1882 Donnerstag den 23. Februar Nr 46 iekener Anzeiger Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Burea« r Schulstraße B. 18. «wwwwcyCT'.i lr PrciS vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringer lohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. innen. ■fej* per i btt Oesterreichs innere Politik. Die Verhandlungen des österreichischen Herrenhauses und, dann auch dre- jenigen des Abgeordnetenhauses haben in schroffer und leidenschaftlicher Werse dargethan, daß die politische Unzufriedenheit in der österreichischen Halft der Habsburgischen Monarchie in hohem Maße wegen ,derfWeunblKg^dtung der Iiegierung gewachsen ist. Am tiefsten verletzt suhlt sich durch die Regwrungs- Politik die von den deutschen Elementen getragene österreichische Verfassungspartei, weil die Regierung mit ihrer angeblichen Ausgleichspolitik der Reactwy in die Hände arbeite und dadurch den Hatz Aller gegen Alle m Oesterreich entflamme; verschiedene Führer der Opposition gingen m ehren Reden sogar soweit, daß sie erklärten, aus patriotischen Gründen dieser Regierung das Budget verweigern zu inüssen In letzter Woche gab es m dem osterrerchlschen Abgeordnetenhause dann noch eine große Redeschlacht zwischen dem,-'Ministerpräsidenten Grafen Taaffe und den Abgg. v. Plener und Jacques m welcher die letzteren ausführten, daß Oesterreich m seiner, Cultur und Verwaltung deutsch sein muffe oder es werde bald aufhoren zu exrstrren, wogegen der Ministerpräsident Graf Taaffe in zornentflammter Rede zur Geltung zu bringen suchte daß Oesterreich, um seine staatliche Existenz zu wahren, eben nicht lediglich deutsch bleiben dürfe, sondern auch den anderen unter fernem Scepter lebenden Nationen nationale Zugeständnisse machen muffe. Man sieht also, daß es der alte Nationalitäten- und Nacenkampf ist, welcher in Oesterreich heftiger denn je entbrannt ist, und wir können dielet .THatsachL. gleich hinzusügen, daß das Deutschthum Oesterreichs m schwerer Gefahr ist und aus seiner ehemaligen Stellung in Oesterreich von den Czechen, Polen und den kleineren slavifchen Nationen dieses Landes wahrscheinlich verdrängt werden wird, denn die Gegner des Dentschthums haben in Oesterreich das numerische Uebergewicht und finden außerdem noch in der Regierung eine Stütze, die selbst auf die Gefahr hm, die Sympathien ihrer Unterthanen deutscher Abkunft zu verlieren, entschlossen zu sein scheint, die Gunst ihrer^lavifchen Unterthanen zu gewinnen. Es ist nun nicht zu verkennen, daß m Oesterreich die Regierung ihrem buntscheckigen Völkergemisch gegenüber eine sehr schwierige Aufgabe hat und daß zumal seit dem Austritte Oesterreichs aus dem deutschen Bunde das Decentralisations-Fieber in der Habsburger Monarchie begann und sich jede Nation dort als etwas Eigenartiges, Besonderes ftihlte, und daß diese Bestrebungen zunächst die staatliche Trennung Ungarns von Oesterreich bewirkten und nun auch noch zu weiteren staatlichen oder vielmehr stammesgenossenschafl- lichen Sonderstellungen zu führen scheinen. Dabei leuchtet den gegenwärtigen österreichischen Staatsmännern die Devise vor: Divide et impera, Th eile und herrsche! Oder wie sie es anmuthiger ausdrücken: Freie Nationen im gemeinsamen Staate! — In der Politik urtheilt man aber in letzter Linie nicht mehr nach den Plänen und Theorien, sondern nach den Erfolgen und diese sind m Oesterreichs Politik zur Zeit sehr tnißlicher Natur und jedenfalls viel ungünstiger, als man dem Deutschthum, das doch das erste Cultur-Element Oesterreichs ist, eine bevorzugte Stellung itoch einräumte. Indessen kann man in Oesterreich auf diesem halben Weg wohl kaum stehen bleiben und muß entweder ordentliche Conförderativ-Politik treiben und einen richtigen Staatenbund gründen, in welchem der Kaiser von Oesterreich zugleich König von Böhmen, Fürst von Mähren, Erzherzog von Oesterreich u. s. w. ist, oder man muß zürn alten Centralstaate mit dem Deutschthum an der Spitze zurückkehren. Nur die energische und loyale Durchführung des einen oder anderen Regierungs-Systems kann Oesterreich retten, denn das Schwanken nnd Zaudern bringt fein Staatswesen in Gefahr. Deutschland. m Darmstadt, 21. Februar. In der 5. Sitzung der zweiten Kammer vom 17 d M. beantwortete Se. Exc. der Herr Staatsminifter Freiherr v. Starck, wie bereits kurz gemeldet, die Interpellation des Abg. Haas in Betreff einer Revision der Landesculturgesetzgebung, namentlich der besetze vom 7 Oct ob er 1830, die Wiesencultur betreffend, vom 2. Januar 1858, die Entwässerung von Grundstücken betreffend und vom 18. August 1871 die Zusammenlegung der Grundstücke, die Th-.l- barfeit der Larcellen und Feldwegeanlagen betreffend. Der Interpellant fragt, ob bet Gelegenheit einer solchen Revision der Erlaß von Vorschriften in Aussicht genommen fft wttch di- Bildung von Landeskultur - Genossenschaften bezwecken. Die h.erau ertbellte Antwort des Staatsministers lautet: „Aenderungen der von dem H-rrn Inter, pellanten bezeichneten drei Gesetze sind aus den landwirthschastlichen Kreisen bis letzt nur bezüglich des Gesetzes vom 18. August 1871, die Zusammenlegung der Grundstücke, die Tbeilbarkeit der Parzellen und di- Anlage von Feldwegen betreffend, angeregt worden und ist die Großh. Regierung dermalen mit der Prüfung der detzhalb von der C-ntralst-ll- für die Landwirthschaft und die landwirthsehafll,ch-n V-r-me gest-llt-n Anträae befaßt, je nach deren Ergebnrh ste sich die Vorlage abändernder Gesetz-s- Borschläge vorb-^alt-n muß. Hinsichtlich der beiden anderen Gesetze sind Wünsch- und Beschwerden in den zunächst betheiligten Kr-tsen nicht laut geworden und. hat mS- besondere dl- genannte C-ntrolst-lle, der seit Jahren auch der H-rr Interpellant an. aebLrt keinen A«laß gehabt, bezügliche Anträge an die Regierung gelangen zu lasten, dieselbe kann daher ein B-dürsMß diese Gesetze einer R-vffion zu unterzuhen, zunächst nicht erkennen. Wenn der Herr Interpellant für den Fall einer Revision der erwähnten Gesetze aus d'e Bildung von Cultur - Genossenschaften hinweist, so erkennt auch die Großh. Regierung in den G-nossenschasten ein kräftiges Mittel zur Forderung der Land- wirtbschaft und gerade aus dem Gebiete, das die Gesetze über die Wiesencultur und die Entwässerung und Bewässerung von Grundstücken umfaßt, wird buxä) die Bildung von Genossenschaften Manches zu erreichen sein, das die dermalige Gesetzgebung nicht unttr allen Umständen zu erreichen zuläßt. Di- Regierung wird daher auch be,-m-r eventuellen Revision dieser Gesetze die Möglichkeit der Bildung von Genostenschaften Ä’Ä'S“. «Ti 3-......«.». d-s Beantwortung, ob nach Analogie des Art. 5, Pos. 2 des Gesetzes vom 27 April 188 , den Bau und die Unterhaltung der Kunststratzen im Großherzogthum betreffend, mit der Unterbaltunasvsticht das Eigenthum der von den Gemeinden u. \ w. an die Kreise übergehenden Kunststratzen auf dieKreise übergeht, unb ob aieruna aeneigt ist eine alle Zweifel über diese Eigenthumsverhalimsie beseitigende Declaration des Wegbaugesetzes zu veranlassen.- Die Antwort: Gr. Excell^ des Herrn Staatsministers Fre.herrn v- Starck hierauf lautet: „Da das Gesetz eine auodruck- licke Bestimmung nicht enthält, nach der das Eigentbum an den von den Oe- meinbenu t w?in die Unterhaltung des Kreises übergehenden Vicm straßen an d n Kreis überzugehen hat, hat die Großh. Regierung die Ansicht, daß dieses Eigenthum nickt an den Kre's übergeht, vielmehr den bisherigen Eigenthümern verbleibt. Cine analoge Anwendung der durch Pos. 2 des Art- 5 des Gesetzes getroffenen Bestimmung auf dem hie? unterstellten Fall erachtet sie nicht als zulässig. Eine Declaration des Gesetzes zur Beseitigung der in der berührten Richtung erwachsenen Zweifel wird nur auf dem Wege des Gesetzes selbst stattfinden können. Die Großh. Regierung ist, da nnck sie eine Bestimmung für geboten erachtet, wonach das Eigenthum der von den Än iu? Unte?6aTtuno übernom-ienenSBicinalftrafien von den Kreisen unter gewysen Voraussetzungen möckte^ erworben werden können, mit der Prüfung der Frage b - schäsiigt unb8mu6 sich vorbehalten, geeigneten Falles eine dessallstge Vorlage an die ®‘S 2G Februar. In Ausführung des Art. 1 des Gesetzes vom ^»«femher 1878 die Landes - Brandversicherungs r Anstalt betr., wonach aus der iährlidun Gesammteinnahme der Landes-Brandversicherungs-Anstalt eine Summe in WZMVWWMM Dägm. , für unter W» eilen Lehrst"« SÄ Mei,-«« At«. __—■ SS tar" hlotte -n sfr» KS'' »ZW. 1?^ JsSS* Ms b§. Bi LT 7 3in.: 'artcnantheil, " vermicthzii L_ 1229 '*y»r ?8,^ZmnLindenhvj. ier ein Mämmges WöL Leute per ^,Konig Wwe. hm eine Familien- chtraße B. 170«. e,abgeschl. Korridor eMtezurermiethen. bhändler Ferber. neuerbauten Hause a't ist der und NM Zimmer nebst 'nstigen BePiemlich- i vermiethen. Auf >gis ein Pferdestall. _3jJluppd» milienlogis zu ver- iu A. Loeber, nbergerstraße. lsardenivohnung von et, 1 Kammer, Küche latz, ist bis 1. April zu vermiethen. Prof. Buff. mer zu vermiethen euemveg Ä 186. _ [ oermietlM. iabind und Kirche | i vermiethen im Larmstädter^Haus^ ■ zu vermiethen. Mckgafse A. 38., kvit oder ohne ethen durch J Blitz. beTDiai?V our Unterstützung von Personen, welche in Folge ihrer Th-ilnahm- an den Feuerwehren: Dem Landesausschuß der fteiwilligen Feuerwehren im Großherzogthum Hessen 300 ^- Darmstadt: Den freiw- Feuerwehren zu Arheilgen 800 ^Ldq>ieder Ramstadt 200 JL, Eberstadt 200 Schläger Dolffs durch eine Deputation -bestehend_au ?rr 0 Bockum-Dolffs, der und Weber, eine Glückwunsch-Adresse gerührt für die freund- sich noch einer seltenen Rüstigkeit erfreut, dankte Auer g liche Aufmerksamkeit. . , .-.-Streiten am Sonnabend im preuß. Abgeord- — Das war wieder em heißes 93,000 X, welche dem Minister netenhause, welches der hewMgt wird, hervorrief. Alle des Innern alljährlich zur l ^ ^uamvfes wurden wieder an das Tageslicht die Sünden des verflossen^ Wahiw R ^mufeige Wäsche" der gegnerischen gezogen und fn't unendlich m 9^ ^hr richtig bemerkte, gewaschen. Ganz Parteien, wie der: Ab»■ sein, was der genannte Herr noch ausfuhrte, Äwr U« eia«« * le»««.- Siet «Mm Nr 5 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegebeu den 17. d. M., enthält: M W LS . «ich- «nee W «*• ®”6’«3“l,?eta«e 1882. G,°ßhMWlA- »b-«. Ul <\J U V L 4 l l VV 4 l ________ ____ rotrb durch die Debatte, die am Montag ihre Fortsetzung findet, nicht, denn natürlich hat ein icber ber Rebner Recht behalten. Das Abgeordnetenhaus nurb jetzt übrigens, nachbem bie Commissionen ein gutes Stück Arbeit geschafft haben, ziemlich regelmäßig Tag für Tag eine Sitzung abhalten, unb hofft man den Schluß ber Session ungefähr am 1. April herbeiführen zu können. — Die Proteste gegen bie Verordnungen des Handelsministers bezüglich der Handelskammern mehren sich. Auch die Handelskammer in Hirschberq hat befchlossen, sich gegen das Verlangen zu verwahren, daß die Jahresberichte vor deren Veröffentlichung deni Handelsminister eingesandt werden. — Der „Norddeutsche Lloyd" in Bremen feierte am 20. Februar sein Lojahriges Bestehen. Als eine der großartigsten Schöpfungen geschäftlichen Unternehmungsgeistes, nicht blos Deutschlands, sondern der Welt, steht er h7ute mit seiner Riesen-Flotte von Ocean-Dampsern da; aber es ist ihm sauer genug geworden, sich auf diesen hohen und festen Stand zu erheben. Drei Jahre nach der Begründung hatte er nicht allein noch keine Dividende zahlen können, sou- dern stand hart vor der Nothwendigkeit, sich ohne einen einzigen ber erstrebten Erfolge rühmlos roieber auszulösen, unb nur ber unermübeten Thatkraft bes Vorstandes, unb besonbers bes hochverbienten Herrn Mdier-Bremen gelang es bie vorhanbenen Schwierigkeiten zu übenuinben und das Unternehmen auf den Standpunkt zu führen, den es jetzt entnimmt. Kesterreich. Wien, 19. Februar. Das Civilgericht in Rom hat, rote der „Neuen or. Presse' von dort gemeldet wird, am 13. ds. die Nichte des verstorbenen Papstes Pius IX., Guiseppina Mastai-Ferretti, welche Die Giltigkeit des Testa- ments ihres Onkels angefochten hatte, als dessen einzige uitd rechtmäßige Erbin erklärt und uie drei Kardinale Märtel, Simeoni und Lavaletta, welche mit der Vollstreckung dieses Testaments betraut waren, zur Herausgabe des Privatver- "iHragen Erstorbenen aufgefordert. Dieselben haben auch die Gerichtsspesen England. London, 19. Februar. In zwei verschiedenen Stadtvierteln von Edinburgh haben am Dienstag Explosionen von Höllenmaschinen stattgefunden, bereit jede mehreren Personen ziemlich schwere Verletzungen zufügte. Die Höllenmaschinen waren, in kleine Kisten verpackt, von Unbekannten in ben betreffenden Haulern abgegeben worben unb verursachten bei ihrer Eröffnung bie Explosion. Mau vermuthet, baß es sich bei dem Verbrechen um Privatrache hanbelt. Darm st a b t, 20. Februar. sMilitärbienstnachrichten.j v. Grundberr- Altenthann, Port.Fahnr. vom 1. Gioßh. In-.-Regt. Nr. 115, S chu mann Porti Fahnr. vom 2_ Großh. Jns.-Regt. 9Zr. 116, v. Busse, Port -Fähur. vom 2 Kroüd ©raa^eat. 92(. 24 zu L-econde-Lieuienants; Frhr. v. Preuschen, Port.-Fäbn^ vom Großh. F-IdMrt^Neg^ment Nr. 25 zum außeretaismäßigen See-Lieutenant befördert Koster Port.-Fahnr. von der Gioßh. Tram-Comp., unter Beförderung zum Sec- Lieutenant,n das Hess Tram-Bat. Nr. 11 versetzti Grünewald, Vicefeldw vom ab;f w Landw -Regts. Nr. 115, zum Sec.-Lieut. der Reserve Jur-Reats. Nr. 117, Biel, Vue-Feldw. vom 1. Bat «Darmstadt II i « ßiain« ” ^C0!!' 117> n Sec. Lieut der Reserve des 2. Großh. Jnf - ,nSm 9se,A^6si>®’S,eJben6adh Vice-Feldw. vom 1. Bat (Darmstadt I.) 1 Großh L^ndw -Regis. Nr. No. zum Sec.-Lt. der Reserve des Großh. Feld.-Art-Rcats Nr 25 befördert: Tholuck, Pürt-Fähnr. vom 3. Großh. Jnf.-Rkgt. 117, wegen zeitiger Dienstunbrauchbarkeir zur Disposit on der Ersatzbehörden entlassen; Heim See Z! von der Landw.-Inf. des 1- Bats. (Darmstadt I) 1. Großh. Landw.-Regts. Nr. 115 Pistor. Emmelius, Pr-Lts. von der Landw Inf. des 1. Bat. «Gießen) 2 Gr' Landw.-Regts. Nr. 116 der Abschied bewilligt. , 20. Februar. Bald wird nur noch das Hauptgebäude und die große Sandsleinlaule, welche größer ist als die Riesensäule im Odenwald, an die Herrlichkeiten der Patent- und Musterschutz-Ausstellung erinnern. Die schönen Trink- hallen ftnd bis auf die Bmding'sche ntedergelegt. Straßen und Wege sind üeraus- gebrochen und w nn der Säst in die Bäume treibt, werden auch die gärtnerischen Anlagen gänzlich entfernt sein. Dem Eigenthümer der Sandsieinsäule wurden 2500 für dieselbe geboten; er will sie jedoch unter 3000 JL nicht ablassen. Die Wandelbabn haben die Herren Gebrüder Holzmann nach Köln verkauft. . , Kassel, 19. Februar. Die frohe Stimmung, in welche die Bewohner Kassels durch den bevorfteh uden vielversprechenden Carnevals Festzug versetzt waren, ist durch eine arge, m vergärgener Nacht verübte Gräuelthat getrübt worden. In der Nähe der Post wurde zwischen 1 und 2 Uhr ein junger Mann — Zuschneider Wilhelm Rech aus Eschwege — angefallen unb durch einen Schuß in den Kovf getödtet. Die in dem Spritzenhause, nahe dem Sckauplatze des Mordanfalles befindliche Wache burdb ken Schuß allarmirt, verfolgte den Mörder, und soll ihm, wie es heißt, auch aus ben gerfen gewesen sein, ohne ihn festhalten zu können- Ueber das Motiv dieser Greuel- that kann man nur Vermuthungen anstellen, denn der Angegriffene ist tobt der Mörder noch nicht ermittelt. Doch verlautet, letzterer hübe sich mit seinem Opfer ch Folae von Liebeshandeln entzweit, fei dann nach Hause geeilt, um eine Mordwaffe zu holen und habe feinem Gegner in der Mauerstraße aufgelauert. Die mit Eifer betriebene Untersuchung unserer tüchtigen Criminalpolizei wird über diese dunkle That bald L cht verbreiten. — Eben höre ich, daß die Mordthat von dem Schneider Schmidt verübt und daß dreser verhaftet wurde ~ sEigenthümlicher Wechselproceß.) Bet der Kammer für Handelssachen in Königsberg kam dieser Tage, nach Mtttheilung der „Königsb. Hart, Htg." folgender zur Vorsicht mahnender Fall zur Entscheidung. Jemand klagte auf Zahlung von Telegraphische Depeschen. Wolffs telegr. Correspondenz-Bureau. Berlin, 21. Februar. Das Abgeordnetenhaus setzte die Etatsberathung fort. Beim Etat der Staatsarchive klagen Heereman und v. Fürth über eine erschwerte Benutzung der Archive, Regier.-Coinmissür Sybel weist den Vorwurf r—dre Verwaltung benehme sich auf das Entgegenkommendste, eine freie Emflcht in die geheimen Materialien sei indeß nicht zu gewähren. Beim Etat des Kriegsministeriums erklärt, der Kriegsminister, die Untersuchung gegen die Schur, wache, welche bei der hiesigen Jnvalidensäule kürzlich einen Knaben erschoß und emen andern verwundete, sei noch nicht abgeschlossen. Von dem Verlauf derselben werde es abhängen, ob weitere Maßnahmen zum Schutze des Publi- kums zu treffen seien. Festgestellt sei ein thätlicher Angriff auf den Posten. erwägen, ob die Schildwachen in frequenten Geaenden nicht durch Polizeiposten zu ersetzen seien. Majunke tadelt die Praxis de^r Behörden bei Inseraten in öffentlichen Blättern. Minister Puttkamer erklärt, er könne im Interesse ihrer Würde und Stellung einzelnen Blättern keine Inserate zuwenden. Das Herrenhaus genehmigte das Gesetz über die Fürsorge für die Wittwen und Waisen unmittelbarer Staatsbeamten und ebenso die Abänderung des Penfionsgesetzes vom 27. März 1872. Fortsetzung morgen. . . ~ Dw Fortschrittspartei beantragt, den Gesetzentwurf bezüglich des Wel- fenfonds dahin abzuändern, daß nur die Kosten der Beschlagnahme und Ver- ivaltung bestritten, die stch ergebenden Überschüsse aber dem Vermögensbestande zugefuhrt werden. M r 21. Februar. Das Reichsgericht hat den Revisionsantrag des Verlegers der „Berl. Oftend-Ztg.", Ruppel, welcher wegen Beleidigung der Berliner Stadtverwaltung zu 500 Geldstrafe verurtheilt war, verworfen. wur >?« -^visionsantrag des initangeklagten Literaten Weber, ivelcher zu 100 Geldjtrafe verurtheilt war, zurückgewiesen. 21- Februar. Die Rettungsstation Cuxhaven der deutschen Gefellfchaft zur Rettung Schiffbrüchiger meldet: Am 21. Februar von der eua- lstchen Vark „9iorthern Queen", gestrandet auf Vogelsand, 12 Personen aereEt durch das Rettungsboot des zweiten Elbleuchtschiffes. Sturm aus NW. hoher Seegang. ' } J - r , 21. Februar. Der Herzog von Albany und die Prinzessin -OZe^von Waldeck find heute Nachmittag in Windsor eingetroffen. ^uch einem Delegramni der „Tünes" aus Konstantinopel vorn heuti- ßßpjtän Selby in Folge der bei dem Angriff durch albane- stlche Hirten erlittenen schweren Verwundung gestorben. Marseille, 21. Februar. Ain verflossenen Sommbend ist vor dem Hafen von Genua das russische Schiff „Helena", ivelches mit einer Haferladung von Odeßa nach Marseille bestimmt war, in Folge eines heftigen Anstoßes untergegangen. Die Schiffsmannschaft wurde gerettet bis auf einen N!atrosen welcher ertrank. ' Kattaro, 21. Februar. Die Orts-Altesten von Ledenice, Orahovaz und den übrigen von Truppen besetzten Ortschaften in der Crivoscie beschlossen nach Zuze in Montenegro auszuwandern. Wie aus Risano gemeldet wird' rücken die Truppen unailfhaltbar gegen Ubli vor, wo in den nächsten Tagen ein entscheidender Schlag erwartet ivird. 'Rach dem Falle von Ubli dürfte die Unterwerfung der Crivoscianer erfolgen. Petersburg, 21. Februar. Der „Regierungsbote" schreibt: In Folge der von dem General-Adjutanten Skobeleff in Paris an ihn besuchende Studenten gehaltenen Rede werden beumuhigende Gerüchte verbreitet, welche jeder Begründung ent- behren. Dergleichen private Aeußerungen von Personen^ welche Seitens der Negierung nicht dazu ermächtigt sind, können natürlich keinen Ernfluß auf den allgemeinen Gang unserer äußeren Pol'tilj haben, noch unsere guten Beziehungen zu den Nachbarstaaten andern, welche sowohl auf^den freundschastlichen Banden der gekrönten Häupter unter sich und dem klaren Berständniß der Interessen der Völker als auch auf gegenseitiger strenger Erfüllung der bestehenden Verträge begründet sind. Lokale-. .e ~ Gieße«, 22. Februar. (Sterblichkeit in Gießen.) In der Woche oom 12 ms eÄ'Sf/S“'*"""1'" unserem geftrigen Blatte "die untenftebenbe1"^Beueniffe folge« Taffen” welL^b^^ in Rechenkünnler erhalten hat: 5 °n nc ,018en la’’en- welche ber junge manten _>n Au„hochst ihrer Sommerresibenz Sinaia produztten .u bürgen M"jor Romulus Maghieru, Diensthabender Flügel-Adjutant. . Leipz ig, Universitäts-Sternwarte, den 8. Dezember 1R7Q Der sechsmhnge Knabe Moritz Frankl aus Fünfkirchen^hm sick mir ns« Rechner vorgc ellt und Aufgaben aus dem Gebiete btr 4 Spc^es und des Mi rÄ ausziehens gelost, welche mein Erstaunen um so mehr 61"^^ Baben al§ her kennt und sich daher von denselben kein Bild machen kann Er multi- plicnt und btDibirt 3, 4 und Ostell'ge Zahlen mit einer Schnelligkeit und^ßeidifTnfpit' rote ich es nur bet Safe gesehen und gehört habe. Jch^in dnem feilen & aber noch nie ein ähnliches Rechentalent gesunden, ja hätte die Auflösung folcber Ans- Ä 'bn?a”,n2titCr «^°lten, wenn hier nicht der Beweis norläa!' sdE"dernsward'g noch, daß der Knabe ganz Kind ist unb burchau7 nicht em 8hns 8 hunb "U^cde nur, baß das Talent erhalten werde und sich später auf das Gebltt der ganzen Mathematik ausdehnen möge. lpater Prof. Dr. C. Bruhns, Direktor der Sternwarte. ^^och bbute nicht unterlassen, die Musikfreunde etwas ausführlicher auf ein in Auffahrung kommendes Jnstrumentalwerk aufmerksam zu machen welches unstreitig das großartigste und auch einzigste ist, was je auf dem Gebiete der Instrumentalmusik geleistet wurde und was nur ein Beethoven im Stande war zu vollenden. Wir meinen seine „neunte Sinfonie". Dieie ^bdanken, die der große Meister dem besagten Werke beiqab und flck Überall zu einem farbenieichen Bilde vereinigen, das endlich in dem Schlunfake mit Chor (Ode an die Freude) fernen Höhepunkt erreicht konnten nur elnkm Herzkn butsprinsen, welches mit warmen Schlägen die Ideale des Tondichters zum ßeben ner- ?"thoven schwärmte besonders für Göthe und Schicer und war s .^^bene Dichtungen, wie beide sie dem Volk geschenkt Nicht durch Musik allein, sondern nur durch dies elbe im Verein mit der men chlichen Stimme, wahr und ergreifend w^ederaeaeben Begeisterung für Schillers Obe an die Freude schrieb er seine neunte Sinfonie mit dem einen nnh Schlußchor, ein Werk, auf welches nicht nur jeder seinfümende8fleftrbmkenbe Mm» reunb fonbern auch die besten und größten' Meister der^Neuzeit^mit^^inmge^Ver ehrung für den genialen Compomsten herabblicken. Niels W. Gäbe emer®unterer nm % bftC" ontroortcte °inst auf bie Frage, ob er nicht bald eine neue - SeIet1>onDent!e"6mOnie componlren würbe: „Eine neunte Sinfonie schrieb nur ließen, 22. Februar. Gestern Mittag würbe am Neuenweg ein Junge non 9971 *farrfn überfahren; der unachtsame Lenker des Karrens wurde von einem Schutzmanne notirt. Ebenso gcrteih ein Junge am Kirchenplatz unter einen tm (Sdtritt fahrenden Postwagen, wurde^aber glücklicher Weise nur von den Rädern gestreift -3« verschiedenen Straßen setzte es am Fastnacht-Mittag schoi? Prügel ab Unter Anderm schlug eine erwachsene maskirte Person einem Jungen mit einem gebracht! M ba§ ®'Ut Der Thäter wurde demas/irt und zu?AnKe - Gestern Abend mußte ein betrunkener Handwerksbursche, welcher mit offenem Messer auf der Straße herumstel, oerhaftet werden. 1 °r'encm Nacht wurde ein hiesiger junger Mann von einem Soldaten mit dem Seitengewehr bedeutend am Kopfe verletzt. m bm vorgenannten Fällen kamen heute Nacht noch circa ein halbes ^fACrKien ber StrQ6e vor, wobei es bei mehreren blutige Köpfe hk War- e§r augenscheinlich unangenehm, daß sich di^i Schutzmannschaft m jeden einzelnen Fall mischte und die Contravenienten — Am 16. d. Mts. wurde auf dem Felde bei Allerts Baus en h?r Polizeidiener Kasper Hilgärtner todt aufgefunden borhde »«m 12 b-- ooDon ftfh.n-' Ctl ÄM«. *s‘O|«tabrüfe’ d-r junge « 1880 die fh-’jb 8|,M Ihrer btt 1879 . mir al§ Lbe? ^"n°be *nn- 6r tnulti: 1 '?>ch-n an« 9 solcher Auf- :n,e,6 vorläar. mcht e?n; lnb sich später Sternmarte. 'esis Mona/s cwichn. M « Mt ein tn c zu machen n Gebiete der Stande war. Fülle herr- bdqab, und m Schlußsätze einem Herzen m Leben vn- ler unb war lolk geschenkt. Verein mit ergegeben de an die vortrefflichen lkende Musikinniger Ver- einer unserer eine neue - e schrieb nur z. in Zunge von rbe von einem len im Schritt gestreift. in Prügel ab. Hinein Prüfet M AnMe r mit ofitnem uten mit dem rca ein halbes blutige Köpfe M daß sich intraoenienten t bet dortige Hrundherr- innn,|ort-'- m 2. ®n* t,;jäönr; öom wr.t befördert, inj »um ®»! iceieldm. vom .l-derMM @ro6k3itf,- ilU ®x0% «d- und di- ,«[», an.7 lönen Trink- «nd heraus- den 2500 4 L-n-eldoH" bn-r S-NelS burd) * 'ä aufben n^cb /arfud; t. d«s', M in S unb Schiffsbericht. Mttgetheilt von dem Agenten des Norddeutschen Lloyd in Bremen. C- W. Dietz Nachfolger Gießen. Bremen. 21. Februar. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Ohio, Capt. G. Meyer, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 1. Februar von Bremen abgegangen war, ist gestern Morgen wohlbehalten in Baltimore angekommen. „zum Andenken" — „Danke, donk< läßt die Dame zurücksagen, „ich lasse den Herrn grüßen, die Photographie ist vortrefflich gelungen." 1100 JC. aus einem durch Giro an ihn gelangten Wechsel, welcher im Contexte als Wechselsumme den Betrag von elfhundert X angab gegen.den Acceptanten. Der beklagte Acceptant wendet ein, er habe zwar acceptlrt, jedoch ntcht für 1100 sondern, wie der Augenschein al§ richtig -rw,-s - für 11.00 X; -r h-it- deßha b gemäß Art 22 der Wechselordnung aus diesem, nach üblicher Schreibweise auf 11^ lautenden Accept blos für elf J4. Vergebl ch replicirte der Kläger, das Accept müsse als für 1100 lautend gelesen und verstanden werden. Der Gerichtshof erachtete die Einrede thalsächlich und rechtlich für .durchgreifend und verurtbeckte den beklagten Acceptanten zur Zahlung von nur 11 «X, während Kläger mit dem geforderten Mehrbeträge von 1089abgewiesen wurde. _ Nicht übel ist die Geschichte von der deutschen Gans und dem kroatischen Esel, die das Tagesgespräch in Agram ist. Eine deutsche Dame geht mit andern in der Hauptstraße deutsch plaudernd auf und ab. — „L>w deutsche Gans! ruft ihr em kroatischer Heldenjünglmg zu — „Sie kroatischer Esel !" antwortete bk S)ame lächelnd, nun haben Sie'S kroat sch!" — Das Herrchen schleicht sich ärgerlich davon, kauft m emem Sp.^lwaarenlager einen Esel und schickt ihn der Dame durch einen Dienftmann Frankfurt a. M., 22. Februar, Nachmittags 2 Uhr — Min. (Telegraphischer Coursbericht. Mitgetheilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen.) Creditactien 260V2, Staatsbahnactien 256%, Galizier 247%, Oesterr. Silberrente 64%, 4°/o Ungar. Goldrente 72%, 4% 1880er Russen 70.—, 2. Orient-Anleihe 57%, 5% Rumänische Rente 86%, Lombarden —. Tendenz — Submission Die Anfertigung nachverzeichneter Arbeiten und die Lieferung van Dielen für den Gesellichafts - Verein Gießen soll im Submissionsweg vergeben werden: Maurerarbeit, veranschl. zu uL$ Die gesa Eindrücke, den d Pris allerorts c 'chr General es schMrn, die nc müssen. Aobele vatmm" gethai worden Seien, ab Inhalt Seiner R rungen der ruSS von GeobTepe mal wi$id) internationalen, denn auch, dc daß ihre Mit selbe werbe bei Mch her jri gewibiuet Grunde so roenit dahingestellt. Zn dem 1 kosten hat da Mendchohn lvurt Trns;ioMzu2 Msüzn2H komska zu 3 M Geldstrch und wurde jretzS^c Auch in 'chen Abgeordni äu ersuchen, st oes Tabaksmoi Mnei, wdche M°m°g lehnt- f,1£ Befreiung teuer autzusp S^ unb m Nanblung a er bat d» bet oetfaffn « Nau£ &Nen dl bi te N SS MM Iht