Nr. 4S Mittwoch den 22. Februar 1882 iehencr meiner Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. VirveMt r Schulstraße B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. MMBMMaaBBaMWMWMWH M'l I ■ I ■ III IIMMBJB— Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Politische Ueberfkcht. Gießen, 21. Februar. Die so lebhaft ventilirte Frage einer Frühjahrs-Session des Reichstages scheint nun an maßgebender Stelle doch in bejahendem Sinne entschieden worden zu sein. Wenigstens spricht für diese Annahme der Umstand, daß der preußische Volkswirthschaftsrath bereits auf den 28. Februar einberufen worden ist, in welchem jedenfalls die meisten der für die nächste Reichstags-Session bestimmten Materien zur Vorberathung gelangen und da die Einberufung des Volkswirthschaftsrathes schon so zeitig erfolgt, so schließt man hieraus nicht mit Unrecht auf die Möglichkeit oder sogar Wahrscheinlichkeit einer Frühjahrs-Session des Parlamentes. Außerdem glaubt man auch in Regierungskreisen, die dringendsten Arbeiten des preußischen Landtages etwa bis Ostern erledigen zu können, so daß ein Rebeneinandertagen zwischen Reichstag und Landtag ausgeschlossen wäre. Der Probst zu St. Hedwig in Berlin, Herr Herzog, ist zum Fürstbischof von Breslau designirt und dürfte, wie die „Nat.-Ztg." vernimmt, die Entscheidung so nahe bevorstehen, daß die Präconisation noch im Laufe dieses oder Anfang des nächsten Monats zu erwarten ist. In Oesterreich nahm in vergangener Woche die Generaldebatte des Abgeordnetenhauses über das Budget das politische Interesse im höchsten Maße in Anspruch. Der Kernpunkt dieser mehrtägigen Verhandlungen lag in der Debatte vom 15. d. Mts., in welcher aus den Reihen der Linken der Abg. v. Plener in der schneidigsten Weise das ganze Regime des Ministeriums Taaffe angriff. Er charakterisirte in treffendster Weise die Begünstigung der slavischen Bestrebungen durch die österreichische Regierung gegenüber dem Deutschthum, welche nothgedrungen zur Slavisirung Oesterreichs führen müßten; auch beklagte es der Redner, daß es auf der rechten Seite des Hauses so viele Deutsche gäbe, welche blind gegen dix ihrem eigenen Staate drohende Gefahr seien; außerdem geißelte Abg. v. Plener noch in scharfen Worten die Finanzpolitik des Finanznnnisters Dr. Dunajewski. Die Rede Plener's wurde von ver Linken und selbst von den Galerien mit brausendem Beifall begrüßt und die Erwiderung des Ministerpräsidenten Grafen Taaffe wird nicht int Stande sein, den gewaltigen Eindruck zu verwischen, den die mannhaften Worte Plener's auf jedes deutschfühlende Herz in- und außerhalb der schwarzgelben Grenzpfähle machen müssen. Gambetta ist von seiner italienischen Reise in vergangener Woche unerwartet rasch nach Paris zurückgekehrt. Man ist natürlich allgemein gespannt, welche Taktik er dem Cabinet de Freycinet gegenüber beobachten wird. Wenn man nach dem Verhalten der von Gambetta inspirirten Presse urtheilen soll, _ welches dieselbe in der letzten Zeit gegen die jetzige französische Regierung eingeschlagen hat, so wäre der Ex-Ministerpräsident von wohlwollenden Gefühlen für das Cabinet de Freycinet beseelt, denn die Gambettistische Presse äußerl sich jetzt in freundschaftlichster Weise gegenüber dem Cabinet. Trotzdem wird sich Herr de Freycinet und sein Ministerium sehr vorsichtig zu dieser wohlwollenden Haltung Gambetta's stellen müssen, welcher nur zu sehr an den Wolf in Schafskleidern mahnt. Die irischen Zu stände haben sich, trotzdem die englische Thronrede die Verhältnisse in Irland ziemlich optimistisch auffaßte, gerade nicht gebessert. In der Grafschaft Clare, sowie in der Grafschaft King wurden wiederum agrarische Mordanfälle verübt, in Millstreet werden noch immer Mitglieder der berüchtigten „Mondschein"- Bande verhaftet und in der Umgegend von Dublin treiben neuerdings sog. „Garotters", jedenfalls eine neue agrarische Bande, des Nachts ihr Unwesen. Von Gegenmaßregeln der englischen Regierung verlautet noch nichts. — In einer Kohlengrube bei Hartlepool ereignete sich am Donnerstag ein großes Unglück, indem dort eine Explosion schlagender Wetter stattfand, wobei, wie man befürchtet, gegen 100 Arbeiter getödtet wurden. Das osficielle und officiöse Rußland hat den General Skobeleff wegen seiner Petersburger Rede zwar desavouirt, und der General mußte in Folge dessen auch auf Urlaub gehen, den er in Paris, für jetzt wenigstens, verbringt, aber dieser Nasenstüber hat auf den heißblütigen Helden von Geok- Tepe offenbar keinen Eindruck gemacht. General Skobeleff hat nämlich in Paris vor den dort studirenden^Serben eine neue säbelrasselnde Rede gegen die Deutschen gehalten, wie die „France" meldet. Der General sagte, daß der Einfluß der Fremden Rußland hindere, seine slavische Mffsion ganz zu erfüllen, von diesem (deutschen) Einflüsse werde man sich eines Tages nur mit dem Säbel in der Faust befreien können. Ein Kampf zwischen Slaven und Teutonen sei unvermeidlich, aber der Slave werde triumphiren. „Wenn das Schicksal will", schloß General Skobeleff, „auf Wiedersehen auf dem Schlachtfeld , Seite an Seite gegen den gemeinsamen Feind!" Was wird die russische Regierung zu dieser anerkennenswerthen Offenherzigkeit eines ihrer höchsten activen Militärs sagen? Das egyptische Ministerium Mahmud Baroudi Pascha hat den bemerkenswerthen Entschluß gefaßt, die Sclaverei im Ostsudan im Principe aufzuheben. Abdel-Kader Pascha soll zu diesem Behufe zum Gouverneur im Sudan ernannt werden, auch wird ein Special-Departement in Kairo für den Sudan eingerichtet und ein Gesetz über die Freilassung der Sclaven vorbereitet. Deutschland. Darmstadt, 20. Februar. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 10. Februar den Großherzoglichen außerordentlichen Professor an der Großherzoglichen Landes-Universität und Lehrer am Grobherzoglichen Gymnasium zu Gießen Dr. Fritz Schulteß auf sein Nachsuchen behufs Uebertritts in den Schuldienst des Reichslandes Elsaß-Lothringen, mit Wirkung vom 16. April d. Js. an, aus dem Schuldienste zu entlassen. m. Darmstadt, 20. Februar. Die von dem Herrn Mmisterialpläsidenttn Schletermacher, Exc, in der letzten Sitzung der zweiten Kammer gegebene Antwort auf die Interpellation des Abg. Metz in Bezug auf die Commission zur Untersuchung unserer Strombauverhältnisse lautet wörtlich: „Schon bevor die Verhandlungen der beiden Kammern der Stände über die Beschwerde hessischer Gemeinden und Gutsbesitzer wegen der durch Hochwasser des Rheines hervorgerufenen Eigenihumsbeschädigungen und den Antrag des Abgeordneten Metz, sowie die Vorstellung der Gemeindeoorstände von Groß-Rohrheim und Biblis, die Verstärkung des Rheindammes und des Weschnitzdammes bei Groß Rohrheim und Biblis betreffend, beendigt und die von beiden Kammern gefaßten Beschlüsse in der gemeinschaftlichen Adresse vom 18. März 1881 der Großh. Regierung zugegangen waren, wurde mit den Vorarbeiten zur Berufung einer Commission wegen Untersuchung der diesseitigen Strombauverhältnisse des Rheines begonnen. — Bereits am 20. Januar und 3. Februar 1881 waren, unter Zuziehung dis Großh. Landes - Cultur - Jnspector s Dr. Klaas, Con- ferenzen der Referenten der Bau-Abtheilung und der Großh. Kreisbaumeister der Bau- beziike Worms, Mainz, Bingen, Bensheim unh Groß-Gerau abgehalten worden, in welchen erwogen wurde, welche Materialien zur genauen Prüfung der erhobenen Beschwerden vorhanden und welche Materialien noch weiter zu beschaffen wären, um solche der demnächst zusammentretenden Commission als Unterlage für deren Untersuchungen und Begutachtungen vorlegen zu können. Sofort ergingen sodann an die bei dem Rhein-Strowbauwesen beteiligten 5 Großh. Kreisbauämter die erforderlichen Weisungen wegen Ausführung der notwendig erachteten Voruntersuchungen. Die von den Kreis- bauämtern gelieferten Materialien wurden sodann bei der Ablheilung für Bauwesen in Uebersichiskarten zusammengestettt. — Es sind bearbeitet, resp. fertiggestellt worden: 1) eine Stromkmte des Rheines innerhalb des Gioßh. Hessischen Gebietes mit den Vorschlägen zur Ve:legrng einzelner Landdammstrecken wegen Erweiterung des Hoch- fluth-Profils; 2) Kosienveranschlagungen für diese Dammverlegungen; 3) eine Stromkarte des Rheines mit der Darstellung der Eigenthumsverhältn'sse an dem Land- und Sommerdämmen; 4) eine Stromkarte des Rheines mit Angabe der Stärkenverhättnisse der Landdämme, deren Höh»n, Kronenbreiten, Böschungsverhältnisse und Verstärkungen durch Stein-Abiollungen; 5) eine Kostenberechnung für die Erhöhung und Verstärkung der Landdämme nach einem Rormalvrofil; 6) eine Stromkarte des Ryetnes mit genauer Darstellung sämmtlicher Weidenpflanzunger! und der Eigenthnmsverhältnisse dieser Pflanzungen; 7) Darstellung der Schifffahrtswege auf den Stromkarten; 8) Aufnahme von ca. 150 Querprofilkn des Rheines bis zu den Landdämmen oder bis zum hohen Land. Diese Querprofile sind sodann sämmtlich für Ueberdruck gezeichnet und vervielfältigt worden; 9) aetenmäßige Darstellung, betreffend die Err chtung und Unter; Haltung der Landdämme auf Großh. Gebiet; 10) die Aufnahme der Sandbänke und Schifffahrts-Hindernisse bei dem gegenwärtigen sehr niedrigen Wasserstande ist nachträglich angeordnet worden, aber noch nicht vollendet; 11) durch dir Großh. Kreis- ämrer sind die beiheiligten Gemeinden und Gutsbesitzer veranlaßt worden, ihre speciellen Beschwerden zu bezeichnen, so daß eine eingehende Prüfung derselben erfolgen kann. — Ohne diese Matertalien wäre eine vorzeitige Berufung der Untersuchungs-Commission zwecklos gewesen, weil derselben die Unterlagen für die Verhandlungen und Begutachtungen gefehlt haben würden. Die Vorarbeiten bei den Großh. Kreisbauämtern nahmen viel Zeit in Anspruch, weil dieselben von dem vorhandenen Personal, neben den vielfältig-n anderen Geschäften desselben, bewältigt werden mußtin. Mit der Einstellung von ungeübtem und mit den speciellen Verhältnissen des Strombaues, der Dämme und Schutzpflanzungen nicht vertrautem Aushülfe - Personal würden die Arbeiten wenig gefördert worden sein. Erst im Herbste 1881 waren die Materialien soweit bei der Bau-Abtheilung etngelaufen, daß mit der Vervielfältigung der Strom- prosile und Fertigstellung der Karten begonnen werden konnte. Mittlerweile waren aber die Tage zu kurz und die Wckterung zu unbeständig geworden, um noch im laufenden Winter die Commission berufen zu können, da die Commission zahlreiche Localbesichtigungen vorzunehmen haben wird. — Die Vorbereitungen sind nun soweit getroffen, daß die Untersuchungs-Commission in der zweiten Hälfte des Monats März zusammentreten kann. Für die Zusammensetzung der Commission sind folgende Anordnungen getroffen worden: Es sollen drei auswärtige hervorragende Strombautechniker als Mitglieder der Commission berufen werden. Die betreffenden Verhandlungen sind noch nicht abgeschlossen. — Von diesseitigen Beamten und Sachverständigen sind als Mitglieder der Commission ernannt worden die Herren: 1) Küchler, Großh. Provinzialdirector in Mainz; 2) von Werner, Großh. Ministerialrath in Darmstadt; 3) vr. Schaffer, Großh. Oberbauratb von Darmstadt; 4) Sonne, Baurath und Professor an der technischen Hochschule zu Darmstadt; 5) Dr. Klaas. Großh. Cultur-Jnspeclor in Darmstadt; 6) I. Möllin ger, Landtags-Abgeordneter und Präsident des landwirty- schaftli chev Vereins für die Provinz Rhein Hessen. Mit den drei auswärtigen ^rom- bautechnikern wird die Commission hiernach aus 9 Mitgliedern bestehen- Den Borsttz führt der Großh. Provinzial-Director Kück l er in Mainz und die Sitzungen der Kommission sollen in der Regel in Mainz abgehalten werden. — Zu den Verhandlungen, bett, die Untersuchung der Beschwerden sollen eingeladen werden die Herren, merzienrath H-yl von Worms, Gutsbesitzer Touchon von d-rHohenau-Gutsvesitzer Baron von Molsberg von der Langenaue, die sämmtlichen Groß Herzog. 6 meister und Beigeordneten der interessirten Gemeinden, ooer an deren L>reue ;e zwei von den bett. Gemeindevorständen zu wählende Gemeindevertt , ■ meyer, Director der Bayer.-Pfälz. Damvfsch'stfahrt aus Ludwigshafen, Keßler Director der Mannheimer Dampfschifffahrts-Gesellschaft, W- L y. Rettich Preuß.-Rhein. (Cöln-Düsseldorfer) Dampfschffffahrts-Gesellschaft aus Coln FetNch fahrts-Jnteressenten zu den Verhandlungen $ vorgebrachten Be- ’ In bei fragen der Großh. Oberbaurath Horst und die Gr. Kreis- Großh. Ministerialrath ? " ' Mm»,, Btng-n. Bensheim und Groß-Gerau. b°uw°'st-r der Baub^k Mitgliedern bestehende Commission hört und untersucht - Die °us d-n bAichneten v -^8 Verhandlungen hierbei können sich die ein: a lodemn^^nteress^nten Gutsbesitzer, Landwiithe, Schiffahrts Unternehmer, sowi« die Krokb Bedmt.n welche seither bet den Strombauten mitgewirkt haben, beth«li,en. De ComEon'wwduber ihr Gutachten demnächst ohne die Betheiligung der Jv- terfHfnten und der Baubeamten, welche seither bei den Strombauten mitgewirkt haben, iu besonderen Sitzungen berathen und seststellen. — Die Arbeiten der Kommission dürften einige Wochen in Anspruch nehmen. Mit dm Verhandlungen wegen Begründung werden täglich Localbesichtigungen erforderlich werden, zu welchem Zweck der Commission ein Dampfboot mit mehreren Revisionsnachen zur Verfügung gestellt werden muß. Die Kosten, welche durch die Berufung und bte Thätigkeit der Commission entstehen, werden vorläufig auf den Fonds für die laufende Unterhaltung der Flußbauwerke und Dämme zu übernehmen sein; die Großh. Regierung behält sich aber vor, dieserbalb demnächst eine besondere Präposition nn die Stände zu ncht-n." Posen, 17. Februar. In der gerichtlichen Verhandlung gegen Mendelsohn und Genossen wegen Vergehen gegen das Socialistengesetz wurde heute die Vernehmung der Zeugen bis auf diejenige eines Zeugen, der in Haft genommen wurde und welcher morgen vernommen werden soll, zu Ende geführt. Die Aussagen der Zeugen lauteten durchweg zu Ungunsten der Angeklagten, indem durch dieselben die Verbreitung socialistischer Druckschriften, die Bildung geheimer Vereine und das Betreiben einer agitatorischen Thätigkert durch die Angeklagten bekundet wurde. Die Plardoyers beginnen morgen. Pofen, 18. Februar. In der heutigen Verhandlung gegen Mendelsohn und Genossen erfolgte nach der Vernehmung der in Hast befindlichen Zeugen das Plaidoper des Staatsanwalts, welcher schließlich folgende Strafanträge stellte: gegen Stanislaus Mendelsohn aus Warschau 2 Jahre Gefängniß und 3 Monate Haft, gegen den Student der Medicin Wrocislaw Truszkowski aus Bern 5 Jahre Gefängniß und 3 Monate Haft, gegen den Buchbindergesellen Janiszewski 3 Jahre Gefängniß und 3 Monate Haft, gegen die Gutsbesitzerfrau Starte v. Jankowska aus Chodorowo bei Kiew 6 Monate Gefüng- niß und 3 Monate Haft und gänzliche Ausweisung, gegen den Schlosser Buja- kiewicz 6 Monate Gefängniß und 110 X Geldbuße event. 22 Tage Haft und gegen den Cigarretten-Fabrikanten Kosobucki 6 Monate Gefängniß, und zwar ohne diesen 6 Angeklagten die erlittene Untersuchungshaft anzurechnen, gegen den Schlossergesellen Goryszewski 3 Monate Haft, diese aber durch die erlittene Untersuchungshaft als verbüßt zu betrachten. Nach Beendigung der weiteren Plai- doyers wuroe die Sitzung auf nächsten Montag, Vormittags 9 Uhr, vertagt. Hesterreich. Wien, 19. Februar. Officiell. Oberst Arlow meldet, er habe am 15. ds. eine Streifung östlich von Tirnowa und nordöstlich vom Sattel des Nogoj ausgeführt und sei dabei mit etwa 80 Insurgenten zusammengestoßen. Nach kurzem Feuergefecht seien letztere gegen Jahorina Planina zurückgewichen, er habe bei seinen Truppen keinerlei Verluste gehabt. Durch andere übereinstimmende Meldungen sind Jnsurgenten-Ansammlungen in dem Raume südlich der Korjen - Planina constatirt und wurden dementsprechende Verfügungen getroffen. Wußtand. Petersburg. 19. Februar. In der am 17. ds. stattgehabten Sitzung der hiesigen geographischen Gesellschaft wurde beschlossen, eine Polar-Expedition auszurüsten, welche unter Führung des Lieutenants Andrejeff nach Nowaja Semlja unternommen werden soll. Telegraphische Depeschen. Wolffs telegr. Correspondenz-Bureau. München , 20. Febr. Die von der heutigen „Münchener Morgenztg." gebrachte Nachricht über die Genehmigung eines Entlassungsgesuches des Cultus- ministers v. Lutz kann nach an competentester und authentischster Stelle eingezogenen Erkundigungen als völlig unbegründet bezeichnet werden. Der Cultus- minister hat weder ein Entlassungsgesuch eingereicht, noch auch die Genehmigung eines solchen erhalten. Karlsruhe, 20. Februar. Nach dem heute veröffentlichten Bulletin ist der Gesundheitszustand des Großherzogs fortdauernd gut. Die Brauchsähigkeit des Sehorgans nimmt regelmäßig zu, immerhin werden noch Wochen zur gänzlichen Beseitigung des Augenleidens nöthig sein. Sobald der Zustand der Augen die Bewegung in freier Luft gestattet, ist, da die Körperkräfte zunehmen und Schlaf genügend vorhanden ist, der baldige Eintritt der vollen Gesundheit zu erwarten. Wien, 20. Februar. Die „Neue freie Presse" erklärt die von auswärtigen Blättern verbreitete Mittheilung, daß die österreichische Regierung sich bereit erklärt habe, Montenegro alle durch die Aufstellung eines Grenzkordons entstandenen Kosten zu ersetzen, für unrichtig. — Nach amtlichen Meldungen finden in den Bezirken von Gaczko, Konjice, Nevesinje und Stolac, sowie in Zubci noch häufig Raubanfälle statt. — Am 17. ds. hatte eine Infanterie- und Gensd'armerie-Abtheilung bei Prjedor einen Zusammenstoß mit etwa 80 Insurgenten, letztere wurden mit einem Verluste von 10—15 Todten zurückgetrieben. Die österreichischen Truppen hatten keine Verluste. Bei Ledenice und Stepen finden täglich Geplänkel mit einzelnen Insurgenten statt; bei einem solchen wurde am 15. ds. Corporal Rimmerberger vonl 14. Infanterie-Regiment schwer und am 18. ds. Oberlieutenant Szathmary vom 3. Feldjäger-Bataillon leicht verwundet, lieber sonstige Gefechte in der Erivoscie liegen keine Meldungen vor. Die Befestigungsarbeiten bei Ledenice, Stepen und Greben, sowie die Herstellung von Wegen schreiten rasch fort. — Aus Tirnowa wird die durch stärkere Patrouillen bestätigte Ansammlung von Insurgenten östlich vom Rogaj-Sattel gemeldet. Am 18. os. ist Oberst Zam- bauer mit 3 Bataillonen unb 2 Geschützen über Erni (?) und Oberst Hotze mit 2 Bataillonen und 2 Geschützen über Sas vorgerückt. Die Colonne Zam- bauer's traf bei Cruscica aus Insurgenten und trieb dieselben nach kurzem Gefecht auseinander; die Truppen verloren 4 Verwundete, die Insurgenten ließen 5 Todte und 7 Verwundete in den Händen der Truppen. Cruscica, aus dessen Häusern auf die Truppen geschossen worden war, ist zum größten Theil niedergebrannt. Lokales. Gießen, 21. Febr. Der Geist der Fastnacht trieb heute Nacht in den Straßen der Stadt ein recht lebhaftes Wefin. Freiwillige Karrenfahrer, sowie sonstige Spuck- gkftalten amüfiibn sich noch ihrer Art. Ja, einer di»ser Kobolde verirrte sich im Clubgebäude in die oberen Räume, nahm hier eine Lampenglocke mit nnd verüble sonst allerlei Unfug. Die Schutzmannschaft war grausam genug, diese Sachen nicht zu dulden und sich die Tumultuanten zu notiren. — Wie wir hören circulirt auch in unserer Stadt gleich Darmstadt, Mainz rc. behufs Sammeln von Unterschriften eine Eingabe an den Stadtvorstand, worin letzterer ersucht wird, an geeigneter Stelle dahm wirken zu wollen, daß die im hiesigen Caserne- ment die den Kaufleuten und Gesckäftstreibenden so sehr schädigende Cant in en- | wirthschaft aufpebobm wird. Im Interesse der Sache wäre eine rege Betheiliguna an dieser Eingabe sehr zu wünschen. verwischte-. — sVersicherungssache.j Während der allgemeine Geschäftsgang im Jahre 1881 Vleles zu wünschen uong Uetz, Hal die Lebensversicherung^ und Erspar- nißbank in Stuttgart einen so bedeutenden Zugang erzielt, nne ein solcher seit dem Bestände der Bank nicht erreicht wurde- Dieselbe halte 4608 Anträge mit 26 858 070^ zu erledigen. Davon wurden an- zur Versicherung aus Todesfall 3324 Anträge für 2962 Personen mit Jf. 20 306 770 und zur Aussteuerversicherung 376 mit JL 744 470 oder zusammen 3338 Personen mit 21051240. 878 Anträge aus Todesfall mit JL 5 645 400 — 20 7 % mußten wegen ungenügender Gesundheit abgelehnt oder zurückgeftellt werden und 28 Anträge mit v/4 165 200 wuiden dem Jahr 1882 zur Erledigung überwiesen. L"ufe des Jahres 1881 waren auf Todesfall 33 692 Personen mit Mark 1/8 /21 000 versichert. Davon starben 415 Personen mit X 3 054578 tncl. Selbstmorde; gegenüber dem Voisahre starben 28 Personen mit 157565 mehr, welches Ergebniß in Rücksicht des um 2 962 Personen mit «X 20 306800 vermehrten Versicherungsstandes und der Alterszunahme der Versicherten als äußerst günstig zu bezeichnen ist. In Folge des Ablaufs der Versicherunaen wurden an 24 Versicherte 119371 ausbezahlt. Der Abgang bei Lebzeiten durch Rückkauf und Erlöschen wegen Nichtbezahlung der Prämie beträgt: 523 Personen mit JL 2 873 045; solcher ist wesentlich geringer als nn Vorjahre Das prozentuelle Verhällniß des Abgangs ergiebt zur Personenzahl l,5o % und zur Vers.-Summe 1,61 %, während voriges Jahr in beiden Beuehullgen enr Abgang von 1,86 % eintrat. Der reine Zugang beziffert sich für die Todessallverficherungen auf 1997 Personen mit JL 15 259 /76 und für die Aussteuer- versich'.rungen auf 50 Personen mit «X 283 329; folglich reiner Zuwachs 2047 Personen mit JL 15 o4310o. Als Gesammtoersicherungsstand ergeben sich pro Ende 1881 in mr ^odeösallbranche 32 727 Personen mit 173 674 000 und :n der Ausfteuer-Ver- Personen mit 5 706 000, zusammen im Ganzen 36503 Personen Jt. 1/9 380 000. Das allgemeine Vertrauen zur Bank wird durch die alljährlich sich kundgebende vermehrte Zunahme mamfeftirt; dabei darf nicht unerwähnt bleiben, daß insbesondere Vereine und Korporationen behuss Versicherung ihrer Mitglieder gerne Anschluß an die Bank suchen. Die Bankoerwaltung, fortwährend bestrebt den Wünschen ihrer Versickerten in jeher Richtung entgegenzukommen, beabsichtigt, der nächsten Generalversammlung einige Statutenänderungen rm Interesse der Versicherten zu unterbreiten und sonstige schätzens- werthe Neuerungen zur Einführung zu bringen Die Rechnung für das Jahr 1881 ist N0W nicht fertig gestellt, sie läßt übrigens ein sehr befriedigendes Ergebniß erwarten. Theater. Wie wir aus sicherer Quelle erfahren, ist es Hrn. Direktor Schubert gelungen, oas bereits in den größten Städten an Höfen und Universitäten allgemeines Aufsehen erregende Phänomen den 8jährigen Kopfrechner Moritz gränkel, zu einem einmaligen Auftreten auf der hiesigen Bühne zu gewinnen. Diese außerordentliche Erscheinung der Neuzeit, welche alles bis jetzt in diesem Fache dagewesene überragt, wird gewiß auch in unserer Musenstadt Interessenten finden und glauben wir nicht unterlassen zu dürfen, das verehrt. Publikum schon h.ute aufmerksam machen zu müssen. Literarisches. Humboldt. Nconatsschrift für die gejammten Naturwissenfchaften. Herausgegeben von Dr. Georg Krebs. Verlag von Ferdinand Enke in Stuttgart. ÄRonatlich ein Heft von 4—5 Quartbogen mit Abblldungen. Preis des Heftes 1 «X. Die großartigen Leistungen der Neuzeit auf allen naturwissenschaftlichen Gebieten haben in der ganzen gebildeten Welt mehr und mehr das Interesse für diese Wissenschaft erweckt und kaum Einer, der den eigenthümlichen Reiz, welchen die Nachforschung der Naturgeheimnisse an sich trägt, kennen gelernt hat wird sich unbefriedigt von diesem Studium abwenden. Nicht Jedermann aber ist so glücklich, die dazu nöthige, meist kostspielige Literatur auch nur eines Zweiges der Naturwissenschaften erwerben zu können, ober es fehlt doch zum Lesen umfai greicher unb gelehrter Werke die Zeit und das Verstänoniß; so kommt es, daß Viele, bei aller Liebe zur Natur, über den ersten Versuch, tiefer m diese Wissenschaft einzudringen, nicht hinausgelangen. Wohl von dieser Erwägung ausgehend, hat es die obengenannte Verlagsfirma unternommen, unter Redaction des wohlbekannten Dr. Georg Krebs ein periodisch erscheinendes Sammelwerk zur Ausbreitung naturwissenschaftlicher Kenntnisse unb Forschungen für weitere Kreise herauszugeben und zeigt ein Blick in das vorliegende Januarheft, daß ihr dieses Bestreben vollauf geglückt ist. Die Aufsätze sind gemeinverständlich und formvollendet geschrieben, so heben wir aus dem reichen, fick über alle Gebiete der Naturwissenschaften verbreitenden Inhalt besonders hervor: Das Erdbeben von Casamicciola von Prof, von Lasaulx, die künstliche Eisbahn auf der Frankfurter Patent- und Musterschutz-Ausstellung/von Dr. Krebs, die Schutzfärbung der Thiere von Dr. Knauer, künstlicher Indigo von Dr. Petersen, fremde Einschlüsse in Hühnereiern von Pros. Landois. Außerdem enthält jedes Heft eine Uebersicht der Fortschritte auf allen naturwissenschaftlichen Gebieten, eine literarische Rundschau, ein Feuilleton mit interessanten, neuen Mittheilungen, sowie einige kleinere, jedoch nicht minder wichtige Rubriken. Als Mitarbeiter werden unsere ersten naturwissenschaftlichen Schriftsteller genannt; die Ausstattung, sowohl was Abbildungen wie Druck und Papier anbetrifft, ist eine ganz vorzügliche, der Preis für das Gebotene äußerst niedrig, so daß allen Freunden der Natur dieser populär wissenschaftliche Führer durch dieselbe auP§ Wärmste empfohlen werden kann. Handel und Verkehr. Gießen, 21. Febr. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter per Pfb. Jü 105—1.15, Hühnereier 1 Stück 5—6 H, 2 Stück 00—00 Enteneier per Stück 7—8 H, Gänseeier p. St. 11—12 H, Käse p. St. 4—8 Käsematte per Stück 3 Erbsen 1 Liter 20 H, Linsen 1 Liter 24 Tauben das Paar 90—100 Hühner per Stück 1.10—1.30, Hahnen per Stück X 1.50—1.70, Enten per Stück 1.70—2.00, Gänse per Pfund 00-0 H, Welsche per Stück JL 9.00-10, Ochsenfleisch per Pfund 60-62 H, Kuh- und Rindfleisch 45-50 Kalbfleisch 42-44 H, Schweinefleisch 62 bis 64 Hammelfleisch 50—60 H, Kartoffeln 100 Kilo X 3.00—4.00, Zwiebeln per Gentner JL 8—9, Milch per Liter 16—18 H. Fran kf urt, 20. Febr. (Fruchtpreise.i Weizen, effektiv hiesiger unb Wetterauer X 25.50, fremder X 25-50—00 Roggen effecliv hiesiger JL 20.50—00.00, fremder X 20.50—21. Gerste effectio hiesige und Westerauer JL 20 50—20.75, fremde JL 20 bis 21. Hafer effectio hiesiger und Westerauer X 15.75—17 25, fremder X 16—17 per 100 Kilo. Frankfurt a. M 20. Februar. Der heutige Viehmarkt war gut befahren. Angetrieben waren circa 299 Ochsen, 297 Kühe, 232 Kälber und 198 Hämmel. Die Preise für 100 Pfund Fleischgewicht stellten sich: Ochsen 1. Qualität JL. 69-00 2. Qualität 60-63, Kühe 1. Qualität X 56-00, 2. Qualität X 50-00, Kälber 1. Qualität X 54-60, 2. Qualität JL 40—00, Hämmel 1. Qualität X 65—00, 2. Qualität X 50 00, Schweine wurden vorige Woche ca. 306 Stück verkauft und mit 64 H das Pfund bezahlt. Frankfurt a. M., 21. Februar, Nachmittags 2 Uhr — Min. (Telegraphischer Coursbericht. Mitgetheilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen.) Creditactten 261, Staatsbahnactien 2571 2, Galizier 247%, Oesterr. Silberreicke —, 4% Ungar. Goldrente 7213/16, 4% 1880er Russen —2. Orient-Anleihe 57%, 5% Rumänische Rente 86%, Lombarden —.—.Tendenz matt. Bekanntgabe genöthiqt. Die Expedition des „Gießener Anzeigers". welche am Tage der Aufgabe erscheinen sollen, bitten wir bis längstens Vormittags 10 Uhr i " an uns gelangen zu lassen. Im Jntereffe der rechtzeitigen Fertigstellung unseres Blattes find wir zu dieser wiederholten im Gieß"" MM den 21 von fflowiittnjß v Menet Stabtroab M Wf Mer mchverzechtt werben: Brenn Zcheith.AuÄ Mtr. K'n An l7,5 2- «M 27 Hchll - - Aspen 6 Nu-, Werk-n 58 Elchen-Stiume 158 Men- „ (darunter einiz 2 Birken-Stämm 173 Achen-Stangei MagnerM W Fichten-Stang 700 Wen-Bohne Die ZuMm ZtraWwich. Gießen, den ■ Großh. Bürge 1227 A. 3 >1)8 2amilag bett W die Gemeinde Metes Holz aus il Mindebaus in Min 1) Von y Uhr o Wie: Auchen 131, Knüppel: Buchen 121 W 03 Ntr. w. Mm 292, Statt, etodt: Ich,«« etamt.gfeij Fßr'WMi €tangen:"$i3 m “T 5Of4o gftm. isch- den 20 1201— Das bei S" ©enteil ® Echn-Bg, 10 Mx , WO gtm. i ... haltend D e.. bei der ^ginnes, bis Ä Brennholz. Rmtr. Rmtr. Rmtr. 27 6 36 1219 10 kleine Flaschen Bernhardt. 1203 SANCT BERNHARD «#tI 61 48 2050 4500 Eichen Nadel Buchen Aspen 108 1900 1650 48 247 26 2,4 11 Holz-Versteigerung. Freitag den 24. Februar soll in den Waldungen der Gemeinde Weitershain, District Streithatn und Windkopf, folgendes Holz versteigert werden: 204 Kiefern- und Fichten - Stämme bis zu 38 Ctm. Durchmesser und bis zu 16 Mtr. Länge = 67,43 Fstmtr., 773 Fichten-Derbstangen bis zu 14 Ctm. Durchm. und 12 Mtr. Länge = 35 Fstm. (zu Sparren und Leiterbäumen brauchbar), 4 Eichen-Stämme bis zu 33 Ctm. Durchm. und 11 Mtr. Länge ----- 2,34 Fstm. Der Anfang ist Morgens 9 Uhr im District Streithain am Vicinalweg nach Lumda. Gegen genügende Bürgschaft wird Credit gestattet. Weitershain, den 15. Februar 1882. Großh. Bürgermeisterei Weitershain. 1198 Faulstich. Preis ä Fl. von ca. 6 M. 75 *f. Amerikan. Schmäh tafeinfter Maare, mit 26,77 fm, Fichten-u. Lärchen-Schnittstämme bis zu 66 cm Durchmesser und 25 m Länge, I. Cl., mit 81,29 fm, wobei Stämme bis zu 8 fm, 49 Fichten- und Lärchen-Baustämme II. und 11L Cl. mit 30,98 fm, Ist. amerik. Schmal?, pr. Pfd. 75 A empfiehlt 1014 Karl Hoffmann. !^d-n an= 'irtonen m(t 3338 issa :n. w »mit Kart ; Staübet E^btücksM und der M119 37i wegen Acht- 7 wesmtllL E ergiebt zur Ar m beiden stch für die ^.Äussteutt- K Personen Ende 1881 in lusfteuer-Ver- M Personen Wild) sich bleiben, daß Jlieber gerne ersickerlen in Wlung einige ilge schähms- Jahr 1881 ist 'Ui6 erwatten. Versteigerung. 1110 Die aus Anlaß des Umbaues des Posthaufes zu Gießen abgängrg gewordenen Baumaterialien, als Bruchsteine, Quader und Stufen aus Sandstein, eiserne Säulen und Träger, Wellbleche, Nutz- u. Brennholz, Thüren, Wandbekleidungen, Fenster u. A. m. sollen am Samstag den 28. d. SJIWm Vormittags 11 Uhr, meistbietend gegen Vaarzahlung im Posthofe versteigert werden. Gießen, den 18. Februar 1882. Der örtliche Bauleiter: Kranz, Bau-Accessist. 996 Ein großer Posten Bielefelder Resterleinen ru den feinsten Qualitäten per Meter 80 5\. M. Kann, Mndenplah. >3fcwi p»r- Holzvcrsteigerung im Gießener Stadtwald. Montag den 27. Februar 1882, von Vormittags 9 Uhr an, soll rm Gießener Stadtwald in den Districten Bruch, Strangswiese und Bruder- winter nachverzeichnetes Holz versteigert werden: rn. Heraus- Ab Enke in MÄungen. lichen Gebieten r diese Wissen- hm die Nach- ä) unbeiriebiflt lub, biebaju vtffenfMttt UW t9W, über nau^gdangen. Verlagssirma ein periodisch tenntmlfe unb vorliegende ie sind gemein- ftcb über alle Das Erdbeben us der Frank- iutzfärbung der nde Einschlülse t Uebersicht der Rundschau, ein e jedoch nicht ifienicbaitliN uck und Papier niedrige so $ dieselbe aus S Die Kolzversteigeruug vom 15 und 16. Februar in der Overförsterei Schiffenberg ist genehmigt. Die Abfuhrscheine können vom 28. l. M. an bei Großh. Rentamt Gießen erhoben werden. Ueber- lieferung des Holzes Mittwoch den L Gießen, den 21. Februar 1882. Großh. Oberförsterei Schiffenberg. 1216 Georgi. Holzversteigerung. in der Fürst!. Oberförsterei Hohensolms. Dienstag den 28. ds. Mts. soll in den Districten Eichelsberg und Altenberg nachstehendes Gehölz versteigert werden: 45 Rmtr. Buchen-, Eichen- und Tannen-Prügelholz, lN „ dergl. Stockholz, Wellen dergl. Reisholz, „ Eichen-Stockschlagsreiser, Eichen-Stämme von 20—54 cm Durchmesser und 5—12 m Länge, Scheith. Knüppelh. Stockh Reish. ™ 1 nr,-L" Wellen. Jei"3 yss W 8lP* ,än,T 69-00 1 nn W« Bau-, Werk- und Nutzholz. 58 Eichen-Stämme mit 10,47 Fstm., 158 Fichten- „ ir 62,34 „ (darunter einige Schnitt-Stämme), 2 Birken-Stämme mit 0,47 Fstm., 173 Eichen-Stangen mit 16,16 Fstm. (Wagnerholz), 669 Fichten-Stangen mit 30,70 Fstm., 700 Fichten-Bohnenstangen. Die Zusammenkunft ist an der Strangswiese. Gießen, den 21. Februar 1882. Großh. Bürgermeisterei Gießen. 1227_____A. Bramm.__ Holzurrkaus Samstag den 23. d ÜJttJ. ,äßt die Gemeinde Wißmar nachver- «eichnetes Holz aus ihrem Walde im Gemeindehaus in Wißmar versteigern : 1) Von */z9 Uhr ab Brennholz: Scheite: Buchen 131 Eichen 2o4 Rmtr Knüppel: Buchen 129, Elchen 13, Nadel- holz 33 Rmtr. c f Reiser: Buchen 292, Eichen 132, Nadelholz 380 Rmtr. Stöcke: Buchen 32 Rmtr. 2) Von 10 Uhr ab Stam m- rc. Holz: Stämme: Eichen 13 Stück 1., 2. u. 3. Kl. = 30,71 Fstm., Fichten 181 Stück 3. und 4. Kl. — 36,76 Fstm. Stangen: Fichten 850 Stück 1., 2. u. 3. Kl. ==. 50,40 Fstm. Nutzholz: Fichten 46, Eichenspalten 9,25 Rmtr. Krofdorf, den 20. Februar 1882. 1204 _______Das Bürgermeister-Amt. Eichenbauhotz - Versteigerung. Freitag den 24. Februar sollen im Gemeindewald Waldgirmes, District Klöppelstrauch und Grundwald 35 Eichen - Baustämme von 3 bis 10 Mtr. Länge und 50 bis 100 Ctm. Durchmesser, 56 Fstm. haltend, öffentlich versteigert werden. Der Ansang ist Morgens 10 Uhr bei Nr. 9 bei der Dickeiche. Waldgirmes, den 18. Febr. 1882. Der Bürgermeister: Hausverkauf. Die Mögenburg'schen Eheleute zu Marburg wolle» ihr in Gießen m bester Gegend (Bahnhofstraße) gelegenes Wohnhaus gen. „Weinsaal nebst Garten, in welchem seit Jahren Wrrth- schaft mit Erfolg betrieben und welches sich zu jedem andern Geschäft (Hütel auf Großh. Ortsgericht Gießen öffentlich freiwillig versteigern lassen wvzU Steigliebhaber eingeladen werden. Ber festen Hypotheken kann es nut circa 12000 Jt. übernommen werden. Näheres erthÄ der rm Hause wohnende Herr Rechtsanwalt Steern- bergen_______________ Donnerstag den 23. ds. Ms., Nachmittags 1 Uhr, Eden im Hause des Herrn Dachdecker Ruckstuhl im Gartfeld hrer verschiedene Kinderwagen, Stühle, Bettstellen, Matratzen, Küchengeräthe rc., sowre 1 Nähmaschine, 1 Arbeitstisch für Schneider rc., m _ öffentlich meistbietend gegen Baarzahluna | freiwillig versteigert. Wissenschaniicli^geprüft uJiegutachtet. £ j j Doppelkräuter-Magenbitter, nach einem alten aus einem Benedictiner- kloster stammenden Recept fabriart und nur en gros versandt von C. PINGEL in Göttingen (Prov.Hannover). DerBenedictiner ist bis^jetzt das kostbarste Hausmittel und hat sich deßhalb m fast jeder Familie eingebürgert. Der Benedrc- tiner ist aus den feinsten, auserlesensten Kräutern zusammengesetzt, welche dre Elgen- „ schäften besitzen, wohlthätig und erwärmend ■I auf den Organismus einjumirfen. Der beste Beweis für die Gute des Bene- dictiner sind die unzähligen Anerkennungen, ÄS17, und mit dem geschützten Etiquett versehen. Preis & Fl von ca. 330 Gr. Inhalt 3 M. 50 Ps. 115 Stück Fichtenstangen zu Sparren und Letterbäumen. Die Zusammenkunft und der Anfang der Versteigerung ist Morgens präcis 10 Uhr in dem District Eichelsberg, zunächst der Lohmühle, woselbst das Fichten- und Lärchen-Stamm- und Stangenholz, sowie die stärksten Eichen- Stämme lagern, und wird Nachmittags gegen 2 Uhr die Versteigerung im Distrikt Altenberg fortgesetzt. Hohensolms, den 20. Febr. 1882. Fürst!. Oberförsterei Hohensolms. Dörmer. 1218 Revierförster. trt gelungen, ines Aussehen em einmaligen : Eischeinuna wirb gewiß unterlassen zu Gänstichcr Ausverkauf von Manufacturwaaren, Kleiderstoffen, Ausstattungsgegenständen & Damen- Confection. Wegen Aufgabe meines Wnarengeschäftes verkaufe mein Lager (das größte am hiesigen Platze) vollständig aus und bietet sich meinen geehrten Abnehmern Gelegenheit, die gediegensten Waaren vorthmhaft einzukaufen. Der Verkauf findet zu festen Preisen nur gegen Baarzahlung statt. « Moritz Heichelheim. Magenbitter. Billigstes Hausmittel, welches sich in Folge seiner Vortrefflichkeit ebenfalls einer allgemeinen Beliebtheit erfreut. Preis ä Fl. ca. 150 Gr. Inhalt 1 Mark. Vortheilhafte Flasche von ca. 330 Gr. Inhalt 2 Mark. Der einzig ächte Benedictiner-Doppelkrauter-Magenbitter un an Bernhard-Magenbitter von C. Pingel in Göttingen ist zu 1221 in Giessen bei Herrn Fr. Seibel, ft 11116 __ Für Land- ii. Memme. 1. Englische Futterrübe« Samen. Di-,. Rüben, die fd.äuften un, werten 1-3 'im «uril Me zweite MuSf.wt im Juni, Suh. auch erste Aussaat geschieht Auöaangs Mar oder "u ^pr i. o Vorfrucht abgeerutet hat, noch AufaugS August und auf , lche n die Rüben voll- z. D.Gl in', "^t^^-2elN "bauten mr den Winterbedarf aufbewahrt, da die. ständig ausgewachsen une weiden die zu h ^Dauerhaftigkeit bcbaltn. Das Pfund Zainen KeeU&SM V, Piunb wir, nicht abgegeben. Aussaat pro Morgen % Pfund. 2. Sokchara-Rresen-Honrg-Klee. Dieser Klee ist so rechtberufe^, ^utterarmuch und nächst und gede.ht auf ledein lnchten Bodeiu Man kann denselben unter gibt im ersten ^ahre S-4 Schmtt^und , euen cjn herrliches Futter fnv Gerst und Hafer faen. 1 iit & rlc»i/'*n\termd)tbumiS wegen ganz besonders für 9JtiId)Eiil)e Pfcr'oe, auch ist der Klee wlneS, ai s> Morgen 12 Pfund nut Gemenge 6 Pfund. Das »ÄÄ3 SMU 'Pwub wirt nicht nb^eben. 3 Schott. Nrcfen-Turnips, Annltclrnbensame«. ®w. Rübe» werte» im S'grato bei 1 Mark 50 Pf. Zrulturanwersung fuge ,edcm rluftrag g Ernst Lange. Uipperrviese (Bez SteMu). Frankirte Auftrage werden umgehend per Postvorschuß expe l-- ■ ÄS» & Ä » ». w.« • 8S$?ÄSfiS in Aiederbaycrn, berichtet. Bei mir unb ’jnonate bettlägerig ist, weder gehen trefflich. Der eine Freund welcher ,chon&3 JJio^ % Schmerzen im noch sitzen kann, keine Lpeffe vertragt " Abmagerung leidet, hatte alle Magen und der rechten Seite, sowie an sch halben Flasche Bene- Arzneien vergebens gebraucht undwurd uu w 5erReficat, daß er Speise dictiner, trotz seines AN-rs von hoch in 60 Jahren, towe^r^y Qud) sich bk‘Ä?onnBeSf b«?« «i2b«Senden Sie mir doch rasch wieder ■ ‘ Benedictiner. 1178 Anfang präcis 5 Uhr * Ende 7y2 Uhr. c. M. v. Weber. von H. Marschner. 7) 3. F. 7) 4. L. van Beethoven. T) Bügler Baumer, Frankfurt a. M. 1200 H^24/2A.7U.Rec.I.Gr. 1223 1. 2. Mendelssohn- Bartholdy. Mittwoch den 22. d. M., Nachmittags 2 Uhr, werben in der Flett'scheu Hofraithe dahier gegen Baarzahlung meistbietend versteigert: 1 Sopha, 3 Kleiderschränke, 3 Kommoden, 1 Kommode mit Glasschrank. 1 Küchenschrank mit Glasaufsatz, 1 Waschtisch, 1 Bettlade, 1 Wirthstisch und 1 Pferd. Gießen, den 20. Februar 1882. Geitzler, Großh. Gerichtsvollzieher. Vermietungen. ^05 In dem Fauerbach'scheu fr Haus an der N"^erstraße ist per 1. April die an Eine ruhige Familie zu vermiethen. Verantwortliche Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. Zweite Abtheilung. (Zum erstenmal e.) »Die neunte Symphonie“, mit Schlussgesang über Schiller’s Ode: „An die Freude“, für 4 Solostimmen, Chor und grosses Orchester. 997 Eine Parthie schwarze Aloir^schurzeii per Stück 50 H. __M üfawt, Mndenplatz. Domicilirung von Accepten gegen billige Provision gestattet das Bankhaus Erste Abtheilung. Ouvertüre zur Oper: „Der Freischütz“ . . Scene und Arie aus der Oper „Hans Heiiing“: „Wehe mir, wohin ist es mit mir gekommen!“ (Gesungen von Frl. Schauseil.) „Die erste Walpurgisnacht“, Ballade von Göthe, für Soli, Chor und Orchester DanksaWig. n fl1224 Mein und meiner Kinder herzlichsten Dank Herrn Pfarrer au mann fur jieine tröstliche Grabesrede, für die Theilnahme an ^er.[ufte- die Blumenspende und die Begleitung zur legten JJu^eftatte unlerer unvergeßlichen Frau und Bkutter. Gießen, den 21. Februar 1882. F. Schenk nebst Kinder. Aeilgeöotenes. 1201 Ein gutes Zugpferd zu »er; kaufen. Ferd. Burk, Kunstmühle. Achmer Loncert-Herein. Fünftes Concert im Winter-Seme ster 1881/82 (Neunzigstes Vereinsjahr) (Gegründet als musikalische Gesellschaft 1792) unter Leitung des Grossherzoglichen Musik-Directors Herrn Adolf Felchner unter gütiger Mitwirkung der Concertsängerinnen Fräulein Wally Schauseil aus Düsseldorf und Hermine Spies aus Wiesbaden, der Concertsänger Herren Raimund von Zur Mühlen aus Frankfurt a. M. und Professor Ernst Hungar aus Augsburg, des akademischen Gesangvereins und des durch auswärtige Künstler verstärkten Vereins-Orchesters, Sonntag den 86. Februar 188T im Saale des Gksellschaftsvereins Mr Wirthek Kaufleute! Bayer. Handkäse mit Kümmel, große Form, delicat, « ohne Schimmelbilduna. Posttistchen mit ca. 60—70 Stück ä 4V2 pro Stück " versendet gegen Nachnahme 1217 § Robert Heß, Bamberg (Bayern). 5 NB. Die Adresse bitte genau anzugeben. N Diese Annonce erscheint nur einmal. 1225 Garten an dem Rodberg zu verpachten event. zu verkaufen. _________E. Pistor. A Saame, Weinfaal, offertrt Rhein- u. Moselweine 45, 50, 60, 70 ö 80 Mg. per Schoppen. Monzinger per Schoppen 30 u. 35 Monztnger Auslese per Schoppen 65^, Rothwetn 60, 70, SO und 00 Monzinger Burgunder 80 und 90 H Für Naturwem wird garantirt. 200 1202 Ein ordentlicher junger Mann sucht Stelle als jroeiter ober Dritter $äcfer= geselle. Näh, in der Exped. ds. Bl. 1077 Ein tüchtiger Gesanglehrer gesucht. Gesellschaft „Casino", Wieseck. Hof, Präsident. 1101 Ein Dienstmädchen mit guten Seugntffen für Küche und Hausarbeit per lo. Marz gesucht. 5rait <♦ Kaßenstein, Seltersberg. „"07 Eine tüchtige, ältere Magd, welche längere Jahre meiner Stelle war und • c Zeugnisse besitzt, wird gesucht. Nah, in der Exped. ds. Bl. Eintrittskarten für Nichtmitglieder sind in der Ricker’schen Buch- Handlung (Sonntags nur bis 12 Uhr) und in der W. R u d o 1 p h’schen Musi- kahenhandlung ä Jl. 2.50 (Sperrsitz ä Jt. 3.50) zu haben. *) Der Zutritt zum Concertsaal findet nur durch den Nebensaal statt; während der Aufführung eines Stückes ist auch dieser geschlossen. — Um das Gedränge am Schlüsse des Concertes möglichst zu vermeiden Wlrj Abelen, dass die Inhaber der Saalplätze die Entleerung der Neben- sääle und Gallerten zuerst geschehen lassen. \2l§ ArankenuiNerstützuiigs- uni) Sterbe - kaffe-llereiii (eingeschriebene Hülfskaffe). 1228 Die diesjährige ordentliche Generalversammlung findet Montag den 27. Februar, Abends 8 Uhr, int 8oca(e ber Friedr. Führer Wittwe statt und werden die Mitglieder hierm ergebens! emgeladen. ’ ä Tagesordnung: 1) Rechnungsabhör pro 1881. 2) Ersatzwahl des Vorstandes. 3) Vereinsangelegenheiten. Polirstein (bestes Putzmittel für Messing, Blech, Kupfer, Ersen, Stahl :c.) empfiehlt Karl Kofch, B.54 Sonnenstraße B. 54. 1080 Ein bestehendes o Zimmern und Kammern, ca. 48' lang ist auf den Abbruch zu verkaufen. Näheres bet der Exped. ds. Bl. 1089 Wegen Bauveränderung verkaufe ich meine Won- & Steingutwaaren zu billigen Preisen. Geschirrhändler Wagner, Neustadt. 1164 Ein Stückchen Gartenland am Riegelpfad zu verkaufen. Näheres bei I. Blitz» 1036 Die früher Bullers' sehe Besitzung an der Hardt, zu welcher circa 14 Morgen Land gehören, und die sich wegen ihrer schönen Lage zu einer der schönsten Sommerwirthschaften in der Umgebung Gießens eignet, ist zu verkaufen. Anzahlung 5000 Ji. Näh. 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N ?ai Die Bech jenigen des Abi dargethan, daß habsburgischen1 derReginungg Politik die von partei, weil di' in die Hände < entstamme; vei soweit, daß f Budget verwei Abgeordnetenh Präsidenten G . die letzteren deutsch sein MinisteriM suchte, daß lediglich deut lebenden Rai Man ivelfy r in £ . w* glti ftfr ift unb Polen und her drängt werden das numerische Stütze, die sei scher Much Merthanen z die Regierung Ausgabe hat Bunde datz 5 N jede M Bestrebungen und nun au kchen Sondt oJteTreiÄ herrsche'. $ samen Staa N den Pi Oesterreichs "yer, als । rnchs ist, e Oesterreich c ^deutliche C öen' in rvelck ^Mähren tzMaate 3t«6eji