1882 Freitag den 22 December sre. 299 nzerger leirener Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Hurean: Schulstraße 7. ile bei der Be- ifcr amllie. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Politische Uebersicht. Gießen, 21. December. Der Kaiser ist wiederum, wie das in den letzten Jahren öfters der Fall war, wenn plötzlicher Witterungswechsel eintrat, von einer Heiserkeit desallen worden, welche ihm das Sprechen sehr erschwert. Auf den Rath der Aerzte ist daher der Kaiser vermocht worden, für einige Tage das Zimmer zu hüten, doch hört er die regelmäßigen Vorträge weiter und ertheilt auch toieUQmmer dürftiger fließt der Quell der politifchen Neuigkeiten, die Nähe des Weihnachtsfestes macht sich eben auch nach dieser Nich- lung hin immer mehr bemerkbar. Allerwärts vertagen sich die Parlamente und auch bei uns ist das nur noch schwach flackernde parlamentarische Flämmlein mit der am Dienstag den 19. December eingetretenen Vertagung des preußischen Abgeordnetenhauses erloschen. Die letzten Sitzungen des Hauses boten nichts Hervorragendes dar, besonders nachdem sich das Interesse an dem Geschick der Licenzsteuer-Voilage, welche am Sonnabend einer Commission von 21 Mitgliedern überwiesen wurde, vorläufig wieder gelegt hat. Ein Theil der Montags- Sitzung war der Besprechung der Interpellation des fortschrittlichen Abg. Dirichlet bezüglich der körperlichen Züchtigung eines Mädchens in Buchwald bei Schmiedeberg in Schl, durch den dortigen Amts- und Schulvorstand, Freiherr v Nothenhan, gewidmet. Justizminister Dr. Friedberg erklärte, er hätte schon eine desinitive Entscheidung getroffen, wenn nicht noch einzelne Punkte auf- -uklären wären, über welche er Erhebungen angeordnet habe. Wenn diese die bisherigen Ergebnisse nicht wesentlich abänderten, glaube er, daß er die Ueber- aabe der Sache an die richterliche Entscheidung verfügen werde. Die Rede Friedberg's fand im Hause lebhaften Beifall und Hänel erklärte hieraus, auf eine weitere Besprechung der Interpellation Verzicht leisten zu wollen. Im Lause der sodann wieder ausgenommenen Berathung des Etats wurde der Specialetat des Justizministeriums erledigt, desgleichen am Dienstag noch die Specialetats der Staatsarchive, der Bauverwaltung und der directen Steuern. Wiederum ist ein verdienter Officier aus der Zahl der alten Kamps- und Waffengenossen des Kaisers Ms dem activen Dienst geschieden. Das von dem General-Jnspecteur der Artillerie, Generallieutenant v. Bülow, ^gereichte Abschiedsgesuch hat die Allerhöchste Genehmigung gesunden. Zugleich hat der Kaiser, als Zeichen seiner besonderen Anerkennung, dem General- üeutenant v. Bülow den Charakter eines Generals der Jnsanterie verliehen und ihn ferner zum Chef des ersten Pommerschen Feldartillerie-Regiments Rr. 2 crnann^^ Tagesgespräch in Wien bildet die Anwesenheit des Legations- rathes Grasen Herbert Bismarck, welcher am vergangenen Freitag Abend in der österreichischen Hauptstadt eingetroffen ist und bereits am solgenden Tage 1)em Minister des Auswärtigen, Grasen Kalnoky, einen längeren Besuch ab- stattete. Die plötzliche Mission des ältesten Sohnes des deutschen Reichskanzlers KZ KL l,tw Ju>«bcn, -je feine cre MgNN. Wtt Eindruck w mlmchr bet mfrufcr 'ch f«n Urtbeit nf: l” Md d-s „hlniche urterjett^nete Herein xbkÄ! Wuth,i„tr Wen griffe er Gegner mit seinen 1° fallt die Verant- W ilcordia". nach Wien hat natürlich wieder eine Menge Commentare gefunden, namentlich bringt man aber dieselbe mit dem deutsch-österreichischen Bündnisse in Verbindung. In den Wiener diplomatischen Kreisen widerspricht man allerdings dieser Auffassung, aber man sieht nicht recht ein, warum gerade die Allianz zwischen Deutschland und Oesterreich in letzter Zeit Gegenstand eingehender Erörterungen gewesen ist und da in diese Zeit Ijinent auch die Reise des Herrn v. Giers fällt, so erscheint es doch nur natürlich, wenn man die Wiener Reffe des Grasen Bismarck mit diesen Dingen in Verbindung bringt, ohne sich weiter rni Felde der Conjecturalpolitik zu verlieren. Hoffentlich werden die Ofstciösen an der Donau und an der Spree hierüber bald einige ausklärende Winke geben. Die sich endlos fort spinnenden Verhandln ii gen der französischen Deputirtenkammer über das außerordentliche Budget haben am vergangenen Sonnabend mit der Annahme desselben gegen zwei Stiminen geendet. Der ganze Verlauf dieser Debatteil hat eigenthümliche Widersprüche über dre französischen Finanzen zu Tage gefördert; auf der einen Seite wurde die gegenwärtige Finanzlage Frankreichs als glanzvoll geschildert, auf der andern.^eite wurde dieselbe in den schwärzesten Farben gemalt. Die Wahrheit scheint zwischen diesem ausgesprochenen Optiinisnius und diesem entschiedenen Pes simls- mus in der Mitte zu liegen, d. h. die Finanzlage Frankreichs ist nicht so verzweifelt, wie sie die Gegner der Republik darstellen, aber auch Nicht so glanzend, um mit Milliarden umherwerfen zu können. Jedenfalls wird tue vom Finanzminister Tirard selbst ausgegebene Parole der weisen Sparsamkeit für die französische Finanzverwaltung auf längere Zeit maßgebend bleiben muffen. — Die Verletzung, welche sich Herr Duclerc, der Ministerpräsident, durch eine Quetschung am Kniee zugefügt hat, ist zwar nicht bedenklich, wird aber immerhin den Minister auf einige Tage an's Zimmer fesseln - In parlamentarischen Kreisen versichert man, daß das Ministerium sich neuerdings mit der Frage wegen einer Expedition nach Tonking beschäftigen werde;, bisher Hatten nur Ministerverschiedenheiten bezüglich der Details für eine solche Expedition die Prüfung der Frage verzögert. Die Bedeutung des im englischen Cabinet eingetretenen Personen- und Aemterwechsels entzieht sich vorläufig noch emer eingehenderen Be- urtheilung, da man erst abwarten muß, wie die Betreffenden ihre neuen Rollen auffassen werden. Von dem ursprünglichen Programm - Chllders, ^chatz- secretär, Hartington, Kriegsminister, und Lord Derby, ^taatssecretar für Nubien - ist insofern abgewichen worden, als Derby zum Minister der Colo- nieen ernannt worden ist und dafür Kimberley das Ministerium für Indien übernommen hat. Die Londoner Blätter besprechen den Eintritt Lord Deiby s in das Cabinet Gladstone mit großer Zuruckhaltung was wohl der neulichen Programmrede Derby's in Manchester zuzuschreiben ist, m welcher er sich bekanntlich als warmer Freund Frankreichs aufspielte wahrend doch fetzt der Wind aus England, gerade nicht freundlich nach Frankreich hmuberweht. Viel- leicht scheint aber Lord Derby berufen zu fein, um den sich immer mehr zu- ssamilienlogis mit ver- idor auf 15. Jamm Zimmer auf sofort in WaMorstraße 1L Zimmer mit jiabml oermiethen. Mackstraße^. jatrilitnlW* P ti Felsing» SMS*»! ^Mannberaer^ Sen Md faHU >bnun« wn 7 Sm 3 '-■‘SS* ife N* x,sS-.- et^NS Ui# «Ä'S SdÄsS szt und io* H gtibten ‘‘für / >252 H»' l *xe**>>/ A u s f d) reib e n. . s Am 17 Auqust l. Js., Nachmittags, wurde in dem Großherzoglichen Orangeriegarten zu Bessnngen eine unbekamite Mannsperson erhängt en Der Verlebte etwa 58 bis 60 Jahre alt, 1,65 Mir. groß, hat braunes dünnes Kopfhaar, etwas grau melM, Bart rasrrt, lekleidet A ' blauem, bis an die Knie gehenden Tuchrock, sogen. Kirchenrock, fchwarzer Tuchweste, graublauen Stosfholen, schwarzer Tuchmutzet mrt Lederschld, ube J sich am Aland an der Stirnseide ein' grauseidener Einsatz befindet, angeschuhten Schaftcnstieseln und Hemd von grobem Hausmacher-Lemen n 1 Brultetnsatz,^aNb^we^chem^de^Namen^ausg^eschmtt^^ ^Mittelungen nach dem Namen und Heimat des Verlebten und um Nachricht von einem Resultat. Darmstadt, den 15. Dezember 1882. Großherzogliches Polizeiamt. — Betreffend - Die Nnlage von Feldwegen und Entwässerungsgräben in der Gemarkung Gießen. Bekanntmachung. Tw die Nertülluna der in die neuen Grundstücke hinein fallenden größeren Gräben, wie sich erst neuerdings ergeben hat, vielen Grundbesitzern selbst nickt möalick war bat vie Commission nachträglich beschlossen, die Verfüllung der größeren alten Grüben baldmöglichst noch ausführen zu laßen. Der in ÄÄommene'um 332 Z. billiger vollziehen, als sie veranschlagt ist und soll der gesummte Kostenbetrag dadurch au- gebracht werden, daß das verfüllte Grabengelände den Besitzern der Aecker, in welche solches fallt, so hoch angelchlagen wird, als das angrenzende Acker- und dem Plane, in welchem die zu verfüllenden Gräben blau eingemalt sind, liegen vom 28. December l-J. bis 11. Januar k. E II7erungsgel aude dahier auf unserer Registratur zur Einsicht der Betheiligten offen. Reclamationen dagegen können be, uns wahrend der angegebenen Frist, müßen aber spätestens im Termine, Samstag den 13. Januar f. I., Vormittags von 10-12 Uhr, bei uns .m Reg.erungsgebaude dah er bei Meidung späterer Nichtberücksichtigung und der Annahme des Einverständnisses mit den Commisfionsbeschlussen vorgebracht werden, indem eine Wieder- einsetzunq in den vorigen Stand wegen Versäunmiß der oben angegebenen Frist gesetzlich nicht zulässig i)t. Gießen, am 19. December 1882. Großherzogliches Kreisamt Giessen. vr. Boek mann.____ Betreffend: Viehzählung im Deutschen Reich. Bekanntmachung. . „ k Die in dem Verzeichnis; der Mitglieder der Viehzählungs-Commissionen in Nr. 297 des Gießener Anzeigers enthaltene Commission für Berrrov funairt zugleich auch für Winnerod, was hiermit bekannt gegeben wird Gießen, den 20. December 1882. Grossherzogliches Kreisamt Giessen. Dr. Boekmann. spitzenden Gegensatz zwischen beiden Mächten in der egpptischen Frage aus- , zugleichen. Aus Egypten laufen jetzt die Nachrichten recht spärlich ein: der natürliche Rückschlag aus all' die sich überstürzenden Meldungen aus dem Pharao- j nenlande während des egypüjchen Feldzuges. Auch aus dem Sudan kommen j nur dann und wann einzelne Berichte, welche nicht erkennen lassen, ob der Auf- ' stand des „falschen Propheten" Fortschritte macht oder ob die Truppen des ■ Khedive den Propheten zum Rückzug gezwungen haben. Im Ganzen scheint jedoch in den inneren Verhältnissen Egyptens eine langsame Wendung zum Bessern einzutreten, was im Interesse des schwer geprüften Landes nur zu wünschen ist. m. Darmstadt, 20. December. Die Landtagsabgeordneten Schröder und Osann Haden folgende Interpellation an die Großherzogtlche Staatsregierung gerichtet : „Dem Vernehmen nach ist vor einiger Zett Großherzoglicher Staatsregierung das Gutachten oder die Denkschrift der für die Untersuchung der Beschwerden über die Eorrectron des Rhernes und feiner Ufer berufenen Commission zugegangen. Die darin nach Anhörung der Interessenten und der zuständigen Baudcamten — von der gedachten Commission entwickelten Ansichten und Vo. schlage über die angezeigte Behandlung vorhandener und als solcher anerkannter Uedelstände und Mängel kennen zu lernen, erscheint für die Landslände schon an sich und gerade jetzt angesichts der neuen schweren Wassercalamttät dringend nothwendtg. Auch wurde bei der letzten Budgelberathung der zweiten Ständekammer die in Aussicht genommene Neuorganisation des Wasserbauwesens von der eingehenden Kenntnitz der erwähnten Untersuchung und des Ergebnisses derselben, wie auch des oben angesührten Gutachtens abhängig gemacht. Die ergebens! Unterzeichneten erlauben sich deßhalb, an Grobherzogliche SlaatSregierung nachfolgende Anfrage zu richten: 1. Ist die unverkürzte Mütheilung des Gutachtens, bezw. der Denkschrift der oben erwähnten Commission an die Stände des Großherzogthums in Aussicht genommen und wann zu erwarten? 2. Ist eine Vorlage Großherzoglicher Staatsregierung wegen der Rheincorrection und der Rheinuferbauten unter Berücksichtigung des gedachten Gutachtens, bezw. der gedachten Denkschrift und wann zu erwarten? Berlin, 19. December. Die „B. P. N." schreiben: Die russische Politik ist doppelköpfig, gleich dem russischen Wappenvogel. Sie Hal ihre officielle Tendenz, daneben aber ihre panslavtstrschen Liebhabereien. Das durch Herrn v. GierS repräsentirte officielle Rußland kann schon um seiner selbst willen gar nicht anders, als dem in Europa gegenwärtig präoalirenden System beipflichten. Sowohl die monarchischen als die kulturellen Traditionen des Czarenreiches weisen es auf ununterbrochene und enge Fühlung mit dem „Westen" hin. Daneben aber führen die elementaren Instinkte des Moskowlterthums ihre gesonderte Ex stenz und letzteres glaubt sich im Bunde mit dem Panslavismus und Nihilismus stark genug, den Staatsmännern und Diplomaten des officiellen Rußland Gesetze ihres Verhaltens oktroyiren zu können, welche über kurz oder lang m einer allgemeinen europäischen Conflagration zum Vorschein kommen müssen, wenn es nicht gelingt, den moskowltischen Chauvinismus unschädlich zu machen. An hervorragender Stelle hat es die „Nordd. Allg. Ztg." gestern Abend mit seltener, aber desto bezeichnender Offenheit ausgesprochen, daß Die intellektuelle Schuld an dem zwischen Deutschland und Rußland herrschenden Mißtrauen einzig in dem Gebühren der letzteren Macht gefunden werden kann und einzig auf unberechtigte Empfindlichkeiten der öffentlichen Meinung Rußlands zurückzuführen ist, sofern dieselbe der deutschen Politik Die Hauptverantwortlichkeit für Den vermeintlichen russischen Mißerfolg aus dem Berliner Congresse in die ivchuhe schob. Das genannte Blatt zahlt den russischen Blättern ihre Angriffe apf Die damalige deutsche Politik mit gleicher Münze Henn, gleichsam, als ob es einen Wink nach St- Petersburg beabsichtigte, daß Deutschlands Langmuth und Geduld nicht unerschöpflich seien- Jenseits Der Vogesen nimmt man von den deutsch-russischen Preßplänkeleien anscheinend nur geringe Notiz; desto angelegentlicher wird die Wahrscheinlichkeit einer die französischen Interessen am N'l berücksichtigenden Einigung mit England erörtert und nebenbei auf schärfere Accentuirung der französischen Colonialpolitik gedrungen- Madagaskar tritt einstweilen vor Tonkm in den Hintergrund. In Tonkin will die Republik jetzt Ernst machen und dem dort ftatiomrten kleinen Detachement mit einer regelrecht organisirten Expedition unter die Arme greifen- Nach Den neuesten Meldungen würde Frankreich in Tonkm völlig freie Hand vorfinden, da die Chinesen das Land anscheinend definitiv geräumt haben. Telegraphische Depeschen. Wolsf'S telegr. Eorrespondem-Brrrearr. Berlin, 20. December. In der unter dem Vorsitze des Staatsmintsters von Bötticher am 19. December abgehallenen Plenarsitzung deS Bundesraths wurden der Entwurf einer Verordnung, betr. Die Verwendung von Blei und Zink bei der Herstellung von Nahrungsmitteln, Genutzmitteln und Gebrauchsgegenfländen, sowie der Antrag Mecklenburg-Schwerins wegen der Aushändigung des Schifferprüfungs-Zeug- nisses an einen Steuermann den zuständigen Ausschüssen zur Vorberathung, Der zu der Petition der Handelskammer für Ost-Friesland und Papenburg, betr. die Coupoas- Emlösung der Reichsanleihe gefaßte Beschluß des Reichstags vom 2. December d I. dem Herrn Reichskanzler überwiesen. Die Anträge wegen der Sr. Maj. Dem Kaiser vorzulegenden Vorschläge zur Besetzung je einer bei Dem Patentamt und bei dem Reichsgericht vom 1. Januar 1883 ab zur Erledigung gelangenden Mitgliedsstellen fanden die Zustimmung der Versammlung. Die Vorschläge der Ausschüsse wegen der Zollbehandlung von Ozokerit und Corned-beef, wegen Erweiterung der statistischen Aufnahmen über die Erwerbung und den Verlust der Reichs- und Staatsangehörigkeit, in Betreff der Zulassung von PrivcBTransitlagern für Sternanis und wegen Ergänzung Der Bestimmungen über die Prüfung der Apothekergehilfen wurden genehmigt. Die Versammlung beschloß unter gewissen Einschränkungen und Vorbehalten Die Zulassung der Einfuhr von R'ndoieh aus Oesterreich zum Zwecke der im Jahre 1883 in Hamburg stattfindenden internationalen landwirthschaftl'chen Thierausstellung. Mehrere Eingaben von Privaten, betr. den Veredelungsoerkehr nach dem bremischen Freihafengebiet mit Brettern und Bohlen, Zolltarifiruvg von parfümirter Seife, Zolltarifirung seidener Bänder mit baumwollenen Fäden, Zolltarifirung von Dari, Rückvergütung des Zolls für Margarin bet der Ausfuhr von Kunstbutter wurden ablehnend beschicden. Schließlich faßte die Versammlung Beschluß über die geschäftliche Behandlung mehrerer neu eingegangener Eingaben. Berlin, 20. December. Die „Nordd. Allg. Ztg." sagt, der bekannte Artikel der „Mosk. Zeitung" sei hier mit um so größerer Befriedigung begrüßt worden, als anzunehmen sei, daß derselbe den Auffassungen der leitenden Stelle in Petersburg entspreche; der von der „Mosk. Zeitung" geäußerten Hoffnung, Die Zusammenkunft des Herrn v. Giers mit dem Fürsten Bismarck werde den Boden säubern zum gegenseitigen Verständnisse, habe es für beide Minister gar nicht bedurft, die „Mosk. Zeitung" könne sich aber das Verdienst vindiciren, daß sie es unternommen habe, den Boden der Thatsachen von Jrrthümern zu säubern, mit welchen eine gewissenlose Geschästsfälschung den klaren Blick der öffentlichen Meinung Rußlands getrübt hatte. — Der Kaiser ist jetzt soweit wieder hergestellt, daß er bei günstigem Wetter die regelmäßigen Ausfahrten werde wieder ausnehmen können. Der Kaiser nahm im Laufe des Vormittags die gewohnten Vorträge entgegen. — Der in erster Instanz wegen groben Unfugs, Widerstands gegen die Staatsgewalt und Beleidigung anläßlich des Brandes der Hygieine-Ausstellung zu 4 Wochen Gesängniß und 50 «X Geldbuße verurtheilte cand. theol. Franzen wurde von der Strafkammer des Landgerichts heute kostenlos freigesprochen. München, 20. December. Der Wien-Pariser Schnellzug fuhr heute i Morgen auf der bayerischen Station Haar bei einer fahrplanmäßigen Kreuzung ' auf die letzten Wagen eines einfahrenden Güterzugs. Es wurde Niemand verletzt, mehrere Wagen des Güterzugs sind aber stark beschädigt. Die Bahn war bei dem Ausfahrtswechsel für kurze Zett unsahrbar. Nach Paris wurde von hier ein Ergänzungs-Schnellzug abgelassen. Paris, 20. Decbr. Zn dem Proceß gegen Bontoux und Feder wurden die beiden Angeklagten heute zu je 5 Jahren Gefängniß, 3000 Frcs. Geldbuße und gemeinschaftlich in die Kosten verurtheilt, und zwar wegen falscher Angaben in den Generalversammlungen, wegen Verheimlichungen in den Rechnungen durch ftngirte Schriftstücke, wegen Börsenoperationen mit den Fonds der Gesellschaft, wegen Errichtung eines fictiven Börsenmarktes zum betrügerischen Treiben der Course. Petersburg, 20. December. Der bereits signalisirte Artikel des „Journal de St. Petersbourg" lautet ausführlicher: Es gehört zum Wesen des Journalismus, in Der Presse beständig die wichtigsten Fragen Der internationalen Politik aufzuwerfen, als wenn dieselben täglich aufs Neue entschieden werden müßten. Gegenüber diesen Jnconvenienzen ist man zuweilen so glücklich, ein'ge gute Körner sammeln zu können. So hat die Reise deS Herrn v. Gieis Veranlassung zu einer ausgedehnten Polemik gegeben. Wir sahen dieselbe voraus und mischten uns möglichst wenig darein. Die Pol'.mik war ebenso unausbleiblich, als sie in den meisten Fällen unnütz ist. Aber, wie wir sagten, erscheint zuweilen in der Spreu em gutes Korn. Nachdem die „Moskauer Zeitung" kürzlich einen Artikel pubKcirt hat, in welchem die elementare Wahrheit bestätigt wird, daß Rußland und Deutschland tausendmal mehr Ursache haben, m vollkommener Harmonie zu leben und ihre vortrefflichen, Jahrhunderte alten Beziehungen fortzusetzen, als sich zu bekämpfen, antwortet Die „Nordd. Allg Ztg." darauf durch eine Note, deren Schluß festzuhalten wir uns glücklich schätzen, daß nämlich die Entrevue in Varzin das Tenain zur Entente ebnen wird und daß die Übereinstimmung selbst auch dann fest bestehen bleiben whb, wenn feine Convention beschlossen fein würde, da die Interessen Deutschlands und Rußlands sich überall berühren, ohne sich irgendwie und irgendwo zu kreuzen Diese Thatsache muß die Hirngespinnste auf Null zurückführen, welche eine gute Anzahl von Zeitungen zu Tage förderte hinsichtlich der Befestigungs- oder Eisen- bahnarbetten, zu denen die beiden Regierungen vorgingen. Jederzeit gehörte es zu Den wesentlichsten Pflichten einer Negierung, ihre Grenzen in Vertheidigungszustand zu setzen unter Benutzung der Lehren der Wissenschaft und Erfahrung. Zu anderen Zetten geschah dies nicht weniger emsig als heute. Heute glaubt man nur, um die Ausgaben vor der öffentlichen Meinung zu rechisertigen, die Aufmerksamkeit auf die entsprechende A'bett des Nachbarlandes h nlenken zu müssen. Da, wie gestern die „Nordd. Allg. Ztg " sehr richtig sagte, die Interessen der beiden großen Nachbarvölker sich überall berühren und nirgends kreuzen, da ferner Beziehungen jahrhundertlanger Freundschaft sie vereinigen, so können solche Arbeiten keine Unruhe und Störung beiDorturen. Doßhalb glauben wir durchaus keinen Grund zu haben, uns bei der Polemik aufzuhalten, welche unsere ausländischen Collegen über diesen Gegenstand führen. L o f a l e $♦ Gießen, 21. December. Der Nachmittagsgottesdienst in Der Stadtkirche am nächsten Sonntage wird sich zu einer besonders festlichen Vorfeier des heiligen Abends gestalten. Aehnlich wie in vielen größeren Städtegemeinden wird nämlich die biblische Erzählung von der Geburt Christi in der Weise zum liturgischen Ausdruck gebracht werden, daß die Altarleclivn die Geburtsgeschichte erzählt, Der Chor (Kirchengesang- ocrein) Den Eindruck dieser Geschichte in einem Weihnachtsliede wiebergiebt unb die ganze Gemeinde darauf mir ihrem Gesänge antwortet. Sv werden in stufenmaßiger Reihenfolge jene lieblichen Weihuachtserzählungen der heiligen Schrift durch den Geistlichen, Chor und Geneinde verkündet werden, während zugleich ein Christbaum auf dem Altar dem Gotteshause selbst weihnachtlichen Schmuck geben wird. Außer den bekannten Weihnachtsliedern („Es ist ein Ros entsprungen", „S'ille Nacht", „Vom Himmel hoch") kommen noch zwei bisher hier nicht gehörte Lieder: „Ein Kindelein )o löbelich" von Schröter (1587) und „Freu' Dich Erd' und Sternenzelt" (Altböhmisch) zum Vortrag. Während so dieser schon um v24 Uhr beginnende Gottesdienst eine passende Vorfeier jeder häuslichen Weihnachtsfeier bilden und besonders auch den Kindern unserer Gemeinde einen weihevollen Eindruck von der Herrlichkeit der Weihnachts- rhatsache geben soll, möchte er auch d njenigen reichen Ersatz bieten, die der Weihnachtsfeier im eigenen Hause aus irgend einem Grunde entbehren müssen. Gießen, 21. December. [Theater.] Von den neueren unb neuesten Lustspielen, welche der Zug der Mode saft auf alle Bühnen bringt, haben die beiden Offiziers- fomöbien ber Lustspiel-Compagnie Moser-Schönthan unstreitig ben nachhaltigsten Erfolg errungen Nachbem „Krieg im Frieden" sich lange Zeit hindurch als ein Zugstück allerersten Ranges bewährt hat, setzt „Reif Reiflingcn" mit nicht geringerem Erfolge seine Spaziergänge über die deutschen Bühnen fort. Dieser naive Offizier, ber sich auf großen und kleinen Theatern als ganz b fonberer Liebling der Damenwelt erwiesen hat, macht nun einmal Glück; man ist ihm in Gnaden gewogen, wenn auch seine Abenteuer und Erlebnisse felbft kein besonderes Interesse m Anspruch nehmen. Besonders die beiden ersten Akte sind durch den frischen Ton und die ungezwungenen Verwicklungen, in Die der Held geräth, von ergötzlicher Wirkung. Wir können es daher als einen glücklichen Griff betrachten, daß Herr Abafura genanntes Stück zu seiner am kommenden Freitage statthabenden Benefizvorstellung gewählt hat. Wir wollen deshalb nicht verfehlen, die Freunde des Theaters und des genannten Herrn auf diese Gelegenheit um so mehr aufmerksam zu machen, als einet feit§ der für das Benefiz bestimmte Tag an und für sich in Folge ber bevorstehenben Feiertage ziemlich ungünstig ist und es andererseits dem verbienstvollen Darsteller leider schon zu wiederholten Malen widerfahren ist, daß er seine besten Rollen (wir brauchen nur an „Docior Klaus" zu erinnern) vor leerem Hause spielen mußte. Vermischtes. Marburg, 18. December. Der am vergangenen Samstag plötzlich verschiedene Geheime Medicinalrath Professor Dr. Friedrich Wilhelm Beneke war in Celle am 27. März 1824 geboren. Im Jahre 1857 wurde derselbe als damaliger Medicinalrath und Leibarzt von Oldenburg nach Hessen berufen und zum ersten Brunnenarzt in Nauheim unter Verleihung des Prädikats Hofrath ernannt. Auch hielt er von da ab als Privatdocent der Medicin im Wintersemester Vorlesungen an diesiger Universität. 1858 würbe bem Verblichenen das Prädikat Geheimer Medicinalrath verliehen und 1863 wurde er zum außerordentlichen Professor, sowie 1867 zum orden lieben Professor in der medicinifchen Fakultät hiesiger Univeisilät für das Fach der pathologischen Anatomie und allgemeinen Pathologie unb auch zum Direktor des pathologisch-anatomischen Instituts ernannt. — Eine sehr grope Anzahl wissenschaftlicher Werke gibt ein Zeug- niß für die außerordentliche Thätigkett des Verstorbenen. Daneben war er aber auch mit großer Opferwilligkeit für humanitäre Zwecke thätig, in Nauheim gründete er ein Armen- und Kinderbadehaus, seine Thätigkett für Heilstätten an der Nordsee fällt noch in die neueste Zeit und konnte er zu denselben nur den ersten Grund legen. , Groß war die Zahl feiner Heilerfolge, was durch die fortwährend gesteigerte Frequenz deS Bades Nauheim wahrend seiner dortigen Wirksamkeit erwiesen ist, und als er im Jahre 1867 dieselbe dort einstellte, ernannten ihn die städtischen Behörden. Nauheims aus Dankbarkeit zum Ehrenbürger der Stadt. Aber auch andere und höhere Anerkennungen wurden ihm zu Theil, so war er Ritter des König!. Preuß. Rothen Adlerordens 4 Classe, des Königl. Preuß. Kronenordens 4. Classe am Erinnerungsbande, Inhaber des Großh. Hess. Ludwigsordens 1. Classe, des Eisernen Kreuzes am weißen Bande, Mitglied der "4. Classe des Königl. Hannover. Guelsenordens, Inhaber des Fürst! Waldeck'schen Verdienstordens 1. Cl Möge ihm, der so plötzlich seiner Familie und seinem Berufe entrissen wurde, nach einer angestrengten und anerkannten Thatig- feit die Erde leicht sein. Offenbach, 18. December. W^e die „O. Z." erfährt, wurden die Bauunternehmer Leuckard und Best ans Bürgel vorgestern Nachmittag auf Verfügung Der Staatsanwaltschaft in Darmstadt daher verhaftet und in das Kriminal-Untersuchungs- gefängniß in Darmstadt eingebefert Diese Maßregel dürste mit Rücksicht auf den bei dem letzten Hochwasser in Bürgel stattgefundenen Einsturz verschiedener von den beiden Genannten erbauten Hauser, wobei bekanntlich mehrere Menschen ihren Tod gefunden haben, erfolgt sein. Sollte sich erweisen, daß nur die schleckte Bauart der Hauser an ihrem Einstürze Schuld war, so würde die Anklage auf fahrlässige Tödtung zu stellen Für die Wasserbeschädigten im Großherzogthum gingev weiter ein: e® den 23. December 1882 1883J Januar in Die Interessenten werden daher 'aufempfiehlt Karl Berger. 8434 in Kehr. 8441 8241 Den Empfang obiger 239,96 X bescheinige ich mit herzlichem Danke. Gießen, den 21. December 1882. den n Die nicht mit dem Mühlenanwesen zusammenhängenden Grundstücke, auch der Gemarkung Heuchelheim, werden einzeln versteigert. Bei entsprechendem Gebote kann der Zuschlag sofort ertheilt werden. Nähere Auskunft ertheilt Samstag Mittwoch Donnerstag Samstag sowie Dienstag Mittwoch Donnerstag Samstag Dienstag Mittwoch Donnerstag Samstag WerkjeugkafLen, Laubsägekaften, Ahornbolz, sowie alle zu Laubsägearbeiten nothigen Artikel empfiehlt Auf Anstehen deS Herrn Bräuning in Gießen sollen Freitag den 22 IDecember, Bekanntmachung. Zur Bezahlung der Zinsen, welche von Den bei der hiesigen Spar- und Leihkasse angelegten Kapitalien am Ende dieses Jahres fällig werden, sind nachstehende Termine festgesetzt, und zwar: Gießen, den 20. December 1882. F- Hoffmann, ____ ConeurS.Verwalter. Ilex (Stechpalmen) _ _ und 8426 Epheu - Kränze Briefkasten. Neugieriger in Groß-Buseck. Lesen Sie die Nr. 297 des Anzeiger genau durch. Doct werden Sie finden, was Sie vermißten. D. Exoed. Nachmittags 2 Uhr, der Flett'fchen Hofraithe dahier dessen Möbel, als: 1 Kleiderschrank, 1 Kommode, 1 Küchenschrank, 2 große Bilder, 1 Sopha, 1 Wanduhr, 1 eiserne Bettlade mit Strohsack, 1 neues Frauenkleid nebst Hut, Sonnem und Regenschirm, 1 großer Spiegel . und 1 Bügeleisen nebst Stahl freiwillig öffentlich meistbietend versteigert werden. Dre Versteigerung findet bestimmt statt. Bauer. 5ür Neujahr empfehlen wir: Punseheffenze in Arrac, Rum und Burgunder, sowie Rum de Jamaica, Arrac de Batavia, ächten alten französischen Cognac, Chocolade von Stollwerk unv Wagner, diverse Sorten Thee, direct importirt. J. A. Busch Söhne. Mühlen Versteigerung. Mittwoch den 3. Januar 1883, Nachmittags 2 Uhr, wird auf dem Rathhause zu Heuchelheim die dicht bei Heuchelheim, y4 Stunde vom Bahnhof Kinzenbach, Vz Stunde von Gießen entfernt gelegene, mit den besten neuen Einrichtungen für Kunstmüllerei versehene «Heuchelheimer Mühle mit guter Wasserkraft und Dampfbetrieb, auf der auch früher einmal eine sehr frequente Wirthschaft betrieben wurde, nebst ca. 8 Morgen vorzüglichen Geländes (Wiesen 2C.), sowie die in der Gemarkung Gießen gelegenen Grundstücke Flur IX. 208 656 M. Acker unter der Rodheimer Straße, auf den Gießener Weg, Flur X. 243 1131 M. Acker auf der Hardt, an der Koppelhuth, meistbietend versteigert. Pfennig-Sparkasse. ,. Die Einleger werden aufgefordert, Samstag den 23. Dezember lfd. Js. ore Sparrassenscheine zum Zwecke der Einlage des Pfennigspargeldes in die Sparkasse dahier an die Pfennigsparkasse-Erheber abzugeben. Gießen, den 13. Dezember 1882. Das Direktorium. Willi. Seibert, Marktstr^Kt» 91 27. 28. 30. i 2. 3. 4. 6. 9. 10. 11. 13. Frische Bratbückinae „ Schellfische eingetroffen. Ferner für Weihnachten Lebende Karpfen in C. Gr« Hleinhenrfs JDelicatessenh-dlg. 8445 er StadWe am s heilig Abends bild d-cblbMt Ausdnilk flebrbt or (^ilchenseiang- )jedesgiebt und bk t in nustnmM pdjriit durch ba id) ein ChristbaW ien wirb' föiißt , - r Sottesdimst eine i< »-»-"VW als tm N” jeringerem M (filier, her ft* “ Ä Seraiil"««“1' Ms xM" Telegraisisn. A 20 000 fl. ö W. ^aupttrrfftr öcr Ungar, £oofe t gehörte es zu heidigungszustand ag. Zu anderen man nur, um die rffamfdt auf die wie gestern die en Nachbarvölker sahrdundertlanger ,he und ®töriiN ben, uns beiter diesen GegeM Frritag den 5. Januar 1883, Nachmittags 2 Uhr, soll auf hiesigem Ortsgericht die Hof- raithe des Friedrich Josef Möhl II. 1>ahier Flur 1/1032, 125 Mtr. Hosraithe "in der Wetzsteingasse meistbietend versteigert werden. Gießen, den 14. Dezember 1882. Großherzoguches Ortsgericht. 58435 Müller. Secfer II. 2 X, W. Vogt 1X, Wilhelm Plank 2x, Franz Plank *2x, H. Jentzen S?50w?nRn^b°£ \Z- L- 1 X Feldwebel Dittmann 1 X, L- L. 5 X, N N- 0,50 X. Carl Stemberger 2 X, Emil Noll 1,50 X, M- N. 1 X, I Tb-1 X ®°‘bhcnb"0 5 M. Krau Pfr. flifener 10 Frltz Tresselt 3„M, Marte Eimer Wwe'- Ä dest 1. JL, H. Wallbrach 1 X, H. Debutz 1 X, L Georg 1,50 X, Pb. Müller 2 5 Volk 0,30 X, Heinrich Seidewand 1 X, C F. 1 x, Job. Heß 2 x Carl Baum 0.50 X, Ph. Flett 0,50 X, Georg Lüdektng 3 X, B. 1 X, C- Retter 1 x Schaffner Weller 0,50 X, Carl Schwan 1 X, N- N. 5 X, W- ^1 X, © 10 X & b «^' 3- .^-Ofiltadt 3 X, H. E. 1,50 X, Rechtsanwalt Steinberger 15 x* Zugführer Groth 1,50 X, Marie Sartorius 2 X, Fabrikanten E u. M K- 2 x* F^iherr Carl v. Nordeck zur Rabenau in Londorf 60 X, Frl. Barbä daselbst 3 x' Sollecte aus Londorf (2. Sendung) 14,96 X, Gesangverein zu Vtllingen Ertrag eines Eoncerts 20 X, Collecte aus V-llingen Rest 1,70 X Summa 239,96 x Hierzu die bereits früher quittirten 17848,53 X Zusammen 18088,49 X V 1 Wilhelm Möhl 1 J4, L. Geißler Wwe. 1 M. Vogt 1JL, H Lohmann 2 JL, F. 1 JL, I Becker 2 JL, L Klinke! 3JÄ, fW. 1 jl Frau Pfr. Engel 1,50 JL, Louise Engel 2,50 «X K. R. 0,50 X N- N 0 50 JL R- K. 1 Chr. Zimmer 2 JL. G- 1 JL, N- N. 0.50 Jl, Louis Schwalb 3 1 Schwalb ^«X N. N. 0,50 JL, Louis Stau^ 0,50 JL, C. Becker I. 5 JL ^.Wilhelm Plank 2jM, Franz Plank 2 X H. Jentzen 3- 8. 1 X Feldwebel Dittmann 1 «X L- L. 5 JL, X Emil Noll 1,50 X M- N. 1 X I Th-1 J4, ,on»-5 ben W pll6Ä$l,4tn sM •«ss*. ET 3*Ä* Literarisches. Eine Sammlung reizender Plaudereien, wohl zunächst für weibliches Geschlecht bestimmt, bietet uns die Verlagshandlung von C. A- Koch (I. Sengbusch) in Leivri^ -in graziöser Ausstattung. Wir nennen zuerst von Elise Polko die Skizzen „Vom Herzen zum Herzen." Den Grundton derselben bildet Rousseau's Wort: „Phisophiren kann besser der Mann über das Menschenherz, doch darin zu lesen, das vermag besser die Frau." Und in der That, die Verfasserin versteht zu lesen, das beweist dieses Büchlein! — Im Formate und dem Sinne nach schließen sich dieser „Plauderet" die folgenden beiden Schriften von Helene Stökl an. „Er, Sie und Es. Heitere und ernste Silhouetten des yäuslichen Lebens" und „Äug' in Auge, eine Plauderei." Auch aus diesen zierlichen Miniatur-Ausgaben weht ein erquicklicher lebenswarmer Hauch; die Verfasserin versteht die seltene Kunst, mit dem Herzen zu denken und dte Leser rasch gefangen zu nehmen. Helene Stökl überzeugt, und diese Gabe ist nicht jeder Schriftstellerin unserer Tage eigen. Wir empfehlen diese Schriftchen zum Preise von ä 2,40 X als passendste Festgeschenke für junge Damen. Fcarstfurt cu M., 21. December, Nachmittags 2 Uhr — Min. (Telegraphischer Coursbericht. Mitgetheilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen.) Creditactten 242, Staatsbahnactien 292V4, Galizier 2513/4, Lombarden 1173/4, Nord- westbahnactien —, Darmstädter-Bankactien 1523/8, Oberschlesische E.-B.-Act. 253, Oesterr. Silberrente 65, 4% Ungar. Goldrente 72V2, 4% 1880er Russen 68V2, 5o/o 1877r Russen 86V4, 2. Orient-Anleihe 533/8, Spanier 615/ie, 5% Rumänische Rente 91% 4»/0 Unific. Egppter 713/4, Disconto Comm. 1933/e, Gotthardbahnactien 1143/8. Tendenz: —. Retn Mittel gegen Husten, Heiserkeit, Verschlermung, Katarrhe rc. hat sich bis heute so vorzüglich bewährt wie die aus der heilsamen Spitzwegerichpflanze heraestellten und wegen ihrer sicheren und schnellen Wirkung jetzt in ganz Deutschland so hochgeschätzten Spitzwegerich "Bonbons lloon Victor Schmidt & Söhne in -lWien. Depot bei Friedr. Seibel 7964 gefordert, die Zahlungen an diesen Tagen in Empfang zu nehmen und hierzu durch Vor-^ zeigung der Schuldscheine sich zu legitimiren. Zugleich wird bemerkt, daß die auf den Donnerstag fallenden Zahltage für die Interessenten der Sadt Gießen, dagegen die übrigen Zahltage für die Auswärtigen bestimmt sind. Die Herren Bürgermeister werden ersucht, dieses in ihren Gemeinden auf ortsübliche Weise bekannt machen zu lassen. Gießen, den 24. November 1882. Der Rechner der Spar- und Leihkasse. Aeikgeöotenes. 8430 Ein Nebelbilder-Apparat billig ,$u verkaufen. Zu erfr. bei der Exped. ds.Bt. Irische Schellfische auf Eis empfehlen «8442 J. A. Busch Söhne. fein. Auf den Ausgang der Untersuchung, namentlich hinsichtlich der Frage, ob und rnwieweit die Verhafteten allein die Verantwortung tragen, darf man sehr gespannt sein. 19-«December. Als Ertrag des Spielabends zu Gunsten der Heber» ISS Ä 0hlßen bisher der „Voss. Ztg." 5894 Jt und dem „Berliner Tagbl." ca. ouuu v4t» zu. . , S ?in^‘ ^ie Hochwassercalamität äußert nun ihre üblen Nachwehen in mannig- in ^"bp^m hat sie auch verschiedene Differenzen zwischen Haus- desttzern und Mi ei Hern herbeigeführt. So verlangt einer der Hausherren, dessen Parterreräume unter Wasser standen, daß der darin wohnende Miether die nun norh- °n ^schädigten Tapeten und geborstenem Fußboden r°«nc unb zwar auf Grund des Vertrags, wonach der Wohnung dieselbe in „bewohnbarem Zustande" zu über; habe. Ein Hausbesitzer tn ber Stallgasse verlangte von seinem seitherigen Mtether der die fragltche Parterrewohnung auf Anordnung der Polizei vorläufig nicht mehr beziehen darf, die Bezahlung der vollen Miethe bis Weihnachten und reaelreckte Kündigung. Der dem Hausbesitzer übersandte Miethsbetra^ welcher bis mm Einttitt des Hochwassers berechnet war, wurde zurückgewiesen. Der Miether bat nebenbei durch das Hochwasser einen Schaden von über 300 J4 erlitten. Da werden Prozes das unvermeidliche Nachspiel fein. * 8 ” — sVakante Stellen im Bereich des 11. Armeecorps.l Cassel, Bahnvosiamt Nr. 26, Postschaffner, 980 JL jährlich; Frankfurt a. M.. Postamt IV. Postschaffner 1040 X jährlich; Frankfurt a. M-, Postamt!., Postschaffner, 1040 X jährlich Hachenburg, Postamt, Landbriefträger, 600 X jährlich; Hanau, Postamt, Postschaffner 944 X jährlich; Limburg, Postamt, Stadtpostbote, 858 X jährlich; Ufingen, Postamt Landbriefträger, 612 X jährlich; Wiesbaden, Postamt, 900 X jährlich. Dr. Boek mann. In Folge des Aufrufs vom 18. Oktober d. I. sind bei dem Unter» zeichneten für die Ueberschweminten in Tyrol und Kärnthen 1233 «M. 50 eingegangen, welche unter dem 7. d. Ms. durch das Bankhaus Aron Heichelheim an Herrn Bürgermeister Freiherrn von Ciaui in Trient abgesandt wurden. Nachdem heute Empfangsbescheinigung Seitens des Mumcipiums in Trient dahier eingetroffen ist, verfehle ich nicht, den gütigen Gebern mit dem Ausdrucke herzlichen Dankes hiervon Kenutniß zu geben Gießen, den 20. December 1882. Bramm, Bürgermeister. Schellfische empfiehlt 8139 Emil Fischbach. Lahter Hinkende Dole Deutscher Reichsbote Landkalender pro 1883 find eingetroffen und zu haben bei o!81 Wilhelm Klee am Markt. Wiederverkäufer erhalten hohen Rabatt fte- den um I. Haustein. Dr. H. v. Ritgen. Der Director: Gros. Adressbuch 1883 Inserate Freitag u. Samstag: Mermietyungen. Hungen. S. Verantwortliche Redaction: A. Scheyda. Vermischte Anzeigen. 8433 Gesucht ein zuverlässiges Mädchen mit gutenZeugnissen für.Küche und Hausarbeit zum baldigen Eintritt. Bahnhofstraße 42, 3. Stock. Aukerordentl. Generalversammlung freundlichst emgeladeu und. det d-, »ichligl-il d„ ,ur B°q«dl», lenem,». Lich, den 17. Dezember 1882. 8428 __________ - ' । Unterstützung der Wasserbeschadigten im Großherzogthum, 2. Beitrag zur Kleinkinderschule und 3. Wahl des Controleurs, allseitiges Erscheinen gebeten. Gießen, den 20. December 1882. Gewerbebank?u Gießen e. G. Dsr Vorsitzende des Aufsiclitsrath.es 7433 Ein Mansardenlogis an der Nordanlage zu vermiethen. W. Seuling. ' 8207 ^Drei kleine Familienlogis sind zu vermiethen bei r . Heinrich Gröninger, Glaser. 7744 Alicestraße 26 ist der 3. Stock, bestehend aus 6 Zimmern mit Zubehör, vom 1. März 1883 an zu vermiethen., Professor Dr Tasche. '8333 Drei Logis7l^6-7'Zimmer, Badezimmer und alle Bequemlichkeiten ne oft Garten, zu vermiethen. Ludwigsplah 5-_ Die Wohnung des Herrn Landgerichts- rath Puckel, 5 Zimmer nebst Wasserleitung, ist per 1. April 1883 an eine ruhige Familie zu vermiethen 8356 Ludwigsplatz 14. 7487 Durch Versetzung des Herrn Hülfsgerichtsschreiber Becker ist der 3. Stock zu vermiethen. Knoll. —8146 Ein möbl. Parterrezimmer, mit oder ohne Cabinet, zu vermiethen. Westanlage 11. Die Mitglieder der Gewerbebank zu Gießen, eingetr. Genossenschaft, werden zu der „ Donnerstag den 28- December er. Abends 8 Uhr im Wenzel'schen Saalbau dahier abzuhaltenden Drück und Vsl^ Brü b l'kchen Drucks(Fr. Chr. Pi-tsch) 'n^i-tz»n Beilage. 33 Bahnhofstrasse GIESSEN Bahnhofstrasse 33 8423 Eine ganz neuesWohnung außerhalb der Stadt mit 4—5 Zimmern und sonstigen Räumlichkeiten gleich oder erst nach mehreren Monaten, je nach Belieben, billig zu vermiethen. Zu erfragen bei Louis Flett, „Zum chwanen". Dr. Fraoz von Liszt bezeichnet Rene-Patent-Pianos (Kaiserliches Reichs-Patent Nr. 15466, 17971 und 20043) als -Brillant im Ton und in der Spielart und von seltener Kraft und Schönheit des Tons". Heber die Renä'schen Erfindungen (Holz- Präparations-Methode durch Ozon und Cello - Rosonanz - Anordnung) haben ausführlich berichtet: . „Gartenlaube, Leipziger Jllustrirte Ztg-, Heber Land und Meer, Daheim, Hausfreund, Nordd. Allgem. Ztg-, Kölnische Äg, Berliner Fremdcnblatt rc." sämmtliche Journale erklären einstimmig oie Menschen Erfindungen für die seit langer Zeit bedeutendste Errungenschaft im Clavierbau. r. , Die größten Künstler und Künstlerinnen bedienen sich mit Vorliebe für ihren Con- zert - Privatgebrauch Renö scher Klaviere, r B : Dr. Franz Liszt, Hofpmnistin Vera timanoff, Martha Renemert. Xaver Schar- wenka, Kaiserlicher Kammer-Vutuofie, Car- lotte Patti, Etelka Gerster, Hofpiamst d°Lus Dr. Franz Liszt*s Vorschlag und speziellen Antrag wurde dem Inhaber der Firma Eonsnl Rene die hohe Ehre zu Theil, von Sr. Königl. Hoheit dem Erotzherzog von Sachsen-Weimar zum Großherzoglich Sächsischen Hospianosorte-Fabrikan- ten ernannt zu werden. In Folge des bedeutenden Umsatzes fit die Ren^'sche Hospianofortefabrik im Stande, größere Vortheile zu bieten, als jedes andere Institut der Branche. 12 Jabre contractliche Garantie, frachtfreie Lieferung, Sendung kostenfrei zur Ansicht und Probe, bequeme Zahlungsbedingungen, bei Baarzahlung hoher Rabatt. Jllustrirte Preisverzeichnisse franco und gratis. o429 6648 Ein kleines Familienlogis un Vorderhaus, sowie zwei Dachstuben im Hinterhaus zu vermiethen im , „Darmstadter Hau s ._ 8334 Ein kleines Logis, 3 Zimmer rc7, per sofort zu vermiethen im Hinterhause. Ludwigsplah d__ 7409 Schulstraße 10 ist Laden mit Wohnung zu vermiethen. 8444_________________ Handwerkerschule des Gewertwerems. Die Ausstellung der Schülerarbeiten sämmtlicher Abtheilungen findet am 27 28 und 29.^ December d. I. in unseren Schullocalen, E AMweg, statt und 'war ie von Vo 11 Uhr Vormittags brs Uhr Nachmittags. Wir laden unsere Mitglieder, sowie alle Freunde unserer Bestrebungen und Interessenten zu regem Besuche dieser Ausstellung ein. Der Bor st an o. HoManoforte-Iabrik C. Bene, Stettin, Hofpianofortefabrikant , Ihrer Königl. Hoheit der Frau Prmzessm Friedrich Carl von Preußen, Sr. Komgl Hoheit des Großherzogs Carl Alexander von Sachsen-Weimar, Sr. Hoheit des Herzogs Ernst von Sachsen-Coburg-Gotha, Ihrer Hoheit der Frau Herzogin^Alexandrine v- Sachsen-Coburg-Gotha, Großher- rogliche Prinzessin von Baden- Kaiser!. Königl. Oesterreich-Ungarycpe pri- vilegirte Fabrik. Offizieller Lieferant für Königl- Preuß. Seminare und Praparan- den-Anstalten- Ausgezeichnet durch viele goldene Medaillen und Ehrendiplome. Inhaber: Consul Renö, Königl. Prmzlicher Hoflieferant. Comthur pp. Inhaber der Herzog!- Sächsischen Verdienst- Medaille für Kunst und Wissenschaft am grün-silbernen Bande. — bitte baldgefälligst an mich gelangen zu lassen. Im Interesse einer hübschen Ausstattung derselben ist es nicht zu empfehlen, bis zur letzten Stunde zu warten. Hoch achtend A. Scfaeydtt. $447 ______________ _—---- (fibci'lfcll. 11icliucrfid)crimg6 -Anstalt. Generalversammlung Freitag den 29. December 1. Js , Vormittags 10 /2 Uhr, im Gasthause zum Solmser Hof m Hungen. Tagesordnung: Rechnungsabhör, Vorstandswahl und Berathung über Vereinsangelegenheiten. Handschuh-Wascherei. Alle Arten Glac6- und Wasch-Leder- Handsckmhe werden schnell und fein gewaschen bei 7914 Georg Petri, Seltersweg. ^Verloren! Am Sonntag Nachmittag wurde eine Korallenkette von der Anlage durch die Blockstraße nach dem Wallthor, von da nach der Sonnenstraße verloren. Gegen gute Belohnung abzugeben bei der Erped. ds. Bl. 8427 8438 Mitleser z. Franks. Journal Marktstraße gesucht. Emil Pistor. " 8440 Eine Dachshündin, schwarz mit weißer Brust, ist am 14. Dezember zwischen Annerod undSteinbach abhanden gekommen. 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