Franzosen, Engländern und Holländern »och lange angewendet, ja bei de» letz-eren als „Old-Englisli“ und „Duits“ für die Nationalschrift gehalten; ebenso wurde die deutsche Buchschrist von ben Franzosen noch lange als „Lettres de Somme“ gebraucht. Die Sonderung erfolgte erst int 16. Jahrhundert, wo einestheils die französischen Gelehrten und Buchdrucker die römische Schrift bevorzugten und diefelbe auch in französifchen Werken anwendeten, während die Nürnberger Schönfchreiber eine verschnörkelte Eanzleischrift ausbildeten, welche zuerst in dem untit den Anspielen des Kaisers Maximilian, zu Nürnberg 1517 gedruckten „Theuerdank" an die Orffentlichkeit gelangte. Da die Schrift gefiel, schnitt der Schriftschneider Hiere- nyntus zu Nürnberg einfachere Lettern dieser Art, welche der jetzigen Frakturschriit entsprechen und welche von Albrecht Dürer sofort in seiner Druckerei eingeführt wurde. Da die ost- und nordeuropäischen Druckereien ihren Bedarf an Lettern von deutschen Schriftgießern bezogen, so wurde die Fraktur auch von ben Czechen, Polen, Cittliauerii, Dänen und Schweden angewendet, selbst in Holland florirte sie einige Zeit als .Hock- deutsch". Nachdem aber die französischen, holländischen und englischen Stempelfchneidir die römische Schrift verbessert und ihr eine elegante Form gegeben hatten, verlor dl« Frakturschrist immer mehr Terrain, bis sie gegenwärtig auf den Gebrauch in Deutschland beschränkt wurde. Obgleich auch die deutschen Stempelschneider sich abgemüht haben, für die Frakturschrift elegantere Formen zu schaffen, so kann sie doch rhrer eckigen Formen wegen mit der schönen runden Antiqua nicht wetteifern und selbst In Deutschland greift der Gebrauch der lateinischen Schrift immer mehr um sich; von den gelehrten Werken find 60 Proeent mit Antiqua und 40 Procent mit Fraktur gedruckt. Gewerbliche und technische Notizen. — Ein nicht giftiges Dersilberungswasfer erhält man durch Auflösen von 1 The» falpetcrfaurem Silberoxyd in 18 bis 20 The,len befttHrrtem Wasser und Zusatz von zuerst >/z Theilen Salmtal, bann 2 Theilen unterschwefligsaurem Natron und endlich 2 Theilen Schlämmkreide. Die zu versilbernden Gegenstände werden mittelst ein» Bürste oder bergt, damit eingerieben. Die Versilberung ist sehr schön. - Zur Befestigung von Messing auf Glas, z. B. von messingenen Brennern auf den Glasgefäßen der Petroleumlampen empfiehlt Pnscher in Artus' Vierteljahrs- schrist 1 Theil Kolophonium in einer Lösung von 1 Thetl Natron in 5 Theilen Wasser durch Kochen zu lösen und dann der Masse die Hälfte Gyps zuzusetzen. Wasser greift den Kitt nur oberflächlich an. — (Düngung der Obstbäume, Vortheile des Obenausdüngens ] Nichts ist für alte wie junge Bäume zuträglicher, als wenn man die Scheiben, nachdem sie gehörig aufgelockert worden sind, im Frühjahr oder besser im Herbst mit frischem Stalldung belegt Bei neugefegten Bäumen sollte dies niemals unterlassen werden, wenn man des sicheren Anwachsens und Gedeihens gewiß sein will. Dasselbe gilt auch sowoü für srischgepflanzte als auch für ältere Rosen. Das Belegen der Oberfläche des Bodens mit Dung wirkt auch für viele andere Pflanzen, namentlich für Gemüse, höchst wohl- thätig. Es ist zugleich das einfachste und beste Mittel, bei trockener Witterung das viele Gießen zu ersparen. de «ttl che jt, I mit tev chds l"9 di- d>e Don nit 302 °us ba. 8ö) um hm Ul® 6 Mi ’9 gegen 1 11 iii Pnsom in SG G. T9Mgene Eichung!, > j-ht uu iofort» '• 3nbtu eneS tilg SEßeilet« te Arid- f » MW- iferbm bt je» Lmh n tat» Wanin rnommen Km bei iier wiebei Die W llengi 6j: im lieber« i Wckn lscheii «6 leforgti® in Mli - bie gabritatt, (jineeilitl Wften taitropbt M" oon nmffilunt jm Igatten rt. uifi®h(I ■lntenfiMc| i ffe mitt'1 « unb b” lifltnbw®; feiner W Dlegafi* totem * । W UlljlUlb“! JiiltWr- Ätib# „W* M®. eibtr Ml. wM*'1' »t«* iirlot t DE bod) ® und,K ' «nt Ä K 8'* K flllS1 S-'<. ,L Frankfurt a. M.. 24. Mai, Nachmittags 2 Uhr - Min (Telegraphischer Conrsbericht. Mitgetheilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann m Gießen.) Creditactien 292%, Siaatsbahnactien 285, Galizier 270%, Lombarden 126, Nord- weftbabnactien —, Darmstädter-Bankactien 162%, Oberschlesttche E.-B-Act. -48 /6, Oesterr Silberrente 65»/<«, 4°/, Ungar. Goldrente 75%, 4°/» 1880er Richen „69tt>, 5%11877r Russen 85*/,, 2. Orient-Anleihe 56*,, Spanier 28»,,«, 5% Rumänische Rente 91%, 4% Unifie. Egypter —. Tendenz —. Für die bedrängten russischen Israeliten sind bei uns euigegangen von Herrn H. Bär 10 J4, Jos. Rettenberg 10 „ft, Carl Diery 10 X. 91ug. Rietz 10 X ^l^?°* J bäum 5 X. Meyer Katz in Garbenieich 5 X. S 9tei§ Sßnie. E> Gebr. Siamm 6 X, Ädols Noll 15 X, Jul. Luch 5 JL, I. M> Schulhof 5 JL, Zarl Grüneberg 5 S. Elsoffer 3 X, I. M. 3 X. M. Rothenberger Wwe. 1,50 X. ff G°lds»m " 3 jL, R. Katz Wwe. 3 X, Georg Hemr. Sch'rmer 20 X, Sari Meyer 0 X, 21- ®oct r 3 , S. Katz 1,50 X. Koch u Kraatz » --kü, Max Müller o X, 4 X. 92 JL,L^r M. May 1 X, Herrn. Katz 5 X, «ug. Mendelsohn 3 Julius Hoch 3 Geschw. Holberg 5 X. M. Kaan 5 X, Loms Rothenberger 4,0) je, Loms Strauß 1 X 92 92 2 je I Goldschmidt 2 X, Moritz Hkichelheim 10 X, B. Katzenftein 3 X, Js Haas 2 X. 92. 92- 2 X, E. E'chenberg 1 Wolff S^loeser 5 X, 92 92. 2 je, B. Meyerfeld 10 X, Rechtsanwalt Bach 3 X. A. Ricker 10 X. VI.' Stern juru 2 je, Levi Meyerfeld 20 X. E. Friedberger Wwe. 10 X ABeisus i i/ (5 Svier 1 & Lowmitein 1 J4, Sär 2 I. Bamberger 2 ^L, 3^. 5 I. Stein Wwe. 2 j2. Isaac Rotbenberger 6 X. F- Holberg 6 je, R- Scheel 3 je' Mannmüller 3 je, Ferdinand Gall 10 H-inr, Vogt 5 jt, «. Nußbaum 1 H. Belfus 50 August Meyer 10 X, Krausgrill 4 je,. F- B-nder 3 X, Alexander Meyer 10 je. M. Stein 3 X, I. Kaan ,un. 3 X, David Katz o X, S. Katzmstein 10 je, Th. Lüdeking 1 je, Ä- Behrend 2 je, Carl Sack II. 2 je, L. Petri 2 je, I. Rothschild 10 je, I. Klebe 5 je, I. Griinkwald 3 je, E. Friedberger Söhne 20je, A. Schlesttnger 3 X, M Rosenthal 5 je, Wttbelm Keller 2 je. E. Sckwan 3 X, M Kotz 3 X, Theodor Wortmnnn 5 je, Wilhelm Gatt 10 je. Dr. Muhl 6 X C- Koch 5 X. F Wilson 10 X, Engisch 3 je M. i'ömenftem 5 S. Goldenberg 6 X, Joseph Herz 3 je, Nach. Rosenthal 10 je, B B. 3 je, H. Schulhof 2 je, I. Bayerthal Wwe. 1 X, Simon Reis 5 x, I. Barnaß 10 je, B Nebemias 10 je, 92- 92. 1 je. A. Marcus 5 X, M. Homderger 30 je, I. Hanau 25 X. 92. 92. 1 X. Slgm Heichelheim 30 je, A. Stern 10 X, I. Stern 5 zusammen 624 X Wir danken den edlen Gebern herzlichst u-rd bitten inständig um weitere Spenden, da die entsetzliche Noih der aus ihrer Heimatd vertrieben n und ihrer Habe beraubten Familien noch immer im Wachsen begriffen ist und nach eingelangten autb-ntischen Berichten den schon allzu vielen Ovfern des Fanatismus und unmenschlicher Brutalität sich fortwährend neue hinzugesellen. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeindk. Zur geft. Beachtung^ Schriftliche Anfragen wegen Auskunftsertheilung über Inserate :c. können wir nur dann beantworten, lucnn denselben eine Freimarke für die Rückantwort beigelegt ist. lieber Inserate bezüglich deren Offerten einzureichen sind, ist die Exp dition zu keinerlei Auskunstsertheilungen befugt. Offertenbriefe sind — soweit keine bestimmten gegentheiligen Abmachungen getroffen wurden — in der Expedition abzuholen. Wafferwärme der Lahn. Am 24. Mai, Mittags zwischen 11 und 12 Uhr: + 14» 9t., Lustwärme + 14» R. L. Ehr. Rübsamen. Konkursverfahren. lieber das Vermögen des Müllers Ludtniq Biuget zur Mittelstmühle bei Alt-Buseck ist heute am 22. Mai 1882, Vormittags 11 Uhr, das Konkursverfahren eröffnet ivorden. Der Rechner Seuling zu Alt-Buseck wird zum Konkursverivalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 20. Juni 1882 bei dein Gericht anzumelden. Es wird zur Beschlußfassung über die Wahl eines anderen Verwalters, sowie über die Bestellung eines Gläubigerausschusses und eintretenden Falls über die in 8 120 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände und endlich zur Prüfung der angeineldeten Forderungen auf Dienstag den 4. Juli 1882, Vormittags 9 Uhr, vor dem unterzeichneten Gericht Termin anberaumt. Allen Personen, welche eine zur Konkursmasse gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmasse etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gemeinschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitz der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Be- sriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zuin 20. Juni 1882 Anzeige zu machen. Gießen, den 22. Mai 1882. Das Großh. Amtsgericht Gießen. J.V.: Langsdorfs. Zur Beglaubigung: Neidhart, Gerichtsschreiber. 3654 Dirnstag den 30. ds. Mts., Vormittags von 8 Uhr an, sollen erbvertheilungshalber die dem Kaspar Launspach III. dahier gehörigen Mobilien, als: 3 Schweine (zum Einlegen geeignet), ca. 3 Fuder Weizenstroh, „ 5—6 Ctr. Heu, „ 15 Mltr. Kartoffeln, 1 Hausen Mist, 1 Wagen mit Gehör, 1 Pflug mit Egge, sowie verschiedene Hausgeräthe in der Wohnung desselben meistbietend versteigert werden. Reiskirchen, den 24. Mai 1882. Großh. Ortsgericht Reiskirchen. 3653 Junger.__________ Freitag den 26. ds. Mts., Nachmittags 2 Uhr, sollen in der Flett'schenHofraithe dahier 1 Sopha, 2 KleiderschrSnke, 1 Kommode und 1 Nähmaschine meistbietend versteigert Gießen, den 24. Mai 1882. Geißler, 3660 Gerichtsvollzieher. Allgemeiner Anzeiger. Bekanntmachung. Betressend: Die Offenlegung des Grundbuchs und der Parzellenkarten von der Gemarkung Albach, Kreises Gießen. Es wird hierdurch zur öff-nilich-n Kenntniß gebracht, daß das neu errichtete Grundbuch der Gemarkung Albach nebst den dazu gehörigen Parzellen- karten in dem Geschäftsbureau des Großh. Bürgermeisters und Ortsgerichts. Vorstehers Schäfer zu Albach am 16. Januar 1882 offen gelegt worden ist. Die Betheiligten sind befugt, daffetbe während der Zeit der Offenlegung in diesem Lokale emzusehen, auch gegen die Gebühr von dem Großh. Bürger- meister und Ortsgerichtsoorsieher der Gemeinde Albach Grundbuchsauszüge (Geschoffe) zu verlangen. Auch werden sie durch Letzteren auf die von den Fett-geschworenen entdeckt werdenden, sie betreffendenlFehler aufmerksam gemacht werden. Allen denjenigen, welche sich bei den Angaben des Grundbuchs rücksicht- lich des Besitzstandes und der Größenangaben für beschwert erachten, steht es frei, binnen einer unerstrccklichen Frist von 6 Monaten ihre Anstände entweder auf gütlichem Wege bei beai Bürgermeister und Orlsgenchtsvorsteher der Gemeinde, vor welchen sie ihren etwaigen Gegner vorladen lasten können, zu beseitigen und, insofern dieses nicht von Erfolg ist, ihre Ansprüche bei dem für Besitzstreitigkeiien zuständigen Gerichte geltend zu machen. Ist dieses Gericht em anveres. als bas unierzeichnete, so haben sie davon, daß Letzteres geschehen, binnen eben dieser Frist die Anzeige zu machen. Dieselbe Anzeige liegt ihnen binnen derselben Frist alsdann ob, wenn sie vor Offenlegung des Grundbuchs gegen den daselbst eingetragenen Besitzer eine Besttzklage angestellt hatten. Nach Ablauf dieser Frist wird der Besitz, wie ihn bas Grundbuch augieb , in Bezug auf die Personen der Besitzer und die Größenangaben in allen den Fällen für richtig angenommen, in welchen weder eine gütliche Beseitigung be: dem Bürgermeister und Orisgertchtsoorsteher zu Protokoll gegeben, noch «ine gerichtliche Klage deshalb erhoben und erforderlichen Falls bet dem uuterzcichaeten Gerichte zur Anzug! gebracht worden ist. Zugleich werdm diejmigen, welche die in Gemäßheit des Art. 30 des Gesetzes vom 21. Februar 1852, die Erwerbung des Grundeigeuthums u. s. w. betreffend, beigefügten Erwerbt tel eingetragen oder berichtigt zu sehen wünschen, aufgesorderi, die erforderlichen Anträge binnen der festgesetzten Frist von 6 Monaten bei dem zuständigen Gericht zu stellen und, wenn dieses ein anderes als das unterzeichnete ist, bei diesem die Anzeige zu machen. Die unerstreckiiche Frist von 6 Monaten geht mit dem 15. Juli 1882 zu Ende. Gießen, den 20. December 1881. Gioßherzoglichcs Amtsgericht Gießen. 2214 Langsdorfs. Meine Melniige-fiaffees stets frisch gebrannt, führen sich dauernd in weiteren Kreisen ein und dürfte dies als deutlichster Beweis ihrer Vorzüglichkeit gelten. Empfehle solche zu Mk. 1.—, 120, 1.40 und 1.60 per Pfund, sowie mein großes Lager in rohen Caffey zu Mk. 0.70, 0.80, 92 Pf. M. 1.00, 1.10, 1.20, 1.30, 1.40 und Mk. 1.50 per Pfund. 2191 S. Elsoffer, Marktstraße. Specialität in Herren Wasche als: Hemden, Kragen, Manschetten, Patent-Chemisetten, Taschentücher, Hemde-Einsätze». Gleichzeiim empfehle Glace- und Sommer-Handschuhe, Hosenträger, alle Neuheiten in Shlipfen, Sonnen- und Regenschirmen in reicher Auswahl zu billigen Preisen. 3420 H. Rübsamen. Engl. Fußböden Oellack Farbe übertrifft alle derartigen Fabrikate durch rasches Trocknen, höchsten Glanz und größte Dauerhaftigkeit. , 3451 Allein-Verkauf bei * Fr, Seibel- Buckskin-Rester bedeutend unter Preis empfehlen Gebr. 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Durch bauliche Veränderung im Laden bin ich veranlaßt, mein Lager in Herren- und Knaden-Anzügen re., Damen- undMädchen-Confection, Schuh- und Stiefelwaaren zu verringern, weshaÄ von Hecke an ein Ausverkauf beginnt und daher mein aus mit reellen Maaren bestehendes Lager zu außergewöhnlich billigen Preisen verkaufe. 2758 A. Docter, Seltersiveg 43. 3647 Zur Pflege und Wartung eines kleinen Kindes und für leichte Hausarbeiten wird eine erfahrene Frau oder ein älteres Mädchen zum 1. Juli gesucht. Offerten nebst Empfehlungen nimmt die Exped. ds. Bl. unter 8. A. 3647 entgegen. 3551 Ein cautionsfähigcr, noch rüstiger Mann sucht gegen bescheld. Honorar eine Stelle in irgend einem Geschäft od. einer Anstalt zur Besorgung von Geldgeschäften. Auch ist derselbe geneigt, Reisen zu unternehmen. Näheres durch die Exped. ds. BI. 354U Eine LaUffra » mit guten Empsehlungcn gesucht. Bräuning.Gartfeld. Sonnenschirme und En-tout-cas in großer frischer Auswahl empfiehlt 3468 ____________________________A Fangmann. Alle Sorten 4hAlf»auf das Feinste gerieben, fertig zum Anstrich, rasch lind VvllUl hart trocknend, sowie alle zum Anstreichen erforderlichen Lacke, Firnisse, Pinsel etc. empfiehlt 3445 Fr. Seibel, Mäusburg. I A. Docter X 3657 Morgenröcke i Hauskleider Costumes ' empfiehlt in neuesten Fn?ons in x wollenen |il und X Mafchfloffen H Männer Bade Verein Generalversammlung Donnerstag den 25. Mai, Abends 8 Uhr, bei Karl Heil. Tagesordnung: Rechnungsabhör. Ergänznngsmahl des Vorstandes. 3656____________________________ Der 9 orsttimt. Herzliche Gratulation unserem lieben Kneipwirth im „Kühlen Grund" zu feinem heutigen Geburtstag und wünschen, daß er noch 100 Jahre den guten Stoff verzapfe. 3662 __„Humor“. Gefelligkeitsvcrein Gleiberg. Freitag den 26. Mai, Nachmittags 4 Uhr, General- Versammlung auf der Burg. 3649 Die Verwaltungs-Kommission. AwrverKmtf* meiner sämmtlichen vorräthigen Maaren zu jedem annehmbarem Gebot. 3651 A. Beifuss, Walltdor. Die trauernde Familie. 3655 Gießen, den 23. Mai 1882. Die Beerdigung findet Donnerstag den 25. Mai, Nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehaus (West-Anlage 885) aus statt. Todes-Anzeige. Heute Morgen 7 Uhr verschied sanft nach kurzem aber schwerem Krankenlager unser innigst geliebter Gatte, Vater, Bruder und Schwager Herr Emil May. Tiefbetrübt theilen wir dies hierdurch statt besonderer Meldung allen Freunden und Bekannten mit der Bitte um stilles Beileid mit Todes-Anzeige. Allen Bekannten und Verwandten hierdurch die traurige Nachricht, daß unser liebe Gatte, Vater, Schwiegersohn, Schwager und Bruder Scribent Ludwig Kolb II. gestern Nachmittag um IV, Uhr nach langem, schwerem Leiden sanft entschlafen ist. Um stille Theilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Wieseck, den 24. Mai 1882. Die Beerdigung findet Donnerstag Nachmittag 2 Uhr vom Trauerhause aus statt. 3672 Danksagung. Für die erwiesene Thellnahme und die Blumenspenden, sowie Herrn Pfarrer Dingeldey für die am Grab gesprochenen schönen Worte bei der Beerdigung, unserer unvergeßlichen Schwester Sophie Schmidt sagen den herzlichsten Dank 3658 Die trauernden Hinterbliebenen Verantwortliche Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. Hierzu ein zweite» Blatt.