Nr 19 Erstes Blatt. Sonntag den 22. Januar 1882 «iießcuet Anzeiger Amts- und Anzkigeblatt für den Kreis Gießen. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Bnreamr Schulstraße B. 13. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Ps. Bekanntmachung. |W in d-m .«wbl,,», Hk SÄXÄX« ShSSÄt. *21 «•**• •* fließen, am 19. Januar 1882. Der Vorsitzende des Provinzialtags. Br. Boetmann, Provinzial-Director. 1. Die Prüfung der Wahlen zum Provmzraltage. 11ntl)rfinrhnin her Kunststranen im Großherzogthum; insbesondere Antrag des .Kreistages fc S Ä* ~ - ***• «*6,5 **“"** 3. Die Erbauung von Sccunbärbntincn im (>)roßherzvgthnm. Bekanntma ch u n g. Betreffend: Die Beaufsichtigung der Hunde in Der Provinzial-Hauptstadt Gießen ß Htätcn- be6 Wenzel'fchen Gartens zu den in Indem mir nachstehendes Localreglement PubUerren, br.E wir M Kmrrnen K von Großherzoglicher Mirgermeisterei Gießen s 2 bezeichneten WirthschastSlocal,taten gerechnet werden. Dir durch d 4 vAchnwe n wachen, daß die Maulkörbe, welche Vie m § o> verabfolgt. Zugleich bemerken wir, dau^daS baÄifÄS n^am verhindern, zeichneten Hunde zu tragen haben, von lolcher Ltichass k , Großherzogliche Polizeiverwaltung Gießen. Gießen, den 20. Januar 1882. 1 * Fresenius. Local - Reglement Großherzogliche Polizeiverwaltung Gießen. F r e s e n tu ä. § 2. , Das Mitnehmer» von Kunden auf den Friedhof, in öffentliche Dienstaebäude. in Wirthschastslocalc innerhalb der bewohnten Theile der Stadt, aus den Wockenmarkt, den Jahrmarkt und zu öffentlichen Festlichkeiten ist verboten. § 3. „ . . Es ist verboten, Hunde zur Nachtzeit aus der Straße srer umheUallsUl zu lassen. 8 ä. ... Für jeden Hund, welcher in dac, nach Vorschrift der ^erordnnnfZ von: 16. November 1874, die Hundesteuer betreffend, von der BüMrmeßter>u zu führende Declarationsregister eingetragen ist, erhalt der Besitzer Hundes eine Blechmarke mir fortlaufender Nummer, welche der Hund auf der Straße rc. stets am Halsbande oder am Maulkorb zu tragen hat. Alle bisstgen Hunde, ferner alle größeren Hunde, ans- genommen Jagdhunde, namentlich Bullenbeißer, Bulldoggen, Metzger- um Schäferhunde, Neufundländer, Bernhardiner, Leonberger und Ulmer >)imde, dann alle an einem Fuhrwerke angespannte oder zur Bewachung irgendwie angebundene Hunde, endlich jolche Hunde, bezüglich welcher die Polizeibehörde. deszfallsige besondere Anordnung getroffen Gießen, den 20. Januar 1882. Gefundene Gegenstände ! , - w* > »*** 1 Durchschlag, 1 Bohrer, l Brodbeutel, 1 Blanchettenknopf, 1 Schlittschuh, 1 Henkelkr Gießen,^am Ä'.'^Jammr 1882. Grobherzogliche Polizeiverwaltung Gießen. $ i* e । e n i u s. § 1- Es ist untersagt, Kunde in dem Botanischen Gurten, m den , städtischen Anlage»! sowie in den Anlagen vor den V^'ynkvsen , unbeaufsichtigt umherlaufeu, oder die Gebüsche, Grasplatze ? und Beete in denselben betreten zu lasten Betreffend' Die BeausstÄtimum der Hunde in der Provinzial-Hauptstadt Gießen. Zur Verhütung von Beschädigungen und Belästigungen durch HuM, de^Strafgchtzbuchs, auf Grund Wit einem das Beisten mirksam verhindernden Maulkorb versehen sein, oder an einer kurzen Seine oder dergleichen Bekanntmachung. Betreffend: Das Befahren der Wetzneingasse. . , ,. . h Anböruna der Stadtverordneten-Versammlung Nachdem ein Theil der Wetzsteingasse neu gepflauert bezw. verbreitert wordenwir h 1 f Hause des Herrn Dr. Weber bis an das Localreglemeut vom 29. Juli 1870, -vonach das Retten, -gahren und B'ehtruben durch die ^tratze "*****»* iw-» ... r e j cum». _______ — — geführt werden. $ Zuwiderhandlungen gegen die vorstehenden Bestunmungen dieses Reglements werden, insofern nicht die oben angeführten Bestimmungen des P°lMstrasge- setzes oder des Strafgesetzbuches Anwendung zu stnden haben, nut Geldstrafe bis zit dreißig Mark bestraft. Huude welche in dein Botanischen-Gartm, in den städtischeil Anlagen, so- wie in den Anlagen vor den Bahnhöfen (8.1), oder zur Nachtzeit^ aus d.i Straße (8 3) ohne Beaufsichtigung umherlaufen, oder welche aus der «tratze u. nicht die ini 8 4 vorgeschriebene Blechmarte tragen, oder der Borschnst ;u- ivider richt nut einem das Beißen wirksam verhindernden, Maiükorb versehen n u.,,m n;rf-t ail her Leine geführt werden, sollen etngesangen und dem Wasenmeister überliefert werden, sofern der Eigenthumcr mcbt -nr Stelle ist und den Hund in Gewahrsam nehmen kann. Die Rückgabe des Hundes erfolgt au ihre aehörig legitimirte Eigmthümer oder Besitzer nur iunerbalb de? nächsten fünf Tage nach dem Einfangen der Hunde und mir aeaeu Erstattung der von der Polizeibehörde zu bestimmenden Futterkasten. -tw bL T genannten Frist nicht ausgelösten Hiinde werden z.i G.iUsten der Genieindekasse veräußert oder getodtet. oder Befurch vorstehende Bestünmung wird das gegen dle Eugenthumer oder Dr sitzer der Hunde wegen Uebertretung der Vorschriften dwses Reg emen s, 6egn. | der Verordnung vom 16. November 1874, dre Hundesteuer bettestend, einzu i leitende Strafverfahren nicht berührt. wenig erfüllt worden. Von dem Schicksal Bremens sei gar nicht mehr die Rede; Herr Meier aus Bremen habe zwar gesagt, mit Bremen stehe es gut, indeß Herr Meier fei Sanguiniker und habe als solcher schon recht Erfreuliches geleistet. Das Haus vertagt die weitere Berathung auf Sonnabend 11 Uhr. Schluß 5i/4 Uhr. Flnanzmrmster Bitter erwidert, daß er bis auf einen gewissen Punkt eine ru- sichernde Erklärung abgeben könne. Eine Beschlußfassung von Seiten der verbündeten Regierungen über diese Resolution sei nicht eber möglich, bis bet Reichstag selbst sich darüber schlüssig gemacht habe. Es handle sich allerdings darum, eine dauernde zu schaffen, welche den Bedürfnissen des Großhandels entspricht, und welche nicht leichthin in Frage gestellt werden können. Es lägen alle Bürgschaften dafür vor daß bte Frage, wie sie jetzt burck bas Regulativ über die Zollbehandlnng der ein- und ausgehenden Schiffe fixirt worben, als eine dauernbe behanbelt werden wirb Die Frage werbe, sobald der Reichstag eine feste Stellung zu derselben eingenommen den verbündeten Regierungen zur Beschlußfassung vorgelegt werden. Er für seine Person könne versichern, daß er die Resolution nicht bekämpfen werde. Abg Meyer (Jena) erklärt sich principiell für den Antrag Hänel, wird ab-r auch für den S 1 der Kommissionsbeschlüsse stimmen, wenn das Amendement Hänel abgelehnt werden sollte. Reg.-Commissär R eumann erläutert die zolltechnischen Fragen des Transitverkehrs der von der See nach dem Freihafengebiet und von diesem nach der See gehenden Schiffe, um damit die Entbehrlichkeit des Antrages Hänel nachzuweisen. Nach einer kurzen Replik des Abg. Windhorst wird die Diskussion geschlossen.— Der Referent der Commission, Abgeordneter Staudy, resumirt die Verhandlungen in der Commission und empfiehlt dem Hause die unveränderte Annahme des § 1 in der von der Commission vorgeschlagenen Fassung; den Antrag Hänel bittet er abzu'lehnen. Das Haus beschließt mit sehr großer Majorität nach den Vorschlägen der Commission. Für das Amendement Hänel stimmt nur die Linke und einige Centrumsmitglieder. § 2 lautet: „Der Reichskanzler wird ermächtigt, der freien und Hansestadt Hamburg zu den Kosten bet Bauten, Anlagen, Einrichtungen und Expropriationen, welche durch den Zollanschluß Hamburgs und die mit demselben verbundene Umaestaltung der bestehenden Handels- und Berkehrsanlagen veranlaßt werden, aus der Neichskasse einen Beitrag in Höhe der Hälfte des hamburgischerseits für die bezeichneten Zwecke festzustellenden Küstenbedarfs, jedoch höchstens in Höhe von 40 Millionen Mark zu bewilligen." Abg. Sandtmann erklärt sich für die Annahme des $ 2, die vom Reiche geforderte Summe erscheine gering gegenüber der Opfer, welche durch den Zollanschluß Hamburg auferlegt werden. Abg. Dr. Bamberger bemängelt die Leistungen der Commission, die sehr geringe s ien. Bon den Wünschen, welche der Commission mit auf den Weg gegeben, sei nur Telegraphische Depeschen. Wolffs telegr. Correspondcnz-Bureau. Berlin, 20. Januar, In der unter dem Vorsitze des Staatsministers o. Bötticher und demnächst nach dessen Behinderung unter dem Vorsitze des königlich bayerischen Gesandten, Grafen v. Lerchenfeld-Köfering, am 19. d. Ms. abgehaltenen Plenarsitzung des Bundesraths wurden zunächst die Beschlüsse des Reichstags, betr. die Aufnahme der Anstalten zum Jmprägniren von Holz mit erhitzten Theerölen, soivie der Kalifabriken unter die genehmigungspflichtigen Gewerbeanlagen, und betr. die Verhaftung von Reichstags-Abgeordneten während einer Sitzungsperiode, zur Kenntniß der Versammlung gebracht; der letztere Beschluß wurde dem zuständigen Ausschüsse überwiesen. Die Anträge der Ausschüsse, betr. die statistische Gebühr von saurem schwefelsaurem Natron, und betr. die Festsetzung von Mittelwerthen für Berechnung der Stempelabgaben von ausländischen Werthpapieren fanden die Zustimmung der Versammlung. Meh- rere^Eingaben, betr. die Gestattung des Hausirhandels mit Thierarzneimitteln, bie Zulassung der Beschäftigung von Arbeiterinnen in Glasfabriken und Recurs- erhebung lvegen einer Zwangtz-Pensionirung wurden gemäß den Anträgen der Ausschüsse zurückgewiesen. 'Nachdem hiernächst für die Berathung des Gesetz- entwurfs, betr. die Feststellung eines Nachtrags zum Reichshaushalts-Etat für das Jahr 1882/83, im Reichstage Commissarien ernannt worden ivaren, wurden schließlich mehrere neu eingegangene Eingaben von Privatpersonen den zuständigen Ausschüssen zur Vorberathung überwiesen. Lübeck, 20. Januar. In dem Beleidigungproceß Berling gegen den ^andrath v. Bennigsen-Förder in Lauenburg wegen der dem Ersteren in der „Nord. Presse" gemachten Beschuldigungen hat das Schöffengericht, der „Eisen- bahn-Zeitung' zufolge, auf dreimonatliche Gefängnißstrafe erkannt. P^riS, 20. Januar. Dem Vernehmen nach erklärte Gambetta seinen Freunden gegenüber, die ihn aufforderten, feine Demission sofort einzureichen er wolle nut Vertrauen das Endergebniß abiuarten. or , 20 Januar. Den in Kilmainham in Haft gehaltenen irischen Agitatoren Parnell, O Kelly und E'Brien wurde gestern Abend officiell mitqe- "1^"' daß ihre Haft um drei Monate verlängert worden sei. Belgrad . 20. Januar. Der vormalige Metropolit Michael ist wegen beleidigender Aeußerungen über den Fürsten und über die Regierung zur Untersuchung gezogen worden. t 3^uuär. Die über Zusammenstöße in Süd-Dalmatien verbreiteten Nachrichten werden in einer Mittheilung der „Polit. Corresp." aus Serajewo, wie folgt, richtig gestellt: Eine aus 10 Mann bestehende, mit Ausbesserung der Telegraphen beschäftigte Jnfanterie-Patroullle wurde am 16. Ja- m der Nähe der montenegrinischen Grenze von einer etwa 100 Mann starken Bande angefallen. Dieselbe hielt sich, bis eine Compagnie aus Bilek heranruckte, wonach die Bande unter Mitnahme von Todten und Verwundeten die flucht ergriff. Die Truppen hatten fünf Verwundete. TT „Wiener Ztg." meldet: Der Kaiser hatte mittelst Handschreibens vom U. November v. Js. auf Antrag des Finanzministers die Einsetzung einer be onderen, aus einem Präsidenten und 10 Mitgliedern bestehenden Commission befohlen, zur Prüfung der Verwaltungs-Einrichtungen behufs Einführung von *Unb thunlichster Ersparuiigen im Staatshaushalte. Mittelst Entschließung vom :8. Januar ist Graf Hohenivart zum Präsidenten dieser Commsiston ernannt morden. 9 Lokale-. . , Gießen, 21. Januar. Ein Schüler kam hmte Morgen auf bem Kirckennlaü ÄS?"1"“ Unt r 6in Tu"r°-rk. D.e Verlange.?, di- d-rs7°° daLru?, Anszng aus den Standesamtsregistern des Standesamts Gieken Aufgebote. ,a , Deri 14. Januar. Schneider- Reinhard Greb von R rfeld mit Gcßner, Tochter bes verst. Maurers Johannes Geßner II von Glab^i^ Wrlhelmtne wmm Theodor Bernhard Otto Walter mit Ida Anna Philippinc Scbla? Schlonermeisters Christian Friedrich Gottfried Chrisiovb Lnb^via Tochter bes 18. De- Gymnastiker Fritz R-hb-rg von Berlin mit d r ®üftron’- Müller Tochter des Mech°nikers°Karl Mller°7n F ankfmt ?M moim Gottschalk Kahn von Bonbad?n mit Fobanna Bertka"-^,?'^ Kaus- des verst W-chselmaklers Wolfgang Sattorins^von^ a° w'rth Hermann Georg Peter Ranz mit Karbarine Marie 5kl 18* Lanb- des Landwirths Karl Ranz von Düdelsheim^ 19 ^oft lteinm^rran3,<$Oc^tcr von Rodgen mit Katharine Dorethea Esi aeb Pfeiffer MittmeWittwer Konrad Eis von Groß-Buseck. 20. Schnekder Ka l MM r mit ^rs Ludwig Tochter des verst. Ackermanns Johannes Müller von L-nggön" ÄQt6aClne Müller, 4K cv m . Eheschließungen. Töchterles BarÄers°J°hknn"?La^'Ul^oÜ fe» EUsabe.he Lang, Hann Kaiser von Oberursel mit Auguste Henriette ChristianHenrich Jo- Strohhutfabrikanten Karl Friedrich ^Wilhelm Weü von Mi^^' ^"chter des verst. Handel und Verkehr. nqÄtt/ft2Paib Wochenmarkte kostete: Butter ver Pfö 0.93—1.00, Hübnereler 1 Stuck 7—8 2 (=ntürf nn nn q V -uuner pei -pro. 0 A G-nseei-r / St. ll-12 ^ Ää,e Stück Erbsen 1 Liter 20 Linsen 1 Liter 24 Tmiben das ll?aa^80-100 "5 3 Stück t/*L 1.20 — 1.40, Hahnen per Stück AL 1 50 9 on Hllhner per Gänse per Pfund 65-70 4 Wel^e pe^Stück^^ L§tück^ 1-50-200, 60-62 Kuh- und R-ndflersch 40—50 Kalbfleisch 40 44^?peJ£ Mu5n bis 64 4, Hammelfleisch 50-60 H, Kartoffeln 100 K'lo^^00^ 4 00 60 per Centiier 6-8, Milch per A 16-1^”, s^ßkraut a. M., den 21. Januar, Nachmittags 2 Üb'- — Min ,'Telear ^^etherlt durch das Bankgeschäft 211b ert ,iiauf mnnn St» t S actien 238V2 L>taatsb.-Actien 251V2, Galizier 246 Oest Sill^^?- ßAi/^Ao/ Goldrente 72V8, 40/0 1880er Russen 7V/i6, 2. Ortent-An eibe ^8?/ 6Vo/ R-nte 86, Lomdarden 109-/,, 6 o/o Ungar. Goldrent? 99^ Tendenz^flam 9iUto5n» SeSittwll» Auswanderer nach Amerika erhalten billigste und reellste Beförderung mittelst Post-Dampfer des Norddeutschen Lloyd in Bremen durch die Agentur von J. M. Sch.ulh.of, Maiktfiraße. Durch meinen langjährigen Aufenthalt in Amerika bin ich im Stande, jedem Ausmanderer die beste Auskunft zu ertheilen. 536 Zur gefälligen Beachtung. Um mit meinem großen Möbelvorrath zu räumen, verkaufe ich von heute an dieselben zu sehr ermäßigten Preisen. Für gute und solide Arbeit wird Jahre lang Garantie geleistet. Besonders empfehle Polster- und Kasten-Möbel, sowie Vorhänge und Teppiche in reichster Auswahl. Um gefälligen Zuspruch bittet K. Stückrath, Möbelfabrik, x|< Giesten, Kirchenplatz. Restauration Schmidt II. Heute Sonntag den 22. Januar, von nachmittags 4 Ahr an T