Nr. 195. Mittwoch den 23. August 1882. Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. ~ * *** ,, . v «rx A - Preis vierteljährlich 2 M»rk 20 Pf. mit Brin-erlohrr Bureau r Schulftraße B. 18. Erscheint tätlich mit Ausnahme deö Montag». Lurch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher Hhcil. Betreffend: Die Anlage von Feldwegen und Entwässerungsgräben rc. in der Gemarkung Gießen, hier: die Gradlegung des Krofdorfer Weges. Bekanntmachung. Die im Anschlüße an die dermalen im Gange befindliche Consolidation nachträglich noch geplante Gradlegung des Krofdorfer Weges ist bei der Abstimmung vom 15. l. M. mit Stimmenmehrheit abgelehnt worden. . „ „ „ r , . . Das bezügliche Protokoll mit Anlage wird 14 Tage lang auf der Großherzogltchen Burgermetsteret Greßen unter dem Anfugen offen ge egt, daß eme Anfechtung der Zulässigkeit, oder Rechtsbeständigkeit der Abstimmung oder des vorbemerkten Resultates derselben, nur binnen der angegebenen Frrst bet Meldung des Ausschluffes'mittelst Recurses an den Kreis-Ausschuß zulässig ist. Gießen, am 21. August 1882. Großherzogltches Kretsamt Gteßen. g. $.: vr. Hoffmann, Regterungsrath. _____ mm————————------------— Politische Ueberfkcht. Gießen, 22. August. Die Vorbereitungen zu den preußischen Landtagswahlen sind zwar in erster Linie für Preußen von Interesse, aber bei der führenden Rolle Preußens im deutschen Reiche kann der Ausfall dieser Wahlen auch für die andern deutschen Bundesstaaten nicht gleichgiltig sein, denn der Stand der inneren politischen Verhältnisse des leitenden Bundesstaates ist erklärlicher Weise auch auf diejenigen des ganzen Reiches von Einfluß. Indessen ist die Wahlbewegung zur Zeit noch nicht derartig entwickelt und geklärt, um sich ein übersichtliches Bild von derselben verschaffen zu können; im Allgemeinen läßt sich nur erkennen, daß es sich darum handelt, ob die im preußischen Abgeordnetenhaus feit.1879 be- stehende conservativ-klerikale Mehrheit sich behaupten oder einer liberalen Majo- rität Platz machen wird; die Möglichkeiten einer liberal-conservativen oder gar klerikal-fortschrittlichen Mehrheit stehen zu sehr im Hintergründe, als daß man sich mit ihnen ernstlich beschäftigen könnte. Es zieht deshalb vor Allem die Wahlbewegung lm liberalen und im conservativen Lager die Aufmerksamkeit auf sich, daneben sind aber auch die Agitationen der Ultramontanen bemerkenswerth, denn wie bei den Reichstagswahlen, so werden auch bei den preußischen Landtagswahlen die ultra- montanen Wähler in vielen Kreisen den Ausschlag zu geben haben. Man muß hierbei an den Beschluß der schlesischen Centrumspartei erinnern, unter keinen Umständen für einen Nationalliberalen oder Freiconservativen einzutreten und da auch für die klerikalen Wähler in den westlichen Provinzen Preußens eine ähnliche Parole ausgegeben werden dürfte, so werden die gemäßigten Elemente ihre Reihen eng zusammenschließen müssen, wenn sie mit Erfolgs aus der gegenwärtigen Wahlbewegung hervorgehen wollen. lieber die Haltung der preußischen Regierung in der „Staatspfarrerfrage" liegen noch immer keine bestimmten Nachrichten vor. Das Vorgehen des Breslauer Fürstbischofs gegen die Staatspfarrer hat allerdings in den leitenden Berliner Kreisen peinlich berührt, doch deutet einstweilen nichts darauf hin, daß die Regierung in dieser Angelegenheit irgendwelche Schritte gegen den Fürstbischof thun wolle, dagegen soll man in Berlin über das Auftreten des genannten Kirchenfürsten in Sachen der gemischten Ehen viel verstimmter sein, welches mit dem Stocken der Verhandlungen mit der Kurie in Verbindung gebracht wird. Entscheidende Schritte in den kirchenpolitischen Angelegenheiten werden vor den allgemeinen Wahlen dieses Herbstes jedenfalls Seitens der preußischen Regierung nicht erfolgen. In der Vertretung Deutschlands im Auslande herrschen jetzt verschiedene Vacanzen, zum Theil sogar an wichtigen Punkten. Die deutschen Gesandtschastsposten in Washington und im Haag sind schon seit längerer Zeit verwaist, aber bestimmte Persönlichkeiten für dieselben scheinen von der Reichs- regierung noch nicht in's Auge gefaßt worden zu sein. Außerdem sind drei wichtige deutsche Consulate, die zu Syra, Piräus und Athen, durch den Tod der bisherigen Inhaber dieser Posten, erledigt, lieber die Neubesetzung der Consulate in Syra und Piräus verlautet ebenfalls noch nichts, dagegen soll zum deutschen Generalconsul Dr. Oberg, Dolmetscher bei der deutschen Gesandtschaft in Athen, ernannt werden. In den österreichischen Nationalitätenstreit klingt als neue Dissonanz die zwischen Alt- und Jung-Czechen entstandene Fehde hinein. Den Anlaß zu derselben gab der Prüfungs-Erlaß, welcher von den czechischen Can- didaten der Prager Universität die Kenntniß der deutschen Sprache verlangt. In einem Briefe Dr. Riegers, des Führers der Alt-Czechen, an „Narodni Listy", des Organs der Jung-Czechen, hatte derselbe seiner Meinung unverblümt Ausdruck gegeben, daß für jeden Gebildeten der czechischen Nation die Kenntniß des Deutschen unerläßlich sei, was im Lager der radckalen Jung-Czechen einen Sturm der Entrüstung gegen Dr. Rieger und dessen Gesinnungsgenossen entfesselte. Zwischen Alt- und Jung-Czechen ist in Folge dessen eine merkbare Verstimmung eingetreten, die möglicher Weise zu einem Bruche zwischen beiden Parteien führen kann. — Der ungarische Minister für Landesvertheidigung, Oberst Szende von Keresztes, ist am 18. August gestorben. In Frankreich ist mit dem Schlüsse der Kammersefsion politische Windstille eingetreten, die bis jetzt nur durch unbedeutende Ereignisse unterbrochen worden ist. Eine derartige Unterbrechung bildete die Feier des Napoleonstages am 15. August, welche von den Bonapartisten durch Abhaltung von Messen und Banketen in Scene gesetzt wurde. Die Betheiligung an diesen Demonstrationen war Heuer viel zahlreicher, als in den früheren Jahren, was von den Bonapartisten natürlich als ein Anwachsen ihrer Sache ausgelegt wird- Die bonapartistischen Organe haben denn auch bereits einen recht zuversichtlichen Ton angeschlagen, aber vor der von ihnen geträumten Wiederherstellung des Kaiserreichs in Frankreich dürfte noch viel Wasser die Seine hinunterfließen. — Die Arbeiter-Unruhen in Monceau les Mines sind rasch wieder unterdrückt worden; 20 Personen, meist Fremde, wurden verhaftet. Das englische Parlament hat sich am vergangenen Freitag nach kurzer Sitzung bis zum 24. October vertagt. Die englischen Volksvertreter werden gerade nicht mit sehr angenehmen Gefühlen in die parlamentarische Pause eintreten, denn in Egypten geht England anscheinend einem schweren Kampfe entgegen und die irische Frage steht nicht nur ungelöst da, sondern sie ist durch zwei aufregende Vorfälle der letzten Tage nur noch ernster geworden. Der eine dieser Vorfälle bezieht sich auf die, wegen eines Preßvergehens erfolgte, Verurthellung Gray's, des Parlaments-Deputirten und Hochscheriffs (Oberlandesrichter) für Dublin uno außerdem Herausgebers von „Freeman's Journal" zu dreimonatlichem Gesängniß. Mr. Gray ist bereits verhaftet worden und seine Verurthellung und Verhaftung hatten in Dublin eine ungeheure Aufregung erzeugt und nur einem beschwichtigenden Ausrufe des Dubliner Oberbürger- meisters, Parnell's und anderer irischen Deputirten ist eö zu danken, daß die aufgeregten Volksmaffen nicht mit dem Militär in Conflict gerieten. Dann aber lenkt ein neues Agrarverbrechen wiederum die Aufmerksamkeit auf das empörende Treiben der Landliga. Am Abend des 17. August wurde in Mullaghadruma (Grafschaft Mayo) eine Familie von einer aus Mitgliedern der Agrarliga bestehenden Bande überfallen; der Mann, dessen Mutter, Frau und Tochter wurden durch Schüsse getödtet, zwei Knaben liegen verwundet darnieder. Hoffentlich wird dieses entsetzliche Verbrechen die englische Regierung endlich überzeugen, daß die bisherigen Mittel völlig ungenügend zur Verhinderung der Frevelthaten der irischen „Mondscheinler" und anderer Mordbanden sind. Die Schweizer Industriellen wollen sich bei dem Resultate der jüngsten Volksabstimmung in der Schweiz, wonach der Antrag des Bundesraths auf gesetzlichen Schutz für industrielle und gewerbliche Erfindungen mit 150,000 gegen 139,000 Stimmen abgelehnt wurde, nicht beruhigen. Die Schweizer Handels- und Gewerbekammern werden gemeinsam diese Frage noch einmal vor den Bundesrath bringen, der darüber in seiner nächsten December-Session Beschluß zu fassen haben wird. Die Konstantinopeler Conferenz wird ihre mehr als zweifelhafte Rolle in nächster Zeit ausgespielt haben. Die Conferenz-Delegirten sind bereits dahin instruirt worden, gegenüber dem Wunsche der Türkei, auf Fortsetzung der Verhandlungen an der Vertagung der Conferenz festzuhalten, und so wird die letztere vielleicht auseinandergehen, ohne daß die Mllitär-Convention zwischen England und der Pforte abgeschlossen worden ist, welche der Conferenz unterbreitet werden sollte. Lord Dufferin, der englische Botschafter in Konstantinopel, hat zwar Vollmacht erhalten, bezüglich der Convention die eine ober andere Concession zu machen, wenn er dies für nöthig halten sollte; da aber an dem Princip der englischen Vorschläge nichts geändert werden darf, so erscheint der Abschluß der anglo-türkischen Convention noch sehr fraglich. — D:e Psorte hat sich mit Rußland nunmehr dahin geeinigt, daß die Zahlung der an Rußland zu leistenden Kriegsentschädigung von 802V2 Mill. Frcs. in Jahresraten von 350,000 türkischen Pfund geschehen foll, welche Summe durch 75 pCt. vom Ertrage der Schafsteuer und des Zehnten in verschiedenen asiatischen Zülajetö ^Auf bem egyptischen Kriegsschauplatz scheint es bei Port Said zu den ersten ernsten Kämpfen kommen zu wollem (Wettere Nachrichten aus Egypten bringen wir an anderer Stelle unseres Blattes). Deutschland. Darmstadt, 21. August. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst ^geniht - Aspiranten Philipp Adolph Kratz aus Dudenhofen zum Districtseinnehmer der Dfftnctsemnehmerer Grebenham zu ernennen. England. GVr Times" ist von ihrem Konstantinopeler Correspondenten unterm 15 6 ” Wortlaut her ="m Sultan gegen Arabi zu erlassenden Proklamation über- mlttelt morden Das Schriftstück lautet tm Wesentlichen: mlttelt wordem >a s aty Äaiferli$en Majestät dem Sultan gesallen hat, das Vicekön'igthum von Egypten Seiner Hoheit M-h-med Tewfik Pascha gemäß der durch Telegraphische Depeschen. Wolff's lelegr. Correspondenz-Burean. Karlsruhe, 21. August. Se. Königl. Hoheit der Prinz Friedrich Karl von Preußen traf gestern hier ein, um den Hebungen der Kavallerie des 14. Armee-Corps beizuwohnen, auf dem Bahnhofe wurde derselbe vom Erb- großherzog und von dem Prinzen Wilhelm von Baden empfangen. Hannover, 21. August. Die Generalversammung der Bereinigten (gegen 7000 Mitglieder zählenden) Architecten- und Ingenieur-Vereine Deutschlands ist heute im Namen des Ministers der öffentlichen Arbeiten, Maybach, vom Landdrosten v. Kranach begrüßt und eröffnet worden. Namens der Stadt Hannover bewillkommnete Stadtdirector Kuhlemann die Gäste. Die Versammlung trat hieraus unter Vorsitz des Vauraths Pros. Köhler in die wissenschaftlichen und künstlerischen Berathungen ein. Die Stadt hat zu Ehren der Gäste, unter deren Theilnahme heute die Einweihung des alten vom Baurath Hase und Maler Schaper restaurirten Rathhauses erfolgt, festlichen Flaggenschmuck angelegt. „ , ~ Kiel, 21. Aug. Der Chef der Admiralität, General v. Stosch, wohnte heute den Hebungen der Matrosen und der Artillerie im Minenlegen bei Fried- richsort bei und inspicirte sodann das hiesige Seebataillon und die 3. Abtheilung der 1. Matrosen-Dwision. . Lemberg, 21. August. Die Heberschwemmungen verursachten in Galizien vielseitig große Schäden. Die Albrechtsbahn und die Lemberg-Czernowitzer Bahn mußten auf einzelnen Strecken zeitweilig den Personen- und Waarenver- kehr einstellen. — Die „Amtszeitung" dementirt das Gerücht über den Ausbruch der asiatischen Cholera im angrenzenden Gouvernement Kanckniec-Podalsn^^ Aegypten. London, 20. August. Heute früh landete eine Abtheilung britischer Matrosen in Porl-Said. Ein Erdwerk zwischen den europäischen und arabischen Stadttheilen tft aufgeworfen. Bis Nachmittag waren Seymour und Wolseley mit 5 Kriegsschiffen und 17 Transportschiffen eingetroffen. Die „Serapis" und verschiedene Kanonenboote mit Truppen sind in den Canal etngelaufen- r „ , — 8 Uhr 16 Min- Abends. Der Admiral inhibirte den Canaloerkehr. Die Engländer besetzten heute Kantara und Jsmailia und vertrieben die Egypter von Nefich- Der Canaltelegraph ist in britischen Händen- (F- 8-) c Port-Said, 20. August. Nachm. Port-Said ist heute früh 3 Uhr durch 600 Matrosen besetzt worden. Die Eingeborenen wurden, ohne daß Widerstand erfolgte, entwaffnet. Die Befehlshaber der egypt'.schen Truppen wurden gefangen genommen; der zur Partei Arabt Pascha's gehörige Gouverneur war nach Jsmailia i gegangen, es ist eine Verwaltung im Namen des Khedive eingesetzt. Zwischen dem europäischen und arabischen Quartier der Stadt werden Erdverschanzungen errichtet, ! in beiden Quartieren herrscht Ruhe. Admiral Seymour nnd General Wolseley befinden sich hier, ebenso sind hier 17 Transportschiffe und 5 Kriegsschiffe vor Anker gegangen; der „Seravis" und mehrere Kanonenboote sind in den Suez-Canal eingelaufen. ’ Die Telegraphenlinie zwischen Port Said und Suez befindet sich im Besitz der Regierung; die Bureaus der Suezkanal-Gesellschaft sind militärisch besetzt, die Verbindungen mit Jsmailia und Suez sind unterbrochen, der Suezkanal ist für Handelsund Bagger-Schiffe geschlossen und tn einer Länge von 24 Kilometer durch die Engländer besetzt. Die Corvette „Tourmaltne" lief heute Morgen mit einem bewaffneten Kanonenboot der „Dee" in den Canal ein und besetzte Jsmailia. Die Truppen Arabt Pascha's wurden aus Nefich vertrieben, auch Kantara wurde besetzt. Der französische Aviso „Aspic" ist gestern nach Suez abgegangen, um die dort befindliche Corvette „Torbin" zu ersetzen, welche sich zum Schutze der französischen Staatsangehörigen nach Massowa begibt. Alexandrien, 20. August. Das osfictell angekündigte Bombardement von Abukir hat nicht stattgefunden. Dasselbe wurde entweder im letzten Momente auf- gegeben oder überhaupt mir zum Schein angekündigt. Das englische Geschwader und die Transportschiffe, zusammen 26 Schiffe, liefen gestern Nachmittag in die Bet von Abukir ein, gingen aber gestern Abend IOV2 Ubr in östlicher Richtung weiter und ließen nur den „Achilles" und zwei andere Schiffe tn der Bey von Abukir zurück, welche heute Morgen südlich von der Nelsoninsel Stellungen einnahmen, von welchen aus sie die Eisenbahnen von Rosette beherrschen. Auf allen Forts von Abukir weht fortgesetzt eine weiße Fahne. Das deutsche Kanonenboot „Habicht" ist von Rosette hierher zurückgekehrt. „ . m 1V rp — Der Khedive hat nunmehr das Ministerium Ragheb Pascha entlassen und Cherif Pascha mit der Bildung des neuen Cabinets beauftragt- A s Minister des Innern wird Riaz Pascha, als Kriegsminister Omar Pascha Luftr, als Minister der öffentlichen Arbeiten Monbareck, als Finanzminister Haider Pascha als Unterrichtsminister Ejub Pascha, als Minister der Wakufs Mahmoud Pascha Felcki genannt. Die definitive Bildung des neuen Cabinets soll nach der Ankunft Riaz Paschas erfolgen. Paris, 21. August. „Temps" constatirt die Ueberlegenheit Englands zur See über alle anderen Mächte zusammengenommen und sagt: „England ist und bleibt Herr des Suezkanals, weil es jederzeit Denjenigen bewältigen kann, der ihn sperren wollte, wie es andererseits Jedem, der ihm nicht beliebt, den Canal verschließen kann. England ist glücklicherweise eine Nation, welche den Frieden liebt und seine Interessen sind derart, daß schließlich der Suezkanal, wenn er unter virtuellem Protectorate Englands steht, «aiferlitfce Firmans gewährten Privilegien zu übertragen. Ihr wißt, da S-In- Hoheit I j bir ?t Vertreter der Kaiserlichen Autorität in der Verwaltung der egyptischen An- 1 oelea nbeiten7st7 daß seinen Beschien Gehorsam geleistet werden muß und daß lebe , o .mix.rf.inMi na Verantwortung nach sich zieht. Nun hat Arabi Pascha, entgegen An nnSMücklichen Besstmmunge/der Religions- und bürgerlichen Gesetze, verbrecherischer S^iie die^P ärogative und Attribute der Verwaltung angegriffen, fremde Intervention ~ir* das V-r rauen d-s Landes erschüttert und angesichts von Kriegsschiffen der «eaieruna ^hrer britannischen Majestät Kriegsvorbereitungen getroffen, ist gegen msteren Kaiserlichen, die Vorbereitungen verbietenden Beseht ungehorsam gewesen, hat abermals die Nesidenz Seiner Hoheit des Äh-dioe belagert und hat bet seinen Hand- wna"n beharrt ohne aus die Leisen, gemäß der heiligen Gesetze und der Rothwendig- feit 6ber Lage ihm offen ertheilten Ermahnungen der Kaiserlsthen Commission, die unser nerfiner fiDf an Ort und Stelle entsendet hat und welche bestand aus Ihren Ex- «llemeL Derwisch Pascha, Lebid Effendi, Ahmed Eszard Eff-ndi und Kadrt Effendt, -iugleich hat Arabi, indem er aus seine eigene Autorität hin in Egypten eine Per- änUnnn Hnfeüte sich als Feind der gesetzlich constituirten Localautoritat erklärt und dns^Vinnciv des' La^eS mtt Bezug aus die Fremden verletzt - ein Princip das zu den Attributen der Kaiserlichen osmanischen Regierung gehört. Er hat diese erhabenen Attributen anzutasten gewagt und hat dabei die egypiische Bevölkerung getauscht, wi auch einige Personen, welche von der Lage der Dinge nichts wissen- In Anbetracht, das! Se Hoheit der Khedive einer der höchsten Würdenträger Egyptens, der das Ver. t °auen Siiner Kaiserlichen Majestät des Sultans besitzt ist es erorder ich seinen Rang fein Ansehen intakt zu erhalten und die Autorität und die Privilegien zu ver- tüeidiaen welche ihm durch die Bestimmungen der Kaiserlichen Firmans verliehen worden sind In Folge dessen sind die Handlungen, welche Arabi Pascha gegen Seme Hohe t zu begehen gewagt hat, eine flagrante Verletzung des erhabenen Willens Seiner Kaffer lichen Majestät drs Sultans. Sobald als Arabi Pascha.ungeachtet der vor- stehend aufgesührten Verbrechen, welche der Art sind, um ihm die schwerste Bestrafung zuzuziehen, den Khedive anrief und durch Seine Hoheit die Verzeihung: unb Seiner Kaiserlichen Majestät erflehte, zugleich Reue und augenscheinliche Loyalität zeigend wurde er der Gegenstand mannigfacher Gunstbezeugungen, aber ervergaß d'ffelbe'n bald, indem er bei seiner vorwurfsvollen und illegalen Aufregung beharrte und die ftaöne des Aufruhrs entfaltete. Daher erscheint Arabt Pascha m den Augen der^ Kaiserlichen Regierung als ein Rebell. Bei dieser Gelegenheit solll es Allen bekaimt werden, daß die Kaiserliche Regierung fest entschlossen ist, den Zufluß und die Privilegien Seiner Hoheit des Khedive aufrecht zu erhalten- Die gegenwärtige Proklamation ist daher erlassen, damit sich Jeder diesem allerhöchsten Decret unterwerfe. Noch fehlt das Datum der Veröffentlichung, und so lange die Pforte dieses nicht hinzufügt, bleibt der vorstehende Entwurf nichts weiter, als schätzbares Material zur Kenntn.ßnahme des englischen Botschafters. Rußland. Petersburg. Die Verbiete der russischen Geschworenen haben die Welt oft genug in Erstaunen gesetzt und bie Unreife des russischen Publikums für Geschworenengerichte oft genug in eklatantester Weise dargethan. Neuerdings ereignete sich in Petersburg folgender Fall: Em Collegiensecretär, der einst Jurisprudenz studirt und den Cursus absolvirt, war beim Friedensrichter-Plenum angeftellt und gerie h vor 17 Monaten in Untersuchung wegen einer gegen ihn erhobenen Anklage der Unterschlagung dienstlich anvertrauten Gelder. Es handelte sich um einen Kassenabgang von e'wa 35,900 Rubel. Es waren vorwiegend Geschäftskapitalien, die hierbei zu Schaden kamen. Der Angeklagte bekannte sich des imputtrten Verbrechens schuldig, erkannte auch die Civilansprüche der durch die Veruntreuung Geschädigten an Zugleich erklärte der Angeklagte, daß er zum Ersatz der veruntteuten Beträge die Mittel nicht besäße. Als Grund der Veruntreuungen werden Kartenspiele und andere „noble Passionen constatirt- Aber das Benehmen des Angeklagten machte vor dem Gerichte einen „guten Eindruck"; die Zeugen schilderten ihn als einen gutherz genumgänglichen" Menschen, der zugleich sehr mäßig wäre, doch nur der Sprelwuth nicht widerstanden hätte. Der Angeklagte vergoß dazu viele Thränen und der Staatsanwalt selbst äußerte so etwas, wie: er müsse sich zurückhalten, um nicht aus seiner Rolle als Ankläger zu fallen. Darauf fällten die Geschworenen ein Verbiet, das bemerkenswerth genannt zu werden verdient: sie bejahten die Frage, ob der Angeklagte 35,900 Rubel in eigenem Nutzen und ohne Ersatz verwendet, aber sie verneinten die Frage, ob selbiger diesen Betrag aus dienstlich anvertrauter Geldern unterschlagen. Der Angeklagte wurde somit freigesprochen, er hat die veruntreuten Gelder nur civiliter zu ersetzen- Mit anderen Worten: der Angeklagte hat Gelder, die er aufzubewahren gehabt, veruntreut und vergeudet, und er soll sie irgend einmal auch ersetzen aber er ist „nicht schuldig". Freisprechungen dieser und ähnlicher Art sind in Rußland, seitdem es dort Geschworene gibt, nur zu häufig vorgekommen. __ Darmstadt, 22. August* SaTzweiteAss-ndarmstädttsche, S» Gießen st-hende Infanterie-Regiment Nr. 116 trifft morgen hier ein, um mit dem NAment Nr. 115 (Leib-Grenadiere) im Brigadeverbande bei Griesheim zu exerciren. .^^vwesenhett soll sich noch zu einer besonderen Feier gestalten. Bekanntlich hat das Gießener giment erst vor Kurzem das ihm noch fehlende dritte Bataillon ^halten. Die gleich^ zeitig neu errichteten preußischen Regimenter empfingen bereits zu Potsdam ihre Fahnen, in Betreff jenes Bataillons soll dies nun nächsten am fogen. ßubmtö§ta0e, nachgeholt werden. Es soll alsdann hier bet Darmstadt Parade der Brigade s att- finden- An einer im Freien hergerichteten Emporbühne wird ^eldgottesdrenst gehalten, wobei dem Füsilier-Bataillon des Regiments Nr. 116 eine alte, aus vongem Jahrhundert stammende Fahne verliehen werden soll. „ 3ourn.) Berlin, 17. August. Der rnuthrnaßliche Familienmorder Conrad wurde heute Mittag 1 Uhr aus dem Untersuchungs-Gefängniß Moabit in gefesseltem Zustande mittelst einer Droschke nach dem Ort des grauenerregenden Verbrechens, seiner ehemaligen Wohnung Fruchtstraße 68, geschafft und dort in Gegenwart des Untersuchungsrichters, Landgertchtsrath Hollmann, und des die Voruntersuchung leitenden Erimtnal- Commissarius Maizier noch einmal eine Localbesichtigung vorgenommen. Am ijrte bet That angelangt, wurde Conrad seiner Fesseln entledigt und tn die Wohnung geführt, die er mit den Zeichen der größten Gleichgiltigkeit betrat. Ohne eine Miene iverziehen, folgte er den Demonstrationen, in welcher Weise allem Anscheine nach das Verbrechen verübt worden, trat an das Fenster heran und zeigte, wie er dasselbe flennet, wurde aber sichtlich verlegen, als des Briefes an seine Geliebte Erwähnung gtthan und als der genannte Criminal-Commissartus demonstrtrte, in welcher Weise die Schlingen um sich unter sehr eiträglichem zufriedenstellendem Regime befindet." „Temps" fordert daher die Conferenz in Konstantinopel auf, sich fortan, um Tinte und Papier zu spa, en, und um die Lächerlichkeit zu vermeiden, die Protokolle, betreffend die Neutralisi'ung und die Erklärungen, betreffend den Schutz des Suez-Canals, zu versagen. In gleichem Sinne äußern sich auch alle übrigen französischen Journale. Journal „Debats" bespricht die letzten Bewegungen der englischen Truppen, welche zur Operattonsbasis den Canal wählten und bemerkt dazu, daß die überraschenden schnellen Bewegungen Wolseley nur zur Ehre gereichten, wie es auch dem Pariser Cabtnet den guten Rath giebt, sich keinem Widerspruch gegen die englische Nation anzuschließen und constatirt, daß die Türkei ihr doppeltes Spiel niemals aufgegeben hätte. London, 21. August. Eine von der Admiralität veröffentlichte Depesche sagt: General Edwards besetzte während der Nacht den Canal und Kantara. General Fairfax besetzte Portsaid, Fitzroy besetzte Jsmailia; alles geschah ohne die geringsten Schwierigkeiten- Fitzroy vertrieb den Feind aus Nefich durch Bombardement. Kommodore Kane wurde leicht verwundet- Die Truppen des Feindes in Portsaid legten die Waffen nieder. In Portsaid wurde ein neuer Gouverneur im Namen des Khedive eingesetzt- Die Telegraphenverbindung mit Kantara und Jsmailia ist wiederher gestellt, überall herrscht Ruhe. Admiral Hoskins beorderte 340 Seesoldaten auf „Dee" und „Ready" zur Verstärkung Fttzroys. Im Canal strandete ein Schiff, es könmN aber andere Schiffe daran vorüberkommen. London, 21. August. General Wolseley macht Jsmailia zur Basis seines Vormarsches auf Kairo über Tel-el-Kebir und Zagazig Der Khedive hat nunmehr das Ministerium Ragheb definitiv entlassen und Sheriff die Bildung des neuen Cadr- nets Übertragen. . — 5 Uhr 40 Min. Morgens. Lesseps ließ dem Admiral Hewitt einen Protest gegen die Schließung des Suez-Canals für die allgemeine Schifffahrt während des Truppentransports durch denselben überreichen. Hewitt hat auch den Booten der Compagnie die Durchfahrt verweigert. Lesseps bezeichnet das Vorgehen Hewitt s als einen Act der Gewalt und als der Spoliation. — Lord Duffertn verwarf die neuen türkischen Vorschläge bezüglich der Milttar- Convention. ~ P r 8/) Port-Said, 21. August. Die Panzerflotte und die Transportschiffe sind in den Suez-Canal etngefahren. Der Verkehr im Canal ist nur temporär sistirt, um die unbehinderte Durchfahrt der britischen Kriegsschiffe zu ermöglichen- Die Canal Compagnie verweigerte den Kriegsschiffen Lootsen- Die Truppen Arabi's räumten Gemtleh I (ein kleiner Hafenort oberhalb Port-Said) und retirirten nach Damiette. Alexandrien, 21. August. Das Gefecht zwischen den Engländern und Arabi s I Truppen am Samstag am Mahrnudiehkanal wurde durch Arabi's Truppen begonnen, welche ein Geschützfeuer auf die englische Stellung beim Garten Antoniades eröffneten. Das Gefecht endete nach ziemlich lebhafter Kanonade gegen Sonnenuntergang. Die Engländer blieben verlustlos- Sonntag Nachmittag führten 4 englische Regimenter I eine Recognoscirung am rechten Ufer des Mahrnudiehkanals aus. Die beiderseitige lebhafte Kanonade blieb resultatlos. Arabi's Truppen hatten Millaha besetzt. Konstantinopel, 21. August. Gestern fand eine Besprechung zwischen Lord Duffertn, Said Pascha und Assyrn Pascha behufs Redigirung der Convention statt- Es heißt, die formelle Zustimmung Englands zu den türkischen Modificationsvorschlagen läge noch nicht vor- London, 21. August. General Wolseley hatte noch vor seiner Abreise nach Egypten verschiedene Regimenter designirt, welche eventuell das egyptische Expeditions-Corps ergänzen sollten. Das Kriegsministerium hat heute mehreren von diesen Regimentern den Befehl erthellt, sich zum bevorstehenden Abgang bereit zu halten. Suez, 21. August. Der Oberbefehlshaber des indischen Truppen-Con- tingents, General Macpherson, ist mit seinem Generalstabe heute Morgen hier angekommen. , Alexandrien, 21. August. Eine Depesche der Admiralität meldet die Besetzung von Nefiches; die Egypter flohen, ohne Widerstand zu leisten. Konstantinopel, 21. August. Der jüngst von hier entflohene kurdische Scheck Obeidullah befindet sich gegenwärtig bei dem See Wan im Norden , von Kurdistan. ________________________ ralität melbet bie u triften entflogene tut» )en Trupper-Con- eute Morgen hier ^fs* forbttf Sieti» (tat tu i^nÄ ■ttnT n&Cl(^em .nQI «Debats- ^«Honsbafiä ''Hüten Rath 1 unl1 tonftatirt, 'Meta- ««mbatbtwnt. *£ sü Namen bt§ lS ? ^iedn- ^eesoldaten aus :e ein Schiff, es zur Basis seines ”e bot nunmehr des neuen Gabi; itt einen Pe oieff >N wahrend des den Booten dn chen Hewitt's als glich der Militär- chtffe sind fn den Wirt, um die un» Die ^anai ^vm- räumten Gemiirh leite. dein und Arabl's /uppen begonnen, miades eröffneten, muntergang. Die zlische Regimenter Die beiderseitige ha besetzt. ung zwischen Lord Convention statt- cationsvorschiägen or seiner Abreise eil bas egyptische it heute mehreren stehenden Abgang Ml Mlb <>t>‘ ÄK! tim Friedrichs beileibe w» 6rb’ * peinig Meine DeM £*rä Mi- in di- *K cm der Gaste, DE den Hals der in den Betten schlasenden Opfer gelegt worden sein müßten und a s aereiüt wurde, daß schon bei geringer Kraftanstrengung mit ben Zur Stelle befindlichen ^ria^nalschlingen deutliche Merkmale an den Händen verblieben. Auch auf dem Hofe trug9 C- das gleiche, geradezu cynisch rohe Wesen zur Schau; er betrachtete die Fenster der Wohnung, als wenn ihn die ganze Angelegenheit absolut nichts anginge.. Auf Veranlassung des Landgerichtsrath Hollmann trat C an das Fenster heran und steckte die Lände nach oben, wobei conftatirt wurde, daß er mit Bequemlichkeit vom Hofe bis an die Blechbekleidung der Fensterbretter heran reichte. Mit sichtlicher Ruhe borte er die Aussagen der im Keller wohnenden Schuhmachersfrau Wolff mit an, die an gab, gehört zu haben, daß Jemand in der fraglichen Nacht vom 11. zum 12. August aus dem Fenster der Conrad'schen Wohnung gestiegen und an ihr gerade darunter gelegenes Fenster gestoßen sei; als aber eine her anwesenden im Hause wohnenden F^um äußerte, man mußte dem C. die Zunge herausreißen, nahm er eine drohende Stellung ein, drehte sich herum und musterte die Hausbewohner mit einem herausfordernden Bl ck. Nachdem die Untersuchung hier ca. eine Stunde gedauert, würbe C ohne Fesseln nach dem gegenüberliegenden 52. Polizeirevier geführt. Inzwischen hatte die Kunde- von der Anwesenheit des muthmaßlichen Familienmorders Tausende von Neugierigen herbei- gelockt Der Damm und beike Straßenseiten, sowie die Fenster der Häuser waren Kop an Kovf besetzt und nur mit größter Mühe war es den Executwbeamten möglich, so wttt Platz u machen daß C in einer engen Gasse passirenkonnte. C., der eine au - fallende Blässe zur Schau trug, aber mit festem Schritt einherging, war bekleidet mit demselben dunkelgrauen Anzug, in dem er verhaftet wurde, dem sehr beschmutzten Oberhemd, schwarzer Cravatte und hellgrauem Calabreserhut, den er fich tief m die Augen gezogen hatte. Obwohl er nicht gefesselt, so wäre ein Entweichen dennoch nicht möglich gewesen, das Publikum hätte entschieden einen Act der Lynchjustiz aus- aeübt. Nachdem Conrad noch ungefähr Vz Stunde in der Revierwache verblieben, erfolgte sein Rücktransport mit derselben Droschke nach Moabit. Vernehmungen von Hausbewohnern haben heute mit Ausnahme der bereits genannten Frau Wolff nicht stattgesunden. - sAuf der Bärenjagd.^ In der „Revaler Zeitung" wird nach den Mittheilungen eines alten Gutsbesitzers folgende Episode aus dem Leben des Fürsttn Bismarck erzählt: „Ich war", so berichtet der Jnspector, „Verwalter des schonen Waldgutes Gabe, dusch tn Jngermannland, bas ber freihcrrlich Uexküll'schen Familie infle^orte, unb durch seinen Reichthum an jagdbaren Thieren jeder Art ein Eldorado für Jager und Jagbltebhaber war. Vor Allem waren es die zahlreichen Bären in den aus- gedehnten Wäldern des Gutes, welche die Kampflust der Jager reizten und mir häufige Besuche aus St- Petersburg verschafften. Zu^jener Zeit weilte am kaiserlichen Hofe als Gesandter Preußens Herr o. Bismarck-Schonhausen, der jetzige berühmte Kanzler des deutschen Reiches. Auch ihn zog die Jagd auf den gemüthlichen Petz mächtig an und ich erhielt den Auftrag vom Baron Uexküll-Neuenhof, den Gesandten m Gadebusch so oft er dort jagen wollte, so gut aufzunehmen und zu bewirken, wie es die Verhältnisse auf einem nicht von der Herrschaft bewohnten Gute nur irgend gestatteten. Eines Tages theilte mir ein Waldwächter mit, daß er einen mächtigen Baren eingekeilt habe, welch aufregendes Ereianiß ich Herrn v. Bismarck umgehend brieflich mittheilte und sofort von ihm die Zusage seines baldigen braunen Herrn des Waldes erhielt. Es war am Morgen des Himmelfahrttages, ich lag noch im Bette, als plötzlich Herr v. Bismarck vor mir stand und mich aufforderte mit ihm dem Bären auf den Leib zu rücken. An dem Tage paßte mir die Geschichte gar nicht in meinen Kram, da ich mich in ber nächsten lutherischen Kirche gemelbet batte, um am selbigen Tage nach ber deutschen Predigt der Commumvn anzuwohnen. Offen sprach ich mich hierüber gegen Herrn v. Bismarck ans, der mir aber entgegnete: „Ach was, seien Sie nicht so scrupulös, lieber D , ich werbe es verantworten! Es ist auch ein gottgefälliges Werk, wenn man bie Walder von solchen Beestern säubert . Was blieb mir anderes übrig, als mich dem liebenswürdigen Herrn zur Verfügung zu stellen. Rasch traf ich die Vorkehrungen zur Jagd, auf der uns noch der altere Buchhalter des Gutes und einige Waldhüter, die den Stand des Bären kannten, be- aleiten sollten Allein Herr v. Bismarck liebte es nicht, auf seinen Jagden viele Menschen um* sich zu haben, daher schickte ich die Waldhüter zurück, nachdem sie mir das Lager des Bären genau beschrieben hatten. Nach einem frugalen Frühstück brachen wir auf, begleitet von dem Buchhalter mit einem kleinen ruppigen Hunde und zwei Hasenhunden, die aber, als wir bie Spur bes Bären gefunben hatten, feiger Weise mit gesträubten Haaren nicht von unserer Seite weichen wollten. Herr v. S^marcf drang mit raschen Schritten, so baß mir ihm kaum zu folaen vermochten, in bas Dickicht ein unb nicht lange, so tauchte Meister Braun zwischen ben Gebüschen auf unb erhielt einen Schuß ans ber Flinte bes Herrn o- Bismarck, ber ihn veranlaßte, sich in bas Dunkel des Waldes zurückzuziehen. Jetzt war ber Jagbeifer in uns zur hellen Lohe entflammt; wir folgten ber Schweißspur bes Thieres, so schnell es bas bichte Unterholz uns gestattete. Plötzlich hörte bie Blutspur auf. „Er hat sich bie Wunbe selbst mit Moos verstopft, wie es bie Bären zu thun pflegen", erklärte ber Buchhalter, ein alter erfahrener Bärentödtcr. Da ertönte jedoch bas Gekläff betz kleinen Hundes in einiger Entfernung und wir eilten der Gegend zu, aus welcher das Gebell kam. Her, v. Bismarck war mir bald aus den Augen gekommen, wie sehr ich mich auch beeilte an seiner Seite zu bleiben. Nach wenigen Minuten hörte ich einen Schuß aus Bis- marck's Flinte — es war sicher, er war auf ben Bären gestoßen. Ich rannte, was ich konnte, unb kam in dem Augenblick bei Bismarck an, als der Bär sich aufgerichtet hatte und mit einer Tatze wüthend nach feiner Schulter faßte, durch welche die Kugel gedrungen war Dann schlug er mit der einen Tatze nach dem kleinen Hunde, ber ,hm nicht von den Fersen mich, stürzte aber mit großer Schnelligkeit auf Herrn v. Bismarck los, der sich, da seine Büchse entladen war, in einer kritischen Lage befand. Ich batte noch eben Zeit, dem Gesandten mein Gewehr zu überreichen. Mit der größten Kaltblütigkeit ergriff Herr v. Bismarck dasselbe, zielte und zerschmetterte dem Bären den Schädel, so daß er sofort zusammenbrach. Ich athmete auf, denn der Schuß war auf höchstens 7 Schritte abgegeben, und wäre er nicht töbtlich gewesen, so hätte ein Unglück passiren können. Jetzt wandte sich Herr v. Bismarck zu mir und fragte lächelnd: „Warum schossen Sie nicht selbst?" „Ich wollte Ihnen das Vergnügen, den Bären zu fällen, überlassen," erwiderte ich. „Sie sind ein ganzer Mann," sprach Bismarck, indem er mir auf die Schulter klopfte, „unter solchen Verhältnissen hätte sonst doch Jeder selbst geschossen ober hätte schleunigst das Weite gesucht!" Dem Buchhalter, dessen Hund den Bären gestellt hatte, überreichte Bismarck zum Andenken sein eigenes Pulverhorn unb seinen Schrotbeutel unb außerdem ein ansehnliches Geldgeschenk. Nun traten wir an ben verendeten Bären heran und fanden ein ungewöhnlich großes Thier." Der ganze Jagdzug war so rasch zu glücklichem Ende gekommen, daß Herr D. noch Zeit hatte, seinen beabsichtigten Kirchgang auszuführen, und er verabschiedete sich von Herrn v. Bismarck, nachdem derselbe ihm noch seinen besten Dank für die Hülfe zu rechter Zeit ausgedrückt hatte. Bonn, 15. August. Die Bonner Fahnen-Fabrik hat laut der „Köln. Ztg." in jüngster Zeit unb zu voller Zufriebenheit des Hofmarschallamtes für das Berliner Palais des Kaisers eine Anzahl Fahnen geliefert, darunter eine äußerst werthvolle purpurne Königsstandarte, deren Malerei in echtem Golbe ausgeführt war. — Die von ber französischen Regierung eingesetzte „Commission saperieure du Phylloxera“ gibt in ihrem letzten Berichte eine wahrhaft erschreckenbe Darstellung ber Verwüstungen, welche die Reblaus in den Weinbergen ber „Charente", dem Producttvns- lanbe des Cognac, angerichtet hat. Fast die Hälfte des früheren Bestandes ist vernichtet. Wenn trotzdem eine noch ebenso große Ausfuhr von Cognac wie früher besteht, so läßt sich dies nur dahin erklären, daß ein großer Theil der ausgeführten Waare mit Hülfe fremden Sprits fabricirt ist. Und in der That ist die Einfuhr deutschen Sprits nach Frankreich ungemein gestiegen, abgesehen davon, daß in Frankreich selbst eine große Anzahl von Spritfabriken in den letzten Jahren entstanden sind. Es wäre thöricht, zu glauben, daß aller Cognac, ber ans Frankreich kommt, Naturprobuct se>. Vielmehr gelangt oft beutscher Sprit in Cognac vermischt in seine Heimath zurück, nachbem basür bie Hin- unb Rückfracht, sowie ber beutsche Eingangszoll von 48 Mark für 100 Kilo bezahlt ist. Dieser Thatsache gegenüber muß es mit Freube begrüßt werben, baß bie Cognacfabrikation in Deutsch lanb auf einer gewissen Höhe steht unb sich immer mehr vervollkommnet. So lesen wir in ber von bem Vorstände ber beutschen Spritausstellung herausgegebenen Zeitung, baß der von ber Export-Compagnie für beutschen Cognac in Köln a. Rhein fabricirte Cognac nach wissenschaftlichen Urtheilen ein gutem französischen Cognac gleichftehenbes Probuct sei. Es ist erfreulich, daß Deutschland sich auch auf diesem Gebiete zum Theil von unfern Nachbarn jenseits des Rheines emancipiren kann. Handel und Verkehr. Gießen, 22. August. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter per Pfd. X 0.92—1.05, Hühnereier per Stück 5—6 , Enteneier per Stück 6—7 H, Käse per St. 5—8 X Käsematte per Stück 3 X Erbsen 1 Liter 24 H, Linsen 1 Liter 30 H, Tauben das Paar 70—90 H, Hühner per Stück X 1.00—1.20, Hahnen per Stück X 0.55—0.90, Enten per ©tücf X 1.30—1.60, Ochsenfleisch per Pfund 66—70H, Kuh- und Rindfleisch 54—60 X Kalbfleisch 50 bis 54 X Schweinefleisch 62—64 H, Hammelfleisch 60—6o H, Kartoffeln per 100 Kilo X 5.00—6.00, Zwiebeln per Centner X 6—8, Milch per Liter 14—18,$. Herborn (an der Köln-Gietzener Eisenbahn), 21. August. Auf den heutigen hiesigen Markt wurden gebracht: 468'Ochsen, 497 Kühe und Rinder, 1206 Schweine- Der nächste Markt ist Montag den 9. Oktober. Frankfurt, 21. August- Fettvieh war sehr wenig am Platz, weshalb für dasselbe ein bedeutender Preisaufschlag stattfand. Es wurde bezahlt bei Antrieb von circa 360 Ochsen für feine Waare X 72, 2. Qual. X 64—66, Kühe 1. Qual. X 60—62, 2. Qual. X 50—54, Kälber je nach Qualität X 40—62, Hämmel 1. Qual X 62—64, 2. Qual. X 40—50. t _ Frankfurt, 21. August. (Getreide-Preise.) Weizen eff. hiesiger und Wetterauer X 21—22, fremder X —, Roggen eff. hiesiger X I6V2—17, fremder X —, Gerste eff. hies. u. Wetterauer X 18—19, fremde X 18—20Vz, Hafer eff. hiesiger X 15—17, fremder X —. Rüböl effectiv ohne Faß hiesiges tu Parthien von 50 Ctr. X 331/2. Branntwein eff. ohne Faß X 45. — Die kleinen goldenen Fünfmarkstücke (halbe Kronen) dürften demnächst gänzlich aus dem Verkehr verschwinden. Die Reichsbankanstalten sind angewiesen worben, die eingehenden halben Kronen anzuhalten und nicht von Neuem in Umlauf zu setzen. Es scheint demnach, daß sich die kleinen Goldstückchen für den Verkehr ungeeignet erwiesen haben. — Seitens der Postverwaltung wird auf den Mißbrauch hingewiesen, Briefe mit frei zu bezeichnen, ohne sie mit Marken zu versehen, dafür aber den Portobetrag in den Briefkasten zu werfen! Solche Beträge werden als „gefunden" behandelt unb ber Polizeibehörde übergeben, währenb für ben unfranfirten Brief bas hoppelte Porto erhoben wirb. Zürich, 16. August. Laut „OltnerWochenblatt" wächst ber Verkehr burch ben Gottharb sowohl der Personen wie auch namentlich ber Güter sehr rasch. Bereits werden zum Gütertransport von Olten birccte Extrazüge nothwenbig, oft mehrere an einem Tage. Aus Italien gehen fast täglich mehrere Wagenlabungen mit wohl- gemäfteten Schlachtochsen durch Olten; vor drei Tagen zählte man zwölf solcher Wagen, den Tag darauf zehn in einem einzigen Zuge, zumeist für Frankfurt unb andere größere deutsche Städte bestimmt. Bereits denkt man an eine Vergrößerung des Bahnhofsgebäudes in Göschenen. Allgemeiner Anzeiger. Landwirthseh. Verein Wetzlar. Der landw. Verein für Rheinpreußen wird seine 50. Generalversammlung in der Zeit vom Sonntag den 10. bis inel. Mittwoch den 13. September 1882 in Wetzlar abhalten. Mit derselben sind folgende Ausstellungen verbunden: 1) Eine Provinzial-Thierschau auf der großen Promenade. 2) Ausstellung landw. Maschinen und Geräthe auf dem SchÄerplatz. 3) Ausstellung von Producten des Acker-, Obst- und Gartenbaues sowie der Bienen- und Seidenzucht und Geflügel in der Franziskaner- Schule und 4) Eine Ausstellung von Waldproducten in der Turnhalle und auf dem . Hofe des Königl. Gymnasiums. Die Sitzungen der einzelnen Sectionen 2c. sowie die stattfindenden Vergnügungen sind in dem bereits ausgegebenen Programm speciell aufgeführt. Indem wir daher hiermit auf dasselbe verweisen, bemerken wir nur noch, daß an Prämien 7940 Mark und 38 filberne und 73 bronz. Medaillen zur Verthellung kommen und daß am Sonntag den 17. Septbr. e. Seitens der Lokal-Abtheilung Wetzlar eine Derloosung landw. Thiere und Geräthe abgehalten wird. Zu recht zahlreicher Beiheiligung beehrt sich hiermit ergebenst einzuladen 5350 Q Regenschirme für Damen und Herren empfiehlt zu Migen Preisen 5234 B. Rübsamen. Ia neue holl. Vollhiiringe offertre zu 6 per Stück. 5248____________S. Elsoffer. 5470 Die Hafer-Ernte von einem Morgen hat zu verkaufen Semmler. Grossh. technische Hochschule zu Darmstadt mit folgenden Fachabtheilungen: Bauschule, Ingenieurschule (für Bau- und für Cultur-Ingenieure), Maschinenbauschule, Chemisch - technische Schule, Mathematisch-naturwissenschaftliche Schule. Anmeldungen bis zum 14. October. Beginn der Vorlesungen 17. October. Programme gratis vom Secretariat.______________4 Tonnen-System Krausen in reicher Auswahl neu eingetroffen. 5476 I. Kaan jr., Kreuz.^, Cognac\ ‘Deutsches Troduct der ßoepott- ßomp. f. *2)04*4^0fren cKoftv a. cKK., garantirt frei von jeder künstl. Essenz reinschmeckend u. von feinem Aroma, ist ganz bedeutend billiger als franEr^eugniss gleicher Qualit. 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August 1882. Der Eisenbahnbaumeister: OeffkMche Bekanntmachung. In dem Konkurs über das Vermögen des Joseph Simon von Groß- Linden wird zur Abnahme der Schlußrechnung, zur Erhebung von Einwendungen gegen das Schlußverzeichniß und zur Beschlußfassung der Gläubiger über die nicht verwerthbaren Vermögensstücke auf Montag den 18. September ds. I-, Vormittags 10 Uhr, Termin anberaumt, wozu alle Be- thelligten hierdurch vorgeladen werden. Das Schlußverzeichniß und die Schlußrechnung nebst den Belegen sind auf der Gerichtsschreiberei niedergelegt. Gießen, dm 19. August 1882. Großherzogliches Amtsgericht. Zur Beglaubigung: Bauer, 5461 Hilfs-Gerichtsschreiber. Vergebung von Bauarbeiten. Nachstehende, zur Einrichtung des ehemaligen Provinzial-Arresthauses zu Gießen zum Lagerhaus rc. erforderlichen Arbeiten, wie: Maurerarbeit, veranschl. zu JL 1800, Zimmerarbeit, „ „ „ 305, Dachdeckerarbeit, „ „ „ 40, Schreinerarbeit, „ „ „ 806, Schlofferarbeit, „ „ „ Glaserarbett, „ „ „ Weißbinderarbeit, „ „ „ Spenglerarbeit, „ „ „ sollen auf dem Submissionsweg 120, 103, 842, 315, vergeben werden. Voranschlag, Plan und Bedingungen liegen von Mittwoch den 23. bis Samstag den 26. ds. M., Vormittags 10 Uhr, zur Einsicht der Interessenten bei uns offen. Die in Prozenten der Voranschlagssumme auszudrückenden Angebote sind verschlossen, portofrei und mit der nöthigen Aufschrift versehen, bis zu obigem Schlußtermin, in welchem deren Eröffnung in Gegenwart etwa erscheinender Submittenten erfolgt, einzureichen. Gießen, den 22. August 1882. Großherzogliches Kreisbauamt Gießen. 5472 Walter. Vergebung von Bauarbeiten. Die Unterhaltungsarbeiten der fiskalischen Gebäude im Baubezirk Gießen pro 1882/83, als: Schreinerarbeit, veranschl. zu «X 764.43, Schlofferarbeit, „ „ „ 293.40, Glaserarbeit, „ „ „ 456.80, Weißbinderarbeit, „ „ „ 383.—, Kieslieferung, „ /f « 172.50, Sägspänlieferung, „ n n 49.—, sollen im Submissionsweg vergeben werden. Pläne, Voranschlag und Bedingungen liegen vom 23. bis 26. ds. M., Vormittags 10 Uhr, zur Einsicht der Interessenten bei uns offen. Die in Prozenten der Voranschlags- summe auszudrückenden Angebote sind verschlossen, portofrei und mit der Aufschrift „Submission aufUnterhaltungs- arbeit" versehen, bis zu obigem Schlußtermin, in welchem deren Eröffnung in Gegenwart der erscheinenden Submittenden erfolgt, einzureichen. Gießen, den 22. August 1882. Großherzogliches Kreisbauamt Gießen. 5471 Walter. Steinbruch- Versteigerung. Samstag den 26. August, Mittags 1 Uhr, soll der zur Konkursmasse des Karl Port in Gießen gehörige, in der Gemarkung Steinbach gelegene Basaltsteinbruch mit einer großen Anzahl Quadratmeter angrenzendem Gelände auf hiesigem Rathhaus einer abermaligen Versteigerung ausgesetzt werden. Steinbach, den 22. August 1882. Großh. Ortsgericht Steinbach. 5466 Nicolaus. Dienstag den 5. September, Nachmittags 2 Uhr, sollen auf hiesigem Ortsgericht die dem Georg Nenzel dahier gehörigen Immobilien, bestehend in Wohnhaus, Ma- schinenfabrik und Eisengießerei, nebst sämmtlichen zur Fabrik und Eisengießerei gehörigen Maschinen und Werkzeugen unter den im Termin bekannt gemacht werdenden Bedingungen meistbietend versteigert werden, als: Flur XVII/163,6, 225 Mtr. Stall und Hofraum in der Scheppenecke, XVII/162^—163a, 650 Mtr. Wohnhaus, Werkstätte, Hofraum daselbst, XVII/164»3, 306 Mtr. Hofraithe daselbst, xvil/165,8, 631 Mtr. Grabgarten daselbst, XVII/166, 575 Mtr. Acker daselbst, XVII/167, 638 Mtr. Acker daselbst, 11/16, 819 Mtr. Acker am Wißmarer- Weg und der Lahn, XX111/65,2325 Mtr. Acker am halben Zehnten, rechts am'Schützgesborner- weg, XX1V/93, 1581 Mtr. Acker am halben Zehnten, über dem Stümpfenweg, XXV/16 , 2350 Mtr. Acker am Schlangenzahl, zieht durch den Schützgesbrunnerwcg, XXV/20, 2700 Mtr. Acker daselbst. Gießen, den 5. August 1882. Großhcrzogliches Ortsgericht. 4936 Müller. Donnerstag den 24. August, Nachmittags 2 Uhr, lassen die Louis Noll's Erben auf der Puloermühle eine Parthie Möbel, als: Wirthstische, Stühle, Bänke, sowie Hausund Küchengeräthe gegen Baarzahlung versteigern. Ferner wird an demselben Tag, Mittags 1 Uhr, das Grummet gras auf den zur Pulvermühle gehörigen Wiesen versteigert. Gießen, den 19. August 1882. Hoffmann, 5419 Ortsgerichtsmann. Aeilgeboterres. L i I i o n e s e, das bekannte kosmetische Schön- «1 heitsmittel, dient zur Ent- W^WM fernung aller Hautunreinig- ieiten, Fl. 3 M., halbe Fl. W IW M. 1,50. Orientalisches Enthaarungsmittel, ä Fl. 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JL Haben. m An Gewinn aus 1881/82 3205.20 i Per Dividende an die Mtgl. vertheilt ..... 1650.— „ Reservefond zugeschrieben 335.20 M Gehalte u.Gratificationen 1220.— 3205.20 3205.20 Der Umschlag des abgelaufenen Rechnungsjahres betrug vH. 48233.77. Der Verein hatte am Schluffe des Rechnungsjahres 75 Mitglieder. Main-Weser-Hütte bei Lollar, im August 1882. Consurnverein der Main-Weser-Hütte, Eingetr. Geuossenschast. 5475 Ernst Stuhl. Wilh. Balser. Wermiethunge». 5478 Ein Mansardenlogis an eine kleine ruhige Familie zu vermiethen. PH. Strack, Bahnhofstraße. 5479 Ein schönes Logis von 3 Zimmern, Küche, abgeschlossenem Corridor und allen sonstigen Bequemlichkeiten zu vermiethen. _____W. Seuling. 5480 Ein kleines Familienlogis von 3 Zimmern mit Küche zu vermiethen. _____________________Nordanlage 122-. 5397 Im Wortmann'scheu Hause, Asterweg A. 128, der untere Stock zu ver- miethen. 4280 Ein gut möbl. Zimmer zu ver- miethen bei C. Fr. 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Vermischte Anzeigen. 5224 Bohnen werden geschnitten bei A. Wenzel. Wohnung: Filialpost, Ecke der Flügelsgasse, 4. St. Daselbst auch Bohnenschneidmaschinen zu verleihen. 5463 Ein gesetztes Mädchen, in Hausarbeit, Nähen, Stricken rc. erfahren, sucht Stelle als Stütze der Hausfrau. Näh.b. Hrn. Schuhm. Krug, Schloßg- Parterre-Wohnung von 4 Simmern, mit Pferde stall, Wageurernise re. wird per bald zu rniethen gesucht. Offerten unter 3E. 100 an die Exped. dS. Bl.________5482 5464 Am Sonntag Abend wurde auf dem Weg von Heuchelheim nach Gießen eine filb. Cylinderuhr verloren. Der redliche Finder wird gebeten, dieselbe gegen Belohnung auf der S ch m a l l' schen Bleiche (Grünberger Straße) abzugeben. . 5474 Ein braves Dienstmädchen gesucht. Frau I. Roth, Gartfeld. 5473 Ein zuverlässiger Arbeiter findet sofort dauernde Beschäftigung. I. Fischer, Alicestraße E- 104. t L ünstSiche Zähne ♦ RI werden schmerzlos eingesetzt, R^ alle Zahn-Operationen, Plom- <-x6iren rc. bestens ausgeführt. : Solide Preise. ♦ J. Hohlermann, ♦ J 5454 Mäusburg ®. 12,2. St. * Lehrer. 5465 Ein unverheiratheter Lehrer, welcher ein Staatsexamen bestanden und deutsch, französisch und englisch unterrichten könnte, würde an einer berechtigten Lehranstalt eine dauernde und gut honorirte Stelle finden. Anerbieten ohne Zusendung von Zeugnissen bittet man sub C. 62055 an die Annoncen-Expedition von Haasenstein & Vogler, Frankfurt a. M. zu richten- 5261 Bezüglich beabsichtigter Neu anlagen, Erweiterungen und Aenderungen von Gas - Einrichtungen bitten wir uns behufs rechtzeitiger Ausführung baldmöglichst Mitthellung zu machen, da sich diese Arbeiten mit dem Vor- schreiten der Jahreszeit anhäufen. Griessener Gras werk. 5468 Ein Hausbursche auf sofort ge- sucht von Hermann Bogt, Bäcker, Seltersweg. _____________________ 5469 Eine Damenuhr gefunden. Abzuholen bei S. Sch epp, Hebamme, Brandgasse. Ich werde mit dem 24. August wieder einen Cursus im Anrrreffen, Zuschneiden u. Unfertigen von Damenkleidern eröffnen.