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Während dieser vom socialpolitischen Gesichtspunkt dieselbe bekämpft, ist für Andere mehr die Erwägung entscheidend, wie einflußreich gerade bei den letzten Wahlen die den beteiligten Gewerken angehörigen Personen im Interesse der Opposition gewirkt haben; sie befürchten von dein Gesetzentwürfe eine Wiederholung jenes Vorgangs bei künftigen Wahlen. Ohne Zweifel wird es nicht allzu leicht werden, den auch in den Kreisen der Freunde der BiSmarck'jchen Steuerpolitik sich erhebenden Bedenken zu begegnen; um so mehr erscheint es räthlich, sich nicht schon bei der Etatsberathung zu präjudiciren, sondern erst zu der ganzen Frage Stellung zu nehmen, wenn die Gründe vorliegen, mit denen die Staatsregierung ihre Vorlage begleiten wird. — Hinsichtlich der bereits erwähnten Entscheidung, betreffend den Verkauf von Branntwein auf Borg, verlautet weiter, daß Wirthen in der Provinz Westfalen folgendes Circular von den Amtsmännern mitgetheilt worden ist: „Durch ministerielle Entscheidung sind den Verkäufern von Branntwein rc. in dem Falle die ihnen erteilten Concessionen entzogen worden, wenn sie, statt Branntwein und andere Getränke nur gegen Baar zu verkaufen, solche an Andere, und besonders an Arbeiter, aus Borg abgelassen haben. Den Verkäufern von Branntwein und anderen Getränken im hiesigen Amtsbezirk mache ich dies unter dem Bemerken bekannt, daß ich in jedem einzelnen zu meiner Kenntniß gelangenden Falle unnachsichtlich das Concessions-Entziehungsverfahren einleiten werde, sobald ihrerseits der unsere socialen Verhältnisse so tief schädigende Branntweingenuß durch das die Familien ruinirenbe Borgsystem unterstützt wird. Dasselbe gilt auch von anderen Getränken. Dies zur Warnung, und damit kein Branntwein- 2c. Verkäufer gegebenen Falles mit Nichtwissen ohne Grund sich zu entschuldigen trachte." — Die seit dem Eintreffen Lord Dufferin's in Kairo bedeutsamste Wendung der egyptischen Frage wird ohne Zweifel durch das Telegramm der „Agence Havas" ausgedrückt, welches die Suspendirung des Processes Arabi signalisirt. Nach Allem, was über diesen Proceß verlautbart ist, kann man das Wort „Suspension" in diesem Falle wohl am zweckmäßigsten nut „Niederschlagung" verdeutschen, denn eine Wiederaufnahme des Verfahrens erscheint so gut wie ausgeschlossen. Rechtliche Erwägungen haben bekanntlich im Proceß Arabi von Ansang an nur eine ganz untergeordnete und mehr beiläufige Nolle gespielt. Sultan und Khedive halten sich diese gefallene Größe am liebsten brevi manu nach landesüblichem Brauch vom Halse. Einer solchen Cabmetsjustiz hat nun die — nicht etwa aus Motiven der Großmuth erfolgte — Einmischung Englands definitiv vorgebeugt. Bei dieser Gelegenheit ist das ganze Proceß- material in englische Hände gerathen, und das Cabinet von St. James steht nunmehr im Begriff, dasselbe seinem Interesse gemäß zu verwerthen. Die Suspendirung des Processes gegen Arabi bildet einen ersten Schritt auf dieser Bahn, und man darf vermuthen, daß die Zeit des Temporisirens am längsten gewährt haben dürste. Bereits ist von einer „decenten" Annexion Egyptens in England — int Gegensätze zu der „indecenten" Annexion Tunesiens in Frankreich — die Rede. Von der egyptischen Operations-Basis richtet sich der Blick der englischen Politik nach Abysfinien. Die neuesten Bemühungen des letzteren Staates um die Erlangung eines Hafenplatzes am Rothen Meere lassen sich unschwer auf britische Initiative zurückführen. Bis dato ist Abysfinien bekanntlich von aller maritimen Communication ziemlich abgeschnitten. Der Erwerb eines Hafens würde dem englischen Handel nach Ostafrika einen mächtigen Impuls verleihen, sofern Abyssimen nut feinen Dependenzen jetzt durch die Nilroute nur sehr schwierig zugänglich dann dem Handel und der Industrie Großbritanniens ein schier unerschöpfliches Feld der Ausbeutung eröffnen würde. Ihrerseits verfolgt die französische Colonisations-, besser Eroberungspolitik in’ Afrika, ein concentrisches Vordringen von Norden und Westen gegen das Centrum des „dunklen Welttheils" hin. Brazza's Acquisitionen sind soeben durch die Regierung in aller Form anerkannt worden, und Vorkehrungen sind im Gange, am Kongo dauernd festen Fuß zu fassen. Die Erwerbung Tunesiens, der Ausbau der Schora-Transversal-Bahn, die Operationen in Sene- gambien, dazu, wie gesagt, die Unternehmung de Brazza's — Alles drückt auf die systematische Durchführung der französischen Hegemonie im Westen Afrikas, eis Gegengewicht, wenn man will, gegen Englands Vordringen im Osten. Lokale-. Gießen, 22. November. [17. Sitzung der Handelskammer am 18. November.) Anwesend die Herren Ed. Silberetsen, S. Heichelheim, F. C. B. Koch, A-Kraatz, R. Scheel, A. Zinßer. Die Eingänge 386—408 werden vom Vorsitzenden zur Kenntniß der Kammer Bracht und theils zur Ctrculatton, thetls zur Bibliothek bestimmt, theils ad acta gelegt. Die Handelskammer Mainz theilt mit, daß sie gemäß der Vorschrift der Geschäfts- vrdnung den hessischen Handelskammertag nach Mainz einberufen werde, sobald die WSoibnung für die diesjährige Generalversammlung des deutschen Handelstages 'gestellt sei. Dieselbe ersucht um Mlttheilung etwaiger Anmeldungen für die Tages- orbniutß. Die Kammer beschließt, die von der Handelskammer Cassel und dem Handels- vttetn Bockenhetm in der letzten Eisenbahnc onfennz zu Frankfurt a. M. angeregte Frage wegen Abänderung des § 59 des Betriebsreglements der deutschen Eisenbahnen, betr das Dispositionsrecht der Absender, für die Tagesordnung des hessischen Handelskammertags anzumelden. Delegirt werden zum Besuche des Hondclskammertages die Herren Ed. Silberetsen, S. Heichelheim und Dr. Engelmann. Die Eisenbahndtrection Köln theilt die Tagesordnung für die am 19. December stattfindende Eisenbahnconferenz daselbst mit und ersucht um Anmeldung etwaiger Anträge. Seitens derselben Direct on ist das Protokoll über die Ausschußsitzung vom 6. November eingesandt worden. Danach hat der Ausschuß beschlossen, den s. Z. von der Handelskammer Gießen angemeldeten Antrag, betreffend Rcductwn der Eisenbahntarife ab belgischcholländische Grenze für Getreide und Mais in Beziehung auf den letzteren Artikel für die Plenarberathung zu empfehlen resp. der Generalconferenz die Frage zur Erwägung vorzulegen, ob die beantragte Frachtreduction für den Artikel Mais mit Ausdehnung auf die deutschen Nordseehäfen zu bewilligen sei. Zur Vertretung der Kammer bet dieser Conferenz wird Herr A. Katz bestimmt. Die Handelskammer Mainz übersendet Abschrift einer der Kammer zugegangenen Verfügung, inhaltlich welcher das Großh. Ministerium der Finanzen erklärt, keinen Anlaß zu haben, aus das Gesuch der Handelskammer Mainz (als Vorort des hessischen Handelskammertags) einzugehen: vor Berathung des Gesetzentwurfs, die Besteuerung der Gewerbe betreffend, in den Kammern die Gutachten der Großh. Handelskammern einzuholen. Die Handelskammer Mainz glaubt sich bei dieser Verfügung nicht beruhigen zu sollen und fragt an, ob die hiesige Handelskammer damit einverstanden sei, daß das Gesuch an Großh. Ministerium der Finanzen nochmals gestellt und gleichzeitig dem Großh. Ministerium des Innern und der Justiz davon Kenntniß gegeben werde. Die Kammer beschließt, in Beantwortung dieser Anfrage zu erklären, daß sie sich von einer erneuten Vorstellung m obigem Sinne keinen Erfolg versprechen könne. Das Großh. Ministerium des Innern und der Justiz benachrichtigt die Handelskammer, daß die Wirkung der spanischersetts erfolgten Kündigung des Handels- und Schifffahrsvertrags mit Spanien bis zum 15. December l. I. hinausgeschoben worden sei. Die Kammer beschließt im Interesse des Handelsstandes Veröffentlichung dieser Mittheilung. Das Großh. Ministerium des Innern und der Justiz übersendet ein Exemplar des Jahresberichts des k. k. österreichischen Consulats zu Chicago zur Einsicht. Die Kammer beschließt Ctrculatton dieses Berichts. Die Eisenbahndtrection Hannover übersendet ein Verzeichniß derjenigen Gegenstände. welche für die neunte Conferenz zu Hannover angemeldet worden sind, bemerkt aber gleichzeitig, daß der größte Theil der gestellten Anträge bereits seine Erledigung gefunden habe und die übrig bleibenden nicht so dringender Natur seien, daß es erforderlich erscheine, noch vor der am 1. Januar k. I. ins Leben tretenden Einsetzung eines Beztrkseisenbahnrathes darüber zu verhandeln. Die Eisenbahndtrection macht deshalb den Vorschlag, von Anberaumung der Conferenz abzusehen und fügt für den Fall der Annahme dieses Vorschlags gleichzeitig den Dank an die Theilnehmer der bisherigen Conferenzen bei. Die Kammer nimmt Kenntniß von dieser Mittheilung. Die Handelskammer Gießen hat vor einiger Zeit bet Großh Ministerium des Innern und der Justiz den Antrag gestellt, Großh. Ministerium möge den Mißstand beseitigen, daß tm Mahnverfahren die Gebühren der Staatskasse für die Zahlungsbefehle und die Vollstreckungsbefchle von den Gertchtsschretbern durch unfranktrte oder unter Zuschlag des Portos zu den Kosten frankirten Kostenrechnungen angefordert werden und daß unmittelbar darauf der Gerichtsvollzieher seine eigenen Gebühren durch Postnachnahme erhebt. Dieser Antrag der hiesigen Handelskammer hatte die Unterstützung der meisten übrigen Handelskammern des Landes gefunden. Großh. Ministerium des Innern und der Justiz hat darauf hin verfügt, daß die Gerichtsvollzieher in den erwähnten Fällen künftig die Gebühren der Staatskasse gleichzeitig mit ihren eigenen Gebühren zu erheben und mit den Gertchtsschretbern zu verrechnen haben. Seitens des Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz wurde ein Exemplar der Verfügung übersandt. Das Präsidium des deutschen Handelstages ladet zu dem am 15. und 16. Decbr. in Berlin stattfindenden elften deutschen Handelstages ein. Die Kammer beschließt, den Handelstag zu beschicken und delegirt dazu den Vorsitzenden Herrn Silberetsen, im Falle der Verhinderung desselben den Stellvertreter des Vorsitzenden, Herrn L. Georgi. Der Vorsitzende theilt mit, daß die mit Berathung der von Herrn A. Katz beantragten Geschäftsordnung beauftragte Commission ihren Auftrag vollzogen habe, erinnert aber daran, daß die Erneuerung der Kammer in den nächsten Wochen bevorstehe und schlägt vor, eine Beschlußfassung bis nach vollzogenen Neuwahlen zu verschieben. Die Kammer stimmt bet. Es wird darauf hingewiesen, daß das Großh. Eichamt bisher nur an einzelnen Tagen der Woche Eichungen vornehme, daß es aber im Interesse des Handelsstandes liege, jeden Tag Fässer und dergleichen eichen lassen zu können und beantragt, Großh. Ministerium der Finanzen um desfallsige Anordnung zu ersuchen. Die Kammer beschl eßt demgemäß Im Laufe des December müssen laut gesetzlicher Bestimmung die Erneuerungs- wablen für die Handelskammern stattfinden, die drei dienstältesten Mitglieder der hiesigen Handelskammer scheiden in Folge dessen aus und sind drei Neuwahlen vorzunehmen. Das dienstälteste Mitglied ist Herr S. Heichelheim, die drei nächst dienstälteften sind die Herren L- Georgi, F. C. B- Koch und Ed. Silberetsen. Das Loos bestimmt die Herren L- Georgi und Ed. Silberetsen zum Ausscheiden- Sonach sind Neuwahlen für die Herren Georgi, Heichelheim und Silberetsen vorzunehmen. Zum Wahlcommffsär wird Herr R. Scheel ernannt, zu Urkundspersonen die Herren C. Ohler und C- Nowack. Vermischtes Groß-Karben, 21. November. Am vergangenen Samstag fand hier in der Brucker'schen Angelegenheit Z^ugenverhör durch den Untersuchungsrichter statt. Das Gerücht, Brücker sei inhafttrt, bestätigt sich bis jetzt nicht. Brücker ist noch bettlägerig. Burg-Gräfenrod, 21. November. Am vergangenen Samstag etwa gegen 6V< Uhr Morgens brach hier in einer mit Stroh und Heu angefüllten, ziemlich isolirt stehenden Scheune Feuer aus, welches dieselbe, trotzdem von hier, Groß-Karben, Kaichen und Klein-Karben sehr rasche Hilfe herbeieilte, in einigen Stunden in Asche legte. Die Scheune, sowie das dazu gehörige Wohnhaus sind einzeln vermiethet und hatte der Miether des ersteren Tags zuvor noch seine Früchte dreschen lassen. Dieselben waren bei dem deutschen Phön x versichert. Das Amtsgericht zu Friedberg traf auf Bericht der hiesigen Bürgermeisterei schon am Nachmittage hier ein und ordnete nach längerem Verhör die Verhaftung des im oben erwähnten Wohnhause wohnenden Miethers an. Derselbe sollte, wie ihm Tags zuvor schriftlich angekündigt worden war, am Samstag exmittirt werden. Man vermuthet deßhalb, daß man es hier mit einem Akt der Rache zu thun hat. nrtmunb 19. November. Gegen verschiedene Schüler der Oberklassen „ Gvmnasiums ist eine Untersuchung -ingeleitet worden, welche schon die trau« ’Ä ju läge gesordert hat. Der Sachverhalt ist, laut der „Bonner Zeitung", km, solg-nd-r: Am Sonntag hatte ein Lehrer zusällig im Gymnastalgebaude zu thun Als er in der Nähe des Conserenzzimmers ist, gewahrte er plötzlich zwei Paar Stiesel her 9-bürc stehen er öffnete die Thüre und stehe da — zwei Gymnasiasten sind eben^dal^t beschäftigt, ihre Aufsatzheste, welche in einem Schrank verschlossen gelegen ba t-n M corrigirem ' Es hat sich nun herausgestellt, daß bie Stüter fid) in ba§ Gnmnasium geschlichen unb mit Nachschlüsseln Conserenzzimmer unb Schrank- erbrochen ba^n daß ferner h er seit Jahren das „Thürerbrechen" und „Corrigiren" in der vor- be ichneten Att praktisch geübt worden ist. Diele Schüler, selbst solche, welche bereits mtf her Universität sind, sollen compromittirt sein. p auf oerjx ' ^ölnlfc^e Zeitung" vom 16. d. M. enthält einen Aufruf aus Meran ui Gunsten der Ueberschwemmten in Tirol und Kärnthen in welchem der V-ifasser tf>err A v Schleinitz, ein Deutscher) dem Erstaunen Ausdruck gibt, daß das nameu- IMe UnalM das über die an sich armen Provinzen hereingebrochen, im Auslande und namentlich im Deutschen Reiche verhältnitzmaßig geringe Thetlnahme stnde. Herr p Schleinitz bezeichnete di- Calamität als eine 'N der G- chichte vielleicht noch nie be- alaubiate das Elend der Bewohner, welche ihre Habe, Ernte, Hauser za theilweise seUst tbren Grund und Boden und vielsach ihre Angehörigen verloren haben, als l-der Be- chreibung spottend. Hungersnotb und Seuche in Sicht; -r bezfffert den Schaden aus 39 Millionen, nennt völlig vernichtete Ortschaften, erzählt, daß zahlreiche Gememben ihr? fsetmatb wegen Verschüttung der ganzen Gemarkung aufgeben wußten, schildert 88 Mvche Etschchal heute noch meilenwet als See. Schleinitz schließt s-inen Aufruf mit den ebenso wahren als warmen Worten: Was hat es für einen Sinn und für eine Bedeutung all' das viele Rühmen und Reden von Menschenliebe, Mitleid, Barmherzigkeit, wenn diese Tugenden sich nicht dort bethätigen, wo man ihrer so dringend bedarf, wo die Noth so ungeheuer ist, so entsetzlich über alle Maßen! Es würde ein schlechtes Licht auf unsere Zett werfen, und wohl ihre Phrasenhaftigkeit, nicht aber ihren aufrichtig barmherzigen Sinn dar- thun, wenn das arme Tirol in seinem grenzenlosen Elende wirklich verlassen bliebe, O möchte es sich im Gelegentheile erweisen; riesengroß ist dte^ Roth, riesengroß Ne unheilvolle Macht der Elemente, aber größer, gewaltiger, vieloermogender ist der Menschheit Liebesmacht und Liebesfülle." Wir wollen sehen und hoffen. Glarus, 17. November. Der Gesammtschaden, den die Einwohner von Elm durch den Bergsturz am 11. September 1881 erlitten haben, ist nunmehr auf 763 987 Fr. abgeschätzt worden, worin 176,869 für verlorene Menschenleben enthalten sind. Nach der zwischen 60 und 80 pCt. abgestuften Ersatzleistung an dem Schaden trifft es eine Summe von Fr. 511,825,60. Hierzu kommen besondere Entschädigungen für die Waisen im Gesammtbetrage von Fr. 47, 300, so daß die an Private zu leistende Gesammtentschädigung sich auf Fr. 559 115,60 stellt. Die Gemeinde hat bis jetzt auf Rechnung ihres Schadens Fr. 190,000 erhalten, 20,000 wurden den Hagelbeschädtgten der Cantone Zürich und Turgau übermittelt, so daß die bis dahm thetls bereits ver- theilte, theils zur Vertheilung bestimmte Gesammtsumme Fr. 780,000 beträgt. Die Verthetlung der emgegangenen Liebesgaben unterliegt nur noch der Genehmigung des Bundesraths. — lieber einen erschütternden Todesfall während der Gerichtssitzung berichtet man aus Düsseldorf vom 17. ds.: Der erste Staatsanwalt am hiesigen königl. Landgericht, Herr v. Guera^d, der heute am Schwurgericht als Staatsanwalt fungirte, fand im Schwurgerichtssaale seinen Tod. Nachdem er sein Plaidoyer beendet und sich gesetzt hatte, legte er sich in seinen Sessel zurück und verschied fast im selben Augen- bl-ck, ein Schlagfluß hatte seinem Leben ein Ende gemacht. Man trug ihn in das Berathungszimmer des Gerichtshofs, mehrere Aerzte waren bereits zur Stelle, die leider nur seinen Tod feststellen konnten. Herr v. Guerard war nicht allein am königlichen Landgericht eine allgemein geachtete und geehrte Persönlichkeit, sondern in der ganzen Stadt Düsseldorf; man hört überall nur Ein Wort des Bedauerns über seinen unerwarteten Tod. — Ein seltener Fall von Herzlosigkeit bei einem Arzte wird der „K. Hart. Ztg." aus dem in der Nähe der russischen Grenze gelegenen Orte Sch- von glaubwürdiger Sette und in verbürgtester Form mttgetheilt. Der dortige Arzt wird zu einer in schweren Kindesnöthen darntederliegenden Frau gerufen, erklärte aber, ohne Vorausbezahlung von 12 Mark nicht kommen zu wollen. Da der Gatte der Kranken den Betrag aufzutreiben nicht im Stande war und olles Bitten nichts half, mußte die Bedauernswerthe ohne Hilfe bleiben. Inzwischen ist das Kind bereits vor der Geburt verstorben, der Frau aber ist bis jetzt noch keine Erlösung geworden. Gewiß gehört ein solcher Fall in ärztlichen Kreisen zu den größten Seltenheiten und verdient die schärfste Verurtheilung. Allgemeiner Anzeiger. in 7205 GIESSEN Kreuzplatz Kreuzplatz 7373 Reelle Bedienung* Feste Preise. QQQCXXXXXXXXX3OOOOOOOOOOOO 6904 5237 in hochfeiner Qualität empfiehlt 7279 TIr22.il Fischbach, Herrn WILHELM REIBER, Seltersweg, übergaben wir ein Lager in Gaslügcr, Gaslampen, und Koch-Apparaten, sowie allen sonstigen Gegenständen zur Gasbeleuchtung aus den ersten Fabriken dieser Specialitäten und in den bewährtesten Constructionen. (Giessener Gaswerk. 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