ert (34 Mann) sse. 'Pfg. 2897 * Duill. m 6 Jahren über rca 200 Vakanzen teiaenden, sprwj. tot: [rt. Koch 1882. te, sowie ein»« j-, WagneiM- en einigt Mav- it rnhardt^ Logis in rser-Straße^m meinem HinieeM nt, NeuM verein gversaniMh ; von 21. d. 5J; Sw 1SS2 Sonntag den 23. April Zweites Blatt Kr. »4l Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Nursan r Schulstraße B. 18. Preis viertAjährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. ießenet Anzeiger Amts- und Anzeigcblatt für den Kreis Gieße». Giesßen, 22. April. ! Der Kaiser ist am Mittwoch Vormittag in bestem Wohlsein 1 in Wiesbaden eingetroffen. Ueberall in den Straßen, welche der Dconarch ' durchfuhr wurde er von der zahlreich herbeigeströmten Volksmenge mit flibeln- den Zurufen begrüßt. An genanntem Tage verließ auch die Kaiserin Berlin, um zunächst einen 24stündigen Aufenthalt in Weimar zu nehmen und dann am , Donnerstag nach Wiesbaden weiter zu reifen, wo sich die Kaiserin bei ihrem - hohen Gemahl acht Tage aufzuhalten gedenkt. . Wenn wir einen kurzen Blick auf die allgemeine politische Weltlage werfen, so müssen wir gestehen, daß gegenwärtig am europäischen Staaten- Himmel fast nirgends dunkele Punkte zu entdecken find, aus denen sich ern drohendes Wetter entwickeln könnte. Besonders reinigend auf die politische Schwüle welche immerhin seit den aufrührerischen Reden Skobeless's und seiner vrnslavistischen Frennde herrschte, hat die Ernennung des Herrn v Giers zum Leiter der auswärttigen Politik Rußlands gewirkt; denn die maßvollen Anschauungen Herrn v. Giers sind bekannt und seine Ernennung ist daher als eine neue Bürgschaft für die Erhaltung des europäischen Friedens zu betrachten. Der einzige Gegenstand, welcher vielleicht Anlaß zu Besorgnissen bieten könnte, ist die eayptische Frage, doch auch hier überwiegt die zuversichtliche Erwartimg, daß es gelingen werde, auch bezüglich dieser Frage das Einvernehmen zwischen den Mächten zu erhalten. Wenn wir uns nun aber zu unfern inneren Ange- leqenheiten wenden, so können wir uns leider nicht verhehlen,^daß dieselbe mancherlei Schwierigkeiten bieten. Vor Allem ist es die vor der Thür flehende Mhjahrssession des Reichstages mit den in ihr zur Erörterung kommenden großen wirthschaftlichen Fragen, ivelche unserer inneren Politik Mit schweren Stürmen droht, denn die Rieinungen und Anfichten der einzelneii Parteien stehen sich in diesen Fragen zu schroff gegenüber, als daß man eine Vermittelung der feindlichen Gegensätze erwarten könnte. Doch sind mir, der festen Zuversicht , daß es auch diesmal gelingen werde, das Reichsschiff^ aus den drohenden Stürmen heraus unbeschädigt wieder in ruhigeres Fahrwasser zu lenken. , . . . . , Das preußische Abgeordnetenhaus verhandelte m femer ersten Sitzung nach den Osterferien, am 18. April, nur über Vorlagen von keinem allgemeinen Interesse. Auch die nächste Sitzung am Mittwoch, den 19. April, in welcher nur Petitionen erledigt wurden, bot keine hervorzuhebenden Punkte dar.' In der Sitzung vom 20. April beschäftigte sich das Abgeordnetenhaus mit dem Nachtragsetat für die Eisenbahnverwaltung und mit Vorlagen, betr. den Bau neuer Seeundärbahnen. Bezüglich der Aussichten des Tabakmonopols im Bundes- rathe macht sich jetzt die Ansicht geltend, daß dasselbe doch, wenn auch nur mit geringer Majorität, angenommen werden wird. Auch von Bayern heißt es, daß es seine Bedenken gegen das Monopol zwar nicht aufgegeben habe, daß tiefer Staat aber trotzdem für das Monopol stimmen werde, angeblich aus „Courtoisie" gegen den Kaiser! Jedenfalls rechnet man in München darauf, daß der Reichstag schon die immerhin unangenehme Aufgabe übernehmen werde, das Tabakmonopol abzulehnen, so daß man nicht nöthig hat, im Bundesrathe zu opponiren. König Albert von Sachsen, erst vor wenigen Tagen von einem mehrwöchentlichen Aufenthalte int Süden nach seiner Residenz zurückgekehrt, vollendet am 23. April sein 54. Lebensjahr. Wie in früheren Jahren, io sind auch diesmal im ganzen Lande die umfassendsten Vorbereitungen getroffen, um diesen Tag würdig und glänzend zu begehen und hierdurch von Neuern die alte Anhänglichkeit des sächsischen Volkes an sein Herrscherhaus zu bethätigen, wie man auch im übrigen Deutschland Antheil an dem Ehrentage König Alberts nimmt, welcher als Regent wie als Feldherr ja im Rathe der deutschen Fürsten hoch angesehen ist. . In dem Vierer-Ausf ch uß der ungarischen Delegation hat am Dienstag Graf Kalnoky, der österreichische Minister des Auswärtigen, aits- führliche Erklärungen über das Verhalten Rußlands, Serbiens und Monte- negros gegenüber dem südslavischen Aufstande gegeben. Der Minister erkannte die correcte Haltung der Regierungen dieser Länder an und stellte namentlich dem Fürsten von Montenegro das günstigste Zeugniß aus. Auch der Reichs- ftnanzminister v. Szlavy constatirte, daß der Ausstand nicht von auswärtigen Regierungen geschürt worden sei, wohl aber von den panslavistischen Agitations- Comitös. Im Uebrigen hat die Regierung bezüglich der künftigen staatsrechtlichen Stellung Bosniens und der Herzegowina nur sehr vorsichtige Erklärungen abgegeben, so daß diese Frage nach wie vor eine offene bleibt. Sowohl im Ausschuß der österreichischen wie in dem der ungarischen Delegation wurde die Kreditvorlage angenommen, in letzterem jedoch unter Streichung eines Betrages von 2,033,000 Gulden. In Frankreich ist im Laufe der vergangenen Wache die Eröffnung der Session der Generalräthe erfolgt, wobei in verschiedenen Departements politisch gefärbte Ansprachen gehalten wurden, bei denen regelmäßig der An- llzänglichkeit für die bestehenden Einrichtungen Ausdruck gegeben wurde. Sonst Wird die Sefsion der Generalräthe allem Anscheine nach ohne besondere politische Zwischenfälle verlaufen. — Der neue französische Botschafter in Petersburg, 'Adm. Jaures, hat seinen Posten angetreten. Die jüngsten Au sschreitungen gegen die Inden, welche sich m uiner Anzahl südrussischer Ortschaften ereignet haben, sind für die russische Regierung der Anlaß geworden, diesen immer wiederkehrenden Unruhen endlich energisch entgegenpitreten. Aus Balta wird gemeldet, daß wegen der dortigen Unruhen gegen 50 Protokolle ausgenommen und dem Friedensrichter bereits zugestellt worden seien. Die Mörder der Juden in Cherson, ein Jude, em Türke und ein Pole, sind auf Befehl des Grafen Jgnatieff fofort vor em Kriegsgericht gestellt worden; im Reichsrathe soll die Judenfrage durch ein besonderes Gesetz zeitgemäß geregelt werden. Wegen der Unruhen in Dubaffary, Letitschewo, Prossomikoff, Karpowitsch u. s. w. sind schon zahlreiche Verhaftungen erfolgt und werden die Untersuchungen energisch betrieben. Die englische Regierung verfährt neuerdings gegen die verhafteten irischen Agitatoren mit überraschender Milde. Der eigentliche Agitator der irischen Landliga, M'Ginn, ist aus dem Kilmainham-Gefängnisse wieder entlassen worden, ohne daß er sich zu irgend etwas verpflichtet hätte. Desgleichen jmd vier andere, im Naas-Gefängnisse inhaftirt gewesene, Verdächtige bedingungslos in Freiheit gesetzt worden. Wenn Herr Gladstone jedoch glaubt, sich hierdurch die Leiter der irischen Bewegung verbindlich zu machen, so dürfte er bald einsehen, daß er durch diese Begnadigungen nicht im Äeindesten auf die Land- liga einwirkt. r , , .. Die „Schwedisch-Norwegische Correspondenz" bezeichnet die durch die Zeitungen gehenden Gerüchte von einer deutsch-schwedischen Allianz ale> eine Ersindung, die jeder Begründung entbehre. Die offieielle „Post-och-innkes Tidningar" reprodueirt diese Aeußerungen der Correspondenz. Die rumänische Regierungspresse kann sich bezüglich der Donaufrage noch immer nicht beruhigen. In einer Polemik gegen die „Neue Freie Presse" betont der Bukarester „Romantik", daß die Donauschifffahrt weder durch Festungen bedroht, noch von einem einzelnen Staate manopollsirt werden dürfe Die Coneessionen, welche Rumänien in der Donaufrage habe machen können seien durch die Thronrede präcisirt worden, weitere Coneesfionen wurde die rumänische Regierung nur noch auf Kosten der Souveränetät der Krone machen können. . . ,. • Präsident Arthur hat dem amerikanischen Congrefse eme Botschaft zugehen lassen, in welcher er demselben dje Frage der Zusanmienbe- rufunq ' ernes Congresses der amerikanischen Staat i unterbreitet , welcher m Gemäßheit der im vorigen Jahre von dem Staatssekretär Blame erlaßenen Einladung den Zweck verfolge, Kriege zu verhindern. (Wie man sich erinnern roiro, roaf die erwähnte Einladung von den südamerikanizchen Staaten damals abgelehnt worben). _ Jnlriguen am Nil. Gambetta hat bekanntlich in den Tagen seines höchsten Glanzes wiederholt die Ansicht xu erkennen gegeben, daß es ihn gelüste, Aegypten zu seinem ^Schleswig- Holstein ""zu machen und vielleicht nur sein allzu ftühzeiüger Sturz vom Mimsterseyel bat ihn verhindert, dieses für Europas Ruhe nicht gerade obl.che Bestreben zur Aus- sührüng zu bringen. Daß die äßpptitoe 2In0de8enbe1t ftd) 3u einem ganz hervor- raaenden^Gegenstand der orientalischen Frage ausgebildet hat, wird ledoch von allen Mächten anerkannt, aber doch scheut man sich allerseits, hier einzugre.sen wie man wohl möchte, in der Erkenntniß, daß die Folge ein europäischer Krieg sein wurde. Gambetta hätte vielleicht die bewaffnete Intervention, die er plante um das Ansehen des französischen und englischen Finanz-Controleurs und die Aufrechterhaltung der ihnen übertragenen Rechte zu wahren, ausgesührt, um zum Schluß Aegypten möglichst für Frankreich zu erhalten, was ihn natürlich in den Augen seiner Landsleute mit neuein Nimbus umgeben haben würde; aber Tollkühnheit und Extravaganzen waren trotz seiner Jahre auch nur dem ehemaligen Dictator so ctgenthümlich, wie keinem andern Staatsmann heutzutage. . . . .. = »„ i. Doch Gambetta fiel; Freycinet hütete sich wob', in lernet tapsen zu treten, und England, das Arm in Arm mir Gambetta vielleicht nach Aegypten gegangen wäre, um hinterher von dem schlauen Franzosen dupirt zu werden, ist n ch Stande, eine solche Waghalsigkeit allein durchzuführen. Aegypten ist also trotz der Ereignisse, welche die Anstifter der Militar-Emeute vom vorigen Herbst zu Ministern machte, tioh des Beschlusses der Deputirtenkammer, welcher das Land von dem französisch-englischen Einfluß in Finanzsachen unabhängig zu machen befirebtebisher un- behelliat geblieben und die Herren am grünen Tisch haben sich, gerade wie s. Z. m Sachen Dulcigno, die Köpfe darüber zerbrochen, wie hier ein,-Regelungherbe Zufuhren wäre. Die l-tztesi Nachrichten, welche von den Usern des N.l kamen sind höchst ückem hast und unvollständig und in keinem Fall geeignet, ein deutliches Bild von den dortigen Verhältnis en zu geben. So viel laßt sich allerdings ersehen, daß von Y und Frieden nur wenig mehr als nichts vorhanden ist, daß oielmehr (grfßebtce Machthaber, in denen als auswärtige Aspiranten noch der Sultan und derExthed-ve Ismail kommen, eifrig bemüht sind, durch Jntriguen ihre Nebenbuhler zu verdrängen und sich selbst den höchsten Einfluß im Lande zu sichern- ^i seinen aller- Rechtmäßiger Oberherr Aegyptens ist der Sultan, ■ 1 islamitischen dings niemals zu verwirklichenden Ideen °°n der Wiederaufruht^^g^^^ $1^ Reiches jede Art von selbr. ständigem und eigenma g - . , te s^icefönifl, dem es ist. Ganz besonders verhaßt ist ihm deßhalb ^smi , Mdul Aziz überhaupt durch die Bestechungen der Umgebung. des dort b°- erst gelungen ist, In Aegypten eine solche Autok at @Lattt,a^jIbe .u machen. Ismail, stehtz und die Souveränität des! Su.tans ,zueine bekanntlich verboten ist, hegt der in Italien weilt, und dem die Rückkehr s^rstuhl von Aegypten einzunehmen, fern lebhafteres Verlangen, als wieder den HerrfS-rim^ ^ice- wovon nun freilich ebenso wenig wie C f Regent tausendmal vor- könig. etwas wissen will. Der l^ere 'st semem ^ater bie für einen zuziehen, aber es fehlt ihm, J[enLtroenbi0eEnergie. Abdul Hamid möchte auch morgenlandischen Fürsten unbedingt gj »nen ibm völlig willfährigen Pascha ge- ihn aus Kairo entfernen und an , em ö1 fragt und dann die Wünsche der setzt wissen, der erst nach dem W llen Frage ,st nun, ob der vierte in der Reihe europafichen Großmächte berücksicht g . JU Rang und Ansehen gelangte Arabi- dreser Bewerber um Aegypten, c j steht und von dem einem gegen die $-14«. in dem Drmst -M-- ')el’,in W-,r,n ganz überraschender Weise schweigt und kein Sterbenswort über das, was in Aegypten vorgeht, verlauten läßt. Die Situation ist also mit Recht eine unklare, dunkle zu nennen; aug-nscheinllch machen sich d e widerstrebendsten Fntrlguen geltend, um mißliebige Gegner zu beseitigen Von wem sie ausgegangen und wer ihncn zum Opfer fällt, das wird sich bald Herausstellen, denn der jetzige Zustand ist wenig haltbar. Mögen nur, wenn die Catastrophe einlritt, die Mächte einig sein. _____________________________________________________________ — ^Lynchjustiz in der Thierwelt s Der Generalarzt Dr. Orestem aus Athen erzählt folgende merkwürdige Affaire: „Im nordöstlichen Winkel des maliemschen Meerbusens liegt Stylida, der Hafenplatz Lamia's. Als ich zum Erstenmale in den freundlichen, nur als Gainison angewiesenen Ort einzog, frappirte mich die Menge von Storchnestern, welche mit ihren klappei nden Bewohnern von den Dächern der Häuser und Kirchen, aus Cedern und Platanen auf mich hernieder blickten. Eines Tages sah ich nun, vor einem Casö sitzend, Schwärme von fortwährend und sehr laut klappernden Störchen in allen Richtungen den Luftkreis durchfurchen. Von Zeit zu Zell trafen sie tnsgesammt auf einem Punkt zusammen, von wo sie sich nach einer Pause von ungefähr fünf Minuten wieder von einander trennten, um ihre früheren Flugbahnen aufs Neue zu durchschneiden. Begreiflicherweise erregte dieses auffällige Gebühren meine Neug>eide. Ich theilte meine Verwunderung meinem Tischnachbar mit und eifuhr dann zu meinem Erstaunen, daß es sich um nichts Geringeres, als um einen storchisch n Ehebruchsfall handle. „Geben Sie nur Acht." sagte man mir, „die Sache wird ohne Zweifel mit dem Tode des schuldigen Storchweibchms enden, das da oben Einsam und verlassen im Neste sitzt." Da ich die monogamische Ehe der Störche, Schwalben rc. kenne, dagegen den oft gehören Erzählunaen von der strengen Wahrung der Treue unter den ersteren niemals Glauben geschenkt hatte, so verfolgte ich jetzt das Schauspiel mit gespanntem Interesse. Mein Tlschnachbar hatte ganz richtig geweifsagt. Nach einer neuen, etwas länger dauernden und von einem ganz auffallend verstäikten Geklapper begleiteten Vereinigung der Störche vor dem obigen Neste fiel die zerpickte, zerzauste und blutende Störchin vor meinen Augen auf die Straße herab und verschied alsbald unter heftigen convulsivischen Zuckungen. Das war der tragische Schlußakt des merkwürdigen ornithologischen Dramas; die Schwärme lösten sich nun wieder in einzelne Paare auf und alsbald herrschte vollkommene Ruhe unter dem sonnigen blauen Himmelsgewölbe. Nach der Meinung aller Zuschauer war es klar, daß die der Exemtion vorausgegangenen Vereinigungen der einzelnen Storchschwärme als ebensoviele Sitzungen eines Gerichtshofes anzusehen waren, in denen die Schuldfrage bezüglich der in Anklagezustand versetzten Siörchin entschieoen wurde. Während meines fünfjährigen Aufenthalts in Lamin habe ich dreimal Gelegenheit gehabt, Augenzeuge dieser Storch-Justizpflege zu sein, die jedesmal mit dem oben beschriebenen Akte der Lynchjustiz endete. — Von Coblenz aus wollte ein Schäfer in Gesellschaft seines Hundes eine Reise per Eisenbahn machen. Der Schaffner wies ihm zur Unterbringung seines treuen Gefährten ein Hunderoupö an. Einige Minuten nachher waren beide verschwunden. Man fand schließlich beide im Hundecoupö vor und nur mit großer Mühe gelang es schließlich dem Bahnpersonal, den Schäfer standesgemäß unterzubringen. — Eine Episode aus dem Leben des Generals v. Goeben ist durch den Prinzen Heinrich _pou Hessen mitgetheilt worden, dem sie der General selbst erzählt hat. Es mar im Sommer des Jahres 1840, als der damals 23jährige Oberlieutenant v. Goeben nach Beendigung dis Krieges in Spanien, den er in den Reihen der Karlisten mitgemacht hatte, in seine Heimath zurückkehrte. Ein fast ununterbrochener Fußmarsch führte ihn von der spanischen Festung Teonell bis nach Frankfurt a. M Ganz ohne Mittel hatte v. (Soeben schon in den letzten Wochen nur von unreifem Obst gelebt und die Nächte auf freiem Felde zugebracht. In der Nähe von Darmstadt ^schloß er sich einem wandernden Bäckergesellen an und sagte ihm, daß er des ewigen L>chlafens auf freiem Felde satt sei und um endlich einmal unter Dach und Fach zu kommen, sich in Darmstadt arretieren lassen wolle. Er meldet sich auch wirklich beim Magistrat als Vagabond, wird aber, da seine Papiere in vollkommener Ordnung sind, wieder frei- gelassen. Ganz trostlos, müde und ausgehungert will er die Stadt verlassen, als ihm der Bäckergeselle auf die Schulter klopft und ihm 12 Kreuzer in die Hand drückt, dir ihm ein Unterkommen in der Herberge ermöglichen. Das war mein erster Besuch in Darmstadt, schloß v. (Soeben feine Erzählung. Das zweite Mal im Jahre 1849 wurde ich in Begleitung Sr. Königl. Hoheit des Prinzen von Preußen in einer Hofequipage vom Bahnhof abgeholt und das dritte Mal rückte ich als General an der Spitze meiner Truppen in dieselbe Stadt ein. So wechselooll kann das Schicksal sein. — fFlohwasser j Der Thierarzt Koch in Wien, Hernals Nr. 98, verkauft ein Flohwasser, welches aus Branntwein, mit einer Mischung van Benzin mit Seife versetzt, besteht; ca. 7 Theile Branntwein, 1 Theil Benzin und 1 Theil schwarze Seife oder eine andere Oelseife. Schmiert man einen Hund damit ein, so ist er auf wenigsten? eine Woche von der Plage frei. Ein anderes Flohmittel besteht aus einer Mischung von 1 Theil Nelkenöl, 10 The le Eau de Cologne und ca. 15 Theilen Spiritus. Damit werden die Betttücher, Hemden und Kleider bespritzt. Darmstadt, 21. April Für Milstäranwäiter ist im Bezstk der Großherzogi. Scss. (25.) D'v sion die Stelle eines Pevells beim Großherzoglichen Gymnasium in ießen ausgeschrieben. Gehalt nebst freier Wohnung und Brand 700 J£. Näheres bet den Bettrksfeldmebeln. Mainz, 20. April. Gestern Abend hat eine in der Rhein-Allee dienende Person ihr 2 Monate altes Kind mit den Händen so lange am Hals gewürgt, bis das arme Geschöpf feinen Geist aufgab. Das Verbrechen wurde aber sofort bekannt und der Polizeibehörde die Anzeige gemacht. Die unnatürliche Mutter wurde noch in der Nacht verhaftet. — Heute Vormittag hat sich hier ein Soldat ei schossen. Nähere Mittheilungen fehlen noch. Neu-Isenburg, 17. April. Viel des Glücks hatte ein hiesiger Einwohner am gestrigen sog. weißen Sonntag. Es wurden ihm an diesem Tage nämlich zwei Kinder confirmirt, die im Alter 11 Monate auseinander sind, ein Kind ließ er taufen und er selbst beging seine Hochzeit mit der zweiten Frau. Athen, 12. Aprll. Von einem entsetzlichen Unglücksfall wird der „Tribüne" von hier geschrieben, ist am vergangenen Charfreitag unsere Stadt heimgesucht woi den. Die Catastrophe, welche sich gegen Mitternacht in der Madonnenktrche des Quartier Neapolis zuttug, erinnert lebhaft an diejenige in Wai schau. Es war gegen elf Uhr. In dem engen Schiff und auf dem Chor drängte sich eine ungeduldige Menge, als sich plötzlich ein Plafondiheil loslöste und mit großem Geräusch auf den Boden stürzte. Gleichzeitig erscholl der verhängnißvolle Ruf „Feuers welcher eine wahre Pan k her- oorrtef. Alles stürzte zum Ausgang Leider war beileibe völlig unpassirbar, da sich die Thür nach innen öffnet. Im Gedränge wurden sofort mehrere junge Damen und Kinder zu Bodcn gerissen und buchstäblich zertreten. Erst nach einigen Minuten allgemeinen Entsetzens gelang es, die Menge insoweit zu beruhigen, daß sie ein wenig von dem Ausgange zurückwich. Man konstatirte sofort mehrere Todesfälle und schwere Verletzungen. Die Betroffenen, welche meistens besseren Familien angehören, wurden in em benachbartes Hospital transportirt, wo bis zum nächsten Morgen schon fünf verstürben. Bis jetzt find elf Todesfälle bekannt geworden. Die Aufregung unter der Bevölkerung läßt sich nicht beschreiben. Damit sich dergleichen Unglücksfälle nicht wiederholen, hat die Polizei sofort einen Umbau sämmtlicher hiesigen Kirchenthüren verfügt. Mainz, 17. April. Zu einem hiesigen Pfarrer kam Ende der verflossenen Woche ein sauber gekleideter Mann mit der Bitte, der Herr Pfarrer möge doch im Laufe des Nach rittags fein Kind taufen. Der angebliche Vater erzählte hierauf dem Geistlichen, daß er sehr arm sei und bat den Pfarrer zur Unterstützung für seine Familie um einen Beitrag von 3 Mark. Der Pfarrer glaubte den Worten des Mannes, erfuhr aber am Nachmittag, daß er das Opfer eines Betrügers geworden. Am Nachmittag desselben Tages kam zu einem anderen hiesigen Geistlichen derselbe Schwindler und erzählte diesem im größten Schmerz, daß feine Frau gestorben; er bat den Pfarrer, die Leiche zur letzten Ruhestätte zu gleiten. Ehe er von dem Geistlichen schied, bat er diesen um eine Geldunterstützung, die ihm, in Anbetracht der von ihm geschilderten traurigen Lage, auch gewährt wurde. Später erfuhr auch dieser Geistliche, daß er es mit einem Schwindler zu thun hatte. Ein anderer Geistlicher einer andern Pfarrei wurde ebenfalls von dersel Xi Persönlichkeit in ähnlicher Weise um eine Summe Geldes betrogen. Hoffentlich gelingt es, den frechen Patron zu ermitteln und für ferne große Unverschämtheit gebührend bestrafen. Iagö Verpachtung. Montag den 24. ds. Mts., Nachmittag 2 Uhr, soll auf dem Gemeindehaus zu Großlinden die der Gemeinde gehörige Waldjagd sogen. Lindener Mark auf 9 Jahre verpachtet werden. Groß-Linden, den 20. April 1882. Großh. Bürgermeisterei Großlinden. 2906 Zörb. Mittwoch den 26. d. M., von Vormittags 9 Uhr an, sollen im alten Rathhaus versteigert werden: Maurerarbeit, veranschl. zu JL 2340.50 Steinhauerarbeit, „ „ „ 1558.48 Zimmerarbeit, „ „ „ 92.70 Dachdeckerarbeit, „ „ „ 23.— Schreinerarbeit, „ „ „ 388.40 Schlosserarbeit, „ „ „ 80.70 Weißbinderarbeit, „ „ „ 186.50 Straßen-Handarb., „. „ „ 281.60 Erdauffüllung, „ „ „ 562.69 Gießen, den 2l. April 1882. Großh. Bürgermeisterei Gießen. 2917 A. Bramm. Allgemeiner Anzeiger. Englische und Sächsische Gardinen in größter Auswahl empfiehlt 2925 M. Lindenplsh. I Baumeistern n. -Hausbesitzer» re. | die ergebene Anzeige, daß Herr Farben-Fabrikant Wilk. Zurbuch in | Gießen Niederlage meines v. b. Behörden empf. alleinig patentirten I u. prLmiirten Dr. H. Zerener'schen AntimerulioM ( Schwamm ic.) hält und zu den billigsten Detail- u. Engros-Preisen abgiebt. Chem.-Fabr. 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Klinket. — 2625 Mansardenlogis, 3 Zimmer, Küche rc., zu vermiethen und gleich be= -iehbar. PH. Strack, Bahnhofstraße 92*. 2443 Zwei schöne Zimmer sind zu vcr- miethen bei Frau Louise Hanner, Hofstraße (im Merz'schen Hause). 2735 Eine Familienwohnung von 4 Zimmern rc. ist zu vermiethen. j>r. Jett, Grüubergerstraße. 2866 Ein kl eines Logis zum Alleinbewohnen (Nebenhaus) zu vermiethen gleich beziehbar bei L. Schmidt, Grünbergerstr. 2861 Ein kleines Logis im Vorderhaus zu vermiethen. Karl Lonh. 2873 Ein kleines Logis zu vermiethen. H. Plank. 2779 Zwei Wohnungen, de ■’ Kölner Bahnhof gegenüber, zu vermiethen. Näheres bei K. Jung, Kleinlinden. 2755 Familienwohnung von 3 -4 Zim- mern vermiethet Karl Heil, Schützenstr. 2332 Wegzugshalber ist der 2. Stock meines Hauses mit 3 Zimmern, Küche rc., am 1. Mai beziehbar, zu vermiethen Heinrich Schomber, Heuchelh.-Str. 9304“ In dem Windecker'schen Hause am Kreuz (Heinzerling & Tribus) ist die zweitobcrste Etage zu vermiethen, beziehbar alsbald. f Näheres bei Labroise, Rechtsanwalt. 2276 Die obere Etage meines Hauses Ost-Anlage 184 — ist nebst Gartcn- antheil per 1. Juli zu vermiethen Marie Roll. 2238 Ein gut möblirtes Zimmer mit Kabinet zu vermiethen. Karl Lehrmuud, Neuenweg. 2202 Ein Mansardenlogis zu vermiethen bei I. Stein, Bahnhofstraße. ~~2124 Eine Wohnung, 6 Ziinnier im 2 Stock mit Gartenantheil und Bleichplatz, bis zum 1. Juli zu vermiethen. P __________Karl Wigandt. 2173 Ein freundl. Logis per 1. Mai zu vermiethen. F. Felsing, Neuenweg. Beilage ni Nr. 94 -es Gießener Anzeigers Itn. bezahlte W 1879 1880 1881 3,087 7,933 über 1t empfichlt billigst sehe Locoaobiien und » 2027 Gebvatmter Kaffee 1.60, 1.20, Hamburg Bremen Antwerpen Rotterdam n n 24,635 20,234 9.172 2,620 CD Di 27,501 21,254 10,189 5,185 D> ganzen UW K. pro MN. ist sind tonnt ie Gesellschaft in ereil tot Genera! Iains, „ Bellershem zer, Butzbail « — tDer nervöse Settier.] Die modernste aller Krankheiten hat nun auch das Bettlerthum ergriffen. Wilh. Rojek, ein Bettler von Profession, lieferte btefer ^age vor dem Richter des 9. Wiener Bezirks ein klassisches Beispiel hierfür. Rojek erschien beschuldigt, den nächst der Taufkapelle beim Eingänge in die Stefanskirche ausgestellten Opferstock mit Papier verstopft und die in Folge dessen nicht hineingefallenen Liebesgaben herausgenommen zu haben. Die Kirchendiener sind der Ansicht, daß Roick diese Manipulation vier Jahre fortgesetzt und sich auf diese Weise 200 fl- ungeeignet habe, weil sich jedoch dies nicht erweisen ließ, stand Rojek vor dem Bezirksgericht blos wegen einer Uebeitretung angeklagt. — Richter: Sagen Sie mir, was ist denn eigentlich ihre Beschäftigung? - Angeklagter (mit gefalteten Händen, den Blick nach Oben gerichstet). Ich bin, hohes Gericht, angestellt bet St. Stefan. (Heiterkeit.) — Richter: Angestellt sind Sie? Ja, was für eine Beschäftigung haben Sie tonn'? — Angeklagter: Ich bin vor der Kirchenihüre angestellt und stehe daselbst von 9 Uhr Morgens bis 1 Uhr Mittags und von 5 bis 6 Uhr Abends, wann der Segen ist, und beschäftige mich damit . . • Richter: Zu betteln, nicht wahr? — Angeklagter: O, ich spreche kein Wort, wenn ich bettle, aber ich mache den Kirchenbesuchern die Thüre auf und zu. Richter: Der Herr Staatsanwalt verlangt Ihre Bestrafung, haben Sie noch etwas zu bemerken. — Angeklagter: Ich bitte, die Strafe nicht zu hoch zu bemessen, denn ich bm sehr nervös- — Der angegriffene Mann wurde trotzdem zu einem Monat strengen Arresteo verurthnlt. ber Äart0^e(n j Daß bei zu engem Legen der Kartoffeln sehr kleine Kartoffeln geerntet werden, ist ebenso richtig wie die Behauptung, daß bet zu weitem Legen der Boden nicht vollständig ausgenutzt wird- Besonders bei Sorten mit nicht starker Belaubung erscheint ein zu weiter Stand stets unrationell. — Ich habe nach dieser Richtung auf dem Versuchsfelde der landwirthschaftlichen Lehranstalt in Hohenwedstedt sehr eingehende Versuche angestellt. Bei einem solchen Versuche wurde die bekannte gelbe Eierkoffel in so verschiedener Weise gepflanzt, daß auf dem einen Felde 100 Sträucher standen, gegenüber 34 auf dem zweiten- Die Kartoffeln hatten durchgehends dasselbe Gewicht, pro Stück 40 G.; Düngung, Vorfrucht, Zeit, Bearbeitung und Boden waren für beide Felder gleich. Dem Anscheine nach war der Ertrag aus dem weitgepflanzten Felde ein höherer, indem nicht nur die Zahl der lan den einzelnen Sträuchern vorhandenen Kartoffeln, sondern auch das Gewicht der einzelnen Knollen bedeutend größer war. Dennoch aber stellte sich das Gesammt- resultat als ein dem weiten Pflanzen sehr günstiges heraus, indem das Gesammt- gewicht auf dem enggepflanzten Felde nahezu um ein Drittel hoher war. Ein zu weiter Stand hat aber außerdem die Nachtheile, daß dabei der Boden durch dre einfallenden Sonnenstrahlen zu stark erhitzt und der Humus zu schnell zersetz wird; daß außerdem durch starke Regen der Boden zu sehr zusammengeschlemmt wird und die Entwickelung des Unkrauts eine zu üpp ge ist. - Umgekehrt hat ein zu dichter Stand den Nacktheit, daß überhaupt die volle Entwickelung ausgeschlossen ist. — Em fort, gesetzt beschattetes Blatt nämlich erzeugt keine organische Substanz, kann al,o auch nicht zur Knollenausbildung beitragen; außerdem wird durch „eine stärkere gegenseitige se- schattung der Stengel und ihrer Blätter ein übermäßiges Langswachsthum herbeigeführt, mit verminderter Verholzung der Gefäße und Holzzellru des Stengels, wodurch einerseits, in Folge des größeren Consums der organischen Substanz für eine luxuriöse Laub ntwickelung, die Knollenbildung bencichtheiligt wird, andererseits aber der Stengel die Neigung zum Niederlegen bekommt. Tritt das Niederlegen wirklich em, so ist d e Knollenausbildung in erhöhtem Maße geschwächt, denn nun wirkt die Schwere auf die Strömung des organischen Bildungsmaterials, häuft sich tm meberliegmben Stengel selbst an und erzeugt hier eine massige Ausbildung ber Seitenzweige, sEverstandlich auf Kosten der Knollenausbildung. - Darf ich eine allgemeine Regel für die Pflanzweite der Kartoffeln anstellen, so ist es die, daß dte Kartoffeln so dichtgepflant werden dürfen, daß das Laub sich im ausgewachsenen Zustand berührt, also den Boden allenb halben beschattet, daß der Stand aber nie so dicht fein darf, daß d'e Pflanzen durch gegenseitige Beschattung einander schwächen. Aus dieser allgemeinen Regel ergibt sich aber schon, in weich' hohem Grade die Pflanzenwelt abhängig /-m muß von den Boden- und Culturverhältnissen, sowie von der Sorte, doch scheint mir die Annahme zulässig, daß sich bei einer Reihenentfernung von ca 60 Cm. eine Entfernung der Sträucher von 30, höchstens 40 Cm. in den Reihen, bei gut vorbereitetem Boden unter allen Verhältnissen empfehlen wird und daß nur besondere Botonverhalttusse oder besonders stark belaubte Kartoffeln einen größeren Pflanzenraum wünschenswerth erscheinen lassen. vr- Giersberg- inen nd Hermann Katz _______C. 186. Seltersweg C. 186 Blumenpflanzen zu Einfassungen für Gruppen und Rabatten, als: JVMog Glockenblumen, Pechnelken, Rosen, grienen, Der gißmeinnicht empfiehlt ”51 Carl Demes, Asterweg. Meine Melange-Kaffees stets frisch gebrannt, führen sich dauernd in weiteren Kreisen ein und dürfte dies als deutlichster Beweis ihrer Vorzüglichkeit gelten. 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Meldet nun der Finder ben Fund bei der Polizeibehörde an, so muß er erklären, ob er Anspruch auf die gefundene Sache oder auf Finderlohn erhebt oder nicht. Erhebt er einen solchen Anspruch, so w,rd ihm dre Sache belassen unb ihm eröffnet, daß es ihm überlassen bleiben müsse, nach Ablauf von 14 Tagen, wenn der Verlierer sich nicht meldet, weitere Anträge bei Gericht zu fteUen Da die weitere Aufbewahrung des Fundes Weitläufigkeiten und nicht selten B bei Thieren bedeutende Kosten verursacht, so wird der Finder es vorziehen, seiner Nerv'slicdtuna die gefundene Sache an ben ihm unbekannten Eigenthümer abzuliefern, durch gerichtliche Hinterlegung Genüge zu leisten. Die hierdurch entstehenden Kosten bte Nickt selten ben Werth bes Gegenstands übersteigen, hat aber der Finder ebenfalls nt trauen Beantragt ber Finber bei bem zuständigen Amtsgericht den Verkauf des Bundes so fetzt sich derselbe nicht selten wiederum der Gefahr aus, mehr Kosten zahlen »u müssen als ber Gegenstand werth ist. Erhebt dagegen ber Finder vor ber Polizei- bebörbe bei der Anmeldung des Fundes nicht ben Anspruch aus die gefundene Sache ober aus Finderlohn, so wird in der Regel die Erklärung von ihm ver angt daß er sich weiterer Ansprüche an die gefundene Sache begebe unb die Polizeibehörde er- mtithtiae »um Besten ber Ortsarmenkasse in seinem Namen den Antrag auf Erlaß des Aufgebots zu stellen. Die alsdann erfolgende Aufbewahrung im Polizeibureau kostet »war nichts aber ber Finder hat neben dem Verlust des Anspruchs auf bie Sache und ^mderlolm 'die Kosten des Aufgebotsverfahrens beim Amtsgericht zu zahlen. Es ist also besser herrenlose Sachen, die nicht viel Werth haben, liegen zu lassen. Jetzt endlich scheint der Minister des Innern eine andere Behandlung ber Fundsachen in poli- »etlidjer Beziehung m Aussicht genommen zu haben. Derselbe hat nämlich jüngft dies- leiüalicke Berichte von ben Polizeibehörden eingeforbert. Hoffentlich wirb man Bedacht 1 ar auf nehmen den ehrlichen Finder mindestens vor Kosten zu schützen, die den Werth des gefundenen Gegenstandes übersteigen. — Nachdem die Zahl ber deutschen Auswanderer nach Amerika in den elften drei Monaten dieses Jahres auf 64,1290 Personen gegen 56,661 uno zwar 1882 1881 1880 1879 \ J Summe 64,129 56,661 feftgefteat ist, muß nachdrücklichst darauf aufmerksam gemacht werden, und umsomehr, als die meisten nur zur Auswanderung durch bie unwahren unb lügenhafte Berichte über bie angeblich günstigen Lebens- unb Arbeitsverhaltmsie in Amerika verleitet werden welche diejenigen verbreiten, welche aus solchen Verleitungen ein trauriges Serbe machen, daß die Zustände in Amerika in keiner Weise günstig genannt werden können, sondern vielmehr sogar schlechter sind als bei uns. Die Reichsregierung hat »war bereits durch Bestellung eines Commissars in Hamburg ihr lebhaftes Interesse iür die Verhältnisse ber Auswanderer beurkundet; nichtsbestomir.der bleibt es aber eine h06eW0C.be her T-gesvreffe mit aüer Ihrer M-cht gegen die B-rlockrmgm hab- sichtiger und gewissenloser Auswanberungsagenten aufjutreten unb vor leichtsinniger Auswanberung zu warnen- Dem Briefe eines schlichten Lanbmannes, welcher vor Kurzem nach Amerika ausgewanbcrt ist, entnehmen wir bas Folgenbe. „Es ist hier nock sckleckter wie in Deutschlanb. Alles ist sehr theuer; mit 1 Dollar kommt man b,er nickt weiter als mit1 bei Euch. Es kostet z. B- ein Buschel Kartoffel (circa 60 5ßfb 1 Dollar. Fleisch und Brob ist ebenso theuer wie in Deutschland unb Kleider kosten hier sehr viel Geld. Bei dem Bauer, bei welchem ich Knecht war, hatte kch nur 5 Dollars Lohn- Wäre ich zu Hause geblieben, dann könnten wir jetzt Alle nut leben " Es ist überhaupt ein altbekannter unb allgemein anerkannter Erfahrungssatz baß, wenn bie Auswanberungslustigen hier so arbeiten wollen, wie sie bort arbeiten müssen, Niemanb baran ber.fen würbe, sich unb seinem Vaterlande zum Schaben, Deutschlanb zu verlassen- Steinkohlen in allen Sorten nnv bester Qualität empfiehlt Aug. Gabriel. Aufträge unb Zahlungen werben wie früher bei Herrn E. Bergmann, ^eid^^m sand ober bei mir Frankfurter Straße E. 33,3 erbeten.__2772 1553 Ladenveränderungshalber verkaufe ich meine fätnmtlichen Maaren zu bedeutend herabgesetzten Preisen,. unb mache ich besonders auf eine Partie sehr billiger Ringe und Medaillons aufmerksam. Bei Baarzahlung 10 pCt. Rabatt. 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