Ar. 222. Samstag den 23. September 1882. Meßmer Anzeiger Amts- und Anzeigtblatt für den Kreis Gießen. Bureau: Schulst.crße 7. Erscheint läßlich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohi.. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pi. BUiomiffiwtfiirj ---- ----------- Deutschland. Berlin, 20. Septbr. Die „Prvv.-Corresp." schreibt in einem „Zwanzig Jahre" überschriebenen Artikel: Am 23. September kehrt der Tag wieder, an wckchem Komg Wühelm vor zwanzig Jahren den damaligen Gesandten v. Bismarck-Schönhausen zur Leitung der preußischen Politik an die Spitze des Staatsministeriums berief. Aus welche lange Reihe großer Erfolge darf Fürst Bismarck heute zllrückschauen, und mit welcher Fülle ruhmreicher Erinnerungen sind diese Erfolge für das ganze preußische und deutsche Volk verbunden! Wendet sich der Blick zwanzig Jahre zurück, so scheint sich eine völlig andere Welt aufzuthun. Wie verschieden das Einst und Jetzt, — und doch wieder in mancher Beziehung wie ähnlich! Damals Preußen als Großmacht kaum beachtet, unter dem Eindruck diplomatischer und militärischer Mißerfolge stehend, welche Vielen den Glauben an Preußens Beruf und Zukunft genommen und dem politischen Pessimismus und Radikalismus Thür und Thor geöffnet hatten. Im deutschen Bunde machtlos, und dieser selbst eine Scheinexistenz führend, ohne einheitliches politisches Leben, weil durch "ben inneren Widerstreit zweier ebenbürtiger Glieder in seiner Entwickelung ausgehalten und durch die Macht des Partikularismus gehemmt. Heute ein mächtiges Preußen an der Spitze des geeinten Reichs, regiert von der milden Hand eines geliebten und gerechten Kaisers, dessen Fürstliche Bundesgenossen in Reichstreue mit einander wetteifern und die festesten Stützen der nationalen Einheit bilden. Das Reich selbst als starker Friedenshort anerkannt und von allen Rationen hoch geachtet; ihm treu verbunden der Kaiserstaat an der Donau, beide ihrem besonderen Berufe nachgehend, sich in ihren Cultur- und Friedens- Zwecken unterstützend, ohne einander zu hindern. Wofür Jahrzehnte lang geredet, gedichtet und gesungen worden, das ist zur Wirklichkeit geworden, durch die That unseres Kaisers und seines treuen Kanzlers, der, jeder Zeit bereit, den Befehlen seines Königlichen Herrn mit Hingebung und Aufopferung nachzukommen, seine gewaltige schöpferische Kraft und seinen eisernen Willen an die Verwirklichung der Königlichen Politik setzte. So verschieden das Einst und Jetzt, so ähnlich doch wieder die Strömungen von heute und damals. Dem nationalen Werk der wirthschaftlichen und socialen Reformen stellen sich heute dieselben Gegner in den Weg, welche vor zwanzig Jahren den Vorbereitungen zur Einigung Deutschlands entgegengetreten waren. Mit denselben Mitteln wie damals sucht man heute den leitenden Staatsmann zu bekämpfen und in der Fortsetzung seines Weges zu hindern. Die Beschuldigungen und Anklagen jener Zeit kehren heute vielfach wieder. Auch heute werden die Freiheiten und Rechte des Volkes als bedroht hingestellt. Auch heute treten Bestrebungen heran, welche geeignet sind, die Vertretung des Volkes in einen Gegensatz zur Krone zu bringen. Wie damals hat vielfach Mißstimmung Platz gegriffen, und die Freude an den Erfolgen jener großen Zeit ist einer gewissen Entmuthigung gewichen. Dieser Mißklang, welcher gegenwärtig unser politisches Leben durchzieht, ist um so schärfer, als er seine Erklärung nicht mehr in dem Unbefriedigtsein der nationalen Sehnsucht findet. Aber in dem Besitz der wiedergewonnenen nationalen Einheit ist auch zugleich das beste Mittel und die Gewähr gegeben, der Mißstimmung Herr zu werden und die Gegensätze zu versöhnen. Ueber den Kämpfen und Parteiungen des Tages erhebt sich der nationale Gedanke. Möge Jeder diesen Gedanken in sich leuchten lassen und Hochhalten, — mit ihm und durch ihn werden auch die Kämpfe dieser Zeit überwunden werden. r _ Ä Dresden, 20. September. Se. Maiestat Kaiser Wilhelm hat an den König folgendes Handschreiben gerichtet: „Durchlauchtigster, Großmächtigfter Fürst, freundlich lieber Vetter und Bruder! Die am heutigen Tage beendigten diesjährigen großen Herbstübungen des 12. (Königlich sächsischen) Armeecorps haben ein in jeder Beziehung so sehr erfreuliches Resultat ergeben daß Ich Ew- Majestät Land und Truppen nicht verlassen kann, ohne Meiner schon nach den einzelnen Uebungstagen ausgesprochenen lebhaften Befriedigung und Anerkennung nochmals gegen Ew. Majestät den wärmsten Ausdruck zu geben- Ew. Majestät Armeecorps befindet sich in der That nach jeder Richtung in einem besonders guten Ausbtldungszustan'oe und laßt erkennen, daß das im Kriege und Brieden bewährte Soldatenauge seines Königs diese Ausbildung auf das sorgfältigste überwacht und datz an derselben an allen Eommandostellen mit großer Sachkenntniß und Lnnaabe gearbeitet wird. Ich spreche Ew- Majestät Meinen herzlichen Glückwunsch »u solchem Resultat aus und empfinde eine aufrichtige Freude darüber, Mich immer wieder zu überzeugen, wie sehr Unsere Ansichten über die hohe und weitgreifcnde Wichtigkeit des kriegstüchtigen Zustandes der Truppen übereinstimmen. Ew- Majestät bitte Ich, auch Ihren Truppen und insbesondere auch ihren Führern, vor Allem aber dem commandirenden General, Sr. Königl. Hoheit dem Prinzen Georg, Herzog zu Sachsen, Kenntniß von Meiner lebhaften Anerkennung ihrer Leistungen geben zu wollen und bitte Ich zugleich auch meinen wärmsten Dank für die überaus freundliche und Meinem Herzen sehr wohlthuende Ausnahme entgegen zu nehmen, die Mir in Ew- Majestät Hause und in Ihrem Lande zu Theil geworden ist. Mit der Versicherung der vollkommensten Hochachtung und wahren Freundschaft verbleibe Ich Ew. Majestät freundwilliger Vetter und Bruder." gez. Wilhelm. Freiburg, 20. Septbr. Die Zahl der bei dem Hugstetter Eifenbahn- Unfall Verunglückten steht nunmehr fest. Es sind sofort getödtet worden und bisher an ihren Verletzungen gestorben im Ganzen 75 Personen: schwer und mittelschwer verletzt sind 95 Personen und leichtere Verletzungen haben gegen 100 Personen davongetragen. Die Gesammtzahl aller Verunglückten beläuft sich hiernach auf die furchtbar hohe Ziffer von 270. Von den Schwerverwundeten schweben noch vier in Lebensgefahr, so daß die Zahl der Todten sich noch vermehren kann. Uebrigens befinden sich auch viele weniger schwer Verletzte nicht außer aller Gefahr, da Mancher innere Verletzungen davongetragen haben dürfte, wie ein Vorfall in Colmar beweist. Ein Colmarer Bürger hatte sich auf dem verunglückten Zuge befunden und war anscheinend mit heiler Haut davongekommen, obgleich er eine heftige Erschütterung erhalten hatte. Vor einigen Tagen beteiligte er sich am Tanze; kaum hatte er aber einige Umdrehungen gemacht, als der bis dahin gesund gewesene Mann tobt zusammen- stürzte. — Die von der Kaiserlichen und Großherzoglich Badischen Familie, sowie aus vielen Thellen Deutschlands den Verunglückten und ihren Angehörigen zu Theil gewordene warme Theilnahme und kräftige Unterstützung hat manche Wunden geheilt. Die Roth ist freilich auch groß, und wenngleich schließlich die Eisenbahnverwaltung nach Lage der Sache für allen Schaden wird aufkommen müssen, so wird dahin noch geraume Zeit verfließen. Inzwischen wird aber die öffentliche Mildtätigkeit einzugreifen haben, um die augenblickliche Roth zu lindern. Die Regierung nimmt sich der Beschädigten kräftig an und hat bereits die nöthigen Schritte gethan, um den Umfang des Schadenersatzes bei jedem Einzelnen festzustellen. Straßburg- 20. Septbr. Der Procch gegen Streckert, dem Redanten der Tabakmanufaktur, wegen Unterschlagung, begann heute vor der hiesigen Strafkammer um 9 und dauerte bis 1 Uhr. Die Mitglieder der Sachverstän- digen-Commission motivirten ihr Gutachten in längeren Reden. Diese fachmännischen Klarlegungen über Betrieb, Geschäftsleitung und Bücher lassen durch ihr vernichtendes Urtheil über die haarsträubendste Mißwirtschaft alle bisherigen „Enthüllungen" weit hinter sich. Rach dem Verhör von über 20 Zeugen wurde die weitere Verhandlung auf morgen vertagt. Der Proceß gegen den 11 Monate in Untersuchungshaft gehaltenen Streckert ist zur furchtbarsten Anklage der Aera Roller geworden. — Rach einem Telegramm der „Franks. Ztg." vom Gestrigen ist Streckert freigesprochen worden. Schweiz. Vern, 20. Septbr. Der starke Schneefall im Hochgebirge und der anhaltende Regen in den Thälern haben zahlreiche Verkehrsstörungen im Gefolge. So hat die eidgenössische Postverwaltung die Fahrten über die Gebirgspässe Furka, Lukmanier und Oberalp wegen gewaltigem Schneefall provisorisch eingestellt; Simplon und Splügen sind ebenfalls unterbrochen. Die Gotthard- bahn hatte wiederholt mehrstündige Verspätung in Folge Erdrutschen und Wildwasser. Kesternich. Wien, 20. Septbr. Die Nachrichten aus Tprol sind andauernd düster; selbst Fußgängern ist das Vordringen über Brixen unmöglich. Das Etschthal von Gargazon bis Salurn ist ein See. Die Meraner Bahn ist zerstört. Die Eisenbahndämme südlich von Waidbruck sind bis auf zwei Strecken, 300 Meter breit, weggerissen. Die Ingenieure sind noch ganz im Ungewissen, wann die Bahn wieder fahrbar sein wird. Toblach und Niederdorf sind halb zerstört. Die Regen sind neuerdings stark. Der Bahndamm der Bahn von Bozen nach Branzoll ist total zerstört. Einzelne Stationen sind vom Hochwasser eingeschlossen. Da der Telegraph, die Bahn und die Poststraße bei Linz zerstört sind, so ist jeder Verkehr abgeschnitten und nur über die Gebirge die Rettung mit Lebensgefahr möglich. Die Situation ist trostlos. Wien, 21. September. Bei Moscou entgleiste heute ein Eisenbahnzug, welcher von Militär besetzt war; mehrere Soldaten wurden getödtet. — In Cattaro fanden in Folge der Gerüchte über bevorstehende Massacres christlicher Familien in Scutari Ansammlungen der bewaffneten Bergstamme statt, welche ihren Glaubensgenossen zu Hilfe eilen wollten. Die Consuln in Scutari verlangten von dem Gouverneur eine Verstärkung der Garnison. (ur- Trieft, 21. September. Oberdank machte vorgestern Anstalten, üch durch Erhängen zu entleiben. Sein Zellengenosse entdeckte das Vorhaben und seitdem ist der Attentäter unausgesetzt von Wächtern bewacht. Oberdank wünscht. ^ugZonge z sprechen, die Eltern aber weigerten sich und schickten den Onkel. An der Unterredung mit diesem sagte er: was ich that, habe ich thun müssen. Es ist nachErh 0, welche von Italienischer Seite in Udine und m Grenzorten S°^°L"^rd-n, erwi« daß eine Schaar von etwa zwanzig Trieftiner Jünglingen, zumeist De erteure der eye maligen einjährig Freiwilligen vom 17. und YL Wment, nor mengen SBoä^tn Udine sich zusammengesunden und beschlossen habe, die Kaisertrm n-ituna Bomben verruchten Anschlag zu stören. Der Mann, unter d-N-n Aussicht und Leitung Bomben hergestellt wurdm. soll ein Russe fein, der einem Vdj£?ieft und in den letzten Tagen in Undme gesehen wurde. E «U$ gehen und den Plan zur That werden lassen soll. Oberdanr s ^came g,n» Urne hervor und fein Begleiter weidete sich fteiwillig. ^st kürzlich bei Gelegenheit Gefahr, aus dem Kreise ausgewmeu zu-werden,, eii h er,t ru z meId)c gr0ßeg der Enthüllung des Mazzini-Monumente-i republkA^^ l durch die Flucht nach A-rg-rniß erregten; er entzog ftd) ber Slusmetiu B \ » worin gedroht wird, Udine An die Polizei soll ein im$ °«>‘ len be|geUgt. Ler"MftNdkge'OZe?dani's solltest,? Fsich-barke nach Chioggia entkommen sein. England. en„hn„ nn Seotbr Alle englischen Blätter preisen General Wol- . , Die' Daily News" vergleichen ihn mit Carnot und Moltke^An Ovattonen und Ehrenbezeigungen wird es nicht mangeln, wenn der conauerine hero“ nach England zurückkehrt. Der Krtegsmmtster hat em böckst sckrneichelbaftes Telegramm an den General gerichtet, worm er m $u§; hrürfpn Tr Xrounberunq von den von ihm geleisteten Diensten und dem Ver- halten" der Osficiere und Mannschaften der unter seinen Befehl gestellten Trup- pen spricht. In Dublin, der Geburtsftadt Wolseley's, ist eine Geldsammlung angeregt worden, um ihm nach seiner Rückkehr aus Egypten einen Ehrendegen zu überreichen. Türkei. Konstantinopel, 19. Septbr. Das arabische Journal „El Jawaib" bringt einen Artikel über die Zustände in Egypten, worin dem Khedive empfohlen wird, das Vermögen der Häupter der Nationalpartei zu confisciren und daffelbe zur Entschädigung solcher, welche durch Plünderung und Brandstiftung Verluste erlitten, zu verwenden. Das Blatt hebt hervor, daß die Führer der Erhebung ungeheuer reich seien und daß ihr Eigenthum zur Deckung aller Schadloshaltungs-Forderungen hinreichen würde. — Ein Telegramm der „Daily News" aus Täbris meldet, daß der Kurdenscheich Obeidullah sich den zu seiner Verfolgung ausgesandten türkischen Truppen ergeben hat. Aegypten. Port-Said, 2C. September. Heute früh wurde an den Commandanten des Forts Ghemtleh die Aufforderung gerichtet, das Fort zu übergeben. Die beiden Panzerschiffe „Agincourt" und „Northumberland" sind abgesandt worden, um das Ultimatum zu unterstützen. Außerdem soll heute Abend oder morgen früh eine Truppen- abtheilung auf dem Landwege gegen Ghemileh vorgehen. Falls die Uebergabe des Forts verweigert wird, sollen die Panzerschiffe das Bombardement gegen dasselbe eröffnen. Amerika. New-Aork, 18. Septbr. Präsident Arthur ist von seiner Reise an der Küste Neu-Englands hierher zurückgekehrt. Sein Befinden hat sich gebessert. — Im Staate Tenessee herrscht augenblicklich lebhafte Aufregung wegen eines Gewaltstreiches, der für die „romantischen" Nechtszustände dieses Landes sehr bezeichnend ist. Der Vorfall ist folgender: Der Sherif Cato aus Chattanooga, sowie der Vice-Sherif beförderten am letzten Donnerstag mehrere Gefangene, darunter zwei zusammengekettete Mörder, mit der Eisenbahn nach Knoxville. Als der Zug den Bahnhof Sweetwater, 40 Meilen von Knoxville, erreichte, betraten drei neue Passagiere denselben Wagen, in welchem sich die Sherifs mit ihren Gefangenen befanden. Nachdem sich der Zug in Bewegung gesetzt hatte, griffen die neuen Ankömmlinge zuerst den Vice-Sherif an und schossen ihn hinterrücks nieder. Hierauf feuerte der Sherif auf die Angreifer; die Schüsse wurden erwiedert und der Sherif ward gleichfalls getödtet. Alsdann befreiten die Eindringlinge die Gefangenen, ließen den Zug halten und führten einen der Mörder, Namens Taylor, nach der Locomotive, wo sie den Maschinisten zwangen, die Locomotive von dem Zuge loszukoppeln und sie nach der 20 Meilen entfernten Station Lenoir zu befördern. Hier angekommen, bestiegen sie Pferde, die für sie bereit standen und galoppirten in die Berge von Nord-Carolina. Man ist eifrig bemüht, der Verbrecher, aus deren Ergreifung eine Belohnung von 5000 Dollars ausgesetzt ist, habhaft zu werden, und die Gegend wird nach allen Richtungen durchstreift. Telegraphische Depeschen. Wolff'S telegr. Eorrefpondenz-Burearr. Berlin, 21. September. Ein Petersburger Brief der „Nordd. Allg. Htg." sagt, die Reise des Kaiserlichen Paares nach Moskau gelte dem solennen Besuche der dortigen Ausstellung. Von einer improvtsirten Krönungsfeier könne keine Rede sein. Dresden, 21. September. Se. Maj. der Kaiser hat folgendes Schreiben an den Oberbürgermeister Dr. Siübel gerichtet: „Als Ich Mich entschloß, behufs Erfüllung der Pflichten Meiner Kaiserlichen Würden in der schönen Elb-Residenz Meines Königlichen Freundes zeitweilig Aufenthalt zu nehmen, durfte Ich voraussetzen, auch von den Einwohnern freundlichst auf- genommen zu werden. Der Empfang, welchen Mir die Stadt Dresden im Wetteifer mit den von Mir berührten Orten bereitet, hat jedoch alle Meine Erwartungen weit übertroffen Der reiche, ebenso geschmackvolle wie sinnige Schmuck oon Häusern und Straßen, der wiederholte jubelnde Zuruf der zahlreich auch vom Lande herbeigeeilten i?Eerung, die umfassende Betheiligung an dem großartigen im nationalen Geiste und ^ÄÄ^erischem Geschick ausgeführten Festzuge, die herzliche Begrüßung der in be- trachtlicher Anzahl versammelten Kriegervereine, können Mich nicht zweifeln lassen, daß dre in bewahrter Liebe zu ihrem angestammten Fürstenhause zugleich für die Herrlich- @beutf$en $Qterlanbe§ warm schlagenden Herzen ihrer Treue und Anhäng- AKaiser und Reich einen überströmenden Ausdruck haben verleihen wollen. Die sprechenden Zeugnisse eines überzeugungsvollen Patriotismus haben Mich tief ge- M und mit innigstem Danke erfüllt; Ich fühle Mich in der Zuversicht bestärkt, daß im sächsischen Lande^ wo Ich zu Meiner aufrichtigen Freude huldigende Kundgebungen eines lebensvollen Nationalsinnes schon oft erfahren, des Reiches Zukunft in den Ge- müthern fest und dauernd gesichert ist. In diesem wohlthuenden Vertrauen wird die frohe Erinnerung an die festlichen Tage Meines Aufenthalts in hiesiger Stadt in der Ich von ieher gerne geweilt habe, Mich stets begleiten. Ich ersuche Sie Meinen ver- Auknabme"er?reut baden au§3ubrütfcn' "eiche Mich durch die genossene'ausgezeichnete Aufnahme erfreut haben. 8e» Wilhelm " Gleichzeitig ließ Se. Maj. der Kaiser 2000 JL für die Armen Dresdens an den Oberbürgermeister gelangen. London, 21. September. Die Nachricht der „Times" von der Ersckießuna Abdellal's und die Berichte der Abendblätter über Ruhestörungen in dem von Eingeborenen bewohnten Stadtviertel Kairos entbehren, wie aus Alexandrien gemeldet wird, der Begründung. Moskau, 21. September. Der Kaiser hielt heute Nachmittag eine Truvven- Revue auf dem Chodiwchen Felde ab. Der Fürst von Montenegro wohnte ihr bei Darauf nahm der Kaiser die Ausstellung eingehend in Augenschein. — Die Stadt Kaschin ist von einer verheerenden Feuersbrunst heimgesucht worden. Näheres über den Schaden ist noch nicht bekannt. — Der Truppenrevue, welche Vormittags 11 Uhr begann, wohnten auch die Kaiserin und sämmiliche hier anwesende Mitglieder des Kaiserhauses bei. Der Kaiser SXr?u, Pferde, neben ihm ritt der Fürst oon Montenegro. — Der Kaiser welcher Alles eingehend besichtigte, verweilte in der Ausstellung bis Abends 6 Uhr. Die 8§nung auf den Straßen, welche der Kaiser passirte, wurde durch aus dem Volke ae- btldete Genoffenschaften aufrecht erhalten. Polizeibeamte waren nur in gerinaer Anrabl oder gar nicht in den Straßen sichtbar. 6 y . ~ ZI- September. Als der Befehl Yacub Paschas an die Soldaten m Damiette, die Waffen niederzulegen und heimzukehren, in Damiette eintraf, achorckte Garnison Abdelal Pascha und Abaluba schlugen mit schwacher Eskorte Mustasasens die Richtung nach Kairo ein. ... 21. September. Bei der Verhaftung Mahmud Fehmy Paschas ? Absicht, zu bestimmen, daß kein den egyptischen Behörden von den ©mv «Werter Gefangener ohne Zustimmung Englands hingerichtet werden „ „ - Düse Absicht hat man letzt aufgegeben, da feststeht, daß sämmtliche Gefangene btefe Mik" Kairo abgeurtheilt werben sollen unb hohe englische Officiere nt*tahne bclb»en "erben. Bezüglich ber egyptischen Armee verlautet noch lischen Osücti-ren Ä-M-'"/11 bic egypttsche Gensbarmerie ausschließlich von eng; eavvtische ^? b fcjh0t ""den. um ben Schein zu vermeiden, als wolle man dies egypllfche Eorps zu einem englischen machen. der £!?•' Alexandrien wird gemeldet: Said Bey, er frühere Polrzelprafekt von Alexandrien, ist verhaftet worden. — Drei britische Regimenter gehen morgen mit Tagesanbruch gegen Da- miette vor, um die Autorität des Khedive wieder herzustellen. Port Said, 21. Sept. Das Fort Ghemileh hat sich mit 80 Mann Besatzung ergeben, der übrige Theil der Besatzung ist in der vergangenen Nacht nach Damiette abmarschirt. Klagenfurt, 21. Septbr. Das Wasser der Drau und der Nebenflüsse sinkt wieder; die Gefahr kann als beseitigt angesehen werden. A o k a l e S. Gießen, 22. September. Dank dem wahrhaft trostlosen Regenwetter sind Lahn und Wieseck wiederum hoch angeschwollen. Die Grummet-Ernte im Buseckerthal dürfte wohl auch vernichtet sein. Den Sommer 1882 kann man getrost als eine Unglückszert für spätere Jahre in Erinnerung behalten. — Gestern Abend rückte unser Regiment aus den Manöoern wieder bei uns ein. Vom schönsten Wetter waren die Truppenübungen gerade nicht begleitet und manchen Schnupfen werden unsere Soldaten wohl auszubrüten haben. Heute Morgen wurden die Reserven entlassen und froh und munter zogen dieselben nach oem Bahnhof der Heimath zu. Vermischtes. Darmstadt, 21. September. sMilitärdienstnachrichten.) Ihne, Vicefeldwebel vom 1. Bat. (Gießen) 2. Großh. Landw.-Regts. Nr. 116, zum Secondelieutenant der Res. des 2. Hanseat. Jnf.-Regts. Nr. 76, Heil, Vicefeldwebel von demselben Bataillon Mm Sec.-Lteut, der Res. des 1. Großh. Inf,- (Leibgarde-) Negts. Nr. 115, Fischer' Romheld, Vicefeldwebel von demselben Bat., zu Sec.-Lteuts. der Res. des 2. Großh Jnf.-Regts. (Großherzog) Nr. 116 - befördert; o. Westernhagen, Oberst und Com- manbeur des 2. Großh. Jnf.-Regts. (Großherzog) Nr. 116, in Genehmigung seines Abschtebsgesuches mit Pension unb ber Regiments-Uniform zur Disposition gestellt. Marseille, 21. September. sPrioat-Telegramm ber „Frkf.Ztg.") DerCirkus Saenger würbe gestern in Orange wie neulich in Cannes der Schauplatz eines gräßlichen Unglücks. Ein Bändiger wurde dort während des Schauspiels im Käfig vom Löwen angefallen und gänzlich zerfleischt. Offenbach, 18. September. In Heusenstamm, wo gestern das Kirchweihfest abgehalten wurde, brach gestern Abend um 11 Uhr in der Hoiratthe des Herrn Bürgermeisters Augenthaler, der zugleich eine Gastwtrthschaft betreibt, Feuer aus. Während die Musik auf dem Orchester im Tanzsaal lustig aufspielte, schlugen die Flammen oon der in nächster Nähe befindlichen, mit allerlei Crescenzien, wie Heu, Stroh rc. vollgefüllten Scheuer plötzlich herüber und zündeten, so daß das Tanzvergnügen mit den Loschungs- und Rettungsarbeiten vertauscht werden mußte, trotz deren aber nicht nur die ganze Scheuer, sondern auch der Tanzsaal zur Hälfte und die nebenan befindliche Scheuer der Wittwe Rosenkranz vollständig ntederbrannten. Das Vieh, das in den unter dem Tanzsaal befindlichen Stallungen untergebracht war, wurde glücklicherweise gerettet, so daß wenigstens Verlust oder Beschädigung an diesem nicht zu beklagen ist. Menschen waren nicht gefährdet. Der Schaden an Gebäulichkeiten, Mobilien und Crescenzien ist ein ziemlich bedeutender, doch wird dieser, da die Abgebrannten jedenfalls versichert sind, ersetzt werden; für den Schaden, der den anderen Wirthen Heusenstamms durch die durch den Brand verursachte Störung des Kirchweihfestes entstand, kann und wird aber ein Ersatz nicht stattfinden. Diese sind deshalb gleich, falls zu bedauern, denn die Kirchweihe in einem Ort bietet den Wirthen nur einmal im Jahr Gelegenheit zu einem ersprießlichen Verdienst und um diesen kamen sie, denn mit dem Erlöschen des Feuers waren auch die Festfreuden geschwunden. — Außer den Heusenstammer waren nur die Biederer und die Obertshäuser Spritzen auf dem Brandplatz erschienenen, hier in Offenbach war von dem Ausbruch des Feuers nichts bekannt geworden. (Offenb. Ztg.) Offenbach, 20. September. Ein recht bedauerlicher Unfall ereignete sich in der Nacht vom Sonntag auf Montag in einem Hause der Biebererstraße. Dort stürzte plötzlich ein junger Mann von 22 Jahren aus einem Fenster des dritten Stockes auf den Hof und verletzte sich innerlich derart, daß sofort ärztliche Hülfe nöthig wurde. Die Verletzungen des Unglücklichen sind sehr schwer. Wie der Unfall sich zugetragen, ist bisher noch nicht aufgeklärt, doch nimmt man an, daß sich der junge Mann zu weit zum Fenster hinauslegte, das Uebergewicht bekam und in den Hof hinabstürzte. v Frankfurt, 20. September. In den nächsten Tagen wird sich die Tochter eines hiesigen renommirten Arztes verheirathrn; sie erhält die artige Mitgift von 300,000 Mark. Friedberg, 19. September. Der hiesige Vorschuß- und Creditoerein erläßt folgende Warnung: Die „Deutsche Garantiebank in Frankfurt a. M. Diese kleine Actien- gesellschaft, welche ein Capital von 120,000 Mark hat, worauf lOpCt. eingezahlt sind und deren Verwaltung in geschäftlichen Kreisen total unbekannt ist, bemüht sich ihre Actten an den Mann zu bringen, indem sie dieselben, wie man der „Fr. Ztg." mittheilt, sowohl direct bet kleinen Geschäftsleuten rc anpreist, als auch dadurch, daß man auswärts Agenten zu engagiren sucht und diesen die Bedingung stellt, daß sie Actien des Unternehmens als Kaution zu hinterlegen haben. Wir können das kleine Capital nur warnen vor diesem Gründerauswuchs en miniature.“ A September. Heute Morgen wurden zwölf von den 30 Michaelis- Abiturienten des Königlichen Gymnasiums auf Grund ihrer vorzüglichen schriftlichen Arbeiten vom mündlichen Examen dispensirt. Es steht dieser Fall wohl einzig tu der Geschichte deutscher Gymnasien da, gleich ehrenvoll für Schüler und Lehrer ~ Mainz, 21- September. Der Rhein wächst fortwährend ganz rapid, jede Stunde kann man ein Wachsen von ca. 2 Ctm. wahrnehmen. Heute Mittag um 4 Uhr zeigte das Pegel 4 40. Nach einer Depesche aus Mannheim stieg dort der Rhein von <£U cm * auch der Neckar wächst anhaltend. — Der Herr Oberbürgermeister Dr. DuMont machte in der gestern Abend abgehaltenm Stadtoerordnetenversammlung hen Anwesen^n die Mitthetlung, daß nach einem von der juristischen Commission abgegebenen Gutachten die Stadt Mainz verpflichtet sei, für den s. Z. von Holland erworbenen Dampfbagger einen Eingangszoll von 6100 Mark zu entrichten. - 22. ©ep«jr., Nachmittags 2 Uhr — Min. (Telegraphischer Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen.) ^aat%actlST 3e02'. Galizier 274%, Lombarden 124%, Nord- westbahnactien 183 Darmstadter-Bankactien 159%, Oberschlesische E.-B.-Act. 257, M/ftir^r@^i.efLrnn^i66/8,o 4Z° .""gar. Goldrente 75%, 4% 1880er Russen 70"%, 64%- 5% Numänisch- Kirchliche Anzeigen dex Stadt Gieren. E v a n g e l i s ch e G e m e i n d e. Gottesdienst: Sonntag den 24. September (16. nach Trinitatis). Vormittags 91/? Uhr: Pfarrer Dingeldey. Nachmittags 2 Uhr: Pfarrer Schlosser. Die , P f a r r g e s ch ä f t e in der Woche vom 24. bis 30. September besorgt Pfarrer Dingeldey. (Wohnung Ludwigsplatz 8.) Katholische Gemeinde. m p 17. Sonntag nach Pfingsten. ._ .Bau 6 Uhr an: Beichte. 7 Uhr: Frühmesse und Äustheilung der h. Communion. Vr10 Uhr: Hochamt und Predigt: Pfarrer Rady. 2 Uhr: Andacht. Gottesdienst in der Synagoge. Freitag Abend (Versöhnungsabend) 6 Uhr, Samstag Morgen (Versöhnungstag) 7 Uhr, Samstag Abend 635, Mittwoch Abend (Laubhüttenfestsbeginn) 5", Donnerstag Morgen 8 Uhr, Donnerstag Mittag 4 Uhr, Donnerstag Abends 6", Freitag Morgen 8 Uhr. Vergebung von Bauarbeiten. Die zur Entwässerung des Kellers in dem Haftlokal zu Butzbach erforderlichen Bauarbeiten, als: Maurerarbeit, veranschl. zu JL. 616.62, Steinhauerarbeit, „ „ „ 133.38, Cement- und Gußrohrlieferung, veranfchl. zu . . „ 179—, Pflastererarbeit,veranfchl.zu „ 84—, sollen auf dem Submissionsweg vergeben werden, und sind die Submissionen längstens bis Samstag den 30. d. M., Vormittags 10 Uhr, verschlossen und frankirt und mit der nöthigen Aufschrift versehen, auf der Amtsstube der unterfertigten Stelle einzureichen, woselbst die Offerten in angegebener Zeit geöffnet werden. Voranschlag, Zeichnung und Bedingungen liegen bis zu jenem Termin daselbst, Vormittags, zur Einsicht offen. Friedberg, den 21 Septbr. 1882. Großherzogl. Kreisbauamt Friedberg. 6159______Grimm._________ Die im Herbst dieses Jahres leihfällig werdenden 145 Triebviertel sollen Montag den 25. September ds. I , von Nachmittags 2 Uhr an, anderweit auf 6 Jahre verpachtet werden. Zusammenkunft am Schützenhof. Gießen den 19. Sept. 1882. Großh. Bürgermeisterei Gießen. 6126_____A. Bram m._________ Akpsel-Verstcigerung. Montag den 2S. dS. MtS., Vormittags von 9 Uhr an, sollen auf den Psarrbaumstücken eine große Quantität Aepfel (Tafelobst) versteigert werden. Alt-Buseck, den 21. Septbr. 1882. 6171 Wagenbach, Bürgermeister. Obftverfleigerung. Montag den 2S. ds. MtS., Nachmittags 1 Uhr anfangend, foll das hiesige Gemeindeobst, größten- thells in Aepfeln bestehend, öffentlich versteigert werden. Der Anfang ist oberhalb des Orts. Rödgen, den 20. September 1882. Großh. Bürgermeisterei Rödgen. 6154 Jnterthal. Montag drn 25. September, Vormittags 10 Uhr, lassen die Erben des Wilhelm Möhl hier auf hiesigem Ortsgericht die ihnen ruttehenden Grundstücke: Flur 11/110, 400 Mtr. Acker, Laggarten in den Hinteren Schloßgarten, III 188, 1869 Mtr. Acker, auf den Krofdorfer-Weg, V/3, 912 Mtr. Acker an der Lahn und am Wismarer Weg, V/316 u. 317, 3550 Mtr. Acker am Wismarer Weg, links, VIII/25, 1594 Mtr. Acker diesseits am Grasweg, _ V1II 43,7,44,5,45,s, 98, lOo, 132oMtr. Wiese und Acker hinter den Schieß- aärten an der Rodheimer Straße, XV/255, 1744 Mtr. Acker auf der kleinen Weide, __ XV,264 u. 265, 2400 Mtr. Acker auf der kleinen Weide, , XXX/18, 1300 Mtr. Acker m Rodern, XXX/94, 1425 Mtr. Acker amAtzel- busch, auf den Fluthgraben, XXXI/149,3275 Mtr.Acker am grünen Pfad, r xxxil/86, 1769 Mtr. Wiese am Hegstrauch, bei der Rodhausischen Wiese, XXXXII/5 u. 8, 1237 Mtr. Acker auf dem Sandfeld, unter den alsdann bekannt zu machenden Bedingungen meistbietend versteigern. Gießen, den 21. September 1882. Großherzogliches Ortsgericht. 6156 Lüdeking.__________ Truchtlieftrung. Dienstag den 26. d. M., Morgens 10 Uhr, wird dahier die Lieferung von 1525 Kilogr. Roggen für Atzbach und 912 Kilogr. für Dorlar an den Wenigst- nehmenden vergeben. Krofdorf, den 21. September 1882. 6170 Das Bürgermeisteramt. Allgemeiner Anzeiger. hier einen reeller ' Zm ^Laale des Gasthofs „Zum Einhorn“ dahier werde ich Dienstag den 26. und Mittwoch den 27. d. M. 5 Schürzen, schwarz, weiß u. farbig, = rg Regenmäntel, =» ™ Unterröcke, g = -Vosen, = S Kleider, F == Mäntel, =• 5 Hemden, §■ Anzüge und Ueberpeher für Knaben gegen Baarzahlung versteigern. Für Wiederverkäufer eine austergewöhnlich günstige Ein- kaussgelegenheit. Gießen, den 20. September 1882. Hoflmann, Ortsgerichtsmann. Gleichzeitig werden mehr als 1OE« Paar Zugstiefel für Herren und Damen, Knopfstiefel für Damen, Mädchen und Kinder, Pantoffel, Molise schuhe, Winterschuhe re. mitversteigert. 6172 im Auftrage des Herrn A. Docter grosten Posten durchaus Waare, als: Fabrikszeichen. Um mit meinen Maaren möglichst rasch zu räumen- verkaufe meine großen Vorrathe neuer Damenwintermäntel, Herbst- und Winter-Kleiderstoffe, Leinen, Shirtings, Var 14 acy ay munden wirt) $ e warnt ! wird gebeten Fabriks^eichen verlangen. Mantelstoffe, Plüschbesatz rc. theilweise zur Hälfte des eigentlichen Wierthes- 6176 Morita Heichelheim, C. 185,1. Stock. Sämmtliche Neuheiten in Knöpfen und Kesatzsttikeln find in grostartiger Auswahl eingetroffen bei Robert Haas» 6087 Seltersweg C SS. NB. Atlas- und Sammtbänder in allen modernen Farben. Frankfurter Würstchen find eingetroffen. (6140) Grg. 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